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Miconazol: Nebenwirkungen und Wirkung

Miconazol ist ein Wirkstoff gegen Pilzerkrankungen. Als Mundgel wird er zur Behandlung von Mundsoor angewendet, einer Hefepilzinfektion der Mundschleimhaut. Häufig sind Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen und ein abweichender Geschmack des Präparats. Das Mundgel darf nicht zusammen mit Gerinnungshemmern vom Cumarin-Typ und bestimmten anderen Arzneimitteln angewendet werden.

Frau Ende fünfzig putzt sich an einem hellen Waschbecken im Badezimmer die Zähne
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Mundtrockenheit[1]
  • Häufig: Übelkeit und Erbrechen[1]
  • Häufig: Unangenehmes Gefühl im Mund[1]
  • Häufig: Wiederhochkommen von Nahrungsbrei[1]
  • Häufig: Abweichender Geschmack des Präparats[1]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Miconazol eingesetzt?

Miconazol ist ein Wirkstoff gegen Pilzerkrankungen (Antimykotikum) [1]. Als Gel zur Anwendung in der Mundhöhle wird es zur Behandlung von Hefepilzinfektionen der Mundschleimhaut angewendet, dem sogenannten Mundsoor [1]. Die Packungsbeilage nennt Dosen für Säuglinge ab 4 Monaten, Kinder und Erwachsene; Säuglinge unter 4 Monaten und Kinder, deren Schluckreflex noch nicht vollständig ausgebildet ist, dürfen das Gel nicht bekommen [1]. Mehr über die Erkrankung lesen Sie unter Mundsoor.

Miconazol gibt es außerdem in Zubereitungen zur Anwendung auf der Haut und in der Scheide [2, 3]. Rezeptfrei sind Zubereitungen zur Anwendung in der Mundhöhle und auf der Haut; für die Anwendung in der Scheide gilt das nur für Packungen mit bis zu 1.043 mg Miconazol und eine Anwendungsdauer bis zu 3 Tagen [2]. Diese Seite beschreibt das Mundgel; Grundlage ist die Packungsbeilage von Mykoderm Mund-Gel [1]. Zubereitungen zur Anwendung auf der Haut oder in der Scheide haben eigene Packungsbeilagen. Zu Pilzinfektionen an anderen Stellen gibt es eigene Seiten, etwa Hautpilz und Scheidenpilz.

Wie wirkt Miconazol?

Laut Embryotox gehört Miconazol zu den Imidazol-Derivaten und wirkt gegen ein breites Spektrum von Pilzen. Es hemmt die Bildung von Ergosterol und schädigt dadurch die Zellmembran der Pilze. Über die Haut und die Schleimhäute wird nur wenig Wirkstoff aufgenommen [3].

Das Mundgel soll so lange wie möglich im Mund bleiben, damit es möglichst lange auf die erkrankte Schleimhaut einwirkt [1]. Miconazol kann in der Leber den Abbau anderer Arzneimittel hemmen, die über die Enzyme CYP2C9 und CYP3A4 verstoffwechselt werden; deren Wirkung und Nebenwirkungen können dann stärker oder länger anhalten. Die Packungsbeilage nennt deshalb eine lange Liste von Arzneimitteln, die nicht oder nur mit Vorsicht gleichzeitig angewendet werden dürfen [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage des Mundgels eine Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Eine allergische Hautreaktion mit runden oder ovalen roten Flecken (fixes Arzneiexanthem) nennt die Packungsbeilage ohne Häufigkeit unter den Warnzeichen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufige Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen, ein unangenehmes Gefühl im Mund, das Wiederhochkommen von Nahrungsbrei und ein abweichender Geschmack des Präparats [1]. Mehr dazu auf den Seiten Mundtrockenheit durch Medikamente und Geschmacksstörungen.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmMundtrockenheit[1]Mehr dazu: Mundtrockenheit
  • Magen und DarmÜbelkeit und Erbrechen[1]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechen
  • Magen und DarmUnangenehmes Gefühl im Mund[1]
  • Magen und DarmWiederhochkommen von Nahrungsbrei[1]
  • Allgemeine BeschwerdenAbweichender Geschmack des Präparats[1]

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei Säuglingen und Kleinkindern kann das Gel den Hals verschließen; das Verschlucken des Gels in die Atemwege ist als sehr seltene Nebenwirkung aufgeführt. Tragen Sie das Gel deshalb nicht hinten im Mund auf und beobachten Sie das Kind nach der Anwendung [1]. Schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse sind sehr selten [1]. Mehr dazu unter Schwere Hautreaktionen.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Mitte siebzig mit weißem Haar reinigt am Waschbecken seine Zahnprothese mit einer weichen Bürste
Bild: KI-generiert

Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie ebenfalls mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Wurde zu viel Gel aufgetragen, kann es zu Erbrechen und Durchfall kommen [1].

Wenden Sie das Gel nach den Mahlzeiten an und behalten Sie es möglichst lange im Mund [1]. Brechen Sie die Behandlung nicht zu früh ab: Die Infektion kann noch bestehen und wieder ausbrechen, auch wenn die Beschwerden verschwunden sind [1]. Verschlechtern sich die Anzeichen oder gehen sie nicht innerhalb der ersten 5 Tage zurück, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder anwenden [1]. Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ, etwa Warfarin, dürfen Sie nicht gleichzeitig mit dem Mundgel anwenden: Miconazol kann ihren Abbau hemmen, sodass ihre Wirkung einschließlich der Nebenwirkungen stärker oder länger anhalten kann [1]. Zu den Cumarin-Derivaten mit Vitamin-K-Antagonismus gehört laut Embryotox auch Phenprocoumon; als Produktnamen nennt Embryotox dafür unter anderem Marcumar und Falithrom [4]. Einen Überblick gibt die Seite Blutverdünner.

Ebenfalls nicht gleichzeitig anwenden dürfen Sie unter anderem Cholesterinsenker wie Simvastatin oder Lovastatin, die Schlafmittel Triazolam und Midazolam zum Einnehmen, Migränemittel mit Mutterkornalkaloiden und bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen [1]. Bei blutzuckersenkenden Sulfonylharnstoffen, bei Carbamazepin, Ciclosporin, Tacrolimus und weiteren Mitteln ist Vorsicht geboten; gegebenenfalls wird deren Dosis verringert und der Blutspiegel überwacht [1]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Miconazol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ (cumarinhaltige Antikoagulanzien), z. B. Warfarin; zu den Cumarin-Derivaten mit Vitamin-K-Antagonismus gehört laut Embryotox auch PhenprocoumonMiconazol kann den Abbau dieser Mittel in der Leber (über CYP2C9) hemmen; ihre Wirkung einschließlich der Nebenwirkungen kann dadurch stärker und/oder länger anhalten[1, 4]Nicht gleichzeitig anwenden
Bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (z. B. Bepridil, Dofetilid, Chinidin), gegen Allergien (z. B. Terfenadin, Astemizol, Mizolastin), Cisaprid (Verdauungstrakt), bestimmte Mittel gegen psychiatrische Störungen (z. B. Pimozid, Sertindol), Halofantrin (Malaria), Migränemittel mit Mutterkornalkaloiden, Cholesterinsenker wie Simvastatin oder Lovastatin, Triazolam und Midazolam zum EinnehmenMiconazol kann ihren Abbau über CYP3A4 hemmen; Wirkung und Nebenwirkungen können stärker und/oder länger anhalten[1]Nicht gleichzeitig anwenden
Blutzuckersenkende Mittel wie SulfonylharnstoffeWirkung und Nebenwirkungen können verstärkt oder verlängert werden[1]Mit Vorsicht anwenden; gegebenenfalls deren Dosis verringern und, wenn nötig, die Blutspiegel überwachen
Weitere Mittel, deren Wirkung oder Nebenwirkungen verstärkt oder verlängert werden können: Saquinavir (HIV), Vinca-Alkaloide, Busulfan, Docetaxel (Krebs), Dihydropyridine und Verapamil (Bluthochdruck), Alfentanil (Narkose), Alprazolam, Brotizolam, Buspiron, Midazolam in die Vene, Carbamazepin, Phenytoin (Epilepsie), Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus (Immunabwehr), Cilostazol, Disopyramid, Ebastin, Methylprednisolon, Reboxetin, Rifabutin, Sildenafil, Tobramycin, TrimetrexatWirkung und Nebenwirkungen können verstärkt oder verlängert werden[1]Mit Vorsicht anwenden; gegebenenfalls deren Dosis verringern und, wenn nötig, die Blutspiegel überwachen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Miconazol nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Tritt ein Mundsoor zum ersten Mal auf, hatten Sie oder Ihr Kind in den vergangenen 12 Monaten mehrmals solche Pilzinfektionen oder nehmen Sie weitere Arzneimittel ein, besprechen Sie die Behandlung mit einer Ärztin oder einem Arzt [1]. Bei Leberfunktionsstörungen darf das Mundgel nicht angewendet werden [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Miconazol, verwandte pilzabtötende Arzneimittel oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Leberfunktionsstörungen[1]
  • Säuglinge unter 4 Monaten und Kinder, bei denen der Schluckreflex noch nicht vollständig ausgebildet ist[1]
  • Gleichzeitige Einnahme gerinnungshemmender Arzneimittel vom Cumarin-Typ (cumarinhaltige Antikoagulanzien), die über das Enzym CYP2C9 abgebaut werden, Mittel zur Behandlung oder Vorbeugung von Thrombose, Embolie und Herzinfarkt[1]
  • Gleichzeitige Einnahme bestimmter Arzneimittel, die über das Enzym CYP3A4 abgebaut werden (siehe Wechselwirkungen), zum Beispiel Simvastatin, Lovastatin, Pimozid, Cisaprid oder Triazolam und Midazolam zum Einnehmen[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Erstmaliges Auftreten der Erkrankung, mehrere solche Pilzinfektionen in den vergangenen 12 Monaten oder Einnahme weiterer Arzneimittel: Behandlung mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen[1]
  • Säuglinge und Kleinkinder von 4 Monaten bis 2 Jahren: Das Gel darf nicht den Hals verschließen (Aspirationsgefahr). Es nicht hinten im Hals auftragen, jede Dosis in kleine Portionen teilen und mit einem sauberen Finger im Mund auftragen; das Kind nach der Anwendung beobachten. Die Reifung des Schluckens ist bei Säuglingen von 4 bis 6 Monaten unterschiedlich; bei Frühgeborenen oder Kindern mit verzögerter neuromuskulärer Entwicklung sollte die untere Altersgrenze auf 5 bis 6 Monate erhöht werden[1]
  • Wegen der Erstickungsgefahr das Gel zur Behandlung des Säuglings nicht auf die Brustwarzen einer stillenden Frau auftragen[1]
  • Kontakt mit den Augen vermeiden[1]
  • Sonstige Bestandteile: Polysorbat und Aromastoffe mit Limonen, Linalool, Citral, Citronellol, Geraniol und Benzylalkohol können allergische Reaktionen hervorrufen. Das Gel enthält eine geringe Menge Alkohol (Ethanol), die laut Packungsbeilage keine wahrnehmbaren Auswirkungen hat, auf geschädigter Haut aber ein brennendes Gefühl hervorrufen kann[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage soll das Mundgel in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht angewendet werden; ab dem 4. Monat und in der Stillzeit nur auf ausdrückliche Anweisung der Ärztin oder des Arztes [1]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité zählt Miconazol zu den Mitteln der Wahl bei Pilzinfektionen der Haut, in der Stillzeit auch der Brustwarze; zu den von Embryotox beschriebenen Studien gehören Studien aus Israel zur Anwendung in der Scheide [3]. Das Gel enthält eine geringe Menge Alkohol, die laut Packungsbeilage keine wahrnehmbaren Auswirkungen hat [1].

Schwangerschaft

In den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft soll das Mundgel nicht angewendet werden; ab dem 4. Monat sollte es nur auf ausdrückliche Anweisung der Ärztin oder des Arztes verwendet werden. Wird während der Anwendung eine Schwangerschaft festgestellt, benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]

Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als sehr hoch; die dort beschriebenen Studien, darunter Studien aus Israel zur Anwendung in der Scheide, fanden keine erhöhten Fehlbildungsrisiken, eine Studie auch kein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko. Laut Embryotox gehört Miconazol zu den Mitteln der Wahl bei Pilzinfektionen der Haut; bei Scheidenpilz in der Schwangerschaft ist Clotrimazol zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Ob Miconazol oder seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen, ist nicht bekannt; in der Stillzeit sollte das Mundgel nur auf ausdrückliche Anweisung der Ärztin oder des Arztes angewendet werden. Zur Behandlung des Säuglings das Gel nicht auf die Brustwarzen auftragen (Erstickungsgefahr).[1]

Laut Embryotox liegen keine veröffentlichten Fallberichte zur Stillzeit vor; umfangreiche klinische Erfahrungen, die geringe Aufnahme bei Einnahme und die gute Verträglichkeit bei Neugeborenen sprechen gegen ein Risiko für den gestillten Säugling. Bei Pilzinfektionen der Haut und der Brustwarze gehört Miconazol laut Embryotox zu den Mitteln der Wahl; wird es an der Brustwarze angewendet, sollte diese vor dem Stillen sorgfältig gereinigt werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Das Mundgel hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.[1]

Einnahme

Viermal täglich nach den Mahlzeiten anwenden. Das Gel nicht sofort schlucken, sondern so lange wie möglich im Mund behalten, damit es möglichst lange auf die erkrankte Schleimhaut einwirkt. Zahnprothesen zur Nacht herausnehmen und ebenfalls mit dem Gel abbürsten; eine Zahnspange bei der täglichen Zahnpflege mit dem Gel bürsten. Nach dem Öffnen ist die Tube 8 Wochen haltbar.[1]

Anwendung vergessen: nicht die doppelte Menge anwenden, sondern die Behandlung wie vorgeschrieben fortsetzen.[1]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Falls von der Ärztin oder vom Arzt nicht anders verordnet: Säuglinge ab 4 Monaten und Kinder bis 24 Monate je Anwendung ¼ Messlöffel (1,25 ml Gel mit 30 mg Miconazol), viermal täglich, zusammen 5,0 ml Gel (120 mg Miconazol) am Tag. Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene je Anwendung ½ Messlöffel (2,5 ml Gel mit 60 mg Miconazol), viermal täglich, zusammen 10,0 ml Gel (240 mg Miconazol) am Tag; Tageshöchstdosis 20 mg je kg Körpergewicht.[1]

Die Behandlung mindestens eine Woche über das Verschwinden der Beschwerden hinaus fortsetzen. Verschlechtern sich die Anzeichen oder gehen sie nicht innerhalb der ersten 5 Tage zurück, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf.[1]

Absetzen

Die Behandlung bis zum Ende durchführen, auch wenn die Beschwerden schon verschwunden sind: Die Infektion kann noch bestehen und wieder ausbrechen, wenn das Mittel zu früh abgesetzt wird.[1]

Überdosierung

Wurde zu viel Mundgel aufgetragen, kann es zu Erbrechen und Durchfall kommen.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage des Mundgels nennt die übliche Dosis für Säuglinge ab 4 Monaten und Kinder bis 24 Monate sowie für Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene, jeweils viermal täglich nach den Mahlzeiten, und die Dauer der Anwendung [1]. Hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Dosis verordnet, gilt diese [1].

Anwendung und Absetzen

Wenden Sie das Gel viermal täglich nach den Mahlzeiten an. Schlucken Sie es nicht sofort, sondern behalten Sie es so lange wie möglich im Mund [1]. Bei Säuglingen und Kleinkindern teilen Sie jede Dosis in kleine Portionen und tragen sie mit einem sauberen Finger auf die betroffenen Stellen auf, nicht hinten im Mund [1]. Zahnprothesen nehmen Sie zur Nacht heraus und bürsten sie ebenfalls mit dem Gel ab; eine Zahnspange bürsten Sie bei der täglichen Zahnpflege mit dem Gel [1]. Vermeiden Sie den Kontakt mit den Augen [1].

Setzen Sie die Behandlung mindestens eine Woche über das Verschwinden der Beschwerden hinaus fort [1]. Haben Sie eine Anwendung vergessen, wenden Sie nicht die doppelte Menge an, sondern machen wie vorgeschrieben weiter. Nach dem Öffnen ist die Tube 8 Wochen haltbar [1].

Präparate mit Miconazol

Mykoderm Mund-Gel enthält 20 mg Miconazol je Gramm Gel; auf dieser Packungsbeilage beruht die Seite [1]. Andere Mundgele mit Miconazol haben eine eigene Packungsbeilage, die in Einzelheiten abweichen kann. Embryotox nennt als Produktnamen unter anderem Daktar [3].

Präparate mit Miconazol
PräparatAnbieterHinweis
Mykoderm Mund-GelEngelhard Arzneimittel GmbH & Co. KGGel zur Anwendung in der Mundhöhle mit 20 mg Miconazol je Gramm; rezeptfrei; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mykoderm Mund-Gel, Gel zur Anwendung in der Mundhöhle. Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG. Stand 12/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Miconazol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Miconazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. Embryotox Embryotox: Phenprocoumon (Einordnung als Cumarin-Derivat). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Miconazol-Mundgel angewendet?

Miconazol-Mundgel wird zur Behandlung von Hefepilzinfektionen der Mundschleimhaut angewendet, dem Mundsoor. Die Packungsbeilage nennt Dosen für Säuglinge ab 4 Monaten, Kinder und Erwachsene. Säuglinge unter 4 Monaten und Kinder, deren Schluckreflex noch nicht vollständig ausgebildet ist, dürfen es nicht bekommen.

Ist Miconazol-Mundgel rezeptfrei?

Ja. Laut Arzneimittelverschreibungsverordnung ist Miconazol zur Anwendung in der Mundhöhle und auf der Haut von der Verschreibungspflicht ausgenommen; für Präparate zur Anwendung in der Scheide gilt das nur bis 1.043 mg Miconazol je Packung und für höchstens 3 Tage. Tritt ein Mundsoor zum ersten Mal auf, sind in den vergangenen 12 Monaten mehrmals solche Pilzinfektionen aufgetreten oder nehmen Sie weitere Arzneimittel ein, besprechen Sie die Behandlung mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Darf ich Miconazol-Mundgel anwenden, wenn ich Blutverdünner nehme?

Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ wie Warfarin dürfen nicht gleichzeitig mit dem Mundgel angewendet werden: Miconazol kann ihren Abbau hemmen, sodass ihre Wirkung einschließlich der Nebenwirkungen stärker oder länger anhalten kann. Laut Embryotox gehört auch Phenprocoumon zu den Cumarin-Derivaten. Sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Wie wende ich das Mundgel bei Säuglingen und Kleinkindern an?

Laut Packungsbeilage teilen Sie jede Dosis in kleine Portionen und tragen sie mit einem sauberen Finger im Mund auf, nicht hinten im Hals, damit das Gel den Hals nicht verschließt. Beobachten Sie das Kind nach der Anwendung, und tragen Sie das Gel zur Behandlung des Säuglings nicht auf die Brustwarzen auf. Bei Frühgeborenen oder Kindern mit verzögerter neuromuskulärer Entwicklung sollte die untere Altersgrenze auf 5 bis 6 Monate erhöht werden.

Wie oft und wie lange wende ich Miconazol-Mundgel an?

Laut Packungsbeilage von Mykoderm Mund-Gel viermal täglich nach den Mahlzeiten: Säuglinge ab 4 Monaten und Kinder bis 24 Monate je ¼ Messlöffel, Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene je ½ Messlöffel. Die Behandlung wird mindestens eine Woche über das Verschwinden der Beschwerden hinaus fortgesetzt. Verschlechtert sich der Mundsoor oder geht er nicht innerhalb der ersten 5 Tage zurück, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Welche Nebenwirkungen hat Miconazol-Mundgel?

Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, treten Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen, ein unangenehmes Gefühl im Mund, das Wiederhochkommen von Nahrungsbrei und ein abweichender Geschmack des Präparats auf; Geschmacksstörungen sind gelegentlich. Sehr selten kommt es unter anderem zu schweren allergischen Reaktionen, schweren Hautreaktionen oder einer Leberentzündung.

Darf ich Miconazol-Mundgel in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?

Laut Packungsbeilage soll das Mundgel in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht angewendet werden; ab dem 4. Monat und in der Stillzeit nur auf ausdrückliche Anweisung der Ärztin oder des Arztes. Embryotox zählt Miconazol zu den Mitteln der Wahl bei Pilzinfektionen der Haut; zu den dort beschriebenen Studien gehören Studien aus Israel zur Anwendung in der Scheide.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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