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Asthma
Asthma ist eine Erkrankung, die durch eine chronische Entzündung der Atemwege gekennzeichnet ist; typisch sind wechselnd starke Atemnot, pfeifende Atemgeräusche, Brustenge und Husten. Laut Nationaler VersorgungsLeitlinie Asthma (Version 5.0, 2024) soll bei Erwachsenen ein inhalatives Kortikosteroid die Basis der Langzeittherapie sein, und in jeder Therapiestufe soll ein Bedarfsmedikament eingesetzt werden (jeweils starke Empfehlung). Bei schwerer Atemnot rufen Sie den Notruf 112.

Asthma ist eine Erkrankung der Atemwege, die durch eine chronische Entzündung gekennzeichnet ist; Atemnot, pfeifende Atemgeräusche (Giemen), Brustenge und Husten treten unterschiedlich häufig und unterschiedlich stark auf [1]. Mit Medikamenten und unterstützenden Maßnahmen wie regelmäßiger Bewegung lässt sich Asthma laut IQWiG heute gut behandeln [2]. Bei Erwachsenen soll laut Nationaler VersorgungsLeitlinie (NVL) Asthma ein inhalatives Kortikosteroid die Basis der Langzeittherapie sein (Empfehlung 4-4, starke Empfehlung) [1].
Was ist Asthma?
Die NVL Asthma (Version 5.0, 2024) beschreibt Asthma als heterogene Erkrankung mit einer chronischen Entzündung der Atemwege und einer Überempfindlichkeit der Bronchien (bronchiale Hyperreagibilität), aus der eine Verengung der Atemwege (Obstruktion) entstehen kann [1]. Die Leitlinie unterscheidet allergisches Asthma, das häufig zusammen mit anderen allergischen Erkrankungen auftritt, und nicht-allergisches Asthma, das zum Beispiel durch Infektionen der Atemwege ausgelöst werden kann; dabei kann auch eine Unverträglichkeit von Acetylsalicylsäure (ASS) oder anderen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) bestehen [1].
Eine Exazerbation ist laut NVL eine Phase, in der die Beschwerden über das gewohnte Maß hinaus zunehmen und die Behandlung über mehrere Tage geändert oder verstärkt werden muss; der Begriff schließt den Asthmaanfall ein. Die Beschwerden können gering oder schwer sein und ohne angemessene Behandlung bis zum Tod führen [1]. Etwa 4 Prozent der Kinder und 6 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben laut IQWiG Asthma [2].
Asthmakontrolle: Eine Einteilung nach Schweregraden hat laut NVL in der Diagnostik keinen Stellenwert mehr; maßgeblich ist der Grad der Asthmakontrolle (Statement 2-14) [1]. Bei Erwachsenen fragt die Leitlinie für die letzten 4 Wochen vier Punkte ab [1]:
- Beschwerden tagsüber häufiger als zweimal in der Woche
- nächtliches Erwachen durch Asthma
- Gebrauch des Bedarfsmedikaments häufiger als zweimal in der Woche (die Anwendung vor dem Sport zählt nicht)
- Einschränkung der Aktivität durch Asthma
Trifft keiner der Punkte zu, gilt das Asthma als gut kontrolliert, bei 1 bis 2 Punkten als teilweise kontrolliert, bei 3 bis 4 Punkten als unkontrolliert. Der Grad der Asthmakontrolle soll regelmäßig überprüft werden (Empfehlung 2-15, starke Empfehlung) [1].
Symptome
Typisch sind laut NVL Asthma wiederholte anfallartige, oftmals nächtliche Atemnot, pfeifende Atemgeräusche, Brustenge und Husten mit oder ohne Auswurf [1]. Die Beschwerden treten laut IQWiG meist anfallsartig auf, häufig auch nachts; das ist einer der Gründe, warum sich manche Menschen oft müde und abgeschlagen fühlen. Bei einem Asthmaanfall kann sich eine zunächst nur leicht erschwerte Atmung bis zu ernsthafter Atemnot steigern [2]. Bei Kindern macht sich Asthma laut IQWiG in der Regel durch Husten und eine leicht pfeifende oder brummende Atmung bemerkbar [2]. Es gibt auch Zeiträume ohne Beschwerden [3].
Ursachen und Risikofaktoren
Bei der Entstehung des Asthmas ist laut NVL von mehreren Ursachen auszugehen: Eine genetische Veranlagung und äußere Einflüsse, die durch psychosoziale Faktoren verstärkt werden, können zur Entstehung eines Asthmas führen [1]. Als Risikofaktoren nennt die Leitlinie unter anderem andere allergische Erkrankungen wie Ekzem oder Schnupfen und Allergie oder Asthma in der Familie [1]. Laut IQWiG ist das Rauchen der Eltern ein vermeidbarer Risikofaktor [2].
Als Auslöser von Beschwerden nennt die NVL unter anderem Allergene, Temperatur- und chemische Reize, Rauch und Staub, körperliche Belastung, Atemwegsinfektionen, emotionale Belastung sowie aktives und passives Rauchen [1]. Häufige Allergene sind laut Kurzinformation der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Pflanzenpollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare [3]. Mehr dazu: Heuschnupfen und Allergien.
Medikamente als Auslöser: Die NVL nennt als Beispiele NSAR, Acetylsalicylsäure und Betablocker; die Leitliniengruppe empfiehlt deshalb eine ausführliche Frage nach den eingenommenen Medikamenten [1]. Salbutamol darf laut Packungsbeilage nicht zusammen mit Betablockern angewendet werden, weil diese schwere Bronchialkrämpfe auslösen können [4]. Mehr dazu: Atemnot durch Medikamente.
Diagnose
Die Diagnose ist laut NVL vor allem eine klinische: Bei Verdacht auf Asthma soll eine ausführliche Anamnese mit Beschwerden, Auslösern, Begleiterkrankungen und Risikofaktoren erhoben werden (Empfehlung 2-1, starke Empfehlung) [1]. Um die Diagnose zu erhärten, soll eine wechselnde, ganz oder teilweise rückbildungsfähige Verengung der Atemwege durch eine Lungenfunktionsprüfung nachgewiesen werden, typischerweise durch Spirometrie (Empfehlung 2-2, starke Empfehlung) [1]. Weitere Untersuchungen oder Allergietests können laut IQWiG nötig werden [2].
Behandlung ohne Medikamente
Die medikamentöse Therapie soll laut NVL regelmäßig durch nicht-medikamentöse Maßnahmen ergänzt werden (Empfehlung 6-1, starke Empfehlung) [1]. Dazu gehören laut Leitlinie:
- Schulung: Wer eine medikamentöse Langzeittherapie braucht, soll ein strukturiertes, verhaltensbezogenes Schulungsprogramm empfohlen bekommen (Empfehlung 6-3, starke Empfehlung). Jeder Patientin und jedem Patienten soll ein individueller Asthma-Aktionsplan zur Verfügung gestellt werden (Empfehlung 6-6, starke Empfehlung) [1].
- Selbsthilfe bei Atemnot: Techniken sollen allen Betroffenen vermittelt werden (Empfehlung 6-2, starke Empfehlung) [1]. Genannt werden zum Beispiel die Lippenbremse und atmungserleichternde Körperstellungen wie Kutschersitz oder Torwartstellung [3].
- Bewegung: Ärztinnen und Ärzte sollen regelmäßig zu körperlichem Training motivieren (Empfehlung 6-7, starke Empfehlung) [1].
- Rauchstopp: Allen rauchenden Betroffenen soll zur Tabakabstinenz geraten werden; wer aufhören möchte, soll beraten werden und nicht-medikamentöse und medikamentöse Hilfen angeboten bekommen (Empfehlungen 6-10 und 6-11, starke Empfehlungen) [1]. Mehr dazu: Nikotinabhängigkeit.
- Gewicht: Bei Asthma und Adipositas soll eine Gewichtsreduktion empfohlen werden (Empfehlung 6-14, starke Empfehlung) [1]. Mehr dazu: Adipositas.
- Allergene meiden: Allergenkarenz soll, soweit möglich, eine der Grundlagen der Behandlung des allergischen Asthmas sein (Empfehlung 6-15, starke Empfehlung) [1].
- Impfungen: Menschen mit Asthma sollen Impfungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission angeboten werden, weil Asthma das Risiko für Grippe und Pneumokokken-Infektionen erhöht (Empfehlung 4-64, starke Empfehlung) [1]. Mehr dazu: Grippeimpfung und Pneumokokken-Impfung.
Hustenstiller und schleimlösende Mittel (Antitussiva und Mukoregulatoren) sind aus Sicht der Leitliniengruppe in der Asthmatherapie nicht angezeigt [1]. Mehr dazu: Hustenmittel.
Behandlung mit Medikamenten

Menschen mit diagnostiziertem Asthma sollen laut NVL nach einem Stufenschema behandelt werden (Empfehlung 4-2, starke Empfehlung) [1]. Es gibt zwei Arten von Medikamenten: Bedarfsmedikamente lindern plötzliche Beschwerden rasch, Medikamente für die Langzeittherapie werden regelmäßig angewendet [1, 3]. Bei Erwachsenen soll in jeder Therapiestufe ein Bedarfsmedikament eingesetzt werden, ein kurz wirksames Beta-2-Sympathomimetikum (SABA) oder eine Fixkombination aus inhalativem Kortikosteroid (ICS) und Formoterol (Empfehlung 4-17, starke Empfehlung) [1]. Ein geringer Bedarf an SABA ist laut NVL ein wichtiges Ziel und ein Kriterium für den Erfolg der Therapie (Statement 4-3) [1].
Stufenschema für Erwachsene nach der NVL Asthma (Abbildung 4) [1]:
- Stufe 1: nur Bedarfstherapie mit einer Fixkombination aus niedrig dosiertem ICS und Formoterol oder mit einem SABA; in begründeten Fällen alternativ niedrig dosiertes ICS als Langzeittherapie mit SABA bei Bedarf [1].
- Stufe 2: niedrig dosiertes ICS als Langzeittherapie und SABA bei Bedarf oder ausschließlich die Fixkombination aus niedrig dosiertem ICS und Formoterol bei Bedarf (Empfehlung 4-23, starke Empfehlung) [1]. Die bedarfsweise Anwendung der Fixkombination ist laut NVL in Stufe 1 und 2 nicht zugelassen (Stand Juli 2024) [1].
- Stufe 3: bevorzugt niedrig dosiertes ICS mit einem lang wirksamen Beta-2-Sympathomimetikum (LABA), alternativ ICS in mittlerer Dosis (Empfehlung 4-27, starke Empfehlung) [1].
- Stufe 4: bevorzugt ICS in mittlerer oder hoher Dosis mit einem LABA (Empfehlung 4-30, starke Empfehlung), auch zusammen mit einem lang wirksamen Anticholinergikum (LAMA) [1].
- Stufe 5: ICS in Hochdosis mit LABA und LAMA, Vorstellung bei einer in der Behandlung von schwerem Asthma erfahrenen Lungenfachärztin oder einem Lungenfacharzt und monoklonale Antikörper; Kortison zum Einnehmen als Dauertherapie nur, wenn Antikörper nicht angezeigt sind oder versagen [1].
Eine Behandlung nur mit einem LABA oder nur mit einem LAMA, also ohne ICS, soll nicht erfolgen (Empfehlungen 4-6 und 4-7, starke Empfehlungen); bei einem LABA allein besteht laut Leitlinie die Gefahr, dass Beschwerden bei fortbestehender Entzündung verdeckt werden [1]. Werden ICS und LABA kombiniert, soll das in Form einer Fixkombination geschehen (Empfehlung 4-28, starke Empfehlung) [1]. Aus der Gruppe der LAMA ist der Sprühvernebler Spiriva Respimat mit Tiotropium laut Fachinformation als zusätzlicher Bronchodilatator zur Dauerbehandlung von Patientinnen und Patienten ab 6 Jahren mit schwerem Asthma angezeigt, die im letzten Jahr mindestens eine schwere Asthma-Exazerbation hatten; zitiert ist die österreichische Fassung desselben Zulassungsinhabers, die deutsche Fassung kann in Einzelheiten abweichen [25]. Der Pulverinhalator Braltus, auf dem die Wirkstoffseite beruht, ist laut Fachinformation nur bei COPD bei Erwachsenen angezeigt [20].
Anpassen der Behandlung: Bei unkontrolliertem Asthma soll eine Intensivierung nach dem Stufenschema empfohlen werden (Empfehlung 4-9, starke Empfehlung), bei teilweise kontrolliertem Asthma sollte sie erwogen werden (Empfehlung 4-10, Empfehlungsgrad B); vorher sollen unter anderem Inhalationstechnik, Schulungsbedarf und regelmäßige Anwendung geprüft werden (Empfehlung 4-8, starke Empfehlung). Vor einer möglichen Reduktion soll das Asthma mindestens drei Monate kontrolliert sein (Empfehlung 4-12, starke Empfehlung) [1].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Kurz wirksame Beta-2-Sympathomimetika (SABA), bei Bedarf | Salbutamol | Regt überwiegend die Beta-2-Rezeptoren an und entspannt so die Muskulatur der Bronchien und der Blutgefäße; die Wirkung setzt nach 5 bis 15 Minuten ein und hält 3 bis 4 Stunden an [5] | Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten: erhöhter Blutzucker, Zittern, Kopfschmerzen, Herzrasen [4] |
| Inhalative Kortikosteroide (ICS) | Budesonid, Beclometason | Wirken örtlich entzündungshemmend auf die Bronchialschleimhaut; die Überempfindlichkeit der Bronchien gegenüber äußeren Reizen nimmt ab [9]. Bei Budesonid ist der genaue Mechanismus bei Asthma nicht vollständig bekannt [7] | Budesonid häufig: Rachenreizung, Schluckbeschwerden, Husten, Pilzinfektionen (Soor) von Mund oder Rachen [6]. Beclometason sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten: Entzündung des Hals-Rachen-Raums; häufig: Infektionen, Pilzinfektion in Mund und Rachen, Heiserkeit, Reizung des Rachens, verstärkter Husten, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden [8] |
| Fixkombinationen aus ICS und LABA | Budesonid/Formoterol, Beclometason/Formoterol, Salmeterol/Fluticason | Bei Budesonid/Formoterol wirkt Budesonid in den Luftwegen entzündungshemmend; Formoterol entspannt als selektiver Beta-2-Agonist rasch und lang anhaltend die Bronchialmuskulatur, mit Wirkungseintritt innerhalb von 1 bis 3 Minuten und einer Wirkungsdauer von mindestens 12 Stunden [11] | Budesonid/Formoterol häufig: spürbares Herzklopfen, leichtes oder starkes Muskelzittern, Soor im Mund, leichte Halsschmerzen, Husten, Heiserkeit, Kopfschmerzen [10] |
| Lang wirksame Beta-2-Sympathomimetika (LABA), nur zusammen mit ICS | Formoterol | Selektiver Beta-2-Agonist, der die glatte Bronchialmuskulatur entspannt; Wirkung innerhalb von 1 bis 3 Minuten, im Schnitt ungefähr 12 Stunden [13] | Häufig: Wahrnehmen des eigenen Herzschlags, Herzklopfen oder Herzstolpern, Kopfschmerzen, Zittern [12] |
| Leukotrienrezeptor-Antagonisten (LTRA), Tabletten, laut NVL in begründeten Fällen | Montelukast | Bindet an den Rezeptor CysLT1 der Cysteinyl-Leukotriene; diese Botenstoffe bewirken bei Asthma unter anderem eine Verengung der Bronchien und Schleimbildung [15] | Häufig in Studien: Bauchschmerzen, Kopfschmerzen; nach Markteinführung sehr häufig: Infektion der oberen Atemwege; häufig: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Hautausschlag, erhöhte Leberenzyme [14] |
| Monoklonale Antikörper, als Spritze unter die Haut | Omalizumab, Dupilumab | Omalizumab bindet Immunglobulin E (IgE) und verringert so die Menge an freiem IgE, das die allergische Kaskade auslösen kann; Dupilumab hemmt die Signalwege von Interleukin-4 und Interleukin-13 und verringert Botenstoffe der Typ-2-Entzündung [16, 17] | Omalizumab sehr häufig bei Kindern: Fieber; häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle, Schmerzen im Oberbauch, Kopfschmerzen, Infektionen der oberen Atemwege, Nebenhöhlenentzündung, Gelenkschmerzen, Schwindelgefühl [16]. Dupilumab häufig: Reaktionen an der Einstichstelle, Augenrötung und Jucken der Augen, Augeninfektion, Fieberbläschen, mehr Eosinophile im Blut, Gelenkschmerzen [17] |
| Glucocorticoide zum Einnehmen | Prednisolon | Wirkt bei verengten Atemwegen vor allem, indem es Entzündungsprozesse und das Anschwellen der Schleimhaut hemmt, die Verkrampfung der Bronchien bremst und die Schleimbildung einschränkt [19] | Die Packungsbeilage nennt keine Häufigkeiten, weil die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen; möglich sind unter anderem verschleierte, neu auftretende oder sich verschlimmernde Infektionen, Gewichtszunahme, erhöhter Blutzucker, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Knochenschwund [18] |
Häufig bedeutet bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sehr häufig bei mehr als 1 von 10; die Klassen gelten nur für das jeweils genannte Präparat. Die Liste ist nicht vollständig; alle Nebenwirkungen und die Dosierung laut Packungsbeilage stehen auf den Wirkstoffseiten. Was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen [4, 6].
Anwendungsgebiete: Salbutamol ist für Atemwegsverengungen zugelassen, die sich zurückbilden können; eine längerfristige Behandlung soll nur zusammen mit einer entzündungshemmenden Dauertherapie erfolgen [5]. Budesonid und Beclometason zum Inhalieren können einen akuten Asthmaanfall nicht beenden [6, 8]. Beclometason/Formoterol ist für Erwachsene zugelassen, Budesonid/Formoterol und Salmeterol/Fluticason ab 12 Jahren, Formoterol als Zusatz zu einem Kortikosteroid ab 6 Jahren [11, 13, 21, 22]. Montelukast-Filmtabletten sind ab 15 Jahren als Zusatzbehandlung bei leichtem bis mittelgradigem anhaltendem Asthma zugelassen [15], Omalizumab ab 6 Jahren als Zusatzbehandlung bei schwerem, anhaltendem allergischem Asthma und Dupilumab ab 6 Jahren als Zusatz zur Erhaltungstherapie bei schwerem Asthma mit Typ-2-Entzündung [16, 17].
Montelukast: Eine alleinige Behandlung mit Montelukast soll ab 15 Jahren nicht eingesetzt werden, es sei denn, ICS können nicht inhaliert werden oder verursachen inakzeptable Nebenwirkungen (Empfehlung 4-25, starke Empfehlung) [1].
Schweres Asthma: Die Indikation für monoklonale Antikörper sollte bei Erwachsenen laut NVL erst gestellt werden, wenn selbst unter dreimonatiger maximaler inhalativer Kombinationstherapie aus hoch dosiertem ICS, LABA und LAMA keine Asthmakontrolle erreicht wird (Empfehlung 4-34, Empfehlungsgrad B); Indikation und Behandlungsbeginn sollen bei Erwachsenen erfahrene Lungenfachärztinnen und Lungenfachärzte übernehmen (Empfehlung 4-35, starke Empfehlung). Eine Langzeittherapie mit systemischen Kortikosteroiden (Kortison mit Wirkung im ganzen Körper, etwa als Tabletten) soll bei Erwachsenen wegen der Gefahr schwerer Nebenwirkungen nicht empfohlen werden, es sei denn, die Asthmakontrolle bleibt trotz des kombinierten Einsatzes der anderen Therapiemöglichkeiten und, sofern angezeigt und wirksam, monoklonaler Antikörper unzureichend (Empfehlung 4-41, starke Empfehlung) [1].
Inhalieren lernen: Wer ein Inhalationsgerät verschrieben bekommt, soll in den Gebrauch eingewiesen werden und die richtige Handhabung vorgeführt und geübt haben (Empfehlung 4-59, starke Empfehlung) [1].
Nebenwirkungen der Medikamente
Kortison zum Inhalieren: Pilzinfektionen (Soor), Rachenreizung und Husten lassen sich laut Packungsbeilage von Budesonid verhindern helfen, indem Sie nach jeder Anwendung Mund und Rachen mit Wasser spülen und das Wasser ausspucken; treten sie auf, brechen Sie die Anwendung nicht ab, sondern sprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [6]. Inhalative Glukokortikoide können neben örtlichen auch Nebenwirkungen im ganzen Körper verursachen, besonders hohe Dosen über lange Zeiträume; sehr selten nennt die Packungsbeilage von Beclometason eine Unterdrückung der Nebennierenrinde, Wachstumsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen und eine verminderte Knochendichte [8]. Verschwommenes Sehen und eine Erkrankung der Netzhaut (zentrale seröse Chorioretinopathie) sind laut BfArM ein Problem der gesamten Gruppe der Kortikosteroide (14.06.2017) [28]; bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen wenden Sie sich laut Packungsbeilage von Budesonid an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [6]. Mehr dazu: Mundsoor, Knochenschwund durch Medikamente und Sehstörungen.
Beta-2-Sympathomimetika: Zittern und Herzrasen sind bei Salbutamol häufig [4]. Für lang wirksame Beta-2-Sympathomimetika ergab eine europäische Sicherheitsbewertung, dass unter Salmeterol ein erhöhtes Risiko für schwere asthmabedingte Ereignisse besteht, besonders ohne Kortison-Basistherapie; für Formoterol ist ein Klasseneffekt nicht ausgeschlossen (BfArM, 06.09.2006) [27]. Einige Nebenwirkungen können laut Packungsbeilage akut lebensbedrohlich sein, etwa lebensbedrohliches Herzrasen; tritt ein solches Ereignis plötzlich auf oder entwickelt es sich unerwartet stark, sollten Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren [4]. Mehr dazu: Zittern, Herzrasen und Blutzucker.
Verkrampfung direkt nach dem Inhalieren: Selten können inhalierte Arzneimittel sofort nach der Inhalation verstärktes keuchendes Atmen und Kurzatmigkeit auslösen (Bronchospasmus). Dann hören Sie laut Packungsbeilage von Budesonid mit der Anwendung auf, verwenden ein schnell wirkendes bronchienerweiterndes Mittel und holen sofort ärztlichen Rat ein [6]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Mehr dazu: Atemnot.
Montelukast: Bei Behandelten aller Altersgruppen wurden laut Packungsbeilage neuropsychiatrische Ereignisse wie Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen, Depressionen und Selbstmordgefährdung berichtet; wenn Sie oder Ihr Kind solche Beschwerden entwickeln, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [14]. Der Warnhinweis geht auf einen europäischen Beschluss vom 27.03.2019 zurück, den das BfArM mit Bescheid vom 14.06.2019 für Montelukast-Präparate umgesetzt hat [26]. Laut Fachinformation können die Beschwerden schwerwiegend sein und anhalten, wenn die Behandlung nicht abgesetzt wird; treten neuropsychiatrische Beschwerden auf, sollte die Behandlung mit Montelukast danach abgebrochen werden [15]. Mehr dazu: Depression durch Medikamente und Schlafstörungen.
Antikörper: Unter Omalizumab sind schwere allergische Reaktionen selten; laut Fachinformation traten die meisten anaphylaktischen Reaktionen bei den ersten 3 Anwendungen auf. Bei Anzeichen wie Ausschlag, Schwellung im Gesicht oder Atemnot nehmen Sie laut Packungsbeilage sofort ärztliche Hilfe in Anspruch [16]. Bei einer allergischen Reaktion unter Dupilumab beenden Sie die Anwendung und setzen sich unverzüglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung [17]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie.
Kortison zum Einnehmen: Die möglichen Nebenwirkungen hängen laut Packungsbeilage sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab [18]. Mehr dazu: Glucocorticoide und Prednisolon absetzen.
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [6]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Leben mit Asthma
Sport: Die Behandlung soll laut NVL sicherstellen, dass Menschen mit Asthma auf körperliche und sportliche Aktivität langfristig nicht verzichten müssen (Empfehlung 5-2, starke Empfehlung) [1]. Treten bei sonst gut kontrolliertem Asthma nur vereinzelt Beschwerden bei Anstrengung auf, so selten, dass die Kriterien eines teilweise kontrollierten Asthmas nicht erfüllt sind, soll Erwachsenen unmittelbar vor der Belastung ein SABA oder die Fixkombination aus niedrig dosiertem ICS und Formoterol inhaliert werden (Empfehlung 5-3, starke Empfehlung) [1]. Wichtig ist laut Kurzinformation von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung, langsam zu beginnen und die Belastung nach und nach zu steigern [3].
Selbst beobachten: Als Hilfe können Sie Ihre Beschwerden in einem Asthma-Tagebuch aufschreiben [3].
Schwangerschaft
Frauen mit Asthma sollen laut NVL zu Beginn einer Schwangerschaft über Bedeutung und Sicherheit der fortzuführenden medikamentösen Therapie beraten werden (Empfehlung 9-2, starke Empfehlung); bei unzureichender Asthmakontrolle sollen Lungenfachärztin oder Lungenfacharzt und Frauenärztin oder Frauenarzt gemeinsam betreuen (Empfehlung 9-3, starke Empfehlung) [1]. Das Risiko, dem Kind durch ein schlecht eingestelltes oder untertherapiertes schweres Asthma zu schaden, überwiegt laut Embryotox klar ein mögliches Risiko der üblicherweise eingesetzten Medikamente [23].
Unter den kurz wirksamen Beta-2-Sympathomimetika ist laut Embryotox Salbutamol Mittel der Wahl in der Schwangerschaft, unter den LABA Formoterol und Salmeterol; Budesonid, Beclometason und Fluticason sind die in der Schwangerschaft am besten untersuchten Kortikosteroide zum Inhalieren [23]. Ist ein Kortison im ganzen Körper nötig, ist laut Embryotox Prednisolon das Mittel der Wahl [23]. Montelukast kann laut Embryotox verordnet werden, wenn besser untersuchte Alternativen nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben; bei Antikörpern sollte eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen [23]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Als Zeichen eines schweren Asthmaanfalls nennt die NVL unter anderem Atemnot beim Sprechen (Sprechdyspnoe), eine Atemfrequenz ab 25 pro Minute und einen Puls ab 110 pro Minute; Zeichen eines lebensbedrohlichen Anfalls sind unter anderem ein fehlendes Atemgeräusch, flache Atmung, ein langsamer Puls, niedriger Blutdruck und eine Blaufärbung von Haut oder Lippen (Zyanose) [1]. Lässt sich ein schwerer Anfall von Luftnot auch durch eine zweite Einzeldosis Salbutamol nicht beheben, muss laut Packungsbeilage unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden; das gilt auch bei akuter oder sich rasch verschlimmernder Atemnot [4]. Bei schwerer Atemnot alarmieren Sie laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [24].
Informieren Sie laut Packungsbeilage von Salbutamol so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn das Bedarfsspray schlechter wirkt als üblich oder Sie es mehr als zweimal pro Woche gegen Asthmabeschwerden anwenden (die Anwendung vor dem Sport nicht mitgezählt); Ihr Asthma kann sich dann verschlimmert haben oder schlecht eingestellt sein [4]. Mehr dazu: Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-002). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand Version 5.0, 2024 (publiziert 23.08.2024, gültig bis 14.08.2029). abgerufen am 17.10.2026
- Asthma. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 15.06.2022. abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie Kurzinformation für Patientinnen und Patienten: Asthma, wenn Atmen schwerfällt (beruht auf der NVL Asthma). Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin im Auftrag von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung. Stand April 2023. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Budesonid Easyhaler 0,2 mg/Dosis Pulver zur Inhalation. Orion Corporation (Mitvertrieb Orion Pharma GmbH). Stand 02/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Budesonid Easyhaler 0,1 mg/0,2 mg/0,4 mg/Dosis Pulver zur Inhalation. Orion Corporation (Mitvertrieb Orion Pharma GmbH). Stand 02/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Beclometason-ratiopharm 0,10 mg Dosieraerosol. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Beclometason-ratiopharm Dosieraerosol (0,05 mg, 0,10 mg, 0,20 mg, 0,25 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm Pulver zur Inhalation. Teva Pharma B.V. (Vertrieb in Deutschland: TEVA GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm Pulver zur Inhalation. Teva Pharma B.V. (Vertrieb in Deutschland: TEVA GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Formoterol-ratiopharm 12 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation. ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Formoterol-ratiopharm 12 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation (Version 2). ratiopharm GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten (Version 5). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xolair (Omalizumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Xolair 150 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 06/2026 (EMA, aktualisiert am 08.06.2026). abgerufen am 17.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Dupixent (Dupilumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Dupixent 300 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Sanofi Winthrop Industrie (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026 (EMA, aktualisiert am 18.08.2026). abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Braltus 10 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation (Version 6). TEVA GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Beclometason/Formoterol-ratiopharm 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoß Druckgasinhalation, Lösung (Version 1). ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva Airmaster 50 Mikrogramm/500 Mikrogramm einzeldosiertes Pulver zur Inhalation. Zentiva Pharma GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Asthma bronchiale (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Spiriva Respimat 2,5 Mikrogramm Lösung zur Inhalation (Österreich, Z.Nr. 1-27222). Boehringer Ingelheim International GmbH (Zulassungsinhaber); Österreichisches Arzneispezialitätenregister (BASG). Stand 08/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde PSUR Single Assessment: Umsetzung des einstimmigen Beschlusses der Koordinierungsgruppe EMA/CMDh/186357/2019 vom 27.03.2019 betreffend die Zulassungen für Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Montelukast (PSUSA/00002087/201807), Bescheid vom 14.06.2019. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 17.06.2019. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Langwirksame Beta-Mimetika (Formoterol, Salmeterol) zur Asthmatherapie: Sicherheitsbewertung hinsichtlich respiratorischer Nebenwirkungen, Änderungen der Produktinformationen. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Risikoinformation. Stand 06.09.2006. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Kortikosteroide: Nebenwirkungen am Auge. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Risikoinformation. Stand 14.06.2017. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente helfen bei Asthma?
Die Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma unterscheidet Bedarfsmedikamente gegen akute Beschwerden und Mittel für die Langzeittherapie, die nach einem Stufenschema eingesetzt werden. Bei Erwachsenen soll ein inhalatives Kortikosteroid wie Budesonid oder Beclometason die Basis der Langzeittherapie sein (starke Empfehlung). Je nach Asthmakontrolle kommen ein lang wirksames Beta-2-Sympathomimetikum, ein lang wirksames Anticholinergikum oder bei schwerem Asthma monoklonale Antikörper hinzu; Montelukast nennt die Leitlinie als Alternative in begründeten Fällen. Welche Mittel für Sie infrage kommen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; die Dosierung laut Packungsbeilage steht auf den Wirkstoffseiten, etwa bei Budesonid.
Wie schnell wirkt ein Asthmaspray?
Das kommt auf den Wirkstoff an. Bei Salbutamol setzt die bronchienerweiternde Wirkung laut Fachinformation nach 5 bis 15 Minuten ein, die Wirkungsdauer wurde mit 3 bis 4 Stunden festgestellt. Formoterol wirkt laut Fachinformation innerhalb von 1 bis 3 Minuten, im Schnitt ungefähr 12 Stunden. Die Wirkung von Budesonid zum Inhalieren kann laut Packungsbeilage bereits nach wenigen Behandlungstagen festgestellt werden, erreicht ihr Maximum aber erst nach einigen Wochen; einen Asthmaanfall kann Budesonid nicht beenden.
Muss ich das Kortison-Spray auch ohne Beschwerden nehmen?
Ja, wenn es Ihnen so verordnet wurde. Laut Packungsbeilage von Budesonid sollten Sie es regelmäßig anwenden, selbst wenn Sie keine Symptome haben, um eine asthmatische Entzündung zu verhindern. Laut NVL Asthma sollen Betroffene darauf hingewiesen werden, dass jede Beendigung einer Langzeittherapie mit Kortikosteroiden zum Inhalieren oder Einnehmen eine mögliche Gefährdungssituation darstellt (starke Empfehlung). Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Was tun bei einem Asthmaanfall?
Laut NVL Asthma soll jede Patientin und jeder Patient einen individuellen, strukturierten Asthma-Aktionsplan erhalten (starke Empfehlung). Geschulte Betroffene arbeiten ihn laut Leitlinie im Ernstfall Schritt für Schritt ab: Schweregrad einschätzen (Atmung, Sprechen, Peak-Flow), Bedarfsmedikament anwenden, atmungserleichternde Körperhaltung und dosierte Lippenbremse, Wirkung prüfen und, wenn die Maßnahmen nicht wirken, die weiteren Schritte des Plans bis hin zu Ärztin, Arzt oder Notruf. Lässt sich ein schwerer Anfall von Luftnot auch durch eine zweite Einzeldosis Salbutamol nicht beheben, muss laut Packungsbeilage unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Bei schwerer Atemnot rufen Sie den Notruf 112.
Darf ich mit Asthma Ibuprofen oder ASS nehmen?
Die NVL Asthma nennt Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Acetylsalicylsäure (ASS) und Betablocker als mögliche Auslöser von Asthmabeschwerden. Laut IQWiG gibt es eine spezielle Form, das Analgetika-Asthma, das durch ASS und andere Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR ausgelöst wird. Wer davon betroffen ist, sollte laut Packungsbeilage von Montelukast auch unter Montelukast weiterhin ASS und andere NSAR meiden. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; mehr unter Atemnot durch Medikamente.
Darf ich mein Asthmaspray in der Schwangerschaft weiter anwenden?
Laut NVL Asthma sollen Frauen mit Asthma zu Beginn einer Schwangerschaft über Bedeutung und Sicherheit der fortzuführenden medikamentösen Therapie beraten werden (starke Empfehlung). Das Risiko, dem Kind durch ein schlecht eingestelltes oder untertherapiertes schweres Asthma zu schaden, überwiegt laut Embryotox klar ein mögliches Risiko der üblicherweise eingesetzten Medikamente. Ob und womit Sie in der Schwangerschaft behandelt werden, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kann ich mit Asthma Sport treiben?
Laut NVL Asthma soll die Behandlung sicherstellen, dass Menschen mit Asthma langfristig nicht auf körperliche und sportliche Aktivität verzichten müssen (starke Empfehlung). Beschwerden bei Anstrengung sind danach bei vielen ein Ausdruck einer unzureichenden Asthmakontrolle und lassen sich in der Regel durch eine Intensivierung der Langzeittherapie nach dem Stufenschema beseitigen. Ärztinnen und Ärzte sollen Betroffene regelmäßig zu körperlichem Training motivieren (starke Empfehlung).
Hilft eine Hyposensibilisierung bei allergischem Asthma?
Bei allergischem Asthma soll laut NVL Asthma die Indikation zu einer spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) geprüft werden, wenn die allergische Komponente gut dokumentiert ist, also eine nachgewiesene spezifische Sensibilisierung und eindeutige Beschwerden nach Kontakt mit dem Allergen vorliegen (starke Empfehlung). Indikation, Auswahl der Allergene und Form der Anwendung sollten danach allergologisch qualifizierte Ärztinnen oder Ärzte festlegen (Empfehlungsgrad B). Mehr dazu auf der Seite Allergien.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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