Thrombose

Übersicht

Etwa einer von 1000 Menschen erleidet in Deutschland im Laufe seines Lebens an einer Thrombose, dabei sind Frauen etwas häufiger betroffen, als Männer. Bei einer Thrombose kommt es im Körper zum Verschluss eines Blutgefäßes. Dabei gerinnt an dieser Stelle das Blut – was eigentlich nur außerhalb des Körpers zum Verschluss einer Wunde passieren dürfte und das Blut kann nicht mehr weiter fließen.
Die Folge des Gerinnsels sind zunächst Schwellungen und Schmerzen an der betroffenen Stelle. Meist tritt eine Thrombose an den tiefen Bein- und Beckenvenen auf, aber auch häufiger an den Armen. Eine Thrombose sollte möglichst schnell behandelt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass es zu Komplikationen kommt wie z.B. einer Lungenembolie. Bei einer Embolie gelangt ein Teil des Gerinnsels über das Blut in die Lunge und verschließt dort ein Gefäß. Um eine Thrombose zu beseitigen kommen meist blutverdünnende Medikamente zum Einsatz, in einigen Fällen kommt auch eine Operation in Frage. Die Ursache für eine Thrombose ist meist das Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Eine Veranlagung mischt sich mit bestimmten Risikofaktoren wie z.B. der Einnahme der Antibabypille oder eine Bettlägrigkeit.

Bild: „Venenmenschkein Rahmen“ von Heike Brand-Grantham (Active Elements) Copyright-Inhaber ist die Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. - Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Ursachen

Folgende gelten als die Hauptursachen für eine Thrombose sowohl der Venen, als auch der Arterien

  • Schädigung der Gefäßwand
  • Verlangsamter Blutfluss
  • Veränderte Blutzusammensetzung und damit erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes

In den meisten Fällen sind Venen von einer Thrombose betroffen, dann sind ein verlangsamter Blutfluss oder eine veränderte Zusammensetzung des Blutes die Ursache für das Gerinnsel. Seltener ist eine Arterie betroffen, in diesem Fall beruht die Thrombose auf der Schädigung einer Gefäßwand. 

Folgende zusätzliche Risikofaktoren können die Entstehung eines Blutgerinnsels begünstigen:

  • Vorausgehende Thrombosen oder eine Lungenembolie
  • Langes Sitzen
  • Bettlägrigkeit
  • Krampfadern
  • Erhöhte Neigung zur Blutgerinnung, z.B. nach einer Entbindung oder einer Operation
  • Schwere Infektionskrankheiten
  • Vererbte Blutgerinnungsneigung
  • Verletzungen
  • Lebensalter über 40 bei Frauen und über 50 bei Männern
  • Flüssigkeitsmangel
  • Herzschwäche
  • Kreislaufschock
  • Gefäßentzündungen
  • Schwangerschaft
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Ausgeprägtes Krampfaderleiden

Symptome

Nicht immer wird man sich einer Thrombose gleich gewahr. Am Arm erkennt man sie in der Regel leichter, da sich die Symptome viel schneller und eindeutiger zeigen:

Thrombose am Arm
Die Venen zeichnen sich verstärkt ab und der Arm schwillt an.

Thrombose in den Beinvenen

  • spontane Schmerzen, die sich bessern, wenn die Beine hoch gelagert werden
  • Spannungsgefühl bei Tieflagerung des Beines
  • Druckschmerz an der Innenseite der Fußsohle
  • Wadenschmerz auf Druck
  • Wadenschmerz bei Beugung des Fußes
  • Beinumfang nimmt zu bei zunehmender Schwellung
  • Das Bein ist überwärmt
  • Oberflächliche Venen zeichnen sich stärker ab

Die Hinweise auf eine Thrombose im Bein oder in der Hüfte sind oft nur schwach bis mäßig zu spüren.

Behandlung

Um Komplikationen zu vermeiden, muss eine Thrombose so schnell wie möglich behandelt werden.
Wie sie behandelt wird, hängt im Wesentlichen davon ab, wie lange das Gerinnsel bei der Diagnose schon besteht.

Behandlung bei einer kurzzeitig bestehenden Thrombose
Erste Maßnahmen sind in der Regel das Hochlagern der Beine und das Anlegen eines Kompressionsverbandes (straffer Verband, der den gesamten Arm bzw. das gesamte Bein umfasst). Hinzu kommt eine sogenannte „Thrombolyse“, d.h., die Gabe von blutverdünnenden Medikamenten. Diese Behandlung wird noch mindestens 3 Monate fortgeführt, um die Entstehung weiterer Gerinnsel auszuschließen. Eine Thrombolyse ist nur eine begrenzte Zeit lang möglich.

Behandlung bei einer länger bestehenden Thrombose
Besteht die Thrombose schon länger, muss das Blutgerinnsel operativ entfernt werden. Es gibt Kliniken, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben.

Vorbeugen

Die Einhaltung folgender Maßnahmen kann der Bildung einer Thrombose generell wirksam vorbeugen

  • Viel Bewegung (Ausdauersport – Schwimmen, radfahren, lange Spaziergänge
  • Kalt-warme Wechselduschen halten die Venen fit
  • Spezielle Venengymnastik
  • Viel trinken
  • Nicht zu lange am Stück sitzen oder stehen
  • Nicht rauchen
  • Übergewicht
  • Östrogenfreie Verhütungsmittel

Bei Personen, die bereits einmal eine Thrombose gehabt haben, besteht ein höheres Risiko einer erneuten Thrombose – sie bedürfen einer besonderen „Thromboseprophylaxe“, die in Begleitung des behandelnden Arztes bestimmt wird. Unter anderem wird durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen, viel Flüssigkeitszufuhr und das Hochlagern der Beine vorgebeugt.