Paracetamol Wirkstoff Nebenwirkungen

Medikamente mit Wirkstoff Paracetamol

Paracetamol Ratiopharm

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Bereits im Jahr 1878 wurde die Herstellung von Paracetamol erstmals beschrieben. Trotzdem sollte es bis nach dem Zweiten Weltkrieg dauern, ehe der Wirkstoff bekannter wurde. Erstmals eingesetzt wurde Paracetamol als Fertigarzneimittel dann im Jahr 1955 in den USA. Wie heute wurde es bereits in seinen Anfängen als fiebersenkendes und schmerzstillendes Mittel angepriesen. Der Vorteil gegenüber der bereits lange bekannten Acetylsalicylsäure war die Magenfreundlichkeit von Paracetamol. Seit 1956 ist es in Tablettenform erhältlich. Unter dem Markennamen ben-u-ron wurde es als Monopräparat 1959 von bene-Arzneimittel erstmals in Deutschland auf den Markt gebracht. 

Beliebtes Schmerzmittel

Paracetamol ist der Gruppe der Nichtopioid-Analgetika zugeordnet und wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend. Paracetamol ist sowohl als Monopräparat als auch als Bestandteil verschiedener Kombinationspräparate erhältlich und wird zur symptomatischen Behandlung von unterschiedlich starken Schmerzen und gegen Erkältungsbeschwerden angewendet. Arzneimittel, die Paracetamol enthalten zählen neben jenen, die Acetylsalicylsäure und Ibuprofen beinhalten zu den gängigsten Schmerzmitteln. 1977 wurde es auf die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO gesetzt.

Markenvielfalt

Im deutschsprachigen Raum werden Paracetamol-Präparate von verschiedenen Herstellern unter mehreren Markennamen vertrieben. Die Bekanntesten sind ben-u-ron®, Captin®, Dafalgan®, Perfalgan®, Fensum® oder Mexalen®. In Asien ist der Wirkstoff unter dem Namen Panadol® und in Amerika als Tylenol® bekannt. Thomapyrin®, Neuralgin® oder Dolomo® sind die bekanntesten Kombinationspräparate auf dem deutschen Markt. Diese Mittel sind rezeptfrei erhältlich. Streng rezeptpflichtig dagegen ist das Kombipräparat mit dem Opioid Tramadol, das unter dem Markennamen Zaldiar® verkauft wird. Ebenso nur gegen Rezept erhältlich ist Gelonida®, das Paracetamol und Codein enthält.

Die Wirkung von Paracetamol

Paracetamol wirkt gegen Schmerzen und senkt Fieber. Es ist jedoch bislang noch nicht eindeutig geklärt, worauf dies letztendlich zurückzuführen ist. Es konnte allerdings nachgewiesen werden, dass das Mittel eine Hemmung des Prostaglandin E im Gehirn bewirkt. Bei Prostaglandin handelt es sich um ein Hormon, das an der Entstehung von Entzündungen und Schmerzen maßgeblich beteiligt ist. Darüber hinaus wirkt Paracetamol auf den Hypothalamus im Gehirn, der das Zentrum für die Regelung der Körpertemperatur beherbergt.

Anwendungsgebiete von Paracetamol

Als Monosubstanz ist Paracetamol geeignet, um leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber zu behandeln. Die Hauptanwendungsgebiete sind Kopfschmerzen, leichte Zahnschmerzen, Regelbeschwerden oder grippale Infekte. Paracetamol ist in Kombination mit Koffein erhältlich, das sowohl die Wirkstärke als auch die Zeit bis zum Wirkungseintritt verkürzt. In Kombination mit Koffein und Acetylsalicylsäure besitzt es ebenso gesteigerte Wirksamkeit. Von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft wird diese Kombination als Mittel gegen Migräne empfohlen. Für starke Schmerzen gibt es zugelassene Kombinationen von Paracetamol mit Codein oder Tramadol. Kombinationspräparate gibt es auch im Bereich der sogenannten „Grippemittel“. Diese Kombinationen mit Antihistaminika, Hustenblockern- oder lösern wirken speziell gegen klassische „Erkältungen“.

Dosierung von Paracetamol

Die Dosierung von Paracetamol richtet sich nach Alter und Körpergewicht. Verabreicht werden können die Präparate je nach Darreichungsform entweder oral, rektal aber auch intravenös. Eine orale Anwendung sieht in der Regel etwa 10 – 15 mg Paracetamol pro kg Körpergewicht vor. Die Tagesgesamtdosis sollte 60 mg pro kg Körpergewicht nicht überschreiten. Bei einem Erwachsenen ergibt sich damit eine maximale Tagesdosis von 4000 mg, aufgeteilt auf vier einzelne Dosen.

Nebenwirkungen

 

Medikament BildBei bestimmungsgemäßem Gebrauch zeigen sich bei Paracetamol kaum Nebenwirkungen.

Werden über einen längeren Zeitraum hohe Dosen eingenommen, kann dies zu Leber- und Nierenschädigungen führen. Ebenso steht es im Verdacht, bei chronischem Gebrauch das Risiko von gewissen Blutkrebserkrankungen zu erhöhen. Bei Absetzen nach längerem und hoch dosiertem Gebrauch kann es zu Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit und Nervosität kommen. Diese Symptome klingen aber nach einigen Tagen von selbst ab. Auf die Einnahme von Schmerzmitteln sollte in dieser Zeit allerdings verzichtet werden.

Wechselwirkungen

Wie bei anderen Wirkstoffen kann es auch unter Paracetamol zu sogenannten Wechselwirkungen kommen. Daher sollten Paracetamol-Präparate keinesfalls mit Barbituraten, Antiepileptika oder Alkohol eingenommen werden. Eine gleichzeitige Einnahme kann schwere Leberschädigungen nach sich ziehen. Die Wirkung von blutverdünnenden Mitteln wie Warfarin kann unter gleichzeitiger Paracetamol-Gabe verstärkt werden. Bei einigen Arzneimitteln ist eine Anpassung der Dosierung notwendig, weil das Paracetamol eine verlängerte oder verkürzte Verweildauer im Körper bewirkt. 

Missbrauch und Überdosierung

Von einer Überdosierung spricht man ab etwa 6 Gramm Paracetamol als Einzeldosis bei Erwachsenen. Symptome einer Überdosierung äußern sich innerhalb von 24 Stunden in Übelkeit und Erbrechen. Es kann zu Appetitlosigkeit, Blässe und Bauchschmerzen kommen. Danach lassen die Beschwerden langsam nach. Die Leibschmerzen bleiben allerdings meist bestehen. Sie deuten auf eine Leberschädigung hin. Nach etwa vier bis sechs Tagen erreicht die Vergiftung ihren Höhepunkt und es kann zu Koma, Nierenversagen oder auch einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse kommen. Eine Paracetamol-Überdosierung kann zum Tod führen, daher ist bei einem derartigen Verdacht sofort der Arzt aufzusuchen. 

Fazit

Bei ordnungsgemäßem Gebrauch ist Paracetamol ein wirksames Arzneimittel, das gegen verschiedene Schmerzzustände und grippale Infekte wirkt. Im Zweifelsfall sollte jedoch stets ein Arzt konsultiert werden.  

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