Metohexal ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzerkrankungen, das den Wirkstoff Metoprolol enthält. Als Betablocker wirkt es gezielt auf das Herz-Kreislauf-System und hilft, Blutdruck und Herzfrequenz zu regulieren. Dieser umfassende Beipackzettel informiert Sie über die richtige Anwendung, Dosierung, mögliche Nebenwirkungen und wichtige Hinweise zur sicheren Einnahme von Metohexal.
⚕️ Medizinischer Hinweis zu Metohexal Beipackzettel – Dosierung | Nebenwirkungen
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Was ist Metohexal?
Metohexal ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der selektiven Beta-1-Rezeptorenblocker. Der enthaltene Wirkstoff Metoprolol gehört zu den am häufigsten verordneten Betablockern in Deutschland und wird seit Jahrzehnten erfolgreich in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Das Medikament wird von der Hexal AG hergestellt und ist in verschiedenen Darreichungsformen und Dosierungen erhältlich.
Wichtige Basisinformationen
Wirkstoff: Metoprolol (als Metoprololsuccinat oder Metoprololtartrat)
Wirkstoffklasse: Selektiver Beta-1-Rezeptorenblocker
Hersteller: Hexal AG
Verschreibungsstatus: Verschreibungspflichtig
Verfügbare Formen: Tabletten, Retardtabletten, Injektionslösung
Wirkungsweise von Metoprolol
Metoprolol blockiert selektiv die Beta-1-Adrenozeptoren, die hauptsächlich im Herzen vorkommen. Durch diese Blockade wird die Wirkung von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin am Herzen vermindert. Dies führt zu einer Verlangsamung der Herzfrequenz, einer Verringerung der Kontraktionskraft des Herzens und einer Senkung des Blutdrucks. Der Sauerstoffbedarf des Herzens wird reduziert, was besonders bei koronarer Herzkrankheit von Vorteil ist.
Anwendungsgebiete und Indikationen
Metohexal wird zur Behandlung verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Die Anwendungsgebiete sind wissenschaftlich gut dokumentiert und durch zahlreiche klinische Studien belegt.
Bluthochdruck (Hypertonie)
Senkung erhöhter Blutdruckwerte zur Verringerung des Risikos für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenerkrankungen. Metoprolol wird häufig als Erstlinientherapie oder in Kombination mit anderen Antihypertensiva eingesetzt.
Koronare Herzkrankheit
Behandlung der stabilen Angina pectoris (Brustenge) zur Verringerung der Anfallshäufigkeit und Verbesserung der Belastbarkeit. Reduziert den Sauerstoffbedarf des Herzens.
Herzrhythmusstörungen
Behandlung von tachykarden Herzrhythmusstörungen, insbesondere supraventrikuläre Tachykardien, Vorhofflimmern und ventrikuläre Extrasystolen.
Herzinsuffizienz
Therapie der chronischen stabilen Herzinsuffizienz (NYHA II-IV) in Kombination mit anderen Herzinsuffizienzmedikamenten zur Verbesserung der Prognose.
Nach Herzinfarkt
Sekundärprävention nach akutem Myokardinfarkt zur Verringerung der Sterblichkeit und des Risikos eines erneuten Herzinfarkts.
Migräneprophylaxe
Vorbeugung von Migräneanfällen bei Patienten mit häufigen Attacken, wenn andere Therapieoptionen nicht ausreichend wirksam sind.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Metohexal muss individuell angepasst werden und richtet sich nach der zu behandelnden Erkrankung, dem Schweregrad und dem individuellen Ansprechen des Patienten. Eine schrittweise Dosissteigerung (Titration) ist in vielen Fällen erforderlich.
Standarddosierungen nach Indikation
| Indikation | Anfangsdosis | Erhaltungsdosis | Maximaldosis |
|---|---|---|---|
| Bluthochdruck | 47,5-95 mg/Tag | 95-190 mg/Tag | 190 mg/Tag |
| Angina pectoris | 95 mg/Tag | 95-190 mg/Tag | 200 mg/Tag |
| Herzrhythmusstörungen | 95 mg/Tag | 95-190 mg/Tag | 200 mg/Tag |
| Herzinsuffizienz | 11,875-23,75 mg/Tag | 190 mg/Tag | 190 mg/Tag |
| Nach Herzinfarkt | 50 mg 2x täglich | 200 mg/Tag | 200 mg/Tag |
| Migräneprophylaxe | 95 mg/Tag | 95-190 mg/Tag | 200 mg/Tag |
Einnahmehinweise
Richtige Einnahme – So machen Sie es richtig
- Nehmen Sie Metohexal möglichst immer zur gleichen Tageszeit ein
- Die Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden
- Schlucken Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit
- Retardtabletten dürfen nicht geteilt, zerkaut oder zerstoßen werden
- Bei vergessener Einnahme: Nicht die doppelte Dosis einnehmen
- Setzen Sie das Medikament niemals eigenmächtig ab
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten über 65 Jahren ist keine generelle Dosisanpassung erforderlich. Allerdings sollte die Therapie mit niedrigeren Dosen begonnen und besonders sorgfältig überwacht werden, da die Nierenfunktion häufig eingeschränkt ist und die Empfindlichkeit gegenüber Betablockern erhöht sein kann.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Bei leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung notwendig. Bei schwerer Niereninsuffizienz sollte die Dosis reduziert und engmaschig kontrolliert werden.
Eingeschränkte Leberfunktion
Bei Patienten mit Lebererkrankungen kann die Verstoffwechselung von Metoprolol verlangsamt sein. Eine niedrigere Anfangsdosis und vorsichtige Dosissteigerung sind empfehlenswert.
Nebenwirkungen von Metohexal
Wie alle Arzneimittel kann Metohexal Nebenwirkungen haben, die jedoch nicht bei jedem auftreten müssen. Die meisten Nebenwirkungen sind dosisabhängig und bilden sich bei Dosisreduktion oder nach Absetzen des Medikaments zurück.
Häufige Nebenwirkungen (bei 1-10 von 100 Behandelten)
Müdigkeit und Erschöpfung
Besonders zu Beginn der Behandlung kann ausgeprägte Müdigkeit auftreten. Diese bessert sich meist nach einigen Wochen.
HäufigSchwindel
Schwindelgefühle können durch die blutdrucksenkende Wirkung entstehen, vor allem beim schnellen Aufstehen.
HäufigKopfschmerzen
Kopfschmerzen treten besonders in der Anfangsphase der Behandlung auf und klingen meist von selbst ab.
HäufigVerlangsamter Herzschlag
Eine Bradykardie (Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute) ist eine erwartete pharmakologische Wirkung.
HäufigNiedriger Blutdruck
Blutdruckabfall kann zu Schwindel, Schwächegefühl oder Benommenheit führen.
HäufigKalte Hände und Füße
Durchblutungsstörungen in den Extremitäten durch Verengung der peripheren Blutgefäße.
HäufigGelegentliche Nebenwirkungen (bei 1-10 von 1.000 Behandelten)
Magen-Darm-Beschwerden
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Bauchschmerzen können auftreten.
GelegentlichSchlafstörungen
Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, lebhafte Träume oder Albträume sind möglich.
GelegentlichDepression
Verstimmungen, depressive Verstimmungen oder Antriebslosigkeit können in seltenen Fällen auftreten.
GelegentlichAtembeschwerden
Kurzatmigkeit oder Verschlechterung vorbestehender Atemwegserkrankungen, besonders bei Asthma.
GelegentlichSeltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen
Sofort zum Arzt bei folgenden Symptomen:
- Schwere Bradykardie: Herzfrequenz unter 50 Schlägen pro Minute mit Symptomen wie Schwindel oder Ohnmacht
- AV-Block: Herzrhythmusstörungen mit Bewusstseinsverlust
- Akute Herzinsuffizienz: Plötzliche Atemnot, Wassereinlagerungen, starke Erschöpfung
- Bronchospasmus: Schwere Atemnot, Giemen, Engegefühl in der Brust
- Allergische Reaktionen: Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen, Atemnot
- Schwere Durchblutungsstörungen: Plötzliche Schmerzen, Blässe oder Kälte in Armen oder Beinen
Weitere mögliche Nebenwirkungen
Stoffwechsel: Erhöhung der Triglyceride, Verschleierung von Unterzuckerungssymptomen bei Diabetikern, Gewichtszunahme
Nervensystem: Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Verwirrtheit (besonders bei älteren Patienten), Kribbeln in Händen und Füßen
Haut: Hautausschlag, Juckreiz, vermehrtes Schwitzen, Verschlechterung einer Psoriasis, Haarausfall
Sexualfunktion: Potenzstörungen, verminderte Libido
Augen: Trockene Augen, Sehstörungen, verminderter Tränenfluss
Gegenanzeigen und Warnhinweise
Metohexal darf in bestimmten Situationen nicht angewendet werden. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Ihre Erkrankungen, bevor Sie mit der Behandlung beginnen.
Absolute Gegenanzeigen – Metohexal darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Metoprolol oder andere Betablocker
- AV-Block II. oder III. Grades ohne Herzschrittmacher
- Dekompensierter Herzinsuffizienz (akute Phase)
- Kardiogenem Schock
- Sick-Sinus-Syndrom
- Sinusbradykardie (Herzfrequenz unter 50 Schlägen pro Minute)
- Schwerer arterieller Hypotonie (systolisch unter 90 mmHg)
- Schweren peripheren Durchblutungsstörungen
- Unbehandeltem Phäochromozytom
- Metabolischer Azidose
- Gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern (außer MAO-B-Hemmer)
Relative Gegenanzeigen – Besondere Vorsicht erforderlich bei:
Vorsichtsmaßnahmen bei bestimmten Erkrankungen:
- Asthma bronchiale und COPD: Nur unter strenger Überwachung und mit niedrigster wirksamer Dosis
- Diabetes mellitus: Regelmäßige Blutzuckerkontrollen, da Warnzeichen einer Unterzuckerung verschleiert werden können
- Psoriasis: Verschlechterung der Hauterkrankung möglich
- Periphere Durchblutungsstörungen: Verschlimmerung der Symptome möglich
- Schilddrüsenüberfunktion: Symptome können maskiert werden
- Leberfunktionsstörungen: Dosisanpassung erforderlich
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Metohexal kann mit zahlreichen anderen Arzneimitteln interagieren. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über alle Medikamente, die Sie einnehmen, einschließlich rezeptfreier Präparate und Nahrungsergänzungsmittel.
Wichtige Arzneimittelinteraktionen
Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung
Die gleichzeitige Anwendung mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln (ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptorblocker, Calciumantagonisten, Diuretika) kann zu einem übermäßigen Blutdruckabfall führen. Eine Dosisanpassung kann notwendig sein.
Herzrhythmusstörungen
Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-Typ: Erhöhtes Risiko für Bradykardie, AV-Block und Herzinsuffizienz. Intravenöse Gabe ist kontraindiziert.
Antiarrhythmika: Verstärkung der negativ inotropen und chronotropen Wirkung, erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen.
Diabetes-Medikamente
Betablocker können die Wirkung von Insulin und oralen Antidiabetika verstärken und Symptome einer Unterzuckerung verschleiern. Engmaschige Blutzuckerkontrollen sind erforderlich.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
Ibuprofen, Diclofenac und ähnliche Schmerzmittel können die blutdrucksenkende Wirkung von Metohexal abschwächen.
CYP2D6-Hemmer
Medikamente wie Chinidin, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, Bupropion, Cimetidin und Diphenhydramin können den Abbau von Metoprolol hemmen und dessen Wirkung verstärken.
Weitere wichtige Interaktionen
- Adrenalin: Kann zu schwerer Hypertonie und Bradykardie führen
- Digitalis-Glykoside: Erhöhtes Risiko für Bradykardie
- Anästhetika: Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung
- Ergotamin-Derivate: Erhöhtes Risiko für periphere Durchblutungsstörungen
Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft
Metohexal sollte während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt angewendet werden. Betablocker können die Plazentadurchblutung vermindern und zu intrauteriner Wachstumsverzögerung führen. Bei Anwendung bis zur Geburt müssen Neugeborene in den ersten 48-72 Stunden auf Symptome einer Beta-Blockade (Bradykardie, Hypotonie, Atemstörungen, Hypoglykämie) überwacht werden.
Stillzeit
Metoprolol tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über. Bei therapeutischen Dosen ist in der Regel nicht mit Auswirkungen auf den Säugling zu rechnen. Dennoch sollte der Säugling auf Symptome einer Beta-Blockade überwacht werden. Eine Anwendung in der Stillzeit ist nach ärztlicher Beratung möglich.
Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen
Metohexal kann durch Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel oder Sehstörungen die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Dies gilt besonders zu Beginn der Behandlung, bei Dosiserhöhungen und beim Wechsel auf andere Präparate sowie in Kombination mit Alkohol.
Wichtige Hinweise zur Verkehrssicherheit
Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Sie auf das Medikament reagieren. Besondere Vorsicht ist in den ersten Behandlungswochen geboten. Wenn Sie Müdigkeit oder Schwindel verspüren, vermeiden Sie gefährliche Tätigkeiten.
Überdosierung
Eine Überdosierung mit Metohexal kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige medizinische Hilfe.
Symptome einer Überdosierung
- Starke Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie)
- Schwerer Blutdruckabfall (Hypotonie)
- Herzinsuffizienz
- Atemstörungen, Bronchospasmus
- Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit
- Krampfanfälle
- Übelkeit und Erbrechen
- Unterzuckerung (Hypoglykämie)
Maßnahmen bei Überdosierung
Rufen Sie sofort den Notarzt (112)! Bei Verdacht auf eine Überdosierung sollte unverzüglich ein Arzt informiert werden. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und supportiv im Krankenhaus. Spezifische Antidote wie Atropin, Glukagon oder Sympathomimetika können zum Einsatz kommen.
Absetzen der Behandlung
Wichtig: Niemals abrupt absetzen!
Setzen Sie Metohexal niemals plötzlich ab, ohne vorher mit Ihrem Arzt gesprochen zu haben. Ein abruptes Absetzen kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen, insbesondere bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit.
Mögliche Folgen eines plötzlichen Absetzens:
- Verschlechterung der Angina pectoris
- Herzinfarkt
- Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen
- Plötzlicher Blutdruckanstieg (Rebound-Effekt)
- Thyreotoxische Krise bei Schilddrüsenüberfunktion
Korrektes Ausschleichen
Wenn die Behandlung beendet werden soll, wird Ihr Arzt die Dosis schrittweise über 1-2 Wochen reduzieren. Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit kann eine noch langsamere Dosisreduktion über mehrere Wochen notwendig sein. Während dieser Zeit sollten Sie sich körperlich schonen und bei Auftreten von Symptomen sofort ärztlichen Rat einholen.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Lagerungshinweise für Metohexal
Aufbewahrungsbedingungen:
- Bewahren Sie Metohexal außerhalb der Reichweite von Kindern auf
- Lagern Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung
- Schützen Sie die Tabletten vor Licht und Feuchtigkeit
- Nicht über 25°C lagern
- Verwenden Sie Metohexal nicht nach dem auf der Packung angegebenen Verfalldatum
- Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats
Entsorgung: Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.
Zusammensetzung und Darreichungsformen
Verfügbare Stärken und Packungsgrößen
| Darreichungsform | Wirkstoff | Verfügbare Stärken | Packungsgrößen |
|---|---|---|---|
| Metohexal Tabletten | Metoprololtartrat | 50 mg, 100 mg, 200 mg | 30, 50, 100 Stück |
| Metohexal Retard | Metoprololsuccinat | 47,5 mg, 95 mg, 190 mg | 30, 50, 100 Stück |
| Metohexal comp | Metoprolol + Hydrochlorothiazid | 50/12,5 mg, 100/12,5 mg | 30, 50, 100 Stück |
Sonstige Bestandteile
Die Tabletten enthalten neben dem Wirkstoff folgende Hilfsstoffe: Mikrokristalline Cellulose, Povidon, Natriumstärkeglycolat, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat. Die Filmtabletten sind zusätzlich mit einem Überzug versehen, der Hypromellose, Macrogol und Titandioxid enthält.
Kontrollen während der Behandlung
Während der Behandlung mit Metohexal sind regelmäßige ärztliche Kontrollen erforderlich, um die Wirksamkeit zu überprüfen und Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
Empfohlene Kontrolluntersuchungen
Blutdruck- und Pulsmessung
Regelmäßige Kontrolle von Blutdruck und Herzfrequenz, zunächst wöchentlich, später monatlich. Führen Sie ein Blutdruck-Tagebuch.
EKG-Kontrollen
Regelmäßige EKG-Untersuchungen zur Überwachung der Herzfunktion und zum Ausschluss von Herzrhythmusstörungen.
Blutzuckerkontrolle
Bei Diabetikern engmaschige Blutzuckermessungen, besonders zu Beginn der Behandlung.
Leberwerte
Gelegentliche Kontrolle der Leberfunktion, insbesondere bei vorbestehenden Lebererkrankungen.
Besondere Hinweise für Patienten
Sport und körperliche Aktivität
Metohexal reduziert die maximale Herzfrequenz unter Belastung. Dies ist normal und kein Grund zur Besorgnis. Passen Sie Ihre sportlichen Aktivitäten an Ihre individuelle Leistungsfähigkeit an und orientieren Sie sich nicht an Herzfrequenz-Richtwerten. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welches Maß an körperlicher Aktivität für Sie geeignet ist.
Alkoholkonsum
Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von Metohexal verstärken und das Risiko für Nebenwirkungen wie Schwindel erhöhen. Beschränken Sie Ihren Alkoholkonsum auf ein Minimum oder verzichten Sie ganz darauf.
Operative Eingriffe
Informieren Sie Ihren Anästhesisten vor geplanten Operationen über die Einnahme von Metohexal. Ein Absetzen vor der Operation ist in der Regel nicht erforderlich und kann sogar gefährlich sein. Die Narkosemedikamente werden entsprechend angepasst.
Zahnärztliche Behandlungen
Informieren Sie auch Ihren Zahnarzt über die Einnahme von Metohexal, insbesondere wenn Lokalanästhetika mit Adrenalinzusatz verwendet werden sollen.
Kosten und Erstattung
Metohexal ist als Generikum in der Regel kostengünstiger als das Originalpräparat Beloc. Die Kosten variieren je nach Packungsgröße und Dosierung. Bei gesetzlich Versicherten werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen, abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung von 5-10 Euro pro Packung. Privatversicherte sollten die Erstattungsfähigkeit mit ihrer Versicherung klären.
Alternativen zu Metohexal
Falls Metohexal nicht vertragen wird oder nicht ausreichend wirkt, stehen verschiedene Alternativen zur Verfügung:
Andere Betablocker
- Bisoprolol: Ebenfalls kardioselektiv, oft besser verträglich bei Atemwegserkrankungen
- Nebivolol: Zusätzliche gefäßerweiternde Wirkung, besonders bei älteren Patienten
- Carvedilol: Nicht-selektiver Betablocker mit zusätzlicher Alpha-Blockade
- Atenolol: Lange Wirkdauer, nierenausgeschieden
Andere Wirkstoffklassen
- ACE-Hemmer: Ramipril, Enalapril, Lisinopril
- Angiotensin-Rezeptorblocker: Candesartan, Valsartan, Losartan
- Calciumantagonisten: Amlodipin, Lercanidipin, Verapamil
- Diuretika: Hydrochlorothiazid, Torasemid, Spironolacton
Die Wahl des geeigneten Medikaments sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen und richtet sich nach der individuellen Situation, Begleiterkrankungen und Verträglichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich Metohexal dauerhaft einnehmen?
Ja, Metohexal ist für eine Langzeittherapie geeignet und wird häufig über Jahre oder sogar lebenslang eingenommen. Die Langzeitsicherheit ist durch zahlreiche Studien belegt. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind dennoch wichtig.
Wann tritt die Wirkung ein?
Die blutdrucksenkende Wirkung setzt innerhalb von 1-2 Stunden ein, die volle Wirkung entwickelt sich jedoch erst nach 1-2 Wochen regelmäßiger Einnahme. Bei Herzrhythmusstörungen kann die Wirkung schneller eintreten. Retardtabletten haben einen verzögerten Wirkungseintritt, wirken aber länger.
Was passiert, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie sich daran erinnern, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste Dosis. Nehmen Sie niemals die doppelte Dosis ein, um eine vergessene Dosis nachzuholen. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Kann Metohexal abhängig machen?
Nein, Metohexal macht nicht abhängig. Dennoch darf es nicht abrupt abgesetzt werden, da dies zu gefährlichen Rebound-Effekten führen kann. Dies ist jedoch keine Abhängigkeit im eigentlichen Sinne, sondern eine physiologische Anpassungsreaktion des Körpers.
Ist eine Gewichtszunahme unter Metohexal normal?
Eine leichte Gewichtszunahme (1-3 kg) kann zu Beginn der Behandlung auftreten, meist durch Wassereinlagerungen. Eine deutliche Gewichtszunahme sollte mit dem Arzt besprochen werden, da sie auf eine Verschlechterung einer Herzinsuffizienz hinweisen kann.
Was ist Metohexal und wofür wird es angewendet?
Metohexal ist ein verschreibungspflichtiges Medikament mit dem Wirkstoff Metoprolol, einem selektiven Beta-1-Rezeptorenblocker. Es wird zur Behandlung von Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, zur Nachbehandlung nach Herzinfarkt und zur Migräneprophylaxe eingesetzt. Das Medikament senkt Blutdruck und Herzfrequenz und reduziert den Sauerstoffbedarf des Herzens.
Wie ist Metohexal richtig einzunehmen?
Metohexal sollte möglichst immer zur gleichen Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt. Retardtabletten dürfen nicht geteilt oder zerkaut werden. Die Dosierung wird individuell vom Arzt festgelegt und reicht je nach Indikation von 47,5 mg bis 200 mg täglich. Ein plötzliches Absetzen muss unbedingt vermieden werden.
Welche Nebenwirkungen können unter Metohexal auftreten?
Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, verlangsamter Herzschlag, niedriger Blutdruck sowie kalte Hände und Füße. Gelegentlich treten Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen oder Atembeschwerden auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen wie starke Bradykardie, Herzrhythmusstörungen oder akute Herzinsuffizienz erfordern sofortige ärztliche Hilfe. Die meisten Nebenwirkungen sind dosisabhängig und bilden sich bei Dosisanpassung zurück.
Wann darf Metohexal nicht eingenommen werden?
Metohexal ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen Betablocker, AV-Block II. oder III. Grades ohne Herzschrittmacher, dekompensierter Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock, schwerer Bradykardie (unter 50 Schläge/Minute), schwerem Blutdruckabfall und unbehandeltem Phäochromozytom. Besondere Vorsicht ist geboten bei Asthma, COPD, Diabetes mellitus, peripheren Durchblutungsstörungen und Lebererkrankungen. Eine ärztliche Beratung ist in diesen Fällen unerlässlich.
Warum darf Metohexal nicht plötzlich abgesetzt werden?
Ein abruptes Absetzen von Metohexal kann zu gefährlichen Rebound-Effekten führen, insbesondere bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit. Mögliche Folgen sind Verschlechterung der Angina pectoris, Herzinfarkt, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen oder plötzlicher Blutdruckanstieg. Das Medikament muss daher immer schrittweise über 1-2 Wochen unter ärztlicher Kontrolle ausgeschlichen werden. Bei koronarer Herzkrankheit kann eine noch langsamere Dosisreduktion notwendig sein.
Letzte Bearbeitung am Montag, 1. Dezember 2025 – 12:30 Uhr von Alex, Webmaster von med-nebenwirkungen.de.