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Candesartan: Nebenwirkungen und Wirkung

Candesartan ist ein verschreibungspflichtiger Blutdrucksenker aus der Gruppe der Sartane gegen Bluthochdruck und Herzschwäche. Häufige Nebenwirkungen sind Schwindel, Kopfschmerzen, Atemwegsinfektionen, ein niedriger Blutdruck, ein erhöhter Kaliumwert und eine veränderte Nierenfunktion. Bei Atemnot oder Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen nehmen Sie Candesartan nicht weiter ein und holen umgehend ärztliche Hilfe.

Mann um die sechzig fährt an einem Sommerabend gemächlich mit dem Fahrrad über einen Feldweg
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Schwindel oder Drehgefühl[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Atemwegsinfektion[1, 2]
  • Häufig: Niedriger Blutdruck, der ein Gefühl von Ohnmacht oder Schwindel hervorrufen kann[1, 2]
  • Häufig: Erhöhter Kaliumwert im Blut, besonders bei bestehenden Nierenproblemen oder Herzschwäche; in schweren Fällen Müdigkeit, Schwäche, unregelmäßiger Herzschlag oder Kribbeln ("Ameisenlaufen")[1, 2]
  • Häufig: Beeinflussung der Nierenfunktion, besonders bei bestehenden Nierenproblemen oder Herzschwäche; in sehr seltenen Fällen Nierenversagen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche

Wofür wird Candesartan eingesetzt?

Candesartan ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Sartane, fachlich Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten genannt [1, 2]. Laut Packungsbeilage behandelt er Bluthochdruck bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis unter 18 Jahren [1].

Außerdem ist Candesartan für Erwachsene mit Herzschwäche und verringerter Pumpfunktion des Herzens zugelassen, wenn sie keine ACE-Hemmer anwenden können. Haben Betroffene trotz ACE-Hemmer weiterhin Beschwerden und können keinen Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (MRA) erhalten, kann Candesartan zusätzlich zum ACE-Hemmer gegeben werden [1]. Die Fachinformation beschreibt die Herzschwäche genauer: Die Auswurfleistung der linken Herzkammer liegt bei höchstens 40 Prozent [2].

Wie wirkt Candesartan?

Candesartan entspannt und erweitert die Blutgefäße. Das senkt den Blutdruck und erleichtert dem Herzen, das Blut in alle Bereiche des Körpers zu pumpen [1]. Erst bei der Aufnahme aus dem Darm entsteht aus der Vorstufe Candesartancilexetil der eigentliche Wirkstoff. Candesartan blockiert gezielt den AT1-Rezeptor, über den das Hormon Angiotensin II unter anderem die Gefäße verengt und die Ausschüttung von Aldosteron anregt [2].

Anders als ein ACE-Hemmer wie Ramipril hemmt Candesartan nicht das Angiotensin-Converting-Enzym und verstärkt nicht den Botenstoff Bradykinin. In Vergleichsstudien trat Husten unter Candesartan seltener auf als unter ACE-Hemmern [2]. Mehr zum Husten durch Blutdrucksenker lesen Sie unter Reizhusten durch Medikamente.

Nach einer Einzeldosis setzt die blutdrucksenkende Wirkung in der Regel innerhalb von 2 Stunden ein. Bei Dauerbehandlung ist die volle Wirkung normalerweise innerhalb von 4 Wochen erreicht; einmal am Tag eingenommen senkt Candesartan den Blutdruck gleichmäßig über 24 Stunden. Die Halbwertszeit beträgt etwa 9 Stunden [2]. Bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe ist die blutdrucksenkende Wirkung laut Fachinformation weniger ausgeprägt [1, 2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt, ergänzt um Häufigkeiten aus der Fachinformation für Kinder und Jugendliche. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufig sind Schwindel, Kopfschmerzen, Atemwegsinfektionen und ein niedriger Blutdruck. Ebenfalls häufig steigt der Kaliumwert im Blut oder die Nierenfunktion verändert sich, besonders bei Menschen, die bereits Nierenprobleme oder eine Herzschwäche haben [1]. In kontrollierten Studien bei Bluthochdruck waren die Nebenwirkungen leicht und vorübergehend; Behandlungsabbrüche wegen Nebenwirkungen kamen unter Candesartan (3,1 Prozent) ähnlich oft vor wie unter Placebo (3,2 Prozent) [2].

Bei Herzschwäche waren ein erhöhter Kaliumwert, ein niedriger Blutdruck und eine eingeschränkte Nierenfunktion die häufigsten Nebenwirkungen; sie traten häufiger bei Menschen über 70 Jahren, bei Diabetes und bei gleichzeitiger Einnahme anderer Mittel auf, die dasselbe Hormonsystem beeinflussen, vor allem ACE-Hemmer und Spironolacton [2]. Bei Kindern mit Bluthochdruck scheinen die Nebenwirkungen etwa die gleichen zu sein wie bei Erwachsenen, treten aber häufiger auf [1, 2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • AtemwegeBei Kindern mit Bluthochdruck: Halsschmerzen (bei Erwachsenen nicht beobachtet)[1, 2]
  • NervensystemBei Kindern mit Bluthochdruck: Kopfschmerzen und Schwindel (bei Erwachsenen häufig)[2]
  • InfektionenBei Kindern mit Bluthochdruck: Infektion der oberen Atemwege (bei Erwachsenen häufig)[2]
  • AtemwegeBei Kindern mit Bluthochdruck: Husten (bei Erwachsenen sehr selten)[2]

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemSchwindel oder Drehgefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • InfektionenAtemwegsinfektion[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck, der ein Gefühl von Ohnmacht oder Schwindel hervorrufen kann[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Kaliumwert im Blut, besonders bei bestehenden Nierenproblemen oder Herzschwäche; in schweren Fällen Müdigkeit, Schwäche, unregelmäßiger Herzschlag oder Kribbeln ("Ameisenlaufen")[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
  • Nieren und HarnwegeBeeinflussung der Nierenfunktion, besonders bei bestehenden Nierenproblemen oder Herzschwäche; in sehr seltenen Fällen Nierenversagen[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
  • HautBei Kindern mit Bluthochdruck: Hautausschlag (bei Erwachsenen sehr selten)[2]
  • InfektionenBei Kindern mit Bluthochdruck: laufende Nase (bei Erwachsenen nicht beobachtet)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
  • Allgemeine BeschwerdenBei Kindern mit Bluthochdruck: Fieber (bei Erwachsenen nicht beobachtet)[1, 2]Mehr dazu: Fieber
  • HerzBei Kindern mit Bluthochdruck: beschleunigter Herzschlag (bei Erwachsenen nicht beobachtet)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungBei Kindern mit Bluthochdruck: erniedrigter Natriumwert im Blut (bei Erwachsenen sehr selten)[2]
  • Leber und GalleBei Kindern mit Bluthochdruck: veränderte Leberfunktion (bei Erwachsenen sehr selten)[2]

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Candesartan kann die Zahl der weißen Blutkörperchen vermindern. Dann kann die Abwehr gegen Infektionen geschwächt sein; mögliche Zeichen sind Müdigkeit, eine Infektion oder Fieber. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, die oder der eventuell Blutuntersuchungen durchführt [1]. Eine Schwellung des Darms (intestinales Angioödem) zeigt sich durch Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall; laut Fachinformation klangen die Beschwerden nach dem Absetzen ab [1, 2]. Hinweise zu allergischen Reaktionen finden Sie unter Arzneimittelallergie, Notrufnummern unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Sechzigern steht langsam vom Esstisch auf und stützt sich dabei an der Tischkante ab
Bild: KI-generiert

Schwindel und niedriger Blutdruck: Ein niedriger Blutdruck kann ein Gefühl von Ohnmacht oder Schwindel hervorrufen [1]. Fühlen Sie sich müde oder schwindelig, führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie Alkohol trinken, denn auch Alkohol kann Schwindel oder ein Ohnmachtsgefühl auslösen [1].

Kalium und Nieren: Ob der Kaliumwert steigt oder sich die Nierenfunktion verändert, zeigt eine Blutuntersuchung. Je nach Situation überprüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Nierenfunktion, Blutdruck und Blutsalze wie Kalium in regelmäßigen Abständen [1]. Bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei Herzschwäche empfiehlt die Fachinformation, Kalium und Kreatinin regelmäßig zu überwachen [2]. Nehmen Sie Kaliumpräparate oder kaliumhaltigen Salzersatz nur nach Rücksprache ein [1, 2]. Mehr unter Nierenfunktionsstörungen durch Medikamente.

Magen-Darm-Beschwerden: Bemerken Sie nach der Einnahme Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er entscheidet über die weitere Behandlung. Beenden Sie die Einnahme nicht eigenmächtig [1].

Weitere Beschwerden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte melden [1]; mehr dazu im Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Bei bestimmten Kombinationen sind Blutuntersuchungen, eine Dosisanpassung oder andere Vorsichtsmaßnahmen nötig [1]. Die gleichzeitige Behandlung mit einem ACE-Hemmer oder mit Aliskiren erhöht das Risiko für einen zu niedrigen Blutdruck, einen zu hohen Kaliumwert und eine Abnahme der Nierenfunktion bis zum akuten Nierenversagen; eine solche doppelte Blockade wird nicht empfohlen [1, 2].

Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac sowie Acetylsalicylsäure in hoher Dosis können die blutdrucksenkende Wirkung abschwächen. Zusammen mit Candesartan steigt außerdem das Risiko, dass sich die Nierenfunktion verschlechtert und der Kaliumwert ansteigt, besonders bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion [1, 2]. Auch kaliumsparende Entwässerungsmittel wie Spironolacton, Heparin und das Antibiotikum Cotrimoxazol können den Kaliumwert erhöhen [1, 2].

Wechselwirkungen von Candesartan
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere Blutdrucksenker, einschließlich Betablocker, Diazoxid und ACE-Hemmer wie Enalapril, Captopril, Lisinopril oder RamiprilStärkere Blutdrucksenkung; mit ACE-Hemmern oder Aliskiren mehr Fälle von zu niedrigem Blutdruck, zu hohem Kalium und verschlechterter Nierenfunktion bis zum akuten Nierenversagen[1, 2]Kombination mit ACE-Hemmern oder Aliskiren nicht empfohlen, mit Aliskiren bei Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion nicht erlaubt; wenn unumgänglich, nur unter fachärztlicher Aufsicht mit engen Kontrollen
ACE-Hemmer zusammen mit Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (z. B. Spironolacton, Eplerenon)Höheres Risiko für Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall, zu hohes Kalium und Abnahme der Nierenfunktion[1, 2]Dreifachkombination nicht empfohlen; nur unter fachärztlicher Aufsicht mit engen Kontrollen
Schmerz- und Entzündungsmittel aus der Gruppe der NSAR (z. B. Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac, Celecoxib, Etoricoxib) und Acetylsalicylsäure über 3 g am TagBlutdrucksenkende Wirkung kann nachlassen; höheres Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion bis zum akuten Nierenversagen und für einen Kaliumanstieg[1, 2]Vorher Rücksprache halten; ausreichend trinken; laut Fachinformation ist eine Kontrolle der Nierenfunktion nach Beginn und danach regelmäßig zu erwägen
Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel, kaliumsparende Entwässerungsmittel, Heparin, Cotrimoxazol (Trimethoprim/Sulfamethoxazol)Kaliumwert im Blut kann steigen[1, 2]Kalium kontrollieren lassen
LithiumLithiumspiegel und Giftigkeit von Lithium können steigen[1, 2]Kombination nicht empfohlen; wenn nötig, Lithiumspiegel sorgfältig überwachen
Entwässerungsmittel (Diuretika)Die Ärztin oder der Arzt muss eventuell Blutuntersuchungen machen oder die Dosis anpassen[1]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Candesartan nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Falls Sie nicht sicher wissen, ob einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Kinder unter 1 Jahr dürfen nicht mit Candesartan behandelt werden, weil Risiken für die Entwicklung der Nieren bestehen [1]. Bei Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion ist die gleichzeitige Behandlung mit Aliskiren nicht erlaubt [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Candesartancilexetil oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Die letzten 6 Monate der Schwangerschaft (zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel)[1, 2]
  • Schwere Lebererkrankung oder Gallestauung (Cholestase)[1, 2]
  • Kinder unter 1 Jahr, wegen möglicher Risiken für die Entwicklung der Nieren[1, 2]
  • Diabetes mellitus oder eingeschränkte Nierenfunktion bei gleichzeitiger Behandlung mit Aliskiren[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Herz-, Leber- oder Nierenprobleme, Dialyse oder eine kürzlich erfolgte Nierentransplantation[1, 2]
  • Erbrechen, kürzlich heftiges Erbrechen oder Durchfall; niedriger Blutdruck[1, 2]
  • Conn-Syndrom (primärer Hyperaldosteronismus): Die Fachinformation empfiehlt die Anwendung nicht, weil diese Patientinnen und Patienten im Allgemeinen nicht auf solche Blutdrucksenker ansprechen[1, 2]
  • Früherer Schlaganfall[1]
  • Gleichzeitige Einnahme eines ACE-Hemmers (besonders bei Nierenschäden durch Diabetes) oder von Aliskiren; ACE-Hemmer zusammen mit einem Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten[1, 2]
  • Geplante Operation: Ärztin, Arzt oder Zahnarzt informieren, weil zusammen mit einigen Narkosemitteln ein übermäßiger Blutdruckabfall möglich ist[1, 2]
  • Verengung der Aorten- oder Mitralklappe oder obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie[2]
  • Verengung beider Nierenarterien oder der Arterie einer Einzelniere: Harnstoff und Kreatinin im Blut können steigen[2]
  • Kinderwunsch oder mögliche Schwangerschaft: Ärztin oder Arzt informieren[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

In der frühen Schwangerschaft wird Candesartan nicht empfohlen; nach dem dritten Schwangerschaftsmonat dürfen Sie es nicht mehr einnehmen, weil es das ungeborene Kind schwer schädigen kann [1, 2]. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden könnten; allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3].

Schwangerschaft

Die Einnahme in der frühen Schwangerschaft wird nicht empfohlen, und nach dem dritten Schwangerschaftsmonat dürfen Sie Candesartan nicht mehr einnehmen, weil es das ungeborene Kind schwer schädigen kann. In der Regel setzt die Ärztin oder der Arzt Candesartan vor einer Schwangerschaft oder sobald sie bekannt ist ab und verordnet ein anderes Mittel.[1, 2]

Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel können Sartane die Nierenfunktion des Kindes verschlechtern (zu wenig Fruchtwasser) und die Verknöcherung des Schädels verzögern; beim Neugeborenen sind Nierenversagen, niedriger Blutdruck und ein zu hoher Kaliumwert möglich.[2]

Laut Embryotox beginnt die hochkritische Zeit ab der 20. Schwangerschaftswoche; danach ist in etwa 30 % der Schwangerschaften mit Einnahme mit einer Schädigung des Kindes (Fetopathie) zu rechnen. Aus insgesamt etwa 400 Schwangerschaftsverläufen mit Sartanen (nicht nur Candesartan) im ersten Drittel ließ sich weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko noch ein Fehlbildungsmuster erkennen. Nach versehentlicher Einnahme in der Frühschwangerschaft sieht Embryotox die Umstellung auf einen risikoärmeren Blutdrucksenker vor; eine weiterführende Ultraschalluntersuchung kann angeboten werden. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox, abhängig vom Anwendungsgebiet, bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa, im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel auch Nifedipin; ist bei schwerer Herzschwäche ein Hemmstoff des Renin-Angiotensin-Systems unumgänglich, sollte laut Embryotox wegen des geringeren Risikos einer Fetopathie ein ACE-Hemmer gewählt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Candesartan wird in der Stillzeit nicht empfohlen, weil keine Erkenntnisse vorliegen; die Ärztin oder der Arzt kann eine andere Behandlung wählen, vor allem bei Neugeborenen und Frühgeborenen.[1, 2]

Laut Embryotox liegen zu Sartanen keine veröffentlichten Daten zur Stillzeit vor; sie sollten gemieden werden. Versehentlich eingenommene einzelne Dosen erfordern laut Embryotox kein Abstillen. Laut Embryotox sollte die Behandlung aber auf in der Stillzeit besser untersuchte Blutdrucksenker wie Alpha-Methyldopa, Metoprolol oder Nifedipin umgestellt werden; beim älteren Säugling können laut Embryotox auch Enalapril oder Captopril erwogen werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie Alkohol trinken: Alkohol kann ein Gefühl der Ohnmacht oder Schwindel hervorrufen.[1]

Autofahren und Maschinen

Manche Menschen fühlen sich während der Einnahme müde oder schwindelig. Dann dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen.[1, 2]

Einnahme

Jeden Tag möglichst zur gleichen Zeit mit einem Schluck Wasser einnehmen, mit oder ohne Nahrung. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.[1]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis nehmen, sondern die nächste Dosis wie üblich.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht ab, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen: Der Blutdruck kann sonst erneut ansteigen. Laut Fachinformation gibt es keinen Hinweis auf einen überschießenden Blutdruckanstieg (Rebound) nach Beendigung der Behandlung.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie mehr eingenommen als verordnet, wenden Sie sich umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder die Apotheke. Laut Fachinformation zeigt sich eine Überdosierung wahrscheinlich vor allem als Blutdruckabfall mit Beschwerden und als Schwindel.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt für Bluthochdruck und für Herzschwäche jeweils eine Anfangsdosis und beschreibt, wie die Ärztin oder der Arzt die Dosis erhöhen kann; für Kinder und Jugendliche richtet sie sich nach dem Körpergewicht [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Candesartan jeden Tag ein, möglichst zur gleichen Zeit, mit einem Schluck Wasser und mit oder ohne Nahrung. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis einfach wie üblich, nicht die doppelte Menge [1].

Wenn Sie die Einnahme abbrechen, kann Ihr Blutdruck erneut ansteigen. Brechen Sie sie deshalb nicht ab, ohne zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen [1]. Laut Fachinformation gibt es keinen Hinweis auf einen überschießenden Blutdruckanstieg (Rebound-Effekt) nach dem Ende der Behandlung [2]. Ein Schema zum Ausschleichen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Was vor einer Operation, bei niedrigem Blutdruck, bei Herzschwäche und bei Kinderwunsch zu beachten ist, lesen Sie auf der Seite Candesartan absetzen. Vor einer Operation informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Zahnarzt, weil Candesartan zusammen mit einigen Narkosemitteln einen übermäßigen Blutdruckabfall verursachen könnte [1]; siehe auch Medikamente vor der OP.

Präparate mit Candesartan

Candesartan gibt es von vielen Herstellern als Tabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Candesartan-ratiopharm [1, 2]. Für Kombinationspräparate, etwa mit dem Entwässerungsmittel Hydrochlorothiazid, gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Candesartan
PräparatAnbieterHinweis
Candesartan-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Candesartan HEXALHEXAL AGverschreibungspflichtig
Candesartan-1A Pharma1A Pharma GmbHverschreibungspflichtig
Candesartan KrkaTAD Pharma GmbHverschreibungspflichtig
Candesartan ZentivaZentiva Pharma GmbHverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Candesartan-ratiopharm 8 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 16.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Candesartan-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 16.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Candesartan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür nimmt man Candesartan?

Candesartan ist zugelassen zur Behandlung von Bluthochdruck bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis unter 18 Jahren. Bei Erwachsenen behandelt es außerdem eine Herzschwäche mit verringerter Pumpfunktion: zusätzlich zu einem ACE-Hemmer oder dann, wenn ACE-Hemmer nicht angewendet werden können.

Welche Nebenwirkungen hat Candesartan auf die Psyche?

Psychische Nebenwirkungen wie Depression oder Angst sind in Packungsbeilage und Fachinformation von Candesartan-ratiopharm nicht aufgeführt. Häufig sind Schwindel, Kopfschmerzen und ein niedriger Blutdruck. Müdigkeit und Schwäche können in schweren Fällen auf einen erhöhten Kaliumwert hinweisen. Bemerken Sie Veränderungen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Verursacht Candesartan Husten?

Husten ist bei Erwachsenen eine sehr seltene Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten. Laut Fachinformation trat Husten in Vergleichsstudien unter Candesartan seltener auf als unter ACE-Hemmern; bei Kindern ist er dagegen sehr häufig.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Candesartan nehme?

Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage kann Alkohol ein Gefühl der Ohnmacht oder Schwindel hervorrufen.

Muss Candesartan ausgeschlichen werden?

Brechen Sie die Einnahme nicht ab, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen, weil der Blutdruck sonst erneut ansteigen kann. Laut Fachinformation gibt es keinen Hinweis auf einen überschießenden Blutdruckanstieg nach dem Ende der Behandlung. Wie das Absetzen in Ihrem Fall abläuft, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Darf ich Ibuprofen nehmen, wenn ich Candesartan einnehme?

Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen können die blutdrucksenkende Wirkung abschwächen und zusammen mit Candesartan das Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion und einen Anstieg des Kaliumwerts erhöhen, besonders bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Darf ich Candesartan in der Schwangerschaft nehmen?

In der frühen Schwangerschaft wird Candesartan nicht empfohlen. Nach dem dritten Schwangerschaftsmonat dürfen Sie es nicht mehr einnehmen, weil es das ungeborene Kind schwer schädigen kann. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden könnten.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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