ImpfungenImpfung
Hepatitis-A-Impfung: Nebenwirkungen und Reaktionen
Bei Avaxim sind laut Fachinformation leichte Schmerzen an der Einstichstelle und ein allgemeines Schwächegefühl sehr häufig, bei Twinrix Erwachsene Kopfschmerzen, Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle und Müdigkeit. Die Packungsbeilage von VAQTA Kinder nennt Schmerz und Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle als sehr häufig, bei Kleinkindern von 12 bis 23 Monaten auch Rötung. Wenn Sie nach Avaxim eine allergische Reaktion wahrnehmen, kontaktieren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihren Arzt oder gehen Sie sofort zur nächsten Notaufnahme; bei einem anaphylaktischen Schock sollte laut gesund.bund.de sofort die Notrufnummer 112 gerufen werden. Einen Verdacht auf eine Nebenwirkung können Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitteilen oder selbst über das Impfstoff-Meldeformular auf nebenwirkungen.bund.de melden.

Gegen Hepatitis A gibt es in Deutschland Einzelimpfstoffe für Kinder und für Erwachsene sowie den Kombinationsimpfstoff Twinrix, der zugleich gegen Hepatitis B schützen soll [8]. Laut Fachinformation sind bei Avaxim leichte Schmerzen an der Einstichstelle und ein allgemeines Schwächegefühl sehr häufig [1], bei Twinrix Erwachsene Kopfschmerzen, Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle und Müdigkeit [6]. Die Packungsbeilage von VAQTA Kinder nennt Schmerz und Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle als sehr häufig [3]. Kommt es zu einem anaphylaktischen Schock, also einer schweren allergischen Reaktion, sollte laut gesund.bund.de sofort die Notrufnummer 112 gerufen werden [16]. Alle Impfungen im Überblick finden Sie unter Impfungen.
Was die Impfung ist und wem die STIKO sie empfiehlt
Avaxim und VAQTA Kinder enthalten inaktivierte, an ein Aluminiumsalz gebundene Hepatitis-A-Viren [1, 3]. Twinrix enthält inaktivierte Hepatitis-A-Viren und das gentechnisch in Hefezellen hergestellte Hepatitis-B-Oberflächenantigen [4, 6]. Die STIKO zählt Impfstoffe gegen Hepatitis A zu den Totimpfstoffen [8]. VAQTA Kinder kann laut Packungsbeilage keine Hepatitis-A-Infektion verursachen [3]. Vor anderen Viren, die die Leber angreifen, etwa dem Hepatitis-B-, Hepatitis-C- oder Hepatitis-E-Virus, schützt Avaxim laut Packungsbeilage nicht [2].
In ihren Empfehlungen 2026 (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026) nennt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Hepatitis-A-Impfung in Tabelle 2 als Indikationsimpfung (I) für [8]:
- "Personen mit erhöhtem sexuellem Expositionsrisiko (Übertragungsweg anogenital-oral)"
- "Personen mit häufiger Übertragung von Blutbestandteilen, z. B. intravenös (i. v.) Drogenkonsumierende, Hämophile, oder Personen mit Krankheiten der Leber/mit Leberbeteiligung"
- "Bewohnende von psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen für Menschen mit Verhaltensstörung oder Zerebralschädigung"
Aus beruflichen Gründen (B) empfiehlt die STIKO die Impfung für "Personen mit erhöhtem arbeitsbedingtem Expositionsrisiko", unter anderem im Gesundheitsdienst, bei Abwasserkontakt und bei Tätigkeiten in Kindertagesstätten, Kinderheimen, Behindertenwerkstätten und Unterkünften für Asylsuchende [8]. Für Reisen (R) nennt sie "Reisende in Endemiegebiete" [8]. Für die Impfung nach Kontakt mit einer an Hepatitis A erkrankten Person schreibt die STIKO: "Für die postexpositionelle Prophylaxe (PEP) sollte nur der monovalente Impfstoff verwendet werden." [8] Monovalent heißt: nur gegen Hepatitis A.
Impfstoffe in Deutschland
"Zugelassen zur Impfung gegen Hepatitis A sind in Deutschland monovalente Impfstoffe (Havrix 720 Kinder, Havrix 1440, VAQTA Kinder, VAQTA, AVAXIM) und Kombinationsimpfstoffe (Twinrix Kinder/Erwachsene mit Hepatitis B)", schreibt die STIKO [8]. Alle stehen ohne Vermerk "nicht vermarktet" in der Liste des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI); Ambirix wird laut PEI derzeit in Deutschland nicht vermarktet [10]. Für jede Impfstoffart und Altersgruppe steht hier einer davon mit eigener Tabelle.
| Impfstoff | Art | zugelassen ab (Fachinformation 4.1 bzw. Packungsbeilage 1) | Zulassungsinhaber | Grundlage |
|---|---|---|---|---|
| Avaxim | Hepatitis-A-Impfstoff (inaktiviert, adsorbiert) | Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren | Sanofi Winthrop Industrie, Frankreich (Zulassungsnummer 185a/96) | Fachinformation, Stand 07/2025, und Packungsbeilage, genehmigt 01/2025 [1, 2] |
| VAQTA Kinder | Hepatitis-A-Impfstoff, inaktiviert, adsorbiert | Kleinkinder ab einem Alter von 12 Monaten, Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 17 Jahren | MSD Sharp & Dohme GmbH, Deutschland (Zulassungsnummer 11a/95) | Packungsbeilage, überarbeitet 09/2025 [3] |
| Twinrix Kinder | Hepatitis-A-(inaktiviert) und Hepatitis-B-(rDNA)-Impfstoff (adsorbiert) | Kleinkinder, Kinder und Jugendliche ab dem vollendeten 1. bis zum vollendeten 16. Lebensjahr, bei denen ein erhöhtes Infektionsrisiko für eine Hepatitis-A- wie auch Hepatitis-B-Infektion besteht | GlaxoSmithKline Biologicals s.a., Belgien (EU/1/97/029) | Fachinformation und Packungsbeilage der EMA, Stand 08/2026 [4, 5] |
| Twinrix Erwachsene | Hepatitis-A-(inaktiviert) und Hepatitis-B-(rDNA)-Impfstoff (adsorbiert) | Erwachsene und Jugendliche ab dem vollendeten 16. Lebensjahr, bei denen ein erhöhtes Infektionsrisiko für eine Hepatitis-A- wie auch Hepatitis-B-Infektion besteht | GlaxoSmithKline Biologicals s.a., Belgien (EU/1/96/020) | Fachinformation und Packungsbeilage der EMA, Stand 08/2026 [6, 7] |
Maßgeblich ist die Packungsbeilage des Impfstoffs, mit dem Sie geimpft werden.
Impfreaktion oder Nebenwirkung?
Die STIKO beschreibt übliche Impfreaktionen als "das übliche Ausmaß nicht überschreitende, vorübergehende Lokal- und Allgemeinreaktionen" [8]. Zu ihren Kriterien gehören "für die Dauer von 1 bis 3 Tagen (gelegentlich länger) anhaltende Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Injektionsstelle" und "für die Dauer von 1 bis 3 Tagen Fieber < 39,5° C (bei rektaler Messung), Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Übelkeit, Unruhe, Schwellung der regionären Lymphknoten" [8]. Bei Avaxim zählen dazu zum Beispiel die sehr häufigen leichten Schmerzen an der Einstichstelle und das häufige leichte Fieber [1, 8]. Die Nebenwirkungen von Avaxim traten laut Fachinformation in den klinischen Studien nur in den ersten Tagen nach der Impfung auf und klangen spontan wieder ab [1].
Zu Reaktionen, die diese Kriterien nicht erfüllen, schreibt die STIKO: "Alle anderen Impfreaktionen sollen gemeldet werden." [8] Den Verdacht "einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung" nennt § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz als namentlich meldepflichtig; laut STIKO ist diese Meldung an das Gesundheitsamt Aufgabe der Ärztin oder des Arztes [8, 13]. Ob nach einer solchen Schädigung durch eine Schutzimpfung Leistungen der Sozialen Entschädigung in Betracht kommen und unter welchen Voraussetzungen, regelt § 24 SGB XIV [14].
Nebenwirkungen laut Fachinformation
Avaxim (Totimpfstoff, Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig | allgemeines Gefühl von Schwäche (Asthenie); leichte Schmerzen an der Einstichstelle [1, 2] |
| Häufig | Kopfschmerzen; Übelkeit; Erbrechen; verminderter Appetit; Durchfall; Bauchschmerzen; Muskelschmerzen (Myalgie); Gelenkschmerzen (Arthralgie); leichtes Fieber [1, 2] |
| Gelegentlich | Rötung (Erythem) an der Einstichstelle [1, 2] |
| Selten | Knötchen an der Einstichstelle; leicht und vorübergehend erhöhte Leberwerte (Transaminasen) [1, 2] |
| Nicht bekannt | Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie); anaphylaktische Reaktion; Ohnmacht als Reaktion auf die Injektion (vasovagale Synkope); Nesselsucht (Urtikaria); Hautausschläge mit oder ohne Juckreiz; nach der Markteinführung aus Spontanmeldungen [1] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Avaxim (Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren). Die ältere Packungsbeilage (genehmigt im Januar 2025) beschreibt schwere oder lebensbedrohliche allergische Reaktionen als sehr selten und nennt die Hautausschläge "manchmal knotig" [2].
VAQTA Kinder (Totimpfstoff, 12 Monate bis 17 Jahre)
| Häufigkeit | Kleinkinder von 12 bis 23 Monaten | Kinder und Jugendliche von 2 bis 17 Jahren |
|---|---|---|
| Sehr häufig | Schmerz und Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle; Rötung an der Einstichstelle [3] | Schmerz und Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle [3] |
| Häufig | Schwellung, Wärmegefühl und Bluterguss an der Einstichstelle; Fieber; Reizbarkeit; Durchfall [3] | Kopfschmerz; Wärmegefühl, Rötung, Schwellung und Hauteinblutungen (Ekchymose) an der Einstichstelle; Fieber [3] |
| Gelegentlich | verminderter Appetit oder Appetitlosigkeit; Schlafstörungen, Schläfrigkeit, Müdigkeit oder Benommenheit, Abgeschlagenheit, Unruhe; Weinen; laufende Nase, Husten, verstopfte Nase; Erbrechen; Ausschlag, Windelausschlag; Unwohlsein; Knotenbildung und Ausschlag an der Einstichstelle [3] | Reizbarkeit; Schwindel; Magenschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Übelkeit; Ausschlag, Juckreiz; Schmerz im geimpften Arm, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen; Schwächegefühl oder Müdigkeit; Juckreiz und Schmerz an der Einstichstelle [3] |
| Selten | vielfältige Allergien; Austrocknung; Unruhe, Nervosität, Angst, Schreien; Schwindel, Kopfschmerz, Gleichgewichtsstörungen; Krustenbildung am Augenlid; Asthma, verengte Atemwege, Niesen, laufende oder juckende Nase, Schmerz in Mund und Rachen; Übelkeit, Magenschmerz oder Unwohlsein, Blähbauch, häufiger Stuhlgang, Aufstoßen, kindliches Erbrechen, Verstopfung, Stuhlverfärbung; Hautausschlag, Juckreiz und Hautrötung, Bläschenbildung, feuchte oder warme Haut, Schwitzen; Gelenkentzündung; an der Einstichstelle Blutung, Juckreiz, Verfärbung, Knotenbildung oder juckender Ausschlag, Schmerz, Unbehagen; Müdigkeit, Gangstörungen, Hitzegefühl [3] | Appetitlosigkeit; Nervosität; Schläfrigkeit, Missempfindungen der Haut wie Kribbeln; Ohrenschmerz; Gesichtsröte; laufende oder verstopfte Nase, Husten; Nesselsucht, Schwitzen; Steifheit; an der Einstichstelle Verhärtung, Schmerz, Wärmegefühl, Schorf, Steifheit oder Spannungsgefühl und Stechen; grippeähnliche Erkrankung; Schmerz im Brustraum [3] |
| Nicht bekannt | Guillain-Barré-Syndrom (Muskelschwäche, Missempfindungen, Kribbeln in Armen, Beinen und Oberkörper); verminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie), die das Risiko von Blutungen und Blutergüssen erhöht [3] | |
Diese Häufigkeiten gelten nur für VAQTA Kinder (Kleinkinder ab 12 Monaten, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre). Allergische Reaktionen können laut Packungsbeilage wie bei allen Impfstoffen auftreten, "in seltenen Fällen bis hin zum Schock" [3].
Twinrix Kinder (Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B, 1 bis 15 Jahre)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig | Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle [4] |
| Häufig | Appetitlosigkeit; Reizbarkeit; Schläfrigkeit; Kopfschmerzen; Magen-Darm-Beschwerden; Übelkeit; Schwellung und Reaktionen an der Einstichstelle wie Bluterguss; Müdigkeit; Unwohlsein; Fieber von 37,5 °C oder höher [4] |
| Gelegentlich | Infektion der oberen Atemwege*; Durchfall; Erbrechen; Bauchschmerzen; Hautausschlag; Muskelschmerzen (Myalgie)* [4] |
| Selten | Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie); Schwindel; verminderte Berührungs- oder Schmerzempfindlichkeit der Haut (Hypästhesie)*; Missempfindungen (Parästhesie)*; niedriger Blutdruck (Hypotonie)*; Nesselsucht (Urtikaria); Juckreiz (Pruritus)*; Gelenkschmerzen (Arthralgie)*; grippeähnliche Beschwerden*; Schüttelfrost* [4] |
| Nicht bekannt | nach der Markteinführung mit Twinrix oder mit den Einzelimpfstoffen gegen Hepatitis A oder B von GlaxoSmithKline berichtet: Hirnhautentzündung (Meningitis); verminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und thrombozytopenische Purpura; Anaphylaxie und allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktoider Reaktionen und Reaktionen ähnlich der Serumkrankheit; Enzephalitis; Enzephalopathie; Nervenentzündung (Neuritis); Neuropathie; Lähmung; Krampfanfälle; Gefäßentzündung (Vaskulitis); Schwellung von Gesicht, Mund oder Rachen (Angioödem); Lichen ruber planus; Erythema exsudativum multiforme; Gelenkentzündung (Arthritis); Muskelschwäche; sofortiger Schmerz an der Einstichstelle [4] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Twinrix Kinder (vollendetes 1. bis vollendetes 16. Lebensjahr). Die mit * markierten Nebenwirkungen wurden laut Fachinformation in klinischen Studien mit dem Impfstoff für Erwachsene beobachtet [4].
Twinrix Erwachsene (Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B, ab 16 Jahren)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig | Kopfschmerzen; Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle; Müdigkeit [6, 7] |
| Häufig | Magen-Darm-Beschwerden; Durchfall; Übelkeit; Schwellung an der Einstichstelle und Reaktionen an der Einstichstelle wie Hämatom, Juckreiz und Bluterguss; Unwohlsein [6] |
| Gelegentlich | Infektion der oberen Atemwege; Schwindel; Erbrechen; Bauchschmerzen*; Muskelschmerzen (Myalgie); Fieber von 37,5 °C oder höher [6, 7] |
| Selten | Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie); Appetitlosigkeit; verminderte Berührungs- oder Schmerzempfindlichkeit der Haut (Hypästhesie); Missempfindungen (Parästhesie); niedriger Blutdruck (Hypotonie); Hautausschlag; Juckreiz (Pruritus); Gelenkschmerzen (Arthralgie); grippeähnliche Beschwerden; Schüttelfrost [6, 7] |
| Sehr selten | Nesselsucht (Urtikaria) [6, 7] |
| Nicht bekannt | nach der Markteinführung mit Twinrix oder mit den Einzelimpfstoffen gegen Hepatitis A oder B von GlaxoSmithKline berichtet: Hirnhautentzündung (Meningitis); verminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und thrombozytopenische Purpura; Anaphylaxie und allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktoider Reaktionen und Reaktionen ähnlich der Serumkrankheit; Enzephalitis; Enzephalopathie; Nervenentzündung (Neuritis); Neuropathie; Lähmung; Krampfanfälle; Gefäßentzündung (Vaskulitis); Schwellung von Gesicht, Mund oder Rachen (Angioödem); Lichen ruber planus; Erythema exsudativum multiforme; Gelenkentzündung (Arthritis); Muskelschwäche; sofortiger Schmerz an der Einstichstelle [6] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Twinrix Erwachsene (ab dem vollendeten 16. Lebensjahr). Bauchschmerzen (*) wurden laut Fachinformation in klinischen Studien mit dem Impfstoff für Kinder beobachtet; die Häufigkeiten beziehen sich laut Fachinformation auf Impfdosen [6].
Für beide Twinrix-Impfstoffe nennt die Fachinformation außerdem Ereignisse, die nach breiter Anwendung der Einzelimpfstoffe gegen Hepatitis A und/oder B im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung berichtet wurden: Multiple Sklerose, Entzündung des Rückenmarks (Myelitis), Gesichtslähmung (Fazialisparese), Polyneuritis einschließlich Guillain-Barré-Syndrom, Entzündung des Sehnervs (Optikusneuritis), ein Gefühl von Stechen und Brennen und Leberwerte außerhalb des Normbereichs [4, 6]. Die Packungsbeilagen ordnen diese und die nach der Markteinführung berichteten Nebenwirkungen als sehr selten ein, bei bis zu 1 von 10.000 Impfstoffdosen, aufgetreten in klinischen Studien, beim routinemäßigen Gebrauch des Impfstoffs oder mit Einzelimpfstoffen gegen Hepatitis A und Hepatitis B [5, 7].
Jede Häufigkeit gilt nur für den Impfstoff, bei dem sie steht. Sie sagt nicht, welcher Impfstoff für Sie besser verträglich ist. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde nach der Impfung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass die Impfung sie verursacht hat. Die Klassen bedeuten: sehr häufig mehr als 1 von 10, häufig bis zu 1 von 10, gelegentlich bis zu 1 von 100, selten bis zu 1 von 1.000, sehr selten bis zu 1 von 10.000; nicht bekannt heißt, dass die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar ist. Die Packungsbeilage von Avaxim bezieht das auf Behandelte, die von VAQTA Kinder auf Kinder und die von Twinrix auf Impfstoffdosen [2, 3, 5, 7]. Umrechnen können Sie mit dem Werkzeug Häufigkeit übersetzen. Mehr zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz als Nebenwirkung von Medikamenten; die Tabellen dort zeigen keine Impfstoffe.
Seltene und schwere Nebenwirkungen
Allergische Reaktionen: Eine anaphylaktische Reaktion nennt die Fachinformation von Avaxim mit der Häufigkeit "nicht bekannt" [1]; für Twinrix ordnen die Packungsbeilagen schwere allergische Reaktionen als sehr selten ein [5, 7], bei VAQTA Kinder können allergische Reaktionen laut Packungsbeilage "in seltenen Fällen bis hin zum Schock" auftreten [3]. Wie bei allen Impfstoffen sind laut Fachinformation von Avaxim für den Fall einer seltenen anaphylaktischen Reaktion geeignete Maßnahmen für eine umgehende medikamentöse Behandlung und Überwachung zu treffen [1]. Impfungen sollten laut STIKO grundsätzlich "in einem medizinischen Umfeld erfolgen, in dem eine klinische Überwachung nach der Impfung und ggf. die Behandlung einer anaphylaktischen Reaktion durchgeführt werden können" [8]. Allgemeines zu allergischen Reaktionen auf Medikamente steht auf der Seite Arzneimittelallergie.
Ohnmacht: Nach oder sogar vor einer Impfung kann es laut Fachinformation von Avaxim und Twinrix, insbesondere bei Jugendlichen, als psychogene Reaktion auf die Nadelinjektion zu einer Ohnmacht kommen; in der Erholungsphase können vorübergehende Sehstörungen, Missempfindungen und krampfartige Bewegungen der Gliedmaßen dazukommen [1, 4, 6]. Sprechen Sie laut Packungsbeilage von Avaxim mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, falls Sie oder Ihr Kind bei einer früheren Injektion in Ohnmacht gefallen sind [2].
Nerven und Blut: Das Guillain-Barré-Syndrom und eine verminderte Zahl der Blutplättchen nennt die Packungsbeilage von VAQTA Kinder mit der Häufigkeit "nicht bekannt" [3]. Bei Twinrix stehen Nervenentzündung (Neuritis), Lähmung und Krampfanfälle unter den Nebenwirkungen, die nach der Markteinführung mit Twinrix oder mit Einzelimpfstoffen berichtet wurden; ein Guillain-Barré-Syndrom nennt die Fachinformation nur unter den Ereignissen nach breiter Anwendung der Einzelimpfstoffe [4, 6]. Mehr zu Krampfanfällen als Nebenwirkung und im Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Was Sie nach der Impfung tun können

Wenn Sie bei sich oder Ihrem Kind Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen [2, 3]. Beschwerden und ihren Verlauf können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten, Fragen für die Impfberatung mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch sammeln.
Verdacht melden: Einen Verdacht auf eine Nebenwirkung können Sie selbst über das Impfstoff-Meldeformular auf nebenwirkungen.bund.de melden; von dort geht die Meldung direkt an das Paul-Ehrlich-Institut oder an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [11]. Wenn möglich, sollte sie laut nebenwirkungen.bund.de unter anderem die Bezeichnung des Impfstoffs und die Chargenbezeichnung von der Verpackung enthalten [11]. Zusätzlich meldet die Ärztin oder der Arzt den Verdacht einer Impfkomplikation an das Gesundheitsamt [8, 13]. Mehr dazu im Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wer nicht oder erst später geimpft werden sollte
Laut Packungsbeilage gilt:
- Avaxim: darf nicht angewendet werden bei Allergie gegen den Wirkstoff, einen der sonstigen Bestandteile, das Antibiotikum Neomycin oder Avaxim selbst und bei einer akuten fieberhaften Erkrankung; dann sollte die Impfung verschoben werden, bis Sie wieder gesund sind [2].
- VAQTA Kinder: darf nicht verabreicht werden bei Allergie gegen den Wirkstoff, einen der sonstigen Bestandteile, Neomycin oder Formaldehyd und bei einem schweren fieberhaften Infekt; die Ärztin oder der Arzt entscheidet dann, wann geimpft wird [3].
- Twinrix Kinder und Twinrix Erwachsene: dürfen nicht angewendet werden bei Allergie gegen die Wirkstoffe, einen der sonstigen Bestandteile oder Neomycin, nach einer allergischen Reaktion auf eine frühere Impfung gegen Hepatitis A oder Hepatitis B und bei einer schweren Infektion mit Fieber über 38 °C [5, 7].
Haben Sie oder Ihr Kind eine Blutgerinnungsstörung oder nehmen Sie Medikamente zur Blutverdünnung, sprechen Sie laut Packungsbeilage von VAQTA Kinder vorher mit der Ärztin oder dem Arzt; bei erhöhter Blutungsneigung kann VAQTA Kinder unter die Haut gespritzt werden [3]. Auch vor Avaxim (bei Hämophilie oder einem Zustand, bei dem blaue Flecken oder Blutungen schneller auftreten) und vor Twinrix (bei einer Blutgerinnungsstörung oder wenn Sie leicht Blutergüsse bekommen) sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [2, 5, 7]. Bei Lebererkrankungen ist laut Fachinformation von Avaxim Vorsicht geboten, da keine Studien dazu durchgeführt wurden [1]. Zu den falschen Kontraindikationen zählt die STIKO "banale Infekte, auch wenn sie mit subfebrilen Temperaturen (< 38,5° C) einhergehen" [8].
Andere Medikamente und Impfungen
Avaxim kann laut Packungsbeilage gleichzeitig mit einem Typhus-Polysaccharid-Impfstoff oder einem Gelbfieberimpfstoff gegeben werden, an verschiedenen Körperstellen [2]. VAQTA Kinder kann laut Packungsbeilage generell zeitgleich mit anderen Impfstoffen an unterschiedlichen Körperstellen gegeben werden [3]. Twinrix Kinder kann laut Fachinformation gleichzeitig mit einem HPV-Impfstoff gegeben werden; eigens untersucht wurde nur die gleichzeitige Gabe mit Cervarix, daher wird dazu geraten, andere Impfstoffe nicht gleichzeitig mit Twinrix Kinder zu verabreichen [4]. Bei Twinrix Erwachsene sind laut Fachinformation keine Wechselwirkungen zu erwarten, wenn verschiedene Spritzen und Injektionsstellen verwendet werden, obwohl die gleichzeitige Gabe nicht eigens untersucht wurde [6]. Zur Gelbfieberimpfung gibt es eine eigene Seite: Gelbfieber-Impfung.
Ist das Immunsystem durch eine Krankheit oder eine Behandlung geschwächt, bewirkt VAQTA Kinder laut Packungsbeilage möglicherweise nicht den gleichen Schutz; empfohlen wird, die Impfung, sofern möglich, bis zur Genesung oder bis zum Abschluss der Behandlung zu verschieben [3]. Bei einer Behandlung mit Immunsuppressiva oder einem Immundefekt könnte die Immunreaktion auf Avaxim laut Fachinformation eingeschränkt sein. Empfohlen wird dann, die Antikörperbildung zu messen; zudem ist die Impfung nach Möglichkeit erst nach Beendigung einer suppressiven Behandlung zu verabreichen. Bei chronischer Immunschwäche wie einer HIV-Infektion wird die Impfung dennoch empfohlen, auch wenn die Antikörperbildung eingeschränkt sein kann [1]. Vor Twinrix sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Ihr Immunsystem aufgrund einer Erkrankung oder medikamentösen Behandlung beeinträchtigt ist [5, 7]. Zu den falschen Kontraindikationen zählt die STIKO "angeborene oder erworbene Immundefekte bei Impfung mit Totimpfstoffen" [8]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Was die Packungsbeilagen einzelner Mittel zu Impfungen sagen, steht auf den Wirkstoffseiten, etwa Methotrexat, Prednisolon und Adalimumab.
Schwangerschaft und Stillzeit
Zur Anwendung von Avaxim bei Schwangeren liegen laut Fachinformation keine ausreichenden Daten vor; Avaxim sollte Schwangeren nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden und kann während der Stillzeit verwendet werden [1]. Für beide Twinrix-Impfstoffe empfiehlt die Fachinformation, die Impfung bis nach der Geburt zu verschieben, es sei denn, es besteht ein dringender Grund, die Mutter vor einer Hepatitis-B-Infektion zu schützen; in der Stillzeit sollte der Vorteil des Stillens für das Kind gegen den Nutzen der Impfung für die Mutter abgewogen werden [4, 6]. Jugendliche, die schwanger sind oder stillen, fragen laut Packungsbeilage von VAQTA Kinder vor der Impfung die Ärztin, den Arzt oder die Apotheke um Rat [3].
Laut STIKO stellt die Schwangerschaft "keine Kontraindikation für die Gabe von Totimpfstoffen dar (wie z. B. gegen Influenza, Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Hepatitis A und B)"; im ersten Drittel der Schwangerschaft "sollten nur dringend indizierte Impfungen durchgeführt werden" [8]. Stillende können laut STIKO alle von ihr empfohlenen Impfungen erhalten, ausgenommen die Impfungen gegen Dengue und, bei Säuglingen unter 6 (9) Monaten, gegen Gelbfieber [8].
Embryotox, das Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité, ordnet Impfstoffe in der Schwangerschaft grau ein, als "Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt", und schreibt: "Bei gegebener Indikation dürfen während der Schwangerschaft die üblichen, in Deutschland empfohlenen und verwendeten Totimpfstoffe angewendet werden." [12] Zur Stillzeit: "Die üblichen, in Deutschland empfohlenen und verwendeten Impfstoffe können auch stillenden Müttern verabreicht werden und erfordern keine Einschränkung des Stillens. Ausnahmen bestehen bei der Gelbfieber- und Dengue-Impfung." [12] Embryotox spricht dabei allgemein von Impfstoffen; die Fachinformationen von Avaxim und Twinrix enthalten für die Schwangerschaft eigene Vorgaben [1, 4, 6, 12]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Impfschema laut STIKO und Fachinformation
Hier stehen die Angaben der STIKO und der Fachinformation, keine Impfempfehlung. Wann und wie oft Sie geimpft werden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
| Personengruppe | Angabe der STIKO (wörtlich) | Angabe der Fachinformation bzw. Packungsbeilage (wörtlich) |
|---|---|---|
| Indikation und Beruf | "Grundimmunisierung und Auffrischimpfung nach Angaben in den Fachinformationen." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Tabelle 2, S. 12 f.) [8] | siehe die folgenden Zeilen |
| Einzelimpfstoff gegen Hepatitis A | "Bei Verwendung eines monovalenten Hepatitis-A-Impfstoffs" (…) "Hier ist zur Vervollständigung der Grundimmunisierung bzw. für einen langanhaltenden Schutz eine 2. Impfstoffdosis nach einem Mindestabstand von 6 bis 12 Monaten notwendig." (Kapitel 3.2, S. 23 f.) [8] STIKO und DTG, Reiseimpfempfehlungen (Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Abschnitt 5.6.6): "Für die Grundimmunisierung nach Definition der STIKO sind bei Verwendung monovalenter Hepatitis-A-Impfstoffe 2 Impfstoffdosen notwendig" (…) "Die Fachinformationen der monovalenten Impfstoffe definieren die 1. Impfstoffdosis als Grundimmunisierung und die 2. Impfstoffdosis als Auffrischimpfung" [9] | Avaxim: "Zum Aufbau eines Langzeitschutzes ist die Verabreichung einer zweiten Dosis (Auffrischimpfung) eines inaktivierten Hepatitis-A-Impfstoffs erforderlich. Die zweite Dosis sollte vorzugsweise innerhalb von 6 bis 12 Monaten nach der ersten Dosis verabreicht werden, jedoch spätestens bis 36 Monate nach der ersten Dosis (siehe Abschnitt 5.1)." (Fachinformation 4.2) [1]; VAQTA Kinder: "Zu impfende Personen erhalten zunächst eine Dosis des Impfstoffs, gefolgt von einer zweiten Dosis (Auffrischimpfung)." "Personen, die bereits eine erste Dosis des Impfstoffs erhalten haben (Grundimmunisierung), sollten zur Auffrischung eine zweite Dosis (…) nach 6 bis 18 Monaten erhalten." (Packungsbeilage, Abschnitt 3) [3] |
| Twinrix Kinder und Twinrix Erwachsene | "Bei beiden Formulierungen des Twinrix-Impfstoffs ist zu beachten, dass eine einzelne Impfstoffdosis noch keinen ausreichenden Schutz (z. B. vor einer Reise) gewährleistet, da nur halb so viel Hepatitis-A-Antigen wie in den monovalenten Hepatitis-A-Impfstoffen enthalten ist." (Kapitel 3.2, S. 23) [8] STIKO und DTG (Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Abschnitt 5.6.6): "Ein Impfschutz gegen HAV besteht bei der Verwendung von Kombinationsimpfstoffen erst nach der 2. Impfstoffdosis" [9] | "Der Standardimpfplan für die Grundimmunisierung mit Twinrix Kinder besteht aus drei Impfdosen, wobei die erste Dosis am Termin der Wahl, die zweite Dosis einen Monat später und die dritte Impfung sechs Monate nach der ersten Dosis verabreicht wird." [4] Für Twinrix Erwachsene gleichlautend [6]. (jeweils Fachinformation 4.2) |
| Auffrischimpfung | "Grundimmunisierung und Auffrischimpfung nach Angaben in den Fachinformationen." (Tabelle 2, S. 12 f.) [8] | Twinrix Erwachsene: "Wenn eine Auffrischimpfung sowohl für Hepatitis A als auch für Hepatitis B gewünscht wird, kann Twinrix Erwachsene verabreicht werden. Alternativ können Personen, die mit Twinrix Erwachsene grundimmunisiert wurden, auch eine Auffrischimpfung mit den entsprechenden monovalenten Impfstoffen erhalten." [6] Für Twinrix Kinder gleichlautend, dort zusätzlich: "Die Sicherheit und Immunogenität einer Auffrischimpfung mit Twinrix Kinder nach einer abgeschlossenen Grundimmunisierung mit 3 Impfdosen wurden nicht untersucht." [4] (jeweils Fachinformation 4.2) |
Impfung vor Reisen
In Tabelle 2 ihrer Empfehlungen 2026 nennt die STIKO für Reisen (Kategorie R) "Reisende in Endemiegebiete" und verweist: "Für eine Übersicht der Endemiegebiete und weitere Informationen s. Reiseimpfempfehlungen der STIKO und der DTG." [8] Diese gemeinsamen Empfehlungen der STIKO und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) sind am 02.07.2026 im Epidemiologischen Bulletin 27/2026 erschienen. Dort heißt es: "Eine Reiseimpfempfehlung besteht bei Reisen in HAV-Endemiegebiete." [9] HAV steht für das Hepatitis-A-Virus. Als weitere Vorbeugung nennen STIKO und DTG "Hände-, Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene einhalten"; für Nebenwirkungen und Gegenanzeigen verweisen sie auf die jeweilige Fachinformation [9]. Allgemein gilt laut STIKO: "Die Empfehlung über Art und zeitliche Reihenfolge der Impfungen gehört zu den ärztlichen Aufgaben und ist im Einzelfall unter Abwägung der Indikation und gegebenenfalls bestehender Kontraindikationen zu treffen." [8] Was STIKO und DTG zum Impfschutz nach den einzelnen Twinrix-Impfungen schreiben, steht im Abschnitt Impfschema.
Reisemedizinische Hinweise nach Ländern stellt das Auswärtige Amt auf seinen Seiten "Reisen und Gesundheit" bereit [15]. Was beim Mitnehmen von Medikamenten zu beachten ist, erklären die Ratgeber Medikamente ins Ausland und Reiseapotheke; Ihre persönliche Liste stellen Sie mit der Reise-Checkliste Medikamente zusammen. Twinrix ist laut Fachinformation für Menschen angezeigt, bei denen ein erhöhtes Infektionsrisiko für Hepatitis A wie auch Hepatitis B besteht [6]; die Impfstoffe gegen Hepatitis B allein stehen auf der Seite Hepatitis-B-Impfung.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Zeichen einer allergischen Reaktion nach Avaxim können laut Packungsbeilage Atembeschwerden, eine bläuliche Farbe von Zunge oder Lippen, Schwindelgefühl und mögliche Ohnmacht, schneller Herzschlag mit schwachem Puls und kalter Haut, eine Schwellung von Gesicht und Hals sowie Juckreiz und Hautausschlag sein; wenn Sie eine allergische Reaktion wahrnehmen, kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder gehen Sie sofort zur nächsten Notaufnahme [2]. Treten nach VAQTA Kinder Nesselsucht, Atembeschwerden, eine Schwellung von Gesicht, Zunge und Rachen, Schwindel oder ein Ohnmachtsanfall erst nach dem Verlassen der Einrichtung auf, in der geimpft wurde, muss laut Packungsbeilage sofort ein Arzt aufgesucht werden [3]. Bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion nach Twinrix, etwa juckendem oder bläschenförmigem Hautausschlag, Schwellung von Augen und Gesicht, Atem- oder Schluckbeschwerden, plötzlichem Blutdruckabfall oder Bewusstlosigkeit, sollten Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihren Arzt informieren [5, 7].
Laut gesund.bund.de kann es bei einem anaphylaktischen Schock auch zu Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder einem Kreislaufstillstand kommen; dann sollte sofort die Notrufnummer 112 gerufen werden [16]. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nennt als Beispiele für den Notruf 112 unter anderem Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot und akute und anhaltende Krampfanfälle [17]. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 nennt die KBV für Beschwerden, mit denen man sonst eine Praxis aufsuchen würde, wenn die Praxen geschlossen sind und die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann [17].
Quellen
- Fachinformation Fachinformation AVAXIM Injektionssuspension in einer Fertigspritze, Hepatitis-A-Impfstoff (inaktiviert, adsorbiert), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8. Sanofi Winthrop Industrie (Zulassungsinhaber), Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 21.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation AVAXIM Injektionssuspension in einer Fertigspritze, Abschnitte 1 bis 4. Sanofi Winthrop Industrie (Pharmazeutischer Unternehmer), Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand genehmigt 01/2025. abgerufen am 21.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation VAQTA Kinder 25 E/0,5 ml Injektionssuspension in einer Fertigspritze, Hepatitis-A-Impfstoff, inaktiviert, adsorbiert, Abschnitte 1 bis 4. MSD Sharp & Dohme GmbH (Pharmazeutischer Unternehmer). Stand überarbeitet 09/2025. abgerufen am 21.10.2026
- EMA-Produktinformation Twinrix Kinder (Hepatitis-A-(inaktiviert) und Hepatitis-B-(rDNA)-Impfstoff, adsorbiert), Produktinformation Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8. GlaxoSmithKline Biologicals s.a. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 08/2026 (EMA, aktualisiert am 03.08.2026). abgerufen am 21.10.2026
- EMA-Produktinformation Twinrix Kinder, Produktinformation Anhang III B: Packungsbeilage (Gebrauchsinformation: Information für Anwender), Abschnitte 2 und 4. GlaxoSmithKline Biologicals s.a. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 08/2026 (EMA, aktualisiert am 03.08.2026). abgerufen am 21.10.2026
- EMA-Produktinformation Twinrix Erwachsene (Hepatitis-A-(inaktiviert) und Hepatitis-B-(rDNA)-Impfstoff, adsorbiert), Produktinformation Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8. GlaxoSmithKline Biologicals s.a. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 08/2026 (EMA, aktualisiert am 04.08.2026). abgerufen am 21.10.2026
- EMA-Produktinformation Twinrix Erwachsene, Produktinformation Anhang III B: Packungsbeilage (Gebrauchsinformation: Information für Anwender), Abschnitte 2 und 4. GlaxoSmithKline Biologicals s.a. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 08/2026 (EMA, aktualisiert am 04.08.2026). abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026: Kapitel 3.1 (S. 9), Tabelle 2 (S. 12 f.), Kapitel 3.2 (S. 23 f.), 4.7 (S. 42 f.), 4.8 (S. 45), 4.10 (S. 46 f.), Tabelle 12 (S. 69); Lizenz CC BY 4.0. Ständige Impfkommission (STIKO), Robert Koch-Institut. Stand 22.01.2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) zu Reiseimpfungen, Epidemiologisches Bulletin 27/2026: Abschnitt 5.6 Hepatitis A (S. 50 bis 52); Lizenz CC BY 4.0. Ständige Impfkommission (STIKO) und DTG, Robert Koch-Institut. Stand 02.07.2026. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Hepatitis-A-Impfstoffe (Liste der zugelassenen Impfstoffe, Stand: PEI-Bekanntmachung Nr. 544 im BAnz AT 12.08.2026 B6). Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Stand 13.08.2026 (aktualisiert). abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Nebenwirkungen melden: Startseite (Impfstoff-Meldeformular; Welche Angaben sollte ich machen?; Wie funktioniert das Melden?). Paul-Ehrlich-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, nebenwirkungen.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
- Embryotox Embryotox: Impfstoffe (Schwangerschaft und Stillzeit). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026
- Behörde § 6 Infektionsschutzgesetz (IfSG): Meldepflichtige Krankheiten (Absatz 1 Satz 1 Nummer 3). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand IfSG zuletzt geändert durch Art. 3 Abs. 1 G v. 04.03.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 60); Änderung durch Art. 7 G v. 26.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 195) textlich nachgewiesen. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde § 24 SGB XIV: Geschädigte durch Schutzimpfungen oder andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand SGB XIV zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 17.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 179). abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Reisen und Gesundheit (Reisemedizinische Hinweise nach Ländern). Auswärtiges Amt. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Medikamentenallergie (Abschnitte Symptome und Behandlung). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 14.03.2024. abgerufen am 21.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat die Hepatitis-A-Impfung?
Das hängt vom Impfstoff ab. Bei Avaxim sind laut Fachinformation leichte Schmerzen an der Einstichstelle und ein allgemeines Schwächegefühl sehr häufig, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, verminderter Appetit, Durchfall, Bauchschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie leichtes Fieber häufig. Bei Twinrix Erwachsene sind Kopfschmerzen, Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle und Müdigkeit sehr häufig. Alle Häufigkeiten je Impfstoff und Altersgruppe stehen im Abschnitt Nebenwirkungen laut Fachinformation.
Wie lange dauern die Beschwerden nach der Hepatitis-A-Impfung?
Die Nebenwirkungen von Avaxim traten laut Fachinformation in den klinischen Studien nur in den ersten Tagen nach der Impfung auf und klangen spontan wieder ab. Als übliche Impfreaktion beschreibt die STIKO in ihren Empfehlungen 2026 unter anderem Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Einstichstelle für die Dauer von 1 bis 3 Tagen (gelegentlich länger) und Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit oder Unwohlsein für 1 bis 3 Tage.
Ist Fieber nach der Hepatitis-A-Impfung normal?
Leichtes Fieber ist bei Avaxim laut Fachinformation häufig, Fieber bei VAQTA Kinder laut Packungsbeilage ebenfalls häufig. Fieber ab 37,5 °C ist bei Twinrix Kinder laut Fachinformation häufig, bei Twinrix Erwachsene gelegentlich. Zu den üblichen Impfreaktionen zählt die STIKO in ihren Empfehlungen 2026 Fieber unter 39,5 °C bei rektaler Messung für die Dauer von 1 bis 3 Tagen; alle anderen Impfreaktionen sollen laut STIKO gemeldet werden.
Wann sollte ich mich vor einer Reise gegen Hepatitis A impfen lassen?
Laut STIKO-Empfehlungen 2026 gehört die Empfehlung über Art und zeitliche Reihenfolge der Impfungen zu den ärztlichen Aufgaben und ist im Einzelfall zu treffen. In ihren gemeinsamen Reiseimpfempfehlungen (Epidemiologisches Bulletin 27/2026 vom 02.07.2026) nennen STIKO und DTG eine Reiseimpfempfehlung bei Reisen in Hepatitis-A-Endemiegebiete. Sprechen Sie vor der Reise mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Was STIKO und Fachinformationen zu Abständen und zur Zahl der Impfungen sagen, steht im Abschnitt Impfschema.
Darf ich in der Schwangerschaft oder Stillzeit gegen Hepatitis A geimpft werden?
Avaxim sollte Schwangeren laut Fachinformation nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden und kann während der Stillzeit verwendet werden. Bei Twinrix wird laut Fachinformation empfohlen, die Impfung bis nach der Geburt zu verschieben, es sei denn, es besteht ein dringender Grund, die Mutter vor einer Hepatitis-B-Infektion zu schützen. Laut STIKO-Empfehlungen 2026 stellt die Schwangerschaft keine Kontraindikation für die Gabe von Totimpfstoffen dar, wozu die STIKO auch Impfstoffe gegen Hepatitis A zählt.
Darf ich nach der Hepatitis-A-Impfung Auto fahren?
Laut Packungsbeilage von Avaxim ist es unwahrscheinlich, dass der Impfstoff Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit hat; Studien dazu wurden nicht durchgeführt. Twinrix Erwachsene hat laut Fachinformation keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.
Kann ich mit einer Erkältung gegen Hepatitis A geimpft werden?
Bei einer akuten fieberhaften Erkrankung sollte die Impfung mit Avaxim laut Packungsbeilage verschoben werden, bis Sie wieder gesund sind. Ein banaler Infekt wie eine Erkältung ist laut Packungsbeilage von Twinrix normalerweise unproblematisch; Sie sollten aber vor der Impfung mit der Ärztin oder dem Arzt darüber sprechen. Zu den falschen Kontraindikationen zählt die STIKO in ihren Empfehlungen 2026 banale Infekte, auch wenn sie mit Temperaturen unter 38,5 °C einhergehen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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