Raloxifen, bekannt unter dem Handelsnamen Evista, ist ein selektiver Östrogenrezeptor-Modulator (SERM), der hauptsächlich zur Behandlung und Prävention von Osteoporose bei postmenopausalen Frauen eingesetzt wird. Das Medikament wirkt wie Östrogen auf die Knochen, hat jedoch unterschiedliche Effekte auf andere Gewebe im Körper. Raloxifen reduziert nachweislich das Risiko von Wirbelkörperfrakturen und kann gleichzeitig das Brustkrebsrisiko senken, was es zu einer wichtigen therapeutischen Option in der postmenopausalen Gesundheitsversorgung macht.
⚕️ Medizinischer Hinweis zu Raloxifen | Evista | Osteoporose
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Was ist Raloxifen?
Raloxifen gehört zur Medikamentenklasse der selektiven Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERMs) und wurde 1997 von der FDA zur Behandlung von Osteoporose zugelassen. Das Medikament wird unter dem Markennamen Evista von Eli Lilly vertrieben und hat sich als wichtige Alternative zur Hormonersatztherapie etabliert.
Wichtige Grundinformationen
Wirkstoffklasse: Selektiver Östrogenrezeptor-Modulator (SERM)
Handelsname: Evista
Darreichungsform: Filmtabletten zu 60 mg
Verschreibungspflicht: Ja, rezeptpflichtig
Hauptanwendung: Osteoporose-Behandlung und -Prävention bei postmenopausalen Frauen
Wirkmechanismus von Raloxifen
Raloxifen wirkt als selektiver Modulator, der an Östrogenrezeptoren bindet und je nach Gewebe unterschiedliche Effekte ausübt. Diese gewebespezifische Wirkung macht das Medikament besonders wertvoll in der postmenopausalen Therapie.
Schritt 1: Rezeptorbindung
Raloxifen bindet an Östrogenrezeptoren Alpha und Beta im Körper
Schritt 2: Gewebespezifische Aktivierung
Wirkt als Agonist (aktivierend) auf Knochen- und Lebergewebe
Schritt 3: Selektive Hemmung
Wirkt als Antagonist (hemmend) auf Brust- und Gebärmuttergewebe
Schritt 4: Therapeutischer Effekt
Erhöhte Knochendichte, reduziertes Frakturrisiko, Brustkrebsprävention
Anwendungsgebiete von Raloxifen
Primäre Indikationen
Osteoporose-Behandlung
Behandlung von manifester Osteoporose bei postmenopausalen Frauen zur Reduktion des Risikos von Wirbelkörperfrakturen. Studien zeigen eine Reduktion des Frakturrisikos um bis zu 50%.
Osteoporose-Prävention
Vorbeugung von Osteoporose bei Frauen mit erhöhtem Risiko nach der Menopause. Besonders geeignet für Frauen mit familiärer Vorbelastung oder früher Menopause.
Brustkrebsrisiko-Reduktion
Als positiver Nebeneffekt reduziert Raloxifen das Risiko für invasiven Brustkrebs um etwa 70% bei Frauen mit erhöhtem Risiko.
Studienlage und Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Raloxifen wurde in mehreren großen klinischen Studien nachgewiesen, insbesondere in der MORE-Studie (Multiple Outcomes of Raloxifene Evaluation) mit über 7.700 Teilnehmerinnen.
Dosierung und Einnahme
Standard-Dosierungsschema
| Parameter | Empfehlung |
|---|---|
| Standarddosis | 60 mg einmal täglich |
| Einnahmezeitpunkt | Unabhängig von Mahlzeiten, zu jeder Tageszeit |
| Einnahmedauer | Langzeittherapie, typischerweise mehrere Jahre |
| Vergessene Dosis | Normale Einnahme fortsetzen, keine Doppeldosis |
| Calcium-Supplementierung | 1000-1500 mg täglich empfohlen |
| Vitamin D | 800-1000 IE täglich empfohlen |
Praktische Einnahmehinweise
Optimale Einnahme
- Nehmen Sie Raloxifen jeden Tag zur gleichen Zeit ein, um die Routine zu etablieren
- Die Einnahme kann mit oder ohne Nahrung erfolgen
- Schlucken Sie die Tablette unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit
- Kombinieren Sie die Einnahme mit ausreichender Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr
- Regelmäßige Knochendichtemessungen zur Therapiekontrolle durchführen lassen
Nebenwirkungen von Raloxifen
Häufige Nebenwirkungen
Hitzewallungen (25-30%)
Die häufigste Nebenwirkung, besonders zu Therapiebeginn. Meist mild bis mäßig ausgeprägt und vorübergehend.
Beinkrämpfe (7-12%)
Gelegentliche Muskelkrämpfe, besonders nachts. Magnesium-Supplementierung kann hilfreich sein.
Periphere Ödeme (3-5%)
Leichte Schwellungen an Beinen und Füßen, meist vorübergehend und nicht behandlungsbedürftig.
Grippe-ähnliche Symptome (10-15%)
Besonders in den ersten Behandlungswochen können grippeähnliche Beschwerden auftreten.
Schwerwiegende Nebenwirkungen
Thromboembolische Ereignisse
Häufigkeit: 1-2 pro 1000 Patientinnen pro Jahr
Raloxifen erhöht das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) einschließlich tiefer Venenthrombosen und Lungenembolien um das 2-3-fache. Das absolute Risiko bleibt jedoch gering.
Symptome beachten: Schmerzen, Schwellungen oder Rötungen in den Beinen, plötzliche Atemnot, Brustschmerzen
Schlaganfall
Ein leicht erhöhtes Schlaganfallrisiko wurde in Studien beobachtet, insbesondere bei Frauen mit kardiovaskulären Risikofaktoren. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung ist erforderlich.
Vollständige Nebenwirkungsübersicht
| Häufigkeit | Nebenwirkung | Betroffene Patientinnen |
|---|---|---|
| Sehr häufig (>10%) | Hitzewallungen, Grippe-ähnliche Symptome | Mehr als 1 von 10 |
| Häufig (1-10%) | Beinkrämpfe, periphere Ödeme, Kopfschmerzen, erhöhte Triglyceride | 1 bis 10 von 100 |
| Gelegentlich (0,1-1%) | Thromboembolien, Hautausschlag, Magen-Darm-Beschwerden | 1 bis 10 von 1000 |
| Selten (<0,1%) | Schlaganfall, schwere allergische Reaktionen | Weniger als 1 von 1000 |
Gegenanzeigen und Warnhinweise
Absolute Kontraindikationen
Raloxifen darf nicht eingenommen werden bei:
- Aktiver oder anamnestischer venöser Thromboembolie (tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)
- Schwangerschaft und Stillzeit – kann dem ungeborenen Kind schaden
- Prämenopausalen Frauen mit erhaltener Ovarialfunktion
- Schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung
- Ungeklärten vaginalen Blutungen
- Bekannter Überempfindlichkeit gegen Raloxifen oder Hilfsstoffe
- Anzeichen oder Symptomen eines Schlaganfalls
Besondere Vorsicht erforderlich
Risikofaktoren beachten bei:
- Immobilisation (geplante Operationen, längere Bettruhe)
- Kardiovaskulären Erkrankungen oder Risikofaktoren
- Brustkrebs in der Vorgeschichte (individuelle Abwägung)
- Leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung
- Hypertriglyceridämie in der Anamnese
- Raucherinnen (erhöhtes thromboembolisches Risiko)
Immobilisation und Operationen
Bei geplanten Operationen oder längerer Immobilisation sollte Raloxifen mindestens 72 Stunden vorher abgesetzt und erst nach vollständiger Mobilisierung wieder eingenommen werden. Dies reduziert das Thromboserisiko erheblich.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Relevante Arzneimittelinteraktionen
Cholestyramin
Effekt: Reduziert die Aufnahme von Raloxifen um bis zu 60%
Empfehlung: Gleichzeitige Anwendung vermeiden
Warfarin und andere Antikoagulanzien
Effekt: Kann die gerinnungshemmende Wirkung beeinflussen
Empfehlung: Engmaschige INR-Kontrollen bei Therapiebeginn
Systemische Östrogene
Effekt: Kombination nicht untersucht und nicht empfohlen
Empfehlung: Nicht gleichzeitig anwenden
Protein-bindende Medikamente
Effekt: Theoretische Interaktionen möglich (Diazepam, Diclofenac, Ibuprofen)
Empfehlung: Vorsicht bei Kombinationstherapie
Einfluss auf Laborwerte
| Laborparameter | Veränderung | Klinische Relevanz |
|---|---|---|
| Gesamtcholesterin | Reduktion um 3-6% | Positiv |
| LDL-Cholesterin | Reduktion um 4-11% | Positiv |
| HDL-Cholesterin | Keine signifikante Änderung | Neutral |
| Triglyceride | Leichter Anstieg möglich | Monitoring bei Hypertriglyceridämie |
| Fibrinogen | Reduktion um 7-10% | Positiv (kardiovaskulär) |
Besondere Patientengruppen
Ältere Patientinnen
Bei Frauen über 75 Jahren ist besondere Vorsicht geboten, da das Schlaganfallrisiko in dieser Altersgruppe erhöht sein kann. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung unter Berücksichtigung kardiovaskulärer Risikofaktoren ist erforderlich.
Nierenfunktionsstörung
Leichte bis mäßige Einschränkung: Keine Dosisanpassung erforderlich, aber regelmäßige Kontrollen empfohlen
Schwere Niereninsuffizienz: Raloxifen ist kontraindiziert, da keine ausreichenden Daten zur Sicherheit vorliegen
Leberfunktionsstörung
Bei leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A) ist Vorsicht geboten. Bei mäßiger bis schwerer Lebererkrankung ist Raloxifen kontraindiziert, da es hauptsächlich über die Leber verstoffwechselt wird.
Therapieüberwachung und Kontrollen
Empfohlene Kontrolluntersuchungen
Monitoring-Plan während der Raloxifen-Therapie
| Untersuchung | Häufigkeit | Zweck |
|---|---|---|
| Knochendichtemessung (DXA) | Jährlich bis alle 2 Jahre | Therapieeffektivität beurteilen |
| Klinische Untersuchung | Halbjährlich | Allgemeinzustand, Nebenwirkungen |
| Blutbild und Leberwerte | Jährlich | Organfunktionen überwachen |
| Lipidprofil | Jährlich | Triglyceride kontrollieren |
| Mammographie | Alle 1-2 Jahre | Brustkrebs-Früherkennung |
| Thrombose-Anamnese | Bei jedem Besuch | Risikobewertung VTE |
Therapieabbruch erwägen bei
- Auftreten thromboembolischer Ereignisse
- Geplanter längerer Immobilisation (>3 Tage)
- Neu aufgetretenen kardiovaskulären Erkrankungen
- Schweren, nicht tolerierbaren Nebenwirkungen
- Mangelnder Wirksamkeit (fortschreitender Knochendichteverlust)
Alternativen zu Raloxifen
Andere Osteoporose-Medikamente
Bisphosphonate
Beispiele: Alendronat, Risedronat, Ibandronat
Vorteile: Sehr effektiv, auch bei peripheren Frakturen wirksam
Nachteile: Gastrointestinale Nebenwirkungen, komplexe Einnahmevorschriften
Denosumab
Handelsname: Prolia
Vorteile: Subkutane Injektion alle 6 Monate, sehr effektiv
Nachteile: Höhere Kosten, Rebound-Effekt bei Absetzen
Teriparatid
Handelsname: Forsteo
Vorteile: Knochenaufbauend (anabol), bei schwerer Osteoporose
Nachteile: Tägliche Injektion, begrenzte Anwendungsdauer (2 Jahre)
Hormonersatztherapie (HRT)
Vorteile: Behandelt auch andere Menopause-Symptome
Nachteile: Erhöhtes Brust- und Endometriumkarzinom-Risiko, kardiovaskuläre Risiken
Vergleich: Raloxifen vs. Bisphosphonate
| Kriterium | Raloxifen | Bisphosphonate |
|---|---|---|
| Wirbelkörperfrakturen | Reduktion um 30-50% | Reduktion um 40-70% |
| Periphere Frakturen | Keine nachgewiesene Wirkung | Reduktion um 20-40% |
| Brustkrebsrisiko | Reduktion um 70% | Keine Wirkung |
| Einnahme | Täglich, einfach | Wöchentlich/monatlich, nüchtern |
| Hauptrisiko | Thromboembolie | Kiefernekrose (selten) |
Lebensstilmaßnahmen zur Unterstützung
Ernährungsempfehlungen
Knochengesunde Ernährung
- Calcium: 1000-1500 mg täglich durch Milchprodukte, grünes Gemüse, angereicherte Lebensmittel
- Vitamin D: 800-1000 IE täglich, Sonnenlicht, fetter Fisch
- Protein: 1,0-1,2 g pro kg Körpergewicht für Knochengesundheit
- Magnesium: 300-400 mg täglich zur Unterstützung der Knochenstruktur
- Vitamin K: Grünes Blattgemüse für Knochenmetabolismus
Bewegung und Training
Krafttraining
2-3x wöchentlich zur Stärkung der Muskulatur und Stimulation des Knochenaufbaus. Besonders wichtig für Wirbelsäule und Hüfte.
Gewichtstragende Übungen
Gehen, Tanzen, Treppensteigen – mindestens 30 Minuten täglich zur mechanischen Belastung der Knochen.
Gleichgewichtstraining
Tai Chi, Yoga oder spezielle Balance-Übungen zur Sturzprävention, mindestens 2x wöchentlich.
Flexibilitätstraining
Dehnübungen zur Erhaltung der Beweglichkeit und Reduktion des Sturzrisikos.
Risikofaktoren vermeiden
Zu vermeiden bei Osteoporose-Therapie:
- Rauchen: Erhöht Knochenabbau und thromboembolisches Risiko
- Übermäßiger Alkoholkonsum: Mehr als 2 Einheiten täglich schädigt Knochen
- Untergewicht: BMI unter 20 erhöht Frakturrisiko
- Sturzrisiken: Rutschige Böden, schlechte Beleuchtung, ungeeignetes Schuhwerk
- Koffein-Überschuss: Mehr als 4 Tassen Kaffee täglich kann Calcium-Ausscheidung erhöhen
Kosten und Verfügbarkeit
Wirtschaftliche Aspekte
Raloxifen ist als Originalpräparat Evista sowie als Generikum verfügbar. Die Kosten variieren je nach Hersteller und Packungsgröße:
| Präparat | Packungsgröße | Ungefähre Kosten | Kosten pro Tag |
|---|---|---|---|
| Evista (Original) | 28 Tabletten | 45-55 Euro | ca. 1,60-2,00 Euro |
| Evista (Original) | 84 Tabletten | 120-140 Euro | ca. 1,40-1,70 Euro |
| Raloxifen Generika | 28 Tabletten | 30-40 Euro | ca. 1,00-1,40 Euro |
| Raloxifen Generika | 84 Tabletten | 80-100 Euro | ca. 0,95-1,20 Euro |
Erstattung durch Krankenkassen
Kostenübernahme in Deutschland
Raloxifen wird von den gesetzlichen Krankenkassen bei entsprechender Indikation (manifeste Osteoporose bei postmenopausalen Frauen) erstattet. Die übliche Zuzahlung beträgt 5-10 Euro pro Packung, maximal jedoch 10 Euro und nicht mehr als die tatsächlichen Kosten.
Voraussetzungen für die Erstattung:
- Ärztliche Verordnung (Rezept)
- Dokumentierte Diagnose Osteoporose
- Knochendichtemessung mit entsprechendem Befund (T-Score ≤ -2,0)
Häufige Fragen aus der Praxis
Therapiedauer und Langzeitanwendung
Wie lange sollte Raloxifen eingenommen werden?
Die optimale Therapiedauer ist individuell unterschiedlich. Studien haben eine sichere Anwendung über 8 Jahre dokumentiert. Nach 3-5 Jahren sollte eine Nutzen-Risiko-Neubewertung erfolgen. Bei guter Verträglichkeit und anhaltender Wirksamkeit kann die Therapie fortgesetzt werden.
Schwangerschaftsverhütung
Wichtiger Hinweis für prämenopausale Frauen
Obwohl Raloxifen primär für postmenopausale Frauen zugelassen ist: Falls versehentlich bei gebärfähigen Frauen eingesetzt, ist eine sichere Verhütung zwingend erforderlich. Raloxifen kann schwere Schädigungen des ungeborenen Kindes verursachen.
Umstellung von anderen Medikamenten
Bei einem Wechsel von Hormonersatztherapie zu Raloxifen sollte die HRT zunächst beendet werden. Nach einer Pause von mindestens 2-4 Wochen kann Raloxifen begonnen werden. Bei Umstellung von Bisphosphonaten ist keine Wartezeit erforderlich.
Zukunftsperspektiven und Forschung
Aktuelle Forschungsschwerpunkte
Kombinationstherapien
Untersuchungen zu optimalen Kombinationen mit anderen Osteoporose-Medikamenten zur Maximierung der Wirksamkeit.
Kardiovaskuläre Effekte
Weitere Studien zur genauen Charakterisierung der Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei verschiedenen Patientengruppen.
Neue SERMs
Entwicklung von SERMs der nächsten Generation mit verbessertem Nebenwirkungsprofil und breiterer Wirksamkeit.
Biomarker
Identifikation von Biomarkern zur Vorhersage des individuellen Therapieansprechens und Nebenwirkungsrisikos.
Neue Erkenntnisse
Aktuelle Forschungen aus 2023 und 2024 untersuchen die epigenetischen Effekte von Raloxifen und seine mögliche Rolle bei der Prävention kognitiver Beeinträchtigungen im Alter. Vorläufige Daten deuten auf neuroprotektive Eigenschaften hin, die über die bekannten Wirkungen hinausgehen.
Praktische Tipps für Patientinnen
Erfolgreiche Therapie mit Raloxifen – 10 Tipps
- Regelmäßigkeit: Nehmen Sie Raloxifen jeden Tag zur gleichen Zeit ein
- Erinnerungshilfen: Nutzen Sie Handy-Alarm oder Medikamentendosierer
- Bewegung bleibt wichtig: Medikamente ersetzen nicht körperliche Aktivität
- Calcium und Vitamin D: Ergänzen Sie diese essentiellen Nährstoffe konsequent
- Mobilität erhalten: Informieren Sie vor Operationen über die Raloxifen-Einnahme
- Symptome ernst nehmen: Melden Sie Beinschmerzen oder Atemnot sofort
- Regelmäßige Kontrollen: Nehmen Sie alle empfohlenen Untersuchungen wahr
- Sturzprävention: Beseitigen Sie Stolperfallen in der Wohnung
- Gesunder Lebensstil: Nicht rauchen, Alkohol nur in Maßen
- Geduld haben: Die volle Wirkung zeigt sich erst nach mehreren Monaten
Zusammenfassung
Raloxifen (Evista) – Die wichtigsten Punkte
Wirkmechanismus: Selektiver Östrogenrezeptor-Modulator mit gewebespezifischen Effekten
Hauptindikation: Behandlung und Prävention von Osteoporose bei postmenopausalen Frauen
Dosierung: 60 mg einmal täglich, unabhängig von Mahlzeiten
Hauptvorteile:
- Reduktion vertebraler Frakturen um 30-50%
- Senkung des Brustkrebsrisikos um etwa 70%
- Einfache Einnahme
- Positive Effekte auf Lipidprofil
Hauptrisiken:
- Erhöhtes Thromboembolie-Risiko (2-3-fach)
- Hitzewallungen (häufig, meist mild)
- Leicht erhöhtes Schlaganfallrisiko
Kontraindikationen: Thromboembolie-Anamnese, Schwangerschaft, prämenopausale Frauen, schwere Leber-/Niereninsuffizienz
Besonderheiten: Bei geplanter Immobilisation 72 Stunden vorher absetzen
Raloxifen stellt eine wertvolle therapeutische Option für postmenopausale Frauen mit Osteoporose dar, insbesondere wenn gleichzeitig ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht. Die Entscheidung für Raloxifen sollte individuell unter Berücksichtigung des Nutzen-Risiko-Profils, der persönlichen Risikofaktoren und der Patientenpräferenzen getroffen werden. Eine begleitende Optimierung von Lebensstilfaktoren, ausreichende Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr sowie regelmäßige ärztliche Kontrollen sind für den Therapieerfolg essenziell.
Was ist Raloxifen und wofür wird es verwendet?
Raloxifen ist ein selektiver Östrogenrezeptor-Modulator (SERM), der unter dem Handelsnamen Evista zur Behandlung und Vorbeugung von Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren eingesetzt wird. Es wirkt östrogenähnlich auf die Knochen und erhöht die Knochendichte, während es gleichzeitig das Risiko für Wirbelkörperfrakturen um 30-50% reduziert und als positiven Nebeneffekt das Brustkrebsrisiko um etwa 70% senkt.
Welche Nebenwirkungen hat Raloxifen am häufigsten?
Die häufigsten Nebenwirkungen von Raloxifen sind Hitzewallungen (bei 25-30% der Patientinnen), Beinkrämpfe (7-12%) und grippeähnliche Symptome (10-15%), besonders zu Therapiebeginn. Eine schwerwiegende, aber seltene Nebenwirkung ist das 2-3-fach erhöhte Risiko für Thromboembolien wie tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien. Bei Anzeichen wie Beinschmerzen, Schwellungen oder Atemnot sollte sofort ein Arzt kontaktiert werden.
Wie wird Raloxifen richtig eingenommen?
Raloxifen wird in einer Standarddosis von 60 mg einmal täglich eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten und zu jeder beliebigen Tageszeit. Die Tablette sollte unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt werden. Wichtig ist die regelmäßige tägliche Einnahme zur gleichen Zeit sowie die begleitende Supplementierung von 1000-1500 mg Calcium und 800-1000 IE Vitamin D täglich für optimale Ergebnisse.
Wer darf Raloxifen nicht einnehmen?
Raloxifen ist kontraindiziert bei Frauen mit aktueller oder zurückliegender Thromboembolie, während Schwangerschaft und Stillzeit, bei prämenopausalen Frauen mit erhaltener Ovarialfunktion sowie bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen. Auch bei ungeklärten vaginalen Blutungen und bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf es nicht angewendet werden. Bei geplanten Operationen sollte Raloxifen mindestens 72 Stunden vorher abgesetzt werden.
Wie unterscheidet sich Raloxifen von anderen Osteoporose-Medikamenten?
Im Vergleich zu Bisphosphonaten reduziert Raloxifen primär Wirbelkörperfrakturen, hat aber keine nachgewiesene Wirkung auf periphere Frakturen. Der entscheidende Vorteil ist die zusätzliche Reduktion des Brustkrebsrisikos um 70%, was bei Bisphosphonaten nicht der Fall ist. Die Einnahme ist einfacher als bei Bisphosphonaten (keine nüchterne Einnahme erforderlich), jedoch besteht ein erhöhtes Thromboserisiko. Raloxifen eignet sich besonders für Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko und primär vertebraler Osteoporose.
Letzte Bearbeitung am Montag, 1. Dezember 2025 – 7:39 Uhr von Alex, Webmaster von med-nebenwirkungen.de.