Secukinumab, bekannt unter dem Handelsnamen Cosentyx, ist ein innovatives Biologikum zur Behandlung von Psoriasis und anderen entzündlichen Erkrankungen. Als monoklonaler Antikörper blockiert es gezielt das Protein Interleukin-17A und unterbricht damit den Entzündungsprozess bei Schuppenflechte. Seit der Zulassung hat sich Secukinumab als hochwirksame Therapieoption etabliert, die vielen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis zu deutlich verbesserter Lebensqualität verhilft.
⚕️ Medizinischer Hinweis zu Secukinumab | Cosentyx | Psoriasis
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Was ist Secukinumab (Cosentyx)?
Secukinumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper, der zur Klasse der Biologika gehört und gezielt in das Immunsystem eingreift. Der Wirkstoff wurde vom Pharmaunternehmen Novartis entwickelt und ist seit 2015 in Europa unter dem Markennamen Cosentyx zugelassen. Die Substanz richtet sich spezifisch gegen das Zytokin Interleukin-17A (IL-17A), einen wichtigen Botenstoff im Entzündungsgeschehen bei Psoriasis und anderen Autoimmunerkrankungen.
Wichtige Fakten zu Secukinumab
- Wirkstoffklasse: Monoklonaler Antikörper (IL-17A-Inhibitor)
- Handelsname: Cosentyx
- Hersteller: Novartis Pharma GmbH
- Zulassung in Europa: Januar 2015
- Darreichungsform: Fertigspritze oder Fertigpen zur subkutanen Injektion
- Verfügbare Dosierungen: 150 mg und 300 mg
Wirkmechanismus von Secukinumab
Wie Secukinumab die Entzündung stoppt
Der Wirkmechanismus von Secukinumab basiert auf einer hochspezifischen Blockade des Entzündungsprozesses auf molekularer Ebene. Bei Psoriasis und anderen entzündlichen Erkrankungen spielt das Zytokin Interleukin-17A eine zentrale Rolle in der Entstehung und Aufrechterhaltung der Entzündung.
Schritt 1: IL-17A-Produktion
Bei Psoriasis produzieren bestimmte Immunzellen (T-Helfer-17-Zellen) vermehrt das entzündungsfördernde Protein Interleukin-17A.
Schritt 2: Bindung an Rezeptoren
IL-17A bindet normalerweise an Rezeptoren auf Hautzellen und löst eine Entzündungskaskade aus, die zu den typischen Psoriasis-Symptomen führt.
Schritt 3: Intervention durch Secukinumab
Secukinumab fängt IL-17A ab, bevor es an seine Rezeptoren binden kann, und neutralisiert es vollständig.
Schritt 4: Entzündungshemmung
Ohne aktives IL-17A wird die Entzündungskaskade unterbrochen, und die Haut kann sich regenerieren.
Wissenschaftliche Grundlagen
Die Entdeckung der Bedeutung von Interleukin-17A für die Pathogenese der Psoriasis war ein Durchbruch in der Dermatologie. Forschungen haben gezeigt, dass IL-17A nicht nur die Entzündung fördert, sondern auch die übermäßige Vermehrung von Hautzellen (Keratinozyten) stimuliert – ein Kernmerkmal der Schuppenflechte. Durch die selektive Hemmung dieses einen Botenstoffs kann Secukinumab die Krankheitsaktivität erheblich reduzieren, ohne das gesamte Immunsystem zu unterdrücken.
Anwendungsgebiete von Cosentyx
Secukinumab ist für mehrere entzündliche Erkrankungen zugelassen, bei denen IL-17A eine zentrale Rolle spielt. Die Hauptindikationen umfassen verschiedene Formen von Psoriasis sowie weitere rheumatologische Erkrankungen.
Plaque-Psoriasis
Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen, die für eine systemische Therapie in Frage kommen. Auch für Kinder ab 6 Jahren zugelassen.
Psoriasis-Arthritis
Therapie der aktiven Psoriasis-Arthritis bei erwachsenen Patienten, die unzureichend auf konventionelle Basistherapeutika angesprochen haben.
Axiale Spondyloarthritis
Behandlung von aktiver ankylosierender Spondylitis (Morbus Bechterew) und nicht-röntgenologischer axialer Spondyloarthritis bei Erwachsenen.
Enthesitis-assoziierte Arthritis
Therapie bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren mit aktiver Enthesitis-assoziierter Arthritis.
Psoriasis: Die Hauptindikation
Die Plaque-Psoriasis ist die häufigste Form der Schuppenflechte und betrifft etwa 2-3% der Bevölkerung in Deutschland. Sie ist gekennzeichnet durch scharf begrenzte, gerötete und schuppende Hautareale, die häufig an Ellenbogen, Knien, der Kopfhaut und dem unteren Rücken auftreten. Für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Ausprägung, bei denen topische Therapien nicht ausreichend wirksam sind, stellt Secukinumab eine wichtige Behandlungsoption dar.
Dosierung und Anwendung
Secukinumab wird als subkutane Injektion verabreicht, die der Patient nach entsprechender Schulung selbst durchführen kann. Die Behandlung folgt einem festgelegten Schema mit einer Aufsättigungsphase und anschließender Erhaltungstherapie.
Dosierungsschema bei Plaque-Psoriasis
| Phase | Dosierung | Zeitpunkt | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Aufsättigung | 300 mg | Woche 0, 1, 2, 3, 4 | Wöchentliche Injektionen für schnellen Wirkeintritt |
| Erhaltung | 300 mg | Alle 4 Wochen | Ab Woche 4, monatliche Erhaltungsdosis |
| Alternative Dosis | 150 mg | Wie oben | Für Patienten mit geringerem Körpergewicht oder leichterer Erkrankung |
Anwendungshinweise
Injektionstechnik
Die Injektion erfolgt subkutan (unter die Haut) in den Oberschenkel, Bauch oder Oberarm. Die Injektionsstelle sollte bei jeder Anwendung gewechselt werden.
Lagerung
Cosentyx muss im Kühlschrank bei 2-8°C gelagert werden. Vor der Injektion sollte die Spritze etwa 15-20 Minuten bei Raumtemperatur aufwärmen.
Selbstinjektion
Nach ausführlicher Schulung durch medizinisches Fachpersonal können Patienten die Injektionen selbstständig zu Hause durchführen.
Vergessene Dosis
Bei versäumter Injektion sollte diese so bald wie möglich nachgeholt werden. Danach wird das reguläre Schema fortgesetzt.
Wirksamkeit und klinische Studien
Die Wirksamkeit von Secukinumab wurde in umfangreichen klinischen Studien untersucht. Die Zulassung basiert auf mehreren Phase-III-Studien mit insgesamt über 3.000 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis.
Studienergebnisse im Überblick
ERASURE-Studie (2015)
- 81,6% der Patienten erreichten PASI 75 nach 12 Wochen (300 mg Dosis)
- 59,2% erreichten vollständige oder nahezu vollständige Abheilung (PASI 90)
- Signifikant besser als Placebo und vergleichbar mit anderen Biologika
FIXTURE-Studie (2015)
- Direkter Vergleich mit Etanercept (einem anderen Biologikum)
- 77,1% PASI 75 bei Secukinumab vs. 44,0% bei Etanercept nach 12 Wochen
- Überlegenheit von Secukinumab statistisch nachgewiesen
Langzeitwirksamkeit
Besonders bemerkenswert ist die anhaltende Wirksamkeit von Secukinumab über lange Behandlungszeiträume. Langzeitdaten über 5 Jahre zeigen, dass die meisten Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, auch langfristig eine gute Krankheitskontrolle aufrechterhalten können. In einer Analyse von über 1.400 Patienten behielten etwa 80% der Responder ihre Verbesserung über mindestens 3 Jahre bei.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Wie alle Arzneimittel kann auch Secukinumab Nebenwirkungen verursachen. Die meisten Nebenwirkungen sind mild bis moderat und klingen von selbst ab. Dennoch ist es wichtig, mögliche unerwünschte Wirkungen zu kennen und bei Auftreten mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.
Häufige Nebenwirkungen
Infektionen der oberen Atemwege
Sehr häufig (>10%)Erkältungssymptome, Schnupfen, Halsschmerzen – meist mild und selbstlimitierend.
Kopfschmerzen
Häufig (1-10%)Leichte bis moderate Kopfschmerzen, die meist vorübergehend auftreten.
Durchfall
Häufig (1-10%)Vorübergehende Verdauungsbeschwerden, meist ohne weitere Komplikationen.
Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle
Bei etwa 10-20% der Patienten treten lokale Reaktionen an der Injektionsstelle auf. Diese umfassen Rötung, Schwellung, Juckreiz oder leichte Schmerzen. Diese Reaktionen sind in der Regel mild, treten innerhalb der ersten Tage nach der Injektion auf und verschwinden spontan wieder.
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen
⚠️ Wichtige Warnhinweise
- Schwere Infektionen: Durch die Wirkung auf das Immunsystem kann das Risiko für schwere Infektionen erhöht sein. Bei Fieber, anhaltenden Symptomen oder Verschlechterung sollte sofort ein Arzt kontaktiert werden.
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: In seltenen Fällen wurde über Neuauftreten oder Verschlechterung von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa berichtet.
- Überempfindlichkeitsreaktionen: Sehr selten können schwere allergische Reaktionen auftreten (Anaphylaxie).
- Pilzinfektionen: Candida-Infektionen, insbesondere der Mundschleimhaut, können gehäuft auftreten.
Sicherheitsüberwachung
Vor Beginn der Behandlung mit Secukinumab sollten bestimmte Untersuchungen durchgeführt werden, um Risiken zu minimieren. Dazu gehören ein Test auf Tuberkulose sowie die Überprüfung des Impfstatus. Während der Behandlung sind regelmäßige ärztliche Kontrollen wichtig, um die Wirksamkeit zu überwachen und mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Wann darf Secukinumab nicht angewendet werden?
- Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Secukinumab oder einen der sonstigen Bestandteile
- Bei aktiven schweren Infektionen, einschließlich aktiver Tuberkulose
- Bei klinisch relevanten aktiven Infektionen sollte die Behandlung verschoben werden
Besondere Vorsicht ist erforderlich bei:
Chronischen Infektionen
Patienten mit wiederkehrenden oder chronischen Infektionen sollten engmaschig überwacht werden.
Tuberkulose-Anamnese
Vor Therapiebeginn muss eine latente oder aktive Tuberkulose ausgeschlossen werden.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Bei Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa in der Vorgeschichte ist Vorsicht geboten.
Lebendimpfungen
Während der Behandlung sollten keine Lebendimpfstoffe verabreicht werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Die Datenlage zur Anwendung von Secukinumab in der Schwangerschaft ist begrenzt. Tierexperimentelle Studien haben keine direkten schädlichen Wirkungen auf die Schwangerschaft gezeigt, dennoch sollte Cosentyx während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es eindeutig erforderlich ist. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung und mindestens 20 Wochen nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
Ob Secukinumab in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt. Da humane Immunglobuline in die Muttermilch übergehen können, muss eine Entscheidung getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder auf die Behandlung verzichtet werden soll.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Bisher wurden keine formalen Studien zu Wechselwirkungen mit Secukinumab durchgeführt. Dennoch gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:
Kombination mit anderen Immunsuppressiva
Die gleichzeitige Anwendung von Secukinumab mit anderen immunsuppressiven Biologika oder konventionellen systemischen Therapien (wie Methotrexat, Ciclosporin) wurde nicht systematisch untersucht und wird nicht empfohlen. Eine solche Kombination könnte das Infektionsrisiko erhöhen, ohne dass ein zusätzlicher therapeutischer Nutzen nachgewiesen ist.
Impfungen
Wichtige Informationen zu Impfungen
Lebendimpfstoffe: Während der Behandlung mit Secukinumab sollten keine Lebendimpfstoffe verabreicht werden, da das Risiko einer Infektion durch den abgeschwächten Impfstoff erhöht sein könnte.
Totimpfstoffe: Inaktivierte (Tot-)Impfstoffe können während der Behandlung verabreicht werden, wobei die Impfantwort möglicherweise abgeschwächt sein kann.
Empfehlung: Der Impfstatus sollte vor Beginn der Therapie überprüft und alle empfohlenen Impfungen nach Möglichkeit vervollständigt werden.
Therapieüberwachung und Kontrollen
Eine erfolgreiche Behandlung mit Secukinumab erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen, um die Wirksamkeit zu beurteilen und mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
Vor Therapiebeginn
- Ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung
- Screening auf Tuberkulose (Tuberkulin-Hauttest oder Interferon-Gamma-Test)
- Überprüfung des Impfstatus
- Ausschluss aktiver Infektionen
- Laboruntersuchungen (Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte)
- Bei Frauen im gebärfähigen Alter: Schwangerschaftstest
Während der Behandlung
Erste 12 Wochen
Engmaschige Kontrollen alle 4 Wochen zur Beurteilung des Ansprechens und zur Überwachung auf Nebenwirkungen. Dokumentation des PASI-Scores zur objektiven Verlaufskontrolle.
Nach 12-16 Wochen
Bewertung des therapeutischen Ansprechens. Bei unzureichender Wirkung sollte eine Therapieanpassung erwogen werden.
Erhaltungsphase
Regelmäßige Kontrollen alle 3-6 Monate mit klinischer Untersuchung und Laborkontrollen. Bei stabiler Erkrankung können die Intervalle verlängert werden.
Langzeitbehandlung
Jährliche umfassende Kontrolle mit ausführlicher Anamnese, körperlicher Untersuchung und Laborkontrolle. Überprüfung der Therapienotwendigkeit und -optimierung.
Kosten und Erstattung
Secukinumab gehört zu den Biologika und ist ein hochpreisiges Medikament. Die Kosten für eine Jahrestherapie liegen im fünfstelligen Bereich. In Deutschland wird Cosentyx von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet, wenn die Voraussetzungen für eine systemische Therapie erfüllt sind.
Voraussetzungen für die Kostenübernahme
Schweregrad
Mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis (PASI ≥10 oder BSA ≥10% oder DLQI >10)
Vortherapie
Unzureichendes Ansprechen, Kontraindikation oder Unverträglichkeit gegenüber mindestens zwei systemischen Therapien
Fachärztliche Verordnung
Die Verordnung muss durch einen Facharzt für Dermatologie oder einen entsprechend qualifizierten Arzt erfolgen
Dokumentation
Regelmäßige Dokumentation des Krankheitsverlaufs und des Therapieansprechens
Wirtschaftlichkeitsaspekte
Trotz der hohen Medikamentenkosten wird die Behandlung mit Secukinumab als kosteneffektiv betrachtet, wenn man die indirekten Kosten der Erkrankung berücksichtigt. Dazu gehören Arbeitsunfähigkeit, verminderte Lebensqualität und die Behandlung von Folgeerkrankungen. Studien zur Gesundheitsökonomie zeigen, dass bei Patienten mit schwerer Psoriasis die Biologika-Therapie langfristig zu einer Reduktion der Gesamtkosten führen kann.
Praktische Tipps für Patienten
Vorbereitung der Injektion
- Nehmen Sie die Fertigspritze oder den Fertigpen 15-20 Minuten vor der Anwendung aus dem Kühlschrank
- Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife und Wasser
- Desinfizieren Sie die Injektionsstelle mit einem Alkoholtupfer
- Wechseln Sie die Injektionsstelle bei jeder Anwendung
- Vermeiden Sie Hautareale mit Psoriasis-Läsionen, Narben oder Blutergüssen
Umgang mit Nebenwirkungen
Lokale Reaktionen
Kühlen Sie die Injektionsstelle vor und nach der Injektion. Bei anhaltenden Beschwerden kontaktieren Sie Ihren Arzt.
Infektzeichen
Bei Fieber über 38°C, starken Halsschmerzen oder anderen Infektzeichen kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt.
Verdauungsbeschwerden
Bei anhaltenden oder blutigen Durchfällen, starken Bauchschmerzen sollten Sie Ihren Arzt informieren.
Notfallsituationen
Bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder schweren allergischen Reaktionen rufen Sie sofort den Notarzt.
Reisen mit Cosentyx
Wenn Sie mit Cosentyx reisen, sollten Sie einige wichtige Punkte beachten. Transportieren Sie das Medikament in einer Kühltasche mit Kühlakkus, um die Kühlkette nicht zu unterbrechen. Bei Flugreisen nehmen Sie Cosentyx im Handgepäck mit und führen Sie ein ärztliches Attest mit sich. Informieren Sie sich vorab über die Verfügbarkeit medizinischer Versorgung am Reiseziel und nehmen Sie ausreichend Medikament für die gesamte Reisedauer plus Reserve mit.
Vergleich mit anderen Psoriasis-Therapien
Biologika-Vergleich
Secukinumab gehört zur neueren Generation von Biologika für die Psoriasis-Behandlung. Im Vergleich zu älteren TNF-alpha-Blockern (wie Adalimumab, Etanercept) zeigt Secukinumab in Studien eine höhere Wirksamkeit, insbesondere bei der Erreichung vollständiger Hautabheilung (PASI 100). Andere IL-17-Inhibitoren wie Ixekizumab oder Brodalumab zeigen eine vergleichbare Wirksamkeit, wobei die Wahl oft von individuellen Faktoren und Verträglichkeit abhängt.
Konventionelle systemische Therapien
Gegenüber konventionellen systemischen Therapien wie Methotrexat, Ciclosporin oder Fumarsäureester bietet Secukinumab eine höhere Wirksamkeit und ein günstigeres Langzeit-Sicherheitsprofil, insbesondere hinsichtlich Leber- und Nierentoxizität. Allerdings erfordern die konventionellen Therapien keine Injektionen und sind deutlich kostengünstiger, weshalb sie häufig als Erstlinientherapie eingesetzt werden.
Zukunftsperspektiven und Forschung
Die Forschung zu Secukinumab und IL-17-Inhibitoren ist weiterhin aktiv. Aktuelle Studien untersuchen die Wirksamkeit bei weiteren Indikationen, optimierte Dosierungsschemata und die Möglichkeit einer Therapiepause bei langanhaltender Remission. Besonders interessant sind Untersuchungen zur individualisierten Therapie, bei der biomarkerbasiert vorhergesagt werden könnte, welche Patienten besonders gut auf Secukinumab ansprechen.
Aktuelle Forschungsschwerpunkte
Dosisoptimierung
Studien zur Möglichkeit der Intervallverlängerung bei Langzeitrespondern zur Verbesserung der Lebensqualität und Kostenreduktion.
Pädiatrische Anwendung
Erweiterte Untersuchungen zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen Psoriasis-Formen.
Kombinationstherapien
Evaluation sinnvoller Kombinationen mit topischen Therapien oder anderen systemischen Ansätzen.
Prädiktive Biomarker
Identifikation von Markern zur Vorhersage des Therapieansprechens für eine personalisierte Medizin.
Fazit
Zusammenfassung
Secukinumab (Cosentyx) stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis und weiterer IL-17A-vermittelter Erkrankungen dar. Durch die gezielte Hemmung von Interleukin-17A bietet das Medikament eine hohe Wirksamkeit mit der Möglichkeit vollständiger Hautabheilung bei vielen Patienten.
Die subkutane Verabreichung alle vier Wochen nach der Aufsättigungsphase ermöglicht eine komfortable Langzeittherapie mit hoher Therapietreue. Das Sicherheitsprofil ist insgesamt günstig, wobei wie bei allen Immuntherapien ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, das eine sorgfältige Patientenauswahl und regelmäßige Überwachung erfordert.
Für Patienten, die auf konventionelle Therapien nicht ausreichend ansprechen oder diese nicht vertragen, bietet Secukinumab eine wirksame und gut verträgliche Alternative, die nachweislich die Lebensqualität deutlich verbessern kann. Die Entscheidung für eine Behandlung mit Cosentyx sollte individuell unter Berücksichtigung von Krankheitsschwere, Vortherapien, Begleiterkrankungen und Patientenpräferenzen getroffen werden.
Wie schnell wirkt Secukinumab bei Psoriasis?
Die ersten Verbesserungen der Psoriasis-Symptome zeigen sich in der Regel bereits nach 2-4 Wochen Behandlung mit Secukinumab. Die maximale Wirkung wird jedoch meist erst nach 12-16 Wochen erreicht, wobei viele Patienten eine kontinuierliche Verbesserung über diesen Zeitraum erleben. Bei etwa 80-90% der Patienten tritt eine deutliche Besserung (PASI 75) nach 12 Wochen ein.
Kann ich Secukinumab selbst zu Hause injizieren?
Ja, nach einer gründlichen Schulung durch medizinisches Fachpersonal können Patienten Secukinumab selbstständig zu Hause injizieren. Das Medikament ist als Fertigspritze oder als Fertigpen erhältlich, die beide für die Selbstanwendung konzipiert sind. Die subkutane Injektion erfolgt in den Oberschenkel, Bauch oder Oberarm, wobei die Injektionsstelle bei jeder Anwendung gewechselt werden sollte.
Welche Nebenwirkungen treten am häufigsten bei Cosentyx auf?
Die häufigsten Nebenwirkungen von Secukinumab sind Infektionen der oberen Atemwege wie Erkältungen und Schnupfen, die bei mehr als 10% der Patienten auftreten. Weitere häufige Nebenwirkungen umfassen Kopfschmerzen, Durchfall und lokale Reaktionen an der Injektionsstelle wie Rötung oder leichte Schmerzen. Die meisten Nebenwirkungen sind mild bis moderat und verschwinden von selbst wieder.
Wie lange muss ich Secukinumab anwenden?
Secukinumab ist eine Langzeittherapie zur Kontrolle der Psoriasis. Nach der anfänglichen Aufsättigungsphase mit wöchentlichen Injektionen über 4 Wochen wird die Behandlung mit monatlichen Injektionen fortgesetzt, solange sie wirksam ist und gut vertragen wird. Viele Patienten bleiben über Jahre in Behandlung, wobei Langzeitdaten eine anhaltende Wirksamkeit über mindestens 5 Jahre zeigen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Cosentyx?
Ja, in Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Secukinumab bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehören ein ausreichender Schweregrad der Erkrankung und ein unzureichendes Ansprechen, Kontraindikationen oder Unverträglichkeit gegenüber mindestens zwei konventionellen systemischen Therapien. Die Verordnung muss durch einen Facharzt erfolgen.
Letzte Bearbeitung am Montag, 1. Dezember 2025 – 16:33 Uhr von Alex, Webmaster von med-nebenwirkungen.de.