Diabetes Mellitus (Diabetes, Zuckerkrankheit)

Überblick

Diabetes Mellitus ist eine in Deutschland sehr weit verbreitete Stoffwechselkrankheit, die durch die richtige Behandlung meist recht gut in den Griff zu bekommen ist. Wird Diabetes nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu schweren Folgeschäden kommen.
Die Bauchspeicheldrüse produziert normalerweise das Insulin – ein Hormon, das den Zucker aus der Nahrung in Blutzucker umwandelt. Bei Diabetes Mellitus produziert die Bauchspeicheldrüse entweder nicht genügend Insulin oder das Insulin kann vom Körper nicht richtig verwertet werden. Die Folge davon ist ein erhöhter Zuckerspiegel im Blut.
Beim Diabetes Typ I (etwa 5% der Erkrankungen) handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung und die betreffende Person muss das fehlende Insulin dem Körper zuführen, d.h., spritzen.
Beim Diabetes Typ II (etwa 95% aller Erkrankten) ist die Erkrankung auf Übergewicht, eine Fehlernährung oder mangelnde Bewegung zurück zu führen. Oft tritt Diabetes II auch im Alter auf. In diesem Fall kann eine Gewichtsreduktion, ausreichend Bewegung und eine Ernährungsumstellung helfen, um die Diabetes in den Griff zu bekommen.

Allgemein gilt: je früher eine Diabetes Mellitus erkannt wird, desto besser kann behandelt werden. Bei ersten Anzeichen einer Diabetes daher einen Arzt aufsuchen!

Bild: „Diabetisches Fußsyndrom“ von Papa1234 - Eigenes Werk. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Ursache

Insulin ist das Hormon, das den Zucker aus der Nahrung in körpereigene Stoffe umwandelt und den Zellen zuführt. Kann das Insulin vom Körper nicht mehr selbst produziert werden oder wird es unzureichend von den Zellen aufgenommen, liegt eine Diabetes vor: der Blutzuckerspiegel erhöht sich und das kann schließlich zu Organschäden bis hin zum Koma führen. Symptome treten auf, wenn 80% der insulinbildenden Zellen geschädigt sind, denn dann kann der Körper den Mangel nicht mehr ausgleichen.
Es gibt mehrere Formen der Diabetes. Neben den beiden Haupttypen, Typ I und Typ II tritt vereinzelt auch eine Schwangerschaftsdiabetes oder weitere seltenere Formen der Diabetes Mellitus auf. In 95% der Fälle liegt eine Diabetes-Erkrankung vom Typ II vor. Im Gegensatz zu früher sind heute auch immer mehr jüngere Menschen davon betroffen. Am einfachsten ist eine Diabetes-Erkrankung durch Zucker im Urin nachzuweisen.

Symptome

Zu Beginn der Krankheit treten oft gar keine oder wenig Symptome auf. So besteht die Gefahr, dass eine Diabetes Mellitus zu spät erkannt wird. Es ist daher umso wichtiger, folgende Symptome zu kennen und bei ersten Anzeichen zum Arzt zu gehen.

Symptome bei allen Diabetes-Typen:

  • Ungewöhnlich starker Durst
  • Vermehrtes Wasser lassen
  • Heißhunger
  • Juckreiz
  • Abgeschlagenheit
  • Höhere Anfälligkeit für Infekte
  • Sehstörungen

Symptome bei möglichen Folgeschäden

Wurde eine Diabetes nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, können Folgeschäden auftreten wie

  • Menstruationsstörungen
  • Erektionsstörungen
  • Erkrankungen der Netzhaut
  • Erkankungen der Nieren
  • Erkrankungen der Nerven
  • Diabetisches Fußsyndrom

In seltenen Fällen kann eine nicht behandelte Diabetes zu einem diabetischen Koma führen.

Behandlung

Behandlung einer Diabetes Mellitus vom Typ I
Diabetiker vom Typ I müssen dem Körper regelmäßig Insulin von Außen zuführen, d.h., spritzen. Eventuelle Folgeschäden, die entstanden sind, werden ärztlich behandelt.

Behandlung einer Diabetes Mellitus vom Typ II
Liegt eine Diabetes Mellitus-Erkrankung vom Typ I vor, geht es in den meisten Fällen darum, die Ernährung umzustellen, für ausreichend Bewegung zu sorgen und den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Bei Übergewicht muss langfristig das Gewicht reduziert werden. Wer unter ärztlicher Aufsicht seinen Lebensstil entsprechend anpasst, kann weiter sehr gut und beschwerdefrei leben. Folgeschäden lassen sich so vermeiden bzw. hinauszögern.
Im fortgeschrittenen Stadium müssen möglicherweise zusätzlich Medikamente eingenommen oder ebenfalls Insulin gespritzt werden.
Eventuelle Folgeschäden, die entstanden sind, müssen ggf. ärztlich behandelt werden.

Vorbeugen

Einer Diabetes Mellitus vom Typ I lässt sich nicht vorbeugen, da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Um als Typ I einer zusätzlichen Erkrankung vom Typ II vorzubeugen helfen eine Gewichtsreduktion, eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung.

Einer Diabetes Mellitus vom Typ II kann durch eine ausgewogene Ernährung, ein normales Körpergewicht, sowie regelmäßige Bewegung gut vorgebeugt werden. Insbesondere dann, wenn in der Familie schon Diabetes aufgetreten ist und so die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung größer ist. Beim Abnehmen keine „Hau-Ruck“-Diäten durchführen, sondern langsam und stetig unter ärztlicher Kontrolle abnehmen.