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Infliximab: Nebenwirkungen und Wirkung

Infliximab ist ein verschreibungspflichtiger Antikörper gegen den Entzündungsbotenstoff TNF alpha (TNF-Blocker). Er wird als Infusion in eine Vene gegeben und bei rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis, Schuppenflechte, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt. Sehr häufig sind Infusionsreaktionen, Virusinfektionen, Infekte der oberen Atemwege, Kopf- und Magenschmerzen. Weil Infektionen einschließlich Tuberkulose leichter auftreten, wird vor Beginn auf Tuberkulose und Hepatitis B getestet; Lebendimpfstoffe sollten Sie während der Behandlung nicht erhalten.

Mann in den Vierzigern sitzt entspannt in einem bequemen Sessel an einem großen Fenster und blickt nach draußen
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Magenschmerzen und Übelkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Virusinfektionen wie Herpes oder Grippe[1, 2]
  • Sehr häufig: Infektionen der oberen Atemwege, etwa Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)[1, 2]
  • Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion[1, 2]
  • Sehr häufig: Schmerzen[1, 2]
  • Häufig: Veränderungen der Leberfunktion, Anstieg der Leberenzyme (im Bluttest)[1, 2]
  • Häufig: Infektionen der Lunge oder des Brustraums wie Bronchitis oder Lungenentzündung[1, 2]
  • Häufig: Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Atmen (Atemnot), Schmerzen im Brustkorb[1, 2]
  • Häufig: Magen- oder Darmblutung, Durchfall, Verdauungsstörungen, Sodbrennen (Reflux), Verstopfung[1, 2]
  • Häufig: Nesselartiger Ausschlag (Quaddeln), juckender Ausschlag oder trockene Haut[1, 2]
  • Häufig: Gleichgewichtsprobleme oder Schwindelgefühl[1, 2]
  • Häufig: Fieber, verstärktes Schwitzen[1, 2]
  • Häufig: Kreislaufprobleme wie niedriger oder hoher Blutdruck[1, 2]
  • Häufig: Blutergüsse, Hitzewallungen, Nasenbluten, warme, rote Haut (rot anlaufen, Flush)[1, 2]
  • Häufig: Gefühl von Müdigkeit oder Schwäche[1, 2]
  • Häufig: Bakterielle Infektionen wie Blutvergiftung (Sepsis), Abszess oder Infektion der Haut (Zellulitis)[1, 2]
  • Häufig: Infektion der Haut durch einen Pilz[1, 2]
  • Häufig: Allergische Reaktionen der Atemwege[2]
  • Häufig: Blutprobleme wie Blutarmut (Anämie) oder verminderte Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie)[1, 2]
  • Häufig: Geschwollene Lymphknoten[1, 2]
  • Häufig: Depression, Schlafstörungen[1, 2]
  • Häufig: Augenprobleme einschließlich roter Augen und Infektionen (Bindehautentzündung)[1, 2]
  • Häufig: Herzrasen (Tachykardie) oder Herzklopfen[1, 2]
  • Häufig: Gelenk-, Muskel- oder Rückenschmerzen[1]
  • Häufig: Harnwegsinfektion[1, 2]
  • Häufig: Neu auftretende oder verschlechterte Schuppenflechte (Psoriasis), laut Fachinformation auch pustulöse Formen, vor allem an Handflächen und Fußsohlen; Hautprobleme wie Ekzem und Haarausfall[1, 2]
  • Häufig: Reaktion an der Injektionsstelle wie Schmerzen, Schwellung, Rötung oder Juckreiz[1, 2]
  • Häufig: Frösteln, Flüssigkeitsansammlung unter der Haut mit Schwellung (Ödem)[1, 2]
  • Häufig: Taubheitsgefühl oder Kribbeln[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Infliximab eingesetzt?

Infliximab ist ein verschreibungspflichtiges biologisches Arzneimittel aus der Gruppe der TNF-Blocker [1, 2]. Erwachsene erhalten es bei rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis, ankylosierender Spondylitis (Morbus Bechterew) und Plaque-Schuppenflechte; bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa auch Kinder ab 6 Jahren [1]. Laut Packungsbeilage bekommen Sie in allen Anwendungsgebieten zunächst andere Medikamente oder Behandlungen; Infliximab kommt infrage, wenn diese nicht ausreichend wirken [1]. Laut Fachinformation kann es bei schwerer, aktiver und fortschreitender rheumatoider Arthritis auch ohne Vorbehandlung mit Methotrexat oder anderen Basistherapeutika gegeben werden [2].

Bei rheumatoider Arthritis wird Infliximab zusammen mit Methotrexat gegeben, bei Psoriasis-Arthritis zusammen mit Methotrexat oder allein, wenn Methotrexat nicht infrage kommt [1, 2]. Beim Morbus Crohn ist es auch zur Behandlung von Fisteln zugelassen, also abnormen Öffnungen zwischen Darm und Haut [1, 2]. Die Anwendung bei Schuppenflechte setzt voraus, dass eine andere Behandlung des ganzen Körpers, etwa mit Ciclosporin, Methotrexat oder einer Lichttherapie mit einem lichtempfindlich machenden Mittel (PUVA), nicht gewirkt hat oder nicht infrage kommt [2].

Wie wirkt Infliximab?

Infliximab ist ein monoklonaler Antikörper, also ein Eiweiß, das sich gezielt an ein bestimmtes Ziel im Körper bindet: den Botenstoff Tumornekrosefaktor alpha (TNF alpha), der an Entzündungsvorgängen beteiligt ist. Infliximab bindet sich an TNF alpha und blockiert seine Funktion; dadurch kann die Entzündung zurückgehen [1]. Laut Fachinformation ist Infliximab ein chimärer Antikörper, also aus menschlichen und aus Maus-Bestandteilen aufgebaut; deshalb darf es bei einer Allergie gegen Eiweiße von Mäusen nicht angewendet werden [1, 2].

Laut Fachinformation zeigen experimentelle Daten, dass TNF alpha für die Beseitigung von Infektionen innerhalb von Körperzellen wichtig ist. Die körpereigene Abwehr gegen Infektionen ist bei einigen Behandelten beeinträchtigt, und die Blockade von TNF alpha kann Zeichen einer Infektion wie Fieber verdecken [2]. Die mittlere Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt bei 8 bis 9,5 Tagen; bis Infliximab ganz ausgeschieden ist, kann es bis zu 6 Monate dauern [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben, einschließlich der Veränderungen, die nur durch Bluttests auffallen. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Packungsbeilage sind die meisten Nebenwirkungen leicht bis mäßig; einige können aber schwerwiegend sein und eine Behandlung erfordern, und sie können auch noch nach dem Ende der Behandlung auftreten [1]. Die häufigste Nebenwirkung in klinischen Studien war laut Fachinformation eine Infektion der oberen Atemwege, die 25,3 Prozent der Behandelten betraf, gegenüber 16,5 Prozent in der Vergleichsgruppe [2]. Bei Kindern mit Morbus Crohn traten im Vergleich zu Erwachsenen einige Nebenwirkungen häufiger auf, etwa Blutarmut, Blut im Stuhl, weniger weiße Blutkörperchen, Infektionen und Knochenbrüche [1]. Mehr dazu unter Infektanfälligkeit durch Medikamente.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Gefäße und KreislaufEingeschränkte Blutversorgung, Venenschwellung (laut Fachinformation periphere Ischämie und Venenentzündung mit Gerinnselbildung, Thrombophlebitis)[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufAnsammlung von Blut außerhalb der Blutgefäße (Hämatom) oder Blutergüsse[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • HautHautprobleme wie Blasenbildung, Warzen, abnormale Hautfärbung oder Pigmentierung, geschwollene Lippen, Verdickung der Haut oder rote, schuppige Haut[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
  • ImmunsystemSchwere allergische Reaktionen (z. B. Anaphylaxie), eine Erkrankung des Immunsystems namens Lupus, allergische Reaktionen auf Fremdeiweiße (laut Fachinformation Serumkrankheit)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • Allgemeine BeschwerdenVerzögerte Wundheilung[1, 2]Mehr dazu: Wundheilungsstörungen
  • Leber und GalleSchwellung der Leber (Hepatitis) oder der Gallenblase (laut Fachinformation Gallenblasenentzündung), Leberschaden[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • PsycheVergesslichkeit, Gereiztheit, Verwirrung, Nervosität; laut Fachinformation auch Schläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und GedächtnisstörungenAggressivität und ReizbarkeitVerwirrtheitUnruhe und NervositätMüdigkeit
  • AugenAugenprobleme wie verschwommenes oder vermindertes Sehen, verschwollene Augen oder Gerstenkörner[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzNeu auftretende oder sich verschlechternde Herzschwäche (Herzinsuffizienz), langsamer Herzschlag; laut Fachinformation auch Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)[1, 2]Mehr dazu: HerzschwächeVerlangsamter HerzschlagHerzrhythmusstörungen
  • HerzOhnmacht (Synkope)[1, 2]
  • NervensystemKrampfanfälle, Nervenprobleme (Neuropathie)[1, 2]Mehr dazu: KrampfanfälleKribbeln und Taubheitsgefühl
  • Magen und DarmLoch in der Darmwand (Perforation) oder Darmverengung, Magenschmerzen oder -krämpfe; laut Fachinformation auch Divertikulitis[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • InfektionenPilzinfektionen, etwa mit Hefepilzen (Candidose) oder Nagelpilz[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
  • InfektionenTuberkulose[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • AtemwegeLungenprobleme wie Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem)[1, 2]
  • AtemwegeFlüssigkeitsansammlung um die Lunge (Pleuraerguss)[1, 2]
  • AtemwegeVerengte Atemwege in der Lunge mit Atembeschwerden (Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • AtemwegeEntzündetes Lungenfell mit starken Brustschmerzen, die sich beim Atmen verschlimmern (Brustfellentzündung, Pleuritis)[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeNiereninfektionen (Nierenbeckenentzündung)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Blut und LymphsystemGeringe Zahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie), zu viele weiße Blutkörperchen; laut Fachinformation auch zu wenige Lymphozyten[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Geschlechtsorgane und BrustScheideninfektionen (Vaginitis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Laborwerte und UntersuchungenIm Bluttest Nachweis von Antikörpern gegen den eigenen Körper (Autoantikörper)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
  • Stoffwechsel und ErnährungVeränderte Cholesterin- und Fettwerte im Blut[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
  • Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme, bei den meisten Behandelten gering[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Gutartige und bösartige NeubildungenEine Form von Blutkrebs (Lymphom); laut Fachinformation auch Non-Hodgkin-Lymphom, Morbus Hodgkin und Leukämie[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufZu geringer Sauerstofftransport im Körper (laut Fachinformation Blaufärbung der Haut, Zyanose), Kreislaufstörungen wie Verengung eines Blutgefäßes, laut Fachinformation auch Kreislaufversagen[1, 2]
  • InfektionenHirnhautentzündung (Meningitis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • InfektionenInfektionen aufgrund eines geschwächten Immunsystems (laut Fachinformation durch opportunistische Erreger wie Pilze, Bakterien und Viren), laut Fachinformation auch Infektionen durch Parasiten[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • InfektionenErneuter Ausbruch einer Hepatitis-B-Infektion bei früherer Hepatitis B[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitLeberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Leber und GalleLeberentzündung durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems (Autoimmunhepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Leber und GalleLeberproblem mit Gelbfärbung von Haut oder Augen (Gelbsucht)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Allgemeine BeschwerdenAbnormale Schwellung oder Wachstum von Gewebe[1]
  • ImmunsystemSchwere allergische Reaktion, die Bewusstlosigkeit hervorrufen und lebensbedrohlich sein kann (anaphylaktischer Schock)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • ImmunsystemErkrankung kleiner Blutgefäße (Vaskulitis)[1, 2]
  • ImmunsystemImmunstörungen, die Lunge, Haut und Lymphknoten betreffen (wie Sarkoidose)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenAnsammlungen von Immunzellen infolge einer Entzündungsreaktion (granulomatöse Läsionen)[1, 2]
  • PsycheGleichgültigkeit oder Emotionslosigkeit (Apathie)[1, 2]
  • HautSchwerwiegende Hautprobleme wie toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • HautAndere Hautprobleme wie Erythema multiforme, flechtenartige (lichenoide) Reaktionen mit juckendem, rötlich bis purpurrotem Ausschlag und/oder weißlich-grauen Linien auf den Schleimhäuten, Blasen und sich abschälende Haut oder Eiterbeulen (Furunkulose)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
  • NervensystemSchwerwiegende Erkrankungen des Nervensystems wie Entzündung des Rückenmarks (Myelitis transversa), Multiple-Sklerose-artige Erkrankung, Entzündung des Sehnervs (Optikusneuritis) und Guillain-Barré-Syndrom[1, 2]
  • AugenEntzündung im Auge, die das Sehvermögen verändern kann, einschließlich Blindheit (laut Fachinformation Endophthalmitis)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzFlüssigkeitsansammlung im Herzbeutel (Perikarderguss)[1, 2]
  • AtemwegeSchwerwiegende Lungenprobleme wie interstitielle Lungenerkrankung, laut Fachinformation einschließlich schnell fortschreitender Erkrankung, Lungenfibrose und Pneumonitis[1, 2]
  • Gutartige und bösartige NeubildungenSchwarzer Hautkrebs (Melanom)[1, 2]
  • Gutartige und bösartige NeubildungenGebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)[1, 2]
  • Blut und LymphsystemNiedrige Zahl an Blutkörperchen, einschließlich einer massiv verminderten Zahl weißer Blutkörperchen (laut Fachinformation Agranulozytose, auch bei Säuglingen nach Behandlung der Mutter in der Schwangerschaft; außerdem Panzytopenie, hämolytische Anämie, thrombotisch-thrombozytopenische und idiopathische thrombozytopenische Purpura)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Gefäße und KreislaufKleine rote oder violette Flecken durch Blutungen unter der Haut (Petechien)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • Laborwerte und UntersuchungenAbnormale Werte eines Bluteiweißes des Immunsystems (Komplementfaktor)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Gutartige und bösartige NeubildungenKrebs bei Kindern und Erwachsenen[1]
  • Gutartige und bösartige NeubildungenSeltener Blutkrebs, der vor allem männliche Jugendliche oder junge Männer betrifft (hepatosplenales T-Zell-Lymphom), laut Fachinformation hauptsächlich bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa[1, 2]
  • Leber und GalleLeberversagen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Gutartige und bösartige NeubildungenMerkelzell-Karzinom (eine Art von Hautkrebs)[1, 2]
  • Gutartige und bösartige NeubildungenKaposi-Sarkom, eine seltene Krebserkrankung, die mit einer Infektion mit dem humanen Herpesvirus 8 zusammenhängt und am häufigsten als violette Hautveränderungen auftritt[1, 2]
  • HautVerschlimmerung einer Dermatomyositis (Muskelschwäche mit Hautausschlag)[1, 2]Mehr dazu: MuskelschwächeHautausschlag
  • HerzHerzinfarkt (laut Fachinformation Durchblutungsstörung des Herzmuskels/Herzinfarkt)[1, 2]
  • NervensystemSchlaganfall, laut Fachinformation in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Infusion[1, 2]
  • AugenVorübergehender Sehverlust während der Infusion oder innerhalb von 2 Stunden danach[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • InfektionenInfektion durch einen Lebendimpfstoff bei geschwächtem Immunsystem (laut Fachinformation Durchbruchinfektion nach Impfung bei Säuglingen, die im Mutterleib Infliximab ausgesetzt waren, einschließlich einer im ganzen Körper verbreiteten BCG-Infektion)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Verletzungen und VergiftungenProbleme nach einem medizinischen Eingriff, auch mit und ohne Infektion[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bemerken Sie eines dieser Anzeichen aus der Packungsbeilage, benachrichtigen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Laut Fachinformation wird die Infusion bei einer akuten Reaktion sofort unterbrochen; nach einer schweren Reaktion dürfen keine weiteren Infusionen erfolgen. Bei einer neuen schweren Infektion oder Blutvergiftung sollte die Behandlung unterbrochen werden [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Dreißigern geht an einem frischen Morgen mit Schal und Jacke durch einen herbstlichen Park
Bild: KI-generiert

Infusionsreaktionen: Während der Infusion und 1 bis 2 Stunden danach werden Sie überwacht [1]. Laut Fachinformation kann die Ärztin oder der Arzt Sie vorbeugend etwa mit einem Antihistaminikum, Hydrocortison und/oder Paracetamol behandeln, um leichten und vorübergehenden Reaktionen vorzubeugen [2]. Allergische Reaktionen können innerhalb von 2 Stunden nach der Infusion oder später auftreten, weitere Anzeichen bis zu 12 Tage danach; nach einer Behandlungspause von mehr als 16 Wochen ist das Risiko höher [1].

Infektionen: Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sofort mit, wenn Sie Fieber, Husten, grippeähnliche Beschwerden, Unwohlsein, gerötete oder heiße Haut, Wunden oder Zahnprobleme bemerken; möglicherweise wird die Behandlung vorübergehend unterbrochen [1]. Ab 65 Jahren ist das Risiko für Infektionen höher [1]. Haben Sie jemals in einem Gebiet gelebt oder sind Sie in ein Gebiet gereist, in dem bestimmte Pilzinfektionen (Histoplasmose, Kokzidioidomykose, Blastomykose) häufig auftreten, sagen Sie das vor Behandlungsbeginn Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Tuberkulose und Hepatitis B: Vor Beginn testet die Ärztin oder der Arzt auf Tuberkulose und vermerkt die Tests auf Ihrer Patientenkarte; außerdem müssen Sie auf das Hepatitis-B-Virus getestet werden [1]. Anhaltender Husten, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Fieber oder nächtliches Schwitzen können auf eine Tuberkulose hinweisen, auch nach dem Ende der Behandlung [1, 2].

Haut: Einige Behandelte entwickelten bestimmte Hautkrebsarten. Melden Sie Veränderungen der Haut oder Wucherungen während oder nach der Behandlung; laut Fachinformation sind regelmäßige Hautuntersuchungen ratsam, vor allem bei Risikofaktoren für Hautkrebs [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, auch über andere Mittel gegen Ihre Erkrankung, Vitamine und pflanzliche Mittel [1]. Infliximab soll nicht zusammen mit Anakinra oder Abatacept angewendet werden; laut Fachinformation wird auch die Kombination mit anderen biologischen Arzneimitteln gegen dieselben Erkrankungen nicht empfohlen [1, 2]. Fast alle Behandelten, bei denen das seltene hepatosplenale T-Zell-Lymphom auftrat, hatten neben dem TNF-Blocker auch Azathioprin oder 6-Mercaptopurin erhalten [1, 2].

Wechselwirkungen von Infliximab
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Anakinra (Kineret) oder Abatacept (Orencia)Laut Fachinformation erhöhtes Risiko für Infektionen, auch schwerwiegende[1, 2]Sollen nicht zusammen mit Infliximab angewendet werden
Andere biologische Arzneimittel gegen dieselben ErkrankungenLaut Fachinformation möglicherweise erhöhtes Infektionsrisiko und weitere Wechselwirkungen; beim Wechsel zwischen biologischen Basistherapeutika kann sich das Risiko für Nebenwirkungen durch überlappende Wirkung erhöhen[2]Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen; beim Wechsel weiter überwachen
Azathioprin oder 6-MercaptopurinFast alle Betroffenen mit dem seltenen hepatosplenalen T-Zell-Lymphom hatten neben dem TNF-Blocker eines dieser Mittel erhalten[1, 2]Laut Fachinformation das mögliche Risiko der Kombination sorgfältig abwägen
Methotrexat und andere ImmunmodulatorenLaut Fachinformation gibt es Hinweise, dass weniger Antikörper gegen Infliximab gebildet werden und die Infliximab-Konzentration ansteigt; die Ergebnisse sind unsicher[1, 2]Bei rheumatoider Arthritis wird Infliximab zusammen mit Methotrexat gegeben; welche Mittel Sie weiter anwenden, sagt Ihnen die Ärztin oder der Arzt
Lebendimpfstoffe (z. B. BCG gegen Tuberkulose)Können Infektionen verursachen, auch im ganzen Körper verbreitete[1, 2]Während der Behandlung nicht anwenden; bei Säuglingen nach Behandlung der Mutter in der Schwangerschaft innerhalb von 12 Monaten nach der Geburt und bei gestillten Kindern nur auf Empfehlung der Kinderärztin oder des Kinderarztes
Arzneimittel, die Infektionen auslösen können, z. B. BCG-Bakterien zur Blasenspülung bei KrebsLaut Fachinformation klinische Infektionen möglich, auch im ganzen Körper verbreitete[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation nicht gleichzeitig mit Infliximab anwenden
Kortison (Corticosteroide)Beeinflusst die Verarbeitung von Infliximab im Körper laut Fachinformation nicht in klinisch bedeutsamer Weise[1, 2]Welche Mittel Sie weiter anwenden, sagt Ihnen die Ärztin oder der Arzt

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Infliximab nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Bei Tuberkulose oder einer anderen schwerwiegenden Infektion und bei mäßiger oder schwerer Herzschwäche darf Infliximab nicht angewendet werden [1, 2]. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie eine leichte Herzschwäche, eine Krebserkrankung, eine COPD, eine Erkrankung des Nervensystems wie Multiple Sklerose oder Fisteln haben oder stark rauchen [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Infliximab oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Allergie gegen Eiweiße, die von Mäusen stammen[1, 2]
  • Tuberkulose oder eine andere schwerwiegende Infektion wie Lungenentzündung oder Blutvergiftung (laut Fachinformation auch Abszesse und opportunistische Infektionen)[1, 2]
  • Mäßige oder schwere Herzschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Frühere Behandlung mit Infliximab: Sagen Sie es, wenn Sie die Behandlung wieder beginnen. Nach einer Pause von mehr als 16 Wochen ist das Risiko für eine allergische Reaktion höher[1, 2]
  • Infektionen: Auch eine sehr leichte Infektion vor Behandlungsbeginn mitteilen. Unter Infliximab bekommen Sie leichter Infektionen, auch schwerwiegende wie Tuberkulose, Pilz-, Bakterien- oder Virusinfektionen und Blutvergiftung, die lebensbedrohlich sein können; ab 65 Jahren ist das Risiko höher. Laut Fachinformation werden Sie vor, während und bis zu 6 Monate nach der Behandlung auf Infektionen beobachtet[1, 2]
  • Aufenthalt in Gebieten, in denen bestimmte Pilzinfektionen (Histoplasmose, Kokzidioidomykose, Blastomykose) häufig sind, auch frühere Reisen dorthin vor Behandlungsbeginn mitteilen[1, 2]
  • Tuberkulose: Sagen Sie, ob Sie jemals Tuberkulose hatten oder engen Kontakt zu einem Menschen mit Tuberkulose. Die Ärztin oder der Arzt testet vor Beginn auf Tuberkulose und vermerkt die Tests auf Ihrer Patientenkarte; bei einem Risiko können Sie vorher Medikamente gegen Tuberkulose bekommen. Tuberkulose wurde auch bei Behandelten berichtet, die bereits Mittel gegen Tuberkulose erhalten hatten[1, 2]
  • Hepatitis B: Sagen Sie vor Behandlungsbeginn, ob Sie Träger des Hepatitis-B-Virus sind, jemals Hepatitis B hatten oder einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt sein könnten. Die Ärztin oder der Arzt muss Sie auf das Hepatitis-B-Virus testen. Bei Trägern kann das Virus wieder aktiv werden, in manchen Fällen lebensbedrohlich; laut Fachinformation werden sie während der Behandlung und bis mehrere Monate danach eng überwacht[1, 2]
  • Herzprobleme wie eine leichte Herzschwäche: Die Ärztin oder der Arzt überwacht Ihr Herz genau[1, 2]
  • Krebs: Sagen Sie, ob Sie ein Lymphom oder einen anderen Krebs haben oder hatten. Kinder und Erwachsene unter Infliximab können ein erhöhtes Risiko für ein Lymphom oder einen anderen Krebs haben. Melden Sie Hautveränderungen oder Wucherungen während oder nach der Behandlung. Frauen kann die Ärztin oder der Arzt regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs raten, auch über 60 Jahren[1, 2]
  • COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) oder starkes Rauchen: möglicherweise höheres Krebsrisiko unter der Behandlung[1, 2]
  • Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose, Guillain-Barré-Syndrom, Krampfanfälle oder eine Entzündung des Sehnervs (Optikusneuritis), auch in der Vorgeschichte[1, 2]
  • Fisteln (abnorme Hautöffnungen) vor Behandlungsbeginn mitteilen; laut Fachinformation darf die Behandlung bei akut eitrigen Fisteln erst nach Ausschluss eines Abszesses beginnen[1, 2]
  • Impfungen: Vor Behandlungsbeginn sollten Sie alle empfohlenen Impfungen erhalten. Während der Behandlung keine Lebendimpfstoffe; manche anderen Impfstoffe sind möglich, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation können Impfungen mit Nicht-Lebendimpfstoffen eine schwächere Immunantwort auslösen[1, 2]
  • Operationen oder Zahnbehandlungen: vorher mitteilen und der Operateurin, dem Operateur oder der Zahnarztpraxis die Patientenkarte zeigen[1, 2]
  • Patientenkarte: Die Ärztin oder der Arzt gibt Ihnen eine Patientenkarte mit wichtigen Sicherheitsinformationen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche: Bei Kindern und Jugendlichen unter TNF-Blockern trat Krebs auf, auch ungewöhnliche Arten, manchmal tödlich; bei Kindern traten mehr Infektionen auf als bei Erwachsenen. Bei Kindern nur für Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ab 6 Jahren[1, 2]
  • Kochsalzarme Ernährung: Infliximab wird vor der Gabe mit einer natriumhaltigen Lösung gemischt, sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1, 2]
  • Frühere allergische Reaktionen: Der Hilfsstoff Polysorbat kann allergische Reaktionen hervorrufen. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob bei Ihnen schon einmal eine allergische Reaktion beobachtet wurde[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise. Während der Behandlung und 6 Monate danach sollten Sie eine Schwangerschaft vermeiden und die Verhütung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen [1, 2]. Haben Sie Infliximab in der Schwangerschaft erhalten oder stillen Sie, informieren Sie vor jeder Impfung Ihres Kindes die Kinderarztpraxis [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3].

Schwangerschaft

Sind Sie schwanger, vermuten Sie es oder planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Infliximab soll in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für notwendig hält (laut Fachinformation nur, wenn es eindeutig erforderlich ist). Während der Behandlung und 6 Monate danach sollten Sie eine Schwangerschaft vermeiden; besprechen Sie die Verhütung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Haben Sie Infliximab in der Schwangerschaft erhalten, kann Ihr Kind ein erhöhtes Infektionsrisiko haben. Informieren Sie vor jeder Impfung die Kinderärztin oder den Kinderarzt: Eine BCG-Impfung innerhalb von 12 Monaten nach der Geburt kann zu einer Infektion mit schweren Komplikationen bis zum Tod führen; Lebendimpfstoffe dürfen Ihrem Kind in den ersten 12 Monaten nur auf Empfehlung der Kinderärztin oder des Kinderarztes gegeben werden. Bei Kleinkindern behandelter Mütter wurden massiv verminderte Zahlen weißer Blutkörperchen berichtet, hat Ihr Kind häufig Fieber oder Infektionen, wenden Sie sich umgehend an die Kinderarztpraxis.[1, 2]

Laut Fachinformation zeigte eine moderate Zahl erfasster Schwangerschaften mit Infliximab, darunter rund 1.100 mit Behandlung im ersten Schwangerschaftsdrittel, keine erhöhte Fehlbildungsrate bei den Neugeborenen. Eine Beobachtungsstudie aus Nordeuropa fand bei Frauen mit Infliximab im Vergleich zu Frauen, die nur Immunmodulatoren und/oder Kortison erhielten, ein erhöhtes Risiko für Kaiserschnitt, Frühgeburt, für das Schwangerschaftsalter zu kleine Kinder und niedriges Geburtsgewicht; ob das am Mittel oder an der Schwere der Erkrankung liegt, ist ungeklärt. Infliximab geht auf das Kind über und war bis zu 12 Monate nach der Geburt im Blut von Säuglingen nachweisbar.[2]

Embryotox schätzt den Erfahrungsumfang als hoch ein: Rund 1.000 ausgewertete Schwangerschaften ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Ab der 20. Schwangerschaftswoche gelangt Infliximab zum ungeborenen Kind. Laut Embryotox darf eine vor der Schwangerschaft begonnene Behandlung fortgesetzt werden, wenn das erforderlich ist; in der späteren Schwangerschaft, insbesondere nach der 30. Woche, sollte sie gut begründeten Fällen vorbehalten sein. Die von der STIKO allgemein empfohlenen Lebendimpfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken können laut Embryotox im Alter von 12 Monaten erfolgen.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Infliximab soll in der Stillzeit nur angewendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für notwendig hält. Informieren Sie vor jeder Impfung Ihres Kindes die Kinderärztin oder den Kinderarzt; Lebendimpfstoffe darf Ihr gestilltes Kind nur auf deren Empfehlung bekommen. Laut Fachinformation fanden sich in der Muttermilch niedrige Spiegel bis zu 5 Prozent des Spiegels im Blut der Mutter; eine Anwendung in der Stillzeit könnte in Betracht gezogen werden.[1, 2]

Laut Embryotox ist Stillen unter einer Behandlung mit Infliximab möglich; Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen wurden bisher nicht beschrieben.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Laut Packungsbeilage hat Infliximab voraussichtlich keine Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit, laut Fachinformation einen geringen Einfluss; nach der Anwendung kann Schwindel auftreten. Fühlen Sie sich nach der Behandlung müde, schwindelig oder unwohl, fahren Sie nicht und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Infliximab wird von der Ärztin, dem Arzt oder Pflegefachpersonal als Infusion (Tropf) über 2 Stunden in eine Vene gegeben, meist in den Arm; nach der dritten Behandlung kann die Ärztin oder der Arzt die Infusion über 1 Stunde geben. Während der Infusion und 1 bis 2 Stunden danach werden Sie überwacht.[1]

Behandlungstermin vergessen oder verpasst: so schnell wie möglich einen neuen Termin vereinbaren.[1]

Absetzen

Nebenwirkungen können auch noch nach dem Ende der Behandlung auftreten. Laut Fachinformation kann die Ausscheidung von Infliximab bis zu 6 Monate dauern; so lange werden Sie weiter auf Infektionen beobachtet.[1, 2]

Überdosierung

Weil Infliximab von Fachpersonal gegeben wird, ist eine zu große Menge unwahrscheinlich; Nebenwirkungen durch eine zu große Menge sind nicht bekannt. Laut Fachinformation wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die übliche Dosis je Kilogramm Körpergewicht und die Abstände zwischen den Infusionen [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis Sie erhalten und wie oft, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Erkrankung, Körpergewicht und Ansprechen [1].

Anwendung und Absetzen

Infliximab wird Ihnen von der Ärztin, dem Arzt oder Pflegefachpersonal gegeben: als Infusion (Tropf) über 2 Stunden in eine Vene, meist in den Arm. Nach der dritten Behandlung kann die Ärztin oder der Arzt die Infusion über 1 Stunde geben [1]. Haben Sie einen Behandlungstermin verpasst, vereinbaren Sie so schnell wie möglich einen neuen [1]. Vor Operationen oder Zahnbehandlungen informieren Sie die Behandelnden und zeigen Ihre Patientenkarte [1].

Nebenwirkungen können auch nach dem Ende der Behandlung auftreten; laut Fachinformation kann die Ausscheidung bis zu 6 Monate dauern, und so lange werden Sie weiter auf Infektionen beobachtet [1, 2]. Wenn Sie die Behandlung nach einer längeren Pause wieder aufnehmen, sagen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Präparate mit Infliximab

Neben dem Originalpräparat Remicade gibt es Biosimilars mit Infliximab; laut Embryotox kann Infliximab in die Vene oder unter die Haut gegeben werden [3]. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Remicade (Infusion) mit Stand Dezember 2025 [1, 2]. Für jedes andere Präparat und jede andere Darreichungsform gilt die eigene Packungsbeilage. Laut Fachinformation müssen bei biologischen Arzneimitteln Name und Chargenbezeichnung des angewendeten Präparats dokumentiert werden [2].

Präparate mit Infliximab
PräparatAnbieterHinweis
FlixabiSamsung Bioepis NL B.V.Biosimilar; Infusion
RemicadeJanssen-Cilag International NV (in Deutschland: Janssen-Cilag GmbH)Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, 100 mg; Originalpräparat; Grundlage dieser Seite
RemsimaCelltrion Healthcare Hungary Kft.Biosimilar
ZesslySandoz GmbHBiosimilar; Infusion

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Remicade (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Remicade 100 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 12/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Remicade (EPAR), Anhang I: Fachinformation Remicade 100 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, und Anhang II. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 12/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Infliximab. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat Infliximab am häufigsten?

Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) treten Magenschmerzen, Übelkeit, Virusinfektionen wie Herpes oder Grippe, Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Schmerzen und Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion auf. Laut Packungsbeilage sind die meisten Nebenwirkungen leicht bis mäßig; einige können aber schwerwiegend sein und eine Behandlung erfordern.

Was ist eine Infusionsreaktion?

Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen; deshalb werden Sie während der Infusion und 1 bis 2 Stunden danach überwacht. Allergische Reaktionen können während der Infusion, innerhalb von 2 Stunden danach oder später auftreten, etwa mit Schwellungen im Gesicht, Hautausschlag oder Atembeschwerden. Bis zu 12 Tage danach sind auch Muskel-, Gelenk- oder Kieferschmerzen und Fieber möglich. Benachrichtigen Sie dann sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Warum wird vor der Behandlung auf Tuberkulose und Hepatitis B getestet?

Unter Infliximab bekommen Sie leichter Infektionen, auch Tuberkulose; eine frühere Hepatitis-B-Infektion kann wieder aktiv werden, in manchen Fällen lebensbedrohlich. Deshalb testet die Ärztin oder der Arzt vor Beginn auf beides und vermerkt die Tuberkulose-Tests auf Ihrer Patientenkarte. Bei einem Tuberkulose-Risiko können Sie vorher Medikamente gegen Tuberkulose bekommen.

Darf ich mich unter Infliximab impfen lassen?

Lebendimpfstoffe sollten Sie während der Behandlung nicht erhalten, weil sie Infektionen verursachen können; manche anderen Impfstoffe sind möglich. Am besten erhalten Sie alle empfohlenen Impfungen schon vor Behandlungsbeginn. Laut Fachinformation können Impfungen mit Nicht-Lebendimpfstoffen unter TNF-Blockern eine schwächere Immunantwort auslösen. Sprechen Sie vor jeder Impfung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann ich unter Infliximab schwanger werden oder stillen?

Während der Behandlung und 6 Monate danach sollten Sie eine Schwangerschaft vermeiden; Infliximab soll in Schwangerschaft und Stillzeit nur angewendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für notwendig hält. Haben Sie Infliximab in der Schwangerschaft erhalten, darf Ihr Kind in den ersten 12 Lebensmonaten Lebendimpfstoffe wie BCG nur auf Empfehlung der Kinderärztin oder des Kinderarztes bekommen. Laut Embryotox darf eine vor der Schwangerschaft begonnene Behandlung fortgesetzt werden, wenn das erforderlich ist, und Stillen ist möglich.

Wie oft bekommt man Infliximab?

Infliximab wird als Infusion in eine Vene gegeben. Laut Packungsbeilage folgen der ersten Dosis normalerweise eine zweite nach 2 Wochen und eine dritte nach 6 Wochen, danach weitere Dosen alle 6 bis 8 Wochen, abhängig von der Erkrankung. Welche Dosis Sie bekommen und wie oft, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung.

Erhöht Infliximab das Krebsrisiko?

Laut Packungsbeilage können Kinder und Erwachsene unter Infliximab ein erhöhtes Risiko für ein Lymphom oder einen anderen Krebs haben; Lymphome, Melanome und Gebärmutterhalskrebs sind seltene Nebenwirkungen. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor Beginn, ob Sie Krebs haben oder hatten, und melden Sie Hautveränderungen während oder nach der Behandlung. Frauen kann die Ärztin oder der Arzt regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs raten.

Was ist der Unterschied zwischen Remicade und Biosimilars?

Remicade ist das Originalpräparat mit Infliximab. Daneben gibt es Biosimilars, also biologische Arzneimittel mit demselben Wirkstoff, etwa Flixabi, Remsima oder Zessly. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Remicade; für jedes Biosimilar gilt seine eigene Packungsbeilage. Laut Fachinformation müssen bei biologischen Arzneimitteln Name und Chargenbezeichnung des angewendeten Präparats dokumentiert werden.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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