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Drospirenon (Slinda): Nebenwirkungen und Wirkung

Drospirenon ist ein Gestagen; als Slinda ist es eine verschreibungspflichtige reine Gestagenpille zur Schwangerschaftsverhütung, die kein Östrogen enthält und deshalb auch für Frauen infrage kommt, die keine Östrogene vertragen. Häufig sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Akne, Stimmungsschwankungen, Brustbeschwerden und Blutungen in unregelmäßigen Abständen. Bei Anzeichen einer Thrombose wie starken Schmerzen oder Schwellung eines Beins, unerklärlichen Schmerzen im Brustkorb oder Atemnot wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Junge Mutter Anfang dreißig sitzt entspannt auf einem Sofa am Fenster und liest, im Hintergrund ein heller, ruhiger Wohnraum
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Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Bauchschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Verminderte sexuelle Lust (Libido), Stimmungsschwankungen[1, 2]
  • Häufig: Akne[1, 2]
  • Häufig: Brustbeschwerden[1, 2]
  • Häufig: Schmerzhafte Monatsblutung (Dysmenorrhoe), Blutungen und unregelmäßige Blutungen aus der Scheide[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Drospirenon eingesetzt?

Drospirenon ist ein Gestagen, also ein dem Gelbkörperhormon ähnliches weibliches Hormon. Als verschreibungspflichtiges Arzneimittel Slinda dient es der Schwangerschaftsverhütung [1, 2, 3]. Jede Blisterpackung enthält 24 weiße Filmtabletten mit Drospirenon und 4 grüne Filmtabletten ohne Wirkstoff [1]. Mehr zu dieser Gruppe lesen Sie unter Hormonelle Verhütungsmittel.

Weil die Tabletten nur das Gestagen und kein Östrogen enthalten, spricht man von einer reinen Gestagenpille. Im Gegensatz zu Kombinationspillen kann sie laut Packungsbeilage deshalb auch bei Frauen eingesetzt werden, die keine Östrogene vertragen [1]. Kombinationspillen wie Levonorgestrel mit Ethinylestradiol sind eigene Präparate mit eigenen Gegenanzeigen und Einnahmeregeln; die Angaben auf dieser Seite gelten nur für die reine Gestagenpille mit Drospirenon [1].

Vor Beginn oder Wiederaufnahme der Einnahme fragt die Ärztin oder der Arzt nach Ihrer Gesundheit und untersucht Sie einschließlich Blutdruckmessung; wie oft Kontrolluntersuchungen nötig sind, stimmt sie oder er mit Ihnen ab [1]. Laut Fachinformation wird vor Beginn auch eine Schwangerschaft ausgeschlossen [2].

Wie wirkt Drospirenon?

Die empfängnisverhütende Wirkung beruht laut Packungsbeilage auf drei Effekten: Der Eisprung wird verhindert, der Schleim im Gebärmutterhals verändert sich, und die Gebärmutterschleimhaut wird dünner [1]. Laut Fachinformation wird die empfängnisverhütende Wirkung in erster Linie durch eine Hemmung des Eisprungs erreicht [2]. Die Packungsbeilage beschreibt die empfängnisverhütende Wirksamkeit als hoch; ein Nachteil sei, dass Blutungen aus der Scheide in unregelmäßigen Abständen auftreten oder ganz ausbleiben können [1].

Drospirenon gehört zu den Abkömmlingen von Spironolacton. Es wirkt außerdem antiandrogen und schwach antimineralokortikoid und ähnelt in seinem pharmakologischen Profil laut Fachinformation sehr dem körpereigenen Progesteron [2]. Laut Fachinformation ist Drospirenon ein Aldosteron-Antagonist mit kaliumsparenden Eigenschaften; in den meisten Fällen ist aber nicht mit einem Anstieg des Kaliumwerts zu rechnen [2]. Die Halbwertszeit im Blut beträgt 32 Stunden [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die die Packungsbeilage von Slinda mit einer Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Anwenderinnen, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation waren in einer Langzeitstudie mit 2.700 Frauen Akne (3,8 Prozent), Zwischenblutungen (2,9 Prozent), Kopfschmerzen (2,7 Prozent) und Brustschmerzen (2,2 Prozent) die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen [2]. Blutungen können so schwach sein, dass keine Binde nötig ist, oder so stark wie eine reguläre Monatsblutung; sie können auch ganz ausbleiben. Unregelmäßige Blutungen sind laut Packungsbeilage kein Zeichen für einen verminderten Schutz [1]. Mehr dazu unter Zyklusstörungen.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • AugenKontaktlinsenunverträglichkeit[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenGewichtsverlust[1, 2]Mehr dazu: Gewichtsabnahme
  • Nieren und HarnwegeVermehrte Harnproduktion (Polyurie)[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
  • Geschlechtsorgane und BrustZysten in der Brust, Ausfluss aus der Brust (Galaktorrhoe), Juckreiz im Genitalbereich[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
  • Geschlechtsorgane und BrustUngewöhnlicher Schleim im Gebärmutterhals (Zervixschleim); laut Fachinformation Zellveränderungen am Gebärmutterhals (zervikale Dysplasie)[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß verstopfen kann, etwa in den tiefen Beinvenen. Löst es sich und gelangt in die Lunge, kommt es zu einer Lungenembolie, die tödlich verlaufen kann. Unter reinen Gestagenpillen besteht möglicherweise ein leicht erhöhtes Risiko für eine Thrombose [1]. Laut Packungsbeilage gibt es keinen Hinweis auf einen Zusammenhang mit Herzinfarkt oder Schlaganfall, laut Fachinformation geben Studien wenig Hinweise darauf; dieses Risiko steht vielmehr in Verbindung mit zunehmendem Alter, Bluthochdruck und Rauchen. Bei Frauen mit Bluthochdruck kann das Schlaganfallrisiko leicht erhöht sein [1, 2]. Mehr dazu unter Thromboserisiko.

Brustkrebs wurde bei Frauen, die Kombinationspillen nehmen, etwas häufiger festgestellt; es wird angenommen, dass das Risiko bei reinen Gestagenpillen vergleichbar ist, die Datenlage ist aber weniger eindeutig. Untersuchen Sie regelmäßig Ihre Brüste [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Junge Frau Anfang dreißig steht morgens in einer hellen Küche und trinkt ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Unregelmäßige Blutungen: Nehmen Sie die Tabletten auch bei Blutungen oder ausbleibenden Blutungen ohne Unterbrechung weiter ein; im Allgemeinen müssen Sie nichts unternehmen [1]. Sind die Blutungen sehr stark oder dauern sie länger an, suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Treten sie sehr häufig oder unregelmäßig auf, sollte laut Packungsbeilage eine andere Verhütungsmethode in Betracht gezogen werden [1]. Bleiben die Blutungen aus und haben Sie die Tabletten nicht nach dem vorgegebenen Schema eingenommen, machen Sie einen Schwangerschaftstest [1].

Stimmung: Lassen Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Beschwerden so rasch wie möglich ärztlich beraten, laut Fachinformation auch dann, wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten [1, 2]. Mehr dazu unter Depression als Nebenwirkung.

Weitere Beschwerden: Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen; dort erfahren Sie, ob und wie lange Sie zusätzlich verhüten müssen und ob andere Arzneimittel angepasst werden müssen [1]. Laut Fachinformation kann die Wirkung von Arzneimitteln, die bestimmte Enzyme anregen (Enzyminduktion), schon nach wenigen Tagen einsetzen und nach dem Absetzen noch etwa 4 Wochen anhalten; deshalb wird bei kurzer Behandlung bis 28 Tage danach zusätzlich verhütet [1, 2]. Bei langer Behandlung mit solchen Mitteln wird möglicherweise eine nicht-hormonelle Verhütungsmethode empfohlen [1]. Grapefruits und Grapefruitsaft sollten Sie während der Einnahme meiden [1].

Wechselwirkungen von Drospirenon
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Mittel gegen Epilepsie (z. B. Primidon, Phenytoin, Barbiturate, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Felbamat, Topiramat), Tuberkulose (z. B. Rifampicin), HIV-Infektionen (z. B. Ritonavir, Nelfinavir, Nevirapin, Efavirenz), Hepatitis C (z. B. Boceprevir, Telaprevir), Griseofulvin, Bosentan, JohanniskrautKönnen die Blutspiegel der Pille beeinflussen, den Schutz vor einer Schwangerschaft vermindern oder zu unerwarteten Blutungen führen[1, 2]Bei Kurzzeitbehandlung zusätzlich eine Barrieremethode während der gesamten Zeit und bis 28 Tage danach; bei Langzeitbehandlung möglicherweise nicht-hormonelle Verhütung, ärztlich besprechen
Clarithromycin, Erythromycin, Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol, Voriconazol, Diltiazem, laut Fachinformation auch Verapamil (CYP3A4-Hemmer)Können laut Fachinformation die Konzentration des Gestagens im Blut erhöhen; die klinische Bedeutung ist laut Fachinformation unbekannt[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
CiclosporinWirkung kann verstärkt sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Lamotrigin (gegen Epilepsie)Wirkung kann vermindert sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Aldosteron-Antagonisten und kaliumsparende EntwässerungsmittelKaliumwert im Blut kann steigen[1, 2]Kaliumwert im ersten Behandlungszyklus kontrollieren lassen
Grapefruit und GrapefruitsaftKönnen die Konzentration des Gestagens im Blut erhöhen[1, 2]Während der Einnahme meiden
LaboruntersuchungenHormonelle Verhütungsmittel können Ergebnisse mancher Laboruntersuchungen beeinflussen (z. B. Leber-, Schilddrüsen-, Nieren- und Gerinnungswerte)[2]Ärztin, Arzt oder Labor informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Drospirenon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Tritt einer der Umstände aus der Liste "Nicht einnehmen bei" während der Einnahme auf, brechen Sie die Einnahme sofort ab und informieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Treten bestimmte Umstände aus der Liste "Besondere Vorsicht bei" (etwa Diabetes, hoher Blutdruck oder ein Chloasma) erstmals auf oder verschlimmern sie sich, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet, ob Sie die Einnahme beenden müssen, und rät gegebenenfalls zu einer nicht-hormonellen Verhütungsmethode [1]. Haben Sie eine eingeschränkte Nierenfunktion, wird im ersten Behandlungszyklus der Kaliumwert im Blut kontrolliert [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Drospirenon oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Blutgerinnsel in einem Blutgefäß, z. B. in den Beinen (tiefe Venenthrombose) oder in der Lunge (Lungenembolie)[1, 2]
  • Bestehende oder frühere Lebererkrankung, solange sich die Leberfunktion nicht normalisiert hat[1, 2]
  • Eingeschränkte Nierenfunktion (Nierenversagen); laut Fachinformation schwere Niereninsuffizienz oder akutes Nierenversagen[1, 2]
  • Geschlechtshormonabhängiger Krebs, z. B. bestimmte Arten von Brustkrebs, oder Verdacht darauf[1, 2]
  • Nicht abgeklärte Blutungen aus der Scheide[1, 2]
  • Schwangerschaft oder Verdacht auf eine Schwangerschaft[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Frühere Thrombose, Leberkrebs, Gelbsucht oder andere Leberfunktionsstörungen, früherer Brustkrebs, Diabetes, hoher Blutdruck oder eingeschränkte Nierenfunktion: vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen; tritt einer dieser Umstände erstmals auf oder verschlechtert er sich, die Ärztin oder den Arzt informieren[1, 2]
  • Thromboserisiko: Unter Gestagen-Monopräparaten besteht möglicherweise ein leicht erhöhtes Risiko. Es steigt, wenn Eltern oder Geschwister in relativ jungen Jahren eine Thrombose hatten, mit zunehmendem Alter, bei Übergewicht, längerer Bettlägerigkeit, größeren Operationen oder ausgedehnten Verletzungen[1, 2]
  • Geplante Operation oder Bettlägerigkeit: mindestens vier Wochen vorher ärztlichen Rat einholen; laut Fachinformation ist es bei längerer Ruhigstellung ratsam, die Pille abzusetzen[1, 2]
  • Bluthochdruck: Das Schlaganfallrisiko kann unter Gestagen-Monopräparaten leicht erhöht sein[1, 2]
  • Eingeschränkte Nierenfunktion oder gleichzeitige Einnahme kaliumsparender Mittel: Kontrolle des Kaliumwerts im ersten Behandlungszyklus[1, 2]
  • Chloasma (gelblich-braune Flecken auf der Haut, vorwiegend im Gesicht) jetzt oder früher: zu viel Sonne und UV-Licht meiden[1, 2]
  • Knochendichte: Laut Fachinformation sinkt unter der Einnahme der Estradiolspiegel; ob das die Knochendichte klinisch bedeutsam beeinflusst, ist nicht bekannt, besonders kritisch wären Verluste in Jugend und jungem Erwachsenenalter[2]
  • Mädchen vor der ersten Monatsblutung: Einnahme erst nach der ersten Monatsblutung (Menarche)[1, 2]
  • Kein Schutz vor HIV-Infektionen oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Autofahren, Einnahme und Absetzen sagen [1, 2]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit kommen die Angaben von Embryotox hinzu, dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin [4]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen eigenen Hinweis. Mehr zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

Nehmen Sie die Pille nicht ein, wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein. Die Einnahme vor oder während einer Schwangerschaft hat nicht gezeigt, dass das Risiko für Geburtsfehler erhöht wird; unerwünschte Wirkungen können jedoch nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]

Auf seiner Seite zu oralen Verhütungsmitteln, die Kombinationspillen und reine Gestagenpillen umfasst, gibt Embryotox den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an: Studien mit mehreren tausend Schwangeren, die im ersten Schwangerschaftsdrittel orale Verhütungsmittel eingenommen hatten, ergaben keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Zur (versehentlichen) Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel und um die Geburt liegen laut Embryotox keine Erfahrungen vor. Wurde eine übliche Gestagenpille versehentlich bis in die Frühschwangerschaft hinein eingenommen, ist laut Embryotox keine weiterführende Diagnostik erforderlich.[4]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Slinda kann in der Stillzeit eingenommen werden. Sehr geringe Mengen Drospirenon gelangen in die Muttermilch; laut Fachinformation entspricht die tägliche Menge beim Säugling weniger als 1 Prozent der mütterlichen Dosis, Auswirkungen auf gestillte Kinder sind nicht zu erwarten.[1, 2]

Laut Embryotox liegen veröffentlichte Erfahrungen zu mehr als 300 Mutter-Kind-Paaren mit reinen Gestagenpillen vor; reine Gestagenpillen beeinflussen danach weder die Menge noch die Qualität der Muttermilch. Embryotox nennt reine Gestagenpräparate (Minipille) die Mittel der ersten Wahl für die Verhütung mit Tabletten in der Stillzeit.[4]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Es gibt keine Hinweise, dass hormonelle Verhütungsmittel die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen beeinflussen; Studien mit Slinda dazu gibt es nicht.[1, 2]

Einnahme

Jeden Tag eine Filmtablette möglichst immer zur selben Uhrzeit einnehmen, sodass zwischen zwei Tabletten 24 Stunden liegen, gegebenenfalls mit etwas Wasser, mit oder ohne Nahrung. Reihenfolge auf der Blisterpackung einhalten. Auch bei Blutungen oder ausbleibenden Blutungen ohne Unterbrechung weiter einnehmen; bei richtiger Einnahme besteht der Schutz auch an den 4 Tagen mit wirkstofffreien Tabletten.[1, 2]

Erbrechen oder schwerer Durchfall innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach einer weißen Tablette: so schnell wie möglich eine weitere weiße Tablette aus einem anderen Blisterstreifen einnehmen, möglichst innerhalb von 24 Stunden nach dem üblichen Zeitpunkt; sonst wie bei einer vergessenen Tablette vorgehen.[1, 2]

Absetzen

Die Einnahme kann jederzeit beendet werden; danach besteht kein Schutz vor einer Schwangerschaft mehr.[1]

Überdosierung

Schwerwiegende schädliche Folgen nach zu vielen Tabletten sind nicht berichtet; möglich sind Übelkeit, Erbrechen und leichte vaginale Blutungen. Fragen Sie trotzdem Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat, da Blutuntersuchungen durchgeführt werden sollten; laut Fachinformation werden Kalium, Natrium und Zeichen einer Übersäuerung überwacht.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage beschreibt ein durchgehendes Einnahmeschema mit 28 Tabletten ohne Pause sowie Regeln für den Beginn, für vergessene Tabletten und für den Beginn nach einer Geburt [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; die Regeln für den Wechsel von einem anderen Verhütungsmittel und für vergessene Tabletten in der ersten Woche oder zwischen Tag 15 und 24 stehen ausführlich in der Packungsbeilage. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie unsicher sind [1].

Einnahme und Absetzen

Beginnen Sie mit der ersten weißen Tablette oben links und folgen Sie den Pfeilen und der Nummerierung auf der Blisterpackung; die beiliegenden Wochentagsaufkleber helfen, die tägliche Einnahme zu kontrollieren [1]. Haben Sie eine Tablette zwischen Tag 15 und 24 vergessen, holen Sie sie nach, nehmen die folgenden weißen Tabletten wie gewohnt, lassen die 4 grünen Tabletten aus und beginnen sofort mit der nächsten Blisterpackung; so bleibt der Schutz erhalten [1]. Wurde eine Tablette in der ersten Woche vergessen und hatten Sie in der Woche davor Geschlechtsverkehr, besteht das Risiko einer Schwangerschaft; wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Sie können die Einnahme jederzeit beenden; ab dann sind Sie nicht mehr vor einer Schwangerschaft geschützt, und Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Was beim Beenden, bei Pausen, vor Operationen und bei Kombinationspillen mit Drospirenon gilt, lesen Sie auf der Seite Drospirenon absetzen. Nach zu vielen Tabletten wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, weil Blutuntersuchungen durchgeführt werden sollten; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Präparate mit Drospirenon

Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Slinda 4 mg Filmtabletten [1, 2]. Drospirenon ist außerdem in Kombinationspillen zusammen mit einem Östrogen enthalten; diese sind eigene Präparate mit eigener Packungsbeilage und eigenen Risiken, die diese Seite nicht beschreibt [2]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Drospirenon
PräparatAnbieterHinweis
SlindaExeltis Germany GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 4 mg Drospirenon (24 wirkstoffhaltige und 4 wirkstofffreie Tabletten je Blister); Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Slinda 4 mg Filmtabletten. Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Slinda 4 mg Filmtabletten. Exeltis Germany GmbH. Stand 03/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Drospirenon. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  4. Embryotox Embryotox: Kontrazeptiva, orale. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Drospirenon und einer Kombinationspille?

Die wirkstoffhaltigen Tabletten von Slinda enthalten nur das Gestagen Drospirenon und kein Östrogen; deshalb heißt sie reine Gestagenpille. Kombinationspillen enthalten zusätzlich ein Östrogen. Laut Packungsbeilage kann Slinda deshalb bei Frauen eingesetzt werden, die keine Östrogene vertragen. Gegenanzeigen, Warnhinweise und Einnahmeregeln unterscheiden sich; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Sind unregelmäßige Blutungen unter Drospirenon normal?

Laut Packungsbeilage können während der Einnahme Blutungen in unregelmäßigen Abständen auftreten, die so schwach sein können, dass keine Binde nötig ist, oder so stark wie eine reguläre Monatsblutung; sie können auch ganz ausbleiben. Unregelmäßige Blutungen sind kein Anzeichen für einen verminderten Schutz, und Sie nehmen die Tabletten im Allgemeinen einfach weiter. Sind die Blutungen sehr stark oder dauern sie länger an, müssen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen.

Was mache ich, wenn ich eine Tablette vergessen habe?

Ist die Einnahme weniger als 24 Stunden überfällig, nehmen Sie die Tablette ein, sobald Sie daran denken, und die folgenden zur gewohnten Zeit; laut Fachinformation ist der Schutz dann nicht herabgesetzt. Ist eine weiße, wirkstoffhaltige Tablette mehr als 24 Stunden überfällig, holen Sie sie ebenfalls nach und verhüten in den nächsten 7 Tagen zusätzlich, etwa mit einem Kondom. Eine vergessene grüne, wirkstofffreie Tablette beeinflusst den Schutz nicht.

Erhöht die Pille mit Drospirenon das Thromboserisiko?

Laut Packungsbeilage besteht möglicherweise ein leicht erhöhtes Thromboserisiko unter reinen Gestagenpillen. Es steigt, wenn Eltern oder Geschwister in relativ jungen Jahren eine Thrombose hatten, mit dem Alter, bei Übergewicht, längerer Bettlägerigkeit, größeren Operationen oder ausgedehnten Verletzungen. Bei Anzeichen wie starken Schmerzen oder Schwellung eines Beins, unerklärlichen Schmerzen im Brustkorb, Atemnot oder ungewöhnlichem Husten, vor allem mit Blutspucken, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Kann ich Drospirenon in der Stillzeit nehmen?

Ja. Laut Packungsbeilage kann Slinda während der Stillzeit eingenommen werden. Sehr geringe Mengen Drospirenon gelangen in die Muttermilch; laut Fachinformation entspricht die tägliche Menge beim Säugling weniger als 1 Prozent der mütterlichen Dosis, sodass keine Auswirkungen auf gestillte Kinder zu erwarten sind. Laut Embryotox beeinflussen reine Gestagenpillen weder die Menge noch die Qualität der Muttermilch. Nach einer Geburt können Sie laut Packungsbeilage zwischen dem 21. und 28. Tag mit der Einnahme beginnen.

Macht Drospirenon dick oder depressiv?

Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen sind häufige Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Anwenderinnen; depressive Stimmung, Depression und Angstzustände sind gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Anwenderinnen. Laut Packungsbeilage können Depressionen schwerwiegend sein und gelegentlich zu Selbsttötungsgedanken führen. Lassen Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Beschwerden so rasch wie möglich ärztlich beraten.

Welche Medikamente schwächen die Wirkung ab?

Unter anderem bestimmte Mittel gegen Epilepsie, Tuberkulose, HIV- und Hepatitis-C-Infektionen, Griseofulvin, Bosentan und Johanniskraut können den Schutz vermindern oder unerwartete Blutungen auslösen. Bei kurzer Behandlung verhüten Sie laut Packungsbeilage während der gesamten Zeit und bis 28 Tage danach zusätzlich mit einer Barrieremethode. Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, ob und wie lange zusätzlich verhütet werden muss.

Bin ich auch an den Tagen mit den grünen Tabletten geschützt?

Ja, wenn Sie die Pille nach dem vorgegebenen Schema ohne Unterbrechung einnehmen, sind Sie laut Packungsbeilage auch während der vier Tage mit den wirkstofffreien grünen Tabletten vor einer Schwangerschaft geschützt. Zwischen zwei Blisterpackungen wird keine Pause eingelegt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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