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Levonorgestrel/Ethinylestradiol (Microgynon): Nebenwirkungen und Wirkung

Levonorgestrel und Ethinylestradiol bilden zusammen eine verschreibungspflichtige Kombinationspille zur Schwangerschaftsverhütung, unter anderem enthalten in Microgynon. Häufige Nebenwirkungen sind Stimmungsschwankungen, depressive Stimmungslage, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Brustschmerzen und Gewichtszunahme. Die Pille erhöht leicht das Risiko für Blutgerinnsel; bei Zeichen einer Thrombose, Lungenembolie, eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls suchen Sie dringend ärztliche Hilfe auf.

Junge Frau Mitte zwanzig fährt an einem sonnigen Morgen mit dem Fahrrad entspannt durch eine baumgesäumte Straße
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Stimmungsschwankungen, depressive Stimmungslage[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Bauchschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Brustschmerzen oder Empfindlichkeit der Brust[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Levonorgestrel mit Ethinylestradiol eingesetzt?

Levonorgestrel und Ethinylestradiol sind zwei weibliche Geschlechtshormone: Levonorgestrel ist ein Gestagen, Ethinylestradiol ein Östrogen. In einer Tablette zusammen bilden sie eine verschreibungspflichtige Kombinationspille zur Schwangerschaftsverhütung, die wegen der geringen Hormonmenge auch als niedrig dosierte "Pille" bezeichnet wird [1, 2]. Mehr zu dieser Gruppe lesen Sie unter Hormonelle Verhütungsmittel.

Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Asumate 30 mit 150 Mikrogramm Levonorgestrel und 30 Mikrogramm Ethinylestradiol je Filmtablette [1, 2]. Laut einer Liste der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Stand Dezember 2022) ist in Deutschland unter dem Namen Microgynon ein Präparat mit diesen beiden Wirkstoffen in der Stärke 150 Mikrogramm / 30 Mikrogramm als überzogene Tablette zugelassen [4]. Bevor die Ärztin oder der Arzt die Pille verschreibt, fragt sie oder er sorgfältig nach der eigenen Krankengeschichte und der naher Verwandter, misst den Blutdruck und führt je nach Situation weitere Untersuchungen durch [1]. Laut Fachinformation sollten dabei die persönlichen Risikofaktoren, vor allem für Blutgerinnsel in den Venen, berücksichtigt werden [2].

Pillen ohne Östrogen, die nur ein Gestagen enthalten (etwa Drospirenon als "reine Gestagenpille"), sind eigene Arzneimittel mit eigener Packungsbeilage. Die Angaben auf dieser Seite gelten für die Kombinationspille mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol [1].

Wie wirkt Levonorgestrel mit Ethinylestradiol?

Die empfängnisverhütende Wirkung beruht laut Fachinformation auf mehreren Faktoren; die wichtigsten sind die Hemmung des Eisprungs (Ovulation) und Veränderungen des Schleims am Gebärmutterhals [2]. Laut Packungsbeilage verändert die Pille die monatlichen Schwankungen der Körpertemperatur und des Gebärmutterhalsschleims; Kalender- oder Temperaturmethoden eignen sich deshalb nicht als zusätzliche Verhütung [1].

Als Maß für die Zuverlässigkeit nennt die Fachinformation einen Pearl-Index von 0,59, bezogen auf Methodenversagen und Anwendungsfehler zusammen [2]. Levonorgestrel wird nach der Einnahme rasch und vollständig aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist nach etwa 1 Stunde erreicht [2]. Bei korrekter Anwendung zählen kombinierte hormonale Verhütungsmittel laut Packungsbeilage zu den zuverlässigsten umkehrbaren Verhütungsmethoden [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die Packungsbeilage und Fachinformation von Asumate 30 mit einer Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Anwenderinnen, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Pillen mit diesen Wirkstoffen sind am häufigsten mit Kopfschmerzen sowie Schmier- und Zwischenblutungen verbunden. Die in der Packungsbeilage genannten Nebenwirkungen können in den ersten Monaten nach Beginn der Einnahme auftreten, klingen jedoch normalerweise ab, sobald sich der Körper an die Pille gewöhnt hat [1]. In den ersten Monaten kann es zu unerwarteten Blutungen außerhalb der Einnahmepause kommen; halten sie über einige Monate an oder beginnen sie später erneut, muss die Ärztin oder der Arzt die Ursache klären [1]. Mehr dazu unter Zyklusstörungen.

Etwas häufiger bei Frauen, die die Pille nehmen, wurden außerdem Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs, erhöhter Blutdruck sowie Leberfunktionsstörungen und Lebertumoren berichtet; ob die Pille diese Erhöhung verursacht, ist ungeklärt [1]. Brustkrebs wird bei Pillenanwenderinnen etwas häufiger festgestellt, möglicherweise auch, weil sie öfter untersucht werden; nach dem Absetzen nimmt das Auftreten von Brusttumoren ab [1].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • ImmunsystemÜberempfindlichkeit[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • PsycheZunahme des sexuellen Verlangens (Libidozunahme)[1, 2]
  • AugenUnverträglichkeit von Kontaktlinsen[1, 2]
  • HautKnotenrose mit schmerzhaften, rötlichen Hautknoten (Erythema nodosum), Hautausschlag mit Rötung oder Entzündung in konzentrischen Kreisen (Erythema multiforme)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • Geschlechtsorgane und BrustAusfluss aus der Scheide oder aus der Brust[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenGewichtsabnahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtsabnahme
  • Gefäße und KreislaufGesundheitsschädliche Blutgerinnsel in einer Vene oder Arterie, etwa in einem Bein oder Fuß (tiefe Beinvenenthrombose), in der Lunge (Lungenembolie), Herzinfarkt, Schlaganfall, vorübergehende schlaganfallähnliche Beschwerden (transitorische ischämische Attacke) oder Blutgerinnsel in Leber, Magen/Darm, Nieren oder Auge[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Alle kombinierten hormonalen Verhütungsmittel erhöhen das Risiko für Blutgerinnsel in Venen und Arterien leicht, vor allem im ersten Jahr der Anwendung und wenn die Pille nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen wieder begonnen wird. Laut Packungsbeilage erleiden ungefähr 2 von 10.000 Frauen ohne kombiniertes Verhütungsmittel, die nicht schwanger sind, im Lauf eines Jahres ein Blutgerinnsel; mit einer Levonorgestrel enthaltenden Kombinationspille sind es ungefähr 5 bis 7 von 10.000. Das Gesamtrisiko ist gering, doch Blutgerinnsel heilen nicht immer vollständig aus und verlaufen sehr selten tödlich [1]. Nach dem Absetzen kehrt das Risiko innerhalb weniger Wochen auf den Normalwert zurück [1]. Mehr dazu unter Thromboserisiko.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Junge Frau Mitte zwanzig steht bei einer Pause auf einer langen Reise im Gang eines Zugs und streckt die Beine
Bild: KI-generiert

Risiko für Blutgerinnsel senken: Rauchen kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall unter der Pille erhöhen; die Packungsbeilage rät, mit dem Rauchen aufzuhören [1]. Flugreisen über 4 Stunden können das Risiko für ein Blutgerinnsel vorübergehend erhöhen. Auch eine Operation oder längere Bettlägerigkeit erhöht es; unter Umständen muss die Pille mehrere Wochen vorher abgesetzt werden; fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wann Sie sie wieder beginnen können [1]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn sich ein Risikofaktor ändert, etwa wenn Sie stark zunehmen oder bei einem nahen Angehörigen eine Thrombose auftritt [1].

Stimmung und Blutungen: Bemerken Sie Stimmungsschwankungen oder depressive Beschwerden, lassen Sie sich so schnell wie möglich ärztlich beraten [1]. Bleibt die Blutung in der Einnahmepause in zwei aufeinanderfolgenden Zyklen aus, suchen Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf, um eine Schwangerschaft auszuschließen; haben Sie alle Tabletten richtig genommen, nicht erbrochen, keinen schweren Durchfall gehabt und keine anderen Arzneimittel genommen, ist eine Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich [1]. Untersuchen Sie regelmäßig Ihre Brüste und gehen Sie bei Knoten zur Ärztin oder zum Arzt [1].

Weitere Beschwerden: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Nebenwirkungen bekommen, insbesondere wenn diese schwerwiegend und anhaltend sind, oder wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Sagen Sie jeder Ärztin, jedem Arzt, jeder Zahnärztin, jedem Zahnarzt und Ihrer Apotheke, dass Sie die Pille nehmen. Dort erfahren Sie, ob Sie wegen eines anderen Arzneimittels zusätzlich verhüten müssen, etwa mit Kondomen, und wie lange [1]. Einige Arzneimittel können die Blutspiegel der Pille beeinflussen und die empfängnisverhütende Wirkung mindern oder unerwartete Blutungen auslösen; umgekehrt kann die Pille die Wirkung anderer Mittel verändern, etwa von Lamotrigin gegen Epilepsie [1, 2]. Hintergründe bietet der Ratgeber Pille und Antibiotika.

Wechselwirkungen von Levonorgestrel/Ethinylestradiol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Mittel gegen Epilepsie (z. B. Primidon, Phenytoin, Barbiturate, Carbamazepin, Oxcarbazepin), Tuberkulose (z. B. Rifampicin), HIV- und Hepatitis-C-Infektionen (z. B. Ritonavir, Nevirapin, Efavirenz), Pilzinfektionen (z. B. Griseofulvin, Ketoconazol), Metoclopramid, Etoricoxib, Calciumkanalblocker (z. B. Verapamil, Diltiazem), Bosentan sowie JohanniskrautKönnen die Blutspiegel der Pille beeinflussen; die empfängnisverhütende Wirkung kann nachlassen oder es kommt zu unerwarteten Blutungen[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen, ob und wie lange zusätzlich verhütet werden muss (z. B. Kondom)
Ciclosporin, Lamotrigin (gegen Epilepsie), Theophyllin, TizanidinDie Pille kann ihre Wirksamkeit beeinflussen; mit Lamotrigin könnten Krampfanfälle häufiger auftreten[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Hepatitis-C-Mittel mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir, Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/VoxilaprevirAnstieg des Leberenzyms ALT im Bluttest möglich[1, 2]Nicht zusammen einnehmen; vor Beginn dieser Behandlung verschreibt die Ärztin oder der Arzt ein anderes Verhütungsmittel; 2 Wochen nach Behandlungsende kann mit der Pille wieder begonnen werden
GrapefruitsaftDie Pille sollte nicht zusammen mit Grapefruitsaft eingenommen werden[1]
LabortestsHormonale Verhütungsmittel können die Ergebnisse bestimmter Bluttests beeinflussen[1, 2]Ärztin, Arzt oder Laborpersonal über die Einnahme informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Levonorgestrel mit Ethinylestradiol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, dürfen Sie die Pille nicht nehmen; teilen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, die oder der mit Ihnen eine besser geeignete Verhütungsmethode bespricht [1]. Bei anderen Erkrankungen ist besondere Vorsicht nötig, und es können regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig sein; bricht eine dieser Erkrankungen während der Einnahme aus oder verschlimmert sie sich, informieren Sie ebenfalls Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Die Pille darf nicht von Mädchen eingenommen werden, die noch keine Monatsblutung haben, und soll nach den Wechseljahren nicht angewendet werden [1].

Nicht einnehmen bei

  • Bestehendes oder früheres Blutgerinnsel in einem Blutgefäß der Beine (tiefe Beinvenenthrombose), der Lunge (Lungenembolie) oder eines anderen Organs[1, 2]
  • Bekannte Störung der Blutgerinnung, etwa Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-III-Mangel, Faktor-V-Leiden oder Antiphospholipid-Antikörper[1, 2]
  • Bevorstehende Operation oder längere Bettlägerigkeit[1, 2]
  • Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte; bestehende oder frühere Angina pectoris oder transitorische ischämische Attacke (TIA)[1, 2]
  • Erkrankungen, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöhen: schwerer Diabetes mit Gefäßschäden, sehr hoher Blutdruck, sehr hohe Blutfettwerte (Cholesterin oder Triglyceride), Hyperhomocysteinämie[1, 2]
  • Laut Fachinformation: hohes Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Vene oder Arterie, weil mehrere Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen[2]
  • Migräne mit Aura, bestehend oder früher[1, 2]
  • Bestehende oder frühere Lebererkrankung, solange die Leberwerte nicht normalisiert sind; bestehende oder frühere Lebergeschwülste[1, 2]
  • Laut Fachinformation: bestehende oder frühere Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), wenn sie mit stark erhöhten Triglyceriden einhergeht[2]
  • Bestehender oder früherer Brustkrebs oder Krebs der Genitalorgane oder Verdacht darauf[1, 2]
  • Ungeklärte Blutungen aus der Scheide[1, 2]
  • Ausbleibende Monatsblutung, möglicherweise durch Ernährung oder körperliche Betätigung bedingt[1]
  • Allergie gegen Ethinylestradiol, Levonorgestrel oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Hepatitis C mit Behandlung durch Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir, Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir[1, 2]
  • Schwangerschaft[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Risikofaktoren für Blutgerinnsel in den Venen: starkes Übergewicht (BMI über 30 kg/m²), Blutgerinnsel bei nahen Angehörigen unter 50 Jahren, Operation, Verletzung oder Krankheit mit längerer Bettlägerigkeit oder Gipsbein, höheres Alter (vor allem ab etwa 35 Jahren), Entbindung vor wenigen Wochen; Flugreisen über 4 Stunden können das Risiko vorübergehend erhöhen[1, 2]
  • Risikofaktoren für Blutgerinnsel in den Arterien: Alter über 35 Jahre, Rauchen, Übergewicht, hoher Blutdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall bei nahen Angehörigen unter 50 Jahren, hohe Blutfettwerte, Migräne (vor allem mit Aura), Herzklappenerkrankung oder Vorhofflimmern, Diabetes[1, 2]
  • Rauchen: Bei Anwendung der Pille wird geraten, mit dem Rauchen aufzuhören; wer nicht aufhören kann und älter als 35 Jahre ist, dem kann die Ärztin oder der Arzt eine andere Verhütungsmethode raten[1, 2]
  • Brustkrebs bei einer nahen Verwandten, Leber- oder Gallenblasenerkrankung, Diabetes, Depression, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, hämolytisch-urämisches Syndrom, Sichelzellanämie, erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyceridämie, mit erhöhtem Risiko für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung), oberflächliche Venenentzündung, Krampfadern, Epilepsie, systemischer Lupus erythematodes: Ärztin oder Arzt informieren, gegebenenfalls regelmäßige Kontrollen[1, 2]
  • Erkrankungen, die in einer Schwangerschaft oder bei früherer Hormoneinnahme erstmals auftraten (z. B. Schwerhörigkeit, Porphyrie, Herpes gestationis, Chorea Sydenham), sowie gelblich-braune Pigmentflecken (Chloasma); bei Chloasma direkte Sonne und UV-Licht meiden[1, 2]
  • Die Pille schützt nicht vor HIV-Infektionen oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten[1]
  • Kalender- oder Temperaturmethoden sind als zusätzliche Verhütung ungeeignet, weil die Pille Körpertemperatur und Gebärmutterhalsschleim verändert[1]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Autofahren, Einnahme und Absetzen sagen [1, 2]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit kommen die Angaben von Embryotox hinzu, dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin; zur Stillzeit weicht seine Einstufung von der Fachinformation ab [2, 5]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen eigenen Hinweis. Mehr zur Stillzeit lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft darf die Pille nicht eingenommen werden. Werden Sie während der Einnahme schwanger, beenden Sie die Einnahme sofort und suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Laut Fachinformation fand sich in umfangreichen Untersuchungen weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bei Kindern von Müttern, die vor der Schwangerschaft eine Kombinationspille genommen hatten, noch eine fruchtschädigende Wirkung bei versehentlicher Einnahme in der Schwangerschaft.[1, 2]

Möchten Sie schwanger werden, können Sie die Pille jederzeit absetzen; die Packungsbeilage rät, vor einem Schwangerschaftsversuch die nächste Monatsblutung abzuwarten, damit sich der Geburtstermin leichter berechnen lässt.[1]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang für orale Verhütungsmittel mit "sehr hoch" an: Studien mit mehreren tausend Schwangeren, die im ersten Schwangerschaftsdrittel orale Verhütungsmittel eingenommen hatten, ergaben keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; ein früher geäußerter Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen Fehlbildungen der Harn- und Geschlechtsorgane und des Herzens und einer versehentlichen Einnahme bis in die Frühschwangerschaft hinein ließ sich nicht bestätigen. Zur (versehentlichen) Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel und um die Geburt liegen laut Embryotox keine Erfahrungen vor. Laut Embryotox gibt es in der Schwangerschaft keinen Anwendungsgrund (Indikation) für hormonale Verhütungsmittel; wurde eine übliche Kombinationspille versehentlich bis in die Frühschwangerschaft hinein eingenommen, ist keine weiterführende Diagnostik erforderlich.[5]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

In der Stillzeit sollte die Pille nur nach ärztlicher Anweisung angewendet werden. Laut Fachinformation können Kombinationspillen die Milchmenge verringern und ihre Zusammensetzung verändern; geringe Mengen der Hormone gehen in die Muttermilch über. Die Anwendung wird generell nicht empfohlen, solange nicht vollständig abgestillt ist.[1, 2]

Laut Embryotox liegen veröffentlichte Erfahrungen zu mehr als 150 Mutter-Kind-Paaren mit Kombinationspillen vor. Kombinationspillen können danach die Milchmenge verringern, vor allem wenn die Milchbildung schon vorher schwach war (Laktationsschwäche); eine Veränderung der Zusammensetzung der Muttermilch ist laut Embryotox bisher nicht sicher bestätigt, während die Fachinformation sie als möglich nennt. Abweichend von der Fachinformation, die die Anwendung bis zum vollständigen Abstillen generell nicht empfiehlt, stuft Embryotox die heute üblichen sehr niedrig dosierten Kombinationspillen in der Stillzeit als akzeptabel ein; sie erfordern danach keine Einschränkung des Stillens. Mittel der ersten Wahl für die Verhütung mit Tabletten in der Stillzeit sind laut Embryotox reine Gestagenpräparate (Minipille). Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2, 5]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Es gibt keine Hinweise, dass die Pille die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen beeinflusst.[1, 2]

Einnahme

Jeden Tag etwa zur gleichen Zeit eine Tablette einnehmen, gegebenenfalls mit etwas Flüssigkeit, unabhängig von den Mahlzeiten; die Reihenfolge auf der Blisterpackung beachten.[1]

Erbrechen in den ersten 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme oder schwerer Durchfall: Die Wirkstoffe sind möglicherweise nicht vollständig aufgenommen; so schnell wie möglich eine Tablette aus einer anderen Blisterpackung nehmen, wenn möglich innerhalb von 12 Stunden nach dem üblichen Zeitpunkt, sonst wie bei einer vergessenen Tablette vorgehen.[1, 2]

Absetzen

Die Einnahme kann jederzeit beendet werden. Wenn Sie nicht schwanger werden wollen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über andere sichere Verhütungsmethoden. Nach dem Absetzen kehrt das Risiko für ein Blutgerinnsel innerhalb weniger Wochen auf den Normalwert zurück.[1]

Überdosierung

Schwerwiegende schädliche Folgen nach Einnahme zu vieler Tabletten sind nicht berichtet. Möglich sind Übelkeit, Erbrechen und Blutungen aus der Scheide, auch bei Mädchen vor der ersten Monatsblutung. Bei zu vielen Tabletten oder wenn ein Kind Tabletten geschluckt hat, die Ärztin, den Arzt oder die Apotheke um Rat fragen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage beschreibt ein festes Einnahmeschema mit 21 Tabletten und 7 einnahmefreien Tagen sowie Regeln für den Beginn und für vergessene Tabletten [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; die ausführlichen Regeln für vergessene Tabletten je nach Einnahmewoche, für den Wechsel von einem anderen Verhütungsmittel und für das Verschieben der Blutung stehen in der Packungsbeilage. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie unsicher sind [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Tabletten in der auf der Blisterpackung angegebenen Reihenfolge jeden Tag etwa zur gleichen Zeit ein, mit oder ohne Nahrung und gegebenenfalls mit etwas Flüssigkeit, aber nicht zusammen mit Grapefruitsaft [1]. Die Monatsblutung lässt sich laut Packungsbeilage verschieben, indem die Einnahmepause ausgelassen wird; empfohlen wird das nicht, und Sie sollten vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt fragen. Die Einnahmepause dürfen Sie verkürzen, aber nie verlängern [1].

Sie können die Pille jederzeit absetzen. Möchten Sie nicht schwanger werden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über andere sichere Verhütungsmethoden; möchten Sie schwanger werden, rät die Packungsbeilage, nach dem Absetzen die nächste Monatsblutung abzuwarten [1]. Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen oder hat ein Kind Tabletten geschluckt, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Präparate mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol

Kombinationspillen mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol gibt es von mehreren Herstellern und in verschiedenen Wirkstoffmengen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Asumate 30 [1, 2]. Präparate mit anderen Wirkstoffmengen oder Einnahmeschemata haben eigene Packungsbeilagen. Präparate mit Levonorgestrel allein in höherer Dosis zur Notfallverhütung sind eigene Arzneimittel mit eigener Rezeptregelung [3], die diese Seite nicht beschreibt. Levonorgestrel als einzelner Wirkstoff hat eine eigene Seite: Levonorgestrel.

Präparate mit Levonorgestrel/Ethinylestradiol
PräparatAnbieterHinweis
Asumate 30Exeltis Germany GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 150 Mikrogramm Levonorgestrel und 30 Mikrogramm Ethinylestradiol; Grundlage dieser Seite
Femikadin 30Besins Healthcare Germany GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 150 Mikrogramm Levonorgestrel und 30 Mikrogramm Ethinylestradiol
MicrogynonJenapharm (Bayer Vital GmbH)verschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Asumate 30 150/30 Mikrogramm Filmtabletten. Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Asumate 30 150/30 Mikrogramm Filmtabletten. Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Levonorgestrel und Ethinylestradiol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde List of nationally authorised medicinal products, Active substance: ethinylestradiol / levonorgestrel (PSUSA/00001309/202204). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 01.12.2022. abgerufen am 10.10.2026
  5. Embryotox Embryotox: Kontrazeptiva, orale. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wie hoch ist das Thromboserisiko bei einer Pille mit Levonorgestrel?

Laut Packungsbeilage erleiden ungefähr 2 von 10.000 Frauen, die weder schwanger sind noch ein kombiniertes hormonales Verhütungsmittel anwenden, im Lauf eines Jahres ein Blutgerinnsel. Bei Frauen, die eine Levonorgestrel enthaltende Kombinationspille anwenden, sind es ungefähr 5 bis 7 von 10.000. Am größten ist das Risiko im ersten Jahr der erstmaligen Anwendung; erhöht sein kann es außerdem, wenn die Pille nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen wieder begonnen wird. Starkes Übergewicht, höheres Alter und weitere Risikofaktoren erhöhen es. Rauchen kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen.

Was mache ich, wenn ich die Pille vergessen habe?

Ist die Einnahmezeit einmalig um weniger als 12 Stunden überschritten, holen Sie die Tablette so schnell wie möglich nach und nehmen die folgenden Tabletten wieder zur gewohnten Zeit; der Schutz bleibt bestehen. Bei mehr als 12 Stunden ist der Empfängnisschutz nicht mehr gewährleistet. Was dann zu tun ist, hängt von der Einnahmewoche ab und steht genau in der Packungsbeilage; in bestimmten Fällen müssen Sie dann 7 Tage lang zusätzlich verhüten, etwa mit einem Kondom. Haben Sie mehr als eine Tablette in der aktuellen Blisterpackung vergessen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wirkt die Pille bei Erbrechen oder Durchfall?

Erbrechen Sie in den ersten 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme oder haben Sie schweren Durchfall, sind die Wirkstoffe möglicherweise nicht vollständig aufgenommen worden, ähnlich wie bei einer vergessenen Tablette. Nehmen Sie dann so schnell wie möglich eine Tablette aus einer anderen Blisterpackung, möglichst innerhalb von 12 Stunden nach dem üblichen Zeitpunkt; sonst gelten die Regeln für eine vergessene Tablette.

Welche Medikamente schwächen die Wirkung der Pille ab?

Laut Packungsbeilage können unter anderem bestimmte Mittel gegen Epilepsie, Tuberkulose, HIV- und Hepatitis-C-Infektionen und Pilzinfektionen sowie Johanniskraut die empfängnisverhütende Wirkung mindern oder zu unerwarteten Blutungen führen. Sagen Sie jeder Ärztin, jedem Arzt und Ihrer Apotheke, dass Sie die Pille nehmen; dort erfahren Sie, ob und wie lange Sie zusätzlich verhüten müssen.

Kann die Pille depressiv machen?

Stimmungsschwankungen und eine depressive Stimmungslage gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Anwenderinnen. Laut Packungsbeilage können Depressionen schwerwiegend sein und gelegentlich zu Selbsttötungsgedanken führen. Wenn Sie Stimmungsschwankungen oder depressive Beschwerden bemerken, lassen Sie sich so schnell wie möglich ärztlich beraten.

Macht die Pille dick?

Gewichtszunahme ist eine häufige Nebenwirkung, kann also bis zu 1 von 10 Anwenderinnen betreffen; gelegentlich kommt es zu Wassereinlagerungen. Gewichtsabnahme ist selten. Laut Packungsbeilage können Nebenwirkungen in den ersten Monaten nach Beginn der Einnahme auftreten, klingen jedoch normalerweise ab, sobald sich der Körper an die Pille gewöhnt hat.

Darf ich die Pille in der Stillzeit nehmen?

Laut Packungsbeilage sollten Frauen die Pille in der Stillzeit nur nach ärztlicher Anweisung anwenden. Laut Fachinformation können Kombinationspillen die Milchmenge verringern und die Zusammensetzung der Milch verändern; deshalb wird die Anwendung generell nicht empfohlen, solange nicht vollständig abgestillt ist. Embryotox, das Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité, stuft die heute üblichen sehr niedrig dosierten Kombinationspillen in der Stillzeit dagegen als akzeptabel ein; sie erfordern danach keine Einschränkung des Stillens. Möchten Sie in der Stillzeit die Pille einnehmen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Was ist der Unterschied zur Minipille ohne Östrogen?

Kombinationspillen wie Levonorgestrel mit Ethinylestradiol enthalten zwei Hormone: ein Gestagen und ein Östrogen. Pillen ohne Östrogen enthalten nur ein Gestagen und sind eigene Präparate mit eigener Packungsbeilage, etwa mit Drospirenon. Gegenanzeigen, Warnhinweise und Einnahmeregeln unterscheiden sich; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu