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Statine und weitere Lipidsenker
Statine sind Cholesterinsenker, deren Wirkstoffnamen auf "-statin" enden, zum Beispiel Atorvastatin, Simvastatin oder Rosuvastatin. Sie hemmen in der Leber ein Enzym der Cholesterinbildung. Zu den weiteren Lipidsenkern gehören unter anderem Ezetimib, Bempedoinsäure, Evolocumab und Colestyramin, die an anderen Stellen ansetzen. Als besondere Risiken der Statine beschreiben die Fachinformationen Wirkungen auf die Muskulatur, die sich in seltenen Fällen zu einem Muskelzerfall entwickeln können, veränderte Leberwerte und einen Anstieg des Blutzuckers. In Schwangerschaft und Stillzeit dürfen Statine nicht angewendet werden.

Statine sind Cholesterinsenker; die Wirkstoffnamen der hier beschriebenen Statine enden auf "-statin", zum Beispiel Atorvastatin, Simvastatin oder Rosuvastatin [1, 3, 5]. Sie hemmen in der Leber ein Enzym der Cholesterinbildung, die HMG-CoA-Reduktase [1]. Zu den weiteren Lipidsenkern gehören unter anderem Ezetimib, Bempedoinsäure, der Antikörper Evolocumab und Colestyramin [10, 12, 13, 14]. Als besondere Risiken der Statine beschreiben die Fachinformationen Wirkungen auf die Muskulatur, die sich zu einem Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) entwickeln können, Veränderungen der Leberwerte und einen Anstieg des Blutzuckers bei Menschen mit hohem Diabetesrisiko [1, 3, 5, 7].
Was sind Statine und weitere Lipidsenker?
Statine heißen fachlich HMG-CoA-Reduktase-Hemmer [1, 9]. Die Fachinformationen von Ezetimib, Bempedoinsäure und Evolocumab ordnen diese Wirkstoffe als andere Mittel ein, die den Lipidstoffwechsel beeinflussen [10, 12, 13].
Wie Statine und weitere Lipidsenker wirken
Das Enzym HMG-CoA-Reduktase steuert einen geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der Cholesterinbildung: die Umwandlung einer Vorstufe in Mevalonat, aus dem unter anderem Cholesterin entsteht [1]. Laut Fachinformation von Atorvastatin senkt die Hemmung dieses Enzyms die Cholesterinbildung in der Leber und erhöht die Zahl der LDL-Rezeptoren auf den Leberzellen; dadurch wird LDL-Cholesterin schneller aus dem Blut aufgenommen und abgebaut [1]. Der wichtigste Wirkort von Rosuvastatin ist laut Fachinformation die Leber [5]. Simvastatin wird als unwirksame Vorstufe eingenommen und erst in der Leber in seine wirksame Form umgewandelt [3].
Weitere Lipidsenker: andere Angriffspunkte
Ezetimib hemmt die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm: Es greift am Dünndarm an einem Transporteiweiß (NPC1L1) an, sodass weniger Cholesterin vom Darm in die Leber gelangt [10]. Bempedoinsäure hemmt das Enzym ATP-Citrat-Lyase, das im Stoffwechselweg der Cholesterinbildung vor der HMG-CoA-Reduktase liegt. Das Enzym, das Bempedoinsäure in ihre wirksame Form umwandelt, kommt laut Fachinformation vor allem in der Leber und nicht in der Skelettmuskulatur vor [12].
Evolocumab ist ein Antikörper, der an das Eiweiß PCSK9 bindet. Dadurch kann PCSK9 die LDL-Rezeptoren auf den Leberzellen nicht mehr abbauen, und es stehen mehr Rezeptoren zur Verfügung [13]. Evolocumab wird unter die Haut gespritzt [13]. Colestyramin wird nicht vom Körper aufgenommen: Es bindet im Darm Gallensäuren, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Für neue Gallensäuren verbraucht die Leber Cholesterin aus dem Blut [14].
Wofür Statine und weitere Lipidsenker eingesetzt werden
Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in der Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs:
- Statine: erhöhtes Cholesterin und gemischte Fettstoffwechselstörungen, zusätzlich zu einer Diät, wenn Diät, Bewegung und Gewichtsabnahme nicht ausreichen [1, 3, 5, 7, 9]. Zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind sie je nach Wirkstoff zugelassen bei hohem Risiko für ein erstes Ereignis (Atorvastatin, Rosuvastatin, Pravastatin), bei atherosklerotischer Herzerkrankung oder Diabetes (Simvastatin), nach einem Herzinfarkt oder einer instabilen Angina pectoris (Pravastatin) oder nach einem Eingriff mit dem Herzkatheter bei koronarer Herzkrankheit (Fluvastatin) [1, 3, 5, 7, 9].
- Ezetimib: zusammen mit einem Statin, wenn ein Statin allein nicht ausreicht, oder allein, wenn ein Statin ungeeignet ist oder nicht vertragen wird [10].
- Bempedoinsäure und Evolocumab: bei Erwachsenen, wenn mit der höchsten verträglichen Statin-Dosis die LDL-Zielwerte nicht erreicht werden oder Statine nicht vertragen werden bzw. nicht angewendet werden dürfen, auch zur Verringerung des Herz-Kreislauf-Risikos; Evolocumab bei familiärer Hypercholesterinämie auch für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren [12, 13].
- Colestyramin: zusammen mit einem Statin, wenn das Statin allein nicht ausreicht, oder allein bei isoliert erhöhtem Cholesterin, wenn ein Statin unangemessen ist oder nicht vertragen wird, außerdem bei Durchfall durch Gallensalze und bei Juckreiz und Gelbsucht durch einen teilweisen Verschluss der Gallenwege [14].
Nach der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische KHK (Version 7.0, 2024) "soll" allen Menschen mit koronarer Herzkrankheit unabhängig vom Ausgangswert der Blutfette dauerhaft ein Statin als Mittel der ersten Wahl empfohlen werden (Empfehlung 7-8) [21]. Die Leitlinie beschreibt zwei Strategien, eine Statintherapie in fester Dosis (DEGAM, AkdÄ) und eine Zielwertstrategie (DGIM, DGK, DGPR, DGRW); nur im Rahmen der Zielwertstrategie "kann" Ezetimib (Empfehlung 7-14) und danach ein PCSK9-Hemmer (Empfehlung 7-15) angeboten werden, wenn der Zielwert nicht erreicht wird [21]. Zu Bempedoinsäure spricht die Leitliniengruppe derzeit keine Empfehlung aus [21].
Wirkstoffe der Gruppe
Diese Lipidsenker sind auf dieser Website mit einem geprüften Wirkstoff-Steckbrief beschrieben, einschließlich der Nebenwirkungen mit ihrer Häufigkeit:
- Atorvastatinz. B. Atorvastatin-ratiopharm, Atorvastatin Aristo, Atorvastatin HexalErhöhtes Cholesterin, Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Bempedoinsäurez. B. NilemdoErhöhtes LDL-Cholesterin, Senkung des Herz-Kreislauf-Risikos
- Colestyraminz. B. Quantalan zuckerfrei, Colestyramin-ratiopharmErhöhtes Cholesterin, Durchfall durch Gallensalze, Juckreiz bei Gallenstau
- Evolocumabz. B. RepathaErhöhtes LDL-Cholesterin, Senkung des Herz-Kreislauf-Risikos
- Ezetimibz. B. Ezetimib AbZ, Ezetimib-ratiopharmErhöhtes Cholesterin, allein oder zusammen mit einem Statin
- Fluvastatinz. B. Locol, Fluvastatin PURENErhöhte Blutfette, Vorbeugung nach Eingriff an den Herzkranzgefäßen
- Pravastatinz. B. Pravastatin-ratiopharm, Pravastatin AbZ, Pravastatin HEXALErhöhtes Cholesterin, Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall
- Rosuvastatinz. B. Crestor, Rosuvastatin-ratiopharmErhöhtes Cholesterin, Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall
- Simvastatinz. B. Simvastatin AbZ, Simvastatin-CT, Simvastatin-ratiopharmErhöhtes Cholesterin, Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Die Statine, Ezetimib und Bempedoinsäure liegen als Tabletten vor, Fluvastatin als Retardtablette; Evolocumab wird als Injektionslösung im Fertigpen, in der Fertigspritze oder in einer Patrone angewendet, Colestyramin als Pulver zum Einnehmen [1, 3, 5, 7, 9, 10, 12, 13, 14].
Typische Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen mit ihrer Häufigkeit stehen auf der jeweiligen Wirkstoffseite, die vollständige Liste in der Packungsbeilage Ihres Präparats. Viele Warnhinweise formulieren die Fachinformationen ausdrücklich für Statine bzw. HMG-CoA-Reduktase-Hemmer insgesamt [1, 3, 5, 7]. Die Tabelle zeigt, wie die Produktinformationen der einzelnen Wirkstoffe ausgewählte Nebenwirkungen einstufen; was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
| Wirkstoff | Muskelschmerzen | Kopfschmerzen | Übelkeit | Verstopfung | Durchfall | Leberschäden und erhöhte Leberwerte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Atorvastatin | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig |
| Bempedoinsäure | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | Häufig |
| Colestyramin | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt | Nicht bekannt |
| Evolocumab | Häufig | Häufig | Häufig | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt |
| Ezetimib | Häufig | Häufig | Gelegentlich | Nicht bekannt | Häufig | Häufig |
| Fluvastatin | Selten | Häufig | Häufig | nicht genannt | Nicht bekannt | Häufig |
| Pravastatin | Gelegentlich | Gelegentlich | Gelegentlich | Gelegentlich | Gelegentlich | Sehr selten |
| Rosuvastatin | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Nicht bekannt | Selten |
| Simvastatin | Selten | Selten | Selten | Selten | Selten | Selten |
Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.
Bei Ezetimib gelten einige Einstufungen für die Einnahme zusammen mit einem Statin; die Fachinformation führt die Nebenwirkungen der alleinigen Einnahme und der Kombination getrennt auf [10].
Muskelschmerzen und Muskelerkrankungen
Wie andere HMG-CoA-Reduktase-Hemmer können Statine laut ihren Fachinformationen Muskelschmerzen (Myalgie) und Muskelerkrankungen (Myopathie, Myositis) verursachen, die sich zu einem Zerfall von Muskelzellen (Rhabdomyolyse) entwickeln können [1, 3, 7]. Die Rhabdomyolyse ist laut Fachinformation von Atorvastatin möglicherweise lebensbedrohlich, mit deutlich erhöhter Kreatinkinase (CK), einem Muskelenzym im Blut, und möglichem Nierenversagen; die Fachinformation von Pravastatin beschreibt sie als sehr selten, in etwa einem Fall pro 100.000 Patientenjahren [1, 7]. Das Risiko einer Myopathie ist laut Fachinformation von Simvastatin dosisabhängig und steigt mit Arzneimitteln, die den Abbau von Simvastatin hemmen [3].
Ein erhöhtes Risiko haben laut den Fachinformationen Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion, Schilddrüsenunterfunktion, erblichen Muskelerkrankungen, früheren Muskelproblemen unter einem Statin oder Fibrat oder Alkoholmissbrauch; die Fachinformationen von Atorvastatin und Rosuvastatin nennen auch ein Alter über 70 Jahre, die von Pravastatin ein Alter über 65 Jahre und die von Simvastatin ein Alter ab 65 Jahren sowie das weibliche Geschlecht [1, 3, 5, 7]. Unklare Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit, Muskelschwäche oder Muskelkrämpfe sollen Sie laut den Fachinformationen umgehend Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt melden, laut denen von Atorvastatin und Rosuvastatin besonders zusammen mit Unwohlsein oder Fieber [1, 3, 5, 7]. Muskelschwäche, Muskelempfindlichkeit, Muskelschmerzen, einen Muskelriss oder einen rotbraun verfärbten Urin, besonders zusammen mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur, nennt die Packungsbeilage von Atorvastatin als mögliche Zeichen eines krankhaften Muskelschwunds und als Grund, die Einnahme abzubrechen und umgehend ärztliche Hilfe zu holen [2]. Sehr selten wurde eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie beschrieben, eine anhaltende Muskelschwäche, die auch nach dem Absetzen fortbesteht [1, 3, 5].
Muskelbeschwerden sind auch ohne Statine häufig: In großen Vergleichsstudien über fünf Jahre gaben laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) 95 von 1.000 Menschen unter einem Scheinmedikament (Placebo) und 101 von 1.000 Menschen unter einem Statin Muskelbeschwerden an; das IQWiG hält es nicht für sinnvoll, die Behandlung beim ersten Verdacht zu beenden [22]. Die Leitliniengruppe der NVL Chronische KHK vermutet bei Muskelschmerzen einen starken Nocebo-Effekt; bei Nebenwirkungen "soll" durch eine geringere Dosis oder die Umstellung auf ein anderes Statin versucht werden, die Behandlung fortzuführen (Empfehlung 7-9) [21]. Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Mehr im Ratgeber Nocebo-Effekt.
In wenigen Fällen wurde berichtet, dass Statine eine Myasthenia gravis oder eine Muskelschwäche der Augen (okuläre Myasthenie) auslösen oder verschlechtern; nach einer am 12. Januar 2023 angenommenen Empfehlung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur sollten die Zulassungsinhaber diese Nebenwirkungen in die Produktinformationen der Statine aufnehmen [23, 25]. Bei einer Verschlimmerung sollte das Statin abgesetzt werden [1, 23]. Als Anzeichen nennt die Packungsbeilage von Atorvastatin eine Schwäche in Armen oder Beinen, die sich nach Aktivität verschlimmert, Doppeltsehen, hängende Augenlider, Schluckbeschwerden oder Kurzatmigkeit [2]. Mehr unter Myasthenia gravis.
Leberwerte
Statine können die Leberwerte (Transaminasen) erhöhen. Leberfunktionstests sieht die Fachinformation von Atorvastatin vor Behandlungsbeginn und danach in regelmäßigen Abständen vor, die von Rosuvastatin vor Beginn und drei Monate danach [1, 5]. Bei einem Anstieg auf mehr als das Dreifache des oberen Normwerts sehen die Fachinformationen eine geringere Dosis oder das Absetzen bzw. Unterbrechen der Behandlung vor; Atorvastatin und Pravastatin beziehen das auf eine dauerhafte Erhöhung [1, 5, 7]. Laut Fachinformation von Pravastatin wurde unter Statinen selten über Leberversagen berichtet, teils mit tödlichem Ausgang [7]. Erhöhte Transaminasen wurden auch unter Ezetimib zusammen mit einem Statin und unter Bempedoinsäure beobachtet [10, 12]. Die Packungsbeilagen nennen eine Gelbfärbung von Haut und Augen, dunklen Urin oder hellen Stuhl (Simvastatin) sowie unerwartete Blutungen oder Blutergüsse (Atorvastatin) als Gründe, sich umgehend an die Ärztin oder den Arzt zu wenden [2, 4]. Mehr unter Leberschäden und erhöhte Leberwerte.
Blutzucker und Diabetesrisiko
Laut den Fachinformationen gibt es Hinweise, dass Statine als Substanzklasse den Blutzucker erhöhen und bei manchen Menschen mit hohem Diabetesrisiko einen behandlungsbedürftigen erhöhten Blutzucker hervorrufen können [1, 5]. Nach den Fachinformationen wird dieses Risiko von der Verringerung des Gefäßrisikos durch Statine aufgewogen und sollte deshalb nicht zum Abbruch der Behandlung führen; Menschen mit Risikofaktoren wie erhöhtem Nüchternblutzucker, einem Body-Mass-Index über 30, erhöhten Triglyceriden oder Bluthochdruck werden überwacht [1, 5]. In der Packungsbeilage von Rosuvastatin ist eine Blutzuckererkrankung (Diabetes) als häufig eingestuft, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [6]. Mehr unter Blutzucker und Diabetes Typ 2.
Schlaf, Stimmung, Sexualfunktion und Lunge
Bei einigen Statinen wurden laut den Packungsbeilagen von Atorvastatin, Simvastatin und Pravastatin unter anderem Schlafstörungen einschließlich Albträumen, Gedächtnisverlust, Störungen der Sexualfunktion, Depressionen sowie Atemprobleme mit anhaltendem Husten, Kurzatmigkeit oder Fieber berichtet [2, 4, 8]. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bat die Zulassungsinhaber 2010 nach einem Stufenplanverfahren, Texte zu solchen möglichen Klasseneffekten in die Produktinformationen der Statine aufzunehmen [24]. Die Fachinformationen beschreiben eine interstitielle Lungenkrankheit, die bei einigen Statinen besonders bei Langzeitbehandlung in Ausnahmefällen berichtet wurde, mit Atemnot, trockenem Husten, Erschöpfung, Gewichtsverlust und Fieber; bei Verdacht sollte die Statintherapie abgebrochen werden [1, 5]. Mehr unter Schlafstörungen, Libido und Potenz und Atemnot.
Nebenwirkungen der weiteren Lipidsenker
Bempedoinsäure kann laut Fachinformation den Harnsäurespiegel erhöhen und eine Gicht bei Menschen mit Gicht in der Vorgeschichte oder einer Veranlagung dazu verschlimmern; treten erhöhte Harnsäure und Gichtbeschwerden zusammen auf, wird die Behandlung beendet [12]. Als häufigste unerwünschte Wirkungen von Evolocumab nennt die Fachinformation Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum (7,4 %), Infektionen der oberen Atemwege (4,6 %), Rückenschmerzen (4,4 %), Gelenkschmerzen (3,9 %), Grippe (3,2 %) und Reaktionen an der Injektionsstelle (2,2 %) [13]. Colestyramin kann laut Packungsbeilage eine Verstopfung auslösen oder verschlimmern; eine Langzeitanwendung kann zu einer erhöhten Blutungsneigung in Verbindung mit einem Vitamin-K-Mangel führen, außerdem kann die Folsäure im Blut sinken [14]. Mehr unter Harnsäure und Gicht und Verstopfung.
Wichtige Wechselwirkungen

Simvastatin und Atorvastatin werden über das Enzym CYP3A4 abgebaut; Mittel, die dieses Enzym oder bestimmte Transporteiweiße hemmen, können ihre Spiegel im Blut und das Risiko für Muskelerkrankungen erhöhen [1, 3]. Die Fachinformationen beschreiben unter anderem diese Wechselwirkungen [1, 3, 5, 7]:
| Zusammen mit | Was passieren kann |
|---|---|
| Fusidinsäure zum Einnehmen oder als Spritze (Antibiotikum) | Nicht gleichzeitig und nicht innerhalb von 7 Tagen nach dem Ende der Fusidinsäure-Behandlung; es wurde über Rhabdomyolysen berichtet, einige mit Todesfolge. Das Statin wird für die Dauer der Behandlung unterbrochen [1, 5, 7] |
| Starke CYP3A4-Hemmer wie Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol, Voriconazol, Clarithromycin, Erythromycin, HIV-Protease-Hemmer | Bei Simvastatin kontraindiziert, bei Atorvastatin höhere Blutspiegel und höheres Rhabdomyolyse-Risiko [1, 3]. Pravastatin wird nicht in klinisch relevantem Ausmaß über das Cytochrom-P450-System abgebaut, Rosuvastatin ist ein schlechtes Substrat dieser Enzyme; mit Clarithromycin und anderen Makroliden steigt laut Fachinformation von Pravastatin aber das Risiko muskulärer Störungen unter Statinen [5, 7] |
| Ciclosporin | Bei Simvastatin und Rosuvastatin kontraindiziert; bei Atorvastatin höheres Rhabdomyolyse-Risiko, bei Pravastatin etwa 4-fach höhere Verfügbarkeit im Körper [1, 3, 5, 7]. Ezetimib wird dann mit Vorsicht begonnen [10] |
| Gemfibrozil und andere Fibrate | Höheres Risiko für Muskelerkrankungen; Gemfibrozil ist mit Simvastatin kontraindiziert und mit Rosuvastatin nicht empfohlen, mit Pravastatin sollte ein Fibrat im Allgemeinen vermieden werden [1, 3, 5, 7] |
| Amiodaron, Amlodipin, Verapamil, Diltiazem | Mit bestimmten Simvastatin-Dosen höheres Risiko für Myopathie und Rhabdomyolyse [3] |
| Grapefruitsaft | Simvastatin: während der Behandlung meiden; große Mengen (über 1 Liter am Tag) erhöhten die Menge der wirksamen Form im Blut auf das 7-Fache [3, 4]. Atorvastatin: große Mengen nicht gleichzeitig, laut Packungsbeilage nie mehr als ein oder zwei kleine Gläser am Tag [1, 2]. Pravastatin: laut Fachinformation keine signifikante Wechselwirkung auf den Blutspiegel; Fluvastatin: keine Wechselwirkung zu erwarten [7, 9] |
| Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ wie Phenprocoumon oder Warfarin | Der Gerinnungswert INR kann steigen, laut den Fachinformationen von Rosuvastatin und Pravastatin beim Absetzen oder Verringern des Statins auch sinken; die Werte werden kontrolliert [3, 5, 7]. INR-Erhöhungen wurden auch unter Ezetimib berichtet [10] |
| Colestyramin und andere Anionenaustauscher | Sie können die Aufnahme anderer Arzneimittel verzögern oder vermindern; Simvastatin, Pravastatin und Ezetimib werden zeitversetzt eingenommen [3, 7, 10, 14]. Bei Gerinnungshemmern, Herzglykosiden und der Pille kann Colestyramin die Wirkung laut Packungsbeilage auch bei zeitlichem Abstand stark beeinflussen [14] |
| Bempedoinsäure zusammen mit einem Statin | Höhere Statin-Spiegel, möglicherweise höheres Risiko für Muskelerkrankungen; höhere Simvastatin-Dosen dürfen nicht mit Bempedoinsäure kombiniert werden [12] |
Das IQWiG rät allgemein, unter Statinen auf Grapefruit zu verzichten [22]; die Fachinformationen unterscheiden zwischen den Wirkstoffen. Mehr im Ratgeber Medikamente und Grapefruit.
Die Liste ist nicht vollständig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen, auch ein rezeptfreies. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen; den Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.
Wann Statine und weitere Lipidsenker nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden
Statine dürfen laut den Fachinformationen unter anderem bei einer aktiven bzw. akuten Lebererkrankung oder einer ungeklärten, dauerhaften Erhöhung der Leberwerte sowie in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, Atorvastatin und Rosuvastatin auch nicht bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne geeignete Empfängnisverhütung [1, 3, 5, 7, 9]. Wirkstoffbezogen kommen hinzu: bei Simvastatin starke CYP3A4-Hemmer, Gemfibrozil, Ciclosporin oder Danazol, bei Rosuvastatin eine schwere Nierenfunktionsstörung, eine Myopathie, Ciclosporin und die Hepatitis-C-Kombination Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir, bei Atorvastatin die Hepatitis-C-Mittel Glecaprevir/Pibrentasvir [1, 3, 5]. Ezetimib ist zusammen mit einem Statin bei aktiver Lebererkrankung sowie in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert, Bempedoinsäure in der Schwangerschaft und zusammen mit höheren Simvastatin-Dosen, Colestyramin bei Darmverschluss oder einer Verlegung der Gallengänge; bei Evolocumab nennt die Fachinformation als Gegenanzeige nur eine Überempfindlichkeit [10, 12, 13, 14].
Vorsicht verlangen die Fachinformationen der Statine unter anderem bei den genannten Risikofaktoren für Muskelerkrankungen, bei Myasthenie, auch in der Vorgeschichte, bei erheblichem Alkoholkonsum und bei erhöhtem Diabetesrisiko [1, 2, 3, 4, 5, 7]. Simvastatin sollte laut Fachinformation einige Tage vor geplanten Operationen und bei einer akuten schweren Erkrankung vorübergehend unterbrochen werden; Rosuvastatin sollte bei akuten schweren Erkrankungen, die eine Muskelerkrankung begünstigen, etwa einer Blutvergiftung, nicht angewendet werden [3, 5]. Trifft ein Punkt auf Sie zu, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr im Ratgeber Medikamente vor der OP.
Schwangerschaft und Stillzeit
Statine dürfen laut den Fachinformationen in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden [1, 3, 5, 7, 9]. Laut Fachinformation von Atorvastatin kann die Behandlung der Mutter beim Ungeborenen die Menge von Mevalonat verringern, einer Vorstufe der Cholesterinbildung [1]. Werden Sie während der Behandlung schwanger, unterbrechen bzw. beenden Sie laut den Packungsbeilagen von Simvastatin und Rosuvastatin die Einnahme sofort und informieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [4, 6].
Das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité (Embryotox) berichtet von etwa 3.000 ausgewerteten Schwangerschaften unter Statinen; die Ergebnisse sprechen insgesamt gegen ein substanziell erhöhtes Fehlbildungsrisiko [15, 16]. Eine Registerstudie beschrieb ein geringfügig erhöhtes Risiko für Defekte der Herzscheidewand, einige Auswertungen ein gering erhöhtes Fehlgeburtsrisiko nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel; ein ursächlicher Zusammenhang ist laut Embryotox nicht gesichert [15, 16]. Eine Statinbehandlung sollte laut Embryotox in der Schwangerschaft pausiert werden; nach einer Einnahme im ersten Drittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden [15, 16, 17, 18, 19]. Erscheint eine Statintherapie in der Schwangerschaft unumgänglich, sollten laut den Embryotox-Seiten zu Pravastatin, Rosuvastatin und Fluvastatin die besser untersuchten Wirkstoffe Atorvastatin oder Simvastatin gewählt werden [17, 18, 19]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
In der Stillzeit sollten laut Embryotox vor allem Neugeborene und Frühgeborene unter einer Statinbehandlung nicht gestillt werden; ist die Behandlung der Mutter nach kritischer Prüfung angezeigt (laut den Seiten zu Atorvastatin und Fluvastatin dringend angezeigt), kann das Stillen erwogen werden [15, 16, 17, 18, 19]. Ezetimib darf laut Fachinformation in der Stillzeit nicht angewendet werden, in der Schwangerschaft ohne Statin nur, wenn es unbedingt erforderlich ist [10]. Bempedoinsäure geht laut Fachinformation nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über; die Anwendung in der Stillzeit kann nach Abwägung erwogen werden [12].
Colestyramin kann laut Embryotox nach individueller Prüfung und wenn besser erprobte Alternativen fehlen in der gesamten Schwangerschaft eingesetzt werden; dabei sollte streng auf eine ausreichende, zeitversetzte Zufuhr fettlöslicher Vitamine geachtet werden [20]. Bei einer Gallestauung in der Schwangerschaft (Schwangerschaftscholestase) ist laut Embryotox Ursodeoxycholsäure vorzuziehen [20]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Das Stillen unter Colestyramin erscheint laut Embryotox wegen der fehlenden Aufnahme in den Körper unproblematisch [20]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Absetzen
Laut den Packungsbeilagen von Simvastatin, Rosuvastatin und Ezetimib kann der Cholesterinwert wieder ansteigen, wenn Sie die Einnahme beenden; besprechen Sie das Vorgehen deshalb vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [4, 6, 11]. Vorübergehend unterbrochen wird ein Statin laut den Fachinformationen zum Beispiel während einer Behandlung mit Fusidinsäure zum Einnehmen oder als Spritze [1, 5, 7]. Setzen Sie das Mittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr unter Atorvastatin absetzen und im Ratgeber Medikamente absetzen.
Unterschied zwischen Statinen und den weiteren Lipidsenkern
Statine hemmen die Cholesterinbildung in der Leber, Ezetimib die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm; laut Fachinformation von Ezetimib unterscheidet sich sein Wirkmechanismus von dem der Statine, der Anionenaustauscher wie Colestyramin und der Fibrate [1, 10]. Bempedoinsäure setzt im selben Stoffwechselweg an wie die Statine, aber an einem der HMG-CoA-Reduktase vorgelagerten Enzym; Evolocumab erhöht über das Eiweiß PCSK9 die Zahl der LDL-Rezeptoren, Colestyramin den Cholesterinverbrauch der Leber für neue Gallensäuren [12, 13, 14]. Welcher Wirkstoff für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Blutdrucksenker beschreiben die Gruppenseiten ACE-Hemmer, Sartane und Calciumkanalblocker.
Quellen
- Fachinformation Fachinformation Atorvastatin-ratiopharm® 10 mg / 20 mg / 40 mg / 80 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atorvastatin-ratiopharm® 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Simvastatin-ratiopharm® 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Simvastatin-ratiopharm® 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Rosuvastatin-ratiopharm® 5 mg/10 mg/20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Rosuvastatin-ratiopharm® 5 mg/10 mg/20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Pravastatin-ratiopharm® Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pravastatin-ratiopharm® 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Locol 80 mg Retardtabletten (Fluvastatin). ETHYX PHARMACEUTICALS. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ezetimib-ratiopharm® 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ezetimib-ratiopharm® 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Nilemdo (Bempedoinsäure, EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels. Daiichi Sankyo Europe GmbH (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Repatha (Evolocumab, EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels. Amgen Europe B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quantalan zuckerfrei 4 g, Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Colestyramin). CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH. Stand 02/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Atorvastatin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Simvastatin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Pravastatin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Rosuvastatin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Fluvastatin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Colestyramin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK, Langfassung, Version 7.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-004). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 7.0, 2024 (gültig bis 14.08.2029). abgerufen am 12.10.2026
- Wann sind Statine sinnvoll?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.08.2025. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde PRAC-Signal: HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine), Myasthenia gravis. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Statine: Hinweise zur Umsetzung der Texte zum Risiko von Schlafstörungen, Gedächtnisverlust, sexuellen Störungen, Depressionen und interstitieller Pneumopathie als möglichen Klasseneffekten (Stufenplanverfahren). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 06.04.2010. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde PRAC recommendations on signals adopted at the 9-12 January 2023 PRAC meeting (EMA/PRAC/4770/2023), Abschnitt 1.1: HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (Statine), Myasthenia gravis (EPITT 19822). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC). Stand 06.02.2023 (Empfehlung angenommen am 12.01.2023). abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Was sind Statine und woran erkenne ich sie?
Statine sind Cholesterinsenker, die in der Leber das Enzym HMG-CoA-Reduktase hemmen und so die Cholesterinbildung senken. Ihre Wirkstoffnamen enden auf "-statin", zum Beispiel Atorvastatin, Simvastatin, Rosuvastatin, Pravastatin oder Fluvastatin. Welcher Wirkstoff in Ihrem Präparat steckt, steht auf der Packung und in der Packungsbeilage.
Welche Nebenwirkungen haben Statine?
Die Fachinformationen beschreiben für Statine insgesamt vor allem Muskelschmerzen und Muskelerkrankungen, die sich in seltenen Fällen zu einem Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) entwickeln können, erhöhte Leberwerte und einen Anstieg des Blutzuckers bei Menschen mit hohem Diabetesrisiko. Daneben stehen in den Packungsbeilagen unter anderem Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Wie häufig eine Beschwerde ist, hängt vom Wirkstoff ab; die Tabelle im Abschnitt "Typische Nebenwirkungen" stellt die Angaben nebeneinander.
Was tue ich bei Muskelschmerzen unter einem Statin?
Melden Sie unklare Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, besonders wenn Sie sich zugleich unwohl fühlen oder Fieber haben. Muskelbeschwerden sind auch ohne Statin häufig; das IQWiG rät deshalb, die Behandlung nicht beim ersten Verdacht selbst zu beenden, sondern mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen. Muskelschwäche, Muskelschmerzen oder einen rotbraun verfärbten Urin, besonders zusammen mit Unwohlsein oder Fieber, nennt die Packungsbeilage von Atorvastatin dagegen als Grund, die Einnahme abzubrechen und umgehend ärztliche Hilfe zu suchen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Darf ich mit einem Statin Grapefruitsaft trinken?
Das hängt vom Wirkstoff ab. Bei Simvastatin soll Grapefruitsaft während der Behandlung gemieden werden; bei Atorvastatin rät die Packungsbeilage, nie mehr als ein oder zwei kleine Gläser am Tag zu trinken. Für Pravastatin nennt die Fachinformation keine signifikante Wechselwirkung, bei Fluvastatin ist laut Fachinformation keine zu erwarten. Das IQWiG rät allgemein, unter Statinen auf Grapefruit zu verzichten.
Warum werden unter Statinen die Leberwerte kontrolliert?
Statine können die Leberwerte (Transaminasen) erhöhen; in seltenen Fällen wurde über Leberversagen berichtet. Die Fachinformationen sehen Leberfunktionstests vor Behandlungsbeginn und im Verlauf vor. Bei Gelbfärbung von Haut oder Augen, dunklem Urin oder ungewöhnlichen Blutergüssen wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Erhöhen Statine das Diabetesrisiko?
Laut den Fachinformationen gibt es Hinweise, dass Statine als Substanzklasse den Blutzucker erhöhen und bei manchen Menschen mit hohem Diabetesrisiko eine behandlungsbedürftige Erhöhung hervorrufen können. Nach den Fachinformationen wird dieses Risiko von der Verringerung des Gefäßrisikos aufgewogen und sollte kein Grund sein, die Behandlung abzubrechen. Menschen mit Risikofaktoren werden ärztlich überwacht.
Darf ich in der Schwangerschaft ein Statin nehmen?
Laut den Fachinformationen dürfen Statine in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Embryotox empfiehlt, eine Statinbehandlung in der Schwangerschaft zu pausieren; die bisherigen Studien sprechen insgesamt gegen ein substanziell erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder schwanger geworden sind, sprechen Sie umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was ist der Unterschied zwischen Statinen und Ezetimib?
Statine hemmen die Bildung von Cholesterin in der Leber, Ezetimib hemmt die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm. Ezetimib wird zusammen mit einem Statin eingesetzt, wenn das Statin allein nicht ausreicht, oder allein, wenn ein Statin ungeeignet ist oder nicht vertragen wird. Zusammen mit einem Statin gelten auch dessen Gegenanzeigen, etwa in Schwangerschaft und Stillzeit.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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