Brustkrebs, medizinisch als Mammakarzinom bezeichnet, ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen weltweit und stellt eine ernsthafte gesundheitliche Herausforderung dar. In Deutschland erkranken jährlich etwa 70.000 Frauen neu an diesem bösartigen Tumor der Brustdrüse. Dank moderner Früherkennung und innovativer Therapiemethoden haben sich die Heilungschancen in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Dieser umfassende Ratgeber informiert Sie über Ursachen, Symptome, Diagnoseverfahren und moderne Behandlungsmöglichkeiten des Mammakarzinoms.
⚕️ Medizinischer Hinweis zu Brustkrebs | Mammakarzinom | Bösartiger Tumor der Brustdrüse
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Was ist Brustkrebs? Definition und medizinische Grundlagen
Brustkrebs, in der medizinischen Fachsprache als Mammakarzinom bezeichnet, ist eine bösartige Tumorerkrankung des Brustdrüsengewebes. Dabei entarten Zellen der Milchgänge oder Drüsenläppchen und beginnen unkontrolliert zu wachsen. Diese Krebszellen können sich im fortgeschrittenen Stadium über das Lymphsystem oder die Blutbahn in andere Körperregionen ausbreiten und dort Metastasen bilden.
Häufigkeit und Bedeutung des Mammakarzinoms
Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland und weltweit. Die aktuellen Statistiken verdeutlichen die Relevanz dieser Erkrankung:
Ursachen und Risikofaktoren für Brustkrebs
Die Entstehung von Brustkrebs ist ein komplexer Prozess, bei dem verschiedene Faktoren zusammenwirken. Während einige Risikofaktoren nicht beeinflussbar sind, können andere durch einen gesunden Lebensstil modifiziert werden.
Nicht beeinflussbare Risikofaktoren
Genetische Veranlagung
Etwa 5-10% aller Brustkrebsfälle sind auf vererbte Genveränderungen zurückzuführen, insbesondere Mutationen der Gene BRCA1 und BRCA2. Frauen mit diesen Mutationen haben ein bis zu 80% erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken.
Alter
Das Brustkrebsrisiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Während Frauen unter 40 Jahren selten betroffen sind, liegt das Haupterkrankungsalter zwischen 60 und 70 Jahren. Jede zehnte Patientin ist jedoch jünger als 45 Jahre bei Diagnosestellung.
Familiäre Belastung
Wenn nahe Verwandte ersten Grades (Mutter, Schwester, Tochter) an Brustkrebs erkrankt sind, verdoppelt sich das eigene Erkrankungsrisiko. Bei zwei betroffenen Verwandten steigt es auf das Fünffache.
Hormonelle Faktoren
Eine frühe erste Regelblutung (vor dem 12. Lebensjahr) und ein spätes Einsetzen der Wechseljahre (nach dem 55. Lebensjahr) erhöhen das Risiko, da die Brust über einen längeren Zeitraum dem Einfluss von Östrogen ausgesetzt ist.
Beeinflussbare Risikofaktoren
Lebensstilbedingte Faktoren
Übergewicht und Bewegungsmangel: Übergewicht nach den Wechseljahren erhöht das Brustkrebsrisiko um etwa 30-60%, da Fettgewebe Östrogen produziert. Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Risiko um 20-30% senken.
Alkoholkonsum: Bereits geringe Mengen Alkohol erhöhen das Brustkrebsrisiko. Pro 10 Gramm Alkohol täglich (entspricht etwa einem kleinen Glas Wein) steigt das Risiko um 7-12%.
Rauchen: Aktives Rauchen, insbesondere wenn es vor der ersten Schwangerschaft beginnt, erhöht das Brustkrebsrisiko um etwa 20-30%. Auch Passivrauchen spielt eine Rolle.
Reproduktive Faktoren
Kinderlosigkeit oder eine erste Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr erhöhen das Risiko leicht. Stillen wirkt hingegen protektiv – jede 12-monatige Stillperiode senkt das Risiko um etwa 4,3%.
Symptome und Früherkennung von Brustkrebs
Die frühzeitige Erkennung von Brustkrebs ist entscheidend für die Heilungschancen. Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und die Prognose.
Typische Anzeichen und Symptome
Das häufigste Symptom ist ein tastbarer, meist schmerzloser Knoten in der Brust oder Achselhöhle. Diese Knoten fühlen sich oft fest an und lassen sich nicht verschieben.
Einseitige Veränderungen der Brustgröße oder -form, Asymmetrien oder Einziehungen der Haut können auf einen Tumor hinweisen.
Einziehung der Brustwarze, Absonderungen (besonders blutig), Rötungen oder Schuppungen im Bereich des Warzenhofs sollten abgeklärt werden.
Rötungen, Orangenhaut-Phänomen (Peau d’Orange), Schwellungen oder Ekzeme an der Brust können Warnsignale sein.
Spontane Flüssigkeitsabsonderungen aus der Brustwarze, insbesondere wenn sie blutig oder einseitig auftreten, bedürfen einer ärztlichen Abklärung.
Tastbare Lymphknoten in der Achselhöhle können auf eine Ausbreitung des Tumors hinweisen und sollten untersucht werden.
Früherkennungsprogramme und Screening
Mammographie-Screening
In Deutschland haben Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie-Untersuchung im Rahmen des gesetzlichen Screening-Programms. Diese Röntgenuntersuchung der Brust kann Tumoren erkennen, bevor sie tastbar sind. Seit 2024 wird das Screening-Alter schrittweise auf 75 Jahre erweitert.
Weitere Untersuchungsmethoden
Ultraschall (Sonographie): Besonders bei dichtem Brustgewebe junger Frauen ist die Ultraschalluntersuchung eine wichtige Ergänzung zur Mammographie. Sie kann zwischen flüssigkeitsgefüllten Zysten und festen Knoten unterscheiden.
Magnetresonanztomographie (MRT): Bei Hochrisikopatientinnen mit genetischer Vorbelastung wird zusätzlich zur Mammographie eine jährliche MRT-Untersuchung empfohlen. Diese ist besonders sensitiv für die Früherkennung.
Biopsie: Bei verdächtigen Befunden wird eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht. Dies ist die einzige Methode, um sicher festzustellen, ob es sich um eine gut- oder bösartige Veränderung handelt.
Diagnose und Stadieneinteilung
Nach dem Nachweis eines Mammakarzinoms folgt eine umfassende Diagnostik, um das genaue Stadium der Erkrankung zu bestimmen und die optimale Therapie zu planen.
Diagnostische Verfahren
Die Diagnosestellung erfolgt mehrstufig und umfasst verschiedene Untersuchungen:
Mammographie, Ultraschall und gegebenenfalls MRT dienen der genauen Lokalisation und Größenbestimmung des Tumors sowie dem Ausschluss weiterer Herde in derselben oder der anderen Brust.
Die mikroskopische Untersuchung des Tumorgewebes gibt Aufschluss über den Tumortyp, den Differenzierungsgrad (Grading) und wichtige molekulare Marker wie Hormonrezeptoren und HER2-Status.
Bei größeren Tumoren oder Lymphknotenbefall werden zusätzliche Untersuchungen wie CT, Knochenszintigraphie oder PET-CT durchgeführt, um Fernmetastasen auszuschließen.
TNM-Klassifikation und Stadien
Die Stadieneinteilung erfolgt nach dem international anerkannten TNM-System, das Tumorgröße (T), Lymphknotenbefall (N) und Fernmetastasen (M) berücksichtigt:
Molekulare Subtypen
Moderne Brustkrebsdiagnostik unterscheidet verschiedene molekulare Subtypen, die für die Therapieplanung entscheidend sind:
Luminal A: Hormonrezeptor-positiv, HER2-negativ, niedrige Proliferation. Gute Prognose, spricht gut auf antihormonelle Therapie an (etwa 40% aller Fälle).
Luminal B: Hormonrezeptor-positiv, HER2-positiv oder negativ, höhere Proliferation. Benötigt häufig zusätzlich zur Hormontherapie eine Chemotherapie (etwa 20% aller Fälle).
HER2-positiv: Hormonrezeptor-negativ, HER2-positiv. Spricht gut auf zielgerichtete Antikörpertherapie an (etwa 15% aller Fälle).
Triple-negativ: Hormonrezeptor-negativ, HER2-negativ. Aggressiverer Verlauf, Behandlung hauptsächlich mit Chemotherapie (etwa 15% aller Fälle).
Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkrebs
Die Therapie des Mammakarzinoms erfolgt heute multimodal und wird individuell auf jede Patientin abgestimmt. Dabei kommen verschiedene Behandlungsansätze zum Einsatz, die häufig kombiniert werden.
Operative Therapie
Die Operation ist bei den meisten Brustkrebspatientinnen die erste und wichtigste Behandlungsmaßnahme. Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors mit einem Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe.
Brusterhaltende Operation (BET)
Bei etwa 70% der Patientinnen ist heute eine brusterhaltende Therapie möglich. Dabei wird nur der Tumor mit einem Sicherheitssaum entfernt, die Brust bleibt weitgehend erhalten. Eine anschließende Bestrahlung ist obligatorisch, um das Rückfallrisiko zu minimieren. Die kosmetischen Ergebnisse sind meist sehr gut, und die Heilungschancen entsprechen denen nach Mastektomie.
Mastektomie
Die vollständige Entfernung der Brust ist notwendig bei großen Tumoren im Verhältnis zur Brustgröße, mehreren Tumorherden oder wenn die Patientin dies wünscht. Moderne Techniken wie die hautsparende oder brustwarzenerhaltende Mastektomie ermöglichen bessere Rekonstruktionsergebnisse.
Brustrekonstruktion
Nach einer Mastektomie besteht die Möglichkeit der Brustrekonstruktion, entweder sofort während der Tumoroperation oder zeitversetzt. Dies kann mit Eigengewebe (z.B. DIEP-Lappen vom Bauch) oder mit Implantaten erfolgen. Die Entscheidung ist individuell und sollte ausführlich mit den behandelnden Ärzten besprochen werden.
Wächterlymphknoten-Biopsie
Bei klinisch unauffälligen Lymphknoten wird heute standardmäßig die Sentinel-Node-Biopsie durchgeführt. Dabei werden nur die ersten tumordrainierenden Lymphknoten entfernt und untersucht. Nur bei Befall erfolgt eine komplette Ausräumung der Achsellymphknoten, wodurch Nebenwirkungen wie Lymphödeme deutlich reduziert werden.
Strahlentherapie
Die Bestrahlung ist ein wichtiger Bestandteil der lokalen Tumorkontrolle. Nach brusterhaltender Operation ist sie obligatorisch und senkt das Rückfallrisiko um etwa 70%. Die Bestrahlung erfolgt in der Regel über 3-6 Wochen täglich mit modernen Linearbeschleunigern. Neue Techniken wie die Teilbrustbestrahlung oder intraoperative Bestrahlung können bei ausgewählten Patientinnen die Behandlungsdauer verkürzen.
Systemische Therapie
Chemotherapie
Eine Chemotherapie wird empfohlen bei größeren Tumoren, Lymphknotenbefall, ungünstigen Tumormerkmalen oder triple-negativem Brustkrebs. Moderne Chemotherapie-Regime kombinieren verschiedene Wirkstoffe und sind deutlich verträglicher als früher. Die Behandlung erfolgt meist über 3-6 Monate in mehrwöchigen Zyklen. Häufige Nebenwirkungen wie Übelkeit können heute gut kontrolliert werden.
Antihormonelle Therapie
Bei hormonrezeptor-positivem Brustkrebs (etwa 70% aller Fälle) ist die antihormonelle Therapie hochwirksam und senkt das Rückfallrisiko erheblich. Die Behandlung erfolgt über mindestens 5, häufig 10 Jahre:
Tamoxifen: Blockiert Östrogenrezeptoren und wird vor allem bei prämenopausalen Frauen eingesetzt. Hauptnebenwirkungen sind Hitzewallungen und ein leicht erhöhtes Thromboserisiko.
Aromatasehemmer: Blockieren die Östrogenbildung und werden bei postmenopausalen Frauen verwendet. Typische Nebenwirkungen sind Gelenkbeschwerden und Osteoporose.
Zielgerichtete Therapien
Anti-HER2-Therapie: Bei HER2-positivem Brustkrebs kommen Antikörper wie Trastuzumab (Herceptin), Pertuzumab oder Trastuzumab-Emtansin zum Einsatz. Diese haben die Prognose dieser Patientinnen dramatisch verbessert. Die Behandlung erfolgt über ein Jahr.
CDK4/6-Inhibitoren: Bei fortgeschrittenem hormonrezeptor-positivem Brustkrebs werden diese neuen Medikamente in Kombination mit Hormontherapie eingesetzt und verlängern das progressionsfreie Überleben signifikant.
PARP-Inhibitoren: Bei BRCA-mutiertem Brustkrebs können PARP-Inhibitoren wie Olaparib eingesetzt werden und zeigen gute Wirksamkeit.
Immuntherapie
Bei bestimmten Formen des triple-negativen Brustkrebses wird zunehmend die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren wie Pembrolizumab eingesetzt, besonders bei PD-L1-positiven Tumoren. Dies ist ein vielversprechender neuer Therapieansatz.
Neoadjuvante Therapie
Bei größeren Tumoren oder entzündlichem Brustkrebs erfolgt häufig zunächst eine medikamentöse Behandlung vor der Operation (neoadjuvante Therapie). Ziele sind die Verkleinerung des Tumors, um eine brusterhaltende Operation zu ermöglichen, und die frühzeitige Behandlung von Mikrometastasen. Zudem erhält man Informationen über das Ansprechen des Tumors auf die Therapie.
Prognose und Nachsorge
Heilungschancen und Überlebensraten
Die Prognose bei Brustkrebs hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt heute bei etwa 87%, die 10-Jahres-Überlebensrate bei 82%. Diese Zahlen variieren jedoch stark abhängig vom Stadium bei Diagnosestellung, dem molekularen Subtyp und anderen Faktoren.
Nachsorge und Rehabilitation
Nach Abschluss der Primärtherapie beginnt die strukturierte Nachsorge, die mehrere Ziele verfolgt:
Nachsorgeuntersuchungen
In den ersten drei Jahren erfolgen vierteljährliche Kontrollen, danach halbjährlich bis zum fünften Jahr, anschließend jährlich. Die Untersuchungen umfassen:
- Körperliche Untersuchung und Anamnese
- Jährliche Mammographie der betroffenen und der Gegenseite
- Bei Auffälligkeiten weitere bildgebende Verfahren
- Laboruntersuchungen nur bei Verdacht auf Metastasen
Rehabilitation
Eine onkologische Rehabilitation wird in der Regel direkt nach Abschluss der Erstbehandlung empfohlen. In spezialisierten Kliniken werden körperliche und psychische Folgen der Erkrankung behandelt:
- Physiotherapie und Lymphdrainage bei Lymphödem
- Psychoonkologische Betreuung
- Ernährungsberatung
- Sport- und Bewegungstherapie
- Sozialberatung und berufliche Wiedereingliederung
Leben nach Brustkrebs
Die Rückkehr in ein normales Leben nach einer Brustkrebserkrankung ist ein Prozess, der Zeit und Unterstützung benötigt. Wichtige Aspekte sind:
Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung verbessert nicht nur die körperliche Fitness, sondern senkt auch nachweislich das Rückfallrisiko und verbessert die Lebensqualität. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche.
Ernährung: Eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten wird empfohlen. Übergewicht sollte vermieden werden.
Psychosoziale Unterstützung: Selbsthilfegruppen, psychoonkologische Beratung und der Austausch mit anderen Betroffenen können sehr hilfreich sein bei der Krankheitsverarbeitung.
Prävention und Risikoreduktion
Obwohl nicht alle Brustkrebsfälle verhindert werden können, gibt es effektive Maßnahmen zur Risikoreduktion.
Regelmäßige Bewegung
Mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche senken das Brustkrebsrisiko um 20-30%.
Gesunde Ernährung
Mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn und wenig rotem Fleisch wirkt präventiv.
Normalgewicht halten
Vermeidung von Übergewicht, besonders nach den Wechseljahren, reduziert das Risiko deutlich.
Alkohol reduzieren
Verzicht oder minimaler Alkoholkonsum (maximal 1 Glas pro Tag) senkt das Risiko spürbar.
Nichtrauchen
Verzicht auf Rauchen und Vermeidung von Passivrauchen schützen vor vielen Krebsarten.
Stillen
Längeres Stillen (mindestens 6 Monate pro Kind) hat einen schützenden Effekt.
Spezielle Prävention bei Hochrisiko
Frauen mit nachgewiesener BRCA-Mutation oder stark erhöhtem familiärem Risiko haben spezielle Optionen:
Intensivierte Früherkennung
Hochrisikopatientinnen erhalten ein spezielles Früherkennungsprogramm ab dem 25. Lebensjahr mit jährlicher MRT und Mammographie/Ultraschall.
Prophylaktische Operation
Eine vorbeugende beidseitige Mastektomie senkt das Brustkrebsrisiko um über 90%. Diese Entscheidung erfordert intensive Beratung und sollte nur nach reiflicher Überlegung getroffen werden. Die prophylaktische Entfernung der Eierstöcke reduziert zusätzlich das Risiko für Eierstockkrebs.
Medikamentöse Prävention
Bei sehr hohem Risiko kann eine präventive Einnahme von Tamoxifen oder Aromatasehemmern erwogen werden, die das Erkrankungsrisiko um etwa 50% senken können.
Aktuelle Forschung und Zukunftsperspektiven
Die Brustkrebsforschung macht kontinuierlich Fortschritte, die zu verbesserten Behandlungsmöglichkeiten führen.
Personalisierte Medizin
Durch genetische Analysen des Tumors (z.B. Oncotype DX, Mammaprint) kann heute besser vorhergesagt werden, welche Patientinnen von einer Chemotherapie profitieren. Dies ermöglicht es, vielen Frauen eine Chemotherapie zu ersparen, ohne die Heilungschancen zu verschlechtern.
Neue Medikamente
Ständig werden neue zielgerichtete Therapien entwickelt:
- Antikörper-Wirkstoff-Konjugate kombinieren zielgerichtete Antikörper mit Chemotherapie
- Neue CDK-Inhibitoren der nächsten Generation
- Verbesserte Immuntherapien auch für andere Brustkrebssubtypen
- Kombinationstherapien mit verschiedenen zielgerichteten Medikamenten
Flüssigbiopsie
Die Analyse zirkulierender Tumorzellen und Tumor-DNA im Blut (Liquid Biopsy) könnte zukünftig die Früherkennung von Rückfällen verbessern und Therapieentscheidungen erleichtern.
Künstliche Intelligenz
KI-gestützte Systeme zur Mammographie-Auswertung können Radiologen unterstützen und die Früherkennung verbessern. Algorithmen zur Vorhersage des Therapieansprechens werden zunehmend entwickelt.
Zusammenfassung und Ausblick
Brustkrebs bleibt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, doch die Heilungschancen haben sich durch Früherkennung und moderne Therapien deutlich verbessert. Die Behandlung ist heute hochgradig personalisiert und berücksichtigt die individuellen Eigenschaften jedes Tumors.
Wichtige Botschaften sind:
- Früherkennung rettet Leben – nutzen Sie die Screening-Angebote
- Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko senken
- Moderne Therapien sind effektiv und zunehmend verträglich
- Die Prognose ist bei früher Diagnose ausgezeichnet
- Auch bei fortgeschrittener Erkrankung gibt es wirksame Behandlungsoptionen
- Die Forschung macht kontinuierlich Fortschritte
Was sind die ersten Anzeichen von Brustkrebs?
Die häufigsten ersten Anzeichen sind tastbare Knoten oder Verhärtungen in der Brust oder Achselhöhle, die meist schmerzlos sind. Weitere Warnsignale können Veränderungen der Brustgröße oder -form, Einziehungen der Haut oder Brustwarze, Absonderungen aus der Brustwarze sowie Hautveränderungen wie Rötungen oder Orangenhaut sein. Bei solchen Symptomen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.
Wie hoch sind die Heilungschancen bei Brustkrebs?
Die Heilungschancen hängen stark vom Erkennungsstadium ab. Bei früher Diagnose im Stadium I liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei über 95 Prozent. Im Durchschnitt überleben etwa 87 Prozent aller Brustkrebspatientinnen die ersten fünf Jahre nach Diagnose. Dank moderner Früherkennung und verbesserter Therapien sind die Aussichten heute deutlich besser als noch vor einigen Jahrzehnten.
Kann man Brustkrebs durch Lebensstil vorbeugen?
Ja, etwa ein Drittel aller Brustkrebsfälle könnte durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden. Wichtige Maßnahmen sind regelmäßige körperliche Aktivität (mindestens 150 Minuten pro Woche), Normalgewicht halten, Verzicht auf Rauchen, minimaler Alkoholkonsum und eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst. Auch längeres Stillen hat einen schützenden Effekt gegen Brustkrebs.
Wann sollte man mit der Brustkrebs-Früherkennung beginnen?
Ab dem 30. Lebensjahr haben Frauen in Deutschland Anspruch auf eine jährliche Tastuntersuchung beim Gynäkologen. Das Mammographie-Screening wird für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren (ab 2024 bis 75 Jahre) alle zwei Jahre angeboten. Frauen mit erhöhtem familiärem Risiko oder genetischer Vorbelastung sollten bereits früher mit intensivierter Früherkennung beginnen und dies mit ihrem Arzt besprechen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Brustkrebs?
Die Behandlung erfolgt multimodal und individuell angepasst. Hauptsäulen sind die operative Entfernung (brusterhaltend oder Mastektomie), Strahlentherapie, Chemotherapie, antihormonelle Therapie bei hormonrezeptor-positiven Tumoren und zielgerichtete Therapien wie Anti-HER2-Antikörper. Zunehmend kommen auch Immuntherapien zum Einsatz. Die konkrete Therapie wird nach Tumorstadium, molekularen Eigenschaften und individueller Situation der Patientin festgelegt.
Letzte Bearbeitung am Samstag, 29. November 2025 – 15:01 Uhr von Alex, Webmaster von med-nebenwirkungen.de.