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Was heißt "häufig"?

"Häufig" bedeutet in der Packungsbeilage: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. "Gelegentlich" heißt bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000, "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 und "sehr häufig" mehr als 1 von 10; diese Angaben empfiehlt die Europäische Arzneimittel-Agentur für Packungsbeilagen. Das Werkzeug zeigt, was eine Klasse für eine Gruppe von 100, 1.000 oder 10.000 Menschen bedeutet.

Werkzeug

Was heißt "häufig"?

Wählen Sie die Angabe aus der Packungsbeilage und eine Gruppengröße. Das Werkzeug zeigt, wie viele Menschen das betreffen kann.

Ohne JavaScript: Die Tabelle unten nennt alle Angaben.

Die Angaben beschreiben, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten vorkam, aber nicht, ob sie bei Ihnen auftritt.

Viele kleine Holzfiguren in ordentlichen Reihen auf einem hellen Tisch, eine einzige Figur ist petrolfarben bemalt
Bild: KI-generiert

So funktioniert der Häufigkeits-Übersetzer

Sie wählen die Häufigkeitsangabe aus der Packungsbeilage, etwa "häufig", und eine Gruppengröße von 100, 1.000 oder 10.000 Menschen. Das Werkzeug rechnet die Klasse in Menschen um und zeigt, wie viele in einer solchen Gruppe nach dieser Klasse betroffen sein können. Bei einer Gruppe von 100 Menschen sowie bei den Klassen "sehr häufig" und "häufig" erscheint dazu ein Bild aus 100 Punkten. Gefüllt ist die Obergrenze der Klasse, auf ganze Punkte gerundet, bei "sehr häufig" die Untergrenze von 10 Punkten. Grundlage sind die Bereiche, die die Leitlinie der Europäischen Kommission für die Fachinformation festlegt [1].

Die Bezeichnungen der Packungsbeilage empfiehlt die Vorlage der Europäischen Arzneimittel-Agentur [2]; in deutschen Packungsbeilagen lauten sie etwa "kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen" für "häufig" [4, 5]. Das Werkzeug kennt keine einzelnen Medikamente. Wie die Packungsbeilage insgesamt aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen; alle Helfer stehen unter Werkzeuge.

Alle Angaben auf einen Blick

So sind die Häufigkeiten in der Packungsbeilage gemeint
AngabeBedeutung in der PackungsbeilageFachinformationAnschaulich
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen≥ 1/10mehr als 100 von 1.000
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen≥ 1/100 bis < 1/1010 bis unter 100 von 1.000
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen≥ 1/1.000 bis < 1/1001 bis unter 10 von 1.000
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen≥ 1/10.000 bis < 1/1.0001 bis unter 10 von 10.000
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen< 1/10.000weniger als 1 von 10.000
Nicht bekanntHäufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbarnicht bekanntnicht abschätzbar

Die Spalte "Bedeutung in der Packungsbeilage" zeigt die Angaben, die die Vorlage der Europäischen Arzneimittel-Agentur für Packungsbeilagen empfiehlt [2, 4, 5]. Die Spalte "Fachinformation" zeigt die Bereiche aus der Leitlinie der Europäischen Kommission [1]. "Nicht bekannt" ist dort für Ausnahmefälle vorgesehen, in denen sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen lässt [1]. Die Spalte "Anschaulich" rechnet die Bereiche auf 1.000 oder 10.000 Menschen um.

Warum die Packungsbeilage nur eine Obergrenze nennt, erklärt die Vorlage der Europäischen Arzneimittel-Agentur mit Nutzertests: Angaben mit Unter- und Obergrenze wie mehr als 1 von 100, aber weniger als 1 von 10 wurden darin schlecht verstanden [2]. Die Untergrenze einer Klasse ist die Obergrenze der nächstniedrigeren Klasse; "häufig" beginnt also dort, wo "gelegentlich" endet, bei 1 von 100 [1].

Wie Sie das Ergebnis lesen

Ein Beispiel: Sie wählen "gelegentlich" und 1.000 Menschen. Das Ergebnis lautet dann, dass eine so eingestufte Nebenwirkung 1 bis unter 10 von 1.000 Menschen betrifft, die das Mittel nehmen. Umgekehrt haben mehr als 990 von 1.000 sie nicht. Mit "häufig" und 100 Menschen lautet das Ergebnis 1 bis unter 10 von 100; im Punktbild sind 10 Punkte gefüllt, die Obergrenze der Klasse. Bei "sehr selten" ist selbst in einer Gruppe von 10.000 Menschen rechnerisch weniger als ein Mensch betroffen.

Die Klasse beschreibt, wie oft eine Nebenwirkung bei den Behandelten insgesamt vorkam. Ob sie bei Ihnen auftritt, sagt sie nicht. Nach der Vorlage der Europäischen Arzneimittel-Agentur beginnt Abschnitt 4 der Packungsbeilage mit dem Satz: "Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen." [2, 3]

Was die Zahlen nicht sagen

  • Aufgeführt sind die Nebenwirkungen, bei denen ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Arzneimittel nach sorgfältiger Prüfung zumindest begründet möglich ist [1].
  • Die Häufigkeit ist die rohe Rate bei den Behandelten und nicht der Unterschied zu einem Scheinmedikament (Placebo). Tritt eine häufige, sehr häufige oder schwerwiegende Nebenwirkung auch unter Placebo in relevantem Umfang auf, können beide Raten genannt werden [1]. Mehr dazu im Ratgeber Nocebo- und Placebo-Effekt.
  • Die Klasse sagt nichts darüber, wie schwer eine Nebenwirkung ist. Innerhalb jeder Klasse stehen die Nebenwirkungen in der Fachinformation nach der Leitlinie der Europäischen Kommission in der Reihenfolge abnehmender Schwere [1], in der Packungsbeilage nach der Vorlage der Europäischen Arzneimittel-Agentur die schwerwiegendsten zuerst, mit Anweisungen, was zu tun ist [2]. Auf den Medikamentenseiten dieser Website stehen die Warnzeichen in einem eigenen Kasten.
  • Ihr eigenes Risiko kann abweichen. Die Fachinformation kann Unterschiede bei Kindern, älteren Menschen, eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, anderen Erkrankungen oder bestimmten Erbanlagen beschreiben und angeben, ob eine Nebenwirkung von der Dosis oder der Dauer der Anwendung abhängt [1].
  • Jede Häufigkeit gilt nur für den Wirkstoff und die Produktinformation, aus der sie stammt. Für Ihr Präparat ist dessen Packungsbeilage maßgeblich.

Was das Werkzeug nicht kann

Das Werkzeug rechnet nur die festen Klassen in Menschen um. Angaben zu einzelnen Medikamenten kennt es nicht. Bei welchen Wirkstoffen eine Beschwerde in welcher Klasse genannt ist, zeigen die Medikamentenseiten und der Nebenwirkungs-Finder. Ob eine Nebenwirkung für Sie wahrscheinlich ist, klären Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Apotheke. Mehr zu den Häufigkeitsangaben steht im Ratgeber Beipackzettel verstehen.

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Quellen

  1. Behörde A Guideline on Summary of Product Characteristics (SmPC), Revision 2, Abschnitt 4.8 Undesirable effects (mit den Hinweisen zur Schätzung der Häufigkeit). Europäische Kommission, Notice to Applicants Volume 2C. Stand 09/2009. abgerufen am 22.10.2026
  2. Behörde QRD product-information annotated template (English), Version 10.4, Packungsbeilage Abschnitt 4 "Possible side effects" (empfohlene Häufigkeitsangaben). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 02/2024. abgerufen am 22.10.2026
  3. Behörde QRD-Vorlage für Produktinformationen, Version 10.4, deutsche Fassung mit markierten Änderungen (Packungsbeilage, Abschnitt 4). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 02/2024. abgerufen am 22.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten (Abschnitt 4, Häufigkeitsangaben). ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 22.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ramipril-ratiopharm 5 mg Tabletten (Abschnitt 4, Häufigkeitsangaben). ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 22.10.2026

Häufige Fragen

Was bedeutet "häufig" im Beipackzettel?

"Häufig" heißt: Die Nebenwirkung kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Für die Fachinformation legt die Leitlinie der Europäischen Kommission den Bereich genauer fest: mindestens 1 von 100 und weniger als 1 von 10. Von 1.000 Menschen, die das Mittel nehmen, sind das 10 bis unter 100.

Was heißen "gelegentlich", "selten" und "sehr selten"?

"Gelegentlich" heißt bis zu 1 von 100 Behandelten, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000. In der Fachinformation stehen dafür die Bereiche mindestens 1 von 1.000 bis unter 1 von 100, mindestens 1 von 10.000 bis unter 1 von 1.000 und unter 1 von 10.000.

Was bedeutet "nicht bekannt"?

Die Häufigkeit ist auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar. Die Leitlinie der Europäischen Kommission sieht diese Angabe für Ausnahmefälle vor. Sie bedeutet also nicht "sehr selten", sondern dass sich keine Häufigkeit angeben ließ.

Bekomme ich eine Nebenwirkung, die als "häufig" angegeben ist?

Das sagt die Angabe nicht. Bei "häufig" haben weniger als 10 von 100 Behandelten diese Nebenwirkung, mehr als 90 von 100 also nicht. Die Häufigkeit ist zudem die rohe Rate bei allen Behandelten und nicht der Unterschied zu einem Scheinmedikament (Placebo). Ob eine Nebenwirkung für Sie wahrscheinlich ist, klären Ihre Arztpraxis oder Apotheke.

Warum nennt die Fachinformation die Häufigkeit als Bruch?

Die Fachinformation für Ärztinnen, Ärzte und Apotheken nennt die Klassen als Bereiche; so legt es die Leitlinie der Europäischen Kommission fest. Für Packungsbeilagen empfiehlt die Europäische Arzneimittel-Agentur Angaben mit nur einer Grenze; in deutschen Packungsbeilagen steht etwa "kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen". Nutzertests haben laut ihrer Vorlage gezeigt, dass Angaben mit Unter- und Obergrenze schlecht verstanden werden.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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