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Natriummangel (Hyponatriämie) durch Medikamente
Ein zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) ist bei vielen Medikamenten als Nebenwirkung beschrieben, zum Beispiel bei entwässernden Mitteln (Diuretika) wie Hydrochlorothiazid und Furosemid, bei den Antiepileptika Carbamazepin und Oxcarbazepin und bei Antidepressiva wie Citalopram, Sertralin, Venlafaxin und Duloxetin. Ältere Menschen können laut mehreren Fachinformationen stärker gefährdet sein. Einen Natriummangel zeigt die Blutuntersuchung; unter Oxcarbazepin bleibt er laut Fachinformation gewöhnlich ohne Beschwerden. Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder Krampfanfälle sind Warnzeichen, bei denen Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Manche Medikamente können den Natriumwert im Blut senken. Fachleute sprechen dann von einer Hyponatriämie [1]. Natrium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der zusammen mit Chlorid in Kochsalz vorkommt; seine richtige Verteilung ist unter anderem für die Funktion von Nerven und Muskeln entscheidend, und der Natriumspiegel hängt eng mit dem Wasser- und Salzhaushalt des Körpers zusammen [1]. Durch manche Medikamente scheiden die Nieren laut IQWiG zu viel Natrium mit dem Urin aus, insbesondere bei entwässernden Medikamenten (Diuretika) [1]. Bei anderen Mitteln, etwa dem Antidepressivum Venlafaxin, kann es laut Packungsbeilage zu einer übermäßigen Wassereinlagerung kommen, bekannt als SIADH [17].
Welche Medikamente einen Natriummangel auslösen können
Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe. Jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.
- Diuretika (entwässernde Mittel): Bei Hydrochlorothiazid führt die vermehrte Flüssigkeits- und Elektrolytausscheidung laut Packungsbeilage sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) zu Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion; dazu gehört insbesondere ein Mangel an Kalium und Natrium [9]. Bei Furosemid sind ein verminderter Natrium- und Chloridgehalt des Blutes laut Packungsbeilage häufig (bei bis zu 1 von 10 Behandelten), insbesondere bei eingeschränkter Zufuhr von Kochsalz [11]. Wie die Produktinformationen anderer Diuretika, etwa Chlortalidon, Xipamid oder Indapamid, das einstufen, zeigt die Tabelle unten. Mehr: Kaliumstörungen.
- Antiepileptika: Unter Einnahme von Carbamazepin kommt es laut Fachinformation bekanntermaßen zu einer Hyponatriämie; sie ist dort als häufig eingestuft [13]. Bei Oxcarbazepin ist ein zu niedriger Natriumspiegel laut Fachinformation ebenfalls häufig; Werte unter 125 mmol/l wurden bei bis zu 2,7 Prozent der Behandelten beobachtet, gewöhnlich ohne Beschwerden [15]. Die Fachinformation von Oxcarbazepin nennt außerdem Diuretika und Desmopressin als Arzneimittel, die die Natriumkonzentration senken [15].
- Antidepressiva: Ein Natriummangel kann laut Fachinformation von Sertralin infolge einer Behandlung mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI) auftreten; Fälle mit Natriumwerten unter 110 mmol/l wurden berichtet [5]. Bei Citalopram ist ein verminderter Natriumspiegel laut Packungsbeilage selten (bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten) und betrifft überwiegend ältere Frauen [3]. Auch bei Sertralin (dort "niedrige Blutsalze"), Venlafaxin und Duloxetin stufen die Packungsbeilagen einen niedrigen Natriumspiegel als selten ein [6, 8, 17].
Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation einen zu niedrigen Natriumwert nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Hydrochlorothiazid | Sehr häufig | Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion: insbesondere Mangel an Kalium und Natrium, außerdem Mangel an Magnesium und Chlorid und ein erhöhter Calciumgehalt im Blut |
| Nivolumab | Sehr häufig | Im Bluttest (laut Fachinformation sehr häufig): Anstieg der Leberwerte (AST, ALT, alkalische Phosphatase), des Kreatinins und der Enzyme Lipase und Amylase; zu niedrige oder zu hohe Werte von Kalium und Kalzium; zu… |
| Amitriptylin | Häufig | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) |
| Carbamazepin | Häufig | Wasseransammlung im Gewebe (Ödeme), verringerte Flüssigkeitsausscheidung, Gewichtszunahme, verminderter Natriumgehalt im Blut (Hyponatriämie) und verminderte Plasmaosmolalität, die selten zu einer Wasservergiftung mit… |
| Chlortalidon | Häufig | Erniedrigte Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie) |
| Furosemid | Häufig | Zu wenig Natrium und Chlorid im Blut (Hyponatriämie, Hypochlorämie), vor allem bei eingeschränkter Kochsalzzufuhr. Häufig beobachtete Zeichen eines Natriummangels sind Teilnahmslosigkeit, Wadenkrämpfe,… |
| Oxcarbazepin | Häufig | Zu niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie); laut Fachinformation meist ohne Beschwerden, sehr selten mit Anfällen, Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Sehstörungen, Erbrechen und Übelkeit · Niedriger… |
| Pembrolizumab | Häufig | Erniedrigte Natrium-, Kalium- oder Kalziumwerte im Blut |
| Tacrolimus | Häufig | Zu niedrige Werte von Magnesium, Phosphat, Kalium, Calcium oder Natrium im Blut, andere Veränderungen der Blutsalze, erhöhte Säurewerte des Blutes (metabolische Azidose) |
| Torasemid | Häufig | Störungen des Salz- und Wasserhaushalts, abhängig von Dosis und Behandlungsdauer, etwa Flüssigkeitsmangel im Blut (Hypovolämie), Kalium- und/oder Natriummangel |
| Valproinsäure | Häufig | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), etwa mit niedrigem Blutdruck, beschleunigtem Herzschlag, allgemeiner Müdigkeit und Muskelkrämpfen · Unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) mit… |
| Xipamid | Häufig | Senkung des Natriumspiegels im Blut (Hyponatriämie) |
| Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim) | Gelegentlich | Erniedrigter Kaliumgehalt im Blut (Hypokaliämie) oder erhöhter Kaliumgehalt (Hyperkaliämie) in Verbindung mit einem erniedrigten Natriumgehalt (Hyponatriämie) |
| Enalapril | Gelegentlich | Niedriger Natriumspiegel im Blut, hoher Harnstoffwert im Blut (beides wird in Labortests festgestellt) |
| Eplerenon | Gelegentlich | Niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung), erhöhte Triglyzeridwerte (Blutfette) |
| Quetiapin | Gelegentlich | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) |
| Sacubitril/Valsartan | Gelegentlich | Niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie), nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung |
| Amisulprid | Selten | Erniedrigter Natriumspiegel im Blut, erhöhte Spiegel des antidiuretischen Hormons (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, SIADH) |
| Celecoxib | Selten | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) |
| Citalopram | Selten | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), überwiegend bei älteren Frauen · Unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons, das den Wasserhaushalt steuert (SIADH), vorwiegend bei älteren Frauen |
| Duloxetin | Selten | Niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), hauptsächlich bei älteren Menschen; Anzeichen können Schwindel, Schwäche, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, starke Müdigkeit, sich krank fühlen oder krank sein, schwerere… |
| Esomeprazol | Selten | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie); das kann zu Schwäche, Übelkeit, Erbrechen und Muskelkrämpfen führen |
| Etoricoxib | Selten | Niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) |
| Fluoxetin | Selten | Niedrige Salzwerte im Blut (Hyponatriämie) |
| Levetiracetam | Selten | Zu niedrige Natriumkonzentration im Blut (Hyponatriämie) |
| Levofloxacin | Selten | Syndrom mit beeinträchtigter Wasserausscheidung und niedrigem Natriumspiegel im Blut (SIADH) |
| Lisinopril | Selten | Erhöhter Bilirubinwert im Blut, niedriger Natriumwert im Blut |
| Melatonin | Selten | Erhöhte Blutfette (Hypertriglyzeridämie), niedriger Kalziumspiegel und niedriger Natriumspiegel im Blut |
| Omeprazol | Selten | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), der zu Schwäche, Übelkeit (Erbrechen) und Krämpfen führen kann |
| Paroxetin | Selten | Niedriger Natriumgehalt im Blut (Hyponatriämie), zum Beispiel mit Müdigkeit, Schwäche oder Verwirrtheit und schmerzenden, steifen oder nicht mehr kontrollierbaren Muskeln; laut Fachinformation überwiegend bei älteren… |
| Ranolazin | Selten | Niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie), der zu Müdigkeit und Verwirrtheit, Muskelzucken, Krämpfen und Koma führen kann |
| Sertralin | Selten | Niedrige Natriumwerte im Blut (Hyponatriämie) |
| Venlafaxin | Selten | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) |
| Candesartan | Sehr selten | Erniedrigter Natriumwert im Blut; in schweren Fällen Schwäche, Energiemangel oder Muskelkrämpfe |
| Glimepirid | Sehr selten | Rückgang der Natriummenge im Blut (wird durch Blutuntersuchungen nachgewiesen) |
| Morphin | Sehr selten | Syndrom der unangemessenen Freisetzung eines Hormons, das die Wasserausscheidung steuert (SIADH); Leitsymptom laut Fachinformation ist ein zu niedriger Natriumwert im Blut |
| Moxifloxacin | Sehr selten | Syndrom mit beeinträchtigter Wasserausscheidung und niedrigem Natriumspiegel im Blut (SIADH) |
| Pipamperon | Sehr selten | Im Zusammenhang mit Antipsychotika: erniedrigter Natriumspiegel im Blut und unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) |
| Aripiprazol | Nicht bekannt | Erniedrigter Natriumspiegel im Blut |
| Bupropion | Nicht bekannt | Zu niedriger Natriumgehalt im Blut (Hyponatriämie) |
| Ciprofloxacin | Nicht bekannt | Beeinträchtigte Wasserausscheidung mit niedrigem Natriumspiegel (SIADH) |
| Escitalopram | Nicht bekannt | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), erkennbar an Unwohlsein mit Muskelschwäche oder Verwirrtheit · Vermehrte Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (ADH): Der Körper hält Wasser zurück, das Blut wird… |
| Gabapentin | Nicht bekannt | Niedriger Natriumspiegel im Blut |
| Haloperidol | Nicht bekannt | Hohe Konzentration des antidiuretischen Hormons (ADH) im Blut (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion) |
| Indapamid | Nicht bekannt | Niedrige Natriumwerte im Blut (Hyponatriämie), die zu einem Mangel an Körperwasser (Dehydratation) und niedrigem Blutdruck führen können |
| Lorazepam | Nicht bekannt | Unangemessen hohe Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) und zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) |
| Losartan | Nicht bekannt | Niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) |
| Macrogol | Nicht bekannt | Veränderungen im Flüssigkeits- oder Salzhaushalt (Elektrolytverschiebungen), vor allem erhöhte oder erniedrigte Kaliumwerte (Hyper- und Hypokaliämie) und erniedrigte Natriumwerte (Hyponatriämie) |
| Mirtazapin | Nicht bekannt | Niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie), der zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Krampfanfällen und Koma führen kann |
| Pantoprazol | Nicht bekannt | Zu niedrige Natrium-, Magnesium-, Kalzium- oder Kaliumwerte im Blut (Hyponatriämie, Hypomagnesiämie, Hypokalzämie, Hypokaliämie) |
| Ramipril | Nicht bekannt | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) |
| Tianeptin | Nicht bekannt | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) |
| Trazodon | Nicht bekannt | Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) |
| Valsartan | Nicht bekannt | Erniedrigte Natriumwerte im Blut, die Müdigkeit, Verwirrtheit, Muskelzucken und/oder in schweren Fällen Krämpfe hervorrufen können |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (54 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Natriummangel als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (1 Wirkstoff)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Lactulose | Störungen des Elektrolythaushalts (Salzhaushalts) durch Durchfall | Gelegentlich |
Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen. Andere auffällige Blutwerte behandelt die Seite Veränderte Laborwerte.
Woran Sie einen Natriummangel durch ein Medikament erkennen
Nachweis im Blut. Der Natriumwert wird laut IQWiG standardmäßig bei vielen Blutuntersuchungen bestimmt; als Orientierung für Erwachsene nennt das IQWiG 135 bis 145 Millimol pro Liter, wobei jedes Labor eigene Referenzbereiche angibt [1]. Von einem Laborwert allein lässt sich laut IQWiG meist nicht auf eine Krankheit schließen; auch gesunde Menschen haben manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs [1]. Niedrige Natriumwerte unter Oxcarbazepin waren laut Fachinformation gewöhnlich ohne Beschwerden [15].
Mögliche Beschwerden. Je nach Ausprägung kann sich eine Hyponatriämie laut IQWiG mit Beschwerden von Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zum Kreislaufversagen bemerkbar machen [1]. Laut gesund.bund.de kann man bei zu wenig Natrium im Blut auch sehr schläfrig werden, das Bewusstsein verlieren oder Krampfanfälle bekommen [2]. Die Fachinformation von Sertralin nennt als Beschwerden Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Verwirrtheit, Schwäche und Gleichgewichtsstörungen, die zu Stürzen führen können; schwerere oder akute Fälle können mit Halluzinationen, Ohnmacht, Krampfanfällen, Koma, Atemstillstand und Tod einhergehen [5]. Als häufig beobachtete Zeichen eines Natriummangels nennt die Packungsbeilage von Furosemid Teilnahmslosigkeit, Wadenkrämpfe, Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, Schläfrigkeit, Erbrechen und Verwirrtheitszustände [11]. Mehr dazu: Vergesslichkeit und Verwirrtheit und Krampfanfälle.
Wer stärker gefährdet ist. Bei älteren Menschen, die mit SSRI oder SNRI behandelt werden, kann laut Fachinformation von Sertralin ein höheres Risiko bestehen; auch Menschen, die Diuretika einnehmen oder aus anderen Gründen zu wenig Flüssigkeit im Blutkreislauf haben (Hypovolämie), können stärker gefährdet sein [5]. Bei Venlafaxin wurde ein Natriummangel laut Fachinformation meist bei Menschen mit Volumenmangel oder Austrocknung berichtet [7]. Für Carbamazepin und Oxcarbazepin nennen die Fachinformationen als Risikofaktoren Nierenerkrankungen mit niedrigem Natriumwert und die gleichzeitige Behandlung mit Mitteln, die die Natriumkonzentration senken; diese Risikofaktoren treten besonders bei älteren Menschen auf [13, 15]. Die kombinierte Gabe von Carbamazepin und einigen Diuretika (Hydrochlorothiazid, Furosemid) kann laut Fachinformation von Carbamazepin zu einer Hyponatriämie mit Beschwerden führen [13]. Packungsbeilage und Fachinformation von HCT-ratiopharm nennen dagegen für die gleichzeitige Gabe von Hydrochlorothiazid und Carbamazepin einen möglichen Anstieg des Natriumspiegels und empfehlen, ihn regelmäßig zu kontrollieren [9, 10]. Mehr dazu: Medikamente im Alter und Wechselwirkungen.
Kontrollen. Bei Risikopatientinnen und -patienten sollte die Natriumkonzentration laut den Fachinformationen von Carbamazepin und Oxcarbazepin vor der Behandlung bestimmt werden, danach nach etwa 2 Wochen und während der ersten 3 Monate monatlich oder je nach klinischer Notwendigkeit [13, 15]. Bei Hydrochlorothiazid sind laut Packungsbeilage regelmäßige Kontrollen der Blutsalze angezeigt, insbesondere von Kalium, Natrium, Kalzium und Magnesium; laut Fachinformation müssen sie während einer Langzeitbehandlung regelmäßig kontrolliert werden [9, 10]. Bei Furosemid sollen vor allem während einer Langzeitbehandlung unter anderem Kalium und Natrium regelmäßig kontrolliert werden [11].
Warum Medikamente einen Natriummangel auslösen können
Häufig steckt hinter einem erniedrigten Natriumwert laut IQWiG kein Mangel an Natrium, sondern zu viel Wasser im Körper; seltener verliert der Körper zu viel Natrium [1]. Natrium hilft dabei, den Wassergehalt im Körper zu regeln, und umgekehrt beeinflusst der Wassergehalt den Natriumgehalt im Blut [2]. Medikamente können auf beiden Wegen wirken:
- Mehr Natrium im Urin: Bei verschiedenen Erkrankungen und durch manche Medikamente scheiden die Nieren laut IQWiG zu viel Natrium mit dem Urin aus, insbesondere bei Diuretika [1]. Furosemid führt laut Packungsbeilage zu einer verstärkten Ausscheidung von Natrium und Chlorid und infolgedessen von Wasser [11].
- Zu viel Wasser im Körper: Bei SSRI wie Citalopram ist ein Natriummangel laut Fachinformation möglicherweise durch eine unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) verursacht und war nach dem Absetzen in der Regel umkehrbar [4]. Dieses Hormon wird im Gehirn ausgeschüttet und steuert laut Packungsbeilage den Wasserhaushalt des Körpers [3]. Auch bei Sertralin und Venlafaxin nennen die Fachinformationen das SIADH [5, 7].
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Wird zum Beispiel eine Behandlung mit Oxcarbazepin abgebrochen, sollte dies laut Packungsbeilage schrittweise und nach Anweisung der Ärztin oder des Arztes erfolgen [14]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen.
Werte abklären lassen. Erniedrigte Werte sollten laut IQWiG ärztlich abgeklärt werden; anhand anderer Blutwerte und einer Urinuntersuchung lässt sich die Ursache feststellen, und je nach Ursache können Medikamente gewechselt oder anders dosiert werden [1]. Ein leichter Natriummangel ist laut IQWiG oft kein großes Problem; bei einem stark erniedrigten Wert wird ärztliche Hilfe nötig [1]. Laut Fachinformation normalisierten sich die Natriumwerte unter Oxcarbazepin, wenn die Dosis verringert, das Mittel abgesetzt oder zum Beispiel die Trinkmenge eingeschränkt wurde; welche Maßnahme passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt [15].
Alle Mittel nennen. Laut Packungsbeilage von Sertralin informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auch, wenn Sie bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck einnehmen, weil diese die Natriumkonzentration im Blut ebenfalls verändern können [6]. Die Packungsbeilage von Duloxetin nennt ein Risiko für niedrige Natriumspiegel, etwa wenn Sie Diuretika einnehmen, besonders im höheren Alter [8]. Bei Oxcarbazepin sollen Sie vor der Einnahme Bescheid geben, wenn Sie Diuretika einnehmen oder Blutuntersuchungen einen niedrigen Natriumspiegel gezeigt haben [14]. Einen Überblick gibt der Medikationsplan.
Kontrolltermine wahrnehmen. Gehen Sie zu den vereinbarten Blutuntersuchungen; wie oft kontrolliert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Bei Furosemid ist laut Packungsbeilage eine besonders enge Überwachung erforderlich, wenn Sie stärker Flüssigkeit verlieren, etwa durch Erbrechen, Durchfall oder intensives Schwitzen [11]. Bei Hydrochlorothiazid ist es laut Packungsbeilage wichtig, unerwünschte Flüssigkeitsverluste, zum Beispiel bei Erbrechen, Durchfall oder starkem Schwitzen, auszugleichen [9]. Mehr: Vermehrtes Schwitzen und Durchfall.
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen, und Sie können sie außerdem direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [3]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Mehrere Packungsbeilagen nennen Zeichen eines Natriummangels, bei denen Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen. Bei Carbamazepin sollen Sie bei Schlappheit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder deutlicher Verschlechterung der Krampfanfälle sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen [12]. Unter Oxcarbazepin informieren Sie bei Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder wesentlicher Verschlechterung der Krämpfe sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder gehen zur Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses; die Ärztin oder der Arzt entscheidet auch, ob das Mittel abgesetzt werden muss [14]. Bei Citalopram sollen Sie bei Müdigkeit, Verwirrtheit und Unwohlsein mit Muskelschwäche sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen, weil die Dosis verringert oder die Behandlung beendet werden muss [3].
Bei Hydrochlorothiazid sollen Sie das Mittel laut Packungsbeilage nicht weiter einnehmen und möglichst umgehend die Ärztin oder den Arzt aufsuchen, wenn Sie von einer der dort genannten Nebenwirkungen betroffen sind, zu denen Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt gehören [9]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Abgesehen von solchen in der Packungsbeilage genannten Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Bei sehr starker Harnausscheidung kann es unter Hydrochlorothiazid laut Packungsbeilage in seltenen Fällen zu Krämpfen, Benommenheit, Verwirrtheitszuständen, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma und Kreislaufkollaps kommen [9]. Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung sowie akute und anhaltende Krampfanfälle sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [16].
Andere Ursachen
Nicht jeder niedrige Natriumwert unter einem Medikament kommt vom Medikament. Zu viel Wasser im Körper kann laut IQWiG zum Beispiel entstehen, wenn man sehr viel auf einmal trinkt; auch Erkrankungen wie eine Nierenschwäche oder eine Herzschwäche können dazu führen, dass der Körper nicht genügend Wasser ausscheidet [1]. Seltener verliert der Körper zu viel Natrium, zum Beispiel durch anhaltendes Erbrechen oder starken Durchfall [1, 2]. Auch bei hormonellen Störungen und bei Diabetes scheiden die Nieren laut IQWiG manchmal zu viel Natrium aus [1].
Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder eine Nierenerkrankung können den Natriumwert laut IQWiG aus dem Gleichgewicht bringen; auch bei anhaltendem Erbrechen oder Durchfall, häufigem Wasserlassen, starkem Durstgefühl oder sehr großen Trinkmengen kann es sinnvoll sein, den Wasser- und Salzhaushalt zu überprüfen [1]. Bei Furosemid wird die mögliche Entwicklung von Elektrolytstörungen laut Packungsbeilage außerdem durch zugrunde liegende Erkrankungen wie eine Leberzirrhose oder eine Herzmuskelschwäche, durch weitere Medikamente und durch die Ernährung beeinflusst [11]. Mehr zu Blutsalzen: Kaliummangel.
Quellen
- Natrium. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde ICD-Code E87.1: Hypoosmolalität und Hyponatriämie (Erläuterung der "Was hab’ ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm® 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Citalopram-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Sertralin-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Venlafaxin-ratiopharm® Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Duloxetin-ratiopharm® 30 mg, 60 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation HCT-ratiopharm® 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation HCT-ratiopharm® 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Furosemid-ratiopharm® 40 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Carbamazepin-ratiopharm® 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Carbamazepin-ratiopharm® 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxcarbazepin-ratiopharm® 300 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Oxcarbazepin-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Venlafaxin-ratiopharm® 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können einen Natriummangel verursachen?
Laut IQWiG scheiden die Nieren vor allem bei entwässernden Medikamenten (Diuretika) zu viel Natrium aus. Einen zu niedrigen Natriumwert nennen zum Beispiel die Produktinformationen von Hydrochlorothiazid, Furosemid, Carbamazepin, Oxcarbazepin und von Antidepressiva wie Citalopram, Sertralin, Venlafaxin und Duloxetin. Welche Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief betroffen sind und wie häufig, zeigt die Tabelle auf dieser Seite. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Woran merke ich einen Natriummangel?
Nicht immer. Bei Oxcarbazepin waren niedrige Natriumwerte laut Fachinformation gewöhnlich ohne Beschwerden; der Wert zeigt sich erst in der Blutuntersuchung. Mögliche Beschwerden sind laut IQWiG und den Fachinformationen unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Verwirrtheit, Schwäche, Schläfrigkeit und Gleichgewichtsstörungen, die zu Stürzen führen können. Schwere Fälle können mit Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit und Koma einhergehen.
Können Antidepressiva den Natriumwert senken?
Ja. Laut Fachinformation von Sertralin kann ein Natriummangel infolge einer Behandlung mit SSRI oder SNRI auftreten, in vielen Fällen anscheinend wegen einer unangemessenen Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH). Bei Citalopram, Sertralin, Venlafaxin und Duloxetin stufen die Packungsbeilagen ihn als selten ein. Ein höheres Risiko kann laut Fachinformationen bei älteren Menschen und bei Menschen bestehen, die zusätzlich Diuretika einnehmen. Die Packungsbeilage von Citalopram nennt vorwiegend ältere Frauen.
Warum senken Wassertabletten den Natriumwert?
Furosemid führt laut Packungsbeilage zu einer verstärkten Ausscheidung von Natrium und Chlorid und infolgedessen von Wasser. Bei Hydrochlorothiazid führt die vermehrte Flüssigkeits- und Elektrolytausscheidung laut Packungsbeilage sehr häufig zu Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion; dazu gehört insbesondere ein Mangel an Kalium und Natrium. Deshalb sehen die Packungsbeilagen regelmäßige Blutkontrollen vor.
Was tun bei einem niedrigen Natriumwert?
Lassen Sie den Wert laut IQWiG ärztlich abklären. Anhand weiterer Blutwerte und einer Urinuntersuchung lässt sich die Ursache feststellen; je nach Ursache können Medikamente gewechselt oder anders dosiert werden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei einem stark erniedrigten Wert und bei Warnzeichen wie Verwirrtheit oder Krampfanfällen brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.
Sind ältere Menschen besonders gefährdet?
Ja, laut mehreren Fachinformationen. Bei älteren Menschen, die mit SSRI oder SNRI behandelt werden, kann laut Fachinformation von Sertralin ein höheres Risiko bestehen. Bei Carbamazepin und Oxcarbazepin treten die Risikofaktoren für einen Natriummangel laut Fachinformation besonders bei älteren Menschen auf. Bei Duloxetin betrifft ein niedriger Natriumspiegel laut Packungsbeilage hauptsächlich ältere Menschen. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente im Alter.
Kann Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall den Natriumwert beeinflussen?
Ja. Laut IQWiG kann der Natriumspiegel sinken, wenn der Körper etwa durch anhaltendes Erbrechen oder starken Durchfall zu viel Natrium verliert. Bei Hydrochlorothiazid ist es laut Packungsbeilage wichtig, unerwünschte Flüssigkeitsverluste durch Erbrechen, Durchfall oder starkes Schwitzen auszugleichen; bei Furosemid ist bei stärkerem Flüssigkeitsverlust eine besonders enge Überwachung erforderlich. Sprechen Sie in solchen Situationen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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