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Tinnitus und Hörstörungen durch Medikamente
Ohrgeräusche (Tinnitus) sind laut IQWiG vereinzelt eine seltene Nebenwirkung von Medikamenten, etwa von bestimmten Antibiotika, Krebs- oder Malariamitteln. Auch Acetylsalicylsäure (ASS) in sehr hoher Dosierung kann sie auslösen. Die Produktinformationen nennen Ohrgeräusche oder Hörstörungen außerdem zum Beispiel bei Naproxen, Schleifendiuretika wie Furosemid, Antidepressiva wie Sertralin, Venlafaxin und Duloxetin, Valproinsäure, Tadalafil und Chinin. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber. Ein plötzlicher Hörverlust gehört ärztlich abgeklärt, unter Tadalafil laut Packungsbeilage sofort. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Ohrgeräusche (Tinnitus) und Hörstörungen können eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sind sie vereinzelt eine seltene Nebenwirkung von Medikamenten wie bestimmten Antibiotika, Krebs- oder Malariamitteln; auch Acetylsalicylsäure (ASS) in sehr hoher Dosierung kann Ohrgeräusche auslösen [18]. Das Geräusch kann laut IQWiG ein Klingeln, Pfeifen, Summen, Brummen, Rauschen, Klicken oder Klopfen sein; es kann in einem oder beiden Ohren zu hören sein, dauerhaft da sein oder kommen und gehen [18]. Ein Tinnitus kann mit einem Hörverlust einhergehen, muss es aber nicht [18].
Welche Medikamente Tinnitus auslösen können
Die Beispiele stammen aus Packungsbeilagen und Fachinformationen. Jede Häufigkeit gilt für den genannten Wirkstoff.
- Schmerz- und Rheumamittel: Bei Acetylsalicylsäure sind Kopfschmerzen, Schwindel, Hörverlust und Ohrgeräusche laut Packungsbeilage gewöhnlich Zeichen einer Überdosierung [1]. Laut Fachinformation weisen Ohrensausen, Hörverlust, Kopfschmerzen und Schwindel auf eine mäßige Vergiftung hin [2]. Unter den NSAR stuft die Packungsbeilage von Naproxen Hörstörungen und Ohrgeräusche als häufig ein (bei bis zu 1 von 10 Behandelten) [3]. Bei Ibuprofen nennt die Packungsbeilage Ohrgeräusche und Hörverluste als selten (bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten) [22]. Bei Diclofenac sind Ohrgeräusche und Hörstörungen laut Packungsbeilage sehr selten; Ohrgeräusche nennt sie außerdem unter den möglichen Symptomen einer Überdosierung [23].
- Schleifendiuretika (Wassertabletten): Bei Furosemid sind Hörstörungen laut Fachinformation gelegentlich, meist umkehrbar, besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion, wenig Eiweiß im Blut (zum Beispiel beim nephrotischen Syndrom) und/oder zu schneller Injektion in die Vene; eine Taubheit kann manchmal bleiben [5]. Ohrgeräusche sind selten [4]. Bei Torasemid nennt die Packungsbeilage Ohrgeräusche und Hörverlust als sehr selten [6]. Mehr dazu: Diuretika.
- Antibiotika: Aminoglykoside wie Kanamycin, Gentamicin oder Tobramycin nennen die Produktinformationen von Furosemid und Torasemid bei den Wechselwirkungen: Die Wassertabletten können deren gehörschädigende Wirkung (Ototoxizität) verstärken [5, 6]. Unter den Makroliden nennt die Fachinformation von Erythromycin Ohrgeräusche und meist vorübergehende Hörverluste bzw. Taubheit als sehr selten [9]. Bei Clarithromycin sind Hörstörungen und Ohrgeräusche gelegentlich, Taubheit mit nicht bekannter Häufigkeit [10]. Die Packungsbeilage von Azithromycin nennt Taubheit, vermindertes Hörvermögen oder Ohrensausen [11]. Bei dem Fluorchinolon Ciprofloxacin sind Ohrgeräusche oder ein Hörverlust laut Packungsbeilage selten [24]. Fluorchinolone wurden laut derselben Packungsbeilage mit sehr seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht, die teils über Monate oder Jahre anhalten oder bleiben können, darunter eine Beeinträchtigung des Hörvermögens [24].
- Chinin: Das Mittel gegen nächtliche Wadenkrämpfe kann laut Packungsbeilage sehr selten Beschwerden des sogenannten Cinchonismus verursachen, etwa Ohrgeräusche, Hörstörungen und Schwindel [17]. Bei bestehenden Ohrgeräuschen darf Chinin laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden [17].
- Antidepressiva: In den Packungsbeilagen von Sertralin, Venlafaxin und Duloxetin sind Ohrgeräusche als häufig eingestuft [12, 13, 14]. Bei Venlafaxin können Ohrgeräusche laut Packungsbeilage auch zu den Beschwerden beim Absetzen gehören [13].
- Antiepileptika: Bei Valproinsäure nennt die Packungsbeilage Gehörprobleme und Taubheit sowie Klingeln in den Ohren als häufig [15]. Laut Fachinformation wurde über umkehrbare und nicht umkehrbare Fälle von Hörverlust berichtet; ein ursächlicher Zusammenhang wurde jedoch nicht nachgewiesen [16]. Bei Topiramat steht ein klingelndes Geräusch in den Ohren unter den häufigen Nebenwirkungen [25].
- PDE-5-Hemmer: Bei Tadalafil sind Ohrgeräusche laut Packungsbeilage gelegentlich, eine plötzliche Schwerhörigkeit oder Taubheit selten [7]. Bei einigen Behandelten wurde eine plötzliche Verschlechterung oder ein Verlust des Hörvermögens bemerkt; ob das ursächlich mit Tadalafil zusammenhängt, ist laut Packungsbeilage nicht bekannt [7]. Laut Fachinformation lagen teilweise andere Risikofaktoren vor, etwa Alter, Diabetes, Bluthochdruck oder ein früherer Hörverlust [8]. Mehr dazu: Prostata-, Blasen- und Potenzmittel.
Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Ohrgeräusche oder Hörstörungen nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Bupropion | Häufig | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Citalopram | Häufig | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Duloxetin | Häufig | Ohrgeräusche ohne tatsächlich vorhandenes Geräusch (Tinnitus); auch nach dem Absetzen berichtet |
| Lacosamid | Häufig | Drehschwindel (Vertigo); Ohrgeräusche wie Summen, Klingeln oder Pfeifen (Tinnitus) |
| Naproxen | Häufig | Hörstörungen, Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Piroxicam | Häufig | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Rituximab | Häufig | Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: Ohrgeräusche (Tinnitus), Ohrenschmerzen · Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: Gehörverlust, Verlust anderer Sinne |
| Sertralin | Häufig | Klingeln in den Ohren (Tinnitus) |
| Tacrolimus | Häufig | Ohrensausen (Tinnitus) · Vermindertes Hörvermögen · Taubheit · Eingeschränktes Hörvermögen |
| Topiramat | Häufig | Drehschwindel (Vertigo), klingelndes Geräusch in den Ohren und Ohrenschmerz |
| Valproinsäure | Häufig | Hörprobleme und Taubheit; laut Fachinformation wurde über umkehrbaren und nicht umkehrbaren Hörverlust berichtet, ein ursächlicher Zusammenhang wurde nicht nachgewiesen · Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Venlafaxin | Häufig | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Acetylcystein | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Adalimumab | Gelegentlich | Hörverlust, Ohrensausen |
| Agomelatin | Gelegentlich | Ohrensausen (Tinnitus) |
| Amitriptylin | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Amlodipin | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Atorvastatin | Gelegentlich | Ohrgeräusche und/oder Geräusche im Kopf (Tinnitus) · Hörverlust |
| Cefpodoxim | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Celecoxib | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus), verminderte Hörleistung (Häufigkeit der Hörminderung aus Langzeitstudien zur Verhütung von Darmpolypen) |
| Clarithromycin | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) und Hörstörungen · Hörverlust (Taubheit) |
| Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim) | Gelegentlich | Ohrensausen (Tinnitus) |
| Dienogest | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Doxazosin | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Doxepin | Gelegentlich | Missempfindungen wie Kribbeln, Hitze- und Kälteempfindungen, Ohrensausen, vermehrte Träume |
| Enalapril | Gelegentlich | Muskelkrämpfe, Hitzewallungen (Flush), Ohrgeräusche (Tinnitus), allgemeines Unwohlsein, erhöhte Temperatur (Fieber) |
| Escitalopram | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Etoricoxib | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus), Drehschwindel (Vertigo) |
| Febuxostat | Gelegentlich | Ohrenklingeln (Tinnitus) |
| Fluoxetin | Gelegentlich | Ohrenklingen (Tinnitus) |
| Furosemid | Gelegentlich | Hörstörungen, meist wieder heilbar, besonders bei Nierenfunktionsstörung oder zu wenig Eiweiß im Blut (z. B. beim nephrotischen Syndrom) und/oder bei zu schnellem Spritzen in die Vene; Taubheit (manchmal bleibend) ·… |
| Hydroxychloroquin | Gelegentlich | Hörstörungen wie Ohrgeräusche (Tinnitus), Drehschwindel (Vertigo) · Taubheit |
| Moxonidin | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Nitrendipin | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Oxycodon | Gelegentlich | Abnorm gesteigertes Hörempfinden (Hyperakusis) und Hörstörungen |
| Paliperidon | Gelegentlich | Drehschwindel (Vertigo), Ohrgeräusche, Ohrenschmerzen |
| Ranolazin | Gelegentlich | Drehschwindel (Vertigo), Klingeln in den Ohren (Tinnitus) · Eingeschränktes Hörvermögen |
| Risperidon | Gelegentlich | Drehschwindel (Vertigo), Ohrgeräusche, Ohrenschmerzen |
| Sildenafil | Gelegentlich | Drehschwindel (Vertigo), Ohrensausen (Tinnitus) · Plötzliche Schwerhörigkeit oder Taubheit |
| Sulfasalazin | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Tadalafil | Gelegentlich | Ohrgeräusche (Tinnitus) · Plötzliche Schwerhörigkeit oder Taubheit (Hörsturz) |
| Terbinafin | Gelegentlich | Klingelndes oder summendes Ohrgeräusch (Tinnitus) · Beeinträchtigtes Hörvermögen, Hörverlust, Taubheitsgefühl |
| Trastuzumab | Gelegentlich | Taubheit (Hörverlust) |
| Bisoprolol | Selten | Hörstörung |
| Brinzolamid | Selten | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Ciprofloxacin | Selten | Ohrgeräusche (Tinnitus), Hörverlust oder vermindertes Hörvermögen |
| Dienogest/Ethinylestradiol | Selten | Plötzlicher Hörsturz, Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel, Beeinträchtigung des Hörvermögens |
| Doxycyclin | Selten | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Flecainid | Selten | Klingeln in den Ohren (Tinnitus) und Drehschwindel (Vertigo) |
| Ibuprofen | Selten | Ohrgeräusche (Tinnitus), Hörverlust |
| Itraconazol | Selten | Vorübergehender oder dauerhafter Hörverlust, Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Levofloxacin | Selten | Ohrgeräusche (Tinnitus) · Verminderung oder Verlust des Gehörs |
| Moxifloxacin | Selten | Ohrgeräusche (Tinnitus), Beeinträchtigung des Hörvermögens einschließlich Taubheit (üblicherweise reversibel) |
| Ramipril | Selten | Hörstörungen oder Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Verapamil | Selten | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Carbamazepin | Sehr selten | Hörstörungen wie Ohrensausen (Tinnitus), übersteigertes oder vermindertes Hörempfinden und veränderte Wahrnehmung von Tonhöhen |
| Chinin | Sehr selten | Beschwerden des sogenannten Cinchonismus wie Ohrgeräusche, Hörstörungen und Schwindel |
| Diclofenac | Sehr selten | Ohrgeräusche (Tinnitus), Hörstörungen |
| Erythromycin | Sehr selten | Ohrgeräusche (Tinnitus) und meist vorübergehende Hörverluste bzw. Taubheit; sie hängen von der Konzentration ab und treten eher bei stark eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion, bei hoher Dosierung oder… |
| Isotretinoin | Sehr selten | Verschlechterung des Hörens |
| Metoprolol | Sehr selten | Ohrgeräusche (Tinnitus), Hörstörungen |
| Torasemid | Sehr selten | Ohrgeräusche (Tinnitus), Hörverlust |
| Acetylsalicylsäure | Nicht bekannt | Als Schmerzmittel (500 mg): Kopfschmerzen, Schwindel, Hörverlust, Ohrgeräusche (Tinnitus), gewöhnlich Zeichen einer Überdosierung |
| Acetylsalicylsäure/Paracetamol/Coffein | Nicht bekannt | Gestörtes Hörvermögen, Ohrensausen (Tinnitus) |
| Azithromycin | Nicht bekannt | Taubheit, vermindertes Hörvermögen oder Ohrensausen (Tinnitus) |
| Ciclosporin | Nicht bekannt | Eingeschränktes Hörvermögen (laut Fachinformation bei hohen Ciclosporin-Konzentrationen berichtet) |
| Doxylamin | Nicht bekannt | Ohrensausen (Tinnitus) |
| Gabapentin | Nicht bekannt | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Irbesartan | Nicht bekannt | Ohrenklingen (Tinnitus) |
| Losartan | Nicht bekannt | Klingeln, Summen, Dröhnen oder Klicken in den Ohren (Tinnitus) |
| Metronidazol | Nicht bekannt | Schwerhörigkeit oder Hörverlust, Ohrenklingeln oder -sausen (Tinnitus) |
| Paroxetin | Nicht bekannt | Ohrgeräusche wie Summen, Zischen, Pfeifen oder Klingeln (Tinnitus) |
| Roxithromycin | Nicht bekannt | Vorübergehende Taubheit, Schwerhörigkeit, Drehschwindel (Vertigo), Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Timolol | Nicht bekannt | Ohrgeräusche (Tinnitus) |
| Trimipramin | Nicht bekannt | Ohrensausen (Tinnitus) |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (75 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Ohrgeräusche als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (2 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Leuprorelin | Bei Männern mit Prostatakrebs: erhöhter Druck im Schädelinneren ohne erkennbare Ursache (idiopathische intrakranielle Hypertonie) mit Kopfschmerzen, Doppeltsehen und anderen Sehproblemen sowie Klingeln oder Summen in den Ohren | Nicht bekannt |
| Leuprorelin | Bei Kindern mit vorzeitiger Pubertät: Krampfanfälle; erhöhter Druck im Schädelinneren (idiopathische intrakranielle Hypertonie) mit Kopfschmerzen, Doppeltsehen und anderen Sehproblemen sowie Ohrgeräuschen | Nicht bekannt |
| Leuprorelin | Bei Frauen (Enantone-Gyn): Krampfanfälle; erhöhter Druck im Schädelinneren (idiopathische intrakranielle Hypertonie) mit Kopfschmerzen, Doppeltsehen und anderen Sehproblemen sowie Ohrgeräuschen | Nicht bekannt |
| Mesalazin | Erhöhter Druck im Schädel ohne erkennbare Ursache (idiopathische intrakranielle Hypertonie) mit starken oder wiederkehrenden Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Klingeln oder Summen in den Ohren | Nicht bekannt |
Nicht jede Zeile nennt Ohrgeräusche; manche betreffen das Hörvermögen. Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Woran Sie Tinnitus durch ein Medikament erkennen
Ein Hinweis ist der zeitliche Zusammenhang mit der Einnahme. Laut IQWiG fragt die Ärztin oder der Arzt bei Ohrgeräuschen auch, welche Medikamente in welcher Dosis eingenommen werden, da einige von ihnen Ohrgeräusche auslösen können, zum Beispiel ASS in sehr hoher Dosierung [18]. Bei manchen Wirkstoffen hängen die Beschwerden von der Menge ab: Bei ASS sind sie gewöhnlich Zeichen einer Überdosierung [1, 2]. Bei Erythromycin sind Hörstörungen laut Fachinformation konzentrationsabhängig und treten eher bei stark eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, bei hoher Dosierung oder bei Überdosierung auf [9].
Auch beim Absetzen können Ohrgeräusche auftreten: Die Packungsbeilage von Venlafaxin nennt sie unter den möglichen Beschwerden, wenn die Behandlung beendet wird [13]. Mehr dazu: Abhängigkeit und Absetzerscheinungen. Ob ein Medikament Ohrgeräusche oder Hörstörungen auslösen kann, lesen Sie in Abschnitt 4 der Packungsbeilage nach, zum Beispiel unter "Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths" (Naproxen) oder in der Liste nach Häufigkeit (Valproinsäure) [3, 15].
Wie die Ärztin oder der Arzt Ohrgeräusche abklärt, beschreibt das IQWiG: Gefragt wird, wie sich die Geräusche anhören, wann sie auftreten und ob es weitere Beschwerden wie Ohrenschmerzen oder ein Druckgefühl im Ohr gibt; meist folgen eine Untersuchung des Gehörgangs und Hörtests [18]. Ist der Tinnitus nur auf einer Seite zu hören und kommen Beschwerden wie Ohrenschmerzen hinzu, weist das auf eine bestimmte, meist behandelbare Ursache hin [18]. Halten die Ohrgeräusche länger als drei Monate an, spricht man von einem chronischen Tinnitus [18]. Ein chronischer Tinnitus kann laut IQWiG die Lebensqualität einschränken und zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen führen; bei manchen Menschen wird das Gehör zudem empfindlicher, sodass laute Umgebungen unangenehm sind (Hyperakusis) [18]. Mehr dazu: Schlafstörungen durch Medikamente.
Warum Medikamente Tinnitus auslösen können
Die Produktinformationen der hier genannten Mittel beschreiben, wovon das Risiko abhängt. Menge und Konzentration: Bei ASS weisen Ohrensausen und Hörverlust laut Fachinformation auf eine Überdosierung hin und lassen sich durch Senken der Dosierung beherrschen [2]. Bei Erythromycin sind die Hörstörungen konzentrationsabhängig [9].
Nierenfunktion und Art der Anwendung: Bei Furosemid treten Hörstörungen laut Fachinformation besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion, bei wenig Eiweiß im Blut und bei zu schneller Injektion in die Vene auf [5]. Bei Erythromycin sind Menschen mit stark eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion eher betroffen [9].
Mehrere gehörschädigende Mittel zusammen: Furosemid kann laut Fachinformation die gehörschädigende Wirkung von Aminoglykosiden wie Kanamycin, Gentamicin und Tobramycin und anderen gehörschädigenden Arzneimitteln verstärken; auftretende Hörstörungen können bleiben, deshalb sollte die gleichzeitige Anwendung vermieden werden [5]. Auch Torasemid kann laut Packungsbeilage, insbesondere bei hoher Dosierung, die gehörschädigende Wirkung von Aminoglykosiden und von Cisplatin, einem Krebsmittel, verstärken [6]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sprechen Sie Ohrgeräusche oder ein schlechteres Hören unter einem Medikament in der Praxis an und nennen Sie alle Mittel, auch rezeptfreie. Beim Absetzen mancher Antidepressiva können eigene Beschwerden auftreten, bei Venlafaxin laut Packungsbeilage auch Ohrgeräusche [13]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.
Wenn die Packungsbeilage das Absetzen verlangt. Bei manchen Mitteln regelt die Packungsbeilage ausdrücklich, was bei Ohrgeräuschen zu tun ist. Bei Chinin sollen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage beenden und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, wenn Ohrgeräusche, Hör- oder Sehstörungen auftreten [17]. Wer zu viel ASS eingenommen hat und Ohrgeräusche, ein Gefühl von Hörverlust, Kopfschmerzen oder Schwindel bemerkt, soll laut Packungsbeilage die Behandlung beenden und sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt wenden [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Wie viel ASS Sie höchstens einnehmen dürfen, steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats. Mehr im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
Kombinationen ansprechen. Nehmen Sie Wassertabletten wie Furosemid oder Torasemid und sollen ein Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside oder ein Krebsmittel wie Cisplatin erhalten, weisen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf hin; laut Fachinformation von Furosemid sollte die gleichzeitige Anwendung gehörschädigender Mittel vermieden werden [5, 6]. Den Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.
Das Gehör schützen. Laut IQWiG ist es für jeden Menschen wichtig, sich vor zu lauten Geräuschen zu schützen, etwa indem man Orte mit hohem Lärmpegel meidet oder Gehörschutzstöpsel verwendet; das verringert das Risiko, einen Tinnitus zu bekommen oder dass ein bestehender Tinnitus chronisch wird [18].
Mittel gegen Ohrgeräusche: Nutzen nicht belegt. Gegen Ohrgeräusche werden laut IQWiG zahlreiche Mittel angeboten, zum Beispiel pflanzliche Präparate, Nahrungsergänzungsmittel und verschiedene Medikamente wie Kortison oder Carbamazepin; für keine dieser Behandlungen ist nachgewiesen, dass sie hilft, einige sind aber mit Nebenwirkungen verbunden [18]. Laut IQWiG gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass Medikamente gegen einen chronischen Tinnitus wirken [20].
Bei Fluorchinolonen. Bemerken Sie unter Ciprofloxacin Beeinträchtigungen des Hörvermögens oder andere der dort genannten schwerwiegenden Nebenwirkungen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie mit der Behandlung fortfahren; gemeinsam wird entschieden, ob die Behandlung fortgesetzt wird [24].
Vorsicht im Straßenverkehr. Nach Anwendung von Azithromycin wurde laut Packungsbeilage unter anderem über Probleme mit dem Seh- und Hörvermögen berichtet, die die Verkehrstüchtigkeit beeinflussen können [11]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die dort nicht angegeben sind; Sie können sie außerdem direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [17]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Ein plötzlicher Hörverlust gehört ärztlich abgeklärt. Die Packungsbeilage von Tadalafil verlangt, bei einer plötzlichen Verschlechterung oder einem Verlust des Hörvermögens die Behandlung abzubrechen und sofort eine Ärztin oder einen Arzt zu kontaktieren; auch die Fachinformation sieht vor, dann sofort ärztlichen Rat einzuholen [7, 8]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Bei einem Hörsturz ist laut IQWiG meist nur ein Ohr betroffen; Ohrgeräusche, Schwindel, ein Druck- oder Wattegefühl im Ohr können hinzukommen [19]. Eine rasche Behandlung innerhalb von 1 bis 2 Tagen wird laut IQWiG empfohlen, wenn der Hörverlust stark oder belastend ist, wenn bereits eine andere Erkrankung der Ohren besteht oder wenn Schwindel hinzukommt; bei sehr starkem Schwindel ist es ratsam, noch am selben Tag eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen [19].
Nach zu viel ASS können zu den Ohrgeräuschen schwere Vergiftungszeichen hinzukommen; laut Fachinformation gehören dazu unter anderem Fieber, beschleunigte Atmung, Koma, Kreislaufversagen und eine schwere Unterzuckerung [2]. Vergiftungen, Bewusstlosigkeit und schwere Atemnot sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [21]. Bei Chinin nennt die Packungsbeilage neben Ohrgeräuschen und Hörstörungen weitere Warnzeichen, bei denen Sie die Einnahme beenden und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren sollen, etwa Haut- oder Schleimhauteinblutungen, Hautausschlag, Sehstörungen und Zeichen von Herzrhythmusstörungen wie Herzstolpern, Schwindel oder Ohnmacht [17].
Andere Ursachen
Nicht jedes Ohrgeräusch unter einem Medikament kommt vom Medikament. Sehr oft ist ein Tinnitus laut IQWiG die Folge von Lärm, der die Sinneszellen der Hörschnecke im Innenohr geschädigt hat; auch eine kurze extreme Lautstärke wie ein Knall kann dazu führen [18]. Andere mögliche Ursachen sind ein mit Ohrenschmalz verstopfter Gehörgang, eine chronische Mittelohrentzündung, ein geplatztes Trommelfell, die Knochenerkrankung Otosklerose, die Menière-Krankheit sowie Probleme mit den Kiefermuskeln oder dem Kiefergelenk [18]. Nimmt das Geräusch im Rhythmus des Herzschlags zu und ab, kann zum Beispiel ein hoher Blutdruck die Ursache sein [18]. Mehr dazu: Bluthochdruck. Bei vielen Menschen lässt sich keine Ursache finden; Fachleute sprechen dann von einem primären oder idiopathischen Tinnitus [18].
Zwischen 5 und 15 Prozent aller Erwachsenen erleben laut IQWiG irgendwann einen länger anhaltenden Tinnitus, am häufigsten ab dem 50. Lebensjahr [18]. Ein plötzlicher Hörverlust kann auf einen Hörsturz zurückgehen, dessen Ursache bisher unklar ist; seltener stecken andere Erkrankungen wie die Menière-Krankheit oder ein gutartiger Tumor am Hörnerv dahinter [19]. Mehr zu Ohrgeräuschen allgemein: Tinnitus. Schwindel unter Medikamenten behandelt die Seite Schwindel durch Medikamente.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation ASS-ratiopharm® 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation ASS-ratiopharm® 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Furosemid-ratiopharm® 40 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Furosemid-ratiopharm® 40 mg / 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Torasemid-ratiopharm® 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tadalafil-ratiopharm® 5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Tadalafil-ratiopharm® 5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation InfectoMycin 200 Saft / 400 Saft / 600 Saft (Erythromycin). INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Clarithromycin STADA® 250 mg/500 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Azithromycin-ratiopharm® 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Venlafaxin-ratiopharm® 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Duloxetin-ratiopharm® 30 mg, 60 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm® chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Valproat-ratiopharm® chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Limptar® N 200 mg Filmtabletten (Chininsulfat), auf der Produktseite des Herstellers. Cassella-med GmbH & Co. KG. Stand 12/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Ohrgeräusche (Tinnitus). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 30.11.2022. abgerufen am 12.10.2026
- Hörsturz. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 26.07.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Was hilft bei chronischem Tinnitus und was nicht?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 30.11.2022. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm® 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclofenac-ratiopharm® 50 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ciprofloxacin-ratiopharm® 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Topiramat-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können Tinnitus auslösen?
Laut IQWiG können Ohrgeräusche vereinzelt eine seltene Nebenwirkung von Medikamenten wie bestimmten Antibiotika, Krebs- oder Malariamitteln sein. Auch ASS in sehr hoher Dosierung kann sie auslösen. Die Produktinformationen nennen Ohrgeräusche zum Beispiel bei Naproxen, Furosemid, Antidepressiva wie Sertralin, Venlafaxin oder Duloxetin, Valproinsäure, Tadalafil, Makrolid-Antibiotika wie Clarithromycin und Chinin. Welche Wirkstoffe mit Steckbrief Ohrgeräusche oder Hörstörungen nennen, zeigt die Tabelle auf dieser Seite. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Kann Aspirin Tinnitus verursachen?
Ja. Laut Packungsbeilage und Fachinformation von ASS 500 mg sind Ohrgeräusche, ein Gefühl von Hörverlust, Kopfschmerzen und Schwindel typische Zeichen einer Überdosierung. Wer zu viel eingenommen hat, soll laut Packungsbeilage die Behandlung beenden und sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt wenden. Wie viel Sie höchstens einnehmen dürfen, steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats.
Geht ein Tinnitus durch Medikamente wieder weg?
Das lässt sich nicht allgemein sagen. Laut IQWiG kann ein Tinnitus verschwinden, wenn die Ursache bekannt und behandelbar ist; bei unklarem Auslöser kann er aber auch bestehen bleiben. Bei Erythromycin sind Hörverluste laut Fachinformation meist vorübergehend; bei Furosemid sind Hörstörungen meist umkehrbar, eine Taubheit kann aber manchmal bleiben. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Ohrgeräusche unter einem Medikament auftreten.
Was tun bei plötzlichem Hörverlust unter einem Medikament?
Lassen Sie ihn ärztlich abklären. Die Packungsbeilage von Tadalafil verlangt, bei plötzlicher Verschlechterung oder Verlust des Hörvermögens die Behandlung abzubrechen und sofort eine Ärztin oder einen Arzt zu kontaktieren; holen Sie dann in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Bei einem starken oder belastenden Hörverlust oder zusätzlichem Schwindel wird laut IQWiG eine rasche Behandlung innerhalb von 1 bis 2 Tagen empfohlen, bei sehr starkem Schwindel ein Arztbesuch noch am selben Tag.
Können Antidepressiva Ohrgeräusche verursachen?
Ja. In den Packungsbeilagen von Sertralin, Venlafaxin und Duloxetin sind Ohrgeräusche als häufig eingestuft (bei bis zu 1 von 10 Behandelten). Bei Venlafaxin nennt die Packungsbeilage Ohrgeräusche auch unter den Beschwerden, die beim Absetzen auftreten können. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Welche Wassertabletten können das Gehör schädigen?
Die Fachinformation von Furosemid nennt Hörstörungen als gelegentlich, meist umkehrbar, besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion, wenig Eiweiß im Blut oder zu schnellem Spritzen in die Vene, sowie eine manchmal bleibende Taubheit. Zusammen mit Aminoglykosid-Antibiotika wie Gentamicin kann Furosemid deren gehörschädigende Wirkung verstärken; auch Torasemid kann das, insbesondere bei hoher Dosierung. Bei Torasemid stehen Ohrgeräusche und Hörverlust in der Packungsbeilage als sehr selten.
Helfen Mittel gegen Tinnitus?
Laut IQWiG werden gegen Ohrgeräusche zahlreiche Mittel angeboten, etwa pflanzliche Präparate, Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente wie Kortison oder Carbamazepin. Für keines ist nachgewiesen, dass es hilft, und einige haben Nebenwirkungen. Klären Sie Ohrgeräusche unter einem Medikament mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, bevor Sie etwas dagegen einnehmen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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