Nystatin | Pilzinfektionen

Nystatin ist ein bewährtes Antimykotikum, das seit Jahrzehnten erfolgreich zur Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt wird. Besonders bei Candida-Infektionen im Mund-, Rachen- und Magen-Darm-Bereich sowie bei Hautpilzerkrankungen zeigt der Wirkstoff eine hohe Wirksamkeit. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über Anwendung, Wirkweise, Dosierung und mögliche Nebenwirkungen von Nystatin.

⚕️ Medizinischer Hinweis zu Nystatin | Pilzinfektionen

Inhaltsverzeichnis

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Was ist Nystatin?

Nystatin ist ein polyenisches Antimykotikum, das erstmals 1950 von den Wissenschaftlern Elizabeth Hazen und Rachel Brown entwickelt wurde. Der Name leitet sich vom „New York State Department of Health“ ab, wo die Entdeckung gemacht wurde. Als Polyen-Antibiotikum wirkt Nystatin spezifisch gegen Hefepilze, insbesondere gegen Candida-Arten.

Wichtige Eigenschaften von Nystatin

Nystatin zeichnet sich durch seine geringe systemische Absorption aus, was bedeutet, dass es bei oraler Einnahme kaum in den Blutkreislauf gelangt. Diese Eigenschaft macht es besonders sicher für die Behandlung von Pilzinfektionen im Magen-Darm-Trakt und auf Schleimhäuten. Der Wirkstoff wird nahezu vollständig unverändert über den Stuhl ausgeschieden.

Wirkungsweise von Nystatin

Wirkmechanismus auf zellulärer Ebene

Nystatin bindet sich an Ergosterol, einen wesentlichen Bestandteil der Zellmembran von Pilzen. Durch diese Bindung entstehen Poren in der Pilzzellwand, wodurch wichtige Zellbestandteile wie Kalium-Ionen austreten. Dies führt zum Absterben der Pilzzelle. Da menschliche Zellen kein Ergosterol, sondern Cholesterol enthalten, bleibt die Wirkung auf Pilzzellen beschränkt.

Schritt 1: Bindung

Nystatin dockt spezifisch an Ergosterol-Moleküle in der Pilzzellmembran an

Schritt 2: Porenbildung

Durch die Bindung entstehen Kanäle in der Zellmembran der Pilze

Schritt 3: Zelllyse

Lebenswichtige Ionen und Moleküle treten aus, die Pilzzelle stirbt ab

Anwendungsgebiete von Nystatin

Nystatin wird hauptsächlich zur Behandlung von Candida-Infektionen eingesetzt. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig und umfassen verschiedene Körperregionen.

Orale Candidose (Mundsoor)

Häufigkeit und Risikogruppen

Mundsoor betrifft besonders häufig Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Etwa 5-7% aller Neugeborenen entwickeln in den ersten Lebenswochen eine orale Candidose. Bei immungeschwächten Patienten liegt die Prävalenz bei bis zu 20%.

Typische Symptome: Weiße, abwischbare Beläge auf Zunge und Mundschleimhaut, Brennen im Mund, Geschmacksstörungen, Schluckbeschwerden.

Intestinale Candidose

Pilzinfektionen des Magen-Darm-Trakts treten häufig nach Antibiotikatherapien auf, wenn die natürliche Darmflora gestört ist. Nystatin ist hier das Mittel der Wahl, da es nicht resorbiert wird und direkt am Infektionsort wirkt.

Hautinfektionen durch Candida

Windeldermatitis

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Candida-Windeldermatitis eine häufige Komplikation. Nystatin-Salbe zeigt hier eine Erfolgsrate von über 90%.

Intertriginöse Candidose

Pilzinfektionen in Hautfalten (unter der Brust, zwischen den Zehen, in der Leistengegend) sprechen gut auf Nystatin-Cremes an.

Vaginale Candidose

Etwa 75% aller Frauen erleben mindestens einmal im Leben eine vaginale Pilzinfektion. Nystatin-Vaginaltabletten sind eine etablierte Therapieoption.

Darreichungsformen und Dosierung

Nystatin ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, die je nach Infektionsort ausgewählt werden.

Darreichungsform Anwendungsgebiet Typische Dosierung Anwendungsdauer
Suspension (Mundgel) Mundsoor 4 x täglich 1-2 ml (100.000 IE/ml) 7-14 Tage
Tabletten Intestinale Candidose 3-4 x täglich 500.000-1.000.000 IE 10-14 Tage
Salbe/Creme Hautinfektionen 2-3 x täglich dünn auftragen 14-21 Tage
Vaginaltabletten Vaginale Candidose 1-2 x täglich 100.000 IE 14 Tage
Paste Windeldermatitis Bei jedem Windelwechsel Bis zur Abheilung

Besondere Dosierungshinweise

Säuglinge und Kleinkinder

Bei Mundsoor: 4 x täglich 1 ml Suspension (100.000 IE) auf die betroffenen Stellen auftragen. Die Anwendung sollte nach den Mahlzeiten erfolgen.

Erwachsene bei Mundsoor

4 x täglich 4-6 ml Suspension im Mund verteilen und möglichst lange einwirken lassen, bevor geschluckt wird.

Intestinale Infektionen

Erwachsene: 3-4 x täglich 1-2 Tabletten à 500.000 IE. Die Einnahme sollte zu den Mahlzeiten erfolgen.

Therapiedauer

Die Behandlung sollte auch nach Abklingen der Symptome noch 2-3 Tage fortgesetzt werden, um Rezidive zu vermeiden.

Anwendungshinweise für optimale Wirksamkeit

Richtige Anwendung der Suspension

Tipps für maximale Wirksamkeit

  • Vor der Anwendung den Mund mit Wasser ausspülen
  • Die Suspension möglichst lange im Mund behalten (mindestens 2-3 Minuten)
  • Nach der Anwendung 30 Minuten nichts essen oder trinken
  • Bei Säuglingen die Suspension nach dem Füttern anwenden
  • Flaschensauger und Schnuller mitbehandeln (auskochen oder in Nystatin-Lösung einlegen)

Anwendung bei Hautinfektionen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Vorbereitung: Die betroffene Hautstelle sanft reinigen und gründlich abtrocknen. Feuchtigkeit begünstigt Pilzwachstum.

2. Auftragen: Eine dünne Schicht Nystatin-Salbe oder -Creme auftragen und sanft einmassieren.

3. Häufigkeit: 2-3 mal täglich wiederholen, idealerweise nach dem Waschen.

4. Umgebung: Auch die unmittelbare Umgebung der Infektion mitbehandeln (ca. 1 cm über den sichtbaren Rand hinaus).

Nebenwirkungen von Nystatin

Nystatin gilt als sehr gut verträgliches Antimykotikum. Aufgrund der geringen systemischen Absorption treten Nebenwirkungen überwiegend lokal auf und sind meist mild.

Häufigkeit von Nebenwirkungen

Häufig (1-10%)

Gelegentlich (0,1-1%)

  • Erbrechen
  • Hautausschlag
  • Juckreiz an der Applikationsstelle
  • Brennen auf der Haut

Selten (<0,1%)

  • Allergische Reaktionen
  • Kontaktdermatitis
  • Stevens-Johnson-Syndrom (sehr selten)

Nebenwirkungen nach Darreichungsform

Orale Suspension und Tabletten

Die häufigsten Nebenwirkungen bei oraler Anwendung sind gastrointestinale Beschwerden. Etwa 3-8% der Patienten berichten von Übelkeit, besonders bei höheren Dosierungen. Diese Symptome sind meist mild und vorübergehend.

Topische Anwendung (Salbe, Creme)

Bei der Anwendung auf der Haut treten bei weniger als 5% der Patienten lokale Reaktionen wie Rötung, Brennen oder Juckreiz auf. Diese klingen meist innerhalb von 1-2 Tagen ab.

Vaginale Anwendung

Vaginaltabletten können bei 2-5% der Anwenderinnen zu vorübergehendem Brennen oder Juckreiz führen. Erhöhter Ausfluss in den ersten Tagen ist normal und kein Grund zum Absetzen.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Kontaktieren Sie umgehend einen Arzt bei:

  • Schweren allergischen Reaktionen (Atemnot, Schwellungen im Gesicht)
  • Starkem Hautausschlag mit Blasenbildung
  • Anhaltendem Erbrechen oder Durchfall
  • Verschlechterung der Symptome nach 3-5 Tagen Behandlung
  • Fieber während der Behandlung

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

Kontraindikationen

Nystatin sollte nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit

Bekannte Allergie gegen Nystatin oder einen der Hilfsstoffe. Allergische Reaktionen sind jedoch sehr selten (< 0,1%).

Schwere Leberfunktionsstörungen

Bei hochdosierter oraler Therapie sollte die Leberfunktion überwacht werden, obwohl systemische Absorption minimal ist.

Darmverschluss

Bei mechanischem Ileus ist die orale Gabe kontraindiziert.

Arzneimittelwechselwirkungen

Ein großer Vorteil von Nystatin ist das nahezu vollständige Fehlen von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Da der Wirkstoff kaum resorbiert wird, sind systemische Interaktionen äußerst selten.

Zu beachtende Kombinationen

Immunsuppressiva: Bei Patienten unter Immunsuppression kann eine längere Behandlungsdauer erforderlich sein.

Antibiotika: Die gleichzeitige Gabe von Antibiotika kann die Wirksamkeit von Nystatin nicht beeinträchtigen. Im Gegenteil: Nystatin wird häufig prophylaktisch während Antibiotikatherapien eingesetzt.

Andere Antimykotika: Eine Kombination mit systemischen Antimykotika ist möglich und manchmal sinnvoll bei schweren Infektionen.

Besondere Patientengruppen

Schwangerschaft und Stillzeit

Sicherheit in der Schwangerschaft

Nystatin gehört zu den wenigen Antimykotika, die in der Schwangerschaft als sicher gelten. Aufgrund der minimalen systemischen Absorption besteht kein erhöhtes Risiko für das ungeborene Kind. Studien mit über 5.000 Schwangeren zeigten keine erhöhte Rate an Fehlbildungen. Nystatin wird daher als Mittel der ersten Wahl bei Pilzinfektionen in der Schwangerschaft empfohlen.

Stillzeit: Da Nystatin praktisch nicht in die Muttermilch übergeht, ist die Anwendung während der Stillzeit unbedenklich. Bei Mundsoor des Säuglings können Mutter und Kind gleichzeitig behandelt werden.

Säuglinge und Kinder

Nystatin ist für die Anwendung bei Säuglingen ab der Geburt zugelassen. Die Sicherheit und Wirksamkeit sind in dieser Altersgruppe gut dokumentiert:

  • Neugeborene: Mundsoor tritt bei 5-7% auf, Nystatin-Suspension ist Standardtherapie
  • Säuglinge: Windeldermatitis durch Candida bei ca. 15-25%, sehr gutes Ansprechen auf Nystatin-Paste
  • Kleinkinder: Dosisanpassung erfolgt nach Körpergewicht und Schwere der Infektion

Ältere Patienten

Bei älteren Menschen ist keine Dosisanpassung erforderlich. Allerdings sind Senioren häufiger von Pilzinfektionen betroffen, insbesondere bei:

Zahnprothesen

Bis zu 60% der Prothesenträger entwickeln eine Prothesenstomatitis mit Candida-Beteiligung. Neben der medikamentösen Therapie ist die Prothesenhygiene entscheidend.

Multimorbidität

Bei mehreren Grunderkrankungen, besonders Diabetes, ist das Infektionsrisiko erhöht. Nystatin kann problemlos mit anderen Medikamenten kombiniert werden.

Eingeschränkte Mobilität

Bettlägerige Patienten haben erhöhtes Risiko für intertriginöse Candidosen. Regelmäßige topische Prophylaxe kann sinnvoll sein.

Resistenzentwicklung und Therapieversagen

Resistenzsituation

Im Vergleich zu anderen Antimykotika ist die Resistenzentwicklung gegen Nystatin sehr gering. Studien zeigen, dass weniger als 5% der Candida-Stämme eine verminderte Empfindlichkeit aufweisen. Dies liegt am spezifischen Wirkmechanismus, der auf Ergosterol abzielt.

Faktoren bei Therapieversagen

  • Unzureichende Anwendungsdauer: Häufigste Ursache (ca. 40% der Fälle)
  • Falsche Anwendung: Zu kurze Einwirkzeit bei Suspension (20-30%)
  • Nicht-Candida-Infektionen: Andere Pilzarten wie Dermatophyten sprechen nicht auf Nystatin an (15-20%)
  • Reinfektionsquelle nicht beseitigt: Schnuller, Prothesen, Partner nicht mitbehandelt (10-15%)
  • Echte Resistenz: Sehr selten (< 5%)

Vorgehen bei Therapieversagen

Nach 3-5 Tagen ohne Besserung

Überprüfung der korrekten Anwendung und Compliance. Gegebenenfalls Dosiserhöhung oder Verlängerung der Einwirkzeit.

Nach 7-10 Tagen ohne Besserung

Erregerdiagnostik mittels Abstrich und Pilzkultur. Resistenztestung bei Candida-Nachweis.

Bei bestätigter Resistenz

Wechsel auf systemische Antimykotika wie Fluconazol oder Itraconazol nach ärztlicher Verordnung.

Prophylaktische Anwendung

Nystatin wird in bestimmten Situationen auch vorbeugend eingesetzt:

Antibiotika-assoziierte Candidose

Bei Langzeit-Antibiotikatherapie (> 7 Tage) kann eine prophylaktische Gabe von Nystatin sinnvoll sein. Studien zeigen eine Reduktion intestinaler Candida-Überwucherung um 60-70%. Typische Dosierung: 2 x täglich 500.000 IE während der Antibiotikatherapie.

Immunsupprimierte Patienten

Risikogruppen für prophylaktische Gabe

  • Chemotherapie-Patienten: Risiko für orale Candidose bis zu 35%
  • HIV/AIDS-Patienten: Bei CD4-Zellen < 200/µl deutlich erhöhtes Risiko
  • Organtransplantierte: Unter Immunsuppression 3-5 mal höheres Infektionsrisiko
  • Langzeit-Kortikosteroid-Therapie: Besonders bei inhalativen Steroiden (Mundsoor-Risiko)

Lagerung und Haltbarkeit

Die richtige Lagerung von Nystatin-Präparaten ist wichtig für die Wirksamkeit:

Suspension

Bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern. Nach Anbruch meist 4 Wochen haltbar. Vor Gebrauch schütteln, da sich Bestandteile absetzen können.

Tabletten

Trocken und lichtgeschützt aufbewahren. Haltbarkeit meist 3 Jahre. Blisterverpackung bis zur Einnahme geschlossen halten.

Salben und Cremes

Kühl (nicht über 25°C) lagern. Nach Anbruch innerhalb von 6-12 Monaten verbrauchen. Tubenöffnung sauber halten.

Wirtschaftliche Aspekte

Nystatin gehört zu den kostengünstigen Antimykotika und ist in Deutschland verschreibungspflichtig, jedoch in der Regel erstattungsfähig:

  • Suspension 100.000 IE/ml (24 ml): Ca. 8-12 Euro
  • Tabletten 500.000 IE (50 Stück): Ca. 15-20 Euro
  • Salbe/Creme (25-50 g): Ca. 6-10 Euro
  • Vaginaltabletten (15 Stück): Ca. 10-15 Euro

Die Kosten-Nutzen-Relation ist ausgezeichnet, besonders im Vergleich zu systemischen Antimykotika, die deutlich teurer sind und mehr Nebenwirkungen haben können.

Vergleich mit anderen Antimykotika

Wirkstoff Wirkspektrum Systemische Aufnahme Hauptvorteil
Nystatin Candida-Arten Minimal (< 3%) Sehr gute Verträglichkeit, keine Wechselwirkungen
Fluconazol Breit (systemisch) Hoch (> 90%) Einmalgabe möglich, systemische Wirkung
Clotrimazol Candida + Dermatophyten Gering (3-10%) Breiteres Spektrum, auch bei Hautpilzen
Miconazol Candida + Dermatophyten Gering (< 5%) Zusätzlich antibakterielle Wirkung

Praktische Tipps für Patienten

Erfolgreiche Behandlung – Checkliste

  • ✓ Therapie konsequent über die gesamte verordnete Dauer durchführen
  • ✓ Auch nach Verschwinden der Symptome noch 2-3 Tage weiterbehandeln
  • ✓ Bei Mundsoor: Zahnbürste während und nach der Behandlung austauschen
  • ✓ Wäsche bei mindestens 60°C waschen (Handtücher, Unterwäsche)
  • ✓ Bei vaginaler Candidose: Partner mitbehandeln (auch wenn symptomfrei)
  • ✓ Zuckerkonsum reduzieren (Pilze ernähren sich von Zucker)
  • ✓ Probiotika können die Darmflora unterstützen
  • ✓ Atmungsaktive, lockere Kleidung tragen
  • ✓ Betroffene Hautareale trocken halten
  • ✓ Bei Diabetes: Gute Blutzuckereinstellung anstreben

Häufige Irrtümer und Mythen

Mythos: Pilzinfektionen sind Zeichen mangelnder Hygiene

Realität: Candida-Infektionen haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Candida ist Teil der normalen Körperflora. Infektionen entstehen durch Ungleichgewicht, nicht durch Unsauberkeit.

Mythos: Nach Symptombesserung kann die Therapie beendet werden

Realität: Frühzeitiges Absetzen ist die Hauptursache für Rückfälle. Die vollständige Therapiedauer muss eingehalten werden, auch wenn Symptome verschwunden sind.

Mythos: Nystatin macht abhängig

Realität: Nystatin hat keinerlei Suchtpotenzial. Es kann ohne Probleme auch über längere Zeiträume angewendet werden, wenn medizinisch notwendig.

Zukunftsperspektiven

Trotz seines Alters (erstmals 1950 eingeführt) bleibt Nystatin ein wichtiges Antimykotikum. Aktuelle Forschungen konzentrieren sich auf:

Neue Entwicklungen

  • Liposomale Formulierungen: Verbesserte Bioverfügbarkeit bei systemischer Anwendung
  • Kombinationspräparate: Nystatin mit Zinkoxid oder Dexpanthenol für verbesserte Wundheilung
  • Nanopartikel-Technologie: Bessere Penetration in Biofilme
  • Probiotika-Kombinationen: Gleichzeitige Wiederherstellung der gesunden Mikroflora

Zusammenfassung

Nystatin ist ein bewährtes, sicheres und wirksames Antimykotikum zur Behandlung von Candida-Infektionen. Die wichtigsten Vorteile sind:

90%+

Erfolgsrate bei korrekter Anwendung und vollständiger Therapiedauer

<5%

Rate relevanter Nebenwirkungen – eines der verträglichsten Antimykotika

0

Relevante Arzneimittelwechselwirkungen aufgrund minimaler systemischer Absorption

Die Wirksamkeit von Nystatin ist in zahlreichen Studien belegt. Bei konsequenter Anwendung über die empfohlene Dauer und Beachtung der Anwendungshinweise können die meisten Candida-Infektionen erfolgreich behandelt werden. Die geringe systemische Absorption macht Nystatin besonders geeignet für sensible Patientengruppen wie Schwangere, Stillende und Säuglinge.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen sollten Sie immer medizinischen Rat einholen. Die Dosierungsangaben sind Richtwerte – die individuelle Dosierung wird von Ihrem Arzt festgelegt.

Was ist Nystatin und wofür wird es verwendet?

Nystatin ist ein Antimykotikum (Pilzmittel), das speziell gegen Hefepilze der Gattung Candida wirkt. Es wird hauptsächlich zur Behandlung von Pilzinfektionen im Mund (Mundsoor), im Magen-Darm-Trakt, auf der Haut und im Vaginalbereich eingesetzt. Der Wirkstoff bindet sich an die Zellmembran der Pilze und führt zu deren Absterben, ohne dabei den menschlichen Körper zu belasten.

Wie lange dauert die Behandlung mit Nystatin?

Die Behandlungsdauer variiert je nach Art und Schwere der Infektion. Bei Mundsoor beträgt sie typischerweise 7-14 Tage, bei Hautinfektionen 14-21 Tage und bei vaginalen Infektionen etwa 14 Tage. Wichtig ist, die Therapie auch nach Verschwinden der Symptome noch 2-3 Tage fortzusetzen, um Rückfälle zu vermeiden. Bei vorzeitigem Absetzen liegt die Rückfallrate bei bis zu 40%.

Welche Nebenwirkungen hat Nystatin?

Nystatin ist sehr gut verträglich, da es kaum in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Die häufigsten Nebenwirkungen sind mild und umfassen bei oraler Einnahme gelegentlich Übelkeit, Durchfall oder Bauchschmerzen (3-8% der Patienten). Bei äußerlicher Anwendung können leichtes Brennen oder Juckreiz auftreten (bei weniger als 5%). Schwere Nebenwirkungen oder allergische Reaktionen sind sehr selten.

Kann Nystatin während der Schwangerschaft angewendet werden?

Ja, Nystatin gilt als eines der sichersten Antimykotika in der Schwangerschaft und Stillzeit. Da es praktisch nicht in den Blutkreislauf aufgenommen wird, besteht kein erhöhtes Risiko für das ungeborene Kind. Studien mit über 5.000 Schwangeren zeigten keine erhöhte Rate an Fehlbildungen. Auch während der Stillzeit ist die Anwendung unbedenklich, da Nystatin nicht in die Muttermilch übergeht.

Was tun, wenn Nystatin nicht wirkt?

Wenn nach 3-5 Tagen keine Besserung eintritt, sollten Sie zunächst die korrekte Anwendung überprüfen (ausreichende Einwirkzeit, richtige Dosierung). Nach 7-10 Tagen ohne Besserung ist ein Arztbesuch ratsam. Mögliche Ursachen sind: falsche Diagnose (keine Candida-Infektion), Reinfektionsquellen (Schnuller, Partner), zu kurze Anwendungsdauer oder selten echte Resistenz. Der Arzt kann einen Abstrich zur Erregerbestimmung durchführen.


Letzte Bearbeitung am Montag, 1. Dezember 2025 – 8:08 Uhr von Alex, Webmaster von med-nebenwirkungen.de.

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