Allopurinol Beipackzettel – Dosierung | Nebenwirkungen

Allopurinol ist ein bewährtes Medikament zur Behandlung von Gicht und erhöhten Harnsäurewerten im Blut. Dieses Arzneimittel wird seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt, um schmerzhafte Gichtanfälle zu verhindern und langfristige Schäden an Gelenken zu vermeiden. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über die richtige Dosierung, mögliche Nebenwirkungen und wichtige Hinweise zur Anwendung von Allopurinol.

⚕️ Medizinischer Hinweis zu Allopurinol Beipackzettel – Dosierung | Nebenwirkungen

Inhaltsverzeichnis

Die Informationen auf dieser Seite zu Allopurinol Beipackzettel – Dosierung | Nebenwirkungen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen in keinem Fall die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen Arzt oder Apotheker.

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Bitte nehmen Sie keine Medikamente eigenmächtig ein, setzen Sie diese nicht ohne Rücksprache ab und verändern Sie keine Dosierungen. Sollten Sie Nebenwirkungen bemerken oder unsicher sein, wenden Sie sich umgehend an Ihren behandelnden Arzt oder Apotheker.

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Was ist Allopurinol?

Allopurinol ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Urikostatika, das die Bildung von Harnsäure im Körper hemmt. Es wurde erstmals in den 1960er Jahren entwickelt und gehört heute zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten bei Gicht und Hyperurikämie. Der Wirkstoff greift gezielt in den Purinstoffwechsel ein und reduziert dadurch die Harnsäurekonzentration im Blut.

Wichtige Information

Allopurinol wird unter verschiedenen Handelsnamen vertrieben, darunter Allopurinol-ratiopharm, Allopurinol HEXAL und Zyloric. Alle Präparate enthalten denselben Wirkstoff und unterscheiden sich hauptsächlich im Preis und Hersteller.

Wirkungsweise von Allopurinol

Der Wirkstoff hemmt das Enzym Xanthinoxidase, das für die Umwandlung von Hypoxanthin zu Xanthin und schließlich zu Harnsäure verantwortlich ist. Durch diese Hemmung wird weniger Harnsäure produziert, während gleichzeitig die Konzentration der besser löslichen Vorstufen Hypoxanthin und Xanthin ansteigt. Diese werden leichter über die Nieren ausgeschieden.

6 mg/dl Zielwert Harnsäure
2-3 Wochen Bis zur vollen Wirkung
80% Erfolgsrate bei Gicht

Dosierung von Allopurinol

Die richtige Dosierung von Allopurinol ist entscheidend für den Behandlungserfolg und die Vermeidung von Nebenwirkungen. Die Dosis wird individuell angepasst und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Harnsäurespiegel, der Nierenfunktion und dem Ansprechen auf die Therapie.

Standarddosierung für Erwachsene

Leichte Hyperurikämie

Anfangsdosis: 100 mg täglich

Erhaltungsdosis: 100-200 mg täglich

Geeignet bei Harnsäurewerten bis 8 mg/dl ohne Gichtanfälle in der Vorgeschichte.

Mittelschwere Hyperurikämie

Anfangsdosis: 100 mg täglich

Erhaltungsdosis: 200-400 mg täglich

Standard bei manifester Gicht mit gelegentlichen Anfällen und Harnsäurewerten über 8 mg/dl.

Schwere Hyperurikämie

Anfangsdosis: 100 mg täglich

Erhaltungsdosis: 400-600 mg täglich

Bei chronischer Gicht mit Tophi und sehr hohen Harnsäurewerten über 10 mg/dl. Maximaldosis: 800 mg täglich.

Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörungen

Kreatinin-Clearance Maximale Tagesdosis Hinweise
60-90 ml/min 300 mg Leichte Einschränkung, regelmäßige Kontrollen
30-60 ml/min 200 mg Moderate Einschränkung, engmaschige Überwachung
10-30 ml/min 100 mg Schwere Einschränkung, alternative Dosierung jeden 2. Tag möglich
< 10 ml/min 100 mg alle 3 Tage Sehr schwere Einschränkung, evtl. Therapiealternative erwägen

Wichtiger Hinweis zur Dosierung

Beginnen Sie immer mit einer niedrigen Dosis und steigern Sie diese langsam. Eine zu schnelle Dosiserhöhung kann paradoxerweise einen Gichtanfall auslösen, da die schnelle Senkung des Harnsäurespiegels zur Mobilisierung von Harnsäurekristallen aus den Gelenken führt.

Einnahmeempfehlungen

  • Nehmen Sie Allopurinol nach einer Mahlzeit ein, um Magenbeschwerden zu vermeiden
  • Die Einnahme sollte möglichst zur gleichen Tageszeit erfolgen
  • Bei Dosierungen über 300 mg täglich: Aufteilung auf 2-3 Einzeldosen empfohlen
  • Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit (mindestens 2 Liter täglich)
  • Vergessene Dosis nicht durch doppelte Einnahme kompensieren
  • Regelmäßige Kontrolle der Harnsäurewerte alle 2-4 Wochen während der Einstellungsphase

Nebenwirkungen von Allopurinol

Wie alle Arzneimittel kann auch Allopurinol Nebenwirkungen verursachen. Die meisten Patienten vertragen das Medikament gut, jedoch sollten Sie mögliche unerwünschte Wirkungen kennen und bei Auftreten entsprechend reagieren.

Häufigkeit von Nebenwirkungen

Sehr häufig (>10%)

  • Gichtanfälle zu Therapiebeginn
  • Erhöhung der Leberwerte (meist vorübergehend)

Häufig (1-10%)

Gelegentlich (0,1-1%)

Schwerwiegende Nebenwirkungen

Allopurinol-Hypersensitivitätssyndrom (AHS)

Dies ist eine seltene (0,1-0,4%), aber potenziell lebensbedrohliche Nebenwirkung, die meist in den ersten 2-3 Monaten der Therapie auftritt. Symptome umfassen:

  • Schwerer Hautausschlag mit Blasenbildung
  • Hohes Fieber über 39°C
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Leberfunktionsstörungen
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Blutbildveränderungen (Eosinophilie)

Bei Verdacht auf AHS: Sofort Medikament absetzen und ärztliche Hilfe aufsuchen!

Weitere schwerwiegende, aber seltene Nebenwirkungen

Stevens-Johnson-Syndrom und Toxische epidermale Nekrolyse

Schwere Hautreaktionen mit großflächiger Ablösung der Haut. Risikofaktoren sind genetische Prädisposition (HLA-B*5801-Allel, häufiger bei asiatischer Abstammung) und Niereninsuffizienz. Inzidenz: 1:1.000 bis 1:10.000.

Maßnahmen bei Nebenwirkungen

Nebenwirkung Schweregrad Empfohlene Maßnahme
Leichter Hautausschlag Leicht Arzt informieren, Beobachtung, ggf. Antihistaminika
Übelkeit, Durchfall Leicht-Mittel Mit Mahlzeit einnehmen, viel trinken, bei Persistenz Arzt konsultieren
Schwerer Hautausschlag mit Blasen Schwer Sofort absetzen, Notarzt rufen
Fieber + Hautausschlag Schwer Sofort absetzen, unverzüglich Arzt aufsuchen
Gelbfärbung der Haut/Augen Schwer Sofort absetzen, Leberwerte kontrollieren lassen

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Allopurinol kann mit verschiedenen anderen Arzneimitteln interagieren. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, einschließlich rezeptfreier Präparate und Nahrungsergänzungsmittel.

Wichtige Arzneimittelwechselwirkungen

Azathioprin und 6-Mercaptopurin

Risiko: Sehr hoch

Allopurinol hemmt den Abbau dieser Immunsuppressiva, wodurch deren Konzentration um das 3-4-fache ansteigt. Die Dosis muss auf 25% reduziert werden. Engmaschige Blutbildkontrollen sind erforderlich.

Ampicillin und Amoxicillin

Risiko: Mittel

Erhöhtes Risiko für Hautausschläge (Häufigkeit steigt von 5% auf bis zu 20%). Die Kombination ist nicht kontraindiziert, erfordert aber erhöhte Aufmerksamkeit.

Cumarin-Antikoagulanzien

Risiko: Mittel

Allopurinol kann die Wirkung von Warfarin und Phenprocoumon verstärken. Häufigere INR-Kontrollen sind notwendig, eventuell Dosisanpassung erforderlich.

Thiazid-Diuretika

Risiko: Mittel

Erhöhtes Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen. Thiazide erhöhen zudem den Harnsäurespiegel und können die Wirkung von Allopurinol abschwächen.

ACE-Hemmer

Risiko: Gering-Mittel

Insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion erhöhtes Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen. Vorsicht bei Captopril und Enalapril.

Ciclosporin

Risiko: Mittel

Allopurinol kann die Ciclosporin-Konzentration erhöhen. Spiegelkontrollen und mögliche Dosisanpassung erforderlich.

Weitere beachtenswerte Wechselwirkungen

  • Theophyllin: Allopurinol verlangsamt den Abbau, Dosisreduktion um 25-50% erwägen
  • Chlorpropamid: Verlängerte Halbwertszeit, erhöhtes Hypoglykämie-Risiko
  • Vidarabin: Verstärkte Wirkung und Toxizität möglich
  • Didanosin: Erhöhte Plasmakonzentration, Dosisanpassung erforderlich
  • Phenytoin: Möglicherweise erhöhte Phenytoin-Spiegel
  • Cyclophosphamid: Verstärkte knochenmarktoxische Wirkung

Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Absolute Kontraindikationen

Allopurinol darf nicht eingenommen werden bei:

  • Bekannter Überempfindlichkeit gegen Allopurinol oder einen der Hilfsstoffe
  • Akutem Gichtanfall (erst nach Abklingen beginnen)
  • Schwerer Leberinsuffizienz ohne Überwachungsmöglichkeit
  • Schwerer Niereninsuffizienz (GFR < 10 ml/min) ohne Dialyse

Relative Kontraindikationen und besondere Vorsicht

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Schwangerschaft: Nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung
  • Stillzeit: Allopurinol geht in die Muttermilch über, Abstillen erwägen
  • Alternative Maßnahmen bevorzugen (Diät, Flüssigkeitszufuhr)

Eingeschränkte Nierenfunktion

  • Dosisanpassung zwingend erforderlich
  • Regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte
  • Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherstellen

Eingeschränkte Leberfunktion

  • Vorsichtige Dosissteigerung
  • Regelmäßige Leberwertkontrollen
  • Bei Verschlechterung sofort absetzen
  • Alkohol meiden

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Allopurinol wird bei Kindern hauptsächlich zur Behandlung von Hyperurikämie im Zusammenhang mit Krebstherapien eingesetzt. Die Dosierung beträgt 10-20 mg/kg Körpergewicht täglich, maximal 400 mg. Die Anwendung sollte nur unter fachärztlicher Aufsicht erfolgen.

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Bei älteren Patienten ist besondere Vorsicht geboten, da häufig eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegt. Beginnen Sie mit niedrigeren Dosen (50-100 mg täglich) und steigern Sie langsamer. Regelmäßige Kontrollen der Nieren- und Leberfunktion sind wichtig.

Patienten asiatischer Abstammung

Bei Patienten mit Han-chinesischer, thailändischer oder koreanischer Abstammung besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Hautreaktionen aufgrund des HLA-B*5801-Allels. Ein genetisches Screening vor Therapiebeginn wird in diesen Populationen empfohlen. Die Prävalenz dieses Allels liegt bei 10-15% in diesen Bevölkerungsgruppen, verglichen mit 1-2% bei Kaukasiern.

Überwachung während der Therapie

Notwendige Laborkontrollen

Parameter Vor Therapie Erste 3 Monate Danach
Harnsäure im Serum Alle 2-4 Wochen Alle 3-6 Monate
Kreatinin/GFR Nach 4 Wochen, dann alle 3 Monate Alle 6-12 Monate
Leberwerte (ALT, AST, GGT) Nach 4 Wochen, dann alle 3 Monate Alle 6-12 Monate
Blutbild Nach 4 Wochen, dann alle 3 Monate Jährlich
Schilddrüsenfunktion Bei Risikofaktoren Bei Symptomen

Zielwerte und Therapieerfolg

Therapieziele bei Gicht

  • Primäres Ziel: Harnsäure < 6 mg/dl (360 μmol/l)
  • Bei Tophi: Harnsäure < 5 mg/dl (300 μmol/l) empfohlen
  • Gichtanfälle: Reduktion auf < 1 pro Jahr, idealerweise vollständige Anfallsfreiheit
  • Tophi-Auflösung: Kann 6 Monate bis mehrere Jahre dauern
  • Langfristig: Verhinderung von Gelenkschäden und Nierensteinen

Praktische Hinweise zur Anwendung

Beginn der Therapie

Schritte zum erfolgreichen Therapiestart:

  • Warten Sie mindestens 2-4 Wochen nach dem letzten Gichtanfall
  • Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis (100 mg täglich)
  • Kombinieren Sie mit einem entzündungshemmenden Medikament (Colchicin 0,5 mg täglich oder NSAR) für 3-6 Monate
  • Steigern Sie die Dosis alle 2-4 Wochen um 100 mg basierend auf Harnsäurewerten
  • Trinken Sie mindestens 2-3 Liter Flüssigkeit täglich
  • Passen Sie Ihre Ernährung an (purinarme Kost)

Ernährungsempfehlungen während der Therapie

Zu meiden

  • Innereien (Leber, Nieren)
  • Bestimmte Fischsorten (Sardinen, Hering, Makrele)
  • Meeresfrüchte
  • Hoher Alkoholkonsum (besonders Bier)
  • Fruchtzucker-reiche Getränke

In Maßen

  • Rotes Fleisch (max. 1-2x/Woche)
  • Geflügel
  • Hülsenfrüchte
  • Spinat, Spargel, Pilze
  • Alkohol (max. 1 Glas/Tag)

Empfohlen

  • Fettarme Milchprodukte
  • Eier
  • Gemüse und Salate
  • Vollkornprodukte
  • Kirschen und Beeren
  • Viel Wasser und Kräutertees

Was tun bei vergessenem Einnahme?

Wenn Sie die Einnahme von Allopurinol vergessen haben, nehmen Sie die nächste Dosis zur gewohnten Zeit ein. Verdoppeln Sie nicht die Dosis, um die vergessene Einnahme nachzuholen. Bei einmaliger vergessener Einnahme ist keine besondere Maßnahme erforderlich. Bei mehrfach vergessener Einnahme kontaktieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie die Therapie fortsetzen.

Dauer der Behandlung

Langzeittherapie

Allopurinol ist in der Regel eine Dauertherapie. Die Behandlung sollte nicht eigenmächtig abgebrochen werden, auch wenn keine Beschwerden mehr auftreten. Ein Absetzen führt innerhalb weniger Tage bis Wochen zu einem Wiederanstieg der Harnsäurewerte und kann erneute Gichtanfälle auslösen. Die Therapie wird meist lebenslang fortgeführt.

Alternativen zu Allopurinol

Andere harnsäuresenkende Medikamente

Febuxostat

Wirkweise: Selektiver Xanthinoxidase-Hemmer

Vorteile: Stärker wirksam, keine Dosisanpassung bei leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz

Nachteile: Teurer, mögliches erhöhtes kardiovaskuläres Risiko

Dosierung: 80-120 mg täglich

Urikosurika (Benzbromaron, Probenecid)

Wirkweise: Fördern die Harnsäureausscheidung

Vorteile: Alternative bei Unverträglichkeit von Xanthinoxidase-Hemmern

Nachteile: Nicht bei Nierensteinen, erhöhtes Nierensteinrisiko, viel Flüssigkeit erforderlich

Hinweis: In Deutschland ist Benzbromaron verschreibungspflichtig

Pegloticase

Wirkweise: Enzymersatztherapie (Urikase)

Vorteile: Sehr effektiv bei therapierefraktärer Gicht

Nachteile: Intravenöse Gabe alle 2 Wochen, sehr teuer, Immunreaktionen möglich

Einsatz: Nur bei Versagen aller anderen Therapien

Häufig gestellte Fragen zur Anwendung

Kann ich Allopurinol während eines akuten Gichtanfalls einnehmen?

Wenn Sie bereits Allopurinol einnehmen und einen Gichtanfall bekommen, sollten Sie die Einnahme fortsetzen. Ein Absetzen würde zu Schwankungen des Harnsäurespiegels führen und den Anfall verlängern. Beginnen Sie jedoch niemals mit Allopurinol während eines akuten Anfalls – warten Sie, bis dieser vollständig abgeklungen ist.

Wie lange dauert es, bis Allopurinol wirkt?

Die harnsäuresenkende Wirkung setzt innerhalb von 2-3 Tagen ein, der Harnsäurespiegel erreicht nach 1-2 Wochen ein neues Gleichgewicht. Die volle therapeutische Wirkung mit deutlicher Reduktion der Gichtanfälle zeigt sich jedoch erst nach 3-6 Monaten. Bei Tophi kann die vollständige Auflösung 6 Monate bis mehrere Jahre dauern.

Kann ich Alkohol trinken während der Allopurinol-Therapie?

Alkohol sollte stark eingeschränkt werden, da er den Harnsäurespiegel erhöht und die Wirkung von Allopurinol abschwächen kann. Besonders Bier enthält viele Purine und sollte gemieden werden. Gelegentlich ein kleines Glas Wein (100-150 ml) ist in der Regel akzeptabel, aber besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.

Muss ich meine Ernährung umstellen?

Eine purinarme Ernährung unterstützt die Therapie, kann aber Allopurinol nicht ersetzen. Medikamentöse Therapie und Ernährungsumstellung ergänzen sich optimal. Allein durch Diät lässt sich der Harnsäurespiegel um maximal 1-2 mg/dl senken, was oft nicht ausreichend ist. Dennoch sind Gewichtsreduktion bei Übergewicht und eine ausgewogene Ernährung wichtige Begleitmaßnahmen.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Hinweise zur korrekten Lagerung:

  • Bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern
  • In der Originalverpackung aufbewahren, um vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen
  • Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren
  • Nicht im Badezimmer lagern (zu feucht)
  • Nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr verwenden
  • Angebrochene Packungen sind bei korrekter Lagerung bis zum Verfallsdatum haltbar

Zusammenfassung und Fazit

Allopurinol ist ein wirksames und bei richtiger Anwendung gut verträgliches Medikament zur Langzeitbehandlung von Gicht und Hyperurikämie. Der Erfolg der Therapie hängt entscheidend von der konsequenten täglichen Einnahme, der individuell angepassten Dosierung und der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle ab.

Wichtigste Punkte im Überblick

  • Langsam beginnen: Start mit 100 mg, schrittweise Steigerung alle 2-4 Wochen
  • Zielwert: Harnsäure < 6 mg/dl, bei Tophi < 5 mg/dl
  • Geduld haben: Volle Wirkung nach 3-6 Monaten
  • Prophylaxe: In den ersten Monaten zusätzlich Colchicin oder NSAR
  • Viel trinken: Mindestens 2-3 Liter täglich
  • Regelmäßige Kontrollen: Harnsäure, Nieren- und Leberwerte
  • Langfristigkeit: Meist lebenslange Therapie erforderlich
  • Bei Hautausschlag: Sofort Arzt kontaktieren

Die meisten Patienten erreichen unter Allopurinol eine gute Kontrolle ihrer Erkrankung mit deutlicher Verbesserung der Lebensqualität. Moderne Studien zeigen, dass eine konsequente harnsäuresenkende Therapie nicht nur Gichtanfälle verhindert, sondern auch positive Effekte auf Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck und Nierenfunktion haben kann.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Ihren Arzt oder Apotheker. Bei Fragen zur Anwendung, Dosierung oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an medizinisches Fachpersonal. Im Notfall (schwere allergische Reaktionen, hohes Fieber mit Hautausschlag) rufen Sie sofort den Notarzt unter 112.

Was ist der Unterschied zwischen Allopurinol und Febuxostat?

Beide Medikamente hemmen die Harnsäurebildung, jedoch auf unterschiedliche Weise. Allopurinol ist seit Jahrzehnten bewährt, kostengünstiger und erste Wahl bei Gicht. Febuxostat ist ein neuerer, selektiver Xanthinoxidase-Hemmer, der stärker wirksam ist und bei Niereninsuffizienz nicht dosisangepasst werden muss, jedoch teurer ist und möglicherweise ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko birgt.

Wie schnell wirkt Allopurinol gegen Gichtanfälle?

Allopurinol ist kein akutes Schmerzmittel und wirkt nicht gegen bestehende Gichtanfälle. Die harnsäuresenkende Wirkung setzt nach 2-3 Tagen ein, aber die Häufigkeit von Gichtanfällen reduziert sich erst nach 3-6 Monaten konsequenter Einnahme. In den ersten Monaten kann es paradoxerweise sogar zu mehr Anfällen kommen, weshalb eine begleitende entzündungshemmende Prophylaxe wichtig ist.

Muss ich Allopurinol lebenslang einnehmen?

In den meisten Fällen ja. Gicht ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die eine dauerhafte Behandlung erfordert. Nach Absetzen von Allopurinol steigt der Harnsäurespiegel innerhalb weniger Wochen wieder an, und Gichtanfälle können zurückkehren. Nur in seltenen Fällen, etwa nach drastischer Lebensstiländerung mit deutlicher Gewichtsreduktion, kann unter ärztlicher Kontrolle ein Absetzversuch erwogen werden.

Welche Nebenwirkungen von Allopurinol sind gefährlich?

Die gefährlichste Nebenwirkung ist das Allopurinol-Hypersensitivitätssyndrom (AHS), das mit schwerem Hautausschlag, Fieber, Leber- und Nierenfunktionsstörungen einhergeht. Es tritt bei 0,1-0,4% der Patienten auf, meist in den ersten drei Monaten. Bei jedem Hautausschlag mit Fieber oder blasenbildenden Hautveränderungen muss Allopurinol sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden. Das Risiko ist bei Niereninsuffizienz und asiatischer Abstammung erhöht.

Kann ich Allopurinol zusammen mit Schmerzmitteln einnehmen?

Ja, die Kombination mit gängigen Schmerzmitteln ist in der Regel unproblematisch. NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac sowie Colchicin werden sogar empfohlen, um Gichtanfälle in den ersten Therapiemonaten zu verhindern. Auch Paracetamol kann bedenkenlos eingenommen werden. Bei regelmäßiger Einnahme von Marcumar oder anderen Blutverdünnern sind jedoch häufigere Gerinnungskontrollen notwendig, da Allopurinol deren Wirkung verstärken kann.


Letzte Bearbeitung am Montag, 1. Dezember 2025 – 12:43 Uhr von Alex, Webmaster von med-nebenwirkungen.de.

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