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Levofloxacin: Nebenwirkungen und Wirkung
Levofloxacin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone, unter anderem gegen Infektionen der Harnwege, der Prostata, der Atemwege und der Haut. Häufig sind Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und erhöhte Leberwerte. Fluorchinolone wurden mit sehr seltenen, aber schwerwiegenden und teils lang anhaltenden Nebenwirkungen an Sehnen, Muskeln, Gelenken, Nerven, Psyche und Sinnesorganen in Verbindung gebracht. Bei Sehnenschmerzen, Kribbeln oder Taubheit beenden Sie die Einnahme und melden sich ärztlich.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Levofloxacin eingesetzt?
Levofloxacin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Chinolone [1, 2]. Laut Packungsbeilage behandelt es Infektionen der Nasennebenhöhlen, der Bronchien und der Lunge bei Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen oder Lungenentzündung, der Harnwege einschließlich Nieren und Harnblase, lange bestehende Infektionen der Prostata sowie Infektionen der Haut und des Unterhautgewebes einschließlich der Muskeln. Unter bestimmten Umständen kann es nach Kontakt mit Milzbranderregern das Risiko einer Erkrankung an Lungenmilzbrand oder einer Verschlechterung der Krankheit verringern [1].
Die Fachinformation wird genauer: Bei Erwachsenen ist Levofloxacin angezeigt bei akuter Nierenbeckenentzündung und komplizierten Harnwegsinfektionen, bei chronischer bakterieller Prostataentzündung und bei Lungenmilzbrand. Bei akuter bakterieller Nasennebenhöhlenentzündung, akuter Verschlimmerung einer COPD einschließlich Bronchitis, ambulant erworbener Lungenentzündung, komplizierten Haut- und Weichteilinfektionen und unkomplizierter Blasenentzündung sollte es nur angewendet werden, wenn andere dafür üblicherweise empfohlene Antibiotika als ungeeignet gelten [2]. Filmtabletten können auch eine Behandlung fortführen, die als Infusion begonnen wurde und unter der sich der Zustand gebessert hat [2]. Kindern und Jugendlichen darf Levofloxacin nicht gegeben werden [1].
Ein Rote-Hand-Brief der Zulassungsinhaber vom 7. Juni 2023, abgestimmt mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), erinnert an die Anwendungsbeschränkungen für systemisch und inhalativ angewendete Fluorchinolone, zu denen Levofloxacin gehört. Sie sollten nicht verschrieben werden für Menschen, die zuvor schwerwiegende Nebenwirkungen mit einem Chinolon- oder Fluorchinolon-Antibiotikum hatten, bei nicht schweren oder von selbst abklingenden Infektionen (z. B. Rachen- und Mandelentzündung oder akuter Bronchitis), bei nichtbakteriellen Infektionen und zur Vorbeugung von Reisedurchfall oder wiederkehrenden Infektionen der unteren Harnwege. Bei leichten bis mittelschweren Infektionen wie unkomplizierter Blasenentzündung oder akuter bakterieller Nasennebenhöhlenentzündung sollten sie nur verschrieben werden, wenn andere dafür üblicherweise empfohlene Antibiotika als ungeeignet gelten [4]. Was Rote-Hand-Briefe sind, erklärt der Ratgeber Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.
Wie wirkt Levofloxacin?
Levofloxacin tötet die Bakterien, die im Körper Infektionen hervorrufen [1]. Es ist ein synthetisches Fluorchinolon, und zwar das S-(-)-Enantiomer von Ofloxacin (eine der beiden spiegelbildlichen Formen). Es wirkt auf den Komplex aus Erbgut und DNS-Gyrase sowie auf die Topoisomerase IV der Bakterien [2]. Zwischen Levofloxacin und anderen Fluorchinolonen wurde eine Kreuzresistenz beobachtet [2].
Nach der Einnahme wird Levofloxacin schnell und fast vollständig aufgenommen (Bioverfügbarkeit etwa 99 bis 100 %). Die höchste Konzentration im Blut ist nach etwa 1 bis 2 Stunden erreicht, die Halbwertszeit beträgt 6 bis 8 Stunden. Mehr als 85 % werden über die Nieren ausgeschieden; deshalb sollte die Dosis bei eingeschränkter Nierenfunktion angepasst werden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt; die Fachinformation ordnet sie bis auf Sehnenrisse ("nicht bekannt" statt "selten") denselben Klassen zu und ergänzt einzelne Begriffe. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Laut Packungsbeilage sind die Nebenwirkungen in der Regel leicht oder mittelschwer und klingen häufig nach kurzer Zeit wieder ab [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Zusätzlich beschreibt die Packungsbeilage sehr seltene Fälle von lang anhaltenden, über Monate oder Jahre andauernden oder dauerhaften Nebenwirkungen unter Chinolon- und Fluorchinolon-Antibiotika, in einigen Fällen unabhängig von bestehenden Risikofaktoren: Sehnenentzündungen und -risse, Gelenk- und Gliederschmerzen, Schwierigkeiten beim Gehen, Kribbeln, Brennen, Taubheit oder Schmerzen (Neuropathie), Ermüdung, eingeschränktes Erinnerungs- und Konzentrationsvermögen, Auswirkungen auf die Psyche wie Schlafstörungen, Angstzustände, Panikattacken, Depression und Selbstmordgedanken sowie Beeinträchtigungen von Hören, Sehen, Schmecken und Riechen. Außerdem wurden bei Menschen, die Fluorchinolone einnahmen, Fälle von Erweiterung und Schwächung oder Einrissen der Wand der Hauptschlagader (Aortenaneurysma, Aortendissektion) berichtet, die reißen und tödlich sein können, sowie Fälle undichter Herzklappen [1]. Mehr dazu auf den Seiten Sehnenschäden, Nervenschäden durch Medikamente und QT-Verlängerung.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheSchlafstörungen (Schlaflosigkeit)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- NervensystemKopfschmerzen, Schwindel (Benommenheit)[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindel
- Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen und Durchfall[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenDurchfall
- Leber und GalleAnstieg mancher Leberwerte im Blut (Leberenzyme ALT/AST, alkalische Phosphatase, GGT)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenVermehrung anderer Bakterien oder Pilze, Infektion durch Candida-Pilze, möglicherweise behandlungsbedürftig; laut Fachinformation auch Erreger-Resistenz[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- Blut und LymphsystemVeränderte Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Eosinophilie), erkennbar in Blutuntersuchungen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- PsycheStressgefühl (Angst), Verwirrtheit, Nervosität[1, 2]Mehr dazu: AngstVerwirrtheitUnruhe und Nervosität
- NervensystemSchläfrigkeit, Zittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitZittern
- NervensystemVeränderte Geschmackswahrnehmung[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- AtemwegeKurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitverlust (Anorexie)[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- Magen und DarmMagenverstimmung oder Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Schmerzen in der Magengegend, Blähungen oder Verstopfung[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und VerdauungsbeschwerdenBauchschmerzenBlähungenVerstopfung
- HautJuckreiz und Hautausschlag, starker Juckreiz oder Nesselsucht (Urtikaria), vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose)[1, 2]Mehr dazu: JuckreizHautausschlagNesselsuchtVermehrtes Schwitzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenk- oder Muskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzen
- Leber und GalleErhöhte Bilirubinwerte im Blut[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Nieren und HarnwegeErhöhte Kreatininwerte im Blut als Zeichen einer Nierenerkrankung[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenAllgemeine Schwäche (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen, u. a. mit Hautausschlag, Schluck- oder Atembeschwerden und Schwellungen von Lippen, Gesicht, Rachen oder Zunge (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenHautausschlagAtemnot
- Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerzen und Entzündungen der Sehnen oder Bänder (Tendinitis); am häufigsten ist die Achillessehne betroffen[1, 2]Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche, von besonderer Bedeutung bei Myasthenia gravis[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
- NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- NervensystemKribbelgefühl in Händen und Füßen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemEingeschränktes Erinnerungsvermögen[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- PsycheSehen oder Hören von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen), Paranoia (psychotische Reaktionen)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- PsycheNiedergeschlagenheit (Depression), psychische Störungen, Unruhe (Agitiertheit), ungewöhnliche Träume, Albträume; laut Fachinformation auch Delirium[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungUnruhe und NervositätAlbträumeVerwirrtheit
- HormonsystemSyndrom mit beeinträchtigter Wasserausscheidung und niedrigem Natriumspiegel im Blut (SIADH)[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
- Stoffwechsel und ErnährungAbfallen des Blutzuckers (Hypoglykämie) oder ein Abfallen des Blutzuckers, das zum Koma führt (hypoglykämisches Koma), besonders bedeutsam bei Diabetes[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
- Blut und LymphsystemNeigung zu Blutergüssen und Blutungen durch weniger Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenVeränderungen des Blutbilds
- Blut und LymphsystemNiedrige Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutropenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- AugenSehstörungen wie verschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- HerzUngewöhnlich schneller Herzschlag (Tachykardie); laut Fachinformation auch Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- Nieren und HarnwegeNierenfunktionsstörungen und manchmal Nierenversagen durch eine allergische Reaktion der Nieren (interstitielle Nephritis)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenFieber[1, 2]Mehr dazu: Fieber
- HautGroßflächiger Hautausschlag mit hoher Körpertemperatur, erhöhten Leberenzymwerten, Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), vergrößerten Lymphknoten oder Beteiligung anderer Organe (DRESS)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
- HautScharf abgegrenzte, rötliche Flecken mit oder ohne Blasen, die sich innerhalb von Stunden nach der Einnahme bilden, mit verbleibender dunklerer Färbung abheilen und bei erneuter Einnahme in der Regel an derselben Stelle wiederkommen (fixes Arzneimittelexanthem)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagPigmentstörungen der Haut
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HautSchwere Hautausschläge (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse; laut Fachinformation auch Erythema multiforme): rötliche, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, oft mit Blase in der Mitte, Ablösung der Haut, Geschwüre in Mund, Rachen, Nase, Genitalbereich und an den Augen; vorher können Fieber und grippeähnliche Beschwerden auftreten[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- HautRoter, schuppiger, ausgedehnter Ausschlag mit Knötchen unter der Haut und Blasen, begleitet von Fieber, gewöhnlich zu Beginn der Behandlung (akute generalisierte exanthematische Pustulose, AGEP)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
- HautErhöhte Empfindlichkeit der Haut für Sonnen- und UV-Licht (Photosensibilität), dunklere Hautbereiche (Hyperpigmentierung)[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der HautPigmentstörungen der Haut
- Leber und GalleLebererkrankung mit Appetitverlust, Gelbfärbung von Haut und Augen, dunklem Urin, Juckreiz oder druckempfindlichem Bauch, auch tödlich verlaufendes Leberversagen; Leberentzündung (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Magen und DarmWässrige Durchfälle, gegebenenfalls mit Blutspuren, möglicherweise mit Magenkrämpfen und Fieber, als mögliche Anzeichen einer schweren Darmerkrankung (laut Fachinformation in sehr seltenen Fällen Enterokolitis einschließlich pseudomembranöser Kolitis)[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) mit Übelkeit, allgemeinem Unwohlsein, Beschwerden oder Schmerzen in der Magengegend oder Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungÜbelkeitBauchschmerzenErbrechen
- Magen und DarmEntzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)[1, 2]
- NervensystemNervenschädigung (Neuropathie) mit Brennen, Kribbeln, Schmerzen oder Taubheitsgefühl; brennende Nervenschmerzen (Neuralgie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemVeränderte Geruchswahrnehmung, Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns (Parosmie, Anosmie, Ageusie)[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- NervensystemBeschwerden beim Bewegen und Gehen (Dyskinesie, extrapyramidale Störungen)[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
- NervensystemVorübergehender Verlust des Bewusstseins oder der Körperhaltung (Synkope)[1, 2]
- NervensystemPlötzliche unwillkürliche Zuckungen, Muskelzuckungen oder Muskelanspannungen (Myoklonie)[1, 2]
- NervensystemAnhaltende Kopfschmerzen mit oder ohne verschwommenes Sehen (benigne intrakranielle Hypertonie)[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSehstörungen
- PsycheVeränderungen in Meinungen und Gedanken (psychotische Reaktionen) mit der Gefahr von Suizidgedanken oder suizidalen Handlungen; Panikattacken[1, 2]Mehr dazu: Psychose und HalluzinationenAngst
- PsycheSich sehr aufgeregt, begeistert, aufgewühlt oder überschwänglich fühlen (Manie)[1, 2]
- Blut und LymphsystemBlutarmut durch Schädigung roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie), bei der die Haut blass oder gelb werden kann; Abfall der Zahl aller Blutzellen (Panzytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Blut und LymphsystemVersagen des Knochenmarks (laut Fachinformation einschließlich aplastischer Anämie), das Müdigkeit, eine geringere Abwehr gegen Infektionen und unkontrollierte Blutungen verursachen kann[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte InfektanfälligkeitBlutungen und blaue Flecken
- Blut und LymphsystemFieber, Halsschmerzen und anhaltendes Krankheitsgefühl durch eine Verringerung der Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte InfektanfälligkeitFieber
- ImmunsystemKreislaufkollaps (anaphylaktischer bzw. anaphylaxieähnlicher Schock), laut Fachinformation schon nach der ersten Dosis möglich[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNiedriger Blutdruck
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie), besonders bedeutsam bei Diabetes[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- Stoffwechsel und ErnährungPorphyrieanfälle bei Menschen, die bereits an einer Porphyrie leiden[1, 2]
- AugenVorübergehender Verlust der Sehfähigkeit, Augenentzündung (Uveitis)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtVerminderung oder Verlust des Gehörs[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- HerzAnormal schneller Herzrhythmus, lebensbedrohlicher unregelmäßiger Herzschlag einschließlich Herzstillstand, Verlängerung des QT-Intervalls im EKG (laut Fachinformation vorwiegend bei Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung)[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasen
- Gefäße und KreislaufEntzündung der Blutgefäße durch eine allergische Reaktion (Vaskulitis)[1, 2]
- AtemwegeSchwierigkeiten beim Atmen oder pfeifende Atmung (Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- AtemwegeAllergische Reaktionen der Lunge (allergische Pneumonitis)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelzerfall (Rhabdomyolyse), Muskelriss; laut Fachinformation auch Sehnenriss (z. B. der Achillessehne) und Bänderriss[1, 2]Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss
- Muskeln, Knochen und GelenkeRötung und Schwellung eines Gelenks (Arthritis)[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenSchmerzen, einschließlich Rücken-, Brust- und Gliederschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Rückenschmerzen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Sehnenentzündungen und Sehnenrisse können innerhalb der ersten 48 Stunden nach Behandlungsbeginn und noch bis zu mehrere Monate nach dem Absetzen auftreten [1]. Psychotische Reaktionen haben sich laut Fachinformation sehr selten zu Suizidgedanken und selbstgefährdendem Verhalten entwickelt, manchmal schon nach einer einzelnen Dosis [2]. Haben Sie unter einem Chinolon oder Fluorchinolon schon einmal eine schwerwiegende Nebenwirkung gehabt, sollten Sie Levofloxacin nicht anwenden und sich so schnell wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Haut und Sonne: Halten Sie sich während der Einnahme und noch 2 Tage nach dem Ende der Behandlung von direkter Sonne fern. Die Haut wird für Sonnenlicht wesentlich empfindlicher und kann brennen, kribbeln oder Blasen bilden, wenn Sie sich nicht schützen: mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, einem Hut und Kleidung, die Arme und Beine bedeckt; meiden Sie Solarien [1]. Mehr dazu auf der Seite Lichtempfindlichkeit.
Magen und Darm: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1]. Die Filmtabletten können zu den Mahlzeiten oder jederzeit dazwischen eingenommen werden [1]. Wässrige Durchfälle, eventuell mit Blut, Magenkrämpfen und Fieber, können Zeichen einer schweren Darmerkrankung sein: Brechen Sie die Einnahme dann ab und suchen Sie sofort ärztliche Hilfe [1]. Mittel, die die Darmbewegung hemmen, sind in diesem Fall laut Fachinformation kontraindiziert, also nicht anzuwenden [2]. Hintergründe stehen auf der Seite Durchfall durch Medikamente.
Schlaf, Kopfschmerzen und Schwindel: Diese Beschwerden sind häufig [1]. Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwindel und Sehstörungen können Konzentration und Reaktion beeinträchtigen; führen Sie dann kein Fahrzeug [1].
Blutzucker: Levofloxacin kann den Blutzucker erhöhen oder senken; eine Unterzuckerung kann in schwerwiegenden Fällen zu Bewusstlosigkeit führen. Haben Sie Diabetes, sollte Ihr Blutzucker sorgfältig überwacht werden [1]. Beeinträchtigt Sie eine Nebenwirkung erheblich oder dauert sie länger als ein paar Tage, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Eisentabletten, Zinkpräparate, magnesium- oder aluminiumhaltige säurebindende Mittel, Didanosin und Sucralfat dürfen Sie nicht gleichzeitig mit Levofloxacin einnehmen; halten Sie mindestens 2 Stunden Abstand [1, 2]. Kortison kann die Gefahr einer Sehnenentzündung oder eines Sehnenrisses erhöhen [1]. Zusammen mit anderen Mitteln, die den Herzrhythmus verändern, etwa bestimmten Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen, trizyklischen Antidepressiva, Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin oder bestimmten Antipsychotika, steigt das Risiko für Nebenwirkungen [1, 2]. Bei Blutverdünnern wie Warfarin sollten die Gerinnungswerte überwacht werden [1, 2].
Urintests auf starke Schmerzmittel (Opiate) können unter Levofloxacin falsch positiv ausfallen, bestimmte Tuberkulose-Tests falsch negativ; sagen Sie bei Untersuchungen Bescheid, dass Sie Levofloxacin einnehmen [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Kortison (Kortikosteroide) | Höheres Risiko für Sehnenentzündung oder Sehnenriss; bei systemisch angewendetem Kortison kann auch das Risiko für ein Aortenaneurysma oder eine Aortendissektion erhöht sein[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation sollte die gleichzeitige Anwendung vermieden werden |
| Warfarin und andere Vitamin-K-Antagonisten (Blutverdünner) | Blutungen werden wahrscheinlicher, sie können auch schwer sein[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; die Gerinnungswerte sollten überwacht werden |
| Theophyllin (bei chronischen Atemwegserkrankungen) und Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Fenbufen, Ketoprofen oder Indometacin | Krampfanfälle werden wahrscheinlicher[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Ciclosporin (nach Organtransplantation) | Nebenwirkungen von Ciclosporin werden wahrscheinlicher; laut Fachinformation war seine Halbwertszeit um 33 % verlängert[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Arzneimittel, die den Herzrhythmus verändern: Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin, Imipramin), bestimmte Makrolid-Antibiotika (z. B. Erythromycin, Azithromycin, Clarithromycin), bestimmte Antipsychotika | Höheres Risiko für Nebenwirkungen am Herzrhythmus (QT-Verlängerung)[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation nur mit Vorsicht kombinieren |
| Probenecid (Gichtmittel) oder Cimetidin (gegen Magengeschwüre und Sodbrennen) | Levofloxacin wird langsamer über die Nieren ausgeschieden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; bei eingeschränkter Nierenfunktion kann die Dosis verringert werden |
| Eisentabletten, Zinkpräparate, magnesium- oder aluminiumhaltige säurebindende Mittel (Antazida), Didanosin oder Sucralfat | Levofloxacin wird schlechter aufgenommen und kann schwächer wirken[1, 2] | Nicht gleichzeitig einnehmen: diese Mittel mindestens 2 Stunden vor oder nach Levofloxacin |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Levofloxacin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der Punkte unten auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Laut Fachinformation reagieren ältere Menschen und Frauen möglicherweise empfindlicher auf Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern; bei ihnen sollten Fluorchinolone mit Vorsicht angewendet werden [2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Levofloxacin, andere Chinolon-Antibiotika wie Moxifloxacin, Ciprofloxacin oder Ofloxacin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Epilepsie, auch in der Vorgeschichte[1, 2]
- Frühere Sehnenbeschwerden wie eine Sehnenentzündung im Zusammenhang mit einer Behandlung mit einem Chinolon-Antibiotikum[1, 2]
- Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase[1, 2]
- Schwangerschaft, auch wenn Sie schwanger werden könnten oder glauben, schwanger zu sein[1, 2]
- Stillzeit[1, 2]
- Frühere schwerwiegende Nebenwirkung unter einem Chinolon oder Fluorchinolon: Levofloxacin sollte dann nicht angewendet werden; wenden Sie sich so schnell wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Alter ab 60 Jahren, gleichzeitige Behandlung mit Kortison (Kortikosteroiden), Organtransplantation oder Nierenerkrankung: höheres Risiko für Sehnenentzündungen und Sehnenrisse[1, 2]
- Früherer Krampfanfall oder Hirnschädigung, etwa durch einen Schlaganfall oder eine andere Hirnverletzung[1, 2]
- Nierenerkrankung: Die Dosis muss gegebenenfalls verringert werden[1, 2]
- Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD-Mangel): erhöhtes Risiko schwerwiegender Blutbildveränderungen[1, 2]
- Psychische Erkrankung, früher oder jetzt[1, 2]
- Herzprobleme: angeborene oder in der Familie aufgetretene Verlängerung des QT-Intervalls, gestörter Salzhaushalt im Blut (vor allem niedriger Kalium- oder Magnesiumspiegel), sehr langsamer Herzschlag, Herzschwäche, früherer Herzinfarkt, weibliches Geschlecht oder höheres Alter, andere Arzneimittel mit EKG-Veränderungen[1, 2]
- Diabetes: Der Blutzucker kann steigen oder fallen und sollte sorgfältig überwacht werden[1, 2]
- Lebererkrankung, früher oder jetzt[1]
- Myasthenia gravis: Laut Fachinformation kann sich die Muskelschwäche verschlimmern; Levofloxacin wird dann nicht empfohlen[1, 2]
- Nervenprobleme (periphere Neuropathie)[1, 2]
- Diagnostizierte Erweiterung oder Ausbuchtung eines großen Blutgefäßes (Aortenaneurysma oder peripheres Aneurysma), frühere Aortendissektion (Riss in der Wand der Hauptschlagader) oder undichte Herzklappen; Aortenaneurysma, Aortendissektion oder angeborene Herzklappenfehler in der Familie; andere Risikofaktoren wie Marfan-Syndrom, vaskuläres Ehlers-Danlos-Syndrom, Turner-Syndrom, Sjögren-Syndrom, Takayasu-Arteriitis, Riesenzellarteriitis, Morbus Behçet, Bluthochdruck, bekannte Atherosklerose, rheumatoide Arthritis oder Endokarditis[1, 2]
- Früher schwerer Hautausschlag, Hautablösung, Blasenbildung oder Geschwüre im Mund nach Levofloxacin; nach SJS, TEN, DRESS oder AGEP unter Levofloxacin darf es laut Fachinformation nie wieder angewendet werden[1, 2]
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse in der Vorgeschichte[2]
- Sonne und UV-Licht: Die Haut wird wesentlich empfindlicher; während der Behandlung und noch 2 Tage danach direkte Sonne und Solarium meiden[1, 2]
- Urintest auf Opiate oder Tuberkulose-Test: Levofloxacin kann falsch positive Opiat- und falsch negative Tuberkulose-Ergebnisse verursachen, sagen Sie Bescheid, dass Sie Levofloxacin einnehmen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis [1, 2]. Packungsbeilage und Embryotox bewerten die Stillzeit unterschiedlich: Die Packungsbeilage verbietet die Einnahme, Embryotox hält Weiterstillen für möglich, wenn das Keimspektrum eine systemische Behandlung mit Levofloxacin zwingend notwendig macht [1, 3].
Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft dürfen Sie Levofloxacin nicht einnehmen, auch nicht, wenn Sie schwanger werden könnten oder glauben, schwanger zu sein. Laut Fachinformation gibt es nur wenige Daten bei Schwangeren; Tierstudien zeigten keine schädlichen Wirkungen auf die Fortpflanzung, tierexperimentelle Daten weisen aber auf eine mögliche Schädigung des Knorpels belasteter Gelenke durch Fluorchinolone bei heranwachsenden Tieren hin.[1, 2]
Embryotox bezeichnet Levofloxacin als Reservemittel in der Schwangerschaft, das nur nach Prüfung besser geeigneter Alternativen eingesetzt werden sollte (genannt werden Penicilline, Cephalosporine, gegebenenfalls Makrolide). In Veröffentlichungen mit über 200 im ersten Schwangerschaftsdrittel systemisch behandelten Schwangeren fand sich weder eine erhöhte Gesamtfehlbildungsrate noch ein Risiko für bestimmte Fehlbildungen; Augentropfen hält Embryotox wegen der geringen Konzentration im Körper für akzeptabel. Nach systemischer Anwendung im ersten Drittel kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Wenn Sie stillen oder stillen möchten, dürfen Sie Levofloxacin laut Packungsbeilage nicht einnehmen. Laut Fachinformation ist zu wenig über den Übergang in die Muttermilch bekannt; andere Fluorchinolone gehen in die Muttermilch über.[1, 2]
Embryotox nennt Penicilline, Cephalosporine und Makrolide als bevorzugte Antibiotika in der Stillzeit; laut Embryotox deuten begrenzte Daten darauf hin, dass gestillte Kinder nur kleine Mengen Levofloxacin aufnehmen. Macht das Keimspektrum eine systemische Behandlung mit Levofloxacin zwingend notwendig, kann laut Embryotox weiter gestillt werden; eine örtliche Anwendung schränkt das Stillen nicht ein. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Levofloxacin kann Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwindel oder Sehstörungen verursachen und damit Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit beeinträchtigen. Dann dürfen Sie kein Fahrzeug lenken und keine Tätigkeiten ausführen, die ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erfordern.[1, 2]
Einnahme
Filmtabletten unzerkaut mit ausreichend Wasser schlucken, zu den Mahlzeiten oder jederzeit dazwischen; sie lassen sich an der Bruchkerbe teilen. Eisentabletten, Zinkpräparate, säurebindende Mittel (Antazida), Didanosin oder Sucralfat mindestens 2 Stunden vor oder nach Levofloxacin einnehmen.[1, 2]
Während der Behandlung und noch 2 Tage danach direkte Sonne meiden: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden, Hut und Kleidung tragen, die Arme und Beine bedeckt, kein Solarium.[1]
Einnahme vergessen: die Tablette einnehmen, sobald Sie es bemerken, sofern nicht schon die nächste Dosis ansteht. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Einnahme nicht ab, nur weil Sie sich besser fühlen, und führen Sie die Behandlung so durch, wie sie verordnet wurde: Bei zu frühem Absetzen kann die Infektion erneut auftreten, sich Ihr Zustand verschlimmern oder können die Bakterien resistent werden. Bei Anzeichen einer schwerwiegenden Nebenwirkung gelten die Warnzeichen oben.[1]
Überdosierung
Haben Sie versehentlich zu viele Filmtabletten eingenommen, informieren Sie eine Ärztin oder einen Arzt oder suchen Sie sofort ärztliche Hilfe; nehmen Sie die Packung mit. Möglich sind Krampfanfälle, Verwirrtheit, Schwindel oder Benommenheit, Bewusstseinstrübung, Zittern und Herzprobleme mit unregelmäßigem Herzschlag sowie Übelkeit oder Magenbeschwerden. Laut Fachinformation wird Levofloxacin durch Dialyse nicht wirksam entfernt; ein spezifisches Gegenmittel gibt es nicht.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die Zahl der Filmtabletten je Anwendungsgebiet; welche Dosis und Dauer für Sie richtig sind, bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Die Übersicht gibt außerdem die Behandlungsdauer und die Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion aus der Fachinformation wieder [2]. Sie ersetzt nicht die Verordnung.
Einnahme und Absetzen
Schlucken Sie die Filmtabletten unzerkaut mit ausreichend Wasser, zu den Mahlzeiten oder jederzeit dazwischen [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie es bemerken, sofern nicht schon die nächste Dosis ansteht; nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1]. Wirkt das Mittel aus Ihrer Sicht zu schwach oder zu stark, ändern Sie die Dosis nicht selbst, sondern fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].
Brechen Sie die Einnahme nicht ab, nur weil Sie sich besser fühlen: Sonst kann die Infektion zurückkehren, sich Ihr Zustand verschlimmern oder die Bakterien können resistent werden [1]. Haben Sie versehentlich zu viele Filmtabletten eingenommen, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe und nehmen die Packung mit [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf. Mehr zum Umgang mit Antibiotika im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.
Präparate mit Levofloxacin
Levofloxacin gibt es als Filmtabletten, als Infusion, als Augentropfen und zur Inhalation [2, 3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Levofloxacin-ratiopharm Filmtabletten [1, 2]. Augentropfen und andere Darreichungsformen haben eigene Packungsbeilagen; die Angaben hier gelten für die Filmtabletten. Zu den Chinolon-Antibiotika gehören laut Packungsbeilage auch Ciprofloxacin, Moxifloxacin und Ofloxacin [1].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Levofloxacin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 500 mg; Grundlage dieser Seite |
| Levofloxacin STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig |
| Levofloxacin-1 A Pharma | 1 A Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 250 oder 500 mg |
| Tavanic | verschreibungspflichtig | |
| Oftaquix | Augentropfen mit eigener Packungsbeilage |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levofloxacin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten (PDF-Version 8, Versionscode Z20). ratiopharm GmbH. Stand 12/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Levofloxacin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten (Version 19). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Levofloxacin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Systemisch und inhalativ angewendete fluorchinolonhaltige Antibiotika, Erinnerung an die Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber fluorchinolonhaltiger Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 07.06.2023. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Warum gilt Levofloxacin als Antibiotikum mit besonderen Risiken?
Fluorchinolone wie Levofloxacin wurden mit sehr seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht, von denen einige über Monate oder Jahre anhalten, die Lebensqualität beeinträchtigen oder bleiben können: Sehnen-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schwierigkeiten beim Gehen, Kribbeln oder Taubheit, Störungen von Sehen, Hören, Schmecken und Riechen, Depression, Gedächtnisprobleme, starke Müdigkeit und Schlafstörungen. Außerdem wurden Fälle von Erweiterung, Schwächung und Einrissen der Wand der Hauptschlagader berichtet, die tödlich sein können, sowie Fälle undichter Herzklappen. Laut Fachinformation sollte Levofloxacin bei einigen Infektionen, etwa einer unkomplizierten Blasenentzündung, nur angewendet werden, wenn andere üblicherweise empfohlene Antibiotika als ungeeignet gelten.
Wird Levofloxacin bei einer Blasenentzündung eingesetzt?
Laut Fachinformation ist Levofloxacin bei akuter Nierenbeckenentzündung und komplizierten Harnwegsinfektionen angezeigt. Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung sollte es nur angewendet werden, wenn andere Antibiotika, die dafür üblicherweise empfohlen werden, als ungeeignet gelten. Ein Rote-Hand-Brief vom 7. Juni 2023 erinnert daran, dass Fluorchinolone nicht zur Vorbeugung wiederkehrender Infektionen der unteren Harnwege verschrieben werden sollten.
Darf ich während der Behandlung in die Sonne?
Die Packungsbeilage rät, sich während der Einnahme und noch 2 Tage nach dem Ende der Behandlung von direkter Sonne fernzuhalten, weil die Haut wesentlich empfindlicher wird und brennen, kribbeln oder Blasen bilden kann. Verwenden Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, tragen Sie einen Hut und Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, und meiden Sie Solarien.
Was tun bei Schmerzen an der Achillessehne?
Beim ersten Anzeichen von Schmerz oder Entzündung einer Sehne beenden Sie die Einnahme, wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und stellen den schmerzenden Bereich ruhig. Vermeiden Sie unnötige Bewegung, weil sie das Risiko eines Sehnenrisses erhöhen kann. Sehnenentzündungen und -risse können schon in den ersten 48 Stunden und noch Monate nach dem Absetzen auftreten. Das Risiko ist höher bei Menschen über 60 Jahre, nach einer Organtransplantation, bei Nierenproblemen und bei gleichzeitiger Behandlung mit Kortison.
Darf ich Levofloxacin zusammen mit Eisen, Zink oder Magnesium nehmen?
Nicht gleichzeitig: Eisentabletten, Zinkpräparate, magnesium- oder aluminiumhaltige säurebindende Mittel (Antazida), Didanosin und Sucralfat verringern die Aufnahme von Levofloxacin. Nehmen Sie diese Mittel mindestens 2 Stunden vor oder nach Levofloxacin ein. Für Calciumsalze wurde laut Fachinformation nur eine minimale Wirkung auf die Aufnahme nachgewiesen; mit der Nahrung gibt es keine klinisch bedeutsame Wechselwirkung.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Levofloxacin einnehme?
Packungsbeilage und Fachinformation von Levofloxacin-ratiopharm enthalten keinen Hinweis zu Alkohol. Levofloxacin selbst kann Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwindel und Sehstörungen verursachen. Ob Alkohol während Ihrer Behandlung infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Darf ich Levofloxacin in Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
Nein, laut Packungsbeilage dürfen Sie Levofloxacin in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht einnehmen, auch nicht, wenn Sie schwanger werden könnten. Embryotox bezeichnet Levofloxacin als Reservemittel in der Schwangerschaft, das nur nach Prüfung besser geeigneter Alternativen eingesetzt werden sollte; als besser geeignet nennt Embryotox Penicilline, Cephalosporine und gegebenenfalls Makrolide. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wurde es dennoch angewendet, besprechen Sie das ebenfalls mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie hoch ist die Dosis von Levofloxacin?
Die Dosis bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Art und Ort der Infektion, die Dauer richtet sich nach ihrer Schwere. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann die Dosis niedriger sein. Die Angaben aus Packungsbeilage und Fachinformation finden Sie weiter oben im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation".
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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