Scharlach

Übersicht

Scharlach ist eine Infektion des Rachenraumes, die durch hoch ansteckende Bakterien, sogenannte „Streptokokken“ des Typs A übertragen wird. Die Krankheit ist nicht ungefährlich und war früher oft mit Spätfolgen verbunden, die bis zum Tod führen konnten. Eine sofortige Behandlung ist daher sehr wichtig.
Scharlach wird oft zu den Kinderkrankheiten gezählt, obwohl die Kriterien für eine Kinderkrankheit bei Scharlach nicht ganz zutreffen.
Zwar tritt Scharlach wie z.B. Mumps und Masern auch sehr oft im Kindesalter auf, die Kinder entwickeln jedoch gegen diese Krankheit keine Immunität und eine Impfung gibt es auch nicht. Das führt dazu, dass Scharlach immer wieder auftreten und auch für Erwachsene ansteckend sein kann. Dank einer Meldepflicht und bestimmter Hygienemaßnahmen tritt Scharlach im europäischen Raum viel weniger häufig auf als früher.
Scharlach wird in der Regel heute mit Antibiotika behandelt und kann so gut auskuriert werden. Die Krankheit tritt oft epidemieartig gerade in Kindergärten und Schulen auf. Typisches Symptom für Scharlach ist die „Erdbeer – oder Himbeerzunge“, bei der die Geschmacksknospen der geröteten Zunge sichtbar hervor treten.

Bild: „Scharlach“. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons.

Ursachen und Risikofaktoren

Scharlach wird durch hoch ansteckende Bakterien, den sog. A-Streptokokken übertragen. Es gibt mehrere Untergruppen dieser Bakterienart, sodass eine mehrfache Ansteckung möglich ist.
Der Haupt-Risikofaktor ist, dass etwa 20% der gesunden Menschen den Keim in sich tragen, ohne dass sie Symptome zeigen oder krank werden. Dennoch sind sie eine erste Infektionsquelle. Die Erreger werden über eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen, d.h., über Lachen, Niesen, Husten, Schnupfen etc., aber auch über Spielzeuge, verunreinigte Lebensmittel, Wassser, Besteck oder Geschirr. Zwischen einer Infektion und dem Auftreten von Symptomen kann die Person schon ansteckend für andere sein. Diese sogenannte „Inkubationszeit“ beträgt bei Scharlach ein bis drei Tage.

Symptome

Folgende Symptome treten bei einer Scharlach-Erkrankung auf:

  • ein hoch entzündeter Rachenraum
  • Halsschmerzen, insbesondere beim Schlucken
  • Fieber
  • Mundgeruch
  • rote und geschwollene Mandeln, im Verlauf auch mit gelblichen Belägen
  • ein blasses Gesicht, insbesondere um den Mund herum und schärfer gezeichnete Gesichtskonturen
  • die Lymphknoten unter dem Kieferwinkel seitlich am Hals sind weich und geschwollen und schmerzen bei Berührung
  • ein samtartiger, feinfleckiger und rötlicher Hautausschlag, beginnend in der Leisten- und Achselregion, außer in der Mundpartie
  • eine zunächst weiß belegte Zunge, die im Verlauf himbeerrot wird
  • Schuppung der Haut, insbesondere an Finger und Zehen in der Heilungsphase

Erkrankungsdauer sind etwa 2 Wochen.

Behandlung

In der Regel wird Scharlach heute etwa sieben bis zehn Tage lang im Krankenhaus behandelt. Der Patient wird dort isoliert, damit eine Ansteckungsgefahr für andere ausgeschlossen werden kann und hält Bettruhe. Anschließend bleibt er noch 14-21 Tage lang zur Isolation zu Hause.
Die Einnahme eines Antibiotikums erfolgt während der ersten 10 Tage bzw. bis zum Abklingen der Entzündung.
Während der ersten vier Wochen überwacht der Hausarzt den Verlauf – daraufhin wird eine Urinanalyse durchgeführt und es erfolgt ein Rachenabstrich. Wenn diese unauffällig sind, ist die Behandlung abgeschlossen und der Patient gilt als geheilt.

Vorbeugen

Im ersten halben Lebensjahr hat das Kind einen natürlichen Schutz gegen Scharlach-Erreger.
Da man gegen Scharlach nicht immun werden kann und auch eine Impfung nicht möglich ist, sind Vorbeugungsmaßnahmen nicht wirklich möglich.
Durch die Einhaltung bestimmter Hygienemaßnahmen in Einrichtungen, durch eine bessere Ernährung, eine Meldepflicht und eine konsequente Behandlung mit Antibiotika, tritt Scharlach heute dennoch deutlich seltener auf als früher.
Wenn Ihr Kind an Scharlach erkrankt ist, können Sie mithelfen zu verhindern, dass andere Kinder sich anstecken, indem Sie Ihr Kind im Krankenhaus behandeln lassen und im weiteren Verlauf noch 2-3 Wochen zu Hause lassen.

Die Möglichkeit, sich mit Scharlach bei einem anderen Menschen anzustecken besteht vom Beginn der Ansteckung an (also 2-4 Tage bevor sich erste Symptome zeigen).
Bei einer Behandlung mit Antibiotika kann man sich noch 24 Stunden nach Beginn der Einnahme anstecken, danach nicht mehr. Ohne Einnahme von Antibiotika ist der Patient bis zu 3 Wochen lang ansteckend.