Ratgeber

Medikamente und Alkohol

Laut gesund.bund.de sollten Medikamente generell nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden, weil Alkohol die Wirkung vieler Medikamente in schwer vorhersehbarer Weise verstärken kann; laut Kenn dein Limit kann er die gewünschte Wirkung auch beeinträchtigen oder aufheben. Was für Ihr Präparat gilt, steht in Abschnitt 2 der Packungsbeilage; die Hinweise unterscheiden sich von Mittel zu Mittel, etwa "möglichst keinen Alkohol" bei Ibuprofen und "darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden" bei Paracetamol. Fragen Sie im Zweifel in Ihrer Apotheke oder Arztpraxis; bei Bewusstlosigkeit oder schwerer Atemnot rufen Sie den Notruf 112.

Frau mit schulterlangem rotbraunem Haar in senfgelber Bluse sitzt abends mit Freunden am Holztisch und hält lächelnd ein Glas Wasser
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Medikamente sollten generell nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden, schreibt das Gesundheitsportal gesund.bund.de: Alkohol kann die Wirkung vieler Medikamente in schwer vorhersehbarer Weise verstärken [1]. Er kann die gewünschte Wirkung eines Medikaments laut dem Portal Kenn dein Limit des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) aber auch beeinträchtigen oder sogar aufheben [2]. Was für Ihr Mittel gilt, steht in Abschnitt 2 der Packungsbeilage; die EU-Vorlage für Packungsbeilagen sieht dort einen Absatz zur Einnahme zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol vor [5]. Die Hinweise unterscheiden sich von Mittel zu Mittel, zum Beispiel "möglichst keinen Alkohol" bei Ibuprofen und "darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden" bei Paracetamol [10, 17].

Fachleute gehen laut Kenn dein Limit davon aus, dass es keinen ganz risikofreien Alkoholkonsum gibt. Wer krank ist und Medikamente einnimmt, sollte den Alkohol ganz weglassen [3].

Warum Alkohol die Wirkung von Medikamenten verändern kann

Alkohol wird hauptsächlich über die Leber abgebaut [3]. Muss sie Medikamente und Alkohol gleichzeitig verarbeiten, wird sie laut Kenn dein Limit stark belastet; das kann zu einer langsameren Ausscheidung und zu verstärkten Nebenwirkungen führen [2]. Die Quellen beschreiben unter anderem diese Wechselwirkungen:

  • Die Wirkung wird verstärkt: Bei gleichzeitiger Einnahme mit Alkohol kann es laut gesund.bund.de zu Schläfrigkeit, eingeschränkter Koordinations- und Bewegungsfähigkeit und Atemproblemen kommen. Auf keinen Fall zusammen mit Alkohol eingenommen werden sollten laut dem Portal Mittel gegen Depressionen (Antidepressiva), Angststörungen (Benzodiazepine) und andere psychische Erkrankungen (Antipsychotika), Mittel gegen allergische Reaktionen (Antihistaminika), Schlaf- und Beruhigungsmittel, Mittel zur Muskelentspannung (Muskelrelaxanzien), Mittel gegen epileptische Anfälle (Antiepileptika) und bestimmte starke Schmerzmittel (Opiate) [1]. Mehr: Medikamente, die müde machen.
  • Der Blutdruck sinkt stärker: Alkohol erweitert laut Kenn dein Limit die Blutgefäße und senkt den Blutdruck; zusammen mit blutdrucksenkenden Medikamenten kann das unter Umständen einen Kreislaufkollaps auslösen [2]. Mehr: Niedriger Blutdruck durch Medikamente.
  • Der Blutzucker gerät aus dem Gleichgewicht: Laut Packungsbeilage eines Präparats mit Insulin glargin kann der Blutzucker sowohl ansteigen als auch abfallen, wenn Sie Alkohol trinken [11]. Mehr: Blutzucker und Medikamente.
  • Der Abbau von Alkohol wird gestört: Verschiedene Antibiotika behindern laut Kenn dein Limit ein Enzym, das für den Abbau von Alkohol wichtig ist. Das giftige Abbauprodukt Acetaldehyd wird dann nicht schnell genug aufgespalten, und schon bei geringen Mengen Alkohol kann eine Flush-Reaktion auftreten: Übelkeit, ein knallrotes Gesicht, Schwitzen und ein schnellerer Herzschlag [2].
  • Die Wirkung lässt nach: Chronischer Alkoholmissbrauch kann laut Fachinformation den Abbau des Antibiotikums Doxycyclin in der Leber beschleunigen, sodass bei üblicher Dosierung keine therapeutisch wirksamen Konzentrationen erreicht werden [21].
  • Der Magen wird angegriffen: Die Mischung von Schmerzmitteln und Alkohol greift laut Kenn dein Limit den Magen stark an und kann zu Magen-Darm-Blutungen und Magengeschwüren führen [2]. Mehr: Magenbeschwerden durch Medikamente.

Welche Wechselwirkungen es außer mit Alkohol gibt, etwa mit anderen Medikamenten oder Lebensmitteln, erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Welche Medikamente betroffen sein können

Was die Packungsbeilage zu Alkohol sagt, unterscheidet sich von Wirkstoff zu Wirkstoff [10, 17]. Die Tabelle gibt die Hinweise zu Alkohol aus der Packungsbeilage je eines Präparats wieder; welches, steht in den Quellen am Ende der Seite.

Beispiele: Angaben aus der Packungsbeilage (Auswahl)
WirkstoffWas die Packungsbeilage sagtMehr dazu
BisoprololÜbermäßiger Alkoholkonsum sollte vermieden werden, da Alkohol die blutdrucksenkende Wirkung steigern kann [8]Bisoprolol im Alltag
CetirizinWie bei allen Antihistaminika wird empfohlen, die gleichzeitige Einnahme von Cetirizin und Alkohol zu meiden; für höhere Cetirizin-Dosen zusammen mit Alkohol liegen keine Daten zur Sicherheit vor [9]Cetirizin und Alkohol
IbuprofenWeil Nebenwirkungen verstärkt werden können, insbesondere im zentralen Nervensystem und im Magen-Darm-Trakt, sollten Sie während der Einnahme möglichst keinen Alkohol trinken [10]Ibuprofen und Alkohol
Insulin glarginWenn Sie Alkohol trinken, kann der Blutzucker sowohl ansteigen als auch abfallen. Alkohol zählt zu den möglichen Ursachen einer Unterzuckerung, insbesondere wenn Sie gleichzeitig nur wenig essen [11]Insulin glargin im Alltag
MetamizolWährend der Anwendung sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken. Treten schon bei geringen Mengen Alkohol Niesen, Augentränen und starke Gesichtsrötung auf, kann das ein Hinweis auf eine bisher nicht erkannte Unverträglichkeit gegenüber Schmerzmitteln sein; dann ist die Gefahr möglicherweise schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen deutlich erhöht [12]Metamizol und Alkohol
MetforminÜbermäßigen Alkoholkonsum meiden, da er das Risiko einer Laktatazidose (Übersäuerung des Blutes mit Milchsäure) erhöhen kann. Wer viel Alkohol trinkt, darf Metformin nicht einnehmen [13]Metformin und Alkohol
MethylphenidatWährend der Einnahme darf kein Alkohol eingenommen werden; Alkohol kann die Nebenwirkungen verstärken. Einige Nahrungsmittel und Arzneimittel enthalten Alkohol [14]Methylphenidat und Alkohol
MetronidazolAlkohol ist während der Behandlung und für mindestens 48 Stunden danach zu vermeiden, da sonst Unverträglichkeitserscheinungen auftreten können, etwa Hautrötungen an Kopf und Nacken, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel [15]Metronidazol im Alltag
MirtazapinSie können sich schläfrig fühlen, wenn Sie während der Anwendung Alkohol trinken. Sie sollten überhaupt keinen Alkohol trinken [16]Mirtazapin im Alltag
ParacetamolDarf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden. Sind Sie chronisch alkoholkrank, sprechen Sie vor der Einnahme mit Arzt oder Apotheker [17]Paracetamol im Alltag
TramadolWährend der Behandlung keinen Alkohol trinken, da seine Wirkung verstärkt werden kann. Zusammen mit Alkohol erhöht sich das Risiko von Nebenwirkungen: Sie könnten sich benommen oder einer Ohnmacht nahe fühlen; dann informieren Sie Ihren Arzt. Bei einer akuten Alkoholvergiftung darf Tramadol nicht eingenommen werden [19]Tramadol im Alltag
ZolpidemWährend der Behandlung keinen Alkohol trinken. Alkohol kann die Wirkung verstärken und in einen sehr tiefen Schlaf versetzen, sodass Sie nicht richtig atmen oder Schwierigkeiten beim Aufwachen haben. Zusammen mit Alkohol kann sich außerdem das Risiko für Schlafwandeln und ähnliche Verhaltensweisen erhöhen [20]Zolpidem im Alltag

Die Tabelle ist eine Auswahl. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Eigene Seiten zu Alkohol gibt es außerdem für Amoxicillin, Doxycyclin, Lisdexamfetamin und Naproxen. Für die übrigen Wirkstoffe steht der Hinweis zu Alkohol, soweit die Packungsbeilage einen nennt, auf der Wirkstoffseite im Abschnitt "Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft".

Antibiotika und Alkohol

Mann Anfang sechzig mit grauem Haar in dunkelgrünem Pullover sitzt mit einer Apothekerin mit blondem Haar an einem kleinen runden Tisch in einem hellen Beratungsraum und hört ihr aufmerksam zu
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Kenn dein Limit rät, die gleichzeitige Einnahme von Antibiotika und Alkohol unbedingt zu vermeiden, und nennt als typische Folgen Übelkeit, Schwitzen und Herzrasen [2]. gesund.bund.de empfiehlt, ein Antibiotikum nur mit Wasser einzunehmen, weil Säfte, Milchprodukte und Alkohol seine Aufnahme beeinflussen können [1]. Was die Packungsbeilagen einzelner Antibiotika sagen, unterscheidet sich:

  • Metronidazol: Hier nennt die Packungsbeilage ausdrücklich Unverträglichkeitserscheinungen mit Alkohol und einen Zeitraum nach dem Ende der Behandlung, in dem Alkohol weiter zu vermeiden ist (Tabelle oben) [15].
  • Doxycyclin: Die Fachinformation nennt chronischen Alkoholmissbrauch als möglichen Grund für einen schnelleren Abbau des Wirkstoffs (siehe oben) [21]. Mehr: Doxycyclin und Alkohol.
  • Amoxicillin: Was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alkohol sagen, steht auf der Seite Amoxicillin und Alkohol.

Ein Antibiotikum sollten Sie laut gesund.bund.de bis zum Ende einnehmen, auch wenn es Ihnen bereits wieder besser geht [1]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen und in der Übersicht Antibiotika.

Alkohol in Arzneimitteln

Manche Arzneimittel enthalten selbst Alkohol. Einige Hustensäfte enthalten laut Kenn dein Limit geringe Mengen Alkohol als Lösungsmittel; trotzdem sollten Sie sie nicht mit noch mehr Alkohol kombinieren [2]. Die Packungsbeilage von Methylphenidat erinnert ausdrücklich daran, dass einige Nahrungsmittel und Arzneimittel Alkohol enthalten [14].

Enthält ein Arzneimittel Alkohol (Ethanol), steht das nach den Vorgaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Abschnitt 2 der Packungsbeilage, mit der Menge je Dosis; bei Mitteln zum Einnehmen, Spritzen oder Inhalieren kommt ein Vergleich mit Bier oder Wein hinzu. Bei geringen Mengen folgt der Satz, dass die Alkoholmenge keine wahrnehmbaren Auswirkungen hat [6]. Bei größeren Mengen kommen weitere Hinweise hinzu: Die Alkoholmenge kann die Wirkungen anderer Arzneimittel verändern, und wer schwanger ist, stillt oder alkoholabhängig ist, wird gebeten, vorher mit Arzt oder Apotheker zu sprechen. Bei noch größeren Mengen nennt die Packungsbeilage auch eine mögliche Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit und bittet Menschen mit Epilepsie oder Leberproblemen um Rücksprache [6]. Mehr zu Hilfsstoffen im Ratgeber Hilfsstoffe wie Laktose und Gluten.

Alkohol, Medikamente und Straßenverkehr

Die EU-Vorlage für Packungsbeilagen sieht in Abschnitt 2 einen eigenen Absatz zur Verkehrstüchtigkeit und zum Bedienen von Maschinen vor [5]. Bei mehreren Mitteln aus der Tabelle steht Alkohol auch dort:

  • Ibuprofen: In höherer Dosierung können Müdigkeit und Schwindel auftreten und im Einzelfall das Reaktionsvermögen verändern; im Zusammenwirken mit Alkohol gilt das in verstärktem Maße [10].
  • Metronidazol: Besonders zu Behandlungsbeginn kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt sein, in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol [15].
  • Metamizol: Zumindest bei höheren Dosierungen sollten Sie vorsichtshalber auf das Führen von Fahrzeugen und andere gefahrvolle Tätigkeiten verzichten, insbesondere wenn Sie Alkohol zu sich genommen haben [12].
  • Bisoprolol: Eine mögliche Beeinträchtigung ist besonders zu Beginn der Behandlung, bei Änderungen der Medikation und im Zusammenwirken mit Alkohol zu berücksichtigen [8].
  • Zolpidem: Alkoholkonsum während der Behandlung kann die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen [20].

Können Sie auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren, rät die Packungsbeilage von Ibuprofen: nicht Auto oder andere Fahrzeuge fahren, keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen, nicht ohne sicheren Halt arbeiten [10]. Was rechtlich gilt, erklärt der Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Für wen es besonders wichtig ist

  • Ältere Menschen: Mit dem Alter sinkt laut Kenn dein Limit der Wasseranteil im Körper. Die gleiche Menge Alkohol verteilt sich auf weniger Körperflüssigkeit und wirkt stärker, und die Leber baut den Alkohol langsamer ab. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte möglichst ganz auf alkoholische Getränke verzichten; je mehr Medikamente, desto höher die Risiken, auch bei freiverkäuflichen Mitteln [4]. Mehr: Medikamente im Alter.
  • Menschen, die regelmäßig viel Alkohol trinken: Laut Fachinformation von Paracetamol besteht ein Vergiftungsrisiko insbesondere bei bestimmten Personengruppen, darunter Menschen mit chronischem Alkoholmissbrauch oder mit Lebererkrankungen; in diesen Fällen kann eine Überdosierung zum Tod führen [18]. Metformin darf laut Packungsbeilage nicht einnehmen, wer viel Alkohol trinkt [13]. Unterstützung bei einem Alkoholproblem bieten laut Kenn dein Limit Suchtberatungsstellen, die Hausarztpraxis und das Infotelefon des BIÖG [4]. Mehr: Alkoholabhängigkeit.
  • Menschen mit Diabetes: Laut Packungsbeilage eines Präparats mit Insulin glargin zählt Alkohol zu den möglichen Ursachen einer Unterzuckerung, insbesondere wenn Sie gleichzeitig nur wenig essen [11]. Mehr: Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2.
  • Schwangere: Sie müssen laut Kenn dein Limit jeden Alkohol meiden [3]. Mehr: Medikamente in der Schwangerschaft.
  • Frauen, die mit der Pille verhüten: Erbrechen nach zu viel Alkohol kann laut Kenn dein Limit dazu führen, dass die Pille ihre Wirkung verliert [2]. Wenn Sie in den ersten 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme einer Tablette erbrechen oder schwerer Durchfall auftritt, sind die Wirkstoffe laut Packungsbeilage einer kombinierten Pille mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol möglicherweise noch nicht vollständig aufgenommen worden; was dann zu tun ist, steht in der Packungsbeilage [22]. Wer zu viel trinkt, kann die Pille laut Kenn dein Limit außerdem zu spät einnehmen oder vergessen; dann sollten Sie sich dringend ärztlich beraten lassen [2]. Mehr: Pille und Antibiotika.

So gehen Sie vor

  1. Packungsbeilage lesen Abschnitt 2 enthält nach der EU-Vorlage einen Absatz zur Einnahme zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol, einen zur Verkehrstüchtigkeit und Hinweise zu sonstigen Bestandteilen wie Alkohol [5, 6].
  2. In der Apotheke fragen Ob und welche Medikamente und Alkohol für Sie infrage kommen, erfahren Sie laut Kenn dein Limit aus der Packungsbeilage oder in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke [2]. Älteren Menschen, die Alkohol trinken, rät das Portal, in der Apotheke immer zu klären, ob es zu Wechselwirkungen kommen kann, und die Hausärztin oder den Hausarzt zu fragen, ob im eigenen Fall eine Gefahr besteht [4].
  3. Alle Mittel aufschreiben Eine Liste aller regelmäßig eingenommenen Medikamente, auch freiverkäuflicher Mittel und Nahrungsergänzungsmittel, hilft laut gesund.bund.de, Wechselwirkungen beim Arztbesuch oder in der Apotheke abzuklären; alternativ hilft ein Medikationsplan [1]. Eine Vorlage bietet das Werkzeug Medikationsplan.
  4. Offen über Alkohol sprechen Sagen Sie Ärztin, Arzt oder Apotheke, wenn Sie regelmäßig oder viel Alkohol trinken. Bei Metformin und Paracetamol nennt die Packungsbeilage dazu eigene Hinweise, siehe Tabelle oben [13, 17].
  5. Beschwerden festhalten und melden Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihren Arzt oder Apotheker; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem BfArM melden [10]. Notieren können Sie Beschwerden im Nebenwirkungs-Tagebuch; wie Melden geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot und Vergiftungen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112 [7]. Schlaf- und Beruhigungsmittel sollten Sie laut Kenn dein Limit nie zusammen mit Alkohol einnehmen: Ihre beruhigenden Wirkungen verstärken sich gegenseitig, im Extremfall kann ein Atem- und Herzstillstand die Folge sein [2]. Diese Warnzeichen nennen die Packungsbeilagen aus der Tabelle:

  • Zu viel Paracetamol: Wurde eine größere Menge eingenommen als empfohlen, rufen Sie laut Packungsbeilage den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe [17]. Nach ersten Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen kann sich das Befinden laut Fachinformation zunächst bessern; leichte Leibschmerzen bleiben dann als Hinweis auf eine Leberschädigung [18]. Mehr: Leberschäden durch Medikamente.
  • Zeichen einer Laktatazidose unter Metformin: Erbrechen, Bauchschmerzen, Muskelkrämpfe, allgemeines Unwohlsein mit starker Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen, verringerte Körpertemperatur und Herzklopfen. Dann beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und wenden sich unverzüglich an einen Arzt oder an das nächstgelegene Krankenhaus; eine Laktatazidose ist ein medizinischer Notfall [13].
  • Zeichen einer Magen-Darm-Blutung unter Ibuprofen: stärkere Schmerzen im Oberbauch, Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl (Teerstuhl), Bluterbrechen oder Erbrochenes, das wie Kaffeesatz aussieht. Dann nehmen Sie Ibuprofen laut Packungsbeilage nicht weiter ein und begeben sich sofort in ärztliche Behandlung [10].
  • Unterzuckerung unter Insulin glargin: Fällt der Blutzucker zu stark ab, können Sie laut Packungsbeilage bewusstlos werden; eine schwere Unterzuckerung kann zu einem Gehirnschaden führen und lebensbedrohlich sein. Bemerken Sie Anzeichen, unternehmen Sie sofort etwas, um den Blutzucker zu erhöhen, wie in der Packungsbeilage beschrieben [11].
  • Zu viel Zolpidem: Kontaktieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihren Arzt oder begeben Sie sich sofort in die Notaufnahme eines Krankenhauses, nicht ohne Begleitung [20].

Quellen

  1. Behörde Umgang mit Arzneimitteln: Richtig lagern, einnehmen und entsorgen (Abschnitte zu Alkohol, Wechselwirkungen und Antibiotika). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem BfArM). Stand 17.02.2026. abgerufen am 18.10.2026
  2. Behörde Medikamente und Alkohol: Keine gute Idee für die Gesundheit. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  3. Behörde Häufige Fragen zum Thema Alkohol. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  4. Behörde Alkohol im Alter: Zu alt für Alkohol? Da ist was dran!. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  5. Behörde QRD-Vorlage für Produktinformationen, Version 10.4, deutsche Fassung mit markierten Änderungen (Packungsbeilage, Abschnitt 2). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 02/2024. abgerufen am 18.10.2026
  6. Behörde Besonderheitenliste: Ethanol (Angaben für äußere Umhüllung, Packungsbeilage und Fachinformation). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand Stand der Information 22.03.2023. abgerufen am 18.10.2026
  7. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Bisoprolol-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 18.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  11. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Lantus (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Lantus SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen (Insulin glargin). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 18.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten (Metamizol). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 18.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm 18 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 18.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 18.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mirtazapin-ratiopharm 15 mg/30 mg/45 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 18.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  18. Fachinformation Fachinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten (Abschnitte 4.4 und 4.9). ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tramadol-ratiopharm 100 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 18.10.2026
  20. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 18.10.2026
  21. Fachinformation Fachinformation Doxy-M-ratiopharm 100 mg / 200 mg Tabletten (Abschnitt 4.5). ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026
  22. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Asumate 30 150/30 Mikrogramm Filmtabletten (Levonorgestrel/Ethinylestradiol; Abschnitt 3, Erbrechen oder schwerer Durchfall). Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Darf man Medikamente und Alkohol zusammen einnehmen?

Laut gesund.bund.de sollten Medikamente generell nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden, weil Alkohol die Wirkung vieler Medikamente in schwer vorhersehbarer Weise verstärken kann. Wie streng die Regel für Ihr Mittel ist, steht in Abschnitt 2 der Packungsbeilage: Bei Ibuprofen heißt es "möglichst keinen Alkohol", Paracetamol darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden. Fragen Sie im Zweifel in Ihrer Apotheke oder Arztpraxis.

Wie lange nach einem Medikament darf ich wieder Alkohol trinken?

Das hängt vom Medikament ab. Mehrere Packungsbeilagen beziehen ihren Hinweis auf die Zeit "während der Einnahme" oder "während der Behandlung"; die Packungsbeilage von Metronidazol nennt zusätzlich einen Zeitraum nach dem Ende der Behandlung. Den Abbau von Alkohol kann man laut Kenn dein Limit nicht beschleunigen, weder durch Bewegung noch durch Kaffee, kalte Duschen, Wasser oder Schlaf. Was für Ihr Mittel gilt, fragen Sie in Ihrer Apotheke.

Wirken Antibiotika nicht mehr, wenn ich Alkohol trinke?

Laut gesund.bund.de kann Alkohol die Aufnahme eines Antibiotikums beeinflussen; das Portal empfiehlt, Antibiotika nur mit Wasser einzunehmen. Bei Doxycyclin kann chronischer Alkoholmissbrauch laut Fachinformation den Abbau beschleunigen, sodass bei üblicher Dosierung keine therapeutisch wirksamen Konzentrationen erreicht werden. Bei Metronidazol nennt die Packungsbeilage Unverträglichkeitserscheinungen wie Hautrötungen an Kopf und Nacken, Übelkeit und Erbrechen. Die gleichzeitige Einnahme von Antibiotika und Alkohol sollten Sie laut Kenn dein Limit unbedingt vermeiden.

Darf ich zu Ibuprofen oder Paracetamol Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Einnahme von Ibuprofen möglichst keinen Alkohol trinken, weil Nebenwirkungen verstärkt werden können, insbesondere im zentralen Nervensystem und im Magen-Darm-Trakt. Paracetamol darf laut Packungsbeilage nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden; Menschen, die chronisch alkoholkrank sind, bittet sie, vorher mit Arzt oder Apotheker zu sprechen. Mehr dazu auf den Seiten zu Ibuprofen und Paracetamol.

Ist der Alkohol in Hustensaft oder Tropfen ein Problem?

Manche Arzneimittel enthalten Alkohol (Ethanol), zum Beispiel als Lösungsmittel in Hustensäften. Bei Mitteln zum Einnehmen nennt die Packungsbeilage dann die Menge je Dosis mit einem Vergleich mit Bier oder Wein; bei geringen Mengen steht dort, dass sie keine wahrnehmbaren Auswirkungen haben. Mit noch mehr Alkohol sollten Sie solche Hustensäfte laut Kenn dein Limit nicht kombinieren. Bei größeren Alkoholmengen bittet die Packungsbeilage Schwangere, Stillende und alkoholabhängige Menschen, vor der Einnahme mit Arzt oder Apotheker zu sprechen.

Soll ich mein Medikament weglassen, wenn ich Alkohol trinken möchte?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Ob und wann Alkohol für Sie infrage kommt, klären Sie vorher in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke. Bei einem Antibiotikum empfiehlt gesund.bund.de, die Behandlung bis zum Ende fortzuführen, auch wenn es Ihnen bereits wieder besser geht.

Warum sollten ältere Menschen bei Alkohol und Medikamenten besonders vorsichtig sein?

Mit dem Alter sinkt laut Kenn dein Limit der Wasseranteil im Körper. Die gleiche Menge Alkohol verteilt sich auf weniger Körperflüssigkeit und wirkt stärker, und die Leber baut ihn langsamer ab. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte laut Kenn dein Limit möglichst ganz auf alkoholische Getränke verzichten; je mehr Medikamente, desto höher die Risiken, auch bei freiverkäuflichen Mitteln.

Was tun, wenn jemand nach Schlafmitteln und Alkohol kaum aufzuwecken ist?

Rufen Sie den Notruf 112: Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot und Vergiftungen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für den Rettungsdienst. Bei dem Schlafmittel Zolpidem kann Alkohol laut Packungsbeilage in einen so tiefen Schlaf versetzen, dass man nicht richtig atmet oder schwer aufwacht. Schlaf- und Beruhigungsmittel sollten laut Kenn dein Limit nie zusammen mit Alkohol eingenommen werden.

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