Durogesic ist ein verschreibungspflichtiges Schmerzpflaster mit dem Wirkstoff Fentanyl, das zur Behandlung starker chronischer Schmerzen eingesetzt wird. Das transdermale System gibt kontinuierlich Schmerzmittel über die Haut ab und bietet Patienten mit Tumorschmerzen oder anderen schweren Schmerzerkrankungen eine konstante Schmerzlinderung über 72 Stunden. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über die richtige Anwendung, Dosierung, mögliche Nebenwirkungen und wichtige Sicherheitshinweise zu Durogesic.
⚕️ Medizinischer Hinweis zu Durogesic Beipackzettel – Dosierung | Nebenwirkungen
Die Informationen auf dieser Seite zu Durogesic Beipackzettel – Dosierung | Nebenwirkungen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen in keinem Fall die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen Arzt oder Apotheker.
🚨 Bei akuten Beschwerden oder Notfällen:
Notruf: 112 – lebensbedrohliche Situationen
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117 – außerhalb der Praxiszeiten
📋 Weitere wichtige Anlaufstellen:
🦷 Zahnärztlicher Notdienst: Zahnarzt-Suche
☠️ Giftnotruf: www.giftnotruf.de (regionale Giftinformationszentralen)
💬 Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, 24/7)
Bitte nehmen Sie keine Medikamente eigenmächtig ein, setzen Sie diese nicht ohne Rücksprache ab und verändern Sie keine Dosierungen. Sollten Sie Nebenwirkungen bemerken oder unsicher sein, wenden Sie sich umgehend an Ihren behandelnden Arzt oder Apotheker.
Unser Gesundheitslexikon bietet Ihnen umfassende Einblicke in medizinische Begriffe.
Was ist Durogesic?
Durogesic ist ein transdermales therapeutisches System (TTS), das den hochpotenten Opioid-Wirkstoff Fentanyl enthält. Das Medikament wird als Pflaster auf die Haut aufgebracht und gibt kontinuierlich über einen Zeitraum von 72 Stunden Fentanyl ab, das über die Haut in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Diese Darreichungsform bietet eine gleichmäßige Schmerzlinderung ohne die bei oralen Opioiden üblichen Konzentrationsspitzen und -täler.
Wichtige Grundinformationen
Wirkstoff: Fentanyl (synthetisches Opioid)
Wirkstärke: 80-100 mal stärker als Morphin
Anwendungsdauer: Ein Pflaster wirkt 72 Stunden (3 Tage)
Verschreibungspflicht: Betäubungsmittelrezept erforderlich
Hersteller: Janssen-Cilag (Johnson & Johnson)
Verfügbare Wirkstärken und Dosierungen
Durogesic ist in verschiedenen Wirkstärken erhältlich, die sich nach der Freisetzungsrate des Fentanyls pro Stunde richten. Die Auswahl der richtigen Dosierung erfolgt individuell durch den behandelnden Arzt basierend auf der Schmerzintensität und der bisherigen Opioid-Therapie.
Durogesic 12
12 µg/hNiedrigste Dosierung
Durogesic 25
25 µg/hEinstiegsdosis
Durogesic 50
50 µg/hMittlere Stärke
Durogesic 75
75 µg/hHöhere Dosierung
Durogesic 100
100 µg/hHöchste Einzeldosis
Dosierungsrichtlinien nach Vorbehandlung
Opioid-naive Patienten
Start: Nicht mit Durogesic beginnen
Erst schwächere Opioide verwenden, dann bei Bedarf umstellen
Umstellung von oralem Morphin
60-134 mg/Tag: Durogesic 25 µg/h
135-224 mg/Tag: Durogesic 50 µg/h
225-314 mg/Tag: Durogesic 75 µg/h
Dosisanpassung
Frühestens nach 3 Tagen (erstes Pflaster)
Dann alle 6 Tage möglich
Schrittweise um 12-25 µg/h erhöhen
Maximaldosierung
In der Regel max. 300 µg/h
Durch Kombination mehrerer Pflaster möglich
Nur unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle
Richtige Anwendung von Durogesic
Die korrekte Anwendung des Durogesic-Pflasters ist entscheidend für die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie. Fehler bei der Anwendung können zu unzureichender Schmerzlinderung oder gefährlichen Überdosierungen führen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wichtige Anwendungshinweise
Vermeiden Sie diese häufigen Fehler:
- Wärmequellen: Keine Wärmflaschen, Heizkissen oder Saunabesuche – erhöht die Fentanyl-Freisetzung gefährlich
- Zerschneiden: Pflaster niemals teilen oder zerschneiden – führt zuunkontrollierter Wirkstofffreisetzung
- Beschädigte Pflaster: Nie verwenden – Gefahr der Überdosierung
- Mehrfache Verwendung: Jedes Pflaster nur einmal verwenden
- Hautpflege: Keine Cremes, Öle oder Puder unter dem Pflaster
Nebenwirkungen von Durogesic
Wie alle Opioide kann auch Durogesic verschiedene Nebenwirkungen verursachen. Die Häufigkeit und Intensität variieren individuell und sind oft dosisabhängig. Besonders zu Beginn der Therapie treten Nebenwirkungen häufiger auf und können sich im Verlauf bessern.
Sehr häufig (>10% der Patienten)
- Übelkeit und Erbrechen
- Verstopfung (Obstipation)
- Schläfrigkeit und Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
Häufig (1-10% der Patienten)
- Appetitlosigkeit
- Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen
- Verwirrtheit, Angst
- Zittern, Kribbeln
- Atembeschwerden
- Mundtrockenheit
- Durchfall oder Bauchschmerzen
- Hautreaktionen an der Anwendungsstelle
- Juckreiz, vermehrtes Schwitzen
Gelegentlich (0,1-1% der Patienten)
- Halluzinationen, Euphorie
- Gedächtnisstörungen
- Krampfanfälle
- Sehstörungen
- Herzrasen oder verlangsamter Herzschlag
- Niedriger Blutdruck
- Atemstörungen
- Harnverhalt
⚠️ Lebensbedrohliche Nebenwirkungen
Atemdepression: Die gefährlichste Nebenwirkung ist die Verlangsamung der Atmung bis zum Atemstillstand. Besonders gefährdet sind:
- Patienten ohne vorherige Opioid-Behandlung
- Ältere Patienten über 65 Jahre
- Patienten mit Atemwegserkrankungen (COPD, Asthma)
- Bei Kombination mit anderen atemdepressiven Medikamenten
- Bei Überdosierung oder versehentlicher Wärmeeinwirkung
Sofort den Notarzt (112) rufen bei: Sehr langsamer oder flacher Atmung, Bewusstlosigkeit, bläulicher Verfärbung der Lippen, extremer Schläfrigkeit, aus der der Patient nicht erweckbar ist
Hautreaktionen an der Anwendungsstelle
Lokale Hautreaktionen treten bei etwa 10-20% der Anwender auf und umfassen:
- Rötung (Erythem): Meist harmlos und vorübergehend
- Juckreiz: Kann durch Wechsel der Anwendungsstelle gemildert werden
- Hautausschlag: Bei anhaltenden Beschwerden Arzt konsultieren
- Schwellung: Selten, kann auf allergische Reaktion hindeuten
- Blasenbildung: Pflaster sofort entfernen, Arzt aufsuchen
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Durogesic kann mit zahlreichen anderen Medikamenten interagieren, was zu verstärkten Nebenwirkungen oder verminderter Wirksamkeit führen kann. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, einschließlich rezeptfreier Präparate und pflanzlicher Mittel.
| Medikamentengruppe | Wechselwirkung | Risiko |
|---|---|---|
| Benzodiazepine (z.B. Diazepam, Lorazepam) |
Verstärkte Sedierung und Atemdepression | Sehr hoch – nur unter strenger Kontrolle |
| Andere Opioide (z.B. Morphin, Oxycodon) |
Additive Wirkung, erhöhtes Überdosierungsrisiko | Hoch – nur bei Durchbruchschmerzen |
| CYP3A4-Hemmer (z.B. Ketoconazol, Ritonavir) |
Erhöhte Fentanyl-Konzentration im Blut | Hoch – Dosisanpassung erforderlich |
| CYP3A4-Induktoren (z.B. Carbamazepin, Rifampicin) |
Verminderte Fentanyl-Wirkung | Mittel – evtl. Dosissteigerung nötig |
| MAO-Hemmer (z.B. Tranylcypromin) |
Gefährliche Wechselwirkungen möglich | Sehr hoch – 14 Tage Abstand erforderlich |
| Alkohol | Verstärkte Sedierung, erhöhtes Sturzrisiko | Hoch – Alkohol vollständig meiden |
| Muskelrelaxantien (z.B. Baclofen, Tizanidin) |
Verstärkte Atemdepression | Mittel bis hoch – vorsichtige Dosierung |
| Antidepressiva (SSRI/SNRI) | Serotonin-Syndrom möglich (selten) | Niedrig bis mittel – Überwachung nötig |
Gegenanzeigen und Warnhinweise
Absolute Kontraindikationen
Durogesic darf in folgenden Situationen NICHT angewendet werden:
- Opioid-naive Patienten: Keine vorherige regelmäßige Opioid-Therapie
- Akute Schmerzen: Postoperative Schmerzen, Akutschmerzen
- Schwere Ateminsuffizienz: Schweres Asthma, COPD im akuten Schub
- Überempfindlichkeit: Allergie gegen Fentanyl oder Pflasterbestandteile
- Schwere ZNS-Depression: Bewusstseinsstörungen, Koma
- Kinder unter 2 Jahren: Nicht zugelassen
- Gleichzeitige MAO-Hemmer-Therapie: Oder innerhalb von 14 Tagen nach Absetzen
Besondere Vorsicht erforderlich bei
Risikogruppen und Vorsichtsmaßnahmen
Ältere Patienten (>65 Jahre)
Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Opioiden, verlangsamter Stoffwechsel. Start mit niedrigster Dosierung, engmaschige Überwachung erforderlich.
Leber- und Nierenerkrankungen
Verzögerte Ausscheidung führt zu erhöhten Wirkstoffspiegeln. Dosisreduktion notwendig, regelmäßige Kontrollen der Organfunktion.
Atemwegserkrankungen
COPD, Asthma, Schlafapnoe erhöhen das Risiko für Atemdepression. Nur unter strenger Überwachung anwenden.
Herzerkrankungen
Bradykardie (langsamer Herzschlag), niedriger Blutdruck können verstärkt werden. Regelmäßige Kreislaufkontrollen durchführen.
Hirndruckerhöhung
Schädel-Hirn-Trauma, Hirntumoren: Fentanyl kann Hirndruck weiter erhöhen. Alternative Schmerztherapie bevorzugen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Anwendung in der Schwangerschaft
Durogesic sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen die Risiken für das ungeborene Kind überwiegt. Fentanyl passiert die Plazentaschranke und kann folgende Auswirkungen haben:
- Erstes Trimester: Begrenzte Daten zu Fehlbildungsrisiken, Anwendung möglichst vermeiden
- Zweites/drittes Trimester: Mögliche Wachstumsverzögerungen beim Fetus
- Kurz vor der Geburt: Atemdepression beim Neugeborenen möglich
- Längerfristige Anwendung: Entzugssymptome beim Neugeborenen nach der Geburt
Anwendung in der Stillzeit
Fentanyl geht in die Muttermilch über. Bei therapeutischen Dosen ist die Konzentration in der Muttermilch gering, kann aber beim Säugling zu Sedierung und Atemdepression führen. Empfehlungen:
- Stillen während Durogesic-Therapie wird nicht empfohlen
- Nach Beendigung der Therapie mindestens 72 Stunden bis zum Stillen warten
- Bei unbedingt notwendiger Anwendung: Säugling auf Sedierung und Trinkschwäche überwachen
- Alternative Schmerztherapie bevorzugen
Abhängigkeitspotenzial und Missbrauch
Fentanyl besitzt als starkes Opioid ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung unter ärztlicher Kontrolle ist das Risiko jedoch beherrschbar.
Körperliche Abhängigkeit
Bei längerfristiger Anwendung (mehrere Wochen) entwickelt sich eine körperliche Abhängigkeit. Dies ist ein normaler physiologischer Prozess und bedeutet nicht automatisch Sucht oder Missbrauch. Symptome bei plötzlichem Absetzen:
- Unruhe, Angst, Reizbarkeit
- Schwitzen, Schüttelfrost
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Schlafstörungen
- Erhöhter Blutdruck und Herzfrequenz
Wichtig: Schrittweises Ausschleichen
Setzen Sie Durogesic niemals plötzlich ab! Die Dosierung muss unter ärztlicher Anleitung schrittweise reduziert werden, um Entzugssymptome zu vermeiden. Dies kann mehrere Wochen dauern.
Typisches Ausschleichschema: Reduktion um 25-50% alle 3-7 Tage, abhängig von der Ausgangsdosis und der Dauer der Anwendung.
Psychische Abhängigkeit und Suchtrisiko
Das Risiko für eine psychische Abhängigkeit (Sucht) ist erhöht bei:
- Vorgeschichte von Substanzmissbrauch (Alkohol, Drogen)
- Psychiatrischen Erkrankungen (Depression, Angststörungen)
- Jüngeren Patienten
- Fehlender sozialer Unterstützung
- Verwendung für nicht-medizinische Zwecke
Überdosierung und Notfallmaßnahmen
Symptome einer Überdosierung
🚨 Notfall-Symptome
Lebensgefahr bei folgenden Anzeichen – sofort 112 anrufen!
Hauptsymptome:
- Atemdepression: Sehr langsame, flache oder aussetzende Atmung (weniger als 8 Atemzüge/Minute)
- Bewusstseinsstörungen: Extreme Schläfrigkeit, Stupor, Bewusstlosigkeit
- Pupillenverengung: Stecknadelkopfgroße Pupillen (Miosis)
Weitere Symptome:
- Bläuliche Verfärbung von Lippen und Fingernägeln (Zyanose)
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
- Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)
- Muskelschwäche, schlaffe Muskulatur
- Kalte, klamme Haut
Erste Hilfe bei Überdosierung
Medizinische Behandlung
Die professionelle Behandlung einer Fentanyl-Überdosierung umfasst:
- Naloxon (Antidot): Opioid-Antagonist, der die Wirkung von Fentanyl aufhebt. Wird intravenös, intramuskulär oder nasal verabreicht
- Wiederholte Gaben: Da Fentanyl länger wirkt als Naloxon, sind oft mehrere Dosen über 24-72 Stunden erforderlich
- Beatmung: Unterstützung oder Übernahme der Atmung bis zur Stabilisierung
- Intensivüberwachung: Mindestens 24 Stunden, bei hohen Dosen länger
- Kreislaufunterstützung: Bei niedrigem Blutdruck Flüssigkeitsgabe, ggf. Medikamente
Aufbewahrung und Entsorgung
Sichere Aufbewahrung
Besondere Sorgfaltspflicht
Durogesic ist ein Betäubungsmittel und unterliegt besonderen Sicherheitsvorschriften:
- Unter Verschluss: Abschließbarer Schrank, für Kinder und Jugendliche unzugänglich
- Temperatur: Nicht über 25°C lagern, vor Hitze schützen
- Original-Verpackung: In der versiegelten Verpackung bis zur Anwendung aufbewahren
- Vor Licht schützen: Nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen
- Trocken lagern: Nicht im Badezimmer aufbewahren
- Bestandskontrolle: Regelmäßig Anzahl der Pflaster überprüfen
Ordnungsgemäße Entsorgung
Die sichere Entsorgung ist entscheidend, um Missbrauch und Umweltbelastung zu vermeiden:
Gebrauchte Pflaster
- Pflaster nach Entfernung zusammenfalten (Klebeseiten aufeinander)
- In der Original-Schutzfolie einwickeln (falls aufbewahrt)
- In einem undurchsichtigen, verschließbaren Behälter sammeln
- Zur Apotheke zurückbringen oder in einer Schadstoffsammelstelle entsorgen
- Niemals: Im Hausmüll, Toilette oder Waschbecken entsorgen
Unbenutzte oder abgelaufene Pflaster
- Zurück zur Apotheke bringen
- Dokumentation der Entsorgung für Betäubungsmittelnachweis
- Bei größeren Mengen: Rücksprache mit Arzt oder Apotheker
Verkehrstüchtigkeit und Bedienung von Maschinen
Durogesic beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen erheblich. Die Beeinträchtigungen sind besonders ausgeprägt:
- Zu Therapiebeginn: Erste 1-2 Wochen, bis sich stabile Wirkspiegel eingestellt haben
- Nach Dosissteigerungen: Mindestens 3-6 Tage Wartezeit
- Bei Kombination mit anderen Medikamenten: Besonders Schlaf- und Beruhigungsmittel
- Bei Nebenwirkungen: Schwindel, Müdigkeit, Sehstörungen
Rechtliche Aspekte
Führerschein: Bei regelmäßiger Einnahme von Durogesic kann die Fahrerlaubnis erlöschen. Eine Wiedererteilung ist nur nach verkehrsmedizinischer Begutachtung möglich.
Berufliche Tätigkeit: Tätigkeiten mit Absturzgefahr, an Maschinen oder im Straßenverkehr sind unter Durogesic-Therapie in der Regel nicht möglich.
Versicherungsschutz: Bei Unfällen unter Opioid-Einfluss kann der Versicherungsschutz gefährdet sein.
Kosten und Erstattung
Durogesic ist ein verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel und wird bei medizinischer Notwendigkeit von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
Preise (Stand 2024)
- Durogesic 12 µg/h (5 Pflaster): ca. 45-55 Euro
- Durogesic 25 µg/h (5 Pflaster): ca. 55-65 Euro
- Durogesic 50 µg/h (5 Pflaster): ca. 75-90 Euro
- Durogesic 75 µg/h (5 Pflaster): ca. 95-115 Euro
- Durogesic 100 µg/h (5 Pflaster): ca. 115-135 Euro
Zuzahlung: Gesetzlich Versicherte zahlen 10% des Preises, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro pro Packung.
Generika und Alternativen
Es sind verschiedene Fentanyl-Generika verfügbar, die deutlich günstiger sein können:
- Fentanyl-ratiopharm
- Fentanyl Hexal
- Fentanyl STADA
- Matrifen (Matrix-Pflaster)
Die Wirksamkeit ist vergleichbar, jedoch können sich Pflastergröße, Klebekraft und Hautverträglichkeit unterscheiden.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich mit Durogesic duschen oder baden?
Ja, kurzes Duschen und Baden ist möglich. Das Pflaster ist wasserfest und hält normalerweise beim Kontakt mit Wasser. Beachten Sie jedoch:
- Wassertemperatur nicht über 40°C (erhöht Wirkstofffreisetzung)
- Nicht zu lange baden (maximal 15-20 Minuten)
- Pflaster nicht rubbeln oder mit Seife behandeln
- Nach dem Baden vorsichtig abtupfen, nicht reiben
- Pflaster auf festen Sitz kontrollieren
- Schwimmbäder und Whirlpools meiden (Chlor, hohe Temperaturen)
Was tun, wenn das Pflaster sich löst?
Wenn sich das Pflaster teilweise löst, können Sie versuchen, es mit medizinischem Klebeband (z.B. Fixomull) zu fixieren. Löst es sich vollständig oder klebt nicht mehr richtig:
- Altes Pflaster entfernen und entsorgen
- Neues Pflaster an anderer Stelle aufkleben
- Zeitpunkt notieren – nächster Wechsel nach 72 Stunden ab diesem Zeitpunkt
- Arzt über häufiges Ablösen informieren (evtl. Wechsel zu anderem Produkt)
Wie schnell wirkt Durogesic?
Anders als bei Tabletten setzt die Wirkung verzögert ein:
- Erstes Pflaster: Wirkung nach 12-24 Stunden, volle Wirkung nach 24-48 Stunden
- Folgende Pflaster: Gleichmäßige Wirkung über 72 Stunden
- Nach Entfernung: Wirkung klingt langsam über 17-24 Stunden ab
Für die Anfangsphase wird daher oft ein zusätzliches kurzwirksames Schmerzmittel verschrieben.
Kann Durogesic abhängig machen?
Ja, wie alle Opioide hat Fentanyl ein Abhängigkeitspotenzial. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung unter ärztlicher Kontrolle ist das Risiko jedoch gering. Wichtig ist:
- Dosierung nicht eigenmächtig erhöhen
- Anwendung strikt nach ärztlicher Verordnung
- Regelmäßige ärztliche Kontrollen wahrnehmen
- Therapieziel regelmäßig überprüfen
- Bei Beendigung schrittweises Ausschleichen
Fazit und Zusammenfassung
Durogesic ist ein hochwirksames Schmerzmittel zur Behandlung starker chronischer Schmerzen, das bei richtiger Anwendung eine gleichmäßige Schmerzlinderung über 72 Stunden bietet. Die transdermale Applikation vermeidet Probleme mit oraler Medikamenteneinnahme und sorgt für stabile Wirkspiegel ohne Konzentrationsspitzen.
Die wichtigsten Punkte im Überblick
✓ Vorteile von Durogesic
- Gleichmäßige Schmerzlinderung über 3 Tage
- Nur zweimal wöchentlich Pflasterwechsel nötig
- Keine orale Einnahme erforderlich
- Geringere Belastung des Magen-Darm-Trakts
- Verschiedene Wirkstärken für individuelle Dosierung
⚠ Wichtige Sicherheitshinweise
- Nur für opioid-gewöhnte Patienten geeignet
- Risiko lebensbedrohlicher Atemdepression
- Wärmequellen strikt meiden
- Abhängigkeitspotenzial bei Langzeitanwendung
- Zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
- Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit
📋 Anwendungsregeln
- Pflaster auf unbehaarte, intakte Haut kleben
- Anwendungsstelle regelmäßig wechseln
- Nach 72 Stunden erneuern
- Niemals zerschneiden oder beschädigen
- Sicher aufbewahren und entsorgen
Die Therapie mit Durogesic erfordert eine engmaschige ärztliche Betreuung und die aktive Mitarbeit des Patienten. Bei korrekter Anwendung und regelmäßigen Kontrollen kann das Medikament jedoch eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bei schweren chronischen Schmerzen bewirken. Wenden Sie sich bei Fragen oder Problemen immer vertrauensvoll an Ihren behandelnden Arzt oder Apotheker.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Anwendung von Durogesic konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Die Informationen basieren auf dem aktuellen Stand der Fachinformation und medizinischen Leitlinien (Stand 2024).
Für welche Schmerzen ist Durogesic geeignet?
Durogesic ist ausschließlich für starke chronische Schmerzen vorgesehen, die eine dauerhafte Opioid-Behandlung erfordern. Typische Anwendungsgebiete sind Tumorschmerzen bei Krebserkrankungen und schwere chronische Schmerzen, die auf andere Schmerzmittel nicht ausreichend ansprechen. Für akute Schmerzen, postoperative Schmerzen oder gelegentliche Schmerzen ist Durogesic nicht geeignet.
Wie lange dauert es, bis Durogesic wirkt?
Nach dem Aufkleben des ersten Pflasters beginnt die Wirkung nach etwa 12 bis 24 Stunden, da der Wirkstoff erst die Hautschichten durchdringen und einen ausreichenden Blutspiegel aufbauen muss. Die volle schmerzlindernde Wirkung wird nach 24 bis 48 Stunden erreicht. Für die Übergangszeit verschreibt der Arzt daher meist ein zusätzliches kurzwirksames Schmerzmittel.
Kann ich mit Durogesic Auto fahren?
Nein, Durogesic beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit erheblich und kann zu Schwindel, Müdigkeit, verlangsamten Reaktionen und Sehstörungen führen. Besonders in den ersten Wochen der Behandlung und nach Dosisänderungen sollten Sie kein Fahrzeug führen. Auch bei stabiler Einstellung ist das Autofahren unter Durogesic rechtlich problematisch und kann zum Verlust der Fahrerlaubnis führen.
Was mache ich, wenn sich das Pflaster ablöst?
Wenn sich das Pflaster teilweise löst, können Sie es mit medizinischem Klebeband fixieren. Bei vollständiger Ablösung entfernen Sie das alte Pflaster, kleben ein neues an einer anderen Stelle auf und notieren den Zeitpunkt. Der nächste Pflasterwechsel erfolgt dann 72 Stunden nach diesem neuen Zeitpunkt. Bei häufigem Ablösen sollten Sie mit Ihrem Arzt über alternative Produkte sprechen.
Wie entsorge ich gebrauchte Durogesic-Pflaster richtig?
Gebrauchte Pflaster enthalten noch erhebliche Wirkstoffmengen und müssen sicher entsorgt werden. Falten Sie das Pflaster nach Entfernung zusammen (Klebeseiten aufeinander), wickeln Sie es in die Schutzfolie und bewahren Sie es in einem verschlossenen Behälter auf. Bringen Sie gebrauchte Pflaster zur Apotheke oder einer Schadstoffsammelstelle. Niemals im Hausmüll, in der Toilette oder im Waschbecken entsorgen.
Letzte Bearbeitung am Montag, 1. Dezember 2025 – 15:18 Uhr von Alex, Webmaster von med-nebenwirkungen.de.