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Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe und Muskelschwäche durch Medikamente
Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe und Muskelschwäche nennen viele Produktinformationen als mögliche Nebenwirkung, zum Beispiel die von Statinen wie Atorvastatin und Simvastatin, von Fluorchinolon-Antibiotika wie Ciprofloxacin, von Kortison wie Prednisolon und von Entwässerungsmitteln wie Torasemid. Unter Statinen und einigen anderen Mitteln kann es zu einem Zerfall von Muskelfasern (Rhabdomyolyse) kommen; Muskelschmerzen oder Muskelschwäche zusammen mit rötlich-braunem Urin, Fieber oder Unwohlsein brauchen sofort ärztliche Hilfe. Sprechen Sie Muskelbeschwerden unter einem Medikament in der Praxis an. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe und Muskelschwäche können Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Genannt werden sie zum Beispiel bei Cholesterinsenkern aus der Gruppe der Statine: Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sind schmerzende oder müde Muskeln eine mögliche Nebenwirkung, zu der es aber sehr selten kommt [1]. Auch die Produktinformationen von Fluorchinolon-Antibiotika, Kortison (Glucocorticoiden), Entwässerungsmitteln und vielen weiteren Wirkstoffen nennen Beschwerden an den Muskeln [6, 10, 12]. In Fachinformationen heißen sie etwa Muskelschmerzen (Myalgie), Muskelkrämpfe (Muskelspasmen), Muskelschwäche oder Muskelerkrankung (Myopathie); die schwerste Form einer Muskelschädigung ist der Zerfall von Muskelzellen (Rhabdomyolyse) [1, 3].
Welche Medikamente Muskelschmerzen und Muskelschwäche auslösen können
Laut IQWiG können Mittel wie Protonenpumpenhemmer (Magensäureblocker) oder Statine zu Muskelschmerzen führen, wenn auch selten [19]. Die folgenden Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe; jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.
- Statine: Wie andere Statine kann Atorvastatin laut Fachinformation in seltenen Fällen die Skelettmuskulatur beeinflussen und Muskelschmerzen, eine Muskelentzündung (Myositis) und eine Myopathie verursachen, die sich zu einer Rhabdomyolyse entwickeln kann [3]. In der Nebenwirkungsliste derselben Fachinformation sind Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe als häufig eingestuft (bis zu 1 von 10 Behandelten), Muskelschwäche als gelegentlich (bis zu 1 von 100) und Myopathie, Myositis und Rhabdomyolyse als selten (bis zu 1 von 1.000) [3]. Bei Simvastatin wurde laut Packungsbeilage selten eine Erkrankung der Muskulatur mit Schmerzen, Empfindlichkeit, Schwäche oder Muskelkrämpfen berichtet; das Risiko für eine Myopathie ist laut Fachinformation dosisabhängig [4, 5]. Laut IQWiG traten Muskelschäden in Studien bei etwa 1 von 10.000 Menschen auf, die Statine über 1 Jahr einnahmen; die schwere Form der Rhabdomyolyse war noch seltener [1].
- Fluorchinolon-Antibiotika: Zu dieser Gruppe gehören Ciprofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin. In der Packungsbeilage von Ciprofloxacin sind Muskel- und Knochenschmerzen als gelegentlich eingestuft, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe als selten [6]. Fluorchinolone wurden laut derselben Packungsbeilage mit sehr seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht, von denen einige über Monate oder Jahre anhalten, die Lebensqualität beeinträchtigen oder möglicherweise bleibend sind; dazu gehören Sehnen-, Muskel- und Gelenkschmerzen der Arme und Beine und Schwierigkeiten beim Gehen [6]. Darüber informierte ein Rote-Hand-Brief vom 8. April 2019: Zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen am Bewegungsapparat zählt er Sehnenentzündung und Sehnenriss, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Gelenkschmerzen, Gelenkschwellungen und Gangstörungen [8]. Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss.
- Glucocorticoide (Kortison): Bei Prednisolon treten laut Packungsbeilage Muskelerkrankungen, Muskelschwäche und Muskelschwund dosisabhängig auf und sind auch bei nur kurzzeitiger Anwendung möglich [10]. Wird die Dosis nach lang dauernder Behandlung zu rasch verringert, kann es laut Fach- und Gebrauchsinformation zu Beschwerden wie Muskel- und Gelenkschmerzen kommen [10, 11].
- Entwässerungsmittel und Blutdrucksenker: Bei Torasemid sind Muskelkrämpfe laut Packungsbeilage häufig, insbesondere zu Beginn der Behandlung; als häufig nennt dieselbe Packungsbeilage auch einen Kalium- oder Natriummangel [12]. Für Amlodipin, einen Calciumkanalblocker, stuft die Packungsbeilage Muskelkrämpfe als häufig und Gelenk- oder Muskelschmerzen als gelegentlich ein [13].
- Osteoporosemittel: Für Alendronsäure nennt die Packungsbeilage Knochen-, Muskel- und/oder Gelenkschmerzen, manchmal schwerwiegend, als sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten); vorübergehende grippeähnliche Beschwerden wie Muskelschmerzen treten gewöhnlich zu Beginn der Behandlung auf [14].
- Beruhigungsmittel: Die Fachinformation von Lorazepam nennt Muskelschwäche als Nebenwirkung. Bei älteren Menschen besteht laut Fachinformation die Gefahr einer Dämpfung und/oder Muskelschwäche, die zu einem erhöhten Sturzrisiko führen kann [15]. Mehr dazu: Medikamente im Alter.
- Gichtmittel Colchicin: Unter den Nebenwirkungen, bei denen die Einnahme von Colchicin zu beenden und umgehend ärztliche Hilfe zu holen ist, nennt die Packungsbeilage Muskelschwäche (Myopathie), Muskelschmerzen und eine rote bis braune Verfärbung des Urins (Rhabdomyolyse) [16]. Zusammen mit bestimmten Mitteln, darunter Simvastatin, Fluvastatin, Pravastatin und Fibraten, kann Colchicin laut Packungsbeilage eine schwerwiegende Muskelerkrankung und einen Zerfall von Muskelgewebe verursachen [16].
Myasthenia gravis: Bei dieser Erkrankung kommt es laut Packungsbeilage von Atorvastatin zu einer allgemeinen Muskelschwäche, in einigen Fällen auch der Atemmuskulatur [2]. Laut Fachinformation von Atorvastatin wurde in wenigen Fällen berichtet, dass Statine eine Myasthenia gravis auslösen oder eine bestehende Myasthenia gravis oder Myasthenie der Augen verschlechtern [3]. Bei Ciprofloxacin können sich laut Packungs- und Fachinformation die Symptome einer Myasthenia gravis verschlimmern; unter Azithromycin wurde laut Fachinformation über eine Verschlechterung oder das erstmalige Auftreten eines Myasthenie-Syndroms berichtet [6, 7, 9]. Wird eine Myasthenia gravis mit Prednisolon behandelt, können sich die Beschwerden zu Beginn verschlechtern; die Einstellung auf das Mittel sollte laut Fachinformation deshalb im Krankenhaus erfolgen [10, 11].
Die erste Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Muskelschmerzen oder Muskelkrämpfe nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Adalimumab | Sehr häufig | Schmerzen in Muskeln und Knochen · Muskelkrämpfe · Abnormaler Muskelabbau (Rhabdomyolyse) |
| Alendronsäure | Sehr häufig | Schmerzen an Knochen, Muskeln und/oder Gelenken, manchmal schwerwiegend · Vorübergehende grippeähnliche Beschwerden wie Muskelschmerzen, allgemeines Unwohlsein und manchmal Fieber, gewöhnlich zu Beginn der Behandlung… |
| Denosumab | Sehr häufig | Knochen-, Gelenk- und/oder Muskelschmerzen, die manchmal schwer sind |
| Isotretinoin | Sehr häufig | Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen · Zerfall des Muskelgewebes (Rhabdomyolyse) mit möglicherweise lebensbedrohlicher Muskelschwäche, Bewegungsschwierigkeiten… |
| Nivolumab | Sehr häufig | Schmerzen in Muskeln, Knochen und Gelenken · Myokarditis-Myositis-Myasthenia-gravis-Overlap-Syndrom: Überlappung von zwei oder drei Erkrankungen, Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis), Entzündung der Muskulatur… |
| Ofatumumab | Sehr häufig | Allgemeine (systemische) Reaktionen auf die Injektion wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost und Müdigkeit, meist innerhalb von 24 Stunden nach einer Injektion und vor allem nach der ersten |
| Pembrolizumab | Sehr häufig | Schmerzen in Muskeln und Knochen, Gelenkschmerzen · Muskelschmerzen oder druckempfindliche Muskeln (laut Fachinformation Myositis), Schmerzen in Armen oder Beinen, Gelenkschmerzen mit Schwellungen (Arthritis) |
| Terbinafin | Sehr häufig | Muskel- und Gelenkschmerzen · Auflösung von Muskelfasern (Rhabdomyolyse), die oft zu Nierenschäden führt; mögliche Anzeichen: unerklärliche Muskelschwäche oder Muskelschmerzen, dunkel (rotbraun) verfärbter Urin |
| Trastuzumab | Sehr häufig | Muskelschmerzen (Myalgie) · Beinkrämpfe (laut Fachinformation Muskelspasmen) |
| Amlodipin | Häufig | Muskelkrämpfe · Gelenk- oder Muskelschmerzen, Rückenschmerzen |
| Anastrozol | Häufig | Muskelschmerzen |
| Atorvastatin | Häufig | Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen; laut Fachinformation auch Schmerzen in Armen und Beinen, Muskelkrämpfe und Gelenkschwellungen · Krankhafter Muskelschwund (Rhabdomyolyse) mit Muskelschwäche, Empfindlichkeit,… |
| Baclofen | Häufig | Muskelschwäche, Muskelschmerzen |
| Botulinumtoxin Typ A | Häufig | Schmerzen und Lähmung der Schulter- und Armmuskulatur (neuralgische Schulteramyotrophie) · Bei Schiefhals: Nackenschmerzen, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Muskelschmerzen, Schmerzen in den Gliedmaßen,… |
| Carvedilol | Häufig | Schmerzen in Armen oder Beinen |
| Chlortalidon | Häufig | Herabgesetzte Spannung der Skelettmuskulatur (Hypotonie der Skelettmuskulatur), Muskelkrämpfe |
| Ciclosporin | Häufig | Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe · Muskelschwäche, Verlust der Muskelkraft, Schmerzen in den Muskeln der Beine, Hände oder überall im Körper (laut Fachinformation Myopathie) |
| Citalopram | Häufig | Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen |
| Donepezil | Häufig | Muskelkrämpfe · Abnormer Muskelabbau (Rhabdomyolyse): Muskelschwäche, Druckempfindlichkeit oder Schmerzen der Muskeln, besonders zusammen mit Unwohlsein, erhöhter Temperatur oder dunklem Urin; er kann lebensbedrohlich… |
| Doxazosin | Häufig | Rückenschmerzen, Muskelschmerzen (Myalgie) · Muskelkrämpfe, Muskelschwäche |
| Duloxetin | Häufig | Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe |
| Eplerenon | Häufig | Muskelkrämpfe (Muskelspasmen), Rückenschmerzen · Skelettmuskelschmerzen |
| Erenumab | Häufig | Muskelkrämpfe (Muskelspasmen) |
| Escitalopram | Häufig | Muskel- und Gelenkschmerzen (Myalgie und Arthralgie) |
| Evolocumab | Häufig | Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Ezetimib | Häufig | Zusammen mit einem Statin: Muskelschmerzen, Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskulatur · Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe, Nackenschmerzen · Muskelerkrankung (Myopathie) und Zerfall von Skelettmuskelzellen… |
| Febuxostat | Häufig | Schmerzen in Armen oder Beinen, Muskel- und Gelenkschmerzen · Muskelkrampf, Muskelschwäche, Muskelanspannung, Schleimbeutelentzündung (Bursitis), Gelenkentzündung (Arthritis), Gelenkschwellung, Rückenschmerzen,… |
| Fentanyl | Häufig | Muskelkrämpfe |
| Gabapentin | Häufig | Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelzucken · Auflösung von Muskelfasern (Rhabdomyolyse), Muskelzuckungen (Myoklonus), Verschlimmerung einer Myasthenia gravis |
| Ibandronsäure | Häufig | Bei der Tablette: Muskelkrämpfe, Steifheit in Gelenken und Gliedmaßen; laut Fachinformation auch Gelenk- und Muskelschmerzen · Grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, Schüttelfrost und Zittern, Unwohlsein sowie… |
| Infliximab | Häufig | Gelenk-, Muskel- oder Rückenschmerzen |
| Irbesartan | Häufig | Bei Bluthochdruck mit Typ-2-Diabetes und Nierenerkrankung: Schmerzen in Gelenken oder Muskeln · Muskelkrämpfe sowie Schmerzen in Gelenken und Muskeln; die Muskelschmerzen laut Fachinformation gelegentlich verbunden mit… |
| Lacosamid | Häufig | Muskelkrämpfe |
| Letrozol | Häufig | Muskelschmerzen |
| Levodopa/Carbidopa | Häufig | Muskelkrämpfe |
| Methylphenidat | Häufig | Gelenkschmerzen, Muskelanspannung, Muskelkrämpfe · Muskelschmerzen, Muskelzucken · Muskelkrämpfe |
| Mirtazapin | Häufig | Gelenkschmerzen (Arthralgie), Muskelschmerzen (Myalgie), Rückenschmerzen · Muskelschmerzen, -steifigkeit und/oder -schwäche, Dunkelwerden oder Verfärbung des Urins (Rhabdomyolyse) |
| Mycophenolsäure | Häufig | Muskelschmerzen (Myalgie) · Gelenkentzündung (Arthritis), Rückenschmerzen und Muskelkrämpfe · Anzeichen einer Grippe oder eines grippalen Infekts (wie Müdigkeit, Schüttelfrost, Halsschmerzen, schmerzende Gelenke oder… |
| Paliperidon | Häufig | Knochen- oder Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen · Anstieg des Muskelenzyms CPK im Blut, Muskelkrämpfe, Gelenksteifheit, Muskelschwäche · Zerfall von Muskelfasern mit Muskelschmerzen (Rhabdomyolyse),… |
| Pregabalin | Häufig | Muskelkrämpfe, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Schmerzen in Armen und Beinen, Nackenkrämpfe (zervikale Spasmen) · Muskelzucken, Gelenkschwellungen, Steifigkeit der Muskulatur, Muskelschmerzen, Nackenschmerzen |
| Ramipril | Häufig | Muskelkrämpfe oder Muskelschmerzen |
| Risedronsäure | Häufig | Schmerzen in Knochen, Muskeln oder Gelenken |
| Risperidon | Häufig | Muskelkrämpfe, Knochen- oder Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen · Zerfall von Muskelfasern mit Muskelschmerzen (Rhabdomyolyse) |
| Rituximab | Häufig | Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: Muskelprobleme wie erhöhte Muskelspannung, Gelenk- und Muskelschmerzen, Rücken- und Nackenschmerzen · Bei rheumatoider Arthritis: Schmerzen im Bauch, im Rücken, in Muskeln oder… |
| Rosuvastatin | Häufig | Muskelschmerzen (Myalgie) · Muskelerkrankungen bei Erwachsenen (Myopathie, auch Muskelentzündung) und Zerfall von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse), der lebensbedrohlich sein kann |
| Salmeterol/Fluticason | Häufig | Schmerzende, geschwollene Gelenke (Arthralgie) und Muskelschmerzen (Myalgie) · Muskelkrämpfe |
| Sertralin | Häufig | Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen · Arthrose, Muskelzucken, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche |
| Sumatriptan | Häufig | Schmerzende Muskeln (Myalgie) |
| Tacrolimus | Häufig | Gelenkschmerzen, Schmerzen in Armen und Beinen, im Rücken und in den Füßen, Muskelkrämpfe |
| Tadalafil | Häufig | Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Schmerzen in Armen und Beinen |
| Tamoxifen | Häufig | Muskelschmerzen · Muskelkrämpfe in den Beinen (Wadenkrämpfe) |
| Thiamazol | Häufig | Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen; laut Fachinformation können sie sich schleichend entwickeln und noch nach mehrmonatiger Behandlung auftreten · Muskelerkrankung (Myopathie), mit oder ohne erhöhten… |
| Tianeptin | Häufig | Rückenschmerzen, Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Topiramat | Häufig | Gelenkschmerz oder Gelenkschwellung, Muskelkrämpfe oder Muskelzittern, Muskelschmerz oder Muskelschwäche, Brustschmerz |
| Torasemid | Häufig | Muskelkrämpfe, vor allem zu Behandlungsbeginn |
| Ustekinumab | Häufig | Rücken-, Muskel- oder Gelenkschmerzen |
| Vedolizumab | Häufig | Muskelkrämpfe |
| Xipamid | Häufig | Muskelkrämpfe |
| Zolmitriptan | Häufig | Muskelschwäche oder Muskelschmerzen |
| Agomelatin | Gelegentlich | Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Atenolol | Gelegentlich | Muskelschwäche und Muskelkrämpfe |
| Atomoxetin | Gelegentlich | Bei Erwachsenen: Muskelkrämpfe |
| Azithromycin | Gelegentlich | Gelenkschwellung und Gelenkschmerzen (Osteoarthritis), Muskelschmerzen, Rücken- und Nackenschmerzen |
| Beclometason/Formoterol | Gelegentlich | Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe |
| Bisoprolol | Gelegentlich | Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Gelenkbeschwerden (Gelenkschmerzen, Arthropathie) |
| Brinzolamid | Gelegentlich | Muskelschmerzen, Muskelzucken (Muskelspasmen) und Rückenschmerzen |
| Budesonid | Gelegentlich | Muskelkrämpfe |
| Budesonid/Formoterol | Gelegentlich | Muskelkrämpfe |
| Celecoxib | Gelegentlich | Beinkrämpfe (Muskelspasmen) · Muskelschmerzen und -schwäche (Muskelentzündung, Myositis) |
| Ciprofloxacin | Gelegentlich | Muskel- und Knochenschmerzen · Muskelschmerzen, Gelenkentzündung, erhöhte Muskelspannung und Muskelkrämpfe |
| Dienogest | Gelegentlich | Knochenschmerzen, Muskelkrämpfe, Schmerzen und/oder Schweregefühl in Armen und Händen oder Beinen und Füßen |
| Enalapril | Gelegentlich | Muskelkrämpfe, Hitzewallungen (Flush), Ohrgeräusche (Tinnitus), allgemeines Unwohlsein, erhöhte Temperatur (Fieber) |
| Estradiol | Gelegentlich | Muskelschmerzen · Muskelkrämpfe |
| Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring) | Gelegentlich | Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe, Schmerzen in den Beinen oder Armen |
| Etoricoxib | Gelegentlich | Muskelkrämpfe, schmerzende oder steife Muskeln |
| Flecainid | Gelegentlich | Gelenkschmerzen (Arthralgien) und Muskelschmerzen (Myalgien), eventuell mit Fieber |
| Fluconazol | Gelegentlich | Muskelschmerzen |
| Haloperidol | Gelegentlich | Muskel- und Gelenksteife; unkontrollierbare Muskelkrämpfe, -zuckungen oder -kontraktionen, einschließlich eines Krampfs der Nackenmuskulatur, der den Kopf zur Seite dreht (Torticollis) |
| Ivabradin | Gelegentlich | Muskelkrämpfe |
| Latanoprost | Gelegentlich | Muskelschmerzen (Myalgie) und Gelenkschmerzen (Arthralgie) |
| Lercanidipin | Gelegentlich | Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Leuprorelin | Gelegentlich | Bei Männern mit Prostatakrebs: Muskelschmerzen · Bei Kindern mit vorzeitiger Pubertät: Muskelschmerzen · Bei Frauen (Enantone-Gyn): Muskelschmerzen |
| Levetiracetam | Gelegentlich | Muskelschwäche, Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Levofloxacin | Gelegentlich | Gelenk- oder Muskelschmerzen |
| Methotrexat | Gelegentlich | Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Verminderung der Knochenmasse (Osteoporose) · Muskelschwäche und Schmerzen in Armen und Beinen, Taubheit oder Kribbeln, verminderte Berührungsempfindung, Geschmacksstörungen… |
| Metoprolol | Gelegentlich | Muskelkrämpfe |
| Montelukast | Gelegentlich | Gelenk- oder Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe |
| Moxifloxacin | Gelegentlich | Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen · Muskelzucken, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche · Muskelschwäche, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschmerzen, besonders zusammen mit Unwohlsein, Fieber oder dunklem Urin, als mögliche… |
| Nifedipin | Gelegentlich | Muskelkrämpfe, geschwollene Gelenke, Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Nitrendipin | Gelegentlich | Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Olmesartan | Gelegentlich | Muskelschmerzen · Muskelkrämpfe |
| Pravastatin | Gelegentlich | Muskel- und Gelenkschmerzen · Entzündung eines oder mehrerer Muskeln mit Muskelschmerzen oder -schwäche (Myositis, Polymyositis oder Dermatomyositis); Schmerzen oder Schwäche der Muskeln (laut Fachinformation… |
| Ranolazin | Gelegentlich | Schmerz in Armen oder Beinen, Muskelkrampf, Gelenkschwellung, Muskelschwäche |
| Rizatriptan | Gelegentlich | Verspannungen in bestimmten Körperregionen, Muskelschwäche, Gesichtsschmerzen und Muskelschmerzen |
| Salbutamol | Gelegentlich | Muskelkrämpfe |
| Sildenafil | Gelegentlich | Muskelschmerzen (Myalgie), Schmerzen in den Armen oder Beinen |
| Spironolacton | Gelegentlich | Muskelkrämpfe (Wadenkrämpfe) |
| Telmisartan | Gelegentlich | Rückenschmerzen (laut Fachinformation z. B. Ischiasschmerzen), Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Zolpidem | Gelegentlich | Schmerzen in den Gelenken oder Muskeln, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Nackenschmerzen |
| Dienogest/Ethinylestradiol | Selten | Rückenschmerzen, Muskel- und Knochenschmerzen, Muskelschmerzen (Myalgie), Schmerzen in Armen und Beinen |
| Dihydralazin | Selten | Zittern (Tremor) und Muskelkrämpfe |
| Doxycyclin | Selten | Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen |
| Esomeprazol | Selten | Gelenkschmerzen (Arthralgie) oder Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Felodipin | Selten | Gelenk- und Muskelschmerzen (Arthralgie, Myalgie) |
| Fluoxetin | Selten | Muskelschmerzen |
| Fluvastatin | Selten | Muskelschmerzen (Myalgie), Muskelschwäche und Muskelerkrankung (Myopathie) · Muskelentzündung (Myositis) und schwerer Abbau der Muskulatur (Rhabdomyolyse) |
| Formoterol | Selten | Unwillkürliche Muskelkontraktionen (laut Fachinformation Muskelkrämpfe) · Muskelschmerzen |
| Melatonin | Selten | Gelenkentzündung (Arthritis), Muskelkrämpfe, nächtliche Krämpfe, Nackenschmerzen |
| Olanzapin | Selten | Muskelerkrankung mit nicht erklärbaren Schmerzen (laut Fachinformation Rhabdomyolyse) |
| Omeprazol | Selten | Gelenkschmerzen (Arthralgie) oder Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Pantoprazol | Selten | Gelenkschmerzen (Arthralgie), Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Paroxetin | Selten | Gelenk- oder Muskelschmerzen |
| Propranolol | Selten | Muskelschwäche und Muskelkrämpfe |
| Simvastatin | Selten | Erkrankung der Muskulatur (Myopathie, auch Muskelentzündung) mit Schmerzen, Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskeln; Muskelschmerzen (Myalgie) und Muskelkrämpfe · Zerfall von Skelettmuskelzellen (Rhabdomyolyse), mit… |
| Sulfasalazin | Selten | Muskelschmerzen |
| Valproinsäure | Selten | Abbau von Muskelgewebe mit Muskelkrämpfen, Fieber und rötlich-brauner Verfärbung des Urins (Rhabdomyolyse) |
| Venlafaxin | Selten | Unerklärliche Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche als mögliche Anzeichen eines Muskelzerfalls (Rhabdomyolyse) |
| Candesartan | Sehr selten | Rückenschmerzen, Schmerzen in Gelenken und Muskeln |
| Carbamazepin | Sehr selten | Störungen im Knochenstoffwechsel, die vereinzelt zu Knochenerweichung (Osteomalazie) führten; Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe |
| Carbimazol | Sehr selten | Gelenk- und Muskelschmerzen, die sich in der Regel schleichend und noch nach mehrmonatiger Behandlung entwickeln; Zeichen einer Gelenkentzündung fehlen · Muskelerkrankung (Myopathie), mit oder ohne erhöhten… |
| Clopidogrel | Sehr selten | Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen; laut Fachinformation auch Gelenkentzündung (Arthritis) und Blutungen in Muskeln oder Gelenken |
| Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim) | Sehr selten | Störung im geordneten Bewegungsablauf (Ataxie), verminderte Fähigkeit zu schnellen gegenläufigen Bewegungen (Dysdiadochokinese), Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen |
| Desloratadin | Sehr selten | Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Estriol | Sehr selten | Beinkrämpfe, "schwere Beine" |
| Famotidin | Sehr selten | Muskelkrämpfe |
| Insulin glargin | Sehr selten | Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Lisinopril | Sehr selten | Kombination von Beschwerden mit Fieber, Blutbildstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen und Sonnenlichtempfindlichkeit, laut Packungsbeilage auch mit starker Abnahme der weißen Blutkörperchen und erhöhter… |
| Mesalazin | Sehr selten | Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Metronidazol | Sehr selten | Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen |
| Morphin | Sehr selten | Muskelkrämpfe, Erhöhung der Muskelspannung |
| Quetiapin | Sehr selten | Abbau von Muskelfasern mit Muskelschmerzen (Rhabdomyolyse) |
| Amisulprid | Nicht bekannt | Muskelabbau mit Muskelschmerzen (Rhabdomyolyse) |
| Aripiprazol | Nicht bekannt | Ungewöhnliches Muskelversagen, das zu Nierenproblemen führen kann (Rhabdomyolyse), Muskelschmerzen, Steifheit |
| Cetirizin | Nicht bekannt | Gelenkschmerzen (Arthralgie), Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Clarithromycin | Nicht bekannt | Muskelschmerzen oder -schwäche (laut Fachinformation Myopathie) · Abnormer Muskelabbau, der zu Nierenproblemen führen kann (Rhabdomyolyse) |
| Clozapin | Nicht bekannt | Muskelschwäche, Muskelkrämpfe (Spasmen) und Muskelschmerzen · Muskelerkrankung (Rhabdomyolyse); mögliche Anzeichen sind beginnende oder sich verschlimmernde Muskelschwäche, Muskelkrämpfe und Muskelschmerzen |
| Colchicin | Nicht bekannt | Muskelerkrankung (Myopathie) und Zerfall von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse) mit Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Erschöpfung und rot bis braun verfärbtem Urin |
| Colestyramin | Nicht bekannt | Muskel- und Gelenkschmerzen |
| Enzalutamid | Nicht bekannt | Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Rückenschmerzen |
| Indapamid | Nicht bekannt | Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Druckschmerz oder Muskelschmerzen; besonders zusammen mit Unwohlsein oder hohem Fieber möglicher Hinweis auf einen krankhaften Muskelabbau (laut Fachinformation Rhabdomyolyse) |
| Levocetirizin | Nicht bekannt | Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen |
| Levothyroxin | Nicht bekannt | Muskelschwäche, Muskelkrämpfe |
| Lithium | Nicht bekannt | Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen |
| Losartan | Nicht bekannt | Muskel- und Gelenkschmerzen (Myalgie, Arthralgie) · Unerklärliche Muskelschmerzen mit dunklem, teefarbenem Urin (Rhabdomyolyse) |
| Medroxyprogesteron | Nicht bekannt | Gelenkschmerzen, Beinkrämpfe |
| Omalizumab | Nicht bekannt | Muskelschmerzen und Schwellungen an Gelenken |
| Pyridostigmin | Nicht bekannt | Unwillkürliches Muskelzucken, Muskelzittern und Muskelkrämpfe |
| Sitagliptin | Nicht bekannt | Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Testosteron | Nicht bekannt | Muskelkrämpfe |
| Trazodon | Nicht bekannt | Schmerzen in Armen und Beinen, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen |
| Valsartan | Nicht bekannt | Allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz und Nesselsucht; auch Fieber, geschwollene Gelenke und Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und/oder grippeartige Beschwerden (Serumkrankheit) ·… |
| Verapamil | Nicht bekannt | Gelenkschmerzen (Arthralgie), Muskelschwäche, Muskelschmerzen (Myalgie) |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (152 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Muskelschmerzen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (20 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Alendronsäure | Zu niedriger Calcium-Spiegel im Blut (symptomatische Hypokalzämie) mit Beschwerden wie Muskelkrämpfen oder -spasmen und/oder einem Kribbeln in den Fingern oder um den Mund; laut Fachinformation oft im Zusammenhang mit begünstigenden Faktoren | Selten |
| Allopurinol | Grippeähnliche Beschwerden mit Fieber und Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und allgemeinem Unwohlsein als mögliche Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion | Selten |
| Amoxicillin | Jarisch-Herxheimer-Reaktion während der Behandlung einer Borreliose mit Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Hautausschlag | Sehr selten |
| Azathioprin | Überempfindlichkeitsreaktionen mit allgemeinem Unbehagen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Schüttelfrost, Hautausschlag, Hautknötchen, Entzündung von Blutgefäßen, Muskel- und Gelenkschmerzen, niedrigem Blutdruck, Nieren- oder Leberstörungen… | Gelegentlich |
| Bupropion | Schwere allergische Reaktionen, darunter Schwellungen (Angioödem), Atemnot oder Verkrampfung der Bronchien und anaphylaktischer Schock; Hautausschlag zusammen mit Gelenk- und Muskelschmerzen | Sehr selten |
| Cefuroxim | Jarisch-Herxheimer-Reaktion bei der Behandlung einer Lyme-Borreliose mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen und Hautausschlägen, die für gewöhnlich einige Stunden bis zu einem Tag anhält | Nicht bekannt |
| Clozapin | Systemischer Lupus erythematodes mit Veränderung der Hautfarbe, Schmetterlingserythem im Gesicht, Gelenk- und Muskelschmerzen, Fieber und Ermüdung | Nicht bekannt |
| Denosumab | Niedriger Calciumspiegel im Blut (Hypokalzämie), schwergradig auch mit Krankenhausaufenthalt und lebensbedrohlichen Reaktionen; Beschwerden wie Spasmen, Zuckungen oder Muskelkrämpfe, Taubheit oder Kribbeln in Fingern, Zehen oder um den Mund, Krampfanfälle,… | Selten |
| Dihydralazin | Nach Langzeitbehandlung ein Krankheitsbild ähnlich dem Lupus erythematodes (LED-ähnliches Zustandsbild), insbesondere bei Menschen, die den Wirkstoff langsam abbauen ("Langsam-Acetylierer"), und bei fortgeschrittener Nierenschwäche. Erste Anzeichen sind… | Nicht bekannt |
| Ibandronsäure | Zu niedriger Calcium-Spiegel im Blut (Hypokalzämie) mit Muskelkrämpfen oder Spasmen und/oder Kribbeln in den Fingern oder um den Mund | Gelegentlich |
| Omalizumab | Systemischer Lupus erythematodes (SLE); mögliche Zeichen sind Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen und Schwellung, Hautausschlag, Fieber, Gewichtsabnahme und Müdigkeit | Selten |
| Omalizumab | Serumkrankheit; mögliche Zeichen sind Gelenkschmerzen mit oder ohne Schwellungen oder Steifigkeit, Ausschlag, Fieber, geschwollene Lymphknoten und Muskelschmerzen | Nicht bekannt |
| Oxcarbazepin | Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag, Fieber sowie Muskel- und Gelenkschmerzen; laut Fachinformation können auch Blut, Leber, Nieren, Lunge und andere Organe betroffen sein | Sehr selten |
| Pantoprazol | Muskelkrämpfe als Folge von Störungen der Blutsalze (Elektrolytstörungen) | Nicht bekannt |
| Pembrolizumab | Verminderte Funktion der Nebenschilddrüse mit Muskelkrämpfen oder -spasmen, Erschöpfung und Schwächegefühl | Selten |
| Ramipril | Unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH): dunkler, konzentrierter Urin, Übelkeit oder Erbrechen, Muskelkrämpfe, Verwirrtheit und Krampfanfälle | Nicht bekannt |
| Sertralin | Muskelschwäche und starke Muskelschmerzen als mögliche Zeichen einer MADD-ähnlichen Störung (multipler Acyl-Coenzym-A-Dehydrogenase-Mangel) | Nicht bekannt |
| Simvastatin | Überempfindlichkeitsreaktion mit einem oder mehreren dieser Zeichen: schwere Muskelschmerzen, gewöhnlich in Schultern und Beckenbereich (Polymyalgia rheumatica), Ausschlag mit Schwäche der Arme, Beine und Nackenmuskulatur, ungewöhnliche blaue Flecken,… | Selten |
| Terbinafin | Ausbruch oder Verschlechterung eines Lupus erythematodes, einer chronischen Erkrankung mit Beschwerden wie Hautausschlag sowie Muskel- und Gelenkschmerzen | Sehr selten |
| Valproinsäure | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), etwa mit niedrigem Blutdruck, beschleunigtem Herzschlag, allgemeiner Müdigkeit und Muskelkrämpfen | Häufig |
| Valsartan | Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen als Zeichen eines erhöhten Kaliumwerts im Blut (Hyperkaliämie) | Gelegentlich |
Muskelschwäche und Muskelerkrankungen wie Myopathie oder Myasthenie zeigt die zweite Tabelle:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Botulinumtoxin Typ A | Sehr häufig | Bei Schiefhals: Muskelschwäche · Bei Spastik der Arme (Erwachsene): Muskelschwäche, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Schmerzen in den Gliedmaßen · Bei Spastik des Fußgelenks (Erwachsene): Muskelschwäche,… |
| Leuprorelin | Sehr häufig | Bei Männern mit Prostatakrebs: Knochenschmerzen und Muskelschwäche · Bei Frauen (Enantone-Gyn): Rückenschmerz, Muskelschwäche, Gelenkschmerzen · Bei Frauen mit Brustkrebs (Enantone-Gyn): Knochenschmerzen, Muskelschwäche |
| Tizanidin | Sehr häufig | Muskelschwäche |
| Amiodaron | Häufig | Muskelschwäche |
| Baclofen | Häufig | Muskelschwäche, Muskelschmerzen |
| Lorazepam | Häufig | Muskelschwäche, Mattigkeit |
| Prednison | Häufig | Muskelabbau und Muskelschwäche · Muskelschwäche der Oberarme und Beine (Steroidmyopathie) |
| Rituximab | Häufig | Bei GPA oder MPA laut Fachinformation: Muskelschwäche |
| Topiramat | Häufig | Gelenkschmerz oder Gelenkschwellung, Muskelkrämpfe oder Muskelzittern, Muskelschmerz oder Muskelschwäche, Brustschmerz |
| Vedolizumab | Häufig | Muskelschwäche |
| Zolmitriptan | Häufig | Muskelschwäche oder Muskelschmerzen |
| Alprazolam | Gelegentlich | Muskelschwäche |
| Atenolol | Gelegentlich | Muskelschwäche und Muskelkrämpfe |
| Atorvastatin | Gelegentlich | Nackenschmerzen, Muskelschwäche · Krankhafter Muskelschwund (Rhabdomyolyse) mit Muskelschwäche, Empfindlichkeit, Schmerzen oder Riss in der Muskulatur oder rotbrauner Verfärbung des Urins, besonders mit Unwohlsein oder… |
| Bisoprolol | Gelegentlich | Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Gelenkbeschwerden (Gelenkschmerzen, Arthropathie) |
| Digitoxin | Gelegentlich | Muskelschwäche |
| Ezetimib | Gelegentlich | Zusammen mit einem Statin: Rückenschmerzen, Muskelschwäche, Schmerzen in Armen und Beinen |
| Levetiracetam | Gelegentlich | Muskelschwäche, Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Nivolumab | Gelegentlich | Myokarditis-Myositis-Myasthenia-gravis-Overlap-Syndrom: Überlappung von zwei oder drei Erkrankungen, Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis), Entzündung der Muskulatur (Myositis) und eine Erkrankung mit Muskelschwäche… |
| Paliperidon | Gelegentlich | Anstieg des Muskelenzyms CPK im Blut, Muskelkrämpfe, Gelenksteifheit, Muskelschwäche |
| Pembrolizumab | Gelegentlich | Muskelschwäche mit rascher Ermüdung (Myastheniesyndrom); Krampfanfälle |
| Pivmecillinam | Gelegentlich | Muskelschwäche oder Muskelverlust durch einen zu niedrigen Carnitinspiegel im Körper |
| Propranolol | Gelegentlich | Krankheitsbild ähnlich einer Myasthenia gravis mit krankhafter Muskelschwäche oder Ermüdbarkeit · Muskelschwäche und Muskelkrämpfe · Verstärkung einer bestehenden Myasthenia gravis (krankhafte Muskelschwäche) |
| Ranolazin | Gelegentlich | Schmerz in Armen oder Beinen, Muskelkrampf, Gelenkschwellung, Muskelschwäche |
| Rizatriptan | Gelegentlich | Verspannungen in bestimmten Körperregionen, Muskelschwäche, Gesichtsschmerzen und Muskelschmerzen |
| Sulfasalazin | Gelegentlich | Muskelschwäche |
| Bromazepam | Selten | Muskelschwäche |
| Carbamazepin | Selten | Muskelschwäche |
| Ciclosporin | Selten | Muskelschwäche, Verlust der Muskelkraft, Schmerzen in den Muskeln der Beine, Hände oder überall im Körper (laut Fachinformation Myopathie) |
| Fluvastatin | Selten | Muskelschmerzen (Myalgie), Muskelschwäche und Muskelerkrankung (Myopathie) · Anhaltende Muskelschwäche; laut Fachinformation eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie mit anhaltender Schwäche der rumpfnahen… |
| Levofloxacin | Selten | Muskelschwäche, von besonderer Bedeutung bei Myasthenia gravis |
| Moxifloxacin | Selten | Muskelzucken, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche · Verschlimmerung der Symptome einer Myasthenia gravis · Muskelschwäche, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschmerzen, besonders zusammen mit Unwohlsein, Fieber oder dunklem… |
| Venlafaxin | Selten | Unerklärliche Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche als mögliche Anzeichen eines Muskelzerfalls (Rhabdomyolyse) |
| Celecoxib | Sehr selten | Muskelschmerzen und -schwäche (Muskelentzündung, Myositis) |
| Ciprofloxacin | Sehr selten | Muskelschwäche, Sehnenentzündungen, die zum Riss der Sehne führen können, vor allem der Achillessehne · Verschlimmerung der Beschwerden einer Myasthenia gravis |
| Doxazosin | Sehr selten | Muskelkrämpfe, Muskelschwäche |
| Erythromycin | Sehr selten | Sichtbarwerden einer bis dahin unerkannten Myasthenia gravis (Demaskierung) oder Verschlimmerung einer Myasthenia gravis |
| Esomeprazol | Sehr selten | Muskelschwäche |
| Metoprolol | Sehr selten | Gelenkschmerzen, Muskelschwäche |
| Omeprazol | Sehr selten | Muskelschwäche |
| Pravastatin | Sehr selten | Entzündung eines oder mehrerer Muskeln mit Muskelschmerzen oder -schwäche (Myositis, Polymyositis oder Dermatomyositis); Schmerzen oder Schwäche der Muskeln (laut Fachinformation Myopathie) · Anhaltende Muskelschwäche;… |
| Tacrolimus | Sehr selten | Muskelschwäche (Myasthenie) |
| Adalimumab | Nicht bekannt | Verschlechterung einer Dermatomyositis (Hautausschlag mit Muskelschwäche) |
| Azithromycin | Nicht bekannt | Muskelschwäche (Myasthenia gravis) |
| Carbimazol | Nicht bekannt | Muskelerkrankung (Myopathie), mit oder ohne erhöhten Kreatinkinase-Wert im Blut |
| Clozapin | Nicht bekannt | Muskelschwäche, Muskelkrämpfe (Spasmen) und Muskelschmerzen · Muskelerkrankung (Rhabdomyolyse); mögliche Anzeichen sind beginnende oder sich verschlimmernde Muskelschwäche, Muskelkrämpfe und Muskelschmerzen |
| Colchicin | Nicht bekannt | Muskelerkrankung (Myopathie) und Zerfall von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse) mit Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Erschöpfung und rot bis braun verfärbtem Urin |
| Dexamethason | Nicht bekannt | Muskelerkrankungen, Muskelschwäche und Muskelschwund |
| Diazepam | Nicht bekannt | Muskelschwäche |
| Doxylamin | Nicht bekannt | Muskelschwäche |
| Enzalutamid | Nicht bekannt | Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, Rückenschmerzen |
| Etanercept | Nicht bekannt | Verschlechterung einer Dermatomyositis (Muskelentzündung und -schwäche mit Hautveränderungen) |
| Hydroxychloroquin | Nicht bekannt | Muskelerkrankungen (Myopathien der Skelettmuskulatur, Neuromyopathien) mit zunehmender Schwäche und Abbau rumpfnaher Muskelgruppen; sie können sich nach dem Absetzen zurückbilden, was viele Monate dauern kann |
| Infliximab | Nicht bekannt | Verschlimmerung einer Dermatomyositis (Muskelschwäche mit Hautausschlag) |
| Levothyroxin | Nicht bekannt | Muskelschwäche, Muskelkrämpfe |
| Lithium | Nicht bekannt | Muskelschwäche (laut Fachinformation Myasthenia gravis) |
| Oxazepam | Nicht bekannt | Muskelschwäche (mit Sturzgefahr) |
| Prednisolon | Nicht bekannt | Muskelerkrankungen (Myopathie), Muskelschwäche und Muskelschwund |
| Pridinol | Nicht bekannt | Muskelschwäche |
| Pyridostigmin | Nicht bekannt | Verstärkte Muskelschwäche und erniedrigte Muskelspannung |
| Rosuvastatin | Nicht bekannt | Myasthenia gravis: Erkrankung mit allgemeiner Muskelschwäche, in einigen Fällen auch der Atemmuskulatur · Anhaltende Muskelschwäche (immunvermittelte nekrotisierende Myopathie) |
| Simvastatin | Nicht bekannt | Myasthenia gravis: Erkrankung mit allgemeiner Muskelschwäche, in einigen Fällen auch der Atemmuskulatur · Anhaltende Muskelschwäche (immunvermittelte nekrotisierende Myopathie) |
| Solifenacin | Nicht bekannt | Muskelschwäche |
| Thiamazol | Nicht bekannt | Muskelerkrankung (Myopathie), mit oder ohne erhöhten Kreatinkinase-Wert im Blut |
| Verapamil | Nicht bekannt | Gelenkschmerzen (Arthralgie), Muskelschwäche, Muskelschmerzen (Myalgie) |
| Zopiclon | Nicht bekannt | Muskelschwäche |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (66 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Muskelschwäche als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (8 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Adalimumab | Multiple Sklerose; Nervenerkrankungen wie Entzündung des Sehnervs und Guillain-Barré-Syndrom mit Muskelschwäche, gestörten Sinnesempfindungen und Kribbeln in Armen und Oberkörper | Selten |
| Amlodipin | Nervenstörung (periphere Neuropathie), die zu Muskelschwäche, verminderter Berührungsempfindlichkeit oder Kribbeln führen kann | Sehr selten |
| Ciprofloxacin | Nervenschädigung (Neuropathie) mit Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheit oder Muskelschwäche in Armen und Beinen | Nicht bekannt |
| Escitalopram | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), erkennbar an Unwohlsein mit Muskelschwäche oder Verwirrtheit | Nicht bekannt |
| Etanercept | Erkrankungen des Nervensystems mit schwerer Muskelschwäche und Beschwerden wie bei Multipler Sklerose, Sehnervenentzündung oder Entzündung des Rückenmarks; laut Fachinformation auch Erkrankungen der Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark (periphere… | Selten |
| Nivolumab | Guillain-Barré-Syndrom (vorübergehende Nervenentzündung mit Schmerzen, Schwäche und Lähmung der Gliedmaßen); Verlust der Schutzschicht der Nerven (Demyelinisierung); myasthenes Syndrom mit schwachen, leicht ermüdenden Muskeln; Entzündung des Gehirns | Selten |
| Oxcarbazepin | Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), erkennbar an Gewichtszunahme, Müdigkeit, Haarausfall, Muskelschwäche und Kältegefühl | Gelegentlich |
| Sertralin | Muskelschwäche und starke Muskelschmerzen als mögliche Zeichen einer MADD-ähnlichen Störung (multipler Acyl-Coenzym-A-Dehydrogenase-Mangel) | Nicht bekannt |
Häufigkeiten erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen; siehe auch Gelenk- und Rückenschmerzen.
Woran Sie Muskelbeschwerden durch ein Medikament erkennen
Muskelbeschwerden sind auch ohne Statine häufig. In großen Vergleichsstudien über fünf Jahre gaben laut IQWiG 95 von 1000 Menschen unter einem Scheinmedikament (Placebo) Muskelbeschwerden an und 101 von 1000 Menschen unter einem Statin; manche Menschen, die Statine nehmen, bringen die Medikamente irrtümlich mit ihren Beschwerden in Verbindung [1]. Mehr dazu: Nocebo-Effekt.
Muskelschäden durch Statine äußern sich laut IQWiG durch schmerzende, schwache und geschwollene Muskeln, typischerweise in den Schultern, Beinen oder im Rücken; sie fallen auch in einer Blutuntersuchung auf, weil die Menge des Enzyms Kreatinkinase (CK) im Blut steigt [1]. Bei einer Rhabdomyolyse sind die Schmerzen laut gesund.bund.de besonders in den rumpfnahen Muskeln zu spüren, etwa in den Schultern, den Oberschenkeln und im Kreuz; die Muskeln können auch verkrampfen, und leichtere Formen können unbemerkt bleiben [18].
Den zeitlichen Ablauf beschreiben die Produktinformationen unterschiedlich. Bei Torasemid treten Muskelkrämpfe insbesondere zu Beginn der Behandlung auf, bei Alendronsäure grippeähnliche Beschwerden mit Muskelschmerzen gewöhnlich ebenfalls zu Beginn [12, 14]. In einer Langzeitstudie mit einer hohen Simvastatin-Dosis trat etwa die Hälfte der Fälle von Myopathie im ersten Behandlungsjahr auf [5]. Bei Ciprofloxacin können laut Packungsbeilage Entzündungen und Risse der Sehnen innerhalb der ersten 48 Stunden nach Behandlungsbeginn und sogar noch bis zu mehrere Monate nach dem Absetzen auftreten [6].
Manche Umstände erhöhen das Risiko. Die Packungsbeilage von Atorvastatin bittet Sie, vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen, wenn Sie zum Beispiel Probleme mit den Nieren haben, an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, wiederholte oder unklare Muskelbeschwerden hatten, wenn bei Ihnen oder nahen Verwandten Muskelerkrankungen aufgetreten sind, wenn Sie unter anderen Blutfettsenkern Muskelerkrankungen hatten, regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken, eine Lebererkrankung hatten oder älter als 70 Jahre sind [2]. Trifft das zu, wird die Ärztin oder der Arzt vor und möglicherweise auch während der Behandlung Blutuntersuchungen durchführen, um das Risiko für Nebenwirkungen an der Muskulatur abzuschätzen [2]. Bei Simvastatin nennt die Packungsbeilage außerdem ein Alter über 65 Jahre und weibliches Geschlecht als Umstände, die mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu besprechen sind [4].
Ob Ihr Medikament die Muskeln betreffen kann, lesen Sie in der Packungsbeilage nach: Warnhinweise stehen in Abschnitt 2, die Nebenwirkungen in Abschnitt 4 [2]. Wie die Häufigkeitsangaben gemeint sind, übersetzt das Werkzeug Häufigkeit übersetzen.
Warum Medikamente Muskelbeschwerden auslösen können
Hohe Wirkstoffspiegel bei Statinen: Laut Fachinformation von Simvastatin ist das Risiko einer Myopathie erhöht, wenn viel Wirkstoff im Blut vorliegt; dazu können Wechselwirkungen mit Arzneimitteln beitragen, die den Abbau von Simvastatin oder seinen Transport durch bestimmte Eiweiße (Transportproteine) beeinträchtigen [5]. Auch Menschen mit einer bestimmten Erbanlage, durch die ein solches Transportprotein in der Leber weniger aktiv ist, haben laut Fachinformation mehr Simvastatin im Körper und ein erhöhtes Risiko für eine Myopathie [5].
Wechselwirkungen: Die Gefahr einer Rhabdomyolyse ist laut Fachinformation von Atorvastatin erhöht, wenn Mittel gleichzeitig eingenommen werden, die seine Konzentration im Blut erhöhen können, zum Beispiel Ciclosporin, Clarithromycin und bestimmte Mittel gegen Pilzinfektionen oder HIV; auch Fibrate, Ezetimib und Erythromycin können das Risiko einer Myopathie erhöhen [3]. Die Kombination mit dem Antibiotikum Fusidinsäure kann laut Packungsbeilage zu schwerwiegenden Muskelproblemen führen; muss Fusidinsäure eingenommen werden, sieht die Packungsbeilage vor, Atorvastatin vorübergehend abzusetzen, und die Ärztin oder der Arzt teilt mit, ab wann es wieder eingenommen werden kann [2]. Große Mengen Grapefruitsaft können laut Packungsbeilage die Wirkungen von Atorvastatin verstärken; bei Simvastatin sollten Sie Grapefruitsaft laut Packungsbeilage meiden [2, 4]. Mehr dazu: Medikamente und Grapefruit und Wechselwirkungen.
Beteiligung des Immunsystems: In sehr seltenen Fällen wurde während oder nach der Behandlung mit einigen Statinen über eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (IMNM) berichtet. Kennzeichen sind laut Fachinformation eine anhaltende Schwäche der rumpfnahen Muskeln und erhöhte CK-Werte, die trotz Absetzen des Statins fortbestehen, bestimmte Antikörper im Blut und eine Besserung durch Mittel, die das Immunsystem dämpfen [3].
Blutsalze: Laut IQWiG können Diuretika oder Kortison dazu führen, dass der Körper über den Urin viel Kalium ausscheidet; ein Kaliummangel (Hypokaliämie) kann sich je nach Ausprägung durch Beschwerden wie Muskelschwäche oder einen beschleunigten Herzschlag bemerkbar machen [17]. Auch zu viel Kalium im Blut (Hyperkaliämie) kann sich durch Muskelschwäche zeigen; als mögliche Ursachen nennt das IQWiG unter anderem kaliumsparende Diuretika und andere Blutdrucksenker [17]. Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel.
Was bei einer Rhabdomyolyse geschieht: Zerfallen Muskelfasern, gelangt laut gesund.bund.de das Muskeleiweiß Myoglobin in den Blutstrom und wird über die Nieren ausgeschieden; deshalb kann sich der Urin verfärben [18]. Vermutlich verstopft das Myoglobin die Nierenkanälchen und schädigt die Nierenzellen, sodass ein akutes Nierenversagen entstehen kann [18]. Mehr dazu: Urinverfärbung und Nierenschäden.
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Laut IQWiG ist es nicht sinnvoll, eine Statin-Behandlung beim ersten Verdacht auf eine Nebenwirkung zu beenden; solche Beschwerden sollte man stattdessen mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen [1]. Auch Torasemid sollen Sie laut Packungsbeilage auf keinen Fall ohne Rücksprache unterbrechen oder vorzeitig beenden, weil bei einer Unterbrechung eine Verschlechterung der Beschwerden zu erwarten ist [12]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.
Unklare Muskelbeschwerden melden. Laut Packungsbeilage von Simvastatin sollen Sie sich bei unklaren Muskelschmerzen, Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskulatur unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden [4]. Laut Fachinformation von Atorvastatin sollen Behandelte Schmerzen, Krämpfe oder Schwäche der Skelettmuskeln umgehend berichten, besonders wenn sie mit allgemeinem Unwohlsein oder Fieber einhergehen [3]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auch, wenn bei Ihnen eine anhaltende Muskelschwäche auftritt [2].
Was die Ärztin oder der Arzt prüfen kann. Treten unter Atorvastatin Schmerzen, Krämpfe oder Schwäche der Muskeln auf, sieht die Fachinformation vor, die CK im Blut zu messen; ist sie wesentlich erhöht, sollte die Behandlung abgebrochen werden, und bei anhaltenden und starken Muskelbeschwerden kann ein Abbruch auch erwogen werden, wenn die CK nicht wesentlich erhöht ist [3]. Sind die Beschwerden abgeklungen und die CK-Werte wieder normal, kann laut Fachinformation eine erneute Behandlung mit demselben oder einem anderen Statin in der niedrigsten Dosierung und unter engmaschiger Überwachung erwogen werden [3]. Laut IQWiG ist es möglicherweise sinnvoll, einen anderen Wirkstoff oder eine geringere Dosierung auszuprobieren [1]. Die CK sollte laut Fachinformation nicht nach schweren körperlichen Anstrengungen gemessen werden, weil das die Auswertung erschwert [3]. Mehr dazu: Veränderte Laborwerte.
Alle Mittel angeben, übermäßigen Alkohol meiden. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, auch kürzlich eingenommene; bei Atorvastatin können Wechselwirkungen das Risiko für Muskelnebenwirkungen erhöhen [2]. Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Einnahme von Atorvastatin übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden [2]. Mehr dazu: Medikamente und Alkohol.
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die dort nicht angegeben sind; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [2]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden; zu Rote-Hand-Briefen informiert der Ratgeber Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Bemerken Sie eine Muskelschwäche, Empfindlichkeit, Schmerzen oder einen Riss in der Muskulatur oder eine rot-braune Verfärbung des Urins, besonders zusammen mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur, kann das laut Packungsbeilage von Atorvastatin auf eine Rhabdomyolyse hinweisen; sie ist nicht immer umkehrbar, kann lebensbedrohlich sein und zu Nierenproblemen führen [2]. Weitere Anzeichen können laut gesund.bund.de gerade bei schweren Verläufen ein allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, ein schneller Puls, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sein; bei Anzeichen für einen schweren Verlauf ist eine rasche Behandlung im Krankenhaus erforderlich [18].
Bei solchen Zeichen verlangen die Packungsbeilagen von Atorvastatin, Simvastatin und Colchicin, die Einnahme abzubrechen und sich umgehend an die Ärztin oder den Arzt oder an die Notaufnahme eines Krankenhauses zu wenden [2, 4, 16]. Laut IQWiG ist es bei Zeichen einer Rhabdomyolyse unter einem Statin wichtig, die Einnahme zu unterbrechen und umgehend ärztlichen Rat einzuholen [1]. Der Rote-Hand-Brief zu Fluorchinolonen empfiehlt, die Behandlung bei den ersten Anzeichen einer schwerwiegenden Nebenwirkung wie Sehnenentzündung, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Gelenkschmerzen oder Gelenkschwellungen zu beenden und sich ärztlich beraten zu lassen [8]; laut Packungsbeilage von Ciprofloxacin wenden Sie sich dann sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die Behandlung fortsetzen [6]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
Unter Atorvastatin und Simvastatin sollten Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie in Armen oder Beinen ein Schwächegefühl bemerken, das sich nach Phasen der Aktivität verschlimmert, oder bei Doppeltsehen, hängenden Augenlidern, Schluckbeschwerden oder Kurzatmigkeit [2, 4]. Schwere Atemnot sowie Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [22]. Mehr dazu: Atemnot.
Andere Ursachen
Nicht jede Muskelbeschwerde unter einem Medikament kommt vom Medikament; laut IQWiG sind Muskelbeschwerden auch ohne Statine häufig [1]. Auch ein Zerfall von Muskelfasern hat laut gesund.bund.de vielfältige Ursachen, etwa Muskelquetschungen nach einem Unfall, langes Liegen in derselben Position, Extremsport ohne vorheriges Training, Überhitzung, Infektionen sowie Alkohol und Drogen; oft kommen mehrere Faktoren zusammen [18].
- Fibromyalgie: Diese chronische Schmerzerkrankung äußert sich laut IQWiG vor allem durch tiefliegende Muskelschmerzen in verschiedenen Körperregionen, die sich oft wie eine Muskelzerrung oder ein heftiger Muskelkater anfühlen [19]. Um andere Ursachen wie eine rheumatoide Arthritis, eine Schilddrüsenunterfunktion, Muskelerkrankungen oder psychische Ursachen auszuschließen, empfehlen Fachgesellschaften laut IQWiG unter anderem eine körperliche Untersuchung und verschiedene Blutuntersuchungen; außerdem ist es laut IQWiG wichtig, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt alle eingenommenen Medikamente zu überprüfen [19].
- Schilddrüsenunterfunktion: Zu ihren möglichen Beschwerden zählt das IQWiG Muskel- oder Gelenkschmerzen [20]. Eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) nennen die Fachinformationen von Atorvastatin und Simvastatin außerdem als Risikofaktor für eine Rhabdomyolyse [3, 5].
- Vitamin-D-Mangel: Ein Mangel liegt laut IQWiG, das sich auf das Robert Koch-Institut beruft, erst vor, wenn im Blut zu wenig Vitamin D festgestellt wird und gleichzeitig Anzeichen einer Knochenkrankheit bestehen, etwa Knochen-, Gelenk- oder Muskelschmerzen; ein solcher Mangel ist selten [21]. Eine Knochenerweichung (Osteomalazie) macht sich häufig auch durch nachlassende Kraft oder Muskelschmerzen bemerkbar [21].
- Kaliummangel: Erniedrigte Kaliumwerte kommen laut IQWiG meistens daher, dass der Körper zu viel Kalium verliert, zum Beispiel bei schwerem Erbrechen und Durchfall oder bei dauerhafter Einnahme von Abführmitteln [17].
Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Siehe auch Kribbeln, Taubheit und Polyneuropathie.
Quellen
- Wann sind Statine sinnvoll?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.08.2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atorvastatin-ratiopharm® 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Atorvastatin-ratiopharm® 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Simvastatin-ratiopharm® 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Simvastatin-ratiopharm® 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ciprofloxacin-ratiopharm® 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ciprofloxacin-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Systemisch und inhalativ angewendete Chinolon- und Fluorchinolon-Antibiotika, Risiko von die Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen; Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber von Fluorchinolon-Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.04.2019. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Azithromycin-ratiopharm® 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Torasemid-ratiopharm® 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amlodipin-ratiopharm® 5 mg N Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Alendronsäure STADA® 70 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Colchicin-ratiopharm 0,5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Kalium. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Rhabdomyolyse. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 18.10.2021. abgerufen am 12.10.2026
- Fibromyalgie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.04.2022. abgerufen am 12.10.2026
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.04.2024. abgerufen am 12.10.2026
- Vitamin-D-Mangel. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 15.11.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können Muskelschmerzen verursachen?
Muskelbeschwerden nennen zum Beispiel die Produktinformationen von Statinen (Cholesterinsenkern) wie Atorvastatin und Simvastatin. Auch die Produktinformationen von Fluorchinolon-Antibiotika wie Ciprofloxacin, von Kortison wie Prednisolon, von Entwässerungsmitteln wie Torasemid, von Amlodipin und von Alendronsäure nennen Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe oder Muskelschwäche. Laut IQWiG können auch Protonenpumpenhemmer (Magensäureblocker) selten zu Muskelschmerzen führen. Die Tabellen auf dieser Seite zeigen alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation diese Beschwerden nennt.
Wie häufig machen Statine Muskelschmerzen?
Laut IQWiG kommt es sehr selten dazu. In großen Vergleichsstudien über fünf Jahre gaben 95 von 1000 Menschen unter einem Scheinmedikament (Placebo) Muskelbeschwerden an und 101 von 1000 unter einem Statin. Muskelschäden traten in Studien bei etwa 1 von 10.000 Menschen auf, die Statine über 1 Jahr einnahmen. In der Fachinformation von Atorvastatin sind Muskelschmerzen als häufig eingestuft (bis zu 1 von 10 Behandelten). Ob die Beschwerden vom Statin kommen, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Woran erkenne ich eine Rhabdomyolyse?
Typisch sind laut gesund.bund.de Muskelschmerzen, Muskelschwäche und rötlich-brauner Urin; die Schmerzen sind besonders in den rumpfnahen Muskeln zu spüren, etwa in Schultern, Oberschenkeln und im Kreuz. Bei schweren Verläufen können Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl, schneller Puls, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen hinzukommen. Leichtere Formen können unbemerkt bleiben. Bei solchen Zeichen unter einem Medikament holen Sie sofort ärztliche Hilfe.
Soll ich mein Statin absetzen, wenn mir die Muskeln wehtun?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Laut IQWiG ist es nicht sinnvoll, die Behandlung beim ersten Verdacht auf eine Nebenwirkung zu beenden. Besprechen Sie die Beschwerden lieber in der Praxis; möglicherweise kommen ein anderer Wirkstoff oder eine geringere Dosierung infrage. Anders bei Warnzeichen einer Rhabdomyolyse wie Muskelschmerzen oder Muskelschwäche mit rötlich-braunem Urin, Fieber oder Unwohlsein: Dann holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
Können Antibiotika Muskelschmerzen auslösen?
Ja, zum Beispiel Fluorchinolone wie Ciprofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin. In der Packungsbeilage von Ciprofloxacin sind Muskel- und Knochenschmerzen als gelegentlich eingestuft, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe als selten. Ein Rote-Hand-Brief vom 8. April 2019 informierte über sehr seltene, teils lang anhaltende Nebenwirkungen unter anderem an Muskeln, Sehnen und Gelenken. Treten solche Beschwerden auf, wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die Behandlung fortsetzen.
Kann Kortison die Muskeln schwächen?
Ja. Laut Packungsbeilage von Prednisolon treten Muskelerkrankungen, Muskelschwäche und Muskelschwund dosisabhängig auf und sind auch bei nur kurzzeitiger Anwendung möglich. Wird die Dosis nach lang dauernder Behandlung zu rasch verringert, kann es zu Muskel- und Gelenkschmerzen kommen. Ändern Sie die Dosis deshalb nicht selbst, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Können Entwässerungstabletten Muskelkrämpfe oder Muskelschwäche auslösen?
Bei Torasemid nennt die Packungsbeilage Muskelkrämpfe als häufige Nebenwirkung, insbesondere zu Beginn der Behandlung; ebenfalls häufig sind dort Kalium- und Natriummangel. Laut IQWiG können Diuretika dazu führen, dass der Körper über den Urin viel Kalium ausscheidet; ein Kaliummangel kann sich zum Beispiel durch Muskelschwäche bemerkbar machen. Ob Ihre Blutsalze kontrolliert werden sollten, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Können Muskelschmerzen auch andere Ursachen haben?
Ja. Muskelbeschwerden sind laut IQWiG auch ohne Statine häufig. Infrage kommen zum Beispiel eine sportliche Überanstrengung, eine Fibromyalgie, eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Vitamin-D-Mangel mit Knochenerweichung oder ein Kaliummangel nach Erbrechen oder Durchfall. Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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