MedikamenteWirkstoff

Lercanidipin: Nebenwirkungen und Wirkung

Lercanidipin ist ein verschreibungspflichtiger Calciumantagonist gegen leichten bis mittelschweren Bluthochdruck. Häufig treten Kopfschmerzen, beschleunigter Herzschlag, Herzklopfen, Hitzegefühl mit Rötung des Gesichts und geschwollene Fußknöchel auf. Lercanidipin wird am besten morgens mindestens 15 Minuten vor dem Frühstück eingenommen. Während der Behandlung trinken Sie keinen Alkohol und verzichten auf Grapefruit und Grapefruitsaft.

Mann Ende fünfzig deckt am Morgen in einer hellen Küche den Frühstückstisch
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]
  • Häufig: Anschwellen der Fußknöchel durch Flüssigkeitsansammlung (periphere Ödeme)[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Plötzliche Rötung von Gesicht, Hals oder oberem Brustkorb (Hitzegefühl)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Lercanidipin eingesetzt?

Lercanidipin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Calciumkanalblocker, auch Calciumantagonisten genannt [1, 2]. Er wird zur Behandlung von leichtem bis mittelschwerem Bluthochdruck angewendet, der nicht auf eine Erkrankung eines Organs zurückgeht (essenzieller Bluthochdruck) [1, 2].

Laut Fachinformation kann es bei einigen Menschen, deren Blutdruck mit einem einzigen Mittel nicht ausreichend eingestellt ist, nützlich sein, Lercanidipin zusätzlich zu einem Betablocker, einem Entwässerungsmittel oder einem ACE-Hemmer zu geben [2]. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen; laut Packungsbeilage soll Lercanidipin bei ihnen nicht angewendet werden [1, 2].

Wie wirkt Lercanidipin?

Lercanidipin gehört zu den Calciumkanalblockern aus der Gruppe der Dihydropyridine [1, 2]. Es hemmt den Einstrom von Calcium in den Herzmuskel und in die glatte Muskulatur. Seine blutdrucksenkende Wirkung beruht darauf, dass sich die glatte Muskulatur der Gefäße entspannt; die Gefäße erweitern sich, und der Widerstand im Kreislauf sinkt insgesamt [2].

Obwohl Lercanidipin nur kurz im Blut bleibt (Halbwertszeit 8 bis 10 Stunden), hält seine Wirkung 24 Stunden an, weil es sich stark an die Membranen der Zellen bindet. Da sich die Gefäße allmählich erweitern, wurde ein plötzlicher Blutdruckabfall mit Herzrasen nur in seltenen Fällen beobachtet [2]. Bis die größte blutdrucksenkende Wirkung erreicht ist, kann es etwa 2 Wochen dauern [2].

Die Aufnahme ins Blut hängt von der Nahrung ab: Wird Lercanidipin bis zu 2 Stunden nach einer fettreichen Mahlzeit eingenommen, erhöht sich seine Verfügbarkeit um das 4-Fache. Deshalb wird es vor den Mahlzeiten eingenommen [2]. Lercanidipin wird in der Leber über das Enzym CYP3A4 abgebaut; Mittel und Lebensmittel, die dieses Enzym hemmen, können die Menge im Blut erheblich erhöhen [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" ist die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation wurden in klinischen Studien und nach der Markteinführung am häufigsten Wassereinlagerungen in den Beinen (periphere Ödeme), Kopfschmerzen, Hitzegefühl, beschleunigter Herzschlag und Herzklopfen berichtet [2]. Sehr häufige Nebenwirkungen nennt die Packungsbeilage nicht [1]. Laut Fachinformation scheint Lercanidipin keine negativen Auswirkungen auf Blutzucker oder Blutfette zu haben [2].

Bei Menschen mit Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) wurde Lercanidipin mit einer Trübung der Dialyseflüssigkeit in Verbindung gebracht. Sie kann mit einer Bauchfellentzündung durch eine Infektion verwechselt werden und neigt dazu, nach dem Absetzen abzuklingen [2].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • HerzBeschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Allgemeine BeschwerdenAnschwellen der Fußknöchel durch Flüssigkeitsansammlung (periphere Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • Gefäße und KreislaufPlötzliche Rötung von Gesicht, Hals oder oberem Brustkorb (Hitzegefühl)[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • HerzAngina pectoris (Engegefühl im Brustkorb aufgrund ungenügender Blutzufuhr zum Herzen)[1, 2]
  • NervensystemSchläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • Magen und DarmErbrechen, Durchfall[1, 2]Mehr dazu: ErbrechenDurchfall
  • HautNesselsucht (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht
  • ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeit) mit Beschwerden wie Juckreiz, Hautausschlag oder Nesselsucht[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • NervensystemOhnmacht (Synkope)[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeHäufigeres Wasserlassen als gewöhnlich (Pollakisurie)[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
  • Allgemeine BeschwerdenSchmerzen im Brustkorb[1, 2]

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • HerzBei bestehender Angina pectoris häufigere, längere oder schwerere Anfälle, beschrieben für Mittel aus der Gruppe der Dihydropyridine, zu der Lercanidipin gehört; in Einzelfällen Herzinfarkt[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bemerken Sie ein Engegefühl im Brustkorb (Angina pectoris), eine allergische Reaktion mit Juckreiz, Hautausschlag oder Nesselsucht oder eine Ohnmacht, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; diese Nebenwirkungen sind selten [1]. Bei bestehender Angina pectoris können Mittel aus der Gruppe der Dihydropyridine, zu der Lercanidipin gehört, sehr selten dazu führen, dass die Anfälle häufiger, länger oder schwerer werden; in Einzelfällen kann ein Herzinfarkt auftreten [1, 2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Notrufnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern mit leicht gerötetem Gesicht sitzt im Schatten eines Baumes auf einer Bank
Bild: KI-generiert

Kopfschmerzen, Schwindel und Hitzegefühl: Kopfschmerzen und Hitzegefühl mit plötzlicher Rötung von Gesicht, Hals oder oberem Brustkorb sind häufig, Schwindelgefühl ist gelegentlich [1, 2]. Verursacht Lercanidipin bei Ihnen Schwindelgefühl, Schwäche, Müdigkeit oder Schläfrigkeit, führen Sie keine Fahrzeuge und bedienen Sie keine Maschinen [1, 2]. Mehr zu Hitzewallungen und Kopfschmerzen als Nebenwirkung.

Wassereinlagerungen in den Beinen: Geschwollene Fußknöchel durch Flüssigkeitsansammlung (periphere Ödeme) sind häufig [1, 2]. Die Packungsbeilage nennt dafür keine eigenen Maßnahmen; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Schwellungen bemerken. Mehr unter Wassereinlagerungen durch Medikamente.

Herzklopfen und Herzrasen: Ein beschleunigter Herzschlag und Herzklopfen sind häufig [1, 2]. Mehr unter Herzrasen durch Medikamente.

Alkohol und Grapefruit meiden: Alkohol kann die Wirkung von Lercanidipin verstärken; trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol [1, 2]. Auch Grapefruit und Grapefruitsaft dürfen Sie während der Behandlung nicht zu sich nehmen, weil sie den Lercanidipinspiegel im Blut erhöhen können [1, 2]. Mehr in den Ratgebern Medikamente und Alkohol und Medikamente und Grapefruit.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Lercanidipin darf nicht zusammen mit Ciclosporin eingenommen werden, ebenso nicht mit Mitteln, die seinen Abbau stören, zum Beispiel den Pilzmitteln Ketoconazol und Itraconazol, dem Mittel gegen Viruserkrankungen Ritonavir sowie den Antibiotika Erythromycin, Troleandomycin und Clarithromycin [1, 2]. Midazolam und hoch dosiertes Cimetidin können die Aufnahme bzw. die Wirkung von Lercanidipin erhöhen; Vorsicht ist laut Fachinformation auch bei Terfenadin, Astemizol, Amiodaron, Chinidin und Sotalol geboten [1, 2].

Die Epilepsiemittel Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin sowie das Tuberkulosemittel Rifampicin können die blutdrucksenkende Wirkung von Lercanidipin abschwächen; laut Fachinformation wird die gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen, Vorsicht ist geboten und der Blutdruck sollte häufiger als üblich kontrolliert werden [1, 2]. Zusammen mit dem Betablocker Metoprolol war die Verfügbarkeit von Lercanidipin um 50 % verringert; laut Fachinformation kann Lercanidipin mit Betablockern kombiniert werden, eventuell ist aber eine Dosisanpassung nötig [2]. Wer zugleich Digoxin einnimmt, sollte laut Fachinformation sorgfältig auf Zeichen einer Digoxin-Vergiftung beobachtet werden. Die Menge von Simvastatin im Blut stieg in einer Studie an; wird Lercanidipin morgens und Simvastatin abends eingenommen, ist laut Fachinformation keine Wechselwirkung zu erwarten [1, 2]. Andere blutdrucksenkende Mittel können die Blutdrucksenkung verstärken [1, 2].

Wechselwirkungen von Lercanidipin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
CiclosporinErhöhte Blutspiegel beider Wirkstoffe[1, 2]Darf nicht zusammen angewendet werden
Ketoconazol, Itraconazol (Pilzmittel), Ritonavir (Mittel gegen Viruserkrankungen), Erythromycin, Troleandomycin, Clarithromycin (Antibiotika)Stören den Abbau von Lercanidipin; in einer Studie mit Ketoconazol erhöhte sich die Menge des wirksamen S-Lercanidipins im Blut (AUC) um das 15-Fache[1, 2]Darf nicht zusammen angewendet werden
Terfenadin, Astemizol (Allergiemittel), Amiodaron, Chinidin, Sotalol (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen)Werden wie Lercanidipin über CYP3A4 abgebaut; Wirkung oder Nebenwirkungen können sich ändern[1, 2]Laut Fachinformation Vorsicht; ärztlich besprechen
Midazolam (Schlafmittel)Aufnahme von Lercanidipin um etwa 40 % erhöht[1, 2]Ärztlich besprechen
Cimetidin in Tagesdosen über 800 mgVerfügbarkeit und blutdrucksenkende Wirkung von Lercanidipin können verstärkt werden[1, 2]Ärztlich besprechen
Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin (Epilepsiemittel), Rifampicin (Tuberkulosemittel)Blutdrucksenkende Wirkung von Lercanidipin kann abgeschwächt werden[1, 2]Laut Fachinformation gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen; Vorsicht, Blutdruck häufiger als üblich kontrollieren lassen
Betablocker wie MetoprololZusammen mit Metoprolol war die Verfügbarkeit von Lercanidipin um 50 % verringert; das kann auch bei anderen Betablockern auftreten[1, 2]Laut Fachinformation kombinierbar, eventuell ist eine Dosisanpassung erforderlich
DigoxinHöchster Digoxinspiegel im Blut stieg in einer Studie im Mittel um 33 %[1, 2]Laut Fachinformation sorgfältig auf Zeichen einer Digoxin-Vergiftung achten lassen
SimvastatinMenge von Simvastatin im Blut (AUC) stieg in einer Studie um 56 %; eine klinische Bedeutung ist laut Fachinformation unwahrscheinlich[1, 2]Laut Fachinformation keine Wechselwirkung zu erwarten, wenn Lercanidipin morgens und Simvastatin abends eingenommen wird
Grapefruit und GrapefruitsaftLercanidipinspiegel im Blut kann ansteigen, die Blutdrucksenkung sich verstärken[1, 2]Während der Behandlung keine Grapefruit essen und keinen Grapefruitsaft trinken
Andere blutdrucksenkende oder den Blutdruck beeinflussende Mittel, zum Beispiel Alphablocker gegen Beschwerden beim Wasserlassen, trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika; KortikosteroideBlutdrucksenkung kann sich verstärken; Kortikosteroide können sie abschwächen[1, 2]Ärztlich besprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Lercanidipin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Lercanidipin darf unter anderem bei unbehandelter Herzschwäche, bei instabiler Angina pectoris, innerhalb eines Monats nach einem Herzinfarkt, bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen und bei Dialyse nicht eingenommen werden [1, 2]. In der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird es nicht empfohlen; in der Stillzeit soll es nicht angewendet werden [1, 2]. Haben Sie ein Sinusknotensyndrom ohne Herzschrittmacher, eine Funktionsstörung der linken Herzhälfte oder eine leichte bis mittelschwere Leber- oder Nierenerkrankung, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Lercanidipin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Unbehandelte Herzschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]
  • Behinderung des Blutabflusses aus der linken Herzkammer[1, 2]
  • Instabile Angina pectoris (Ruheangina oder sich stufenweise verschlimmernde Angina pectoris)[1, 2]
  • Herzinfarkt vor weniger als einem Monat[1, 2]
  • Schwere Leber- oder Nierenerkrankung (laut Fachinformation GFR unter 30 ml/min), auch bei Dialyse[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme starker CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir, Erythromycin, Troleandomycin oder Clarithromycin, von Ciclosporin oder von Grapefruit bzw. Grapefruitsaft[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Sinusknotensyndrom ohne Herzschrittmacher[1, 2]
  • Funktionsstörung der linken Herzhälfte[1, 2]
  • Ischämische Herzkrankheit oder bereits bestehende Angina pectoris[1, 2]
  • Leichte bis mittelschwere Leber- oder Nierenerkrankung: Vorsicht zu Beginn und bei Dosiserhöhung; bei Leberfunktionsstörungen kann die Blutdrucksenkung stärker sein[1, 2]
  • Ältere Menschen: besondere Vorsicht zu Beginn der Behandlung[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen; laut Packungsbeilage nicht anwenden[1, 2]
  • Schwangerschaft und Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten: Anwendung nicht empfohlen; Stillzeit: soll nicht angewendet werden[1, 2]
  • Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse): Lercanidipin wurde mit trübem Dialysat in Verbindung gebracht, das mit einer infektiösen Bauchfellentzündung verwechselt werden kann; die Trübung neigt dazu, nach dem Absetzen abzuklingen[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Während der Behandlung sollten Sie keinen Alkohol trinken [1]. In der Schwangerschaft wird Lercanidipin nicht empfohlen; in der Stillzeit soll es nicht angewendet werden. Sind Sie schwanger, vermuten oder planen Sie eine Schwangerschaft oder verhüten Sie nicht, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation sagen [1, 2].

Schwangerschaft

Lercanidipin wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen, ebenso nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten. Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren vor. Laut Fachinformation zeigten Tierversuche mit Lercanidipin keine Fehlbildungen beim Nachwuchs (teratogene Wirkungen), mit anderen Dihydropyridinen wurden solche aber beobachtet. Sind Sie schwanger, vermuten oder planen Sie eine Schwangerschaft oder verhüten Sie nicht, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Lercanidipin soll in der Stillzeit nicht angewendet werden. Ob Lercanidipin oder seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen, ist nicht bekannt; ein Risiko für das Kind kann laut Fachinformation nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol kann die Wirkung von Lercanidipin verstärken. Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Lercanidipin kann Schwindelgefühl, Schwäche, Müdigkeit und Schläfrigkeit verursachen. Ist das bei Ihnen der Fall, führen Sie keine Fahrzeuge und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Jeden Tag zur selben Tageszeit einnehmen, vorzugsweise morgens und mindestens 15 Minuten vor dem Frühstück; die Tablette möglichst unzerkaut mit ausreichend Wasser schlucken. Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen, wenn das Schlucken im Ganzen schwerfällt, nicht zum Teilen in gleiche Dosen.[1, 2]

Einnahme vergessen: diese Dosis auslassen und wie gewohnt weiter einnehmen; nicht die doppelte Menge nehmen.[1]

Absetzen

Wenn Sie die Einnahme abbrechen, kann Ihr Blutdruck wieder ansteigen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung beenden.[1]

Überdosierung

Haben Sie mehr als die verschriebene Dosis eingenommen, wenden Sie sich unverzüglich an eine Ärztin oder einen Arzt oder gehen Sie sofort ins Krankenhaus; nehmen Sie die Packung mit. Der Blutdruck kann zu stark absinken und das Herz unregelmäßig oder schneller schlagen. Wegen der lang anhaltenden Wirkung wird der Zustand von Herz und Kreislauf laut Fachinformation mindestens 24 Stunden lang überwacht.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt eine empfohlene Dosis für Erwachsene, eine mögliche Erhöhung sowie Hinweise für ältere Menschen und bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Lercanidipin jeden Tag zur selben Tageszeit ein, vorzugsweise morgens und mindestens 15 Minuten vor dem Frühstück, und schlucken Sie die Tablette möglichst unzerkaut mit ausreichend Wasser. Die Bruchkerbe dient nur dazu, die Tablette zu teilen, wenn Sie Schwierigkeiten haben, sie im Ganzen zu schlucken, und nicht zum Teilen in gleiche Dosen [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, lassen Sie diese Dosis aus und nehmen Sie Lercanidipin danach wie gewohnt weiter ein, nicht die doppelte Menge [1]. Mehr zur Einnahme im Ratgeber Einnahme vor oder nach dem Essen.

Wenn Sie die Einnahme abbrechen, kann Ihr Blutdruck wieder ansteigen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung beenden [1]. Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen, wenden Sie sich unverzüglich an eine Ärztin oder einen Arzt oder gehen Sie sofort ins Krankenhaus und nehmen Sie die Packung mit; wegen der lang anhaltenden Wirkung wird laut Fachinformation mindestens 24 Stunden überwacht [1, 2].

Präparate mit Lercanidipin

Lercanidipin gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten in zwei Stärken. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage (Stand Januar 2024) und die Fachinformation (Stand März 2024) von Lercanidipin Amarox [1, 2]. Packungsbeilagen anderer Hersteller können andere Fassungen haben, zum Teil mit abweichenden Angaben; maßgeblich ist die Beilage Ihres Präparats. Für Kombinationspräparate, etwa mit Enalapril, gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Lercanidipin
PräparatAnbieterHinweis
Lercanidipin AmaroxAmarox Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 10 und 20 mg; Grundlage dieser Seite
Lercanidipin-HCl STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 10 und 20 mg
CarmenBerlin-Chemie AGverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 10 und 20 mg
LERCANIDIPIN PurenPUREN Pharma GmbH & Co. KGverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lercanidipin Amarox 10 mg Filmtabletten. Amarox Pharma GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Lercanidipin Amarox 10 mg Filmtabletten. Amarox Pharma GmbH. Stand 03/2024. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür nimmt man Lercanidipin?

Lercanidipin ist zur Behandlung von leichtem bis mittelschwerem Bluthochdruck zugelassen, der nicht auf eine andere Erkrankung zurückgeht (essenzielle Hypertonie).

Warum muss Lercanidipin vor dem Frühstück eingenommen werden?

Laut Fachinformation erhöht sich die Verfügbarkeit von Lercanidipin um das 4-Fache, wenn es bis zu 2 Stunden nach einer fettreichen Mahlzeit eingenommen wird. Es soll deshalb vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Packungsbeilage sieht die Einnahme zur selben Tageszeit vor, vorzugsweise morgens und mindestens 15 Minuten vor dem Frühstück.

Welche Nebenwirkungen hat Lercanidipin?

Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, treten Kopfschmerzen, beschleunigter Herzschlag, Herzklopfen, Hitzegefühl mit Rötung des Gesichts und geschwollene Fußknöchel auf. Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100, kommen unter anderem Schwindelgefühl, Blutdruckabfall, Magenbeschwerden, Hautausschlag, Muskelschmerzen und Müdigkeit vor. Weitere Nebenwirkungen sind selten, sehr selten oder in ihrer Häufigkeit nicht bekannt.

Kann Lercanidipin Muskelschmerzen verursachen?

Muskelschmerzen sind eine gelegentliche Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten. Halten sie an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Lercanidipin nehme?

Nein. Laut Packungsbeilage kann Alkohol die Wirkung von Lercanidipin verstärken; trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol.

Darf ich zu Lercanidipin Grapefruitsaft trinken?

Nein. Grapefruitsaft kann den Lercanidipinspiegel im Blut erhöhen. Während der Behandlung dürfen Sie keine Grapefruit essen und keinen Grapefruitsaft trinken.

Darf ich Lercanidipin nehmen, wenn ich schwanger werden kann?

Bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, und in der Schwangerschaft wird Lercanidipin nicht empfohlen; in der Stillzeit soll es nicht angewendet werden. Erfahrungen bei Schwangeren liegen nicht vor. Sind Sie schwanger, planen Sie eine Schwangerschaft oder verhüten Sie nicht, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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