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Etoricoxib: Nebenwirkungen und Wirkung

Etoricoxib ist ein verschreibungspflichtiges Schmerzmittel aus der Gruppe der COX-2-Hemmer (Coxibe), die zu den NSAR gehören. Es lindert Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose, rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew und Gichtanfall sowie kurzzeitig nach Zahnoperationen. Etoricoxib kann den Blutdruck erhöhen und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall geringfügig steigern; bei Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, geschwollenen Knöcheln oder schwarzem Stuhl beenden Sie die Einnahme und sprechen sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Frau Mitte sechzig sitzt in einem hellen Wohnzimmer auf dem Sofa und massiert sich das Knie, neben ihr auf dem Beistelltisch ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Magenschmerzen (Bauchschmerzen)[1, 2]
  • Häufig: Entzündung und Schmerzen nach einer Zahnentfernung (alveoläre Ostitis)[1, 2]
  • Häufig: Schwellungen der Beine und/oder Füße durch Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme)[1, 2]
  • Häufig: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)[1, 2]
  • Häufig: Erhöhter Blutdruck (Hypertonie)[1, 2]
  • Häufig: Keuchen oder Kurzatmigkeit durch Verengung der Atemwege (Bronchospasmus)[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung, Blähungen (Winde), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Sodbrennen, Durchfall, Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie) und Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Entzündung der Speiseröhre, Geschwüre der Mundschleimhaut[1, 2]
  • Häufig: Veränderte Blutwerte zur Leberfunktion (Anstieg von ALT und AST)[1, 2]
  • Häufig: Blutergüsse (Ekchymose)[1, 2]
  • Häufig: Schwäche und Müdigkeit, grippeartige Erkrankung[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Etoricoxib eingesetzt?

Etoricoxib ist ein verschreibungspflichtiges Schmerz- und Entzündungsmittel. Es lindert Schmerzen und Schwellungen (Entzündungen) in Gelenken und Muskeln bei vier Erkrankungen: Arthrose, rheumatoider Arthritis, Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) und dem akuten Gichtanfall (Gichtarthritis, mehr unter Gicht). Außerdem ist es zur kurzzeitigen Behandlung mäßig starker Schmerzen nach Zahnoperationen zugelassen. Alle Anwendungsgebiete gelten für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren [1, 2].

Bevor die Ärztin oder der Arzt einen COX-2-Hemmer verordnet, wird laut Fachinformation das persönliche Gesamtrisiko berücksichtigt, wie es sich aus den Gegenanzeigen und Warnhinweisen ergibt [2]. Diese betreffen unter anderem Herz und Kreislauf, den Magen-Darm-Trakt, Leber und Nieren; sie stehen weiter unten auf dieser Seite [1, 2].

Wie wirkt Etoricoxib?

Etoricoxib gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und dort zu den selektiven COX-2-Hemmern, auch Coxibe genannt [1, 2]. Es hemmt das Enzym Cyclooxygenase-2 (COX-2). Dieses Enzym bildet Botenstoffe, die Prostaglandine, die nach heutiger Annahme vor allem an Schmerz, Entzündung und Fieber beteiligt sind. Die verwandte Form COX-1 hemmt Etoricoxib im klinischen Dosisbereich nicht. In Studien hemmte es die Bildung von Prostaglandinen im Magen nicht und hatte keinen Einfluss auf die Funktion der Blutplättchen [2]. Ein weiterer Wirkstoff aus derselben Untergruppe ist Celecoxib.

Weil Etoricoxib nicht auf die Blutplättchen wirkt, ersetzt es laut Fachinformation keine Acetylsalicylsäure zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall; eine solche gerinnungshemmende Behandlung wird nicht abgesetzt [2].

Etoricoxib wird nach der Einnahme nahezu vollständig aufgenommen. Nüchtern eingenommen, sind die höchsten Werte im Blut nach ca. einer Stunde erreicht; mit einer fettreichen Mahlzeit dauert es länger, die aufgenommene Menge bleibt aber gleich. Bei täglicher Einnahme stellt sich innerhalb von sieben Tagen ein gleichbleibender Spiegel ein; die Akkumulationshalbwertszeit beträgt ca. 22 Stunden [2]. In einer Studie zu Schmerzen nach Zahnoperationen ließen die Schmerzen im Median 28 Minuten nach der Einnahme spürbar nach; beim akuten Gichtanfall war eine Linderung nach 4 Stunden zu beobachten [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage oder Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [1, 2]. Sehr häufig sind Magenschmerzen. Häufig kommen unter anderem Wassereinlagerungen in Beinen und Füßen, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen, erhöhter Blutdruck, Verdauungsbeschwerden, veränderte Leberwerte und Blutergüsse vor [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation kann Etoricoxib häufiger und mit stärkerem Bluthochdruck verbunden sein als einige andere NSAR und COX-2-Hemmer, insbesondere in hohen Dosen [2]. Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, treten eine Herzleistungsstörung, Angina pectoris, ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder ein starker Blutdruckanstieg (hypertensive Krise) auf [1, 2]. Klinische Studien lassen vermuten, dass die Klasse der COX-2-Hemmer mit einem Risiko für Blutgerinnsel in den Arterien verbunden sein könnte; laut Fachinformation ist es auf Grundlage der vorhandenen Daten unwahrscheinlich, dass die absolute Risikozunahme für Herzinfarkt oder Schlaganfall 1 % pro Jahr übersteigt [2]. Mehr zum Thema lesen Sie unter Blutdruckanstieg und Herzschwäche als Nebenwirkung.

Ohne Häufigkeitsangabe nennt die Fachinformation Nierenschäden, die unter NSAR berichtet wurden und für Etoricoxib nicht ausgeschlossen werden können, darunter eine Entzündung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis) und das nephrotische Syndrom; sie stehen deshalb nicht in der Liste [2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Unter Etoricoxib traten Komplikationen im oberen Magen-Darm-Trakt auf (Durchbrüche, Geschwüre und Blutungen), einige davon tödlich. Ein höheres Risiko haben laut Fachinformation ältere Menschen, Menschen, die zugleich andere NSAR oder Acetylsalicylsäure einnehmen, und Menschen mit Geschwüren oder Magen-Darm-Blutungen in der Vorgeschichte [2]. Heftige oder anhaltende Bauchschmerzen und schwarz gefärbter Stuhl gehören laut Packungsbeilage zu den Warnzeichen, bei denen Sie die Einnahme beenden und sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen [1]. Mehr zu Geschwüren unter Magengeschwür.

Schwerwiegende Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse sind selten (bis zu 1 von 1.000 Behandelten); laut Fachinformation scheint das Risiko zu Beginn der Behandlung am höchsten zu sein, in der Mehrzahl der Fälle traten sie im ersten Behandlungsmonat auf [1, 2]. Mehr dazu unter Schwere Hautreaktionen.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Ende fünfzig sitzt in einer hellen Arztpraxis einer Ärztin gegenüber und beschreibt mit der Hand am Oberbauch seine Beschwerden
Bild: KI-generiert

Blutdruck: Etoricoxib kann bei einigen Personen den Blutdruck erhöhen, insbesondere in hohen Dosen; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kontrolliert ihn deshalb von Zeit zu Zeit [1]. Laut Fachinformation geschieht das in den ersten zwei Wochen nach Behandlungsbeginn und danach regelmäßig; steigt der Blutdruck deutlich an, wird eine andere Behandlung erwogen [2]. Haben Sie bereits Bluthochdruck, sprechen Sie das vor der Einnahme an [1].

Magenschmerzen und Verdauungsbeschwerden: Etoricoxib kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden [1]. Eine Maßnahme gegen Magenbeschwerden nennt die Packungsbeilage nicht. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Beschwerden anhalten; heftige oder anhaltende Bauchschmerzen und schwarzer Stuhl sind Warnzeichen [1]. Allgemeines dazu unter Magenbeschwerden.

Geschwollene Beine und Füße: Wassereinlagerungen sind häufig. Treten Schwellungen an den Knöcheln neu auf oder verschlimmern sie sich, beenden Sie die Einnahme und sprechen sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; dasselbe gilt bei Kurzatmigkeit oder Schmerzen in der Brust [1].

Schwindel und Schläfrigkeit: Fahren Sie dann nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen [1]. Halten Beschwerden an oder belasten sie Sie, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen, auch über nicht verschreibungspflichtige [1]. Mit Blutgerinnungshemmern wie Warfarin kann sich die Gerinnungszeit verlängern; laut Fachinformation wird sie besonders in den ersten Tagen engmaschig kontrolliert [1, 2]. Niedrig dosierte Acetylsalicylsäure zur Vorbeugung von Herzinfarkt oder Schlaganfall darf weiter eingenommen werden, das Risiko für Geschwüre im Magen-Darm-Trakt ist dann aber erhöht; hohe Dosen ASS oder andere NSAR nehmen Sie nicht zusätzlich [1, 2].

Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer (zum Beispiel Ramipril), Sartane und Entwässerungsmittel können schwächer wirken. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann sich die Nierenfunktion unter der Kombination mit ACE-Hemmern oder Sartanen weiter verschlechtern; laut Fachinformation wird sie nur mit Vorsicht angewendet, besonders bei älteren Menschen [1, 2]. Überwacht werden außerdem Lithium, dessen Spiegel steigt, Methotrexat sowie Ciclosporin und Tacrolimus, deren nierenschädigende Wirkung zunehmen kann [1, 2]. Die "Pille" und eine Hormonersatztherapie können zusammen mit Etoricoxib zu höheren Hormonspiegeln führen und damit das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen [1, 2].

Wechselwirkungen von Etoricoxib
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Blutgerinnungshemmer (Antikoagulanzien) wie WarfarinGerinnungszeit (INR) kann sich verlängern[1, 2]Laut Fachinformation engmaschige INR-Kontrolle, besonders in den ersten Tagen und nach Dosisänderung
Acetylsalicylsäure (ASS) und andere NSARHöheres Risiko für Geschwüre im Magen-Darm-Trakt, auch mit niedrig dosierter ASS[1, 2]Niedrig dosierte ASS zur Vorbeugung von Herzinfarkt oder Schlaganfall darf weitergenommen und nicht ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt werden; keine hohen Dosen von ASS oder anderen entzündungshemmenden Mitteln zusätzlich
ACE-Hemmer (z. B. Enalapril, Ramipril) und Angiotensin-II-Antagonisten (z. B. Losartan, Valsartan), Entwässerungsmittel (Diuretika)Wirkung dieser Mittel kann abnehmen; mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-II-Antagonisten kann sich bei eingeschränkter Nierenfunktion (z. B. bei Flüssigkeitsmangel oder im Alter) die Nierenfunktion weiter verschlechtern, auch ein akutes, üblicherweise rückbildungsfähiges Nierenversagen ist möglich[1, 2]Nur mit Vorsicht kombinieren, besonders bei älteren Menschen, und ausreichend trinken; laut Fachinformation soll eine Überwachung der Nierenfunktion nach Beginn und danach in regelmäßigen Abständen erwogen werden
Ciclosporin oder TacrolimusNierenschädigende Wirkung dieser Mittel kann zunehmen[1, 2]Nierenfunktion überwachen
LithiumLithium wird langsamer ausgeschieden, sein Blutspiegel steigt[1, 2]Lithiumspiegel bei Bedarf engmaschig überwachen und Dosis anpassen, auch beim Absetzen von Etoricoxib
MethotrexatMethotrexat-Spiegel kann steigen (in einer Studie mit der höchsten Etoricoxib-Stärke)[1, 2]Auf giftige Wirkungen von Methotrexat überwachen
"Pille" zur Verhütung (Ethinylestradiol) und HormonersatztherapieHöhere Hormonspiegel; dadurch kann das Risiko für deren Nebenwirkungen steigen, z. B. Blutgerinnsel in den Venen bei Risikopatientinnen[1, 2]Bei der Wahl von Verhütung oder Hormontherapie berücksichtigen
Rifampicin (Antibiotikum)Etoricoxib-Spiegel im Blut sinkt um 65 %, die Beschwerden können zurückkehren[1, 2]Höhere Etoricoxib-Dosen als für das Anwendungsgebiet angegeben werden nicht empfohlen
Digoxin (Herzmittel)Höchster Digoxin-Spiegel kann steigen[1, 2]Bei hohem Risiko für eine Digoxin-Vergiftung überwachen
Salbutamol zum Einnehmen (Tabletten oder Suspension) und MinoxidilEtoricoxib hemmt Enzyme (Sulfotransferasen), über die diese Mittel abgebaut werden[1, 2]Mit Vorsicht kombinieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Etoricoxib nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Etoricoxib darf nicht eingenommen werden, wenn Sie bereits eine Herzerkrankung oder einen Schlaganfall hatten, weil es das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall geringfügig erhöhen kann [1]. Dazu gehören eine ärztlich festgestellte Herzleistungsschwäche mäßiger oder schwerer Ausprägung, Angina pectoris, ein früherer Herzinfarkt, eine Bypass-Operation, eine Durchblutungsstörung der Beine oder Füße und ein früherer Schlaganfall oder Mini-Schlaganfall (TIA) [1, 2]. Ebenfalls ausgeschlossen ist ein Bluthochdruck, der durch eine Behandlung nicht ausreichend kontrolliert ist [1, 2].

Weitere Gegenanzeigen sind ein bestehendes Geschwür oder eine Blutung im Magen-Darm-Trakt, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, schwere Leber- oder Nierenerkrankungen und eine Allergie gegen NSAR einschließlich Acetylsalicylsäure [1, 2]. Mit Vorsicht und nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen Sie Etoricoxib unter anderem bei Magen-Darm-Geschwüren in der Vorgeschichte, Flüssigkeitsmangel, Wassereinlagerungen, Diabetes, erhöhten Blutfetten, wenn Sie rauchen und wenn Sie über 65 Jahre alt sind [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Etoricoxib oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Allergie gegen NSAR einschließlich Acetylsalicylsäure oder COX-2-Hemmer; laut Fachinformation, wenn nach diesen Mitteln Verengung der Atemwege (Bronchospasmus), akuter Schnupfen, Schwellungen der Nasenschleimhaut, Angioödem, Nesselsucht oder allergieartige Reaktionen auftraten[1, 2]
  • Bestehendes Geschwür oder bestehende Blutung im Magen-Darm-Trakt[1, 2]
  • Schwere Lebererkrankung[1, 2]
  • Schwere Nierenerkrankung (laut Fachinformation geschätzte Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min)[1, 2]
  • Schwangerschaft, vermutete Schwangerschaft und Stillzeit[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren[1, 2]
  • Entzündliche Darmerkrankung, z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Kolitis[1, 2]
  • Bluthochdruck, der durch eine Behandlung nicht ausreichend kontrolliert ist (laut Fachinformation anhaltend über 140/90 mmHg)[1, 2]
  • Ärztlich festgestellte Herzleistungsschwäche mäßiger oder schwerer Ausprägung (laut Fachinformation NYHA II bis IV), Angina pectoris, früherer Herzinfarkt, Bypass-Operation an den Herzkranzgefäßen oder periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörungen der Beine oder Füße)[1, 2]
  • Früherer Schlaganfall oder schlaganfallähnliches Ereignis (transitorische ischämische Attacke, TIA)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Vor der Verordnung eines selektiven COX-2-Hemmers berücksichtigt die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation das persönliche Gesamtrisiko, wie es sich aus Gegenanzeigen und Warnhinweisen ergibt[2]
  • Frühere oder bestehende Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts mit Blutungen oder Geschwüren; laut Fachinformation gehören auch ältere Menschen und die gleichzeitige Einnahme anderer NSAR oder von Acetylsalicylsäure zu den Risikofaktoren[1, 2]
  • Flüssigkeitsmangel, z. B. durch häufiges Erbrechen oder Durchfall; laut Fachinformation wird empfohlen, den Flüssigkeitsmangel vor Behandlungsbeginn auszugleichen[1, 2]
  • Schwellungen durch Flüssigkeitseinlagerungen[1, 2]
  • Frühere oder bestehende Herzleistungsschwäche oder andere Herzerkrankung; unter allen NSAR einschließlich Etoricoxib kann eine Herzschwäche neu auftreten oder wieder auftreten[1, 2]
  • Früherer oder bestehender Bluthochdruck: Etoricoxib kann bei einigen Personen den Blutdruck erhöhen, insbesondere in hohen Dosen; laut Fachinformation häufiger und stärker als einige andere NSAR und COX-2-Hemmer. Der Blutdruck soll vor Behandlungsbeginn eingestellt sein und wird in den ersten zwei Wochen und danach regelmäßig kontrolliert; steigt er deutlich an, wird eine andere Behandlung erwogen[1, 2]
  • Frühere oder bestehende Leber- oder Nierenerkrankung; laut Fachinformation ist bei bereits deutlich eingeschränkter Nierenfunktion, dekompensierter Herzinsuffizienz oder Leberzirrhose eine Überwachung der Nierenfunktion angeraten[1, 2]
  • Zuckerkrankheit, erhöhte Blutfettwerte oder Rauchen können das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen; laut Fachinformation nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung[1, 2]
  • Herzinfarkt und Schlaganfall: Etoricoxib kann das Risiko geringfügig erhöhen; das Risiko kann mit der Behandlungsdauer steigen, insbesondere bei hohen Dosierungen. Deshalb gilt: die niedrigste Dosis, die zur Schmerzlinderung ausreicht, und nicht länger als erforderlich[1, 2]
  • Laufende Behandlung einer Infektion: Etoricoxib kann Fieber und andere Zeichen einer Entzündung oder Infektion verbergen[1, 2]
  • Frauen, die schwanger werden möchten: Etoricoxib wird nicht empfohlen[1, 2]
  • Alter über 65 Jahre: sorgfältige ärztliche Kontrolle, keine Dosisanpassung erforderlich[1, 2]
  • Laut Fachinformation erhöhten sich bei ca. 1 % der Behandelten in Studien bis zu einem Jahr die Leberwerte ALT und/oder AST auf ca. das 3-Fache des oberen Normwertes oder mehr; bei Zeichen einer Leberinsuffizienz oder anhaltend erhöhten Leberwerten wird Etoricoxib abgesetzt[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: die Tabletten enthalten Lactose, vor der Einnahme ärztlich besprechen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und Embryotox zu Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol macht die Packungsbeilage keine eigene Angabe; fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].

Schwangerschaft

Etoricoxib darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Werden Sie während der Behandlung schwanger, beenden Sie die Einnahme und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation kann Etoricoxib wie andere Prostaglandin-Hemmer im letzten Schwangerschaftsdrittel zu Wehenschwäche und zum vorzeitigen Verschluss eines Blutgefäßes beim Ungeborenen (Ductus arteriosus Botalli) führen. Embryotox rät, Etoricoxib in der Schwangerschaft zu meiden, und nennt Ibuprofen (1. und 2. Schwangerschaftsdrittel) und Paracetamol als besser geeignete Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2, 3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Während der Einnahme dürfen Sie nicht stillen. Ob Etoricoxib beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; bei Ratten geht es in die Milch über. Embryotox rät wegen fehlender Erfahrung, Etoricoxib in der Stillzeit zu meiden. Laut Embryotox ist Ibuprofen wegen der größeren Erfahrung zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2, 3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Schwindel, Drehschwindel und Schläfrigkeit sind möglich. Wenn Sie das bemerken, fahren Sie nicht Auto, benutzen Sie keine Werkzeuge und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Einmal täglich einnehmen, mit oder ohne Nahrung. Ohne Nahrung eingenommen, kann die Wirkung schneller eintreten.[1, 2]

Die niedrigste Dosis wählen, die zur Schmerzlinderung ausreicht, und nicht länger als nötig einnehmen; die Ärztin oder der Arzt bespricht die Behandlung in regelmäßigen Abständen. Keine höhere Dosis als für die Erkrankung empfohlen.[1, 2]

Dosis vergessen: am nächsten Tag wie gewohnt weiter einnehmen, nicht die doppelte Menge nehmen.[1]

Absetzen

Bei den Warnzeichen (Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Knöchelschwellungen, Gelbsucht, heftige Bauchschmerzen, schwarzer Stuhl, allergische Reaktion) die Einnahme beenden und sofort mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen; bei einer Schwangerschaft die Einnahme beenden und mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Laut Fachinformation wird ein Abbruch erwogen, wenn sich die Funktion von Herz, Nieren oder Leber verschlechtert; beim ersten Anzeichen von Hautausschlag, Schleimhautschäden oder anderen Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion soll Etoricoxib abgesetzt werden. Wer zugleich niedrig dosierte Acetylsalicylsäure zur Vorbeugung nimmt, setzt diese nicht ohne ärztliche Rücksprache ab.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen, suchen Sie unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt auf. Laut Fachinformation traten bei berichteten Überdosierungen meist keine unerwünschten Ereignisse auf; die am häufigsten beobachteten entsprachen den bekannten Nebenwirkungen (z. B. Magen-Darm- und Herz-Nieren-Ereignisse); behandelt wird mit den üblichen Maßnahmen und Überwachung. Durch Blutwäsche (Hämodialyse) lässt sich Etoricoxib nicht entfernen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt für jedes Anwendungsgebiet eine empfohlene Dosis, bei Arthrose, rheumatoider Arthritis und Morbus Bechterew zusätzlich eine Höchstdosis, beim Gichtanfall und nach Zahnoperationen eine begrenzte Behandlungsdauer sowie Grenzen bei Lebererkrankungen [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Etoricoxib immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, einmal täglich, mit oder ohne Nahrung [1]. Es ist wichtig, die niedrigste Dosis anzuwenden, die zur Schmerzlinderung ausreicht, und Etoricoxib nicht länger als erforderlich einzunehmen; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bespricht die Behandlung in regelmäßigen Abständen mit Ihnen [1]. Laut Fachinformation werden Notwendigkeit und Ansprechen der Behandlung regelmäßig überprüft, insbesondere bei Arthrose [2]. Haben Sie eine Dosis vergessen, setzen Sie die Einnahme am nächsten Tag wie gewohnt fort und nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Bei einem der Warnzeichen oben und bei einer Schwangerschaft beenden Sie die Einnahme und sprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen, suchen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe; die Telefonnummern stehen unter Notfall und Giftnotruf [1]. Durch Blutwäsche lässt sich Etoricoxib nicht aus dem Körper entfernen [2].

Präparate mit Etoricoxib

Etoricoxib gibt es als Filmtabletten in mehreren Stärken, als Original und von mehreren Generikaherstellern. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Etoricoxib-ratiopharm [1, 2]. Für jedes Präparat gilt seine eigene Packungsbeilage. Andere Wirkstoffe der Gruppe sind zum Beispiel Celecoxib, Diclofenac und Ibuprofen.

Präparate mit Etoricoxib
PräparatAnbieterHinweis
ArcoxiaOrganon Healthcare GmbHFilmtabletten; verschreibungspflichtig
Etoricox-AbZAbZ-Pharma GmbHFilmtabletten mit 30, 60, 90 oder 120 mg; verschreibungspflichtig
Etoricoxib-ratiopharmratiopharm GmbHFilmtabletten mit 30, 60, 90 oder 120 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Etoricoxib-ratiopharm 30 mg/60 mg/90 mg/120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Etoricoxib-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2021. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Etoricoxib. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Etoricoxib. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür nimmt man Etoricoxib?

Etoricoxib lindert Schmerzen und Schwellungen in Gelenken und Muskeln bei Arthrose, rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew und beim akuten Gichtanfall. Außerdem ist es zur kurzzeitigen Behandlung mäßig starker Schmerzen nach Zahnoperationen zugelassen. Es darf erst ab 16 Jahren eingenommen werden.

Erhöht Etoricoxib den Blutdruck?

Ja. Erhöhter Blutdruck ist eine häufige Nebenwirkung (bis zu 1 von 10 Behandelten), vor allem in hohen Dosen. Laut Fachinformation kann Etoricoxib häufiger und stärker mit Bluthochdruck verbunden sein als einige andere NSAR und COX-2-Hemmer. Deshalb soll der Blutdruck vor Behandlungsbeginn eingestellt sein und wird in den ersten zwei Wochen und danach regelmäßig kontrolliert.

Ist Etoricoxib schädlich für das Herz?

Etoricoxib kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall geringfügig erhöhen; das Risiko kann mit der Behandlungsdauer steigen, insbesondere bei hohen Dosierungen. Wer eine Herzschwäche mäßiger oder schwerer Ausprägung, Angina pectoris, einen Herzinfarkt, eine Bypass-Operation, eine Durchblutungsstörung der Beine oder einen Schlaganfall hatte, darf es nicht einnehmen. Bei Kurzatmigkeit, Brustschmerzen oder Knöchelschwellungen, die neu auftreten oder sich verschlimmern, beenden Sie die Einnahme und sprechen sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie schnell wirkt Etoricoxib?

In einer Studie zu Schmerzen nach Zahnoperationen ließen die Schmerzen im Median 28 Minuten nach der Einnahme spürbar nach. Beim akuten Gichtanfall war eine Schmerzlinderung bereits 4 Stunden nach Behandlungsbeginn zu beobachten, bei Arthrose und Morbus Bechterew ab dem zweiten Behandlungstag. Ohne Nahrung eingenommen, kann die Wirkung schneller eintreten.

Wie hoch ist die Dosis von Etoricoxib?

Die Dosis hängt von der Erkrankung ab und wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt festgelegt; es gibt dafür verschiedene Tablettenstärken. Welche Angaben die Packungsbeilage macht, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite. Nehmen Sie keine höhere Dosis ein, als für Ihre Erkrankung empfohlen wird.

Darf ich Etoricoxib zusammen mit ASS nehmen?

Niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) zur Vorbeugung von Herzinfarkt oder Schlaganfall darf zusammen mit Etoricoxib eingenommen werden; setzen Sie sie nicht ohne ärztliche Rücksprache ab. Das Risiko für Geschwüre im Magen-Darm-Trakt ist bei der Kombination jedoch erhöht. Hohe Dosen von ASS oder andere entzündungshemmende Schmerzmittel sollen Sie während der Behandlung nicht zusätzlich nehmen.

Darf ich Etoricoxib in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Nein. Etoricoxib darf in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, und während der Einnahme dürfen Sie nicht stillen. Werden Sie während der Behandlung schwanger, beenden Sie die Einnahme und sprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für Frauen, die schwanger werden möchten, wird Etoricoxib nicht empfohlen.

Macht Etoricoxib müde oder schwindelig?

Schwäche und Müdigkeit sowie Schwindelgefühl sind häufige Nebenwirkungen (bis zu 1 von 10 Behandelten); Schläfrigkeit und Drehschwindel kommen gelegentlich vor (bis zu 1 von 100). Wenn Sie Schwindel oder Schläfrigkeit bemerken, fahren Sie nicht Auto, benutzen Sie keine Werkzeuge und bedienen Sie keine Maschinen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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