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Mundsoor

Mundsoor ist eine Infektion der Mundschleimhaut mit Hefepilzen, häufigster Erreger ist Candida albicans; typisch sind laut IQWiG ein weißer Belag und ein pelziges Gefühl im Mund. Behandelt wird mit Mitteln gegen Pilze (Antimykotika), in der Regel über etwa 1 bis 2 Wochen; bei leichterem Befall reichen laut IQWiG häufig Mittel, die örtlich auf die Mundschleimhaut aufgetragen werden; örtlich angewendet werden laut Packungsbeilage zum Beispiel Nystatin und Miconazol, Fluconazol wird geschluckt und verteilt sich im ganzen Körper. Ein geschwächtes Immunsystem, Kortisonsprays, über mehrere Wochen angewendete Breitspektrum-Antibiotika, Diabetes und Zahnprothesen erhöhen laut IQWiG das Risiko. Beim ersten Auftreten sollen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage von Miconazol-Mundgel mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen; gehen die Anzeichen nicht innerhalb der ersten 5 Tage zurück, müssen Sie eine Praxis aufsuchen.

Mann Ende sechzig mit kurzem weißem Haar putzt sich in einem dunkelgrünen Strickpullover vor einem hellen Badezimmerspiegel mit einer weichen Zahnbürste die Zähne
Bild: KI-generiert

Mundsoor ist eine Infektion der Mundschleimhaut mit Hefepilzen; typisch sind laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ein weißer Belag und ein pelziges Gefühl im Mund [1]. Ernsthafte gesundheitliche Folgen hat sie meist nicht, sie kann aber sehr unangenehm sein. Behandelt wird sie mit Mitteln gegen Pilze (Antimykotika), die örtlich im Mund wirken oder geschluckt werden, in der Regel über etwa 1 bis 2 Wochen [1]. Sie trifft häufig Menschen mit geschwächtem Immunsystem; auch Kortisonsprays oder über mehrere Wochen angewendete Breitspektrum-Antibiotika erhöhen das Risiko [1].

Was ist Mundsoor?

Mundsoor, auch orale Candidose genannt, wird durch Hefepilze der Gattung Candida hervorgerufen, die auf den Schleimhäuten der Mundhöhle siedeln. Der häufigste Erreger ist Candida albicans [1]. Viele Menschen tragen Hefepilze in geringer Zahl auf den Schleimhäuten, ohne dass das Probleme macht; unter bestimmten Bedingungen können sie sich aber stark vermehren [1]. Laut gesund.bund.de kommt der Hefepilz bei den meisten Menschen auf den Schleimhäuten in Mund, Rachen und Verdauungstrakt vor, und das ist normal. Manchmal breitet er sich mehr aus als normal, zum Beispiel wenn das Abwehrsystem geschwächt ist [2].

Symptome

Mundsoor zeigt sich laut IQWiG durch einen weißen Belag im Mund- und Rachenraum. Wird der Belag zum Beispiel mit einem Holzspatel abgestreift, finden sich darunter rote, entzündete, oft leicht blutende Stellen [1]. Betroffene haben auch bei guter Mundhygiene ständig ein pelziges Gefühl im Mund, ihr Geschmackssinn verändert sich, manchmal haben sie Schmerzen oder ein Brennen auf der Zunge. Dadurch kann Essen und Trinken schwerfallen; eine ausgeprägte Pilzinfektion kann auch das Schlucken und Sprechen beeinträchtigen [1]. Mehr zu verändertem Geschmack durch Medikamente: Geschmacksstörungen.

Breitet sich der Pilz laut IQWiG vom Mund in die Speiseröhre aus, kann das Schluckbeschwerden verursachen; zusammen mit anderen Beschwerden können Betroffene dann weniger essen und Gewicht verlieren [1]. Unbehandelt kann eine Candidose der Mundhöhle Monate oder sogar Jahre andauern. Ist das Immunsystem sehr geschwächt, können die Pilze in tiefere Gewebeschichten und ins Blut gelangen und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) auslösen; das geschieht aber selten [1].

Ursachen und Risikofaktoren

Pilzinfektionen der Mundhöhle werden laut IQWiG meist durch bestimmte Krankheiten verursacht oder treten als Nebenwirkung einer medizinischen Behandlung auf. Leichter infizieren können Pilze die Mundhöhle, wenn Körper und Immunsystem geschwächt sind; ein sehr trockener Mund erleichtert es Krankheitserregern, sich anzusiedeln [1]. Das IQWiG nennt unter anderem [1]:

  • eine Krebsbehandlung, vor allem eine hochdosierte Chemotherapie, eine Stammzelltransplantation und eine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich,
  • eine Organtransplantation,
  • HIV und AIDS, vor allem ohne ausreichende antivirale Behandlung,
  • Diabetes mellitus (Typ 1 oder Typ 2),
  • Zahnprothesen,
  • Kortisonsprays und über mehrere Wochen angewendete Breitspektrum-Antibiotika,
  • Pflegebedürftigkeit bei allgemeiner Schwäche, wenig Essen und Trinken oder künstlicher Ernährung.

Laut gesund.bund.de kann das Abwehrsystem durch bestimmte Erkrankungen oder Medikamente geschwächt werden, außerdem, wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten [2]. Mehr dazu: Infektanfälligkeit durch Medikamente und Mundtrockenheit durch Medikamente.

Kortisonsprays als Ursache: Beim inhalierten Kortison Budesonid sind Pilzinfektionen (Soor) von Mund oder Rachen laut Packungsbeilage häufig, betreffen also bis zu 1 von 10 Behandelten. Tritt eine solche Nebenwirkung auf, sieht die Packungsbeilage vor, die Anwendung nicht abzubrechen, sondern mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen [8]. Mehr zu diesen Mitteln: Mittel bei Asthma und COPD. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Diagnose

Bei einem erhöhten Risiko ist es laut IQWiG wichtig, Ärztinnen, Ärzte oder Pflegekräfte auf Missempfindungen oder Schmerzen im Mund aufmerksam zu machen. Dann kann untersucht werden, ob es sich um eine Pilzinfektion handelt. Bei einem Verdacht kann mit einem sterilen Wattetupfer ein Abstrich des Belags genommen und im Labor untersucht werden [1]. Bei einer Krebserkrankung oder HIV lassen sich Infektionen frühzeitig erkennen, wenn der Mund regelmäßig untersucht wird. Man kann die Mundhöhle auch selbst im Spiegel auf einen weißen Belag oder entzündete Stellen ansehen oder sich von Angehörigen oder Pflegekräften helfen lassen [1].

Behandlung ohne Medikamente

Damit wunde Stellen im Mund weniger schmerzen, kann man laut IQWiG die Ernährung anpassen: auf weiche Kost umsteigen, heiße und alkoholische Getränke weglassen und stark gewürzte oder säurehaltige Speisen meiden [1]. Während der Behandlung mit Nystatin ist laut Packungsbeilage auf eine regelmäßige Mundhygiene zu achten [3].

Behandlung mit Medikamenten

Candidosen lassen sich laut IQWiG gut mit Antimykotika behandeln. Manche dieser Mittel werden örtlich auf die Mundschleimhaut aufgetragen; bei einer leichteren Candidose reicht das häufig aus. Andere werden geschluckt oder getrunken und verteilen sich im ganzen Körper [1]. Welches Mittel geeignet ist, hängt laut IQWiG vom Gesundheitszustand ab und davon, wie stark sich die Infektion ausgebreitet hat. Die Medikamente werden in der Regel über etwa 1 bis 2 Wochen angewendet [1]. Pilze können unempfindlicher gegen bestimmte Antimykotika werden (Resistenz), was die Behandlung erschweren kann [1].

Die Nebenwirkungen in der Tabelle stammen aus der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats und gelten nur für dieses ("häufig": bei bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich": bei bis zu 1 von 100) [3, 5, 6]. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Medikamente gegen Mundsoor im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Antimykotika zur örtlichen Anwendung im MundNystatin als Suspension [3], Miconazol als Mundgel [5]Antimykotika töten Pilze ab oder hemmen ihr Wachstum [1]. Nystatin bindet an Bausteine der Zellmembran von Pilzen (Sterole); die Membran wird durchlässig, und die Pilzzellen lösen sich auf [4]. Nystatin wird bei der Einnahme nicht in den Körper aufgenommen [3]Nystatin, gelegentlich: bei hoher Dosierung Magen-Darm-Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen [3]. Miconazol-Mundgel, häufig: Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen, unangenehmes Gefühl im Mund, Wiederhochkommen von Nahrungsbrei, abweichender Geschmack des Präparats; gelegentlich: Geschmacksstörungen [5]
Antimykotika zum EinnehmenFluconazol [6]Hemmt bei Pilzen ein Enzym, das für die Bildung von Ergosterol nötig ist, einem Baustein der Zellmembran; der Verlust von Ergosterol in der Zellmembran könnte die Wirkung erklären [7]Häufig: Kopfschmerzen, Magenbeschwerden (Bauchschmerzen), Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Anstieg von Blut- oder Leberwerten, Hautausschlag [6]

Nystatin

Nystatin wird laut Packungsbeilage von Mykundex bei Infektionen durch nystatinempfindliche Hefepilze wie Candida albicans im Mund (Mundsoor) und im Magen-Darm-Bereich angewendet [3]. Die Suspension ist laut Fachinformation apothekenpflichtig [4]. Weil Nystatin wegen seiner Molekülgröße nicht in den Körper aufgenommen wird, ist laut Packungsbeilage mit Nebenwirkungen im ganzen Körper nicht zu rechnen [3]. Die Suspension sollte möglichst lange im Mund behalten werden, bevor sie geschluckt wird. Bei Mundsoor soll die Behandlung 2 bis 3 Tage über das Verschwinden der sichtbaren Beschwerden hinaus fortgesetzt werden; halten die Krankheitszeichen an, muss eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden [3]. Wird die Behandlung vorzeitig beendet, ist ein Erfolg nicht mehr gewährleistet [3]. Die Suspension enthält Zucker (Sucrose), was bei Diabetes zu berücksichtigen ist und den Zähnen schaden kann (Karies) [3]. Wie viel Sie anwenden, steht auf der Wirkstoffseite unter Dosierung.

Miconazol-Mundgel

Das Mundgel mit Miconazol wird laut Packungsbeilage zur Behandlung von Hefepilzinfektionen der Mundschleimhaut angewendet [5]. Zur Anwendung in der Mundhöhle ist Miconazol laut Arzneimittelverschreibungsverordnung von der Verschreibungspflicht ausgenommen [13]. Das Gel sollte nicht sofort geschluckt, sondern möglichst lange im Mund behalten werden. Für Zahnprothesen und Zahnspangen enthält die Packungsbeilage eigene Anwendungshinweise [5]. Die Behandlung sollte mindestens eine Woche über das Verschwinden der Beschwerden hinaus fortgesetzt werden; verschlechtern sich die Anzeichen oder gehen sie nicht innerhalb der ersten 5 Tage zurück, müssen Sie laut Packungsbeilage eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [5]. Die Angaben zur Menge stehen unter Dosierung.

Laut Packungsbeilage darf das Mundgel nicht angewendet werden [5]:

  • bei Allergie gegen Miconazol oder verwandte pilzabtötende Mittel,
  • bei Leberfunktionsstörungen,
  • bei Säuglingen unter 4 Monaten und bei Kindern, deren Schluckreflex noch nicht vollständig ausgebildet ist,
  • zusammen mit gerinnungshemmenden Mitteln vom Cumarin-Typ, zum Beispiel Warfarin (Blutverdünner),
  • zusammen mit bestimmten Mitteln, die über das Enzym CYP3A4 abgebaut werden, zum Beispiel Simvastatin und Lovastatin, Pimozid, Cisaprid oder Triazolam und Midazolam zum Einnehmen.

Kontakt mit den Augen ist laut Packungsbeilage zu vermeiden. Miconazol kann laut Packungsbeilage den Abbau weiterer Arzneimittel in der Leber hemmen; deren Wirkung und Nebenwirkungen können dann stärker oder länger sein, etwa bei blutzuckersenkenden Sulfonylharnstoffen [5]. Beim ersten Auftreten der Erkrankung, bei mehreren solchen Pilzinfektionen in den vergangenen 12 Monaten und wenn Sie weitere Arzneimittel nehmen, sollen Sie die Behandlung mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen [5]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.

Fluconazol

Fluconazol ist verschreibungspflichtig [7]. Laut Packungsbeilage kann die Ärztin oder der Arzt es Erwachsenen unter anderem bei Schleimhautsoor, also Infektionen der Mund- und Rachenschleimhaut, und bei Zahnfleischentzündung verordnen, außerdem zur Vorbeugung von Rückfällen eines Schleimhautsoors, laut Fachinformation bei Menschen mit HIV-Infektion und hohem Rückfallrisiko; Kinder und Jugendliche können es bei Schleimhautsoor im Mund und Rachen erhalten [6, 7]. Laut Fachinformation ist es auch bei einer bestimmten Pilzerkrankung im Mund von Zahnprothesenträgern angezeigt (chronisch-atrophische orale Candidose), wenn Zahnhygiene oder örtliche Maßnahmen nicht ausreichen [7]. Vor der Einnahme sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie Leber- oder Nierenprobleme oder eine Herzerkrankung wie Herzrhythmusstörungen haben [6]. Fluconazol hat viele Wechselwirkungen; unter anderem darf es nicht zusammen mit Astemizol, Terfenadin, Cisaprid, Pimozid, Chinidin oder Erythromycin eingenommen werden [6]. Wird die Pilzinfektion nicht besser, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, weil eine andere Behandlung nötig sein könnte [6]. Die Dosis legt die Ärztin oder der Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen unter Dosierung.

Säuglinge und Kinder

Die Packungsbeilage der Nystatin-Suspension enthält auch Angaben für Neugeborene und Kleinkinder; bei sehr untergewichtigen und unreifen Frühgeborenen wird wegen der hohen Osmolarität von Nystatin von der Anwendung abgeraten [3]. Bei Säuglingen und Kleinkindern von 4 Monaten bis 2 Jahren ist beim Miconazol-Mundgel laut Packungsbeilage Vorsicht geboten, damit das Gel nicht den Hals verschließt. Das Gel sollte deshalb nicht hinten im Mund aufgetragen, jede Dosis in kleine Portionen geteilt und mit einem sauberen Finger aufgetragen werden; das Kind sollte danach beobachtet werden [5]. Bei Frühgeborenen oder Kindern mit verzögerter neuromuskulärer Entwicklung sollte die untere Altersgrenze auf 5 bis 6 Monate erhöht werden. Wegen der Erstickungsgefahr sollte das Gel zur Behandlung des Säuglings nicht auf die Brustwarzen einer stillenden Frau aufgetragen werden [5]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Nystatin-Suspension kann laut Packungsbeilage in Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden [3]. Laut Embryotox kann Nystatin bei einer Pilzinfektion in der gesamten Schwangerschaft örtlich angewendet werden; eine Behandlung erfordert keine Einschränkung des Stillens, bei Anwendung an der Brustwarze sollte diese vor dem Stillen sorgfältig gereinigt werden [10]. Miconazol-Mundgel soll laut Packungsbeilage in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht angewendet werden; ab dem 4. Monat und in der Stillzeit sollte es nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung verwendet werden [5].

Fluconazol sollten Sie laut Packungsbeilage nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, es vermuten oder schwanger werden möchten, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat es Ihnen ausdrücklich gesagt [6]. Nach einer Stellungnahme der europäischen Koordinierungsgruppe CMDh vom 9. November 2023, die das BfArM mit Bescheid vom 6. Mai 2024 umgesetzt hat, kann die Einnahme im ersten oder zweiten Schwangerschaftsdrittel das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen; niedrige Dosen im ersten Drittel können das Risiko leicht erhöhen, dass das Baby mit Fehlbildungen des Herzens, der Knochen und/oder der Muskeln zur Welt kommt [11]. Laut Fachinformation darf Fluconazol in der Schwangerschaft nur bei eindeutiger Notwendigkeit in Standarddosen und als Kurzzeittherapie angewendet werden [7]. Laut Embryotox sollte eine Behandlung mit Fluconazol in der Schwangerschaft kritisch geprüft werden; bei Pilzinfektionen der Haut oder Schleimhaut ist eine örtliche Behandlung mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin zu bevorzugen [9]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nach wiederholter Einnahme von Fluconazol sollten Sie laut Packungsbeilage nicht weiter stillen [6]; laut Embryotox kann auch unter einer erforderlichen Behandlung mit Fluconazol gestillt werden [9]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Antimykotika können laut IQWiG zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Hautausschlägen, Übelkeit, Blähungen und Durchfall führen [1]. Welche Nebenwirkungen mit welcher Häufigkeit auftreten, hängt vom Wirkstoff ab.

Nystatin: Selten kommt es laut Packungsbeilage zu einer schweren Hautreaktion (Stevens-Johnson-Syndrom) mit rötlichen, zielscheibenartigen oder kreisförmigen Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Hautabschälungen und Geschwüren in Mund, Rachen, Nase, an den Genitalien und Augen; vorher können Fieber und grippeähnliche Beschwerden auftreten. Dann beenden Sie die Einnahme und suchen sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [3]. Sehr selten sind allergische Reaktionen [3]. Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen.

Miconazol-Mundgel: Bei Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Hals, Schwierigkeiten beim Schlucken, Nesselsucht und Atembeschwerden (sehr selten), bei Hautausschlägen schon bei den ersten Anzeichen und bei einem fixen Arzneiexanthem mit runden oder ovalen roten Flecken, Schwellung, Blasen und Juckreiz beenden Sie laut Packungsbeilage die Anwendung und kontaktieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [5]. Sehr selten sind unter anderem eine Leberentzündung, das Verschlucken des Gels in die Atemwege und schwere Hautreaktionen [5]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie.

Fluconazol: Bei ausgedehntem Hautausschlag, erhöhter Körpertemperatur und vergrößerten Lymphknoten (DRESS-Syndrom) beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und suchen sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [6]. Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen oder Gelbfärbung von Haut oder Augenweiß können Zeichen einer Leberfunktionsstörung sein; dann beenden Sie die Einnahme sofort und informieren unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [6]. Selten sind laut Packungsbeilage Veränderungen im EKG, der Herzfrequenz oder des Herzrhythmus und Leberversagen [6]; laut Fachinformation wurde Fluconazol mit einer Verlängerung des QT-Intervalls im EKG in Verbindung gebracht [7]. Mehr dazu: Erhöhte Leberwerte und QT-Verlängerung.

Haben Sie ein verordnetes Medikament als Auslöser von Beschwerden im Verdacht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [3]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Vorbeugen und Mundpflege

Frau in den Vierzigern mit rotbraunem Haar sitzt in einer petrolfarbenen Bluse an einem hellen Küchentisch und isst mit einem Löffel einen Teller weichen Haferbrei
Bild: KI-generiert

Wer gesund ist, muss laut IQWiG nichts Besonderes tun, um einer Pilzinfektion im Mund vorzubeugen. Für Menschen mit erhöhtem Risiko ist es besonders wichtig, Zähne, Zahnfleisch und Mundschleimhaut zu pflegen, feucht zu halten und vor Verletzungen zu schützen. Eine weiche Zahnbürste schont das Zahnfleisch, das Reinigen der Zahnzwischenräume entfernt Beläge und Essensreste. Eine Zahnprothese sollte regelmäßig gereinigt werden, etwa mit einer Zahnbürste und einer speziellen Reinigungslösung [1].

Wer Kortisonsprays anwendet, sollte laut IQWiG anschließend den Mund mit Wasser ausspülen [1]. Laut Packungsbeilage von Budesonid kann es helfen, nach jeder Anwendung des Inhalators Mund und Rachen mit Wasser zu spülen und das Wasser auszuspucken, statt es zu schlucken, um Pilzinfektionen und weitere Nebenwirkungen wie Rachenreizung zu verhindern [8]. Mehr dazu: Asthma und COPD.

Im Krankenhaus werden Antimykotika laut IQWiG nur selten vorbeugend gegeben, etwa während einer Stammzelltransplantation; wichtig ist, eine Candidose rechtzeitig zu erkennen und dann zu behandeln [1]. Mehr zur Pflege von Zähnen und Zahnfleisch: Zahnfleischentzündung.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Hals, Schwierigkeiten beim Schlucken und Atembeschwerden können Zeichen einer schweren allergischen Reaktion sein; laut Packungsbeilage von Miconazol-Mundgel beenden Sie dann die Anwendung und kontaktieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [5]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Schwere Atemnot und Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112 [12].

Ärztlichen Rat brauchen Sie laut Packungsbeilage von Miconazol-Mundgel außerdem, wenn Mundsoor zum ersten Mal auftritt, wenn Sie in den vergangenen 12 Monaten mehrmals solche Pilzinfektionen hatten und wenn sich die Anzeichen verschlechtern oder nicht innerhalb der ersten 5 Tage zurückgehen [5].

Quellen

  1. Pilzinfektion der Mundhöhle (orale Candidose). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 10.06.2026. abgerufen am 18.10.2026
  2. Behörde ICD-Code B37.0: Candida-Stomatitis (Erläuterung der "Was hab ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mykundex Suspension, 100.000 I.E./ml, Suspension zur Anwendung in der Mundhöhle und zum Einnehmen (Nystatin). Esteve Pharmaceuticals GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 18.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Mykundex Suspension, 100.000 I.E./ml (Nystatin). Esteve Pharmaceuticals GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 18.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mykoderm Mund-Gel, Gel zur Anwendung in der Mundhöhle (Miconazol 20 mg/g). Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG. Stand 12/2025. abgerufen am 18.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Fluconazol STADA 150 mg Hartkapseln. STADAPHARM GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 18.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Fluconazol STADA 100 mg/-150 mg Hartkapseln. STADAPHARM GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Budesonid Easyhaler 0,2 mg/Dosis Pulver zur Inhalation. Orion Corporation (Mitvertrieb Orion Pharma GmbH). Stand 02/2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. Embryotox Embryotox: Fluconazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  10. Embryotox Embryotox: Nystatin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  11. Behörde Fluconazol: Wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Änderungen der Produktinformation (PSUSA/00001404/202303), Stellungnahme der CMDh vom 09.11.2023, vom BfArM mit Bescheid vom 06.05.2024 umgesetzt. Koordinierungsgruppe CMDh, Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA); Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 09.11.2023 und 06.05.2024. abgerufen am 18.10.2026
  12. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  13. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Fluconazol und Miconazol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand ohne Datumsangabe auf der Anlagenseite. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Mundsoor?

Mundsoor wird laut IQWiG mit Mitteln gegen Pilze (Antimykotika) behandelt. Bei leichterem Befall reichen laut IQWiG häufig Mittel, die örtlich auf die Mundschleimhaut aufgetragen werden; die Medikamente werden in der Regel über etwa 1 bis 2 Wochen angewendet. Zur örtlichen Anwendung bei Mundsoor gibt es laut Packungsbeilage zum Beispiel eine Suspension mit Nystatin und ein Mundgel mit Miconazol. Damit wunde Stellen weniger schmerzen, kann man laut IQWiG auf weiche Kost umsteigen und heiße und alkoholische Getränke sowie stark gewürzte und säurehaltige Speisen meiden. Wie viel Sie nehmen, steht auf den Seiten Nystatin und Miconazol.

Gibt es Mittel gegen Mundsoor ohne Rezept?

Ja. Miconazol zur Anwendung in der Mundhöhle ist laut Arzneimittelverschreibungsverordnung von der Verschreibungspflicht ausgenommen, und die Nystatin-Suspension Mykundex ist laut Fachinformation apothekenpflichtig. Fluconazol-Kapseln sind verschreibungspflichtig. Beim ersten Auftreten, bei mehreren solchen Pilzinfektionen in den vergangenen 12 Monaten und wenn Sie weitere Medikamente nehmen, sollen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage von Miconazol-Mundgel mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.

Wie lange dauert Mundsoor?

Unbehandelt kann eine Pilzinfektion der Mundhöhle laut IQWiG Monate oder sogar Jahre dauern. Behandelt wird in der Regel über etwa 1 bis 2 Wochen. Laut Packungsbeilage soll Nystatin bei Mundsoor noch 2 bis 3 Tage über das Verschwinden der sichtbaren Beschwerden hinaus angewendet werden, Miconazol-Mundgel sollte mindestens eine Woche darüber hinaus angewendet werden. Gehen die Anzeichen nicht innerhalb der ersten 5 Tage zurück oder werden sie schlimmer, müssen Sie laut Packungsbeilage von Miconazol-Mundgel eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Was hilft bei Mundsoor beim Baby?

Die Nystatin-Suspension Mykundex nennt in der Packungsbeilage auch Angaben für Neugeborene und Kleinkinder; bei sehr untergewichtigen und unreifen Frühgeborenen wird von der Anwendung abgeraten. Miconazol-Mundgel darf bei Säuglingen unter 4 Monaten und bei Kindern, deren Schluckreflex noch nicht vollständig ausgebildet ist, nicht angewendet werden; bei Säuglingen und Kleinkindern von 4 Monaten bis 2 Jahren ist Vorsicht geboten, damit das Gel nicht den Hals verschließt. Auch wegen Erstickungsgefahr sollte das Gel zur Behandlung des Säuglings nicht auf die Brustwarzen der stillenden Mutter aufgetragen werden. Beim ersten Auftreten sieht die Packungsbeilage von Miconazol-Mundgel vor, die Behandlung mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen.

Kann ein Kortisonspray Mundsoor auslösen?

Ja. Kortisonsprays erhöhen laut IQWiG das Risiko für eine Pilzinfektion der Mundhöhle. Beim inhalierten Budesonid sind Pilzinfektionen (Soor) von Mund oder Rachen laut Packungsbeilage häufig, betreffen also bis zu 1 von 10 Behandelten. Tritt Soor auf, rät die Packungsbeilage, die Anwendung nicht abzubrechen, sondern mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen. Laut Packungsbeilage kann es helfen, diese Nebenwirkungen zu verhindern, nach jeder Anwendung Mund und Rachen mit Wasser zu spülen und das Wasser auszuspucken.

Darf ich in der Schwangerschaft etwas gegen Mundsoor nehmen?

Nystatin kann laut Embryotox bei einer Pilzinfektion in der gesamten Schwangerschaft örtlich angewendet werden. Miconazol-Mundgel soll laut Packungsbeilage in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht angewendet werden; ab dem 4. Monat sollte es nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung verwendet werden. Bei Pilzinfektionen der Haut oder Schleimhaut ist laut Embryotox eine örtliche Behandlung mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin gegenüber Fluconazol zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wann muss ich mit Mundsoor zum Arzt?

Laut Packungsbeilage von Miconazol-Mundgel beim ersten Auftreten, wenn Sie in den vergangenen 12 Monaten mehrmals solche Pilzinfektionen hatten, wenn Sie weitere Medikamente nehmen und wenn die Anzeichen nicht innerhalb der ersten 5 Tage zurückgehen oder sich verschlechtern. Bei erhöhtem Risiko, etwa während einer Krebsbehandlung, ist es laut IQWiG wichtig, Ärztinnen, Ärzte oder Pflegekräfte auf Missempfindungen oder Schmerzen im Mund aufmerksam zu machen. Breitet sich der Pilz in die Speiseröhre aus, kann das Schluckbeschwerden verursachen.

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