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Betablocker

Betablocker (Beta-Rezeptorenblocker) sind Wirkstoffe, deren Namen auf "-lol" enden, etwa Bisoprolol, Metoprolol oder Propranolol. Sie heben die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin an den Beta-Rezeptoren auf und werden je nach Wirkstoff bei Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen eingesetzt, als Augentropfen auch bei Grünem Star. Als typische Nebenwirkungen nennt die Leitlinie zur Herzschwäche einen verlangsamten Herzschlag, niedrigen Blutdruck und Durchblutungsstörungen wie kalte Hände und Füße. Müdigkeit und Schwindel können laut Fachinformationen vor allem zu Beginn der Behandlung auftreten. Betablocker sollten nicht abrupt abgesetzt werden.

Frau Mitte fünfzig mit hellbraunem Haar sitzt auf einer Gartenbank und fühlt mit zwei Fingern ihren Puls am Handgelenk
Bild: KI-generiert

Betablocker (fachlich Beta-Rezeptorenblocker) werden viel verordnet: Nach den Zahlen der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Hypertonie sind es in der gesetzlichen Krankenversicherung vor allem Beta-1-selektive Betablocker, am häufigsten Metoprolol und Bisoprolol [17]. Sie senken die Herzfrequenz [8], und viele von ihnen sind zur Behandlung von Bluthochdruck zugelassen [1, 2, 4, 5, 7, 8]. Einzelheiten zu jedem Mittel stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.

Was sind Betablocker?

Betablocker heben die Wirkung der Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin an bestimmten Andockstellen auf, den Beta-Rezeptoren [12, 13]. Die Wirkstoffnamen der hier beschriebenen Betablocker enden auf "-lol", die meisten auf "-olol" wie bei Bisoprolol, Metoprolol oder Atenolol [1, 2, 8]. In den Fachinformationen ist zum Beispiel Bisoprolol als selektiver Beta-1-Blocker (C07AB07) eingeordnet, Propranolol als nicht kardioselektiver Betablocker (C07AA05) und Carvedilol als Alpha- und Betablocker (C07AG02) [1, 5, 7].

Wie Betablocker wirken

Adrenalin und Noradrenalin werden insbesondere bei körperlichem und seelischem Stress freigesetzt und regen das Herz an. Laut Fachinformation von Metoprolol vermindert oder blockiert der Wirkstoff diese anregende Wirkung: Er verringert einen schnellen Herzschlag und eine erhöhte Schlagkraft des Herzens und senkt den Blutdruck [2]. Abhängig von der Aktivität des sympathischen Nervensystems senken Propranolol und Atenolol die Herzfrequenz, die Schlagkraft, die Erregungsleitung von den Vorhöfen zu den Kammern und die Aktivität des Enzyms Renin [7, 8]. Wie Beta-1-Blocker bei Bluthochdruck genau wirken, ist laut Fachinformation von Bisoprolol unklar [1].

Selektive und nicht selektive Betablocker

Beta-1-Rezeptoren sitzen vorwiegend im Herzmuskel, Beta-2-Rezeptoren kommen unter anderem an den Bronchien vor [11]. Beta-1-selektive Betablocker wirken vor allem am Herzen. Dazu gehören Bisoprolol, das seine Fachinformation als hochselektiv beschreibt, und Metoprolol, das die Beta-1-Rezeptoren schon in deutlich niedrigeren Dosierungen blockiert als die Beta-2-Rezeptoren [1, 2]. Die Selektivität ist nicht absolut: Bei Atenolol nimmt sie mit steigender Dosis ab, und Metoprolol wirkt laut Embryotox in hoher Dosierung auch auf die Bronchien [8, 11]. Nebivolol ist ebenfalls selektiv und hat zusätzlich schwache gefäßerweiternde Eigenschaften [4].

Nicht selektive Betablocker wie Propranolol hemmen Beta-1- und Beta-2-Rezeptoren [7]. Carvedilol blockiert die Beta-Rezeptoren nicht selektiv und zusätzlich die Alpha-1-Rezeptoren der Blutgefäße; dadurch sinkt der Gefäßwiderstand [5]. Auch Timolol, in Deutschland in der Augenheilkunde angewendet, ist laut Embryotox nicht selektiv [16].

Wofür Betablocker eingesetzt werden

Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in der Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs und unterscheiden sich deutlich:

  • Bisoprolol: Bluthochdruck, chronisch stabile Angina pectoris und stabile chronische, mittelgradige bis schwere Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion, zusätzlich zu ACE-Hemmern und Entwässerungsmitteln (Diuretika) [1].
  • Metoprolol (Retardtabletten mit Metoprololsuccinat): Bluthochdruck, Angina pectoris, schnelle Herzrhythmusstörungen, Erhaltungstherapie nach einem Herzinfarkt, funktionelle Herz-Kreislauf-Beschwerden, vorbeugende Behandlung der Migräne und stabile, leichte bis mittelschwere chronische Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion zusätzlich zur Standardtherapie [2].
  • Nebivolol: Bluthochdruck ohne organische Ursache und stabile leichte bis mittelschwere chronische Herzschwäche ab 70 Jahren, zusätzlich zu einer Standardtherapie [4].
  • Carvedilol: Bluthochdruck, chronisch stabile Angina pectoris und zusätzliche Behandlung einer mittelschweren bis schweren stabilen Herzschwäche [5].
  • Propranolol: Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Schlagzahl, Zittern ohne erkennbare Ursache (essenzieller Tremor) und Migräne-Vorbeugung [7].
  • Atenolol: funktionelle Herz-Kreislauf-Beschwerden, Angina pectoris, verschiedene Herzrhythmusstörungen (darunter Vorhofflimmern, wenn Herzglykoside nicht ausreichen) und Bluthochdruck [8].
  • Timolol-Augentropfen: erhöhter Augeninnendruck und Grüner Star (Glaukom) [10].

Bei Bluthochdruck gehören Betablocker nach der NVL Hypertonie (Version 1.0, 2023) nicht zu den Wirkstoffklassen der ersten Wahl; das sind ACE-Hemmer und Sartane, Kalziumkanalblocker sowie Thiazide und thiazidartige Diuretika [17]. Da andere gut geprüfte Wirkstoffe zur Verfügung stehen, sieht die Leitliniengruppe keine primäre Indikation für Betablocker bei Bluthochdruck, wenn keine manifeste Herzerkrankung vorliegt [17]. Als kardiale Indikationen nennt sie eine chronische Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion, die koronare Herzkrankheit einschließlich des Zustands nach Herzinfarkt, schnelle Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern [17].

Bei Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion (HFrEF) und Beschwerden soll nach der NVL Chronische Herzinsuffizienz (Version 4.0, 2023) eine Kombination von Medikamenten aus mehreren Substanzgruppen empfohlen werden (Empfehlung 6-1, "soll"); dazu gehören Betablocker, genannt sind Bisoprolol, Carvedilol, Metoprololsuccinat und Nebivolol [19]. Nach der NVL Chronische KHK (Version 7.0, 2024) "sollte" nach einem Herzinfarkt für ein Jahr ein Betablocker empfohlen und danach die weitere Gabe bzw. das Absetzen neu bewertet werden (Empfehlung 7-17) [18].

Wirkstoffe der Gruppe

Diese Betablocker sind auf dieser Website mit einem geprüften Wirkstoff-Steckbrief beschrieben:

  • Atenololz. B. Atenolol-ratiopharm, Atenolol AbZ, Atenolol STADABluthochdruck, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen, funktionelle Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Bisoprololz. B. Bisoprolol-ratiopharm, Bisoprolol-1A Pharma, Bisoprolol MylanBluthochdruck, Angina pectoris, Herzschwäche
  • Carvedilolz. B. Carvedilol-ratiopharm, Carvedilol AbZBluthochdruck, Angina pectoris, Herzschwäche
  • Metoprololz. B. Metoprolol-ratiopharm Succinat, Metoprolol-ratiopharm, Metoprololsuccinat-1A PharmaBluthochdruck, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Migräne-Vorbeugung
  • Nebivololz. B. Nebivolol STADABluthochdruck, chronische Herzschwäche ab 70 Jahren
  • Propranololz. B. Propranolol STADA, Propra-ratiopharm, Propranolol-CTBluthochdruck, Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Zittern, Migräne-Vorbeugung
  • Timololz. B. Timolol 0,5 % AT - 1 A Pharma, Timolol 0,25 % AT - 1 A Pharma, Timo-COMODErhöhter Augeninnendruck, Grüner Star (Glaukom)

Die beiden meistverordneten Wirkstoffe vergleicht der Ratgeber Bisoprolol oder Metoprolol.

Betablocker als Augentropfen

Nach der Anwendung von Timolol am Auge sind laut Embryotox Blutspiegel allenfalls im sehr niedrigen Bereich nachweisbar [16]. Trotzdem kann der Wirkstoff laut Packungsbeilage in den gesamten Körper aufgenommen werden, sodass dieselben Nebenwirkungen auftreten können wie bei einem Betablocker zum Einnehmen [10]. Bei Asthma, auch in der Vorgeschichte, chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen, verlangsamtem Herzschlag, AV-Block 2. und 3. Grades oder nicht eingestellter Herzschwäche dürfen die Tropfen nicht angewendet werden [10].

Nach dem Eintropfen drücken Sie laut Packungsbeilage so lange wie möglich mit einem Finger auf den Augenwinkel neben der Nase; das vermindert die Aufnahme in den übrigen Körper [10]. Nehmen Sie bereits einen Betablocker zum Einnehmen, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Die Wirkungen können sich am Auge und im Herz-Kreislauf-System wechselseitig verstärken [1, 10].

Typische Nebenwirkungen

Mann um die sechzig mit grauem Haar reibt sich bei einem Winterspaziergang im Park die Hände in Strickhandschuhen
Bild: KI-generiert

Die vollständige Liste steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats und auf den Wirkstoffseiten. Die NVL Chronische Herzinsuffizienz nennt als typische Nebenwirkungen von Betablockern einen verlangsamten Herzschlag, niedrigen Blutdruck und periphere Durchblutungsstörungen [19]. Die NVL Hypertonie führt als häufige unerwünschte Wirkungen einen Anstieg von Blutzucker und Blutfetten (Triglyceride), ein erhöhtes Diabetesrisiko, Schlafstörungen sowie Beeinträchtigungen der Libido und Erektionsstörungen auf [17]. Wie die Produktinformationen der einzelnen Wirkstoffe ausgewählte Nebenwirkungen einstufen, zeigt die Tabelle; was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufigkeit ausgewählter Nebenwirkungen je Wirkstoff: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffMüdigkeitSchwindelVerlangsamter HerzschlagNiedriger BlutdruckKalte Hände und FüßeAtemnotErektionsstörungen
AtenololHäufigHäufigHäufigSeltenHäufigSeltenSelten
BisoprololHäufigHäufigSehr häufigHäufigHäufigGelegentlichSelten
CarvedilolSehr häufigSehr häufigHäufigSehr häufigHäufigHäufigGelegentlich
MetoprololSehr häufigHäufigHäufigHäufigHäufigHäufigSelten
NebivololHäufigSehr häufigSehr häufigHäufignicht genanntHäufigGelegentlich
PropranololHäufigHäufigHäufigHäufigHäufigNicht bekanntSehr selten
TimololGelegentlichNicht bekanntGelegentlichGelegentlichSeltenGelegentlichnicht genannt

Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.

Bei manchen Wirkstoffen hängt die Einstufung vom Anwendungsgebiet ab: Die Fachinformation von Nebivolol gibt die Nebenwirkungen bei Bluthochdruck und bei Herzschwäche getrennt an, die von Bisoprolol unterscheidet bei einzelnen Nebenwirkungen zwischen Menschen mit Herzschwäche und Menschen mit Bluthochdruck oder Angina pectoris [1, 4].

Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen

Laut den Fachinformationen von Metoprolol und Propranolol kann es insbesondere zu Beginn der Behandlung zu Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen kommen [2, 7]. Bei Bisoprolol sind Schwindel und Kopfschmerzen bei Bluthochdruck oder Angina pectoris laut Fachinformation im Allgemeinen weniger ausgeprägt und verschwinden oft innerhalb von 1 bis 2 Wochen [1]. Die Fähigkeit, Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen, kann beeinträchtigt sein, vor allem zu Beginn der Behandlung, bei Änderungen der Medikation und zusammen mit Alkohol [1, 2]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Langsamer Puls und niedriger Blutdruck

Laut Fachinformation von Nebivolol können Betablocker einen verlangsamten Herzschlag (Bradykardie) hervorrufen; fällt der Ruhepuls unter 50 bis 55 Schläge pro Minute oder treten Beschwerden auf, die darauf hindeuten, sollte die Dosis verringert werden [4]. Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; ändern Sie die Dosis nicht selbst. Wird Ihr Herzschlag während der Behandlung langsamer und langsamer, wenden Sie sich laut Packungsbeilage von Metoprolol so schnell wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [3]. Laut derselben Packungsbeilage kann der Blutdruck ausgeprägt abfallen, auch beim Aufstehen aus dem Liegen, sehr selten mit Bewusstlosigkeit [3]. Mehr unter niedriger Blutdruck.

Kalte Hände und Füße, Durchblutungsstörungen

Kalte Hände und Füße bzw. ein Kältegefühl an Armen und Beinen sind in den Packungsbeilagen von Metoprolol und Atenolol als häufig eingestuft, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [3, 9]. Bei Carvedilol nennt die Packungsbeilage häufige Durchblutungsstörungen, deren Anzeichen kalte Hände und Füße sind [6]. Betablocker sollten laut Fachinformation von Nebivolol bei peripheren Durchblutungsstörungen wie dem Raynaud-Syndrom oder dem zeitweiligen Hinken (Claudicatio intermittens) vorsichtig angewendet werden, weil sich diese Erkrankungen verschlechtern können [4]. Schwere Formen bzw. Spätstadien sind bei Bisoprolol, Propranolol und Atenolol eine Gegenanzeige [1, 7, 8]. Mehr unter PAVK.

Atemnot bei Asthma und COPD

Laut Fachinformation von Atenolol kann sich der Atemwegswiderstand bei Asthma unter Betablockern erhöhen; laut Fachinformation von Nebivolol sollten Betablocker bei chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen (COPD) vorsichtig angewendet werden [4, 8]. Laut Fachinformation von Bisoprolol können Beta-1-selektive Betablocker einen geringeren Effekt auf die Lungenfunktion haben als nicht selektive; bei obstruktiven Atemwegserkrankungen sollten Betablocker aber grundsätzlich nur aus zwingenden Gründen angewendet werden [1]. Als Gegenanzeige nennt die Fachinformation von Bisoprolol schweres Asthma, die von Metoprolol, Propranolol und Atenolol eine Neigung der Bronchien zu Verkrampfungen und die von Carvedilol Asthma und andere Atemwegserkrankungen mit Neigung zu Verkrampfungen, zum Beispiel die COPD [1, 2, 5, 7, 8].

Die NVL Hypertonie nennt Asthma als Kontraindikation; ist ein Betablocker unverzichtbar, rät sie zu kardioselektiven (Beta-1-selektiven) Wirkstoffen, bei COPD hält sie einen Betablocker für möglich [17]. Nach der NVL Chronische Herzinsuffizienz sind Betablocker auch bei Herzschwäche mit COPD angezeigt [19]. Nicht selektive Betablocker können außerdem atemwegserweiternde Beta-2-Sympathomimetika abschwächen [5]. Welcher Wirkstoff für Sie in Frage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei Atemnot informieren Sie laut Packungsbeilage von Metoprolol umgehend Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder einen Notarzt [3]. Mehr unter Atemnot und Mittel gegen Asthma und COPD.

Diabetes: Warnzeichen einer Unterzuckerung können fehlen

Betablocker können die Warnzeichen einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) verschleiern, laut Fachinformation von Bisoprolol zum Beispiel schnellen Herzschlag, Herzklopfen oder Schwitzen [1]. Zusammen mit Sulfonylharnstoffen, einer Gruppe von Diabetes-Tabletten, können sie das Risiko einer schweren Unterzuckerung weiter erhöhen; Menschen mit Diabetes sollte laut den Fachinformationen geraten werden, ihren Blutzucker sorgfältig zu überwachen [1, 4, 8]. Auch bei Timolol-Augentropfen können laut Packungsbeilage Anzeichen einer Unterzuckerung bei insulinabhängigem Diabetes verdeckt werden [10]. Eine besonders sorgfältige Überwachung verlangen die Fachinformationen von Propranolol und Atenolol auch nach längerem Fasten und schwerer körperlicher Belastung [7, 8]. Umgekehrt kann laut den Fachinformationen von Metoprolol und Atenolol ein unerkannter Diabetes erkennbar werden oder sich ein bestehender verschlechtern [2, 8]. Mehr unter Diabetes Typ 2.

Schlaf, Stimmung, Haut und Allergien

Neben Schlafstörungen und Erektionsstörungen führen die Fachinformationen Albträume und Depressionen bzw. depressive Verstimmungen auf [1, 7, 8, 17]. Wer eine Schuppenflechte hat oder hatte, sollte einen Betablocker nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko erhalten [1, 2, 7, 8]. Betablocker können zudem die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen erhöhen und schwere allergische Reaktionen verstärken; Adrenalin wirkt dann laut Fachinformation von Bisoprolol nicht immer wie erwartet [1, 4, 8].

Wichtige Wechselwirkungen

Die folgenden Wechselwirkungen beschreiben die Fachinformationen, viele ausdrücklich für Betablocker allgemein [1, 5, 8]:

Wichtige Wechselwirkungen von Betablockern (Auswahl)
Zusammen mitWas passieren kann
Kalziumkanalblocker vom Verapamil- und Diltiazem-TypVerminderte Pumpkraft und verzögerte Erregungsleitung des Herzens; Verapamil über die Vene kann einen schweren Blutdruckabfall und einen AV-Block auslösen [1]. Bei Metoprolol, Propranolol und Atenolol ist die Gabe über die Vene eine Gegenanzeige (Ausnahme Intensivmedizin) [2, 7, 8]
Kalziumkanalblocker vom Dihydropyridin-Typ wie NifedipinHöheres Risiko für einen Blutdruckabfall [1]
Clonidin und andere zentral wirksame BlutdrucksenkerVerschlechterung einer Herzschwäche möglich; abruptes Absetzen kann einen überschießenden Blutdruckanstieg begünstigen [1]. Wird die Kombination mit Clonidin beendet, wird zuerst der Betablocker und einige Tage später Clonidin schrittweise abgesetzt [5, 8, 17]
Insulin und Tabletten gegen DiabetesStärkere Blutzuckersenkung, verschleierte Warnzeichen einer Unterzuckerung [1, 5]
Andere Betablocker, auch AugentropfenVerstärkte Wirkung [1, 10]
Herzglykoside wie DigoxinLangsamerer Herzschlag, verlängerte Erregungsleitung [1, 5]
Amiodaron und andere Mittel gegen HerzrhythmusstörungenStörungen von Taktgebung und Erregungsleitung; mit Amiodaron wurde kurz nach Beginn eines Betablockers über langsamen Herzschlag, Herzstillstand und Kammerflimmern berichtet [1, 5]
Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Ibuprofen, KortisonDie blutdrucksenkende Wirkung kann nachlassen [1, 8]
Adrenalin, NoradrenalinBlutdruckanstieg möglich, bei nicht selektiven Betablockern wahrscheinlicher [1]
Andere Blutdrucksenker, trizyklische Antidepressiva, Barbiturate, Phenothiazine, AlkoholStärkere Blutdrucksenkung [1, 5]
MAO-Hemmer (außer MAO-B-Hemmern)Verstärkte Blutdrucksenkung, aber auch Risiko einer Bluthochdruckkrise [1]; bei Metoprolol, Propranolol, Atenolol und Carvedilol eine Gegenanzeige [2, 5, 7, 8]
NarkosemittelAbgeschwächte Gegenregulation des Herzschlags, höheres Risiko eines Blutdruckabfalls [1]
Ergotamin-Abkömmlinge (Migränemittel)Verstärkung von Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen [1]

Die Liste ist nicht vollständig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen, auch ein rezeptfreies. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen; den Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.

Wann Betablocker nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden

Die Fachinformationen von Bisoprolol, Metoprolol, Propranolol, Atenolol und Carvedilol nennen als Gegenanzeigen unter anderem einen AV-Block II. oder III. Grades (höhergradige Störung der Erregungsleitung im Herzen), ein Sick-Sinus-Syndrom, einen Schock bzw. kardiogenen Schock, bestimmte Formen eines verlangsamten Herzschlags und eines niedrigen Blutdrucks sowie eine Übersäuerung des Blutes (Azidose) [1, 2, 5, 7, 8]. Bei akuter bzw. nicht stabil eingestellter Herzschwäche dürfen Bisoprolol, Metoprolol und Carvedilol nicht angewendet werden; bei Propranolol und Atenolol ist jede manifeste Herzschwäche eine Gegenanzeige [1, 2, 5, 7, 8].

Vorsicht bzw. ärztliche Überwachung verlangen die Fachinformationen unter anderem bei einer leichten Erregungsleitungsstörung (AV-Block I. Grades), bei der Prinzmetal-Angina (Krämpfe der Herzkranzgefäße), deren Anfälle unter Betablockern häufiger und länger werden können, und bei einem Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom), der zuvor mit Alpha-Rezeptorenblockern behandelt werden muss [1, 2, 4, 8]. Betablocker können die Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion verdecken [1, 8]. Vor einer Operation informieren Sie den Narkosearzt; laut Fachinformation von Bisoprolol wird gegenwärtig empfohlen, eine bestehende Betablocker-Behandlung bei Operationen nicht zu beenden [1, 2]. Mehr im Ratgeber Medikamente vor der OP. Bei Dopingkontrollen können Betablocker zu positiven Ergebnissen führen [1, 4, 17]. Trifft ein Punkt auf Sie zu, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Betablocker vermindern laut den Fachinformationen im Allgemeinen die Durchblutung des Mutterkuchens (Plazenta); das wurde mit Wachstumsverzögerungen, dem Tod des Kindes im Mutterleib, Fehlgeburten und vorzeitigen Wehen in Zusammenhang gebracht [2, 4]. Beim ungeborenen und neugeborenen Kind können Unterzuckerung und ein verlangsamter Herzschlag auftreten, beim Neugeborenen in der Regel in den ersten 3 Lebenstagen [1, 4]. Wenn eine Behandlung mit einem Betablocker erforderlich ist, sind laut den Fachinformationen von Bisoprolol und Nebivolol Beta-1-selektive Betablocker zu bevorzugen [1, 4]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité (Embryotox) berichtet: Studien mit weit mehr als 5.000 ausgewerteten Schwangerschaften unter Betablockern ergaben keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; welche Rolle Betablocker und welche der Bluthochdruck für ein teilweise geringeres Geburtsgewicht spielen, ist nicht abschließend geklärt [11, 12]. Metoprolol gehört nach Embryotox zu den Blutdrucksenkern der Wahl in der Schwangerschaft [11]. Für Bisoprolol, Atenolol, Carvedilol und Propranolol nennt Embryotox abhängig vom Anwendungsgebiet besser geeignete Alternativen, bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa [12, 13, 14, 15]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Einige Fachinformationen sehen vor, die Behandlung kurz vor dem errechneten Geburtstermin zu beenden oder andernfalls das Neugeborene zu überwachen [2, 5, 7]. Embryotox hält ein Absetzen 24 bis 48 Stunden vor der Entbindung für kaum zu rechtfertigen; die meist milden Zeichen einer Betablockade bessern sich beim Neugeborenen laut Embryotox innerhalb von 48 Stunden folgenlos, Geburtshelfer und Kinderärzte sollten informiert sein [11]. Für Frauen mit Bluthochdruck und Kinderwunsch empfiehlt die NVL Hypertonie mit "soll", Wirkstoffe aus einer Liste anzubieten, zu der neben Nifedipin und Alpha-Methyldopa Metoprolol gehört (Empfehlung 7-9); eine bestehende Betablocker-Behandlung kann danach auf Metoprolol umgestellt werden [17]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

In der Stillzeit zählt Embryotox Metoprolol und Propranolol zu den Betablockern der Wahl [11, 13]. Für Bisoprolol, Atenolol und Carvedilol nennt Embryotox Metoprolol (bei Carvedilol auch Propranolol) als bevorzugt einzusetzen [12, 14, 15]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation ist Carvedilol in der Stillzeit kontraindiziert [5]. Timolol-Augentropfen dürfen laut Embryotox, wenn notwendig, in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden und können in der Stillzeit angewendet werden [16]; die Packungsbeilage sieht die Anwendung in der Schwangerschaft nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung vor, in der Stillzeit sollen die Tropfen danach nicht angewendet werden [10]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Absetzen

Für Betablocker als Gruppe hält die Fachinformation von Atenolol fest: Sie sollten nicht abrupt abgesetzt werden, wenn eine Durchblutungsstörung des Herzens besteht (ischämische Herzerkrankung, etwa eine koronare Herzkrankheit) [8]. Ein abruptes Absetzen kann laut den Fachinformationen von Atenolol und Propranolol zu einer Verschlimmerung einer Angina pectoris, zu einem Herzinfarkt oder zu einem erneuten Blutdruckanstieg führen [7, 8]; bei Herzschwäche kann sich der Zustand laut Fachinformation von Metoprolol verschlechtern [2]. Beendet wird die Behandlung schrittweise, laut Fachinformation von Nebivolol bei ischämischer Herzkrankheit über 1 bis 2 Wochen, laut Fachinformation von Carvedilol über zwei Wochen [4, 5]. Wie, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilagen stehen etwa unter Bisoprolol absetzen und Metoprolol absetzen. Setzen Sie das Mittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.

Unterschied zu ACE-Hemmern und Sartanen

ACE-Hemmer blockieren ein Enzym, das an der Bildung des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin beteiligt ist; Sartane heben die Wirkung dieses Hormons auf [20]. Betablocker setzen an den Beta-Rezeptoren an [12, 13]. Laut Fachinformation von Carvedilol unterdrückt der Wirkstoff über seine betablockierende Wirkung allerdings auch das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System; dadurch wird weniger Renin freigesetzt [5].

Bei Bluthochdruck ohne Herzerkrankung zählt die NVL Hypertonie ACE-Hemmer und Sartane zu den Wirkstoffklassen der ersten Wahl, Betablocker nicht [17]. Bei Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion werden die Gruppen dagegen kombiniert: Die NVL Chronische Herzinsuffizienz nennt ACE-Hemmer, Sartane bzw. Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren und Betablocker unter den Substanzgruppen einer Kombination aus bis zu vier Gruppen [19]. Als typische Nebenwirkungen nennt die NVL Hypertonie für ACE-Hemmer und Sartane einen erhöhten Kaliumspiegel, Angioödeme und Reizhusten, diesen vor allem bei ACE-Hemmern [17]. In der Schwangerschaft dürfen ACE-Hemmer und Sartane laut IQWiG nicht eingenommen werden [20]. Weitere Blutdrucksenker: Calciumkanalblocker und Diuretika.

Quellen

  1. Fachinformation Fachinformation Bisoprolol-ratiopharm® 5 mg / 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Metoprolol-ratiopharm® Succinat Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metoprolol-ratiopharm® Succinat 47,5 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Nebivolol STADA® 5 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Carvedilol-ratiopharm® Tabletten (6,25 mg, 12,5 mg, 25 mg). ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Carvedilol-ratiopharm® 12,5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 12.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Propranolol STADA® 40 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2023. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Atenolol-ratiopharm® Filmtabletten (25 mg, 50 mg, 100 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atenolol-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Timolol 0,5% AT - 1 A Pharma 5 mg/ml Augentropfen, Lösung. 1 A Pharma GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 12.10.2026
  11. Embryotox Embryotox: Metoprolol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  12. Embryotox Embryotox: Bisoprolol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  13. Embryotox Embryotox: Propranolol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  14. Embryotox Embryotox: Atenolol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  15. Embryotox Embryotox: Carvedilol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  16. Embryotox Embryotox: Timolol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  17. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, Langfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-009). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 1.0, 2023 (gültig bis 29.06.2028). abgerufen am 12.10.2026
  18. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK, Langfassung, Version 7.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-004). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 7.0, 2024 (gültig bis 14.08.2029). abgerufen am 12.10.2026
  19. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz, Langfassung, Version 4.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-006). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 4.0, 2023 (Kapitel Medikamentöse Therapie gültig bis 12.12.2028). abgerufen am 12.10.2026
  20. Mit welchen Medikamenten wird Bluthochdruck behandelt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.05.2024. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Was sind Betablocker und woran erkenne ich sie?

Betablocker heben die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin an den Beta-Rezeptoren auf; die Herzfrequenz sinkt. Ihre Wirkstoffnamen enden auf "-lol", zum Beispiel Bisoprolol, Metoprolol, Nebivolol oder Propranolol. Welcher Wirkstoff in Ihrem Präparat steckt, steht in der Packungsbeilage.

Welche Nebenwirkungen haben Betablocker?

Als typisch nennt die Leitlinie zur Herzschwäche einen verlangsamten Herzschlag, niedrigen Blutdruck und Durchblutungsstörungen; die Leitlinie zum Bluthochdruck führt als häufige unerwünschte Wirkungen außerdem Schlafstörungen und Erektionsstörungen auf. In den Packungsbeilagen stehen unter anderem kalte Hände und Füße sowie Müdigkeit und Schwindel; Müdigkeit und Schwindel können vor allem zu Beginn der Behandlung auftreten. Wie häufig eine Beschwerde ist, hängt vom Wirkstoff ab.

Was ist der Unterschied zwischen selektiven und nicht selektiven Betablockern?

Beta-1-selektive Betablocker wie Bisoprolol, Metoprolol, Atenolol und Nebivolol wirken vorwiegend auf die Beta-Rezeptoren des Herzens. Nicht selektive wie Propranolol hemmen zusätzlich die Beta-2-Rezeptoren, die unter anderem an den Bronchien vorkommen; Carvedilol blockiert außerdem Alpha-1-Rezeptoren der Blutgefäße. Die Selektivität ist nicht absolut: Bei Atenolol nimmt sie laut Fachinformation mit steigender Dosis ab, Metoprolol wirkt laut Embryotox in hoher Dosierung auch auf die Bronchien.

Darf ich bei Asthma einen Betablocker nehmen?

Das hängt vom Wirkstoff und vom Schweregrad ab. Bei mehreren Betablockern ist eine Neigung der Bronchien zu Verkrampfungen, etwa bei Asthma, eine Gegenanzeige, bei Bisoprolol schweres Asthma. Die NVL Hypertonie nennt Asthma als Kontraindikation und rät, wenn ein Betablocker unverzichtbar ist, zu Beta-1-selektiven Wirkstoffen. Die Entscheidung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Worauf muss ich mit Diabetes achten?

Betablocker können Warnzeichen einer Unterzuckerung wie schnellen Herzschlag, Herzklopfen oder Schwitzen verschleiern. Zusammen mit Sulfonylharnstoffen kann das Risiko einer schweren Unterzuckerung steigen. Laut den Fachinformationen sollten Menschen mit Diabetes ihren Blutzucker sorgfältig überwachen.

Darf ich einen Betablocker einfach absetzen?

Nein. Betablocker sollten nicht abrupt abgesetzt werden, besonders bei koronarer Herzkrankheit: Das kann zu einer Verschlimmerung einer Angina pectoris, einem Herzinfarkt oder einem erneuten Blutdruckanstieg führen. Setzen Sie das Mittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab; die Behandlung wird schrittweise beendet.

Wirken Betablocker-Augentropfen auch im Körper?

Ja, das ist möglich. Laut Packungsbeilage von Timolol-Augentropfen kann der Wirkstoff in den gesamten Körper aufgenommen werden, sodass dieselben Nebenwirkungen auftreten können wie bei einem Betablocker zum Einnehmen. Drücken Sie nach dem Eintropfen mit einem Finger auf den Augenwinkel neben der Nase; das vermindert die Aufnahme.

Darf ich in der Schwangerschaft einen Betablocker nehmen?

Nur nach ärztlicher Abwägung. Betablocker können die Durchblutung des Mutterkuchens vermindern, und beim Neugeborenen sind Unterzuckerung und ein langsamer Herzschlag möglich. Laut Embryotox ergaben Studien mit weit mehr als 5.000 Schwangerschaften keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; Metoprolol zählt Embryotox zu den Blutdrucksenkern der Wahl in der Schwangerschaft. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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