ImpfungenImpfung

Masern-Mumps-Röteln-Impfung: Nebenwirkungen und Reaktionen

Sehr häufig nennen die Fachinformationen bei M-M-RvaxPro Fieber (38,5 °C oder höher) sowie Rötung, Schmerz und Schwellung an der Einstichstelle, bei Priorix Rötung an der Einstichstelle und Fieber. Nach der ersten Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff mit Windpocken-Komponente (Priorix-Tetra, ProQuad) wurde bei Kindern 5 bis 12 Tage danach ein erhöhtes Risiko für Fieberkrämpfe beobachtet, verglichen mit der gleichzeitigen Gabe getrennter Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Bei einem Verlust oder einer Verminderung des Bewusstseins, Krampfanfällen oder einem Verlust der Kontrolle über die Körperbewegungen, begleitet von Fieber und Kopfschmerzen, verlangen die Packungsbeilagen von Priorix-Tetra und ProQuad, unverzüglich ärztlichen Rat einzuholen. Einen Verdacht auf eine Nebenwirkung können Sie über das Impfstoff-Meldeformular auf nebenwirkungen.bund.de melden.

Paar Mitte dreißig sitzt am hellen Küchentisch und unterhält sich ruhig bei einer Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Nach der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln mit M-M-RvaxPro sind laut Fachinformation Fieber (38,5 °C oder höher) sowie Rötung, Schmerz und Schwellung an der Einstichstelle sehr häufig [1]; bei Priorix sind es Rötung an der Einstichstelle und Fieber [3]. Weil die Impfstoffe abgeschwächte lebende Viren enthalten, zählt die STIKO auch Beschwerden im Sinne einer "Impfkrankheit" 1 bis 3 Wochen nach der Impfung zu den üblichen Impfreaktionen [9]. Nach der ersten Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff mit Windpocken-Komponente wurde bei Kindern 5 bis 12 Tage danach ein erhöhtes Risiko für Fieberkrämpfe beobachtet, verglichen mit der gleichzeitigen Gabe getrennter Impfstoffe [5, 7]. Bei einem Verlust oder einer Verminderung des Bewusstseins, Krampfanfällen oder einem Verlust der Kontrolle über die Körperbewegungen, begleitet von Fieber und Kopfschmerzen, verlangen die Packungsbeilagen von Priorix-Tetra und ProQuad, unverzüglich ärztlichen Rat einzuholen [6, 8]. Alle Impfungen im Überblick finden Sie unter Impfungen.

Was die Impfung ist und wem die STIKO sie empfiehlt

Gegen Masern, Mumps und Röteln gibt es in Deutschland nur Kombinationsimpfstoffe: Monovalente Masern-, Mumps- oder Röteln-Impfstoffe sind laut STIKO in Deutschland nicht mehr erhältlich [9]. Die MMR-Impfstoffe M-M-RvaxPro und Priorix sind Lebendimpfstoffe mit abgeschwächten (attenuierten) Masern-, Mumps- und Rötelnviren [1, 3]. Priorix-Tetra und ProQuad (MMRV-Impfstoffe) enthalten zusätzlich abgeschwächte Windpockenviren (Varizellen) [5, 7]. Nach der Impfung bildet das Immunsystem laut Packungsbeilage Antikörper gegen diese Viren, die vor den Infektionen schützen [2, 8].

Die Ständige Impfkommission (STIKO) führt die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln im Impfkalender 2026 als Standardimpfung für Säuglinge und Kleinkinder (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026, Tabelle 1) [9]. Außerdem schreibt sie: "Die MMR-Impfung wird auch als Standardimpfung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit empfohlen." [9] Als Indikationsimpfung nennt sie die Masern-Impfung "bei bevorstehender Aufnahme bzw. bei Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung (z. B. Kita)" für "Säuglinge ab dem Alter ≥ 9 Monate" und im Rahmen eines Ausbruchs, die Röteln-Impfung für ungeimpfte oder einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter und für solche mit unklarem Impfstatus [9]. Beruflich indiziert ist sie für nach 1970 Geborene unter anderem in medizinischen Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Gemeinschaftseinrichtungen und Hochschulen [9]. Säuglinge von 6 bis 8 Monaten nennt die STIKO in einem Ausbruch "ausnahmsweise" und "nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung (Off-label-use)" [9]; zugelassen ist keiner der vier Impfstoffe für Kinder unter 9 Monaten [1, 3, 5, 7].

Zum Masernschutz: Nach § 20 Abs. 8 IfSG müssen bestimmte nach dem 31. Dezember 1970 geborene Personen, etwa Kinder in Kindertageseinrichtungen, in der Kindertagespflege oder in Schulen und Personen, die in solchen Einrichtungen tätig sind, einen ausreichenden Impfschutz gegen Masern oder ab der Vollendung des ersten Lebensjahres eine Immunität gegen Masern aufweisen; das gilt nicht für Personen, die auf Grund einer medizinischen Kontraindikation nicht geimpft werden können [14]. Welche Nachweise wem vorzulegen sind, regeln § 20 Abs. 9 bis 13 IfSG [14].

Impfstoffe in Deutschland

Berücksichtigt sind alle vier Impfstoffe, die die STIKO in ihrer Tabelle der Handelsnamen für MMR und MMRV nennt [9]. In der Liste der Masern-Impfstoffe des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) stehen sie ohne Vermerk; ein weiterer Priorix-Eintrag desselben Zulassungsinhabers trägt den Vermerk "Wird derzeit in Deutschland nicht vermarktet", die übrigen Einträge sind Parallelimporte [10].

Berücksichtigte Impfstoffe (Auswahl ohne Wertung, Stand Oktober 2026)
ImpfstoffArtzugelassen ab (Fachinformation 4.1)ZulassungsinhaberGrundlage
M-M-RvaxProMMR-Lebendimpfstoffab 12 Monaten; unter besonderen Umständen bei Kindern ab 9 MonatenMerck Sharp & Dohme B.V., Niederlande (EU-Zulassung EU/1/06/337)Fachinformation und Packungsbeilage der EMA, aktualisiert 30.10.2025 [1, 2]
PriorixMMR-LebendimpfstoffKinder ab dem vollendeten 9. Lebensmonat, Jugendliche und ErwachseneGlaxoSmithKline GmbH & Co. KG (Zulassung 86a/97)Fachinformation und Packungsbeilage, Stand 03/2026 [3, 4]
Priorix-TetraMMRV-Lebendimpfstoff (mit Windpocken-Komponente)ab dem vollendeten 11. Lebensmonat; unter bestimmten Umständen ab 9 MonatenGlaxoSmithKline GmbH & Co. KG (Zulassung PEI.H.03395.01.1)Fachinformation und Packungsbeilage, Stand 03/2026 [5, 6]
ProQuadMMRV-Lebendimpfstoff (mit Windpocken-Komponente)ab 12 Monaten; unter besonderen Umständen ab 9 MonatenMerck Sharp & Dohme B.V., Niederlande (EU-Zulassung EU/1/05/323)Fachinformation und Packungsbeilage der EMA, aktualisiert 25.09.2025 [7, 8]

Maßgeblich ist die Packungsbeilage des Impfstoffs, mit dem Sie oder Ihr Kind geimpft werden.

Impfreaktion oder Nebenwirkung?

Übliche Impfreaktionen beschreibt die STIKO als vorübergehende Lokal- und Allgemeinreaktionen, "die als Ausdruck der Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff anzusehen sind" [9]. Dazu zählt sie für 1 bis 3 Tage (gelegentlich länger) Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Einstichstelle und für 1 bis 3 Tage Fieber unter 39,5 °C (bei rektaler Messung), Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Übelkeit, Unruhe und eine Schwellung der Lymphknoten in der Umgebung [9]. Nach abgeschwächten Lebendimpfstoffen kommen Beschwerden im Sinne einer "Impfkrankheit" 1 bis 3 Wochen nach der Impfung hinzu, zum Beispiel "eine leichte Parotisschwellung, kurzzeitige Arthralgien oder ein flüchtiges Exanthem nach der MMR- oder Varizellen-Impfung" [9], also eine leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse, kurzzeitige Gelenkschmerzen oder ein flüchtiger Hautausschlag. In den Fachinformationen steht etwa bei M-M-RvaxPro ein masernähnlicher oder anderer Hautausschlag als häufig, bei Priorix eine Vergrößerung der Ohrspeicheldrüse als gelegentlich [1, 3].

"Alle anderen Impfreaktionen sollen gemeldet werden", schreibt die STIKO [9]. Namentlich zu melden ist nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz der Verdacht "einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung" [13]; diese Meldung an das Gesundheitsamt gehört laut STIKO zu den ärztlichen Aufgaben [9]. Einen Impfschaden beschreibt die STIKO als "eine nicht vorübergehende, bereits seit mindestens 6 Monaten bestehende gesundheitliche Schädigung, die über das übliche Ausmaß einer Reaktion auf eine Schutzimpfung hinausgeht und für die ein kausaler Zusammenhang zur Impfung oder spezifischen Prophylaxe erwiesen oder wahrscheinlich ist" und verweist auf §§ 4, 5 und 24 SGB XIV [9, 15].

Nebenwirkungen laut Fachinformation

Jede Tabelle enthält alle Nebenwirkungen, für die die Fachinformation des jeweiligen Impfstoffs eine Häufigkeit angibt, dazu die Nebenwirkungen, die sie nach der Markteinführung ohne Häufigkeit nennt [1, 3, 5, 7]. Die Häufigkeiten gelten für den Kombinationsimpfstoff als Ganzes.

M-M-RvaxPro (MMR-Lebendimpfstoff, Kinder)

M-M-RvaxPro: Nebenwirkungen laut Fachinformation (Stand 10/2025), Kinder in klinischen Studien und Meldungen nach der Markteinführung
HäufigkeitNebenwirkungen
Sehr häufigFieber (38,5 °C oder höher); Rötung (Erythem), Schmerz und Schwellung an der Einstichstelle [1, 2]
HäufigMasernähnlicher oder anderer Hautausschlag (Exanthem); Bluterguss an der Einstichstelle [1, 2]
GelegentlichEntzündung des Nasen-Rachen-Raums, Infektionen der oberen Atemwege oder Virusinfekte; Weinen; laufende Nase; Durchfall oder Erbrechen; Nesselsucht (Urtikaria); Ausschlag an der Einstichstelle [1, 2]
Nicht bekanntNicht durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung (aseptische Meningitis), atypische Masern, Entzündung von Nebenhoden oder Hoden, Mittelohrentzündung, Entzündung der Ohrspeicheldrüse (Parotitis), Schnupfen, subakute sklerosierende Panenzephalitis; Lymphknotenschwellung in der Umgebung, Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie); anaphylaktoide Reaktionen, Anaphylaxie und damit verbundene Beschwerden wie Schwellung von Haut und Schleimhaut (angioneurotisches Ödem), Gesichtsödem und Schwellungen an Armen oder Beinen; Reizbarkeit; Krampfanfälle ohne Fieber, Gangunsicherheit (Ataxie), Schwindel, Gehirnentzündung (Enzephalitis), Enzephalopathie, Fieberkrämpfe (bei Kindern), Guillain-Barré-Syndrom, Kopfschmerzen, Masern-Einschlusskörperchen-Enzephalitis, Augenmuskellähmungen, Entzündung des Sehnervs (Optikusneuritis, Retrobulbärneuritis), Missempfindungen (Parästhesien), Polyneuritis, Polyneuropathie, Ohnmacht (Synkopen); Bindehautentzündung, Netzhautentzündung (Retinitis); Taubheit (retrocochleäre Taubheit); Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus), Husten, Lungenentzündung (Pneumonie, Pneumonitis), Halsschmerzen; Übelkeit; Entzündung des Unterhautfettgewebes (Panniculitis), Juckreiz, punktförmige Hautblutungen (Purpura), Verhärtung der Haut, Stevens-Johnson-Syndrom, Hautgranulom (assoziiert mit dem durch den Impfstoff übertragenen Rötelnvirus); Gelenkentzündung (Arthritis) und/oder Gelenkschmerzen (in der Regel vorübergehend und selten chronisch), Muskelschmerzen; kurzes Brennen und/oder Stechen an der Einstichstelle, Unwohlsein, Papillitis, Schwellungen an Armen oder Beinen, Schwellung, Schmerzhaftigkeit, Bläschen, Quaddeln und Entzündungen an der Einstichstelle; Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis) [1, 2]

Diese Häufigkeiten gelten nur für M-M-RvaxPro (Kinder in klinischen Studien). Den gelegentlichen Ausschlag an der Einstichstelle bezeichnet die Packungsbeilage als Rötung an der Einstichstelle [2]. Die Nebenwirkungen ohne Häufigkeit stammen laut Fachinformation aus Berichten nach der Markteinführung und aus Daten früherer Impfstoffe desselben Herstellers; sie sind ohne Berücksichtigung einer möglichen Kausalität aufgeführt [1].

Priorix (MMR-Lebendimpfstoff, Geimpfte in klinischen Prüfungen)

Priorix: Nebenwirkungen laut Fachinformation (Stand 03/2026), Geimpfte in klinischen Prüfungen und Meldungen nach der Markteinführung
HäufigkeitNebenwirkungen
Sehr häufigRötung an der Einstichstelle; Fieber ab 38 °C (rektal gemessen) bzw. ab 37,5 °C (unter der Achsel oder im Mund gemessen) [3, 4]
HäufigInfektion der oberen Atemwege; Hautausschlag; Schmerzen und Schwellung an der Einstichstelle; Fieber über 39,5 °C (rektal) bzw. über 39 °C (unter der Achsel oder im Mund) [3, 4]
GelegentlichMittelohrentzündung; Lymphknotenschwellung; Appetitlosigkeit; Unruhe, ungewöhnliches Schreien, Schlaflosigkeit; Bindehautentzündung; Bronchitis, Husten; Vergrößerung der Ohrspeicheldrüse, Durchfall, Erbrechen [3, 4]
SeltenAllergische Reaktionen; Fieberkrämpfe [3, 4]
Nicht bekanntNach der Markteinführung in wenigen Fällen beobachtet: Hirnhautentzündung (Meningitis), Masern-ähnliches Syndrom, Mumps-ähnliches Syndrom (einschließlich Entzündung von Hoden, Nebenhoden und Ohrspeicheldrüse); Thrombozytopenie, thrombozytopenische Purpura; anaphylaktische Reaktionen; Enzephalitis, Kleinhirnentzündung (Zerebellitis) und ähnliche Beschwerden (einschließlich vorübergehender Gangstörungen und vorübergehender Ataxie), Guillain-Barré-Syndrom, Entzündung des Rückenmarks (transverse Myelitis), Entzündung peripherer Nerven; Vaskulitis; Erythema exsudativum multiforme; Gelenkschmerzen, Gelenkentzündung [3, 4]

Diese Häufigkeiten gelten nur für Priorix (Geimpfte in den klinischen Prüfungen der Fachinformation). Schmerzen an der Einstichstelle traten laut Fachinformation nach der ersten Impfung häufig und nach der zweiten sehr häufig auf [3].

Priorix-Tetra (MMRV-Lebendimpfstoff, Kinder von 9 bis 27 Monaten)

Priorix-Tetra: Nebenwirkungen laut Fachinformation (Stand 03/2026), Kinder von 9 bis 27 Monaten und Meldungen nach der Markteinführung
HäufigkeitNebenwirkungen
Sehr häufigSchmerzen und Rötung an der Einstichstelle; Fieber von 38 °C bis 39,5 °C (rektal) bzw. von 37,5 °C bis 39 °C (unter der Achsel oder im Mund) [5, 6]
HäufigReizbarkeit; Hautausschlag; Schwellung an der Einstichstelle; Fieber über 39,5 °C (rektal) bzw. über 39 °C (unter der Achsel oder im Mund) [5, 6]
GelegentlichInfektion der oberen Atemwege; Lymphknotenschwellung; Appetitlosigkeit; Schreien, Unruhe, Schlaflosigkeit; Schnupfen; Vergrößerung der Ohrspeicheldrüse, Durchfall, Erbrechen; Teilnahmslosigkeit (Lethargie), Unwohlsein, Müdigkeit [5, 6]
SeltenMittelohrentzündung; Fieberkrämpfe; Husten, Bronchitis [5, 6]
Nicht bekanntNach der Markteinführung in wenigen Fällen beobachtet: Hirnhautentzündung (Meningitis), Gürtelrose (Herpes zoster), Masern-ähnliches Syndrom, Mumps-ähnliches Syndrom (einschließlich Entzündung von Hoden, Nebenhoden und Ohrspeicheldrüse); Thrombozytopenie, thrombozytopenische Purpura; allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktischer und anaphylaktoider Reaktionen; Enzephalitis, Kleinhirnentzündung (Zerebellitis), Schlaganfall, Guillain-Barré-Syndrom, transverse Myelitis, Entzündung peripherer Nerven, Zerebellitis-ähnliche Beschwerden (einschließlich vorübergehender Gangstörungen und vorübergehender Ataxie); Vaskulitis; Erythema exsudativum multiforme, windpockenähnlicher Hautausschlag; Gelenkschmerzen, Gelenkentzündung [5, 6]

Diese Häufigkeiten gelten nur für Priorix-Tetra (Kinder von 9 bis 27 Monaten). Mit Personen über 6 Jahren gibt es laut Fachinformation keine Studien mit Priorix-Tetra [5]; die Packungsbeilage nennt Schwellung an der Einstichstelle bei Jugendlichen und Erwachsenen als sehr häufig, bei Kindern als häufig [6].

ProQuad (MMRV-Lebendimpfstoff, Kinder von 12 bis 23 Monaten)

ProQuad: Nebenwirkungen laut Fachinformation (Stand 09/2025), Kinder von 12 bis 23 Monaten und Meldungen nach der Markteinführung
HäufigkeitNebenwirkungen
Sehr häufigFieber; Rötung (Erythem) oder Schmerz, Druckschmerz oder Schmerzhaftigkeit an der Einstichstelle [7]
HäufigReizbarkeit; Durchfall, Erbrechen; masernartiger Ausschlag, Ausschlag, windpockenartiger Ausschlag; Bluterguss oder Schwellung an der Einstichstelle, Ausschlag an der Einstichstelle [7]
GelegentlichOhreninfektion, Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis), Mittelohrentzündung, Rachenentzündung, Virusinfektion, viraler Hautausschlag; verminderter Appetit; Weinen, Schlafstörung; Fieberkrampf, Schläfrigkeit (Somnolenz); Husten, verstopfte Atemwege, laufende Nase; Hautentzündung (Dermatitis einschließlich Kontaktdermatitis und atopischer Dermatitis), rötelnartiger Ausschlag, Nesselsucht (Urtikaria), Hautrötung; Schwäche (Asthenie), Erschöpfung (Fatigue), Blutung, Verhärtung und Schwellung (Raumforderung) an der Einstichstelle, Unwohlsein [7]
SeltenBakterielle Hautentzündung (Zellulitis), Atemwegsinfektion, Hautinfektion, Mandelentzündung, Windpocken, virale Bindehautentzündung; Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose), Lymphknotenschwellung; Überempfindlichkeit; Austrocknung (Dehydratation); Teilnahmslosigkeit (Apathie), Anhänglichkeit, Unruhe; Gangunsicherheit (Ataxie), Krampfanfall, Kopfschmerzen, übermäßiger Bewegungsdrang (Hyperkinesie), vermehrte Schläfrigkeit (Hypersomnie), Lethargie, Zittern; Bindehautentzündung, Augenausfluss, Lidrandentzündung (Blepharitis), Augenreizung, Schwellung des Auges, gerötete Augen, verstärkte Tränensekretion, Augenbeschwerden; Ohrenschmerzen; Hautrötung mit Wärmegefühl (Flush), Blässe; Erkrankung einer Nasennebenhöhle, Niesen, pfeifende Atmung (Giemen); Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Mundschleimhautentzündung (Stomatitis); kalter Schweiß, schuppende Hautentzündung (exfoliative Dermatitis), Arzneimittelausschlag, Henoch-Schönlein-Purpura, knötchenförmiger Ausschlag, Juckreiz, Hautverfärbung, Hautveränderung, gürtelroseartiger Ausschlag; Schmerz im Arm, Steifigkeit von Muskeln und Gelenken; grippeähnliche Erkrankung, Schuppung, Verfärbung, Jucken, Reaktion und Narbenbildung an der Einstichstelle, erhöhte Körpertemperatur (Hyperthermie), Schmerz; Gewichtsverlust; Prellung; eingeschränkte Alltagsaktivitäten [7]
Nicht bekanntAseptische Meningitis, Enzephalitis, Nebenhodenentzündung, Gürtelrose (Herpes zoster), Infektion, Masern, Hodenentzündung, Parotitis; Lymphknotenentzündung, Thrombozytopenie; anaphylaktoide und anaphylaktische Reaktion, Angioödem, Gesichtsödem, Schwellung an Armen oder Beinen; Gesichtslähmung (Bell-Parese), Schlaganfall, Schwindelgefühl, Enzephalopathie, Guillain-Barré-Syndrom, Masern-Einschlusskörperchen-Enzephalitis, Augenmuskellähmungen, Missempfindungen (Parästhesie), Polyneuropathie, subakute sklerosierende Panenzephalitis, Ohnmacht (Synkope), transverse Myelitis; Schwellung der Augenlider, Entzündung des Sehnervs (Optikusneuritis, retrobulbäre Neuritis), Netzhautentzündung; Schallempfindungsschwerhörigkeit; Austritt von Flüssigkeit ins Gewebe (Extravasat); Bronchospasmus, Bronchitis, Pneumonitis, Pneumonie, Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, Schmerzen im Mund-Rachen-Raum; Bauchschmerzen, Blut im Stuhl; Erythema multiforme, Panniculitis, Purpura, Hautverhärtung, Stevens-Johnson-Syndrom, Hautgranulom (assoziiert mit dem durch den Impfstoff übertragenen Rötelnvirus); Gelenkentzündung, Gelenkschmerzen, Schmerzen von Muskeln und Knochen, Muskelschmerzen, Schwellung; Beschwerden an der Einstichstelle (Schmerz, Ödem, Nesselsucht, Bluterguss, Verhärtung, Raumforderungen, Bläschen), Entzündung, Papillitis [7]

Diese Häufigkeiten gelten nur für ProQuad (Kinder von 12 bis 23 Monaten). Die Packungsbeilage nennt Fieber (38,9 °C oder höher) als sehr häufig und zusätzlich Infektionen der oberen Atemwege als häufig [8].

Jede Häufigkeit gilt nur für den Impfstoff, bei dem sie steht. Sie sagt nicht, welcher Impfstoff für Sie oder Ihr Kind besser verträglich ist. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde nach der Impfung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass die Impfung sie verursacht hat. Die Packungsbeilagen von M-M-RvaxPro und ProQuad beziehen die Klassen auf Geimpfte, die von Priorix und Priorix-Tetra auf Impfstoffdosen: sehr häufig heißt mehr als 1 von 10, häufig bis zu 1 von 10, gelegentlich bis zu 1 von 100, selten bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" ist die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar [2, 4, 6, 8]. Umrechnen können Sie mit dem Werkzeug Häufigkeit übersetzen. Mehr zu Hautausschlag, Durchfall, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und Krampfanfällen als Nebenwirkung von Medikamenten; die Tabellen dort zeigen keine Impfstoffe.

Seltene und schwere Nebenwirkungen

Fieberkrämpfe: Die Fachinformation von ProQuad nennt Fieberkrämpfe als gelegentlich, die von Priorix-Tetra und Priorix als selten, die von M-M-RvaxPro ohne bekannte Häufigkeit [1, 3, 5, 7]. Zwischen Tag 5 und Tag 12 nach der ersten Impfung mit einem MMRV-Impfstoff wurde bei Kindern ein erhöhtes Risiko für Fieberkrämpfe beobachtet, verglichen mit der gleichzeitigen Gabe getrennter MMR- und Varizellen-Impfstoffe [5, 7]. Nach einer Beobachtungsstudie bei Kindern von 12 bis 60 Monaten lassen die Daten laut Fachinformation von ProQuad auf einen zusätzlichen Fieberkrampf pro 2.600 geimpften Kindern schließen, verglichen mit der getrennten Gabe von MMR- und Varizellen-Impfstoff desselben Herstellers [7]. Für Priorix-Tetra lassen die Daten einer rückblickenden Datenbankanalyse bei Kindern von 9 bis 30 Monaten laut Fachinformation je nach Falldefinition auf einen zusätzlichen Fieberkrampf pro 5.882 oder 2.747 geimpften Kindern schließen, verglichen mit Kindern, die einen MMR-Impfstoff oder gleichzeitig MMR- und Varizellen-Impfstoff erhalten hatten [5]. Laut STIKO wurde das erhöhte Risiko "nur bei der Erstimpfung beobachtet" [9].

Gehirnentzündung: Nach der Anwendung abgeschwächter Lebendimpfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken wurde laut den Fachinformationen von ProQuad und Priorix-Tetra nach der Markteinführung über Enzephalitis berichtet, in einigen Fällen mit Todesfällen, insbesondere bei immungeschwächten Patienten [5, 7]. Bei stark immungeschwächten Patienten, die versehentlich einen Impfstoff mit Masern-Komponente erhielten, wurden laut den Fachinformationen von M-M-RvaxPro und ProQuad eine Masern-Einschlusskörperchen-Enzephalitis, eine Lungenentzündung (Pneumonitis) und Todesfälle als direkte Folge einer ausgebreiteten, durch das Impfvirus ausgelösten Masern-Infektion berichtet [1, 7].

Blutplättchen: Eine bestehende Thrombozytopenie kann sich laut den Fachinformationen von M-M-RvaxPro und ProQuad durch die Impfung möglicherweise verschlimmern, und wer nach der ersten Impfung eine Thrombozytopenie entwickelte, kann nach weiteren Impfungen erneut eine entwickeln [1, 7]; die Fachinformationen von Priorix und Priorix-Tetra nennen Berichte darüber [3, 5]. Die Packungsbeilagen bitten, vorher anzusprechen, wenn nach einer früheren Impfung gegen Masern, Mumps oder Röteln leicht Blutergüsse oder länger als üblich andauernde Blutungen aufgetreten sind [2, 4, 6, 8].

Gelenkbeschwerden: Bei Kindern sind Gelenkbeschwerden nach der Impfung laut den Fachinformationen von M-M-RvaxPro und ProQuad in der Regel weniger häufig und von kurzer Dauer, bei Frauen in der Regel häufiger; sie können dann über mehrere Monate, in seltenen Fällen über Jahre anhalten [1, 7].

Allergische Reaktionen und Ohnmacht: Für den Fall einer seltenen anaphylaktischen Reaktion sollten laut den Fachinformationen geeignete medizinische Behandlungsmöglichkeiten sofort bzw. unmittelbar zur Verfügung stehen [1, 3, 5, 7]. Besonders bei Jugendlichen kann es laut den Fachinformationen von Priorix und Priorix-Tetra als psychogene Reaktion auf die Nadelinjektion nach oder sogar vor einer Impfung zu einer Ohnmacht kommen; dazu heißt es dort: "Es ist wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um Verletzungen durch die Ohnmacht zu verhindern." [3, 5] Sind Sie bei einer früheren Injektion schon einmal ohnmächtig geworden, informieren Sie laut Packungsbeilage vorher die Ärztin, den Arzt oder das medizinische Fachpersonal [4, 6]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie und schwere Hautreaktionen.

Was Sie nach der Impfung tun können

Frau Anfang dreißig mit dunkelblondem Haar und rotem Pullover sitzt mit hochgekrempeltem Ärmel und kleinem runden Pflaster am Oberarm in einem hellen Wartezimmer
Bild: KI-generiert

Sind bei Ihrem Kind oder in der Familie schon einmal Krampfanfälle, einschließlich Fieberkrämpfe, aufgetreten, ist laut Packungsbeilage von Priorix-Tetra eine engmaschige Überwachung nach der Impfung erforderlich, da besonders 5 bis 12 Tage nach der Gabe Fieber auftreten kann [6]. Die Packungsbeilage von Priorix sagt bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, früheren Fieberkrämpfen oder Krampfanfällen in der Familie: "Wenn nach der Impfung hohes Fieber auftritt, kontaktieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt" [4]. Mehr dazu auf den Seiten Fieber und Medikamente bei Kindern.

Laut Packungsbeilage sollten nach einer Impfung mit ProQuad 6 Wochen lang keine Salicylate wie Acetylsalicylsäure eingenommen werden, nach Priorix-Tetra keine Acetylsalicylsäure [6, 8]. Geimpfte sollten laut diesen Packungsbeilagen bis zu 6 Wochen nach der Impfung, wenn immer möglich, engen Kontakt zu Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem, zu Schwangeren ohne Windpocken oder Windpocken-Impfung und zu Neugeborenen solcher Mütter vermeiden [6, 8].

Wenn die geimpfte Person Nebenwirkungen entwickelt, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen [2, 8]. Beschwerden, Beginn und Dauer können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten, Fragen für die Impfaufklärung mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch sammeln.

Verdacht melden: Für Nebenwirkungen eines Impfstoffs gibt es auf nebenwirkungen.bund.de ein eigenes Impfstoff-Meldeformular; die Meldung geht direkt an die Bundesoberbehörden, das Paul-Ehrlich-Institut oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [11]. Ärztinnen und Ärzte melden den Verdacht einer Impfkomplikation zusätzlich dem Gesundheitsamt [9, 13]. Wie die Meldung abläuft, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wer nicht oder erst später geimpft werden sollte

Alle vier Fachinformationen nennen als Gegenanzeigen eine Überempfindlichkeit gegen den Impfstoff bzw. seine Bestandteile einschließlich Neomycin, eine Behandlung, die das Immunsystem unterdrückt (einschließlich hoher Dosen von Kortikosteroiden), eine schwere angeborene oder erworbene Immunschwäche, zum Beispiel AIDS oder eine symptomatische HIV-Infektion, und die Schwangerschaft [1, 3, 5, 7].

Weitere Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen laut Fachinformation (Abschnitte 4.3 und 4.4)
Impfstoffweitere GegenanzeigenVerschieben oder Vorsicht
M-M-RvaxProaktive, unbehandelte Tuberkulose; krankhafte Blutbildveränderungen, Leukämie, Lymphome oder andere bösartige Erkrankungen des blutbildenden oder lymphatischen Systems; angeborene oder erbliche Immunschwäche in der Familie, es sei denn, das Immunsystem der zu impfenden Person ist nachweislich intakt [1]bei Erkrankungen mit Fieber über 38,5 °C sollte die Impfung verschoben werden; Vorsicht bei Krampfanfällen oder Hirnschädigungen in der eigenen oder familiären Vorgeschichte; bei Thrombozytopenie oder Gerinnungsstörungen Gabe unter die Haut [1]
Priorixkeine weiteren; eine Kontaktdermatitis durch Neomycin in der Vorgeschichte ist keine Gegenanzeige [3]bei einer akuten, schweren, mit Fieber einhergehenden Erkrankung sollte die Impfung verschoben werden, ein banaler Infekt wie eine Erkältung ist keine Gegenanzeige; Vorsicht bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Neigung zu Fieberkrämpfen oder Krampfanfällen in der Familie; Kinder mit Fieberkrämpfen in der Vorgeschichte sollten engmaschig überwacht werden [3]
Priorix-TetraÜberempfindlichkeitsreaktionen nach einer früheren Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und/oder Varizellen; eine Kontaktdermatitis durch Neomycin ist keine Gegenanzeige [5]Verschieben wie bei Priorix; bei Kindern mit Krampfanfällen einschließlich Fieberkrämpfen in der eigenen oder familiären Vorgeschichte sollte die Impfung mit Vorsicht erwogen und für die erste Impfung alternativ eine getrennte MMR- und Varizellen-Impfung in Betracht gezogen werden; die Kinder sollten im Risikozeitraum auf Fieber überwacht werden [5]
ProQuadwie bei M-M-RvaxPro: aktive, unbehandelte Tuberkulose; Blutbildveränderungen und bösartige Erkrankungen des blutbildenden oder lymphatischen Systems; angeborene oder erbliche Immunschwäche in der Familie [7]bei Erkrankungen mit Fieber über 38,5 °C sollte die Impfung verschoben werden; Vorsicht bei Krampfanfällen oder Hirnschädigungen in der eigenen oder familiären Vorgeschichte; bei Thrombozytopenie oder Blutgerinnungsstörungen Gabe unter die Haut [7]

Die Masern- und Mumps-Komponenten werden in Hühnerembryozellen gezüchtet. Nach Sofortreaktionen auf Hühnereier sollte laut den Fachinformationen von M-M-RvaxPro und ProQuad eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, laut denen von Priorix und Priorix-Tetra sollten Betroffene mit äußerster Vorsicht geimpft werden [1, 3, 5, 7]; für die STIKO ist eine Hühnereiweißallergie keine Kontraindikation gegen die MMR-Impfung [9]. Priorix und Priorix-Tetra enthalten Phenylalanin und Prolin, die laut Fachinformation bei Phenylketonurie bzw. Hyperprolinämie schädlich sein können [3, 5].

Andere Medikamente und Impfungen

Gleichzeitig gegeben werden können laut den Fachinformationen von M-M-RvaxPro und ProQuad unter anderem ein Pneumokokken-Konjugatimpfstoff und ein Hepatitis-A-Impfstoff, laut der von ProQuad außerdem Impfstoffe mit Diphtherie-, Tetanus-, Keuchhusten-, Hib-, Polio- oder Hepatitis-B-Antigen, jeweils an unterschiedlichen Injektionsstellen [1, 7]. Bei gleichzeitiger Gabe eines MMRV-Impfstoffs und des Meningokokken-B-Impfstoffs Bexsero ist das Risiko für Fieber, Spannung an der Einstichstelle, veränderte Essgewohnheiten und Reizbarkeit laut den Fachinformationen von Priorix und Priorix-Tetra erhöht [3, 5]. Abstände zu anderen Lebendimpfstoffen und Immunglobulinen: siehe Impfschema. Mehr zur Hepatitis-A-Impfung und zur Keuchhusten-Impfung.

Den zeitlichen Abstand zwischen der Impfung und einer immunsuppressiven Behandlung sollte man laut den Fachinformationen von Priorix und Priorix-Tetra berücksichtigen [3, 5]. Niedrig dosierte oder örtlich angewendete Kortikosteroide, etwa zur Vorbeugung von Asthma, sind laut den Fachinformationen keine Gegenanzeige [1, 3, 5, 7]; vor einer Lebendimpfung bei angeborenem oder erworbenem Immundefekt sollten laut STIKO die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte konsultiert werden [9]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Die STIKO zählt "Krampfanfälle in der Familie" und "Fieberkrämpfe in der Anamnese des zu impfenden Kindes" zu den falschen Kontraindikationen [9]. Eine bereits bestehende Immunität gegen einen oder zwei der enthaltenen Erreger ist laut STIKO keine Kontraindikation [9], laut PEI ist die Impfung dann "ohne ein erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen möglich" [10].

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangere Frauen dürfen laut den Fachinformationen von M-M-RvaxPro, Priorix, Priorix-Tetra und ProQuad nicht geimpft werden; nach der Impfung sollte eine Schwangerschaft einen Monat lang verhindert werden [1, 3, 5, 7]. Bei mehr als 3.500 Frauen, die ohne Kenntnis einer Frühschwangerschaft mit einem Röteln-Impfstoff geimpft wurden, wurden keine Fälle eines angeborenen Röteln-Syndroms berichtet; nach der Markteinführung wurde ein angeborenes Röteln-Syndrom im Zusammenhang mit einem Röteln-Impfstamm festgestellt, nachdem eine Schwangere versehentlich geimpft worden war [1, 3, 5, 7]. Laut den Packungsbeilagen von Priorix und Priorix-Tetra sollten Sie in diesem Monat eine wirksame Verhütungsmethode anwenden [4, 6].

In der Stillzeit sollte laut den Fachinformationen von M-M-RvaxPro und ProQuad sorgfältig abgewogen werden, ob geimpft wird: Röteln-Impfviren können mit der Muttermilch auf den Säugling übertragen werden, ohne dass die Säuglinge Zeichen einer Röteln-Erkrankung zeigten [1, 7]. Laut Fachinformation von Priorix liegen nur begrenzte Erfahrungen vor; bei Kindern mit bekannter oder vermuteter Immunschwäche sollten Nutzen und Risiken der Impfung der Mutter abgewogen werden [3]. Für Priorix-Tetra liegen laut Fachinformation keine ausreichenden Daten zur Stillzeit vor [5].

Die STIKO schreibt: "Impfungen mit einem Lebendimpfstoff, wie z. B. gegen Dengue, Masern, Mumps, Röteln oder Varizellen, sind in der Schwangerschaft aus theoretischen Überlegungen grundsätzlich kontraindiziert." [9] Weiter schreibt sie: "Nach einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff sollte eine Schwangerschaft für einen Monat vermieden werden. Ist eine versehentliche Impfung mit einem Lebendimpfstoff in der Frühgravidität erfolgt, stellt dies jedoch keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch dar." [9] Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollten laut STIKO deshalb eventuell bestehende Impflücken rechtzeitig geschlossen werden; Müttern, bei denen keine zwei Röteln-Impfungen dokumentiert sind oder die in der Schwangerschaft seronegativ für Röteln getestet wurden, nennt sie eine Impfung nach der Geburt (siehe Impfschema) [9]. Die Schwangerschaft der Mutter des zu impfenden Kindes ist laut STIKO eine falsche Kontraindikation, bei der Varizellen-Impfung "nach Risikoabwägung" [9].

Laut Embryotox (Seite "Impfstoffe", Ampel grau: "Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt") gelten "Impfungen mit Lebendimpfstoffen (z.B. der Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln)" in der Schwangerschaft als kontraindiziert [12]. Nach einer solchen Impfung kann laut Embryotox eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung angeboten werden [12]. Zur Stillzeit: "Die üblichen, in Deutschland empfohlenen und verwendeten Impfstoffe können auch stillenden Müttern verabreicht werden und erfordern keine Einschränkung des Stillens. Ausnahmen bestehen bei der Gelbfieber- und Dengue-Impfung." [12] Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Impfschema laut STIKO und Fachinformation

Hier stehen die Angaben der STIKO und der Fachinformation, keine Impfempfehlung. Wann und wie oft Sie geimpft werden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Impfschema: Angaben der STIKO und der Fachinformation
PersonengruppeAngabe der STIKO (wörtlich)Angabe der Fachinformation (wörtlich)
Säuglinge und Kleinkinder (Standardimpfung)"Für die Grundimmunisierung gegen Masern werden 2 Impfstoffdosen eines Kombinationsimpfstoffs (MMR-Impfstoff) im Alter von 11 und 15 Monaten verabreicht. Hierbei ist ein Mindestabstand von 4 Wochen zwischen den beiden Impfstoffdosen einzuhalten." (Kapitel 3.2, S. 27) "Für die 1. Impfung gegen Varizellen und Masern, Mumps, Röteln bei Kindern < 5 Jahre sollte die simultane Gabe von Varizellen-Impfstoff und MMR-Impfstoff an verschiedenen Körperstellen bevorzugt werden." "Die 2. Impfung gegen Varizellen sollte im Alter von 15 Monaten verabreicht werden und kann mit einem MMRV-Kombinationsimpfstoff erfolgen" (Kapitel 3.2, S. 35) [9]M-M-RvaxPro: "Personen ab 12 Monaten sollten eine Dosis zu einem ausgewählten Zeitpunkt erhalten. Eine zweite Dosis kann gemäß den offiziellen Impfempfehlungen frühestens 4 Wochen nach der ersten Dosis verabreicht werden." [1] Priorix: "Eine zweite Dosis sollte entsprechend den offiziellen Impfempfehlungen gegeben werden." [3] Priorix-Tetra: "Der Abstand zwischen den beiden Dosen sollte vorzugsweise (…) zwischen 6 Wochen und 3 Monaten betragen. (…) Auf keinen Fall sollte der Abstand zwischen den Dosen jedoch weniger als 4 Wochen betragen." [5] ProQuad: "Zwischen der ersten und zweiten Dosis von Virus-Lebendimpfstoffen muss ein Mindestabstand von einem Monat eingehalten werden." [7] (jeweils Abschnitt 4.2)
Nach 1970 geborene Erwachsene mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit (Standardimpfung)"1-malige Impfung mit einem MMR-Impfstoff." (Tabelle 2, S. 15) [9]M-M-RvaxPro und Priorix: wie oben (Abschnitt 4.2) [1, 3]
Frauen im gebärfähigen Alter (Indikationsimpfung Röteln)Ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus: "2-malige Impfung mit einem MMR-Impfstoff (bei gleichzeitiger Indikation zur Varizellen-Impfung ggf. MMRV-Kombinationsimpfstoff verwenden)." Einmal geimpfte Frauen: "1-malige Impfung mit einem MMR-Impfstoff." (Tabelle 2, S. 18) Mütter, bei denen keine 2 Röteln-Impfstoffdosen dokumentiert sind oder die in der Schwangerschaft seronegativ für Röteln getestet wurden: "sollte postpartal 2 MMR-Impfstoffdosen im (Mindest-)Abstand von 4 Wochen verabreicht werden." (Kapitel 4.8, S. 46) [9]wie oben (Abschnitt 4.2) [1, 3]
Nach 1970 Geborene in bestimmten beruflichen Tätigkeitsbereichen"Insgesamt 2-malige Impfung mit einem MMR-Impfstoff (bei gleichzeitiger Indikation zur Varizellen-Impfung ggf. MMRV-Kombinationsimpfstoff verwenden)." (Tabelle 2, S. 16) [9]wie oben (Abschnitt 4.2) [1, 3]
Abstand zu anderen Lebendimpfstoffen"Lebendimpfstoffe (attenuierte, vermehrungsfähige Viren) können simultan verabreicht werden. Werden sie nicht simultan verabreicht, ist in der Regel ein Mindestabstand von 4 Wochen einzuhalten." (Kapitel 4.5, S. 40) [9]M-M-RvaxPro: "M-M-RvaxPro und andere Virus Lebendimpfstoffe sollten entweder gleichzeitig an unterschiedlichen Injektionsstellen oder im Abstand von einem Monat verabreicht werden." [1] Priorix: "Wird Priorix nicht gleichzeitig mit anderen attenuierten Lebendimpfstoffen verabreicht, sollte ein Zeitabstand von mindestens einem Monat zwischen den Impfungen eingehalten werden." [3] ProQuad: "Zwischen der Verabreichung eines Virus-Lebendimpfstoffs und ProQuad sollte ein Mindestabstand von einem Monat liegen." [7] (jeweils Abschnitt 4.5)
Nach Immunglobulinen oder Bluttransfusionen"Nach einer Immunglobulingabe ist die MMR/V-Impfung für 8 Monate nicht sicher wirksam." (Kapitel 3.2, S. 27) [9]M-M-RvaxPro: "Die Impfung sollte frühestens 3 Monate nach Blut- oder Plasmatransfusionen oder der Gabe von Human-Immunglobulinen erfolgen." [1] Priorix: "(…) sollte die Impfung um 3 Monate oder länger (bis zu 11 Monate) (…) verschoben werden" [3] Priorix-Tetra: "(…) sollte die Impfung um mindestens 3 Monate verschoben werden" [5] ProQuad: "Die Impfung sollte frühestens 3 Monate nach Blut- oder Plasmatransfusionen oder der Gabe von Immunglobulinen (Ig) erfolgen." [7] (jeweils Abschnitt 4.5)

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Eine Gehirnentzündung kann sich laut den Packungsbeilagen von Priorix-Tetra und ProQuad durch einen Verlust oder eine Verminderung des Bewusstseins, Krampfanfälle (Konvulsionen) oder einen Verlust der Kontrolle über die Körperbewegungen, begleitet von Fieber und Kopfschmerzen, zeigen. Dann gilt: "Holen Sie unverzüglich ärztlichen Rat ein", und sagen Sie der Ärztin oder dem Arzt, dass Sie oder Ihr Kind geimpft wurden [6, 8]. Bei einer allergischen Reaktion, etwa Nesselsucht, in schweren Fällen mit Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken, heißt es in der Packungsbeilage von ProQuad: "rufen Sie sofort Ihren Arzt" [8]. Bei juckendem oder bläschenförmigem Ausschlag, Schwellung der Augen und des Gesichts, Atem- oder Schluckbeschwerden, plötzlichem Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit schreibt die Packungsbeilage von Priorix-Tetra: "Informieren Sie sofort einen Arzt" [6]. Bei einem anaphylaktischen Schock, bei dem es zu Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder sogar einem Kreislaufstillstand kommen kann, sollte laut gesund.bund.de sofort die Notrufnummer 112 gerufen werden [16].

Zu Fieberkrämpfen allgemein schreibt das IQWiG: Vor allem, wenn ein Kind zum ersten Mal einen Fieberkrampf hat, sollte man rasch ärztliche Hilfe holen, und man kann auch die Notrufnummer 112 anrufen; bei einem komplizierten Fieberkrampf, der länger als 15 Minuten dauert, muss die Notrufnummer 112 angerufen werden [17].

Quellen

  1. EMA-Produktinformation M-M-RvaxPro (Masern-Mumps-Röteln-Lebendimpfstoff), Produktinformation Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8 (Pulver und Lösungsmittel, auch in einer Fertigspritze). Merck Sharp & Dohme B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 10/2025 (EMA, deutsche Produktinformation aktualisiert am 30.10.2025). abgerufen am 19.10.2026
  2. EMA-Produktinformation M-M-RvaxPro, Produktinformation Anhang III B: Packungsbeilage (Gebrauchsinformation: Information für Anwender), Abschnitte 1 bis 4. Merck Sharp & Dohme B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 10/2025 (EMA, aktualisiert am 30.10.2025). abgerufen am 19.10.2026
  3. Fachinformation Fachinformation Priorix, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer Fertigspritze (Masern-Mumps-Röteln-Lebendimpfstoff), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8 (Dokument 002229-66821-101). GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber). Stand 03/2026 (Stand der Information: März 2026). abgerufen am 19.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Priorix (Masern-Mumps-Röteln-Lebendimpfstoff), Abschnitte 1 bis 4. GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG (Pharmazeutischer Unternehmer). Stand 03/2026 (zuletzt überarbeitet im März 2026). abgerufen am 19.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Priorix-Tetra, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer Fertigspritze (Masern-Mumps-Röteln-Varizellen-Lebendimpfstoff), Abschnitte 4.1 bis 4.8 (Dokument 009862-66822-101). GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber). Stand 03/2026 (Stand der Information: März 2026). abgerufen am 19.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Priorix-Tetra (Masern-Mumps-Röteln-Varizellen-Lebendimpfstoff), Abschnitte 2 bis 4. GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG (Pharmazeutischer Unternehmer). Stand 03/2026 (zuletzt überarbeitet im März 2026). abgerufen am 19.10.2026
  7. EMA-Produktinformation ProQuad (Masern-Mumps-Röteln-Varizellen-Lebendimpfstoff), Produktinformation Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8. Merck Sharp & Dohme B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 09/2025 (EMA, deutsche Produktinformation aktualisiert am 25.09.2025). abgerufen am 19.10.2026
  8. EMA-Produktinformation ProQuad, Produktinformation Anhang III B: Packungsbeilage (Gebrauchsinformation: Information für Anwender), Abschnitte 1 bis 4. Merck Sharp & Dohme B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 09/2025 (EMA, aktualisiert am 25.09.2025). abgerufen am 19.10.2026
  9. Behörde Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026: Tabelle 1 (S. 8), Tabelle 2 (S. 15, 16, 18), Kapitel 3.2 (S. 27, 29, 30, 33, 35), 4.5 (S. 40), 4.7 (S. 43), 4.8 (S. 45 f.), 4.10 (S. 46 f.), Tabelle 12 (S. 69); Lizenz CC BY 4.0. Ständige Impfkommission (STIKO), Robert Koch-Institut. Stand 22.01.2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026. abgerufen am 21.10.2026
  10. Behörde Masern-Impfstoffe (Liste der zugelassenen Impfstoffe und Abschnitt Masern-Impfung, Stand: PEI-Bekanntmachung Nr. 544 im BAnz AT 12.08.2026 B6). Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Stand 13.08.2026 (aktualisiert). abgerufen am 21.10.2026
  11. Behörde Nebenwirkungen melden: Startseite (Impfstoff-Meldeformular; Welche Angaben sollte ich machen?; Wie funktioniert das Melden?). Paul-Ehrlich-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, nebenwirkungen.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026
  12. Embryotox Embryotox: Impfstoffe (Schwangerschaft und Stillzeit). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026
  13. Behörde § 6 Infektionsschutzgesetz (IfSG): Meldepflichtige Krankheiten (Absatz 1 Satz 1 Nummer 3). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand IfSG zuletzt geändert durch Art. 3 Abs. 1 G v. 04.03.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 60); Änderung durch Art. 7 G v. 26.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 195) textlich nachgewiesen. abgerufen am 19.10.2026
  14. Behörde § 20 Infektionsschutzgesetz (IfSG): Schutzimpfungen und andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe (Absätze 8 bis 14), mit § 33 IfSG (Gemeinschaftseinrichtungen). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand IfSG zuletzt geändert durch Art. 3 Abs. 1 G v. 04.03.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 60); Änderung durch Art. 7 G v. 26.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 195) textlich nachgewiesen. abgerufen am 19.10.2026
  15. Behörde § 24 SGB XIV: Geschädigte durch Schutzimpfungen oder andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand SGB XIV zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 17.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 179). abgerufen am 19.10.2026
  16. Behörde Medikamentenallergie (Abschnitte Symptome und Behandlung). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 14.03.2024. abgerufen am 19.10.2026
  17. Was ist ein Fieberkrampf?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand aktualisiert am 26.11.2025. abgerufen am 19.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat die Masern-Mumps-Röteln-Impfung?

Das hängt vom Impfstoff ab. Sehr häufig sind laut Fachinformation bei M-M-RvaxPro Fieber (38,5 °C oder höher) sowie Rötung, Schmerz und Schwellung an der Einstichstelle, bei Priorix Rötung an der Einstichstelle und Fieber. Häufig ist bei beiden ein Hautausschlag. Bei den Kombinationsimpfstoffen mit Windpocken-Komponente nennt die Fachinformation von ProQuad Fieber sowie Rötung oder Schmerzen an der Einstichstelle als sehr häufig, die von Priorix-Tetra Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle und Fieber. Alle Angaben je Impfstoff stehen im Abschnitt Nebenwirkungen laut Fachinformation.

Wann tritt Fieber nach der MMR-Impfung auf?

Als übliche Impfreaktion beschreibt die STIKO für 1 bis 3 Tage Fieber unter 39,5 °C (bei rektaler Messung) und nach abgeschwächten Lebendimpfstoffen Beschwerden im Sinne einer "Impfkrankheit" 1 bis 3 Wochen nach der Impfung (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Stand 10.09.2026). In den Studien mit Kindern von 12 bis 23 Monaten waren Fieber (39,4 °C rektal oder höher oder subjektiv erhöht) und masernartiger Ausschlag nach einer früheren Formulierung von ProQuad häufiger als nach MMR- und Windpocken-Impfstoff desselben Herstellers; beides trat laut Fachinformation meist zwischen 5 und 12 Tagen nach der Impfung auf, war von kurzer Dauer und klang ohne weitere Folgen ab. Bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, früheren Fieberkrämpfen oder Krampfanfällen in der Familie heißt es in der Packungsbeilage von Priorix: "Wenn nach der Impfung hohes Fieber auftritt, kontaktieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt".

Kann die Impfung Masern, Mumps oder Röteln auslösen?

M-M-RvaxPro enthält laut Packungsbeilage lebende Viren, die jedoch zu schwach sind, um bei Gesunden Masern, Mumps oder Röteln hervorzurufen. Laut Packungsbeilage von Priorix sind die Viren so stark abgeschwächt, dass sie in der Regel bei gesunden Personen keine Erkrankung auslösen können. Ein Masern-ähnliches und ein Mumps-ähnliches Syndrom nennen die Fachinformationen von Priorix und Priorix-Tetra nach der Markteinführung ohne bekannte Häufigkeit. Bei stark immungeschwächten Menschen, die versehentlich einen Impfstoff mit Masern-Komponente erhielten, wurden laut den Fachinformationen von M-M-RvaxPro und ProQuad schwere, durch das Impfvirus ausgelöste Infektionen und Todesfälle berichtet. Eine schwere Immunschwäche ist bei allen vier Impfstoffen eine Gegenanzeige.

Ist mein Kind nach der Impfung ansteckend?

Eine Übertragung der Masern- und Mumps-Impfviren auf empfängliche Kontaktpersonen ist laut den Fachinformationen aller vier Impfstoffe nicht beschrieben worden. Laut den Fachinformationen von M-M-RvaxPro und ProQuad scheidet die Mehrzahl der Geimpften 7 bis 28 Tage nach der Impfung kleine Mengen des Röteln-Impfvirus aus Nase oder Rachen aus; einen gesicherten Nachweis, dass diese Viren auf Kontaktpersonen übertragen werden, gibt es nicht. Das Windpocken-Impfvirus kann laut den Fachinformationen von ProQuad und Priorix-Tetra in seltenen Fällen bzw. mit sehr niedriger Rate auf empfängliche Kontaktpersonen übertragen werden. Laut den Packungsbeilagen dieser beiden Impfstoffe sollten Geimpfte bis zu 6 Wochen nach der Impfung, wenn immer möglich, engen Kontakt zu Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem, zu Schwangeren ohne Windpocken oder Windpocken-Impfung und zu Neugeborenen solcher Mütter vermeiden.

Warum bevorzugt die STIKO bei der ersten Impfung getrennte Impfstoffe gegen Windpocken?

Die STIKO schreibt in ihren Empfehlungen 2026 (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Stand 10.09.2026), für die 1. Impfung gegen Varizellen und Masern, Mumps, Röteln "sollte die simultane Gabe von Varizellen-Impfstoff und MMR-Impfstoff an verschiedenen Körperstellen bevorzugt werden"; für welches Alter das gilt, steht im Abschnitt Impfschema. Als Grund nennt sie das leicht erhöhte Risiko von Fieberkrämpfen 5 bis 12 Tage nach der Gabe des kombinierten MMRV-Impfstoffs im Vergleich zur simultanen Impfung mit Varizellen- und MMR-Impfstoff; dies wurde nur bei der Erstimpfung beobachtet. Mehr dazu im Abschnitt Seltene und schwere Nebenwirkungen.

Darf mein Kind nach der Impfung Acetylsalicylsäure bekommen?

Nach einer Impfung mit ProQuad sollten laut Packungsbeilage 6 Wochen lang keine Salicylate wie Acetylsalicylsäure eingenommen werden, nach einer Impfung mit Priorix-Tetra laut Packungsbeilage bis zu 6 Wochen keine Acetylsalicylsäure. Laut Fachinformation von ProQuad wurde nach der Anwendung salicylathaltiger Mittel während einer Windpocken-Infektion über das Reye-Syndrom berichtet, laut der von Priorix-Tetra wird die Anwendung von Acetylsalicylsäure während einer Windpocken-Erkrankung mit dem Reye-Syndrom in Zusammenhang gebracht. Für die MMR-Impfstoffe ohne Windpocken-Komponente nennen die Packungsbeilagen diesen Hinweis nicht. Fragen Sie vor jedem Mittel gegen Fieber oder Schmerzen Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke.

Darf ich in der Schwangerschaft oder Stillzeit gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden?

Schwangere dürfen laut den Fachinformationen aller vier Impfstoffe nicht geimpft werden; nach der Impfung sollte eine Schwangerschaft einen Monat lang verhindert werden. Die STIKO schreibt: "Impfungen mit einem Lebendimpfstoff, wie z. B. gegen Dengue, Masern, Mumps, Röteln oder Varizellen, sind in der Schwangerschaft aus theoretischen Überlegungen grundsätzlich kontraindiziert." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Stand 10.09.2026). In der Stillzeit sollte laut den Fachinformationen von M-M-RvaxPro und ProQuad sorgfältig abgewogen werden, ob geimpft wird. Mehr im Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit.

Darf bei einer Hühnereiweißallergie gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden?

Die STIKO schreibt: "Eine Allergie gegen Hühnereiweiß stellt deshalb keine Kontraindikation gegen die FSME- oder MMR-Impfung dar." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Stand 10.09.2026). Die Fachinformationen weisen darauf hin, dass die Masern- und Mumps-Komponenten in Hühnerembryozellen gezüchtet werden: Bei Menschen mit Sofortreaktionen nach dem Verzehr von Hühnereiern sollte laut den Fachinformationen von M-M-RvaxPro und ProQuad eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, laut denen von Priorix und Priorix-Tetra sollten sie mit äußerster Vorsicht geimpft werden. Sprechen Sie eine solche Allergie vor der Impfung an.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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