Borreliose

Übersicht

Durch die Klimaveränderungen der letzten Jahrzehnte (wärmeres und feuchteres Klima) breitet sich die Zecke und damit auch die Borreliose in Europa kontinuierlich weiter aus. Die Zecke ist der Hauptüberträger der Borreliose, die inzwischen in Deutschland zu einer Art „Volkskrankheit“ geworden ist. in Jährlich infizieren sich laut Statistik etwa 40.000 bis 60.000 Menschen in Deutschland mit Borreliose, nach neueren Zahlen soll die tatsächliche aktuelle Zahl jedoch weit höher lieger und sich auf etwa 1 Million belaufen.
Lyme-Borreliose ist nicht ungefährlich. Je früher eine Borreliose-Erkrankung als solche erkannt wird, desto besser kann sie mit Hilfe von Antibiotika ausgeheilt werden. Eine verschleppte Borreliose kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen wie Herzproblemen, Lähmungen Arthrose und einer langwierigeren Behandlungsdauer führen. Das Problem ist oft, dass Zeckenbisse unbemerkt bleiben und Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen oder Gelenkschmerzen dann zunächst nicht in Verbindung mit einer Borreliose-Infektion gebracht werden.
Um sich vor einer Borreliose-Infektion zu schützen und dennoch den Aufenthalt in der Natur genießen zu können ist Wachsamkeit gefragt. Wer im Garten arbeitet oder häufig in der Natur unterwegs ist, sollte entsprechende Kleidung tragen, ein Insektenschutzmittel auftragen, sich danach gründlich nach Zecken absuchen und nach Möglichkeit die Kleidung waschen.

Bild: „Borreliose“ von Percherie - Novatec. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache für eine Borreliose ist eine Infektion mit Borrelien. Dies sind Bakterien, die hauptsächlich durch Zeckenbisse übertragen werden. Die Zecke übernimmt den Erreger von ihren Wirten, Vögeln oder kleinen Säugetieren, und überträgt sie dann auf den Menschen. Aber nicht in jedem Fall ist eine Zecke auch Träger der Borrelien. In Deutschland tragen ca 5-35 % der Zecken die Bakterien in sich. Bei 1,5 bis 6% der Personen, die von einer infizierten Zecke gestochen wurden, kommt es zu einer Infektion und bei einem noch geringerer Prozentsatz, nämlich bei 0,3 bis 1,4 % dieser Personen kommt die Krankheit zum Ausbruch. In Deutschland gibt es Hochrisikogebiete und Gebiete, in denen deutlich weniger Zecken den Erreger in sich tragen.

Symptome

In Bezug auf die Symptome unterscheidet man bei einer Borelliose drei Stadien:

Borreliose-Stadium I
Wenige Tage oder Wochen nach dem Zecken-Biss tritt an der Biss-Stelle eine typische runde, ringförmige Hauterscheinung auf, die sogenannte „Wanderröte“. Diese kann unterschiedlich groß sein, von etwa handtellergroß bis zu 65 cm Durchmesser haben und unterscheidet sich ganz deutlich von der kleinen juckenden Rötung, die nach einem Zecken-Biss um die Einstich-Stelle herum auftritt. Die Wanderröte verschwindet spontan meist wieder.

Zusätzlich treten oft noch folgende zusätzliche Symptome auf:

  • Schwäche
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Fieber
  • Lymphknotenschwellungen
  • Bindehautentzündung

Borreliose-Stadium II
Wenige Monate nach dem Zeckenbiss treten die Symptome des zweiten Stadiums ein auf: Neben der Haut sind nun auch weitere Organe von der Infektion betroffen. In der Hauptsache 

1. Das Nervensystem („Neuroborreliose“)
In diesem Fall können Nervenschmerzen und Lähmungen auftreten oder kann zu Hirnhaut- und Nervenwurzelentzündungen kommen

2. Das Herz
In diesem Fall können Herzrhytmusstörungen, eine Herzmuskel- oder eine Herzbeutelentzündung auftreten.

Im zweiten Stadium kann zudem seltener eine spezielle Hauterscheinung auftreten, bei der an bestimmten Hautpartien große rot-bläuliche Flecken auftreten. Die Haut schwillt dabei an. Häufig betroffene Bereiche sind die Hoden, die Ohrläppchen, sowie die Brustwarzen.

Borreliose Stadium III
Das dritte Stadium tritt manchmal Monate, manchmal erst Jahre nach der Infektion mit Borreliose ein. Lyme-Arthritis

Behandlung

Je früher eine Borreliose erkannt und behandelt wird, desto besser lassen sich schwerere Verläufe der Krankheit verhindern und desto besser sind auch die Heilungsaussichten. Um sicher zu gehen, dass die Borrelien, also die Krankheitserreger vollständig aus dem Körper verschwinden und nicht zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiv werden, wird meist eine Antibiotikatherapie verordnet. Bei einer Borreliose im Stadium I wird eine 2-wöchige Antibiotika-Therapie, die Therapie im fortgeschrittenen Borreliose-Stadium dauert zwischen 3-4 Wochen. Je nach Stadium kommen unterschiedliche Antibiotika zur Anwendung und bei Kindern werden andere Antibiotika eingesetzt, als bei Erwachsenen.

Vorbeugen

Da es bislang keine Impfung oder vorbeugende Medikamente gibt, kann man einer Borreliose medikamentös nicht so leicht vorbeugen. Die wirkungsvollste Maßnahme ist es, Zeckenstiche vollständig zu vermeiden. Das ist nicht immer möglich, jedoch gibt es eine ganze Reihe an Vorsichtsmaßnahmen, die man einhalten kann, um das Risiko einer Infektion mit Borreliose weitestgehend gering zu halten

  • Gebiete zu vermeiden in Bereiche, in denen Zecken vorkommen: im Gebüsch, hohen Wiesen, Sträuchern, um sich Zecken gar nicht erst „einzufangen“ oder auf festen Wegen bleiben
  • sich nach Spaziergängen oder der Arbeit im Garten gründlich nach Zecken „abzusuchen“. Am liebsten halten sich Zecken an warmfeuchten Körperbereichen auf wie der Leistengegend, die Achseln oder die Brüste.
    Auch die Kniekehlen oder der Haaransatz sollte abgesucht werden.
  • Zecken, die bereits angebissen haben, so schnell wie möglich „fachmännisch“ entfernen mit Hilfe von speziellen Haken, Zangen etc.
  • Lange, bedeckte und helle Kleidung tragen, wenn man in Gebieten unterwegs ist
  • Kleidung nach dem Spaziergang oder der Gartenarbeit ausziehen und waschen
  • Insektenschutzmittel nutzen, die Zecken abwehren
  • Einstichstelle nach dem Entfernen der Zecke auf Überreste überprüfen