Myome | Uterusmyome | Gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter

Myome, medizinisch als Uterusmyome oder Leiomyome bezeichnet, sind gutartige Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur, die zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen zählen. Etwa 70 bis 80 Prozent aller Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens mindestens ein Myom, wobei viele davon keine Beschwerden verursachen und oft nur zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt werden. Diese muskulären Knoten können einzeln oder in Gruppen auftreten und variieren stark in ihrer Größe – von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern Durchmesser. Obwohl Myome gutartig sind und nur selten entarten, können sie je nach Lage und Größe erhebliche Beschwerden verursachen und die Lebensqualität betroffener Frauen deutlich beeinträchtigen.

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Inhaltsverzeichnis

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Was sind Myome? Definition und medizinische Grundlagen

Myome sind gutartige Geschwülste, die aus glatten Muskelzellen der Gebärmutterwand entstehen. Sie werden auch als Uterusmyome, Leiomyome oder Fibromyome bezeichnet. Diese Wucherungen bestehen aus verdichtetem Muskel- und Bindegewebe und können sowohl innerhalb der Gebärmutterwand als auch an ihrer Außenseite oder in der Gebärmutterhöhle wachsen. Myome sind die häufigsten gutartigen Tumoren im weiblichen Becken und treten vor allem im gebärfähigen Alter auf.

70-80% aller Frauen entwickeln Myome bis zum 50. Lebensjahr
25-30% haben Beschwerden und benötigen Behandlung
0,5% Wahrscheinlichkeit einer bösartigen Entartung
35-45 Jahre: häufigstes Erkrankungsalter

Arten von Myomen nach Lage und Position

Myome werden nach ihrer Position in und an der Gebärmutter klassifiziert. Die Lage bestimmt maßgeblich, welche Symptome auftreten und welche Behandlung am besten geeignet ist. Mediziner unterscheiden hauptsächlich zwischen drei Haupttypen, die jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit und Fruchtbarkeit haben können.

Submuköse Myome (Submukös)

Diese Myome wachsen direkt unter der Gebärmutterschleimhaut und ragen in die Gebärmutterhöhle hinein. Sie machen etwa 5-10% aller Myome aus, verursachen aber häufig starke Beschwerden. Submuköse Myome können zu sehr starken Menstruationsblutungen führen und beeinträchtigen die Fruchtbarkeit am stärksten, da sie die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindern können.

Intramurale Myome (Intramural)

Mit etwa 60-70% sind dies die häufigsten Myome. Sie wachsen innerhalb der Gebärmuttermuskulatur und können die Gebärmutter deutlich vergrößern. Je nach Größe können sie zu Druckgefühlen, Schmerzen und verstärkten Blutungen führen. Kleine intramurale Myome bleiben oft unbemerkt und verursachen keine Symptome.

Subseröse Myome (Subserös)

Diese Myome wachsen nach außen von der Gebärmutterwand weg in Richtung Bauchhöhle. Sie machen etwa 20-30% aller Myome aus und verursachen oft erst Beschwerden, wenn sie eine beträchtliche Größe erreichen. Dann können sie auf Blase, Darm oder Harnleiter drücken und entsprechende Symptome auslösen. Sie beeinflussen die Menstruation meist weniger stark als andere Myomtypen.

Gestielte Myome (Pedunkuliert)

Sowohl submuköse als auch subseröse Myome können gestielt sein, das heißt, sie sind über einen dünnen Stiel mit der Gebärmutter verbunden. Gestielte Myome können sich drehen und dadurch akute Schmerzen verursachen, die einen medizinischen Notfall darstellen können.

Ursachen und Risikofaktoren für Myome

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Myomen sind noch nicht vollständig geklärt. Die medizinische Forschung hat jedoch mehrere Faktoren identifiziert, die bei der Entwicklung eine Rolle spielen. Hormone, insbesondere Östrogen und Progesteron, haben einen wesentlichen Einfluss auf das Wachstum von Myomen, weshalb diese hauptsächlich im gebärfähigen Alter auftreten und nach den Wechseljahren häufig schrumpfen.

Wichtige Risikofaktoren

  • Genetische Veranlagung: Frauen, deren Mütter oder Schwestern Myome haben, tragen ein 2-3fach erhöhtes Risiko
  • Ethnische Herkunft: Frauen afrikanischer Abstammung entwickeln häufiger und früher Myome
  • Hormonelle Faktoren: Frühe erste Regelblutung (vor dem 12. Lebensjahr) erhöht das Risiko
  • Kinderlosigkeit: Frauen ohne Schwangerschaften haben ein höheres Myomrisiko
  • Übergewicht: Ein erhöhter BMI steigert das Risiko durch höhere Östrogenspiegel
  • Ernährung: Hoher Konsum von rotem Fleisch und wenig grünes Gemüse können das Risiko erhöhen
  • Vitamin-D-Mangel: Niedrige Vitamin-D-Spiegel werden mit erhöhtem Myomrisiko assoziiert
  • Alkoholkonsum: Regelmäßiger Alkoholkonsum, besonders Bier, erhöht das Risiko

Hormonelle Einflüsse auf das Myomwachstum

Östrogen und Progesteron fördern das Wachstum von Myomen. Dies erklärt, warum Myome in der Schwangerschaft (hohe Hormonspiegel) oft wachsen und nach den Wechseljahren (niedrige Hormonspiegel) meist schrumpfen. Auch die Einnahme hormonhaltiger Verhütungsmittel oder Hormonersatztherapien kann das Myomwachstum beeinflussen, wobei moderne niedrig dosierte Präparate meist weniger problematisch sind.

Symptome und Beschwerden bei Myomen

Viele Frauen mit Myomen haben keine oder nur geringe Beschwerden. Etwa 25-30% der Betroffenen entwickeln jedoch Symptome, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Die Art und Intensität der Beschwerden hängen von Größe, Anzahl und Lage der Myome ab.

Menstruationsbeschwerden

Verstärkte Blutungen (Hypermenorrhö): Dies ist das häufigste Symptom. Die Regelblutung kann deutlich stärker und länger sein, mit großen Blutkoageln. Dies kann zu Eisenmangel und Anämie führen.

Verlängerte Blutungen: Menstruationen können 7-10 Tage oder länger dauern.

Zwischenblutungen: Unregelmäßige Blutungen außerhalb der Regelblutung können auftreten.

Schmerzen und Druckgefühl

Unterleibsschmerzen: Krampfartige oder dumpfe Schmerzen im Unterbauch, besonders während der Menstruation.

Rückenschmerzen: Schmerzen im unteren Rückenbereich durch Druck auf Nerven.

Druckgefühl: Gefühl von Schwere oder Druck im Beckenbereich.

Blasen- und Darmbeschwerden

Häufiger Harndrang: Druck auf die Blase führt zu vermehrtem Wasserlassen, auch nachts.

Verstopfung: Große Myome können auf den Darm drücken und die Verdauung beeinträchtigen.

Harnverhalt: In seltenen Fällen können Myome den Harnabfluss blockieren.

Vergrößerter Bauchumfang

Große Myome können den Bauch sichtbar vergrößern, ähnlich einer Schwangerschaft. Frauen berichten von zunehmender Kleidergröße und einem aufgeblähten Gefühl.

Fruchtbarkeitsprobleme

Schwierigkeiten schwanger zu werden: Myome können die Einnistung behindern oder die Gebärmutterform verändern.

Fehlgeburten: Erhöhtes Risiko für Früh- und Fehlgeburten bei bestimmten Myomtypen.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Je nach Lage der Myome können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) auftreten, was die Lebensqualität und Partnerschaft belasten kann.

Notfallsymptome – Wann sofort zum Arzt?

Akute starke Schmerzen: Können auf eine Stieldrehung oder Degeneration des Myoms hinweisen.

Sehr starke Blutungen: Wenn Sie stündlich eine Binde oder einen Tampon wechseln müssen.

Fieber und Schmerzen: Können auf eine Infektion oder Komplikation hindeuten.

Plötzliche Größenzunahme: Schnelles Wachstum sollte immer abgeklärt werden.

Diagnose von Myomen

Die Diagnose von Myomen erfolgt meist durch eine Kombination verschiedener Untersuchungsmethoden. Oft werden Myome zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt, wenn sie keine Beschwerden verursachen. Bei Symptomen führt der Arzt gezielte Untersuchungen durch.

1. Anamnese und körperliche Untersuchung

Der Arzt erfragt detailliert die Beschwerden, Menstruationszyklen und Krankengeschichte. Bei der gynäkologischen Tastuntersuchung können größere Myome oft bereits ertastet werden – die Gebärmutter fühlt sich vergrößert und unregelmäßig an.

2. Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Dies ist die wichtigste und häufigste Untersuchungsmethode. Per Ultraschall über die Bauchdecke oder transvaginal (durch die Scheide) können Myome sicher erkannt, ihre Größe bestimmt und ihre Lage festgestellt werden. Die Untersuchung ist schmerzfrei, ohne Strahlenbelastung und liefert sofort Ergebnisse.

3. Magnetresonanztomographie (MRT)

Bei unklaren Befunden oder zur genauen Operationsplanung kann ein MRT durchgeführt werden. Es liefert sehr detaillierte Bilder und kann Myome von anderen Gewebestrukturen sicher unterscheiden. Besonders vor größeren Eingriffen ist diese Untersuchung wertvoll.

4. Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung)

Bei submukösen Myomen, die in die Gebärmutterhöhle ragen, kann eine Gebärmutterspiegelung notwendig sein. Dabei wird ein dünnes optisches Instrument durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Diese Untersuchung ermöglicht eine direkte Betrachtung und kann ambulant durchgeführt werden.

5. Laparoskopie (Bauchspiegelung)

In seltenen Fällen, besonders bei subserösen Myomen oder unklaren Befunden, kann eine Bauchspiegelung notwendig sein. Dies ist ein minimal-invasiver Eingriff unter Narkose, bei dem die Gebärmutter von außen betrachtet werden kann.

6. Laboruntersuchungen

Blutuntersuchungen dienen vor allem dazu, eine Blutarmut (Anämie) durch starke Blutungen festzustellen. Der Hämoglobin-Wert und Eisenspeicher (Ferritin) werden überprüft. Auch Hormonwerte können bestimmt werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei Myomen

Die Behandlung von Myomen richtet sich nach mehreren Faktoren: Größe und Lage der Myome, Schwere der Symptome, Alter der Patientin, Kinderwunsch und persönliche Präferenzen. Nicht jedes Myom muss behandelt werden – kleine, beschwerdefreie Myome werden meist nur beobachtet.

Konservative Behandlungsansätze

Abwartendes Verhalten (Watch and Wait)

Bei kleinen, symptomlosen Myomen ist oft keine Behandlung notwendig. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (alle 6-12 Monate) stellen sicher, dass keine Größenzunahme oder Komplikationen auftreten. Diese Strategie ist besonders für Frauen kurz vor den Wechseljahren sinnvoll, da Myome danach meist schrumpfen.

Medikamentöse Therapie

Hormonelle Behandlung: Gestagene oder GnRH-Analoga können das Myomwachstum bremsen und Blutungen reduzieren. GnRH-Analoga führen zu einer künstlichen, reversiblen Menopause und können Myome um 30-50% verkleinern.

Ulipristalacetat: Ein Progesteron-Rezeptor-Modulator, der speziell zur Myombehandlung entwickelt wurde. Aufgrund von Leberwertveränderungen ist eine engmaschige Überwachung notwendig.

Symptomatische Behandlung: Schmerzmittel, Eisenpräparate bei Anämie, Tranexamsäure zur Blutungsreduktion.

Intrauterinpessar (Hormonspirale)

Die Levonorgestrel-freisetzende Hormonspirale kann starke Blutungen deutlich reduzieren. Sie eignet sich besonders bei kleinen intramuralen oder submukösen Myomen und bietet gleichzeitig einen sicheren Verhütungsschutz für bis zu 5 Jahre.

Minimal-invasive Verfahren

Myomembolisation (UAE)

Bei der Uterusarterienembolisation werden über einen Katheter in der Leiste kleine Partikel in die Blutgefäße gespritzt, die das Myom versorgen. Die Blutzufuhr wird unterbrochen, das Myom schrumpft um 40-60%. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, die Gebärmutter bleibt erhalten. Die Erfolgsrate liegt bei 85-90%.

Vorteile: Organerhalt, kurze Erholungszeit, ambulant möglich

Nachteile: Nicht bei Kinderwunsch empfohlen, Schmerzen in den ersten Tagen nach dem Eingriff

MRT-gesteuerter fokussierter Ultraschall (MRgFUS)

Hochintensive Ultraschallwellen werden unter MRT-Kontrolle auf das Myom gerichtet und erhitzen es, wodurch das Gewebe zerstört wird. Der Eingriff ist nicht-invasiv (keine Schnitte), erfolgt ambulant ohne Narkose. Die Methode eignet sich für kleine bis mittelgroße Myome an zugänglichen Stellen.

Vorteile: Keine Schnitte, keine Narkose, schnelle Rückkehr zum Alltag

Nachteile: Noch begrenzte Langzeiterfahrung, nicht für alle Myomtypen geeignet, teuer

Myomenukleation (Myomausschälung)

Die operative Entfernung einzelner Myome unter Erhalt der Gebärmutter. Dies kann per Bauchspiegelung (laparoskopisch), durch die Scheide oder per Bauchschnitt erfolgen. Die Methode ist besonders für Frauen mit Kinderwunsch geeignet.

Laparoskopische Myomenukleation: Minimal-invasiv durch kleine Schnitte, schnelle Erholung

Hysteroskopische Myomenukleation: Bei submukösen Myomen durch die Scheide, ohne äußere Schnitte

Vorteile: Gebärmuttererhalt, Schwangerschaften möglich

Nachteile: Myome können nachwachsen (10-30% in 5 Jahren), Narbenbildung

Operative Behandlung

Hysterektomie (Gebärmutterentfernung)

Die vollständige Entfernung der Gebärmutter ist die einzige Methode, die ein Wiederauftreten von Myomen definitiv verhindert. Sie wird empfohlen bei sehr großen Myomen, starken Beschwerden, abgeschlossener Familienplanung oder wenn andere Behandlungen versagt haben.

Totale Hysterektomie: Entfernung von Gebärmutterkörper und Gebärmutterhals

Subtotale Hysterektomie: Erhalt des Gebärmutterhalses

Zugangsweg: Vaginal (durch die Scheide), laparoskopisch (Bauchspiegelung) oder per Bauchschnitt

Vorteile: Definitive Lösung, keine Myom-Rezidive

Nachteile: Keine Schwangerschaften mehr möglich, größerer Eingriff, längere Erholungszeit

Vergleich der Behandlungsmethoden

Methode Gebärmuttererhalt Kinderwunsch möglich Rezidivrisiko Krankenhausaufenthalt
Medikamente Ja Ja Hoch (Myome wachsen nach Absetzen) Nein
Hormonspirale Ja Nein (Verhütung) Keine Myomentfernung Nein
Myomembolisation Ja Eingeschränkt empfohlen Mittel (10-20%) Ambulant/1 Tag
MRgFUS Ja Möglich Mittel (15-25%) Ambulant
Myomenukleation Ja Ja Mittel (10-30%) 2-4 Tage
Hysterektomie Nein Nein Keins (0%) 3-7 Tage

Myome und Schwangerschaft

Myome können die Fruchtbarkeit und den Verlauf einer Schwangerschaft beeinflussen, müssen es aber nicht. Etwa 10-30% der Frauen mit Myomen haben Schwierigkeiten, schwanger zu werden, wobei meist andere Faktoren mitverantwortlich sind. Die Auswirkungen hängen stark von Größe, Anzahl und Lage der Myome ab.

Einfluss auf die Fruchtbarkeit

Wie Myome die Empfängnis beeinflussen können

Submuköse Myome haben den größten negativen Einfluss, da sie in die Gebärmutterhöhle ragen und die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindern können. Die Schwangerschaftsrate steigt nach Entfernung um 40-70%.

Intramurale Myome können die Gebärmutterform verändern und den Embryonentransport behindern. Große intramurale Myome (>5 cm) reduzieren die Schwangerschaftschancen.

Subseröse Myome beeinflussen die Fruchtbarkeit meist nicht, außer bei sehr großer Ausdehnung.

Myome während der Schwangerschaft

Die meisten Frauen mit Myomen haben eine normale Schwangerschaft. Die hohen Hormonspiegel während der Schwangerschaft können jedoch zu Myomwachstum führen, besonders im ersten und zweiten Trimester. Etwa 60% der Myome wachsen während der Schwangerschaft, 10% schrumpfen.

Mögliche Komplikationen

  • Fehlgeburten: Erhöhtes Risiko, besonders bei submukösen Myomen (14-40% vs. 10-15% normal)
  • Frühgeburt: Größere Myome können das Risiko für vorzeitige Wehen erhöhen
  • Fehllage des Kindes: Große Myome können die Position des Babys beeinflussen
  • Plazentaprobleme: Risiko für Plazentaablösung oder ungünstige Plazentalokalisation
  • Geburtskomplikationen: Verlängerte Geburt, erhöhte Kaiserschnittrate
  • Nachblutungen: Erhöhtes Risiko für Blutungen nach der Geburt
  • Rote Degeneration: Schmerzhafte Durchblutungsstörung des Myoms, tritt bei 5-10% auf

Behandlung bei Kinderwunsch

Empfehlungen für Frauen mit Kinderwunsch

Submuköse Myome: Sollten vor einer Schwangerschaft entfernt werden (hysteroskopische Myomenukleation)

Intramurale Myome >4-5 cm: Entfernung kann sinnvoll sein, besonders bei Unfruchtbarkeit

Subseröse Myome: Meist keine Behandlung vor Schwangerschaft notwendig

Wartezeit nach Operation: 3-6 Monate bis zu Schwangerschaftsversuchen, abhängig vom Eingriff

Geburtsmodus: Nach Myomenukleation mit Eröffnung der Gebärmutterhöhle wird oft ein geplanter Kaiserschnitt empfohlen

Leben mit Myomen – Praktische Tipps

Auch wenn Myome nicht vollständig verhindert werden können, gibt es Maßnahmen, die das Risiko senken oder das Wachstum verlangsamen können. Ein gesunder Lebensstil spielt dabei eine wichtige Rolle.

Gesunde Ernährung

Viel grünes Gemüse, Obst und Vollkornprodukte. Reduzierung von rotem Fleisch und Alkohol. Studien zeigen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung das Myomrisiko um bis zu 30% senken kann.

Gewichtsmanagement

Übergewicht erhöht durch höhere Östrogenspiegel das Myomrisiko. Eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht kann hilfreich sein. Pro 10 kg Gewichtsverlust sinkt das Risiko um etwa 10%.

Vitamin D

Ausreichende Vitamin-D-Spiegel (>30 ng/ml) werden mit einem reduzierten Myomrisiko assoziiert. Supplementierung kann sinnvoll sein, besonders in Wintermonaten.

Regelmäßige Bewegung

Sport und körperliche Aktivität (mindestens 150 Minuten pro Woche) können das Myomrisiko senken und Symptome lindern. Bewegung reduziert Östrogenspiegel und fördert ein gesundes Körpergewicht.

Stressmanagement

Chronischer Stress kann hormonelle Ungleichgewichte fördern. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können hilfreich sein.

Regelmäßige Vorsorge

Jährliche gynäkologische Untersuchungen ermöglichen eine frühzeitige Erkennung von Myomen. Bei bekannten Myomen sind je nach Größe halbjährliche bis jährliche Kontrollen empfehlenswert.

Umgang mit Symptomen im Alltag

  • Bei starken Blutungen: Verwenden Sie hochwertige Hygieneartikel, führen Sie ein Blutungskalender, achten Sie auf ausreichende Eisenzufuhr
  • Bei Schmerzen: Wärmeauflagen, leichte Bewegung, rezeptfreie Schmerzmittel nach Absprache mit dem Arzt
  • Bei Blasenproblemen: Regelmäßige Toilettengänge, ausreichend trinken (mindestens 1,5-2 Liter täglich)
  • Bei Erschöpfung: Ausreichend Schlaf, eisenreiche Ernährung, ggf. Eisenpräparate nach Blutwertkontrolle

Prognose und Langzeitaussichten

Die Prognose bei Myomen ist generell gut. Myome sind gutartige Tumore mit einem extrem niedrigen Entartungsrisiko von unter 0,5%. Die meisten Frauen können mit oder ohne Behandlung ein normales Leben führen.

Natürlicher Verlauf

Was passiert mit Myomen im Laufe der Zeit?

Wachstum: Myome wachsen in der Regel langsam. Das Wachstum ist am stärksten zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Schnelles Wachstum sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Wechseljahre: Nach der Menopause schrumpfen Myome bei den meisten Frauen um 35-50% aufgrund sinkender Hormonspiegel. Viele Symptome verschwinden dann von selbst.

Spontane Rückbildung: In seltenen Fällen können Myome auch vor den Wechseljahren schrumpfen oder sich zurückbilden.

Hormontherapie in der Menopause: Kann das Schrumpfen verhindern oder zu erneutem Wachstum führen.

Nach der Behandlung

Nach Myomenukleation: 10-30% der Frauen entwickeln innerhalb von 5 Jahren neue Myome. Das Risiko ist höher bei multiplen Myomen und jüngerem Alter bei der Operation.

Nach Embolisation: 10-20% benötigen innerhalb von 5 Jahren eine weitere Behandlung. Die Zufriedenheitsrate liegt bei 75-90%.

Nach Hysterektomie: Definitive Lösung ohne Rezidivrisiko. Die Lebensqualität verbessert sich bei den meisten Frauen deutlich.

Wann zum Arzt?

Diese Symptome sollten Sie ärztlich abklären lassen

  • Sehr starke oder verlängerte Menstruationsblutungen
  • Zwischenblutungen oder unregelmäßige Blutungen
  • Anhaltende Unterleibsschmerzen
  • Zunehmender Bauchumfang ohne Gewichtszunahme
  • Häufiger Harndrang oder Blasenprobleme
  • Verstopfung oder Darmbeschwerden
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Unerfüllter Kinderwunsch über ein Jahr
  • Müdigkeit und Erschöpfung (mögliche Anämie)
  • Plötzliche starke Schmerzen (Notfall!)

Fazit

Myome sind sehr häufige, gutartige Wucherungen der Gebärmutter, die etwa 70-80% aller Frauen im Laufe ihres Lebens betreffen. Während viele Myome keine Beschwerden verursachen und nur beobachtet werden müssen, können sie bei etwa einem Viertel der betroffenen Frauen erhebliche Symptome wie starke Blutungen, Schmerzen oder Fruchtbarkeitsprobleme verursachen.

Die moderne Medizin bietet heute ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten – von medikamentöser Therapie über minimal-invasive Verfahren bis hin zu operativen Eingriffen. Die Wahl der richtigen Behandlung hängt von individuellen Faktoren wie Alter, Kinderwunsch, Symptomen und persönlichen Präferenzen ab. Wichtig ist eine ausführliche ärztliche Beratung, um die optimale Therapie für jede einzelne Patientin zu finden.

Mit der richtigen Behandlung können die meisten Frauen mit Myomen ein beschwerdefreies Leben führen. Nach den Wechseljahren schrumpfen Myome in der Regel von selbst, was vielen Frauen eine natürliche Linderung bringt. Bei Beschwerden sollten Sie nicht zögern, gynäkologischen Rat einzuholen – es gibt heute effektive Lösungen für nahezu jede Situation.

Was sind Myome und wie häufig kommen sie vor?

Myome sind gutartige Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur, die zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen zählen. Etwa 70 bis 80 Prozent aller Frauen entwickeln bis zum 50. Lebensjahr mindestens ein Myom, wobei nur etwa 25 bis 30 Prozent Beschwerden haben und eine Behandlung benötigen. Die Wahrscheinlichkeit einer bösartigen Entartung liegt unter 0,5 Prozent.

Welche Symptome verursachen Myome?

Viele Myome verursachen keine Symptome. Wenn Beschwerden auftreten, sind die häufigsten verstärkte und verlängerte Menstruationsblutungen, Unterleibsschmerzen, Druckgefühl im Becken, häufiger Harndrang und ein vergrößerter Bauchumfang. Je nach Lage können auch Rückenschmerzen, Verstopfung, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Fruchtbarkeitsprobleme auftreten.

Müssen alle Myome behandelt werden?

Nein, nicht alle Myome benötigen eine Behandlung. Kleine, symptomlose Myome werden in der Regel nur beobachtet mit regelmäßigen Kontrollen alle 6 bis 12 Monate. Eine Behandlung ist nur notwendig bei Beschwerden, schnellem Wachstum, sehr großen Myomen oder bei Kinderwunsch mit ungünstiger Myomlage. Nach den Wechseljahren schrumpfen Myome meist von selbst.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Myomen?

Die Behandlungsoptionen reichen von medikamentöser Therapie über minimal-invasive Verfahren bis zu Operationen. Zu den Methoden gehören Hormonbehandlungen, Hormonspirale, Myomembolisation, MRT-gesteuerter Ultraschall, Myomenukleation (Ausschälung unter Gebärmuttererhalt) und Hysterektomie (Gebärmutterentfernung). Die Wahl hängt von Größe, Lage, Symptomen, Alter und Kinderwunsch ab.

Können Frauen mit Myomen schwanger werden?

Ja, die meisten Frauen mit Myomen können schwanger werden und haben eine normale Schwangerschaft. Allerdings können besonders submuköse Myome, die in die Gebärmutterhöhle ragen, die Einnistung behindern und sollten vor einer Schwangerschaft entfernt werden. Große intramurale Myome können ebenfalls die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Nach einer Myomentfernung sollte 3 bis 6 Monate bis zu Schwangerschaftsversuchen gewartet werden.


Letzte Bearbeitung am Samstag, 29. November 2025 – 11:32 Uhr von Alex, Webmaster von med-nebenwirkungen.de.

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