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Blasenentzündung

Übersicht

Bei einer Blasenentzündung oder "Zystitis", entzündet sich entweder die Schleimhaut oder die gesamte Wand der Harnblase, was meist sehr schmerzhaft ist. Jede zweite Frau in Deutschland hat im Laufe ihres Lebens einmal mit einer Blasenentzündung zu tun – sie gehört hierzulande zu den häufigsten Krankheiten.
Frauen sind bei weitem häufiger betroffen als Männer. Das hat zum einen damit zu tun, dass die Öffnung der Harnröhre bei der Frau näher am After liegt, als beim Mann, zum anderen die Harnröhre auch kürzer ist: denn bei einer Blasenentzündung gelangen meist Bakterien aus dem Darm in die Harnröhre und von dort aus in die Blase.
Eine Blasenentzündung kann recht schnell von selbst wieder abklingen, oft ist jedoch der (zusätzliche) Einsatz eines Antibiotikums notwendig, um die Entzündung vollständig zu heilen. Die vollständige Ausheilung der Blasenentzündung ist unbedingt notwendig, da es sonst u.U. zu Komplikationen kommen kann oder zu einer chronischen Blasenentzündung.
Es wird daher empfohlen, im Verdacht auf eine Blasenentzündung jedem Fall einen Arzt aufzusuchen.

Bild: By Uwe Gille (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC-BY-SA-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen für eine Blasenentzündung können vielfältig sein. In den meisten Fällen – genauer in 80% der Fälle - gelangen Bakterien, die aus der Darmflora stammen, sogenannte Coli-Bakterien, in die Harnröhre und von dort weiter in die Blase. Dort lösen sie eine Entzündung aus. Dies kann während des Toilettenganges passieren und insbesondere auch während des Geschlechtsverkehrs. In 20% der Fälle sind andere Bakterien die Ursache für die Entzündung bzw. Blasensteine, eine Prostatavergrößerung oder ein gestöreter Harnabfluss. Wie eingangs schon erwähnt, sind Frauen anfälliger für Blasenentzündungen. Das Risiko bei Männern steigt mit dem Alter an, da sich dann durch Prostatavergrößerungen der Abstand zwischen After und Harnröhrenöffnung ebenfalls verringert. Sexuell sehr aktive Frauen haben laut Statistik daher am häufigsten mit Blasenentzündungen zu tun.
Die genaue Ursache für die Entzündung sollte also in jedem Fall durch einen Arzt abgeklärt werden.

Symptome

Die Symptome für eine Blasenentzündung sind meist recht eindeutig:

  • Ständiger Harndrang bei gleichzeitig kleinen Mengen an Ausscheidungen
  • Schmerzen beim Wasserlassen im Unterbauch, da sich die Harnblase krampfartig zusammen zieht
  • Brennen beim Wasser lassen
  • Selten: Blut im Urin

Greift die Entzündung von der Blase auf die Nieren oder die Prostata über können Fieber und Rückenschmerzen zu den Symptomen hinzu kommen.

Behandlung

Um eine Blasenentzündung richtig zu behandeln sollte die genaue Ursache abgeklärt werden. In vielen Fällen helfen Hausmittel wie Ruhe, warme Sitzbäder und eine Wärmflasche und viel Trinken, um die Symptome zu lindern und in 25 bis 42% der Fälle klingt die Blasenentzündung von selbst wieder ab. Die zusätzliche Einnahme eines Antibiotikums ist jedoch in jedem Fall sinnvoll, um einen chronischen Verlauf oder Komplikationen zu verhindern, häufig sind Antibiotika aber auch notwendig. Die Behandlungsdauer mit Antibiotika beträgt in der Regel etwa 3-10 Tage.
Welches Medikament eingenommen wird, muss mit dem Arzt abgeklärt werden – viele Erreger sind inzwischen resistent sind gegen bestimmte Antibiotika und die Verträglichkeit ist auch bei jedem unterschiedlich. Gegen Schmerzen wird zusätzlich oft ein Schmerzmittel verordnet.

Vorbeugen

Einer Blasenentzündung kann man gut vorbeugen, indem man

  • sich gerade während der kalten Jahreszeit warm genug anzieht und den Bauch immer warm hält.
  • täglich etwa mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser trinkt und somit hilft, die Blase „durchzuspülen“. Damit werden Bakterien ausgeschieden
  • Bei Harndrang bald zur Toilette geht
  • die Blase vor Krankheitserregern schützt, indem man bestimmte Hygieneregeln beachtet:
    a) beim Toilettengang immer den After von der Scheide weg säubern und nicht umgekehrt. Das verhindert, dass Keime in die Harnröhre gelangen.
    b) Keine parfümierten oder desinfizierenden Hygieneprodukte zur Intimpflege benutzt

Spezielle Vorbeugungsmaßnahmen für Frauen:

  • Nach dem Geschlechtsverkehr möglichst bald zur Toilette gehen. Dies spült mögliche Keime aus der Harnröhre
  • Nach dem Anal – oder dem Oralverkehr möglichst Kondome benutzen, wenn zum vaginalen Geschlechtsverkehr gewechselt wird
  • Bei einer empfindlichen Blase Diagphragmen oder Vaginalzäpfchen als Verhütungsmittel vermeiden und auf andere Mittel zurück greifen, z.B. Kondome