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Torasemid: Nebenwirkungen und Wirkung
Torasemid ist ein verschreibungspflichtiges harntreibendes Mittel (Schleifendiuretikum) gegen Wasseransammlungen bei Herzschwäche. Es gibt auch Tabletten in niedriger Stärke, die gegen Bluthochdruck zugelassen sind. Häufig verändert es den Salz- und Wasserhaushalt, etwa mit Kalium- oder Natriummangel. Ebenfalls häufig sind Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden und Muskelkrämpfe. Bei einer Überdosierung benachrichtigen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Verstärkung einer Störung des Säure-Basen-Haushalts (metabolische Alkalose)[1, 2]
- Häufig: Kaliummangel (Hypokaliämie) bei kaliumarmer Ernährung, Erbrechen, Durchfall, nach übermäßigem Gebrauch von Abführmitteln oder bei chronischer Leberfunktionsstörung[1, 2]
- Häufig: Störungen des Salz- und Wasserhaushalts, abhängig von Dosis und Behandlungsdauer, etwa Flüssigkeitsmangel im Blut (Hypovolämie), Kalium- und/oder Natriummangel[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel[1, 2]
- Häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Appetitmangel, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, vor allem zu Behandlungsbeginn[1, 2]
- Häufig: Erhöhung bestimmter Leberenzyme (Gamma-Glutamyltransferase) im Blut[1, 2]
- Häufig: Muskelkrämpfe, vor allem zu Behandlungsbeginn[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit, Schwäche, vor allem zu Behandlungsbeginn[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Werte von Harnsäure und Blutzucker sowie der Blutfette (Triglyceride, Cholesterin)[1, 2]
Wofür wird Torasemid eingesetzt?
Torasemid ist ein verschreibungspflichtiges harntreibendes und blutdrucksenkendes Mittel aus der Gruppe der Schleifendiuretika, einer Untergruppe der Diuretika [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird es angewendet, um Wasseransammlungen im Gewebe (kardiale Ödeme) und in Körperhöhlen (Ergüsse) zu behandeln, die durch eine Herzschwäche entstehen, und um ihrem Wiederauftreten vorzubeugen [1].
Außerdem gibt es Tabletten in niedriger Stärke gegen Bluthochdruck: Laut ihrer Fachinformation sind Torasemid STADA 2,5 mg Tabletten bei Erwachsenen zur Behandlung des Bluthochdrucks ohne erkennbare organische Ursache (essenzielle Hypertonie) zugelassen [3]. Ob ein Präparat für Bluthochdruck oder für Wasseransammlungen zugelassen ist, steht in seiner Packungsbeilage. Diese Seite stützt sich auf Packungsbeilage und Fachinformation von Torasemid-ratiopharm 20 mg Tabletten, die nur gegen Wasseransammlungen bei Herzschwäche zugelassen sind; die Angaben zum Bluthochdruck stammen aus der Fachinformation von Torasemid STADA 2,5 mg/20 mg Tabletten [1, 2, 3].
Wie wirkt Torasemid?
Torasemid wirkt in der Niere, im aufsteigenden Teil der sogenannten Henle-Schleife. Dort hemmt es die Rückaufnahme von Natrium und Chlorid aus dem Harn. Der Körper scheidet dadurch mehr Salz und Wasser aus, und Wasseransammlungen werden ausgeschwemmt [2]. Bei Herzschwäche verbessert Torasemid laut Fachinformation die Beschwerden und erleichtert dem Herzmuskel die Arbeit [2]. Die Harnausscheidung lässt sich laut Fachinformation auch dann noch steigern, wenn andere harntreibende Mittel nicht mehr ausreichend wirken, etwa bei eingeschränkter Nierenfunktion [2].
Nach der Einnahme setzt die harntreibende Wirkung schnell ein, ist nach 2 bis 3 Stunden am stärksten und hält bis zu 12 Stunden an. Die blutdrucksenkende Wirkung beginnt dagegen langsam in der ersten Behandlungswoche und erreicht ihr größtes Ausmaß spätestens nach etwa 12 Wochen [2]. Die Halbwertszeit beträgt bei Gesunden 3 bis 4 Stunden; bei eingeschränkter Nierenfunktion bleibt die Wirkdauer laut Fachinformation unverändert [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben; die Packungsbeilage nennt dabei Wirkungen, die von Torasemid oder anderen Schleifendiuretika bekannt sind. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Viele Nebenwirkungen betreffen den Salz- und Wasserhaushalt: Abhängig von Dosis und Behandlungsdauer kommt es häufig zu Flüssigkeitsmangel im Blut, zu einem Kaliummangel oder einem Natriummangel [1, 2]. Ebenfalls häufig steigen Harnsäure, Blutzucker und Blutfette im Blut [1, 2]; mehr zur Harnsäure unter Erhöhte Harnsäure und Gicht. Häufig sind auch Kopfschmerzen und Schwindel [1, 2]. Magen-Darm-Beschwerden, Muskelkrämpfe, Müdigkeit und Schwäche sind häufig und treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf [1, 2].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungVerstärkung einer Störung des Säure-Basen-Haushalts (metabolische Alkalose)[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungKaliummangel (Hypokaliämie) bei kaliumarmer Ernährung, Erbrechen, Durchfall, nach übermäßigem Gebrauch von Abführmitteln oder bei chronischer Leberfunktionsstörung[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
- Stoffwechsel und ErnährungStörungen des Salz- und Wasserhaushalts, abhängig von Dosis und Behandlungsdauer, etwa Flüssigkeitsmangel im Blut (Hypovolämie), Kalium- und/oder Natriummangel[1, 2]Mehr dazu: Veränderter KaliumspiegelNatriummangel
- NervensystemKopfschmerzen, Schwindel[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindel
- Magen und DarmMagen-Darm-Beschwerden wie Appetitmangel, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, vor allem zu Behandlungsbeginn[1, 2]Mehr dazu: AppetitlosigkeitBauchschmerzenÜbelkeitErbrechenDurchfallVerstopfung
- Leber und GalleErhöhung bestimmter Leberenzyme (Gamma-Glutamyltransferase) im Blut[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe, vor allem zu Behandlungsbeginn[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit, Schwäche, vor allem zu Behandlungsbeginn[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Werte von Harnsäure und Blutzucker sowie der Blutfette (Triglyceride, Cholesterin)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und GichtErhöhter BlutzuckerErhöhte Blutfette
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- NervensystemTaubheits- und Kältegefühl in Armen und Beinen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
- Nieren und HarnwegeErhöhung von Harnstoff und Kreatinin im Blut[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Nieren und HarnwegeHarnverhaltung bei bestehenden Harnflussbehinderungen (z. B. vergrößerte Prostata); laut Fachinformation auch Überdehnung der Blase[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerminderung der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- HautAllergische Reaktionen wie Juckreiz, Hautausschläge und Lichtempfindlichkeit[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenJuckreizHautausschlagLichtempfindlichkeit der Haut
- HautSchwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
- AugenSehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus), Hörverlust[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- HerzDurch eine Bluteindickung niedriger Blutdruck und Durchblutungsstörungen, auch des Herzmuskels; mögliche Folgen sind Herzrhythmusstörungen, Engegefühl in der Brust (Angina pectoris), ein akuter Herzinfarkt oder ein plötzlicher Bewusstseinsverlust (Synkope)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckHerzrhythmusstörungen
- Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel (thromboembolische Komplikationen) durch Bluteindickung[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
- Magen und DarmBauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- NervensystemMinderdurchblutung des Gehirns, Verwirrtheitszustände[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die Packungsbeilage von Torasemid-ratiopharm enthält keine eigene Liste von Nebenwirkungen, bei denen Sie die Einnahme sofort beenden sollen [1]. Sie weist aber darauf hin, dass Veränderungen der Blutsalze Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium bei Menschen mit Herzrhythmusstörungen ein möglicherweise lebensbedrohliches Risiko auslösen können; die Blutsalze, insbesondere Kalium und Calcium, sollten regelmäßig kontrolliert werden [1, 2]. Sehr selten können durch eine Bluteindickung ein niedriger Blutdruck, Durchblutungsstörungen des Herzens, die zum Beispiel zu einem Herzinfarkt führen können, oder Blutgerinnsel auftreten [1, 2]. Notrufnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Kalium und andere Blutwerte: Laut Fachinformation werden bei längerer Behandlung die Blutsalze, vor allem Kalium, sowie Blutzucker, Harnsäure, Kreatinin, Blutfette und das Blutbild regelmäßig kontrolliert. Besonders zu Beginn der Behandlung und bei älteren Menschen wird auf Zeichen von Salzverlust und Bluteindickung geachtet [2]. Ein Kaliummangel tritt häufig bei kaliumarmer Ernährung, Erbrechen, Durchfall, übermäßigem Gebrauch von Abführmitteln oder chronischer Leberfunktionsstörung auf; Abführmittel und Kortison können den Kaliumverlust verstärken [1].
Magen-Darm-Beschwerden, Muskelkrämpfe, Müdigkeit: Sie sind häufig und treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf [1, 2]. Die Packungsbeilage nennt dafür keine eigenen Maßnahmen; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn die Beschwerden anhalten. Mehr unter Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe.
Wasserlassen: Torasemid soll morgens eingenommen werden [1]. Haben Sie eine Behinderung des Harnflusses, etwa durch eine vergrößerte Prostata, kann es zu einer Harnverhaltung kommen; solche Störungen werden vor Behandlungsbeginn behoben [1, 2]. Mehr unter Blasenprobleme durch Medikamente.
Schwindel und Reaktionsvermögen: Schwindel ist häufig [1, 2]. Torasemid kann das Reaktionsvermögen auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch so verändern, dass Autofahren oder Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt sind; das gilt verstärkt bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol [1, 2].
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Torasemid verstärkt die Wirkung anderer Blutdrucksenker, insbesondere von ACE-Hemmern: Werden sie zusätzlich oder direkt im Anschluss gegeben, kann der Blutdruck übermäßig abfallen [1, 2]. Ein Kaliummangel durch Torasemid kann die Nebenwirkungen von Herzglykosiden (Digitalis) verstärken, und die Wirkung von Mitteln gegen Diabetes kann nachlassen [1, 2].
Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Indometacin oder Acetylsalicylsäure und das Gichtmittel Probenecid können die harntreibende und blutdrucksenkende Wirkung abschwächen [1, 2]. Zusammen mit Lithium können der Lithiumspiegel und die schädlichen Wirkungen von Lithium auf Herz und Nieren steigen [1, 2]. Torasemid wird über die Leberenzyme CYP2C8 und CYP2C9 abgebaut; für Cumarin-Blutverdünner ist eine Wechselwirkung nachgewiesen [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| ACE-Hemmer und andere Blutdrucksenker | Verstärkte Blutdrucksenkung; ACE-Hemmer zusätzlich oder direkt nach Torasemid können einen übermäßigen Blutdruckabfall auslösen, das Risiko eines Nierenversagens durch ACE-Hemmer kann steigen[1, 2] | Ärztlich besprechen |
| Herzglykoside (Digitalis) | Durch Torasemid verursachter Kaliummangel kann deren Nebenwirkungen verstärken[1, 2] | Kalium kontrollieren lassen |
| Mittel gegen Diabetes | Wirkung kann nachlassen[1, 2] | Blutzucker kontrollieren lassen |
| Probenecid (Gichtmittel) und Entzündungshemmer wie Indometacin oder Acetylsalicylsäure | Harntreibende und blutdrucksenkende Wirkung von Torasemid kann nachlassen; Diuretika können das Risiko eines Nierenversagens durch solche Entzündungshemmer erhöhen[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Hoch dosierte Salicylate (Schmerz- und Rheumamittel) | Deren Wirkung auf das zentrale Nervensystem kann verstärkt werden; erhöhtes Risiko wiederkehrender Gichtanfälle[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Aminoglykosid-Antibiotika (z. B. Kanamycin, Gentamicin, Tobramycin), Cisplatin, Cephalosporine | Gehör- und nierenschädigende Wirkungen können sich verstärken, vor allem bei hoch dosierter Behandlung[1, 2] | Aminoglykoside und Cephalosporine nicht gleichzeitig; ärztlich besprechen |
| Theophyllin (Asthmamittel), curareartige Muskelrelaxanzien | Wirkung kann verstärkt oder abgeschwächt werden[1, 2] | Theophyllinspiegel überwachen lassen |
| Abführmittel, Kortison und andere Nebennierenrindenhormone | Kaliumverlust kann sich verstärken[1, 2] | Kalium kontrollieren lassen |
| Lithium | Lithiumspiegel sowie herz- und nierenschädigende Wirkungen von Lithium können steigen[1, 2] | Ärztlich überwachen lassen |
| Adrenalin, Noradrenalin | Gefäße sprechen schwächer auf diese Mittel an[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Colestyramin (Blutfettsenker) | Torasemid wird schlechter aufgenommen und wirkt schwächer[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Cumarin-Blutverdünner und andere Mittel, die über die Leberenzyme CYP2C8 und CYP2C9 abgebaut werden | Blutspiegel dieser Mittel können sich verändern; für Cumarinderivate ist die Wechselwirkung nachgewiesen[1] | Genau überwachen lassen, besonders bei Mitteln mit geringer therapeutischer Breite |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Torasemid nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Torasemid darf unter anderem bei Nierenversagen ohne Harnproduktion, bei krankhaft niedrigem Blutdruck, bei Kalium- oder Natriummangel, bei Gicht und in der Stillzeit nicht eingenommen werden [1, 2]. Auch eine Allergie gegen die strukturverwandten Sulfonylharnstoffe schließt die Einnahme aus [1, 2]. Bei Leberzirrhose mit Bauchwassersucht ist besondere Vorsicht nötig; bei Kindern unter 12 Jahren sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Torasemid, strukturverwandte Stoffe (Sulfonylharnstoffe) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Nierenversagen mit fehlender Harnproduktion (Anurie)[1, 2]
- Schwere Leberfunktionsstörung mit Bewusstseinstrübung (Coma hepaticum), bis sich der Zustand gebessert hat[1, 2]
- Krankhaft erniedrigter Blutdruck (Hypotonie) oder Blutvolumenmangel (Hypovolämie)[1, 2]
- Natrium- oder Kaliummangel (Hyponatriämie, Hypokaliämie)[1, 2]
- Erhebliche Störungen des Harnflusses, etwa durch eine vergrößerte Prostata[1, 2]
- Stillzeit[1, 2]
- Gicht[1, 2]
- Höhergradige Erregungsbildungs- und Leitungsstörungen des Herzens (z. B. SA-Block, AV-Block II. oder III. Grades)[1, 2]
- Gleichzeitige Behandlung mit bestimmten Antibiotika (Aminoglykoside, Cephalosporine)[1, 2]
- Nierenfunktionsstörungen durch nierenschädigende Substanzen[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Krankhafte Veränderungen des Säure-Basen-Haushalts oder des Blutbilds (z. B. Thrombozytopenie oder Anämie ohne Nierenfunktionsstörung): sollte wegen fehlender Behandlungserfahrungen nicht angewendet werden[1, 2]
- Störungen des Harnflusses müssen vor Behandlungsbeginn behoben werden[1, 2]
- Herzrhythmusstörungen: Veränderungen von Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium können ein möglicherweise lebensbedrohliches Risiko auslösen; die Blutsalze, insbesondere Kalium und Calcium, sollten regelmäßig kontrolliert werden[1, 2]
- Leberzirrhose mit Bauchwassersucht (Aszites): besondere Vorsicht; hepatische Enzephalopathie in der Vorgeschichte: extreme Vorsicht[1]
- Längere Behandlung: regelmäßige Kontrolle von Blutsalzen (vor allem Kalium), Blutzucker, Harnsäure, Kreatinin, Blutfetten und Blutbild; bei latentem oder manifestem Diabetes mellitus sorgfältige Kontrolle des Zuckerstoffwechsels[2]
- Ältere Menschen und Behandlungsbeginn: auf Zeichen von Salzverlust und Bluteindickung achten[2]
- Kinder unter 12 Jahren: Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen[1, 2]
- Dopingkontrollen: Torasemid kann zu positiven Ergebnissen führen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
In der Schwangerschaft darf Torasemid nur gegeben werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für unbedingt erforderlich hält, und dann in der niedrigsten wirksamen Dosis; in der Stillzeit darf es nicht gegeben werden [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation sagen [1, 2].
Schwangerschaft
Es gibt keine ausreichenden Erfahrungen zur Wirkung auf das ungeborene Kind. Solange keine weiteren Daten vorliegen, darf Torasemid in der Schwangerschaft nur gegeben werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für unbedingt erforderlich hält, und nur in der niedrigsten wirksamen Dosis. Laut Fachinformation sind Diuretika für die routinemäßige Behandlung von Bluthochdruck und Ödemen in der Schwangerschaft nicht geeignet, weil sie die Durchblutung des Mutterkuchens und das Wachstum des Kindes beeinträchtigen können.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Torasemid darf in der Stillzeit nicht gegeben werden: Ein Risiko für das Kind kann nicht ausgeschlossen werden, und Schleifendiuretika können die Milchbildung verringern. Ist eine Behandlung nötig, muss abgestillt werden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Zusammen mit Alkohol kann das Reaktionsvermögen stärker beeinträchtigt sein, etwa im Straßenverkehr.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Torasemid kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass Autofahren, das Bedienen von Maschinen oder Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt sind, verstärkt zu Behandlungsbeginn, bei Dosiserhöhung, Präparatewechsel, Beginn einer zusätzlichen Behandlung und zusammen mit Alkohol.[1, 2]
Einnahme
Morgens mit etwas Flüssigkeit einnehmen, unabhängig von oder zu den Mahlzeiten. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Die Dauer der Anwendung bestimmt die Ärztin oder der Arzt.[1]
Einnahme vergessen oder zu wenig genommen: Die Wirkung lässt nach, die Beschwerden können sich verschlechtern (z. B. Gewichtszunahme, mehr Wassereinlagerungen). Holen Sie die Einnahme so bald wie möglich nach, aber nicht mehr, wenn bald der nächste Einnahmezeitpunkt erreicht ist; dann nicht zusätzlich mehr Tabletten nehmen.[1]
Absetzen
Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme auf keinen Fall ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Die Beschwerden verschlechtern sich dann voraussichtlich.[1]
Überdosierung
Zu große Mengen können zu einer übersteigerten, möglicherweise gefährlichen Ausscheidung von Salz und Wasser führen, eventuell mit Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Blutdruckabfall, Kreislaufkollaps und Magen-Darm-Beschwerden. Benachrichtigen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt. Ein spezielles Gegenmittel ist laut Fachinformation nicht bekannt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage beschreibt für Wasseransammlungen bei Herzschwäche eine Anfangsdosis, die zugleich üblicherweise die Erhaltungsdosis ist, und wie die Dosis bei unzureichender Wirkung gesteigert werden kann [1]. Die Angaben zum Bluthochdruck stammen aus der Fachinformation von Torasemid STADA 2,5 mg/20 mg Tabletten und gelten für deren 2,5-mg-Tabletten [3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten morgens mit etwas Flüssigkeit ein, unabhängig von den Mahlzeiten oder dazu; sie lassen sich in gleiche Dosen teilen [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen oder zu wenig genommen, lässt die Wirkung nach; das kann sich etwa in einer Gewichtszunahme oder mehr Wasser im Gewebe zeigen. Holen Sie die Einnahme so bald wie möglich nach, aber nicht mehr, wenn bald der nächste Einnahmezeitpunkt erreicht ist; nehmen Sie dann nicht zusätzlich mehr Tabletten [1].
Auch eine Unterbrechung oder ein vorzeitiges Ende der Behandlung verschlechtert die Beschwerden voraussichtlich. Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme deshalb auf keinen Fall ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente absetzen. Torasemid kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen [1].
Präparate mit Torasemid
Torasemid gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten in Stärken von niedrig dosierten Blutdruck-Tabletten bis zu hoch dosierten Tabletten mit eigenen Anwendungsgebieten, außerdem als Injektions- und Infusionslösung. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Torasemid-ratiopharm 20 mg Tabletten [1, 2]. Für andere Stärken gelten zum Teil andere Anwendungsgebiete und eigene Packungsbeilagen.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Torasemid-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 20 mg (Grundlage dieser Seite) und 200 mg mit eigener Packungsbeilage |
| Torasemid HEXAL | HEXAL AG | verschreibungspflichtig; Tabletten von 2,5 bis 200 mg |
| Torasemid-1A Pharma | 1A Pharma GmbH | verschreibungspflichtig |
| Torasemid STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; 2,5 mg gegen Bluthochdruck, 5 bis 20 mg gegen Wasseransammlungen bei Herzschwäche, 200 mg nur bei stark verminderter Nierenfunktion |
| Torem | Berlin-Chemie AG | verschreibungspflichtig; Tabletten sowie Injektions- und Infusionslösung |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Torasemid-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2022. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Torasemid-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2022. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Torasemid STADA 2,5 mg / 20 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Wofür nimmt man Torasemid?
Torasemid ist ein harntreibendes Mittel (Schleifendiuretikum). Es wird angewendet, um Wasseransammlungen im Gewebe und in Körperhöhlen bei Herzschwäche zu behandeln und ihrem Wiederauftreten vorzubeugen. Außerdem gibt es Tabletten in niedriger Stärke, die gegen Bluthochdruck zugelassen sind. Welches Anwendungsgebiet für Ihr Präparat gilt, steht in seiner Packungsbeilage.
Wann sollte man Torasemid einnehmen?
Laut Packungsbeilage morgens mit etwas Flüssigkeit, unabhängig von den Mahlzeiten oder dazu. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Senkt Torasemid den Blutdruck?
Ja, Torasemid wirkt auch blutdrucksenkend. Die Wirkung setzt langsam in der ersten Behandlungswoche ein. Sehr selten kann durch eine Bluteindickung ein zu niedriger Blutdruck auftreten. Bei krankhaft niedrigem Blutdruck dürfen Sie Torasemid nicht einnehmen.
Kann Torasemid Juckreiz verursachen?
Ja, allerdings sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten: Allergische Reaktionen mit Juckreiz, Hautausschlägen oder Lichtempfindlichkeit sind beschrieben, ebenso sehr selten schwere Hautreaktionen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie solche Beschwerden bemerken.
Warum wird unter Torasemid das Blut kontrolliert?
Torasemid kann den Salz- und Wasserhaushalt verändern; häufig sind zum Beispiel Kalium- oder Natriummangel sowie erhöhte Werte von Harnsäure, Blutzucker und Blutfetten. Laut Fachinformation werden bei längerer Behandlung Blutsalze, Blutzucker, Harnsäure, Kreatinin, Blutfette und Blutbild regelmäßig kontrolliert.
Darf ich Torasemid einfach absetzen?
Nein. Unterbrechen oder beenden Sie die Einnahme auf keinen Fall ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, weil sich die Beschwerden dann voraussichtlich verschlechtern.
Darf ich Torasemid bei Gicht nehmen?
Nein. Gicht ist eine Gegenanzeige. Torasemid erhöht häufig die Harnsäure im Blut; bei hoch dosierten Salicylaten ist außerdem das Risiko für wiederkehrende Gichtanfälle erhöht.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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