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Wassereinlagerungen (Ödeme) durch Medikamente

Wassereinlagerungen (Ödeme) sind laut Produktinformationen zum Beispiel bei Calciumkanalblockern wie Amlodipin, bei Pregabalin, entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAR) wie Diclofenac, Glucocorticoiden wie Prednisolon und beim Diabetesmittel Pioglitazon beschrieben. Betroffen sind laut IQWiG meistens Arme oder Beine. Lassen Sie die Ursache ärztlich abklären, denn geschwollene Beine können auch auf eine Herzschwäche oder eine Thrombose hinweisen. Bei Atemnot oder Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe; ein geschwollenes, schmerzhaftes Bein lassen Sie rasch ärztlich untersuchen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Mitte sechzig mit grauem Kurzhaarschnitt sitzt am Abend auf dem Sofa und betrachtet ihre leicht geschwollenen Knöchel
Bild: KI-generiert

Bei einem Ödem schwillt ein Körperteil an, weil sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt; meistens sind Arme oder Beine betroffen, dann spricht man von einem peripheren Ödem [1]. Laut IQWiG kann ein Ödem eine Nebenwirkung mancher Medikamente sein, aber auch eine geringe Wasseransammlung, die von selbst wieder verschwindet, oder ein Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung, etwa einer Herzschwäche [1]. Beschrieben sind Wassereinlagerungen zum Beispiel bei Blutdrucksenkern aus der Gruppe der Calciumkanalblocker, bei Pregabalin, bei entzündungshemmenden Schmerzmitteln, bei Kortison und beim Diabetesmittel Pioglitazon [4, 7, 8, 10, 12].

Welche Medikamente Wassereinlagerungen auslösen können

Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe; jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Calciumkanalblocker: Bei Amlodipin ist eine Flüssigkeitsansammlung im Körper (Ödeme) laut Packungsbeilage sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten), Knöchelschwellungen sind häufig (bis zu 1 von 10) [4]. Laut Fachinformation gehören Knöchelschwellungen und Ödeme zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen [5]. Die Angaben zu weiteren Calciumkanalblockern wie Nifedipin, Felodipin und Lercanidipin stehen in der Tabelle unten.
  • Pregabalin: Die Packungsbeilage nennt ein Anschwellen des Körpers einschließlich der Arme und Beine als häufige Nebenwirkung [7]. Laut Fachinformation kommen gelegentlich Wassereinlagerungen am ganzen Körper (generalisierte Ödeme) und im Gesicht vor [6]. Nach der Markteinführung wurde außerdem über eine Herzschwäche berichtet, vor allem bei älteren Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Pregabalin gegen Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) erhielten; nach dem Absetzen ist sie möglicherweise umkehrbar [6]. Auch Gabapentin steht in der Tabelle.
  • Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR): Unter einer Behandlung mit NSAR, einschließlich Diclofenac, wurden laut Fachinformation Flüssigkeitseinlagerungen und Ödeme berichtet [8]. Die Packungsbeilage von Diclofenac nennt Wassereinlagerungen als gelegentlich (bis zu 1 von 100), insbesondere bei Bluthochdruck oder eingeschränkter Nierenfunktion [9]. Mehr zu Ibuprofen und Naproxen auf den Wirkstoffseiten.
  • Glucocorticoide (Kortison): Die Fachinformation von Prednisolon nennt eine Natriumretention mit Ödembildung, also ein Zurückhalten von Salz im Körper mit Wassereinlagerungen [10]. Eine Häufigkeit gibt sie nicht an, weil die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen [10]. Die Packungsbeilage spricht von Gewebswassersucht [11]. Auch Prednison und Dexamethason stehen in der Tabelle.
  • Pioglitazon (Mittel gegen Typ-2-Diabetes): Laut Fachinformation des Präparats Actos (EMA-Produktinformation) kann Pioglitazon dazu führen, dass Wasser im Körper zurückgehalten wird (Flüssigkeitsretention); das kann eine Herzschwäche auslösen oder verschlechtern [12]. In einjährigen Studien traten Ödeme bei 6 bis 9 Prozent der Behandelten auf, in der Regel leicht bis mäßig ausgeprägt [12]. Zusammen mit Insulin sind örtliche Schwellungen laut Packungsbeilage sehr häufig und eine Herzschwäche häufig [12]. Mehr unter Orale Antidiabetika.

Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Wassereinlagerungen oder Schwellungen nennt:

Wassereinlagerungen als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AmlodipinSehr häufigFlüssigkeitsansammlung im Körper (Ödeme) · Knöchelschwellungen
FelodipinSehr häufigKnöchelschwellungen (laut Fachinformation periphere Ödeme)
MedroxyprogesteronSehr häufigFlüssigkeitseinlagerung im Gewebe
NifedipinSehr häufigGewebeschwellung durch Flüssigkeitsansammlung (periphere Ödeme)
PembrolizumabSehr häufigMüdigkeit und Erschöpfung, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche, Schwellungen, Fieber
RituximabSehr häufigBei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: hohe Blutzuckerwerte, Gewichtsverlust, Schwellungen im Gesicht und am Körper, erhöhte Werte des Enzyms Laktatdehydrogenase (LDH), erniedrigte Kalziumwerte im Blut · Bei rheumatoider…
TamoxifenSehr häufigFlüssigkeitsansammlung im Gewebe
TrastuzumabSehr häufigHerzschwäche (kongestive Herzinsuffizienz), auch mit tödlichem Ausgang berichtet · Geschwollene Arme oder Beine durch Wassereinlagerung (peripheres Ödem) · Wassereinlagerungen (Ödeme)
AdalimumabHäufigSchmerzen im Brustraum, Wassereinlagerungen (Ödeme), Fieber
AlendronsäureHäufigSchwellungen an Händen oder Beinen (periphere Ödeme)
BuprenorphinHäufigWassereinlagerungen (Ödeme, z. B. geschwollene Beine), Müdigkeit
CarbamazepinHäufigWasseransammlung im Gewebe (Ödeme), verringerte Flüssigkeitsausscheidung, Gewichtszunahme, verminderter Natriumgehalt im Blut (Hyponatriämie) und verminderte Plasmaosmolalität, die selten zu einer Wasservergiftung mit…
CarvedilolHäufigFlüssigkeitsüberlastung, erhöhtes Blutvolumen (Hypervolämie) · Schwellungen des Körpers oder von Körperteilen (Ödeme), Schmerzen
CelecoxibHäufigFlüssigkeitsansammlung im Körper, die zu Schwellungen der Fußgelenke, Beine und/oder Hände führen kann (periphere Ödeme)
DihydralazinHäufigWassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), weil der Körper Natrium und Wasser zurückhält
DoxazosinHäufigSchwächegefühl, Brustschmerzen, grippeähnliche Beschwerden, Schwellungen im Bereich von Knöcheln, Füßen oder Fingern (periphere Ödeme)
EtoricoxibHäufigSchwellungen der Beine und/oder Füße durch Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme)
FebuxostatHäufigÖrtliche Schwellung durch Wassereinlagerung im Gewebe (Ödem), Abgeschlagenheit
FentanylHäufigGeschwollene Hände, Knöchel oder Füße (periphere Ödeme)
FlecainidHäufigSchwäche, Müdigkeit (Fatigue), Fieber, Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe (Ödeme) und allgemeines Unwohlsein
GabapentinHäufigAnschwellen des Gesichts, Blutergüsse (meist nach Verletzungen), Ausschlag, Juckreiz, Akne · Schwellungen an Armen und Beinen (periphere Ödeme), Schwierigkeiten beim Gehen, Schwäche, Schmerzen, Unwohlsein,…
InfliximabHäufigFrösteln, Flüssigkeitsansammlung unter der Haut mit Schwellung (Ödem)
LercanidipinHäufigAnschwellen der Fußknöchel durch Flüssigkeitsansammlung (periphere Ödeme)
LetrozolHäufigSchwellungen an Armen, Händen, Füßen oder Knöcheln durch Wassereinlagerungen (Ödeme) · Wassereinlagerungen im ganzen Körper (allgemeine Ödeme)
LeuprorelinHäufigBei Männern mit Prostatakrebs: Wassereinlagerungen (Ödeme) · Bei Frauen (Enantone-Gyn): Schwellungen durch gestauten Abfluss von Gewebewasser (Lymphödem) · Bei Frauen (Enantone-Gyn): Wassereinlagerungen (Ödeme),…
LevomethadonHäufigSchweißausbrüche, Mattigkeit, Schwächeanfälle, Wassereinlagerungen (Ödeme), gelegentlich bis häufig
MinoxidilHäufigVermehrte Salz- und Wasseransammlung im Gewebe (Salz- und Wasserretention), Ödeme · Schwellung von Knöcheln, Füßen oder Fingern mit oder ohne Gewichtszunahme
MirtazapinHäufigSchwellungen, typischerweise an Knöcheln oder Füßen, durch Wassereinlagerung (periphere Ödeme) · Schwellungen am ganzen Körper (generalisiertes Ödem) oder örtlich begrenzte Schwellungen (lokalisiertes Ödem)
MycophenolsäureHäufigGeschwollene Hände, Knöchel oder Füße (periphere Ödeme) · Anzeichen einer Grippe oder eines grippalen Infekts (wie Müdigkeit, Schüttelfrost, Halsschmerzen, schmerzende Gelenke oder Muskeln), geschwollene Fußknöchel und…
NaproxenHäufigWassereinlagerungen in Armen und Beinen (periphere Ödeme), besonders bei Bluthochdruck
NebivololHäufigAnsammlung von Flüssigkeit im Gewebe, die zu Schwellungen vor allem der Beine und der Knöchel führen kann (Ödeme) · Bei Behandlung der Herzleistungsschwäche: Schwellungen der unteren Gliedmaßen, z. B. geschwollene…
NitrendipinHäufigFlüssigkeitsansammlung im Gewebe (Ödeme)
NivolumabHäufigSchmerzen, Brustschmerzen, Schwellungen (Ödeme)
OlanzapinHäufigWassereinlagerungen mit Schwellungen von Händen, Knöcheln oder Füßen
OlmesartanHäufigGeschwollene Knöchel, Füße, Beine, Hände oder Arme (periphere Ödeme)
PramipexolHäufigBei Parkinson-Krankheit: Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe, üblicherweise in den Beinen (periphere Ödeme) · Bei Restless-Legs-Syndrom: Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe, üblicherweise in den Beinen (periphere Ödeme)
PrednisonHäufigWasseransammlungen (Ödeme) durch verminderte Natriumausscheidung
PregabalinHäufigAnschwellen des Körpers einschließlich der Arme und Beine (Ödeme) · Schwellungen im Gesicht, Schwellungen am ganzen Körper (generalisierte Ödeme)
QuetiapinHäufigAnschwellen von Armen oder Beinen (periphere Ödeme)
RisperidonHäufigSchwellungen am Körper, an Armen oder Beinen (Ödeme), Fieber, Schmerzen im Brustkorb, Schwäche, Erschöpfung (Müdigkeit), Schmerzen
RivaroxabanHäufigSchwellung von Armen oder Beinen · Örtlich begrenzte Schwellungen
RopinirolHäufigBei Parkinson-Krankheit: Anschwellen von Beinen, Füßen und Händen (periphere Ödeme)
SitagliptinHäufigBei Einnahme zusammen mit Pioglitazon (mit oder ohne Metformin): Schwellungen an Händen oder Beinen (periphere Ödeme)
TacrolimusHäufigZu viel Flüssigkeit im Körper (Flüssigkeitsüberbelastung) · Allgemeine Schwäche, Fieber, Flüssigkeitsansammlung im Körper, Schmerzen und Beschwerden, gestörtes Temperaturempfinden
TapentadolHäufigSchwächegefühl, Müdigkeit, Empfinden von Schwankungen der Körpertemperatur, trockene Schleimhäute, Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (Ödem)
UpadacitinibHäufigSchwellung der Füße und Hände (peripheres Ödem); laut Fachinformation beruht die Häufigkeit auf der Studie zur Riesenzellarteriitis
VerapamilHäufigKnöchelödeme (periphere Ödeme)
AlfuzosinGelegentlichSchwellungen in Gelenken und Füßen (Ödeme)
AtorvastatinGelegentlichErschöpfung, Unwohlsein, Schwächegefühl, Schmerzen im Brustkorb, Schwellungen vor allem an den Knöcheln (Ödeme), erhöhte Temperatur
AzithromycinGelegentlichSchwellungen durch Flüssigkeitsansammlung, vor allem an Gesicht, Knöcheln und Füßen (Ödeme)
CarbimazolGelegentlichWassereinlagerungen (Ödeme)
CiclosporinGelegentlichAllgemeine Schwellungen (Ödeme)
CitalopramGelegentlichSchwellungen der Arme und Beine (Ödeme)
DiclofenacGelegentlichWassereinlagerungen im Körper (Ödeme), insbesondere bei Bluthochdruck oder eingeschränkter Nierenfunktion · Wassereinlagerung (Ödeme)
DienogestGelegentlichSchwellungen durch Wassereinlagerungen
DoxepinGelegentlichEinlagerung von Flüssigkeit ins Gewebe (Ödeme)
DrospirenonGelegentlichMüdigkeit, Schwellungen durch Wassereinlagerungen (periphere Ödeme)
EscitalopramGelegentlichSchwellungen der Arme oder Beine (Ödeme)
EsomeprazolGelegentlichSchwellung der Füße und Fußknöchel (periphere Ödeme)
EstradiolGelegentlichFlüssigkeitseinlagerung (Ödeme)
EstriolGelegentlichÖdeme mit vorübergehender Gewichtszunahme
Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring)GelegentlichFlüssigkeitsansammlungen im Körper (Ödeme)
EzetimibGelegentlichZusammen mit einem Statin: ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche (Asthenie), Schwellungen vor allem an Händen und Füßen (periphere Ödeme)
HaloperidolGelegentlichGehstörungen, hohe Körpertemperatur, Schwellungen durch Wasseransammlung im Körper (Ödeme)
HumaninsulinGelegentlichSchwellungen um die Knöchel und andere Gelenke durch Wasseransammlung zu Beginn der Insulinbehandlung (Ödeme); sie klingen normalerweise bald ab
HydromorphonGelegentlichAnschwellen von Händen, Knöcheln oder Füßen (periphere Ödeme)
Insulin degludecGelegentlichSchwellungen an Knöcheln und anderen Gelenken, weil der Körper zu Beginn der Anwendung möglicherweise ungewöhnlich viel Wasser einlagert (laut Fachinformation peripheres Ödem); normalerweise klingen sie bald ab
Insulin lisproGelegentlichSchwellungen der Arme oder Fußgelenke durch Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme), insbesondere zu Beginn der Insulinbehandlung oder bei Änderung der Diabetes-Medikamente
Levodopa/CarbidopaGelegentlichProbleme beim Gehen, Hitzewallungen, Wassereinlagerungen (Ödem), allgemeines Unwohlsein
Levonorgestrel/EthinylestradiolGelegentlichWassereinlagerung (Flüssigkeitsretention)
LosartanGelegentlichAuf bestimmte Körperregionen begrenzte Schwellungen (Ödeme)
MetoprololGelegentlichWassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme)
MontelukastGelegentlichSchwäche, Müdigkeit (Asthenie, Fatigue), Unwohlsein, Schwellungen (Ödem)
MoxonidinGelegentlichFlüssigkeitsretention, Appetitverlust (Anorexie) · Gewebeschwellung (Ödem), die verschiedene Teile des Körpers betreffen kann
OmeprazolGelegentlichSchwellung von Füßen und Knöcheln (periphere Ödeme)
OxycodonGelegentlichWassereinlagerungen (Ödeme), Anschwellen von Händen, Fußgelenken oder Füßen
PaliperidonGelegentlichSchwellung von Gesicht, Mund, Augen oder Lippen; Schwellung von Körper, Armen oder Beinen; erhöhte Körpertemperatur; veränderter Gang; Brustkorbschmerzen oder -beschwerden; Unwohlsein; Verhärtung der Haut
PiroxicamGelegentlichWassereinlagerungen (Ödeme), besonders bei Bluthochdruck oder eingeschränkter Nierenfunktion · Herzklopfen (Palpitationen), Wassereinlagerungen (Ödeme), Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Herzinfarkt
RamiprilGelegentlichGeschwollene Arme und Beine durch Wassereinlagerungen (periphere Ödeme)
RanolazinGelegentlichMüdigkeit, Schwellungs- oder Blähungsgefühl (Wassereinlagerungen, peripheres Ödem)
SertralinGelegentlichSchwellung der Beine (peripheres Ödem)
SolifenacinGelegentlichMüdigkeit, Flüssigkeitsansammlungen in den Unterschenkeln (Ödem)
SulfasalazinGelegentlichSchwellungen im Gesicht (Gesichtsödeme), allgemeines Schwächegefühl
TadalafilGelegentlichSchwellung von Händen, Füßen oder Gelenken (periphere Ödeme), Müdigkeit
TestosteronGelegentlichEindrückbares Ödem · Schwächegefühl (Asthenie), Unwohlsein, Ödeme, erhöhtes Auftreten von Wassereinlagerungen und Ödemen, Überempfindlichkeitsreaktionen
ThiamazolGelegentlichFlüssigkeitsansammlungen im Körper (Ödeme)
ValproinsäureGelegentlichWassereinlagerungen in Armen und Beinen (periphere Ödeme)
CetirizinSeltenSchwellungen (Ödeme)
CiprofloxacinSeltenFlüssigkeitsansammlung im Körper oder übermäßige Schweißbildung
Dienogest/EthinylestradiolSeltenSchmerzen im Brustkorb, Flüssigkeitsansammlungen im Körper (periphere Ödeme), grippeähnliche Beschwerden, Entzündungen, Fieber, Reizbarkeit · Flüssigkeitsansammlungen im Körper (Ödeme)
DydrogesteronSeltenÖdeme (Wassereinlagerungen)
EbastinSeltenWassereinlagerung im Gewebe (Ödem), Erschöpfung
Insulin glarginSeltenVorübergehende Wassereinlagerungen im Körper (Ödeme), die sich als Schwellungen im Bereich der Unterschenkel und Knöchel äußern können
ItraconazolSeltenWassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme)
MoxifloxacinSeltenAnschwellen von Händen, Füßen, Knöcheln, Lippen, Mund und Hals (Ödeme)
OpipramolSeltenWasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)
PantoprazolSeltenSchwellungen der Arme und Beine (periphere Ödeme)
TimololSeltenErhöhter Blutdruck, Schwellungen (Ödeme) an Händen und Füßen, kalte Hände und Füße
Beclometason/FormoterolSehr seltenAnschwellen der Hände und Füße (periphere Ödeme)
FormoterolSehr seltenSchwellungen, insbesondere an Knöcheln und Füßen, durch Flüssigkeitseinlagerungen (periphere Ödeme)
IbuprofenSehr seltenVermehrte Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme), vor allem bei Bluthochdruck oder eingeschränkter Nierenfunktion
MorphinSehr seltenSchüttelfrost, Wasseransammlung im Gewebe (periphere Ödeme)
ParoxetinSehr seltenFlüssigkeits- oder Wassereinlagerungen, die zu Schwellungen an Armen oder Beinen führen können
UrapidilSehr seltenFlüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme)
AlprazolamNicht bekanntSchwellungen hauptsächlich in den Beinen und Füßen (periphere Ödeme)
AripiprazolNicht bekanntSchwierigkeiten, die Körperkerntemperatur unter Kontrolle zu halten, oder Überhitzung; Brustschmerzen; Anschwellen der Hände, Fußknöchel oder Füße
BaclofenNicht bekanntSchwellung des Gesichts und Wassereinlagerungen in Armen oder Beinen (periphere Ödeme)
BrinzolamidNicht bekanntSchwellung der Extremitäten (periphere Ödeme) und Unwohlsein
CefaclorNicht bekanntWasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)
DexamethasonNicht bekanntVermehrter Natriumgehalt mit Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme)
LevocetirizinNicht bekanntSchwellung durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (Ödem)
LithiumNicht bekanntWasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)
MacrogolNicht bekanntGeschwollene Hände, Füße oder Knöchel (periphere Ödeme)
PipamperonNicht bekanntWassereinlagerungen (Ödeme), auch im Gesicht und an Armen und Beinen
PrednisolonNicht bekanntWassereinlagerungen im Gewebe (Gewebswassersucht, Ödeme) durch Rückhaltung von Natrium
RosuvastatinNicht bekanntSchwellungen durch Wassereinlagerungen (Ödeme)
TrazodonNicht bekanntUnwohlsein, Schwäche, Wassereinlagerungen (Ödeme, auch an Armen und Beinen), grippeähnliche Beschwerden, Schmerzen in der Brust, Fieber

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (117 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Wassereinlagerungen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (15 Wirkstoffe)

Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.

Wassereinlagerungen als Zeichen einer anderen Nebenwirkung
WirkstoffAngabe in der ProduktinformationHäufigkeit dieser Nebenwirkung
AdalimumabUnregelmäßiger Herzschlag, etwa übersprungene Schläge; Herzschwäche mit Kurzatmigkeit und geschwollenen Fußknöcheln; HerzinfarktGelegentlich
CelecoxibNierenentzündung und andere Nierenerkrankungen wie nephrotisches Syndrom oder Minimal-Change-Glomerulonephritis mit Beschwerden wie Wassereinlagerungen (Ödemen), schaumigem Urin, Ermüdung und AppetitverlustSehr selten
CiclosporinZerstörung roter Blutkörperchen mit Nierenproblemen, etwa mit Schwellungen von Gesicht, Bauch, Händen oder Füßen, weniger Wasserlassen, Atembeschwerden, Brustschmerzen, Krampfanfällen oder Bewusstlosigkeit (laut Fachinformation hämolytisch-urämisches Syndrom)Selten
ClindamycinWassereinlagerungen mit Schwellungen in Beinen, Knöcheln oder Füßen, Kurzatmigkeit oder Übelkeit als mögliche Zeichen einer akuten NierenschädigungNicht bekannt
DiclofenacNephrotisches Syndrom (Wassereinlagerung im Körper und starke Eiweißausscheidung im Harn)Sehr selten
DoxycyclinÜberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen), darunter Entzündung kleiner Blutgefäße (Purpura Schönlein-Henoch), niedriger Blutdruck, Herzbeutelentzündung (Perikarditis), Schwellungen von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Verschlechterung…Häufig
IbuprofenNephrotisches Syndrom (Wasseransammlung im Körper und starke Eiweißausscheidung im Urin)Sehr selten
ItraconazolHerzschwäche (kongestive Herzinsuffizienz) mit Kurzatmigkeit, unerwarteter Gewichtszunahme, geschwollenen Beinen oder geschwollenem Bauch, ungewöhnlicher Erschöpfung oder neu auftretenden DurchschlafstörungenSelten
LisdexamfetaminBei Jugendlichen: Atemnot oder Anschwellen der Beine als Anzeichen einer Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie)Gelegentlich
LisdexamfetaminAtemnot oder Anschwellen der Beine als Anzeichen einer Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie)Nicht bekannt
MesalazinÜberempfindlichkeitsreaktionen des Herzens: Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis); mögliche Zeichen sind Atemnot, Schmerzen im Brustkorb, unregelmäßiger Herzschlag oder geschwollene GliedmaßenSelten
MesalazinProbleme mit der Nierenfunktion, zum Beispiel veränderte Urinfarbe oder -menge und geschwollene Gliedmaßen; laut Fachinformation Nierenfunktionsstörungen einschließlich akuter und chronischer Entzündung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis) und…Sehr selten
MethotrexatNierenschädigung bis zum Nierenversagen, mit möglichen Zeichen wie geschwollenen Händen, Knöcheln oder Füßen, veränderter Häufigkeit des Wasserlassens oder verminderter oder fehlender UrinausscheidungGelegentlich
NaproxenNephrotisches Syndrom (Wasseransammlung im Körper und starke Eiweißausscheidung im Harn)Gelegentlich
PiroxicamSchädigung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis, Papillennekrose), auch mit akuter Nierenfunktionsstörung, Eiweiß und/oder Blut im Harn; nephrotisches Syndrom (Wassereinlagerung im Körper und starke Eiweißausscheidung im Harn)Sehr selten
PramipexolBei Parkinson-Krankheit: Herzversagen, eine Herzerkrankung, die Kurzatmigkeit und Schwellungen an den Knöcheln verursachen kann (genaue Häufigkeit nicht schätzbar, wahrscheinlich nicht höher als gelegentlich)Gelegentlich
ValsartanAtemnot, Schwierigkeiten beim Atmen im Liegen, geschwollene Füße oder Beine (Zeichen einer Herzleistungsschwäche)Gelegentlich

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Woran Sie Wassereinlagerungen durch ein Medikament erkennen

Häufige erste Anzeichen eines peripheren Ödems sind laut IQWiG: Ein Arm oder Bein fühlt sich schwer und aufgedunsen an und sieht angeschwollen aus; drückt man auf die Haut, entstehen Dellen; Kleidung und Schmuck sitzen zu eng; die Haut ist warm und gespannt; betroffene Gelenke lassen sich schlechter bewegen, und es kann ein Spannungsgefühl oder Schmerz entstehen [1]. Bei Amlodipin nennt die Packungsbeilage zum Beispiel Knöchelschwellungen [4]. Bei Pioglitazon ist eine Gewichtszunahme laut Fachinformation in einigen Fällen mit Wassereinlagerungen verbunden; manchmal kann sie auch ein Zeichen einer Herzschwäche sein [12].

Nicht jede Schwellung ist eine gewöhnliche Wassereinlagerung. Zu den häufigsten Anzeichen einer Herzschwäche gehören laut IQWiG Kurzatmigkeit und Atemnot, Erschöpfung sowie Wassereinlagerungen in Füßen, Knöcheln oder Beinen mit einer Gewichtszunahme durch die Einlagerungen [2]. Eine tiefe Venenthrombose betrifft meist nur ein Bein; typisch sind großflächige Schmerzen im Bein oder in der Hüfte, Druckempfindlichkeit, Schwellungen und Spannungsgefühle sowie warme, gerötete Haut [3]. Schwellungen von Augenlidern, Gesicht, Lippen, Zunge oder Kehle sind ein Warnzeichen, bei dem Sie laut Packungsbeilage von Amlodipin sofort ärztliche Hilfe brauchen [4]. Mehr dazu: Herzschwäche durch Medikamente, Thromboserisiko und Arzneimittelallergie.

Ob Ihr Medikament Wassereinlagerungen verursachen kann, lesen Sie in der Packungsbeilage nach, in Abschnitt 4 bei den Nebenwirkungen [4, 9]. Notieren Sie, seit wann Sie das Mittel einnehmen und wann die Schwellungen auftreten, zum Beispiel im Nebenwirkungs-Tagebuch. Ein Ödem kann laut IQWiG verschiedene Ursachen haben; damit es richtig behandelt werden kann, ist es wichtig, die Ursache ärztlich genau abklären zu lassen [1].

Warum Medikamente Wassereinlagerungen auslösen können

Bei einem Ödem gelangt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe [1]. Wenn die Nieren dem Körper nicht genug Wasser und Natrium entziehen, erhöht sich laut IQWiG der Druck in den Blutgefäßen, was zu Ödemen führen kann [1]. Bei Glucocorticoiden nennt die Fachinformation von Prednisolon als Nebenwirkung eine Natriumretention mit Ödembildung; der mineralotrope Effekt, also die Wirkung auf den Salzhaushalt, ist bei Prednisolon geringer als bei Hydrocortison, aber noch nachweisbar [10].

Ist das Herz geschwächt, kann es das Blut nicht mehr kräftig genug durch den Körper pumpen; das Blut staut sich vor dem Herzen zurück, und durch den erhöhten Druck in den Venen verlagert sich Flüssigkeit ins Gewebe: Die Beine schwellen an, oder es sammelt sich Wasser im Bauchraum [1]. Bei Pioglitazon kann die Flüssigkeitsretention laut Fachinformation zu einer Herzschwäche führen oder sie verschlechtern, und bei Amlodipin gab es in einer Langzeitstudie mit Menschen mit schwerer Herzschwäche vermehrt Berichte über Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödeme) [5, 12].

Was Sie tun können

Mann um die sechzig mit grauem Bart im ruhigen Gespräch mit einem Arzt in einem hellen Sprechzimmer
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Beenden Sie zum Beispiel Amlodipin früher als vereinbart, können laut Packungsbeilage Ihre Beschwerden zurückkehren [4]. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.

Schwellungen ansprechen. Bereiten Ihnen die Wassereinlagerungen unter Amlodipin Probleme oder halten sie länger als eine Woche an, sollten Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen [4]. Unter Pioglitazon sprechen Sie laut Packungsbeilage so bald wie möglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn örtliche Schwellungen auftreten [12]. Ob ein Medikament die Ursache ist und was dann infrage kommt, klärt die Ärztin oder der Arzt; was sich ändern lässt, hängt vom Wirkstoff und von Ihrer Erkrankung ab.

Vorerkrankungen und andere Mittel nennen. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor der Einnahme von Pregabalin mit, wenn Sie eine Herzerkrankung haben oder hatten [7]. Vor der Einnahme von Pioglitazon sollen Sie laut Packungsbeilage ansprechen, wenn sich Wasser in Ihrem Körper ansammelt oder Sie eine Herzschwäche haben, und auch, wenn Sie entzündungshemmende Arzneimittel einnehmen, die ebenfalls Wassereinlagerungen und Schwellungen verursachen können [12]. Bei Bluthochdruck oder leichter Herzschwäche in der Vorgeschichte sind unter Diclofenac laut Fachinformation eine angemessene Überwachung und Beratung erforderlich [8]. Einen Überblick über alle Mittel gibt der Medikationsplan; mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.

Kontrollen wahrnehmen. Unter Pioglitazon sollen Behandelte laut Fachinformation auf Anzeichen einer Herzschwäche, eine Gewichtszunahme oder Ödeme hin beobachtet werden; das Gewicht ist engmaschig zu kontrollieren [12]. Bei einer lang dauernden Behandlung mit Prednisolon sind laut Fachinformation regelmäßige ärztliche Kontrollen angezeigt; bei vergleichsweise hohen Dosen ist auf eine ausreichende Kaliumzufuhr und auf eine Einschränkung von Natrium (Kochsalz) zu achten [10]. Was das für Ihre Ernährung bedeutet, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Atemnot zusammen mit Wassereinlagerungen kann auf eine Herzschwäche hinweisen. Wassereinlagerungen in der Lunge (Lungenödem) sind laut IQWiG ein Notfall; Anzeichen sind Atemnot, schnelles und flaches Atmen oder Husten, bei einer Herzschwäche auch Erstickungsanfälle mit schaumigem Auswurf [1, 2]. Verschlechtert sich die Herzleistung plötzlich stark, kann das lebensbedrohlich sein; ein Zeichen dafür ist Atemnot schon bei geringer Belastung oder in Ruhe, vor allem im Liegen [2]. Treten unter Pioglitazon ungewöhnliche Kurzatmigkeit, eine rasche Gewichtszunahme oder örtliche Schwellungen auf, konsultieren Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt, insbesondere wenn Sie über 65 Jahre alt sind [12]. Schwere Atemnot ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für den Notruf 112 [13]. Mehr unter Atemnot.

Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen können Zeichen einer allergischen Reaktion (Angioödem) sein. Die Packungsbeilage von Amlodipin verlangt bei Anschwellen der Augenlider, des Gesichts, der Lippen, der Zunge oder der Kehle, sofort einen Arzt aufzusuchen; bei Pregabalin muss das Mittel laut Fachinformation beim Auftreten von Schwellungen im Gesicht, im Mundbereich oder der oberen Atemwege sofort abgesetzt werden [4, 6]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Ein geschwollenes, schmerzhaftes, gerötetes Bein (meist ist nur eines betroffen) kann laut IQWiG auf eine tiefe Venenthrombose hinweisen; eine schnelle Behandlung ist wichtig [3]. Bei Anzeichen einer Lungenembolie wie plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen, Schwindel oder Ohnmacht, Herzrasen oder blutigem Auswurf ist es laut IQWiG wichtig, sofort den Notruf 112 zu wählen [3]. Abgesehen von solchen in der Packungsbeilage genannten Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Andere Ursachen

Nicht jede Wassereinlagerung kommt vom Medikament. Leichte Schwellungen an Händen, Füßen oder im Gesicht können laut IQWiG entstehen, wenn man zu lange gestanden oder gesessen hat, etwa nach einem langen Flug; sie verschwinden von selbst wieder [1]. Viele Frauen haben vor oder während der Regelblutung oder in der Schwangerschaft damit zu tun; in der Schwangerschaft kann ein Ödem aber auch ein Anzeichen für andere Probleme sein, etwa einen zu hohen Blutdruck [1].

Eine Vielzahl von Krankheiten kann ein Ödem verursachen [1]:

  • Venenschwäche und Krampfadern: Transportieren die Venen das Blut nicht mehr richtig zum Herzen zurück, staut es sich in den Beinen; es kommt zu Ödemen in Füßen, Unterschenkeln und Fußgelenken [1].
  • Herzschwäche: Sie kann Schwellungen an Armen oder Beinen und eine Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum zur Folge haben [1, 2].
  • Erkrankungen von Nieren und Leber: Nierenerkrankungen können zu Ödemen in den Beinen und im Augenbereich führen; ein Eiweißmangel im Blut, etwa bei Nieren- und Lebererkrankungen oder extremer Mangelernährung, und eine Leberzirrhose können ebenfalls Ödeme verursachen [1]. Mehr unter Niereninsuffizienz und Nierenschäden durch Medikamente.
  • Thrombose und Lymphödem: Nach einer Beinvenenthrombose kann ein einseitiges Beinödem bleiben; Lymphödeme entstehen, wenn das Lymphsystem geschädigt ist, in Industrieländern am häufigsten nach Krebsbehandlungen, bei denen Lymphknoten entfernt oder zerstört wurden [1].
  • Schwere Lungenerkrankungen wie ein Emphysem können Ödeme in den Beinen und Füßen verursachen [1].

Quellen

  1. Ursachen und Anzeichen eines Ödems. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 09.03.2022. abgerufen am 12.10.2026
  2. Herzschwäche. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.09.2023. abgerufen am 12.10.2026
  3. Tiefe Venenthrombose (TVT). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 27.05.2026. abgerufen am 12.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amlodipin-ratiopharm® 5 mg N Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2022. abgerufen am 12.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Amlodipin-ratiopharm® 5 mg N Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Pregabalin-ratiopharm® Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pregabalin-ratiopharm® Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Diclofenac-ratiopharm® magensaftresistente Tabletten (25 mg und 50 mg). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclofenac-ratiopharm® 50 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
  12. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Actos (Pioglitazon), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
  13. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente verursachen Wassereinlagerungen?

Beschrieben sind Wassereinlagerungen zum Beispiel bei Calciumkanalblockern wie Amlodipin, bei Pregabalin, bei entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAR) wie Diclofenac, bei Glucocorticoiden wie Prednisolon und beim Diabetesmittel Pioglitazon. Bei Amlodipin ist eine Flüssigkeitsansammlung im Körper laut Packungsbeilage sehr häufig. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation Wassereinlagerungen nennt; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Warum bekomme ich von Amlodipin dicke Knöchel?

Knöchelschwellungen und Ödeme gehören laut Fachinformation zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen von Amlodipin; laut Packungsbeilage ist eine Flüssigkeitsansammlung im Körper sehr häufig, Knöchelschwellungen sind häufig. Bereiten Ihnen die Schwellungen Probleme oder halten sie länger als eine Woche an, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Können Wassereinlagerungen durch Medikamente gefährlich sein?

Das ist möglich, denn nicht jede Schwellung ist eine gewöhnliche Wassereinlagerung. Bei Pioglitazon kann die Flüssigkeitsretention laut EMA-Fachinformation von Actos eine Herzschwäche auslösen oder verschlechtern. Atemnot zusammen mit Wassereinlagerungen kann auf eine Herzschwäche hinweisen, Wasser in der Lunge ist laut IQWiG ein Notfall. Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen können eine allergische Reaktion sein. In diesen Fällen holen Sie sofort ärztliche Hilfe, bei schwerer Atemnot über den Notruf 112.

Wie unterscheide ich Wassereinlagerungen von einer Thrombose?

Eine tiefe Venenthrombose betrifft laut IQWiG meist nur ein Bein; typisch sind großflächige Schmerzen im Bein oder in der Hüfte, Druckempfindlichkeit, Schwellungen und Spannungsgefühle sowie warme, gerötete Haut. Als Nebenwirkung nennt zum Beispiel die Packungsbeilage von Amlodipin Knöchelschwellungen. Laut IQWiG lässt sich eine tiefe Venenthrombose allein anhand der typischen Beschwerden nicht sicher feststellen: Lassen Sie ein geschwollenes, schmerzhaftes Bein rasch ärztlich untersuchen. Bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen oder blutigem Auswurf wählen Sie sofort den Notruf 112.

Machen Kortison-Tabletten Wassereinlagerungen?

Das ist möglich. Die Fachinformation von Prednisolon nennt eine Natriumretention mit Ödembildung, also ein Zurückhalten von Salz mit Wassereinlagerungen. Eine Häufigkeit gibt sie nicht an, weil die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen. Bei vergleichsweise hohen Dosen ist laut Fachinformation auf eine Einschränkung von Natrium und eine ausreichende Kaliumzufuhr zu achten; besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Verursacht Pregabalin Wassereinlagerungen?

Ja, die Packungsbeilage nennt ein Anschwellen des Körpers einschließlich der Arme und Beine als häufige Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Nach der Markteinführung wurde außerdem über eine Herzschwäche berichtet, vor allem bei älteren Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt deshalb vor der Einnahme mit, wenn Sie eine Herzerkrankung haben oder hatten.

Soll ich das Medikament absetzen, wenn meine Beine anschwellen?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Lassen Sie die Schwellungen ärztlich abklären, denn ein Ödem kann laut IQWiG verschiedene Ursachen haben. Was dann infrage kommt, hängt vom Wirkstoff und von Ihrer Erkrankung ab; das entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Ausnahme: Bei Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen holen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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