Aortenaneurysma | Aussackung der Hauptschlagader | Erweiterung der Aorta

Ein Aortenaneurysma ist eine ernst zu nehmende Gefäßerkrankung, bei der sich die Hauptschlagader krankhaft erweitert. Diese Aussackung der Aorta kann lange Zeit unbemerkt bleiben, birgt jedoch ein lebensbedrohliches Risiko, wenn sie reißt. In Deutschland sind etwa 200.000 Menschen von einem Aortenaneurysma betroffen, wobei Männer deutlich häufiger erkranken als Frauen. Die rechtzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. Dieser umfassende Artikel erklärt alle wichtigen Aspekte dieser Gefäßerkrankung – von den Ursachen über Symptome bis hin zu modernen Behandlungsmethoden.

⚕️ Medizinischer Hinweis zu Aortenaneurysma | Aussackung der Hauptschlagader | Erweiterung der Aorta

Inhaltsverzeichnis

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Was ist ein Aortenaneurysma?

Ein Aortenaneurysma bezeichnet eine krankhafte Erweiterung der Aorta, der größten Schlagader des menschlichen Körpers. Von einem Aneurysma spricht man, wenn sich der Durchmesser der Aorta um mehr als 50 Prozent vergrößert oder einen Durchmesser von über 3 Zentimetern erreicht. Die Aorta transportiert das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in den gesamten Körper und ist normalerweise etwa 2 bis 3 Zentimeter dick.

Die Gefäßwand besteht aus drei Schichten: der inneren Schicht (Intima), der mittleren Muskelschicht (Media) und der äußeren Bindegewebsschicht (Adventitia). Bei einem Aneurysma schwächt sich die Gefäßwand ab, wodurch sich die Arterie unter dem Blutdruck ausdehnt und eine Aussackung bildet. Diese Aussackung kann sich kontinuierlich vergrößern und im schlimmsten Fall reißen, was zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen führt.

200.000
Betroffene in Deutschland
4:1
Männer zu Frauen Verhältnis
65+
Durchschnittsalter bei Diagnose
80%
Sterblichkeit bei Ruptur

Arten von Aortenaneurysmen

Aortenaneurysmen werden nach ihrer Lokalisation und Form unterschieden. Die Klassifikation ist wichtig für die Wahl der richtigen Behandlungsmethode und die Einschätzung des Risikos.

Klassifikation nach Lokalisation

Thorakales Aortenaneurysma (TAA)

Das thorakale Aortenaneurysma betrifft den Abschnitt der Aorta, der durch den Brustkorb verläuft. Es macht etwa 25 Prozent aller Aortenaneurysmen aus und wird häufig zufällig bei Röntgenuntersuchungen oder CT-Scans entdeckt. Thorakale Aneurysmen können in der aufsteigenden Aorta, im Aortenbogen oder in der absteigenden Aorta auftreten.

Abdominales Aortenaneurysma (AAA)

Das abdominale Aortenaneurysma ist mit etwa 75 Prozent die häufigste Form und befindet sich im Bauchbereich unterhalb der Nierenarterien. Es entwickelt sich meist schleichend über Jahre hinweg und bleibt lange Zeit symptomlos. Das Risiko für ein AAA steigt mit zunehmendem Alter deutlich an.

Thorakoabdominales Aortenaneurysma

Diese seltene Form erstreckt sich vom Brustkorb bis in den Bauchraum und betrifft sowohl den thorakalen als auch den abdominalen Abschnitt der Aorta. Die Behandlung ist besonders komplex, da mehrere Körperregionen betroffen sind.

Klassifikation nach Form

Aneurysmatyp Beschreibung Häufigkeit
Fusiformes Aneurysma Gleichmäßige, spindelförmige Erweiterung der gesamten Gefäßwand Am häufigsten (ca. 90%)
Sakkuläres Aneurysma Einseitige, sackförmige Ausstülpung der Gefäßwand Seltener (ca. 10%)
Dissezierendes Aneurysma Einriss der inneren Gefäßwand mit Blutung zwischen die Wandschichten Selten, aber akut lebensbedrohlich

Ursachen und Risikofaktoren

Die Entstehung eines Aortenaneurysmас ist meist multifaktoriell bedingt. Verschiedene Risikofaktoren und Grunderkrankungen können zur Schwächung der Gefäßwand beitragen.

Hauptrisikofaktoren für Aortenaneurysmen

Arteriosklerose

Gefäßverkalkung ist die häufigste Ursache

Bluthochdruck

Erhöhter Druck belastet die Gefäßwand

Rauchen

Größter beeinflussbarer Risikofaktor

Genetische Faktoren

Familiäre Häufung in 15-20% der Fälle

Alter über 65 Jahre

Risiko steigt mit zunehmendem Alter

Männliches Geschlecht

Männer 4-mal häufiger betroffen

Weitere begünstigende Faktoren

Bindegewebserkrankungen

Genetische Erkrankungen wie das Marfan-Syndrom, das Ehlers-Danlos-Syndrom oder das Loeys-Dietz-Syndrom führen zu einer angeborenen Schwäche der Gefäßwand. Bei diesen Patienten können Aneurysmen bereits in jüngeren Jahren auftreten und schneller wachsen.

Entzündliche Gefäßerkrankungen

Vaskulitiden wie die Takayasu-Arteriitis oder die Riesenzellarteriitis können die Aortenwand schädigen und zur Aneurysmabildung führen. Auch bakterielle Infektionen (mykotische Aneurysmen) können die Gefäßwand schwächen.

Traumatische Ursachen

Unfälle mit stumpfem Thoraxtrauma, beispielsweise bei Verkehrsunfällen, können die Aortenwand schädigen und zur Entstehung eines traumatischen Aneurysmas führen.

Symptome und Anzeichen

Die Tückische an Aortenaneurysmen ist, dass sie häufig lange Zeit keine Beschwerden verursachen. Etwa 70 Prozent der Betroffenen haben keine Symptome, bis das Aneurysma eine kritische Größe erreicht oder Komplikationen auftreten.

Abdominales Aneurysma

  • Pulsierende Schwellung im Bauch
  • Dumpfe Bauchschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Völlegefühl nach Mahlzeiten

Thorakales Aneurysma

  • Brustschmerzen
  • Rückenschmerzen zwischen Schulterblättern
  • Heiserkeit
  • Schluckbeschwerden
  • Atemnot

Wachsendes Aneurysma

⚠️ Notfallsymptome bei Aneurysmaruptur

Eine Ruptur (Riss) des Aneurysmas ist ein absoluter medizinischer Notfall. Folgende Symptome erfordern sofortige Notarztverständigung:

  • Plötzliche, heftigste Schmerzen im Bauch, Rücken oder Brustkorb
  • Schocksymptome: Blässe, kalter Schweiß, schneller Puls
  • Blutdruckabfall und Bewusstseinsverlust
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gespannte, harte Bauchdecke bei abdominaler Ruptur

Wichtig: Ohne sofortige Operation versterben 80-90 Prozent der Patienten mit Aneurysmaruptur. Jede Minute zählt!

Diagnose und Untersuchungsmethoden

Die frühzeitige Diagnose eines Aortenaneurysmas ist entscheidend, um rechtzeitig behandeln zu können. Moderne bildgebende Verfahren ermöglichen eine präzise Darstellung und Größenbestimmung.

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt den Bauchraum ab und kann bei schlanken Patienten manchmal eine pulsierende Schwellung ertasten. Mit dem Stethoskop können Strömungsgeräusche über der Aorta hörbar sein. Diese Untersuchung allein reicht jedoch nicht für eine sichere Diagnose aus.

Ultraschall (Sonographie)

Die Ultraschalluntersuchung ist die wichtigste Screening-Methode. Sie ist schmerzfrei, ohne Strahlenbelastung und liefert schnell Ergebnisse. Der Durchmesser der Aorta kann präzise gemessen werden. Für abdominale Aneurysmen ist die Sonographie die Methode der ersten Wahl.

Computertomographie (CT)

Die CT-Angiographie liefert hochauflösende dreidimensionale Bilder der Aorta und ist der Goldstandard vor geplanten Operationen. Sie zeigt exakt Größe, Ausdehnung und Beziehung zu benachbarten Gefäßen. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die MRT-Angiographie kommt ohne Röntgenstrahlung aus und eignet sich besonders für Patienten mit Kontrastmittelallergie oder Nierenfunktionsstörungen. Sie liefert detaillierte Bilder der Gefäßwand und kann Entzündungen erkennen.

Röntgenuntersuchung

Auf Röntgenbildern des Brustkorbs können größere thorakale Aneurysmen als Verbreiterung der Aortenkontur sichtbar sein. Verkalkungen der Gefäßwand sind oft erkennbar. Die Methode eignet sich jedoch nicht zur genauen Größenbestimmung.

Screening-Programme

In Deutschland wird Männern ab 65 Jahren eine einmalige Ultraschall-Screening-Untersuchung der Bauchaorta angeboten. Studien zeigen, dass durch systematisches Screening die Sterblichkeit durch Aneurysmarupturen um bis zu 50 Prozent gesenkt werden kann. Personen mit familiärer Belastung sollten bereits früher screenen lassen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlungsstrategie richtet sich nach Größe, Wachstumsgeschwindigkeit, Lokalisation des Aneurysmas und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Grundsätzlich stehen konservative und operative Therapieoptionen zur Verfügung.

Konservative Therapie und Überwachung

Kleine Aneurysmen mit einem Durchmesser unter 5 Zentimetern bei abdominalen oder unter 5,5 Zentimetern bei thorakalen Aneurysmen werden zunächst engmaschig kontrolliert. Das Rupturrisiko ist bei dieser Größe noch gering.

Bestandteile der konservativen Therapie

  • Blutdruckkontrolle: Optimale Einstellung auf Werte unter 140/90 mmHg
  • Statine: Cholesterinsenker zur Stabilisierung der Gefäßwand
  • Betablocker: Reduzierung der Herzfrequenz und des Drucks auf die Gefäßwand
  • Rauchstopp: Wichtigste Maßnahme zur Verlangsamung des Wachstums
  • Regelmäßige Bildgebung: Ultraschall alle 6-12 Monate zur Wachstumskontrolle

Operative Behandlungsverfahren

Eine operative Behandlung wird empfohlen, wenn das Aneurysma bestimmte Größenkriterien überschreitet oder schnell wächst (mehr als 0,5 cm pro Jahr). Auch symptomatische Aneurysmen sollten unabhängig von der Größe behandelt werden.

Offene Chirurgische Versorgung

Bei der offenen Operation wird das erweiterte Aortensegment durch eine Gefäßprothese aus Kunststoff ersetzt. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose durch einen Bauch- oder Brustschnitt.

Vorteile: Langfristig bewährte Methode, dauerhafte Lösung, für alle Aneurysmen geeignet

Nachteile: Größerer Eingriff, längere Erholungszeit (4-6 Wochen), höheres Operationsrisiko

Erfolgsrate: Über 95 Prozent bei geplanten Eingriffen

Endovaskuläre Aneurysmaausschaltung (EVAR/TEVAR)

Bei diesem minimalinvasiven Verfahren wird eine Gefäßstütze (Stentgraft) über die Leistenarterien eingeführt und im Aneurysma platziert. Der Stentgraft dichtet das Aneurysma von innen ab und leitet das Blut am Aneurysmasack vorbei.

Vorteile: Kleinere Schnitte, kürzere Erholungszeit (1-2 Wochen), geringeres Operationsrisiko, für ältere Patienten geeignet

Nachteile: Nicht für alle Aneurysmen möglich, regelmäßige Nachkontrollen erforderlich, eventuell Folgeeingriffe nötig

Erfolgsrate: Über 90 Prozent technischer Erfolg, 5-10 Prozent benötigen Nacheingriffe

Wahl des Behandlungsverfahrens

Kriterium Offene OP bevorzugt EVAR/TEVAR bevorzugt
Alter Unter 70 Jahre, guter Allgemeinzustand Über 70 Jahre, eingeschränkter Allgemeinzustand
Anatomie Ungünstige Anatomie für Stentgraft Geeignete Anatomie (ausreichend lange Halszone)
Lebenserwartung Lange Lebenserwartung Eingeschränkte Lebenserwartung
Begleiterkrankungen Keine schweren Begleiterkrankungen Schwere Herz-/Lungenerkrankungen

Prognose und Verlauf

Die Prognose eines Aortenaneurysmas hängt maßgeblich von der rechtzeitigen Diagnose und Behandlung ab. Unbehandelt besteht ein kontinuierlich steigendes Rupturrisiko.

Rupturrisiko nach Aneurysmagröße

  • Unter 4 cm: Rupturrisiko unter 1 Prozent pro Jahr
  • 4-5 cm: Rupturrisiko 1-5 Prozent pro Jahr
  • 5-6 cm: Rupturrisiko 5-10 Prozent pro Jahr
  • 6-7 cm: Rupturrisiko 10-20 Prozent pro Jahr
  • Über 7 cm: Rupturrisiko über 20 Prozent pro Jahr

Langzeitprognose nach Behandlung

Nach geplanter Operation

Die Ergebnisse geplanter Operationen sind ausgezeichnet. Die Sterblichkeit liegt bei offenen Eingriffen bei 2-5 Prozent und bei endovaskulären Verfahren bei 1-3 Prozent. Die 5-Jahres-Überlebensrate nach erfolgreicher Operation beträgt über 70 Prozent und entspricht weitgehend der altersentsprechenden Lebenserwartung.

Nach Notfall-Operation bei Ruptur

Die Prognose bei einer Aneurysmaruptur ist deutlich schlechter. Etwa 50 Prozent der Patienten versterben noch vor Erreichen des Krankenhauses. Die Operationssterblichkeit bei Notfalleingriffen liegt bei 30-50 Prozent. Von den Überlebenden erleiden viele bleibende Organschäden.

Nachsorge und Kontrolluntersuchungen

Nach der Behandlung eines Aortenaneurysmas sind regelmäßige Nachkontrollen unverzichtbar, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und die Funktion der Gefäßprothese oder des Stentgrafts zu überwachen.

Nachsorgeschema nach endovaskulärer Therapie

  • 1. Monat nach OP: CT-Kontrolle zur Beurteilung der Stentgraft-Position
  • 6 Monate nach OP: CT oder Ultraschall zur Detektion von Endolecks
  • 12 Monate nach OP: CT-Kontrolle
  • Danach jährlich: Ultraschall, bei Auffälligkeiten CT

Nachsorgeschema nach offener Operation

  • 6 Monate nach OP: CT zur Kontrolle der Prothesenlage
  • Danach alle 5 Jahre: CT-Kontrolle zum Ausschluss neuer Aneurysmen
  • Jährlich: Klinische Untersuchung und Ultraschall

Vorbeugung und Risikoreduktion

Obwohl genetische Faktoren nicht beeinflussbar sind, können durch Lebensstiländerungen das Risiko für die Entstehung und das Wachstum von Aortenaneurysmen deutlich reduziert werden.

🚭 Rauchstopp

Wichtigste Maßnahme: Rauchen erhöht das Risiko um das 4-5fache

💊 Blutdruckkontrolle

Zielwert unter 140/90 mmHg, bei Diabetes unter 130/80 mmHg

🥗 Gesunde Ernährung

Mediterrane Kost, wenig gesättigte Fette, viel Obst und Gemüse

🏃 Regelmäßige Bewegung

Moderates Training 3-5x pro Woche, keine extremen Belastungen

⚖️ Gewichtskontrolle

BMI unter 25 anstreben, Bauchumfang reduzieren

🩺 Regelmäßige Checks

Screening ab 65 Jahre, früher bei familiärer Belastung

Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei bekanntem Aneurysma

Zu vermeidende Aktivitäten

  • Schweres Heben: Keine Lasten über 10 kg tragen
  • Pressatmung: Valsalva-Manöver vermeiden
  • Hochintensiver Sport: Krafttraining, Kampfsport, Extremsportarten meiden
  • Plötzliche Belastungen: Abrupte, explosive Bewegungen vermeiden

Erlaubte Aktivitäten

  • Spazierengehen, Nordic Walking
  • Radfahren auf ebenen Strecken
  • Schwimmen (moderates Tempo)
  • Yoga, Tai Chi (ohne extreme Positionen)
  • Leichte Gartenarbeit

Leben mit einem Aortenaneurysma

Die Diagnose eines Aortenaneurysmas ist für viele Betroffene zunächst beunruhigend. Mit der richtigen Behandlung und Überwachung können die meisten Patienten jedoch ein weitgehend normales Leben führen.

Psychologische Aspekte

Die Angst vor einer Ruptur kann belastend sein. Wichtig ist, sich gut zu informieren und in engem Kontakt mit dem behandelnden Arzt zu bleiben. Selbsthilfegruppen und psychologische Unterstützung können bei der Krankheitsbewältigung helfen. Studien zeigen, dass gut informierte Patienten besser mit der Diagnose umgehen können.

Reisen mit Aneurysma

Flugreisen sind bei stabilem Aneurysma grundsätzlich möglich. Wichtig ist, einen aktuellen Arztbericht und Bildmaterial mitzuführen. Bei Reisen sollte die Nähe zu medizinischen Einrichtungen berücksichtigt werden. Extreme Höhen (über 3000 Meter) sollten vermieden werden.

Berufliche Einschränkungen

Körperlich anstrengende Tätigkeiten mit schwerem Heben oder starken Belastungsspitzen sind zu vermeiden. Nach erfolgreicher Operation können die meisten Patienten nach 6-12 Wochen wieder arbeiten, abhängig von der Art der Tätigkeit und des durchgeführten Eingriffs.

Neueste Entwicklungen in der Forschung

Die Behandlung von Aortenaneurysmen entwickelt sich kontinuierlich weiter. Aktuelle Forschungsschwerpunkte zielen auf verbesserte Diagnostik, Therapie und Prävention ab.

Innovative Stentgraft-Technologien

Neue Stentgraft-Generationen mit verzweigten oder fensterierten Designs ermöglichen die Behandlung auch komplexer Aneurysmen, die bisher nur offen operiert werden konnten. Biologisch beschichtete Stents sollen das Risiko für Infektionen und Thrombosen reduzieren.

Medikamentöse Therapieansätze

Forscher untersuchen Medikamente, die das Wachstum von Aneurysmen verlangsamen könnten. Vielversprechende Ansätze betreffen Entzündungshemmer und Metalloproteinase-Inhibitoren. Erste Studien zeigen positive Effekte, größere klinische Studien laufen derzeit.

Biomarker zur Risikoeinschätzung

Die Entwicklung von Biomarkern im Blut könnte künftig eine bessere Einschätzung des Rupturrisikos ermöglichen und die Entscheidung für oder gegen eine Operation erleichtern. Proteine wie Osteopontin und bestimmte Entzündungsmarker werden intensiv erforscht.

Künstliche Intelligenz in der Diagnostik

KI-gestützte Bildanalyse kann Wachstumsmuster erkennen und das individuelle Rupturrisiko präziser vorhersagen als herkömmliche Größenmessungen allein. Machine-Learning-Algorithmen werden bereits in einigen Zentren getestet.

Zusammenfassung und Ausblick

Das Aortenaneurysma ist eine ernste, aber gut behandelbare Erkrankung, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Die Kombination aus modernen Diagnoseverfahren, etablierten chirurgischen Techniken und minimalinvasiven endovaskulären Methoden ermöglicht heute eine individuell angepasste Therapie mit exzellenten Ergebnissen.

Entscheidend für die Prognose sind die frühzeitige Diagnose durch Screening-Programme, die konsequente Überwachung kleiner Aneurysmen und die rechtzeitige Behandlung bei Erreichen der Operationsindikation. Die Reduktion von Risikofaktoren, insbesondere der Rauchstopp und die optimale Blutdruckeinstellung, können das Wachstum verlangsamen und das Rupturrisiko senken.

Die Forschung arbeitet kontinuierlich an verbesserten Behandlungsmethoden und der Entwicklung medikamentöser Therapieoptionen. Für Betroffene ist es wichtig, in engem Kontakt mit spezialisierten Gefäßzentren zu bleiben und die empfohlenen Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen. Mit der richtigen Behandlung und Nachsorge können die meisten Patienten mit einem Aortenaneurysma eine normale Lebenserwartung erreichen.

Was ist der Unterschied zwischen einem abdominalen und einem thorakalen Aortenaneurysma?

Ein abdominales Aortenaneurysma (AAA) befindet sich im Bauchbereich und macht etwa 75 Prozent aller Aortenaneurysmen aus. Ein thorakales Aortenaneurysma (TAA) liegt im Brustkorb und betrifft etwa 25 Prozent der Fälle. Abdominale Aneurysmen werden häufiger diagnostiziert und können durch Ultraschall gut untersucht werden, während thorakale Aneurysmen oft zufällig bei Röntgen- oder CT-Untersuchungen entdeckt werden.

Ab welcher Größe muss ein Aortenaneurysma operiert werden?

Die Operationsindikation besteht in der Regel ab einem Durchmesser von 5 cm bei abdominalen und 5,5 cm bei thorakalen Aneurysmen. Auch bei schnellem Wachstum von mehr als 0,5 cm pro Jahr oder bei Symptomen sollte unabhängig von der Größe operiert werden. Die Entscheidung wird individuell unter Berücksichtigung von Alter, Begleiterkrankungen und Operationsrisiko getroffen.

Kann man ein Aortenaneurysma durch Medikamente behandeln?

Medikamente können das Wachstum eines Aneurysmas verlangsamen, aber nicht heilen. Blutdrucksenker, Statine und Betablocker werden eingesetzt, um die Belastung der Gefäßwand zu reduzieren und die Progression zu bremsen. Die einzige definitive Behandlung ist jedoch die operative Versorgung, wenn das Aneurysma eine kritische Größe erreicht oder Symptome verursacht.

Wie hoch ist das Risiko, dass ein Aortenaneurysma platzt?

Das Rupturrisiko hängt stark von der Größe ab. Bei Aneurysmen unter 4 cm liegt es unter 1 Prozent pro Jahr, bei 5-6 cm bei 5-10 Prozent und bei über 7 cm bei über 20 Prozent jährlich. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, unkontrollierter Bluthochdruck und schnelles Wachstum. Eine Ruptur ist lebensbedrohlich mit einer Sterblichkeit von 80-90 Prozent.

Welche Sportarten sind mit einem Aortenaneurysma erlaubt?

Moderate Ausdauersportarten wie Spazierengehen, Nordic Walking, Radfahren auf ebenen Strecken und Schwimmen sind in der Regel erlaubt. Vermieden werden sollten Krafttraining, Kampfsport, schweres Heben und alle Aktivitäten mit plötzlichen Belastungsspitzen oder Pressatmung. Die genauen Empfehlungen sollten individuell mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, abhängig von Größe und Lokalisation des Aneurysmas.


Letzte Bearbeitung am Samstag, 29. November 2025 – 14:55 Uhr von Alex, Webmaster von med-nebenwirkungen.de.

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