Dihydrocodein ist ein wirksames Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide, das bei mittelstarken bis starken Schmerzen zum Einsatz kommt. Als verschreibungspflichtiges Medikament erfordert es eine sorgfältige Anwendung und genaue Kenntnis über Dosierung, Wirkweise und mögliche Nebenwirkungen. Dieser umfassende Beipackzettel-Ratgeber informiert Sie über alle wichtigen Aspekte von Dihydrocodein, damit Sie das Medikament sicher und effektiv anwenden können.
⚕️ Medizinischer Hinweis zu Dihydrocodein Beipackzettel – Dosierung | Nebenwirkungen
Die Informationen auf dieser Seite zu Dihydrocodein Beipackzettel – Dosierung | Nebenwirkungen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen in keinem Fall die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen Arzt oder Apotheker.
🚨 Bei akuten Beschwerden oder Notfällen:
Notruf: 112 – lebensbedrohliche Situationen
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117 – außerhalb der Praxiszeiten
📋 Weitere wichtige Anlaufstellen:
🦷 Zahnärztlicher Notdienst: Zahnarzt-Suche
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💬 Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, 24/7)
Bitte nehmen Sie keine Medikamente eigenmächtig ein, setzen Sie diese nicht ohne Rücksprache ab und verändern Sie keine Dosierungen. Sollten Sie Nebenwirkungen bemerken oder unsicher sein, wenden Sie sich umgehend an Ihren behandelnden Arzt oder Apotheker.
Unser Gesundheitslexikon bietet Ihnen umfassende Einblicke in medizinische Begriffe.
Was ist Dihydrocodein?
Dihydrocodein gehört zur Gruppe der Opioid-Analgetika und wird zur Behandlung mittelstarker bis starker Schmerzen eingesetzt. Es handelt sich um ein halbsynthetisches Opioid, das aus Codein hergestellt wird und eine stärkere schmerzlindernde Wirkung als sein Ausgangsstoff besitzt. In Deutschland ist Dihydrocodein verschreibungspflichtig und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz.
Wichtige Grundinformationen
Wirkstoffklasse: Opioid-Analgetikum
Verschreibungspflicht: Ja, Betäubungsmittelrezept erforderlich
Wirkungseintritt: 30-60 Minuten nach Einnahme
Wirkdauer: 4-6 Stunden (normale Tabletten), 12 Stunden (Retardtabletten)
Halbwertszeit: Etwa 3,5-4,5 Stunden
Anwendungsgebiete von Dihydrocodein
Dihydrocodein wird in verschiedenen medizinischen Situationen eingesetzt, wenn andere Schmerzmittel nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden.
Hauptindikationen
- Chronische Schmerzen: Langanhaltende Schmerzzustände bei Tumorerkrankungen, Rückenleiden oder degenerativen Gelenkerkrankungen
- Postoperative Schmerzen: Schmerzbehandlung nach chirurgischen Eingriffen
- Traumatische Schmerzen: Akute Schmerzen nach Verletzungen oder Unfällen
- Neuropathische Schmerzen: Nervenschmerzen, wenn andere Therapien versagt haben
- Reizhusten: In niedrigerer Dosierung als hustenstillendes Mittel (antitussive Wirkung)
Dosierung und Einnahme
Die richtige Dosierung von Dihydrocodein ist entscheidend für eine effektive Schmerztherapie bei gleichzeitiger Minimierung von Nebenwirkungen. Die Dosierung muss immer individuell angepasst werden.
Standarddosierungen für Erwachsene
Normale Tabletten
Anfangsdosis: 60 mg alle 4-6 Stunden
Maximaldosis: 360 mg pro Tag (verteilt auf mehrere Einzeldosen)
Hinweis: Bei Bedarf kann die Einzeldosis auf 90-120 mg erhöht werden
Retardtabletten
Anfangsdosis: 60-90 mg alle 12 Stunden
Maximaldosis: 240 mg pro Tag
Hinweis: Nicht zerkauen oder teilen – immer im Ganzen schlucken
Tropfen/Lösung
Dosierung: 10-30 Tropfen (entspricht 5-15 mg) alle 4-6 Stunden
Maximaldosis: 120 Tropfen pro Tag
Hinweis: Mit Wasser verdünnen und langsam trinken
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten (über 65 Jahre)
Bei älteren Menschen ist aufgrund veränderter Stoffwechselprozesse eine Dosisreduktion erforderlich. Die Anfangsdosis sollte etwa 50% der Standarddosis betragen und nur langsam gesteigert werden. Engmaschige ärztliche Kontrollen sind notwendig.
Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion
Bei Nieren- oder Leberinsuffizienz muss die Dosis deutlich reduziert werden, da der Abbau und die Ausscheidung verzögert sind. Die Dosierungsintervalle sollten verlängert werden (z.B. alle 8-12 Stunden statt alle 4-6 Stunden).
Kinder und Jugendliche
Für Kinder ab 4 Jahren gilt eine Dosierung von 0,5-1 mg pro kg Körpergewicht alle 4-6 Stunden. Die Maximaldosis beträgt 30 mg pro Einzeldosis. Bei Kindern unter 4 Jahren ist Dihydrocodein kontraindiziert.
⚠️ Wichtige Einnahmehinweise
- Nehmen Sie Dihydrocodein immer genau nach ärztlicher Anweisung ein
- Überschreiten Sie niemals die verordnete Dosis
- Retardtabletten dürfen nicht geteilt, zerkaut oder zerstoßen werden
- Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen
- Bei vergessener Einnahme nicht die doppelte Dosis nehmen
- Setzen Sie das Medikament nicht plötzlich ab – Ausschleichen erforderlich
Wirkungsweise von Dihydrocodein
Dihydrocodein entfaltet seine schmerzlindernde Wirkung durch die Bindung an spezifische Opioidrezeptoren im zentralen Nervensystem. Das Verständnis der Wirkungsweise hilft, die therapeutischen Effekte und möglichen Nebenwirkungen besser einzuordnen.
Pharmakologischer Mechanismus
Wie Dihydrocodein wirkt
Rezeptorbindung: Dihydrocodein bindet hauptsächlich an μ-Opioidrezeptoren (My-Rezeptoren) im Gehirn und Rückenmark. Diese Bindung führt zu einer verminderten Schmerzwahrnehmung und -weiterleitung.
Neurotransmitter-Modulation: Die Aktivierung der Opioidrezeptoren hemmt die Freisetzung von Schmerzbotenstoffen wie Substanz P und verändert die Schmerzverarbeitung in höheren Gehirnzentren.
Zusätzliche Effekte: Neben der Schmerzlinderung wirkt Dihydrocodein auch hustenstillend, beruhigend und kann Euphorie auslösen.
Verstoffwechselung und Ausscheidung
Nach oraler Einnahme wird Dihydrocodein im Magen-Darm-Trakt resorbiert und in der Leber metabolisiert. Die Hauptmetaboliten sind Dihydromorphin (wirksam) und Nordihydrocodein. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend über die Nieren mit einer Halbwertszeit von 3,5-4,5 Stunden.
Nebenwirkungen von Dihydrocodein
Wie alle Opioide kann auch Dihydrocodein verschiedene Nebenwirkungen verursachen. Die Kenntnis dieser unerwünschten Wirkungen ist wichtig für eine sichere Anwendung.
Häufigkeit der Nebenwirkungen
Sehr häufig (>10%)
- Übelkeit und Erbrechen
- Verstopfung (Obstipation)
- Müdigkeit und Schläfrigkeit
- Schwindel
- Mundtrockenheit
Häufig (1-10%)
- Kopfschmerzen
- Verwirrtheit
- Schwitzen
- Juckreiz
- Harnverhalt
- Appetitlosigkeit
Gelegentlich (0,1-1%)
- Allergische Reaktionen
- Atembeschwerden
- Blutdruckabfall
- Herzrasen
- Sehstörungen
- Stimmungsschwankungen
Schwerwiegende Nebenwirkungen
🚨 Sofort ärztliche Hilfe erforderlich bei:
- Atemdepression: Verlangsamte, flache Atmung (weniger als 10 Atemzüge pro Minute)
- Allergische Schockreaktionen: Schwellungen im Gesicht, Atemnot, Kreislaufkollaps
- Bewusstseinsveränderungen: Extreme Schläfrigkeit bis zur Bewusstlosigkeit
- Krampfanfälle: Besonders bei Überdosierung
- Schwere Hautreaktionen: Ausgedehnte Hautausschläge mit Blasenbildung
Langzeitnebenwirkungen
Abhängigkeitsentwicklung
Bei längerer Anwendung (mehr als 4 Wochen) besteht das Risiko einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit. Anzeichen einer Abhängigkeit sind:
- Toleranzentwicklung (höhere Dosen für gleiche Wirkung erforderlich)
- Entzugssymptome bei Dosisreduktion oder Absetzen
- Starkes Verlangen nach dem Medikament (Craving)
- Kontrollverlust über die Einnahme
- Fortgesetzte Einnahme trotz negativer Folgen
Hormonelle Veränderungen
Langfristige Opioid-Einnahme kann zu einem opioid-induzierten Androgenmangel führen mit Symptomen wie verminderter Libido, Erektionsstörungen, Müdigkeit und depressiver Verstimmung.
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Absolute Kontraindikationen
Atemwegserkrankungen
Schwere Ateminsuffizienz, akutes Asthma bronchiale, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) im akuten Schub
Bewusstseinsstörungen
Koma, schwere Bewusstseinstrübungen, erhöhter Hirndruck
Magen-Darm-Erkrankungen
Paralytischer Ileus (Darmlähmung), akutes Abdomen
Kinder
Kinder unter 4 Jahren, stillende Mütter (geht in die Muttermilch über)
Überempfindlichkeit
Bekannte Allergie gegen Dihydrocodein oder andere Opioide
Alkohol und Drogen
Akute Alkohol-, Schlafmittel- oder Psychopharmaka-Intoxikation
Relative Kontraindikationen (Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung)
- Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Nebennierenrindeninsuffizienz
- Prostatavergrößerung mit Restharnbildung
- Entzündliche Darmerkrankungen
- Gallenwegsstörungen
- Epilepsie oder erhöhte Krampfbereitschaft
- Vorbestehende Abhängigkeitserkrankungen
- Schwangerschaft (besonders im letzten Trimester)
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Dihydrocodein kann mit zahlreichen anderen Arzneimitteln interagieren. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
Wichtige Arzneimittel-Wechselwirkungen
| Medikamentengruppe | Wechselwirkung | Klinische Bedeutung |
|---|---|---|
| Zentral dämpfende Substanzen (Benzodiazepine, Barbiturate, Antidepressiva) |
Verstärkung der sedierenden Wirkung | Erhöhtes Risiko für Atemdepression, extreme Schläfrigkeit, Koma |
| Alkohol | Gegenseitige Wirkungsverstärkung | Gefährliche Atemdepression, Bewusstseinsverlust |
| MAO-Hemmer (z.B. Tranylcypromin) |
Schwere ZNS-Reaktionen | Serotonin-Syndrom, Blutdruckkrisen – mindestens 14 Tage Abstand erforderlich |
| Andere Opioide | Additive Wirkung | Erhöhtes Überdosierungsrisiko |
| Anticholinergika (z.B. Atropin) |
Verstärkung anticholinerger Effekte | Verstopfung, Harnverhalt, Mundtrockenheit |
| Rifampicin | Beschleunigter Abbau von Dihydrocodein | Verminderte Wirksamkeit |
| CYP2D6-Hemmer (z.B. Paroxetin, Fluoxetin) |
Verlangsamter Stoffwechsel | Erhöhte Wirkstoffspiegel, verstärkte Nebenwirkungen |
Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln
Grapefruitsaft kann die Wirkung von Dihydrocodein verstärken, indem er bestimmte Leberenzyme hemmt. Vermeiden Sie während der Behandlung den Konsum von Grapefruit und Grapefruitsaft.
Schwangerschaft und Stillzeit
Anwendung in der Schwangerschaft
Dihydrocodein sollte während der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Besondere Vorsicht ist geboten:
Risiken für das ungeborene Kind
- Erstes Trimester: Mögliches erhöhtes Risiko für Fehlbildungen (begrenzte Datenlage)
- Zweites und drittes Trimester: Risiko für Wachstumsverzögerungen
- Kurz vor der Geburt: Atemdepression beim Neugeborenen möglich
- Bei Daueranwendung: Entzugssymptome beim Neugeborenen nach der Geburt (Neonatales Abstinenzsyndrom)
Anwendung in der Stillzeit
Dihydrocodein geht in die Muttermilch über und ist während der Stillzeit kontraindiziert. Bei zwingender Notwendigkeit einer Schmerztherapie sollte abgestillt werden oder auf alternative Schmerzmittel ausgewichen werden.
Verkehrstüchtigkeit und Bedienung von Maschinen
Dihydrocodein kann die Reaktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Während der Behandlung ist besondere Vorsicht geboten:
- Autofahren: In der Einstellungsphase und bei Dosisänderungen absolut verboten
- Maschinenbedienung: Vermeiden Sie die Bedienung gefährlicher Maschinen
- Arbeiten in der Höhe: Erhöhtes Unfallrisiko durch Schwindel und Benommenheit
- Individuelle Beurteilung: Nach stabiler Einstellung kann bei manchen Patienten eine eingeschränkte Fahrtüchtigkeit wieder möglich sein – ärztliche Beurteilung erforderlich
Überdosierung – Symptome und Maßnahmen
Symptome einer Überdosierung
Frühe Anzeichen
- Extreme Müdigkeit
- Schwindel
- Übelkeit und Erbrechen
- Verwaschene Sprache
- Koordinationsstörungen
Schwere Symptome
- Atemdepression (< 10 Atemzüge/Min.)
- Bewusstlosigkeit
- Stecknadelgroße Pupillen (Miosis)
- Blutdruckabfall
- Verlangsamter Herzschlag
Lebensbedrohliche Zeichen
- Atemstillstand
- Kreislaufversagen
- Koma
- Zyanose (Blaufärbung)
- Lungenödem
Sofortmaßnahmen bei Überdosierung
🚑 Notfallmaßnahmen
- Notruf 112 wählen – Sofortige medizinische Hilfe erforderlich
- Atemwege freihalten – Stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit
- Atmung kontrollieren – Bei Atemstillstand Beatmung einleiten
- Nicht erbrechen lassen – Aspirationsgefahr
- Medikamentenpackung bereithalten – Für Rettungsdienst und Arzt
Medizinische Behandlung
Die Behandlung einer Dihydrocodein-Überdosierung erfolgt stationär und umfasst:
- Naloxon: Opioid-Antagonist zur Aufhebung der Opioid-Wirkung (0,4-2 mg intravenös)
- Atemunterstützung: Sauerstoffgabe, ggf. Beatmung
- Magenspülung: Bei oraler Einnahme innerhalb der letzten Stunde
- Aktivkohle: Zur Verminderung der Resorption
- Kreislaufstabilisierung: Infusionen, kreislaufunterstützende Medikamente
- Intensivüberwachung: Mindestens 24 Stunden wegen möglicher Nachwirkungen
Absetzen von Dihydrocodein
Ausschleichen der Therapie
Nach längerfristiger Einnahme (mehr als 2-4 Wochen) darf Dihydrocodein nicht abrupt abgesetzt werden. Ein schrittweises Ausschleichen verhindert Entzugssymptome.
Empfohlenes Absetzschema
Woche 1-2
Reduktion um 25% der Ausgangsdosis
Beobachtung auf Entzugssymptome
Woche 3-4
Weitere Reduktion um 25% (50% der Ausgangsdosis)
Engmaschige ärztliche Kontrolle
Woche 5-6
Reduktion auf 25% der Ausgangsdosis
Vorbereitung auf vollständiges Absetzen
Woche 7-8
Vollständiges Absetzen
Nachbeobachtung über mehrere Wochen
Entzugssymptome
Beim Absetzen oder zu schneller Dosisreduktion können folgende Entzugssymptome auftreten:
Frühe Entzugssymptome (6-12 Stunden)
- Unruhe und Nervosität
- Schwitzen
- Tränenfluss
- Laufende Nase
- Gähnen
- Muskelschmerzen
Späte Entzugssymptome (24-72 Stunden)
- Übelkeit und Erbrechen
- Durchfall
- Pupillenerweiterung
- Blutdruckanstieg
- Herzrasen
- Schlafstörungen
Psychische Symptome
- Starkes Verlangen (Craving)
- Depressive Verstimmung
- Angst
- Reizbarkeit
- Konzentrationsstörungen
Aufbewahrung und Entsorgung
Richtige Lagerung
- Temperatur: Bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern
- Lichtschutz: In der Originalverpackung aufbewahren
- Feuchtigkeit: Vor Feuchtigkeit schützen, nicht im Badezimmer lagern
- Kindersicherheit: Unbedingt außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren
- Sicherheit: Abschließbarer Medikamentenschrank empfohlen (Betäubungsmittel!)
- Haltbarkeit: Nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr verwenden
Ordnungsgemäße Entsorgung
Nicht benötigte oder abgelaufene Medikamente dürfen nicht über das Abwasser oder den Hausmüll entsorgt werden. Bringen Sie diese zurück zur Apotheke oder zu speziellen Schadstoffsammelstellen. Dies schützt die Umwelt und verhindert Missbrauch.
Kosten und Verfügbarkeit
Verschreibung und Kostenübernahme
Dihydrocodein ist verschreibungspflichtig und unterliegt der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung. Für die Verordnung ist ein spezielles Betäubungsmittelrezept erforderlich, das nur 7 Tage gültig ist.
Kostenaspekte
Gesetzliche Krankenversicherung: Bei medizinischer Notwendigkeit werden die Kosten in der Regel übernommen (abzüglich gesetzlicher Zuzahlung)
Zuzahlung: 5-10 Euro pro Packung (abhängig von Packungsgröße)
Private Versicherung: Erstattung nach individuellen Vertragsbedingungen
Preise: Eine Packung mit 50 Tabletten à 60 mg kostet etwa 30-45 Euro (Apothekenverkaufspreis)
Alternativen zu Dihydrocodein
Andere Opioid-Analgetika
Je nach Schmerzintensität und individueller Situation können folgende Alternativen in Betracht gezogen werden:
- Tramadol: Schwächeres Opioid für moderate Schmerzen
- Tilidin: Ähnliche Wirkstärke, in Kombination mit Naloxon verfügbar
- Morphin: Stärkeres Opioid für schwere Schmerzen
- Oxycodon: Potentes Opioid bei unzureichender Wirkung von Dihydrocodein
- Buprenorphin: Partieller Opioid-Agonist mit günstigerem Nebenwirkungsprofil
Nicht-opioide Alternativen
Bei bestimmten Schmerzarten können auch nicht-opioide Analgetika ausreichend wirksam sein:
Häufig gestellte Fragen
Macht Dihydrocodein abhängig?
Ja, bei längerer Einnahme (mehr als 4 Wochen) besteht ein erhebliches Risiko für körperliche und psychische Abhängigkeit. Daher sollte die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden. Bei chronischen Schmerzen ist eine engmaschige ärztliche Überwachung erforderlich.
Wie schnell wirkt Dihydrocodein?
Normale Tabletten wirken nach etwa 30-60 Minuten, die maximale Wirkung tritt nach 1-2 Stunden ein. Retardtabletten haben einen verzögerten Wirkungseintritt nach etwa 1-2 Stunden, dafür eine längere Wirkdauer von bis zu 12 Stunden.
Wichtige Patienteninformationen
📋 Checkliste für die sichere Anwendung
- ✓ Nehmen Sie Dihydrocodein nur nach ärztlicher Verordnung ein
- ✓ Informieren Sie Ihren Arzt über alle anderen Medikamente
- ✓ Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol
- ✓ Fahren Sie kein Auto, besonders zu Behandlungsbeginn
- ✓ Bewahren Sie das Medikament sicher vor Kindern auf
- ✓ Setzen Sie das Medikament nicht plötzlich ab
- ✓ Kontaktieren Sie bei Nebenwirkungen sofort Ihren Arzt
- ✓ Überschreiten Sie niemals die verordnete Dosis
- ✓ Beachten Sie das Verfallsdatum
- ✓ Nehmen Sie regelmäßige Kontrolltermine wahr
Fazit
Dihydrocodein ist ein wirksames Schmerzmittel zur Behandlung mittelstarker bis starker Schmerzen. Die korrekte Anwendung nach ärztlicher Anweisung ermöglicht eine effektive Schmerzlinderung bei vertretbarem Nebenwirkungsrisiko. Besondere Aufmerksamkeit erfordert das Abhängigkeitspotenzial bei längerfristiger Anwendung sowie die Beachtung von Kontraindikationen und Wechselwirkungen.
Eine erfolgreiche Schmerztherapie mit Dihydrocodein setzt voraus, dass Patienten gut über die richtige Einnahme, mögliche Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen informiert sind. Bei Fragen oder Unsicherheiten sollte immer der behandelnde Arzt oder Apotheker konsultiert werden. Die Kombination aus medikamentöser Therapie und nicht-medikamentösen Maßnahmen (Physiotherapie, Entspannungstechniken) kann die Behandlungsergebnisse verbessern und ermöglicht oft eine Dosisreduktion.
Wichtiger Hinweis: Dieser Beipackzettel-Ratgeber ersetzt nicht die Konsultation eines Arztes oder Apothekers. Bei Fragen zur Anwendung von Dihydrocodein wenden Sie sich bitte an medizinisches Fachpersonal. Im Notfall wählen Sie die 112.
Was ist Dihydrocodein und wofür wird es angewendet?
Dihydrocodein ist ein verschreibungspflichtiges Opioid-Schmerzmittel, das zur Behandlung mittelstarker bis starker Schmerzen eingesetzt wird. Es wirkt durch Bindung an Opioidrezeptoren im zentralen Nervensystem und vermindert so die Schmerzwahrnehmung. Anwendungsgebiete umfassen chronische Schmerzen, postoperative Schmerzen und in niedrigerer Dosierung auch die Behandlung von Reizhusten.
Wie ist die richtige Dosierung von Dihydrocodein?
Die Standarddosierung für Erwachsene beträgt 60 mg alle 4-6 Stunden bei normalen Tabletten, maximal 360 mg pro Tag. Bei Retardtabletten werden 60-90 mg alle 12 Stunden eingenommen, maximal 240 mg täglich. Die Dosierung muss individuell angepasst werden und sollte bei älteren Patienten sowie bei Nieren- oder Leberinsuffizienz reduziert werden. Retardtabletten dürfen nicht geteilt oder zerkaut werden.
Welche Nebenwirkungen kann Dihydrocodein verursachen?
Sehr häufige Nebenwirkungen (bei mehr als 10% der Patienten) sind Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Müdigkeit, Schwindel und Mundtrockenheit. Häufig treten auch Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schwitzen und Juckreiz auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen wie Atemdepression, allergische Reaktionen oder Bewusstseinsveränderungen erfordern sofortige ärztliche Hilfe. Bei längerer Anwendung besteht zudem das Risiko einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit.
Macht Dihydrocodein abhängig und wie setzt man es ab?
Ja, bei Einnahme über mehr als 4 Wochen besteht ein erhebliches Abhängigkeitsrisiko. Daher sollte die Behandlungsdauer möglichst kurz gehalten werden. Das Absetzen muss schrittweise über mehrere Wochen erfolgen (Ausschleichen), um Entzugssymptome zu vermeiden. Ein typisches Schema reduziert die Dosis alle 1-2 Wochen um 25%, bis das Medikament vollständig abgesetzt werden kann.
Welche Wechselwirkungen hat Dihydrocodein mit anderen Medikamenten?
Dihydrocodein interagiert mit vielen Medikamenten. Besonders gefährlich ist die Kombination mit Alkohol, Benzodiazepinen, anderen Opioiden oder zentral dämpfenden Substanzen – dies kann zu lebensbedrohlicher Atemdepression führen. MAO-Hemmer erfordern mindestens 14 Tage Abstand. Rifampicin vermindert die Wirkung, während CYP2D6-Hemmer wie Paroxetin die Wirkung verstärken können. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
Letzte Bearbeitung am Montag, 1. Dezember 2025 – 13:24 Uhr von Alex, Webmaster von med-nebenwirkungen.de.