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Kaliummangel

Bei einem Kaliummangel (Hypokaliämie) ist zu wenig Kalium im Blut; er kann sich laut IQWiG je nach Ausprägung zum Beispiel durch Muskelschwäche oder einen beschleunigten Herzschlag bemerkbar machen. Meistens verliert der Körper zu viel Kalium, etwa durch schweres Erbrechen, Durchfall, Entwässerungsmittel oder die dauerhafte Einnahme von Abführmitteln. Wichtig ist laut IQWiG vor allem, die Ursache zu behandeln; ein akuter Mangel lässt sich durch eine Kalium-Infusion oder Kalium-Brausetabletten ausgleichen. Einen erniedrigten Kaliumwert sollten Sie laut IQWiG grundsätzlich ärztlich abklären lassen; laut Packungsbeilage von Hydrochlorothiazid kann ein erniedrigter Kaliumgehalt im Blut unter Umständen lebensbedrohlich werden.

Frau Anfang sechzig mit kurzem grauem Haar in einer senfgelben Strickjacke schneidet am Küchentisch eine Banane in eine Schale mit Joghurt
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Bei einem Kaliummangel (Hypokaliämie) ist zu wenig Kalium im Blut [1]. Meistens verliert der Körper zu viel Kalium, zum Beispiel durch schweres Erbrechen, Durchfall, Entwässerungsmittel oder die dauerhafte Einnahme von Abführmitteln [1]. Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) geht es vor allem darum, die Ursache zu behandeln; ein akuter Mangel lässt sich durch eine Kalium-Infusion oder Kalium-Brausetabletten ausgleichen [1]. Einen erniedrigten Kaliumwert sollten Sie grundsätzlich ärztlich abklären lassen [1].

Was ist ein Kaliummangel?

Kalium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, den der Körper über die Nahrung aufnimmt. Es befindet sich vor allem im Inneren der Körperzellen. Kalium ist unter anderem wichtig für die Reizweiterleitung der Nerven, steuert das Anspannen der Muskeln und regelt, wie viel Flüssigkeit die Zellen enthalten; der Kaliumspiegel hängt außerdem eng mit dem Säure-Base-Haushalt zusammen [1]. Zu wenig Kalium im Blut nennen Fachleute Hypokaliämie [1].

Als Orientierung für Erwachsene nennt das IQWiG im Blutplasma 3,5 bis 4,6 Millimol pro Liter (mmol/l) und im Blutserum 3,7 bis 5,1 mmol/l. Die Referenzbereiche können sich von Labor zu Labor unterscheiden, deshalb gibt jedes Labor im Befund eigene Bereiche an [1]. Von einem Laborwert allein lässt sich meist nicht auf eine Krankheit schließen; erst zusammen mit anderen Werten, Beschwerden und Untersuchungen ergibt sich ein klares Bild [1]. Einen zu hohen Kaliumwert beschreibt die Seite Kaliumstörungen durch Medikamente.

Symptome

Je nachdem, wie stark ein Kaliummangel ausgeprägt ist, kann er sich laut IQWiG durch Beschwerden wie Muskelschwäche oder einen beschleunigten Herzschlag bemerkbar machen [1]. Laut gesund.bund.de können sich Betroffene schwach und müde fühlen; das Herz kann unregelmäßig schlagen, und es kann zu Krämpfen in den Muskeln kommen [2]. Ausführlicher beschreibt die Packungsbeilage des Entwässerungsmittels Hydrochlorothiazid mögliche Zeichen eines Kaliummangels [9]:

  • Müdigkeit, Schläfrigkeit und Teilnahmslosigkeit,
  • Muskelschwäche, Missempfindungen in den Gliedmaßen und Lähmungen,
  • Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Blähungen,
  • vermehrtes Wasserlassen und ein gesteigertes Durstgefühl,
  • Herzrhythmusstörungen und Pulsunregelmäßigkeiten.

Schwere Kaliumverluste können danach zu einer Darmlähmung oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum Koma führen [9]. Mehr zu einzelnen Beschwerden unter Herzrasen und Wadenkrämpfe.

Ursachen und Risikofaktoren

Meistens ist der Kaliumwert laut IQWiG erniedrigt, weil der Körper zu viel Kalium verliert [1]. IQWiG und gesund.bund.de nennen als Ursachen [1, 2]:

  • schweres Erbrechen und starken Durchfall (Übelkeit und Erbrechen, Durchfall) [1, 2],
  • die dauerhafte Einnahme von Abführmitteln, laut IQWiG eine häufige Ursache (Verstopfung) [1],
  • bestimmte Nierenerkrankungen und Hormonstörungen, durch die viel Kalium über den Urin ausgeschieden wird [1, 2],
  • Medikamente wie Diuretika (Entwässerungsmittel) oder Kortison [1],
  • zu wenig Kalium in der Nahrung [1, 2],
  • eine ungünstige Verteilung: Ist das Blut nicht sauer genug (Alkalose), wird mehr Kalium aus dem Blut in die Zellen befördert [1].

Auch der Wasserhaushalt beeinflusst laut gesund.bund.de den Kaliumgehalt im Blut [2]. Eine Hormonstörung, die mit einem Kaliummangel einhergehen kann, ist der Hyperaldosteronismus, bei dem die Nebenniere vermehrt das Hormon Aldosteron bildet [3, 7]. Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Hypertonie zählt eine spontane oder durch Diuretika ausgelöste Hypokaliämie zu den möglichen Hinweisen darauf, dass ein Hyperaldosteronismus hinter einem Bluthochdruck steckt [3]. Mehr dazu unter Bluthochdruck.

Medikamente als Ursache: Unter Hydrochlorothiazid kann laut Packungsbeilage ein Kaliummangel entstehen, insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr oder erhöhten Kaliumverlusten, etwa durch Erbrechen oder chronischen Durchfall. Zusammen mit anderen Mitteln wie Furosemid, Kortison oder Abführmitteln können sich die Kaliumverluste verstärken [9]. Diuretika können laut NVL Chronische Herzinsuffizienz einen Mangel an Kalium und Magnesium auslösen, der zu Herzrhythmusstörungen führen kann [4]. Welche Wirkstoffe Kaliumstörungen als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Kaliumstörungen durch Medikamente; mehr zu den Entwässerungsmitteln unter Diuretika und zu Kortison unter Glucocorticoide.

Lakritze: Süßholz enthält den Inhaltsstoff Glycyrrhizin. Ein ständiger Verzehr größerer Mengen kann laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) den Mineralstoffwechsel verändern, mit einer Anreicherung von Natrium und Kaliumverlusten; ein höherer Blutdruck, Wassereinlagerungen und Muskelschwäche können die Folge sein [11]. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt danach besonders Menschen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes sowie Schwangeren, auf den ständigen Verzehr größerer Mengen Lakritze zu verzichten [11].

Diagnose

Den Kaliumwert bestimmt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG aus einer Blutprobe, in der Regel aus der Armvene. Meist wird Kalium zusammen mit anderen Mineralstoffen (Elektrolyten) wie Natrium, Chlorid und Kalzium gemessen; manchmal wird zusätzlich die Kaliumausscheidung im Urin bestimmt [1]. Anhand anderer Blutwerte und einer Urinuntersuchung lässt sich dann die Ursache eines erniedrigten Werts feststellen [1]. Anlass für eine Kontrolle können laut IQWiG zum Beispiel bestimmte Herzkrankheiten, eine Nierenschwäche, die Einnahme von Abführmitteln oder Diuretika sowie anhaltendes Erbrechen oder Durchfall sein [1].

Allen Menschen mit bestätigtem Bluthochdruck soll laut NVL Hypertonie (Version 1.0 von 2023) unter anderem die Bestimmung von Natrium und Kalium empfohlen werden (Empfehlung 3-4, starker Empfehlungsgrad, konsensbasiert) [3]. Ergibt sich der Verdacht auf eine sekundäre Hypertonie, also einen Bluthochdruck mit einer anderen Grunderkrankung wie einem Hyperaldosteronismus, soll laut dieser Leitlinie weitere Diagnostik erfolgen (Empfehlung 3-6, starker Empfehlungsgrad, konsensbasiert) [3].

Behandlung ohne Medikamente

Hauptsächlich geht es laut IQWiG darum, die Ursache zu behandeln. Wird nicht genügend Kalium aufgenommen, kann man sich kaliumreicher ernähren; liegt eine Krankheit zugrunde, ist es wichtig, diese zu behandeln [1]. Kalium ist laut gesund.bund.de zum Beispiel in Kartoffeln, Bananen und Gemüse enthalten [2]. Als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr nennt das BfR unter Verweis auf die Referenzwerte der Ernährungsgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für Erwachsene 4.000 Milligramm Kalium am Tag [10].

Ob mehr Kalium in der Nahrung sinnvoll ist, hängt von der Ursache und von Ihren Medikamenten ab. Die Packungsbeilage von Hydrochlorothiazid empfiehlt wegen der Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel wie Bananen, Gemüse und Nüsse [9]. Unter Spironolacton ist eine kaliumreiche Diät dagegen laut Packungsbeilage zu vermeiden, weil der Kaliumspiegel lebensbedrohlich steigen kann [7]. Besprechen Sie Ihre Ernährung deshalb mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Stecken Medikamente hinter dem erniedrigten Wert, können sie laut IQWiG vielleicht in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt gewechselt oder anders dosiert werden [1]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nehmen Sie dauerhaft Abführmittel ein, sprechen Sie das bei der Ärztin oder dem Arzt an; die dauerhafte Einnahme ist laut IQWiG eine häufige Ursache für einen Kaliummangel [1]. Mehr dazu unter Abführ- und Durchfallmittel.

Behandlung mit Medikamenten

Mann Ende fünfzig mit sandgrauem Haar im dunkelblauen Poloshirt sitzt in einer hellen Praxis einer Ärztin mit kupferrotem Haar gegenüber, die ihm ruhig etwas erklärt
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Einen akuten Kaliummangel kann man laut IQWiG durch eine Kalium-Infusion oder Kalium-Brausetabletten ausgleichen; hauptsächlich geht es aber darum, die Ursache zu behandeln [1]. Kaliumpräparate gibt es auch als Granulat zum Auflösen in Wasser [5]. Beim primären Hyperaldosteronismus, einer Hormonstörung, die mit einem Kaliummangel einhergehen kann, nennt die NVL Hypertonie Aldosteronantagonisten; sie wirken der Aldosteronwirkung entgegen und verringern so die Kaliumausscheidung über die Niere [3, 8].

Medikamente bei Kaliummangel im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Kaliumpräparate (Mineralstoffpräparate)Kalium-Brausetabletten oder Granulat mit Kaliumcitrat zum Auflösen in Wasser [1, 5]; auch als Infusion [1]Ersetzen fehlendes Kalium [5]; Kaliumcitrat wird nach dem Einnehmen rasch im oberen Verdauungstrakt aufgenommen [6]Selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten: bei dazu veranlagten Menschen Übelkeit und Erbrechen; selten wurden auch Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Leibschmerzen und Durchfälle beschrieben [5]
Aldosteronantagonisten (kaliumsparende Diuretika), bei primärem HyperaldosteronismusSpironolacton; Spironolacton-ratiopharm ist beim primären Hyperaldosteronismus zugelassen, sofern keine Operation angezeigt ist [3, 8]Blockieren in den Nierenkanälchen die Bindung des Hormons Aldosteron an seinen Rezeptor und wirken so der Rückaufnahme von Natrium und der Ausscheidung von Kalium entgegen [8]Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten: lebensbedrohlich erhöhter Kaliumspiegel, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion; erhöhte Harnsäure; bei Männern meist wieder zurückgehende Vergrößerung der Brust; bei Frauen Menstruationsstörungen und vermehrte Behaarung vom männlichen Typ [7]

"Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "selten": bis zu 1 von 1.000 [5, 7]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Kaliumpräparate zum Einnehmen

Kalium Verla, ein Granulat mit Kaliumcitrat, ist laut Packungsbeilage ein Mineralstoffpräparat. Angewendet wird es zum Kaliumersatz bei ausgeprägtem Kaliummangel (Serumkalium unter 3,2 mmol/l), insbesondere bei gleichzeitiger stoffwechselbedingter Übersäuerung (metabolische Azidose), außerdem bei Störungen von Nerven und Muskeln oder Herzrhythmusstörungen bei Kaliummangel und bei Kaliummangel unter gleichzeitiger Behandlung mit Digitalis. Zum Vorbeugen eines Kaliummangels (Serumkalium unter 3,5 mmol/l) wird es bei einer Übersäuerung durch Ketonkörper (Ketoazidose) angewendet [5]. Das Präparat ist apothekenpflichtig [6]. Die Dosierung richtet sich laut Packungsbeilage nach dem zu ersetzenden Mangel [5].

Vor der Anwendung sind laut Packungsbeilage die Blutsalze, der Säure-Basen-Haushalt, der Herzrhythmus und besonders bei älteren Menschen die Nierenfunktion zu kontrollieren; während der Behandlung sind diese Werte zunächst in kürzeren, später in längeren Abständen zu überwachen [5]. Nicht eingenommen werden darf es laut Packungsbeilage [5]:

  • bei einer Allergie gegen Kaliumcitrat oder einen der sonstigen Bestandteile,
  • bei Krankheiten, die häufig mit einem erhöhten Kaliumgehalt im Blut verbunden sind: Verminderung des Körperwassers (Dehydratation), eingeschränkte Ausscheidungsfunktion der Niere, Unterfunktion der Nebennierenrinde (Morbus Addison) und eine angeborene, anfallsweise auftretende Muskelschwäche (Adynamia episodica hereditaria).

Besondere Vorsicht ist laut Packungsbeilage bei Sichelzellanämie nötig und bei gleichzeitiger Behandlung mit kaliumsparenden Diuretika, Aldosteronantagonisten, ACE-Hemmern, Anticholinergika oder möglicherweise nierenschädigenden Mitteln wie entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAR). Durch Wechselwirkungen, eine plötzliche Übersäuerung, eine akute Einschränkung der Nierenfunktion oder andere Zustände kann ein zu hoher Kaliumgehalt im Blut auftreten [5]. Eingenommen werden soll das Granulat laut Packungsbeilage während oder nach dem Essen, aufgelöst in einem Glas Flüssigkeit; die Einnahme sollte auf 10 bis 15 Minuten ausgedehnt werden und nicht im Liegen erfolgen [5]. Ein Beutel enthält Zucker (Saccharose); wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie das laut Packungsbeilage berücksichtigen [5].

Wenn Entwässerungsmittel den Kaliumspiegel senken

Bei chronischer Herzinsuffizienz eignen sich Aldosteronantagonisten wie Spironolacton und Eplerenon laut NVL Chronische Herzinsuffizienz (Version 4.0, Kapitel 6 von 2023) in der klinischen Praxis zudem, um den kaliumausschwemmenden Effekt von Thiazid-Diuretika auszugleichen [4]. Kaliumsparende Diuretika wie Amilorid und Triamteren erhöhen danach das Risiko eines zu hohen Kaliumspiegels und sind bei gleichzeitiger Behandlung mit Hemmstoffen des Renin-Angiotensin-Systems, etwa ACE-Hemmern oder Sartanen, oder mit Aldosteronantagonisten nicht empfehlenswert [4]. Ob und wie die Behandlung angepasst wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Mehr dazu unter Herzinsuffizienz.

Bei Hyperaldosteronismus

Spironolacton-ratiopharm ist unter anderem beim primären Hyperaldosteronismus zugelassen, einer Erkrankung mit erhöhter Absonderung von Aldosteron durch einen Tumor der Nebenniere, sofern keine Operation angezeigt ist [7, 8]. Die NVL Hypertonie nennt für den primären Hyperaldosteronismus Aldosteronantagonisten [3]. Während der Schwangerschaft und in der Stillzeit darf Spironolacton laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden [7]. Mehr zu Wirkung, Nebenwirkungen und Dosierung auf der Seite Spironolacton.

Schwangerschaft und Stillzeit

Hinweise auf schädliche Wirkungen von Kalium Verla während der Schwangerschaft und in der Stillzeit sind laut Packungsbeilage nicht bekannt; fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [5]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Kaliumpräparate: Selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten, kann es laut Packungsbeilage von Kalium Verla bei dazu veranlagten Menschen zu Übelkeit und Erbrechen kommen; selten wurden auch Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Leibschmerzen und Durchfälle beschrieben [5]. Bei einer Überdosierung kann es zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen; Zeichen einer Überdosierung können auch Missempfindungen, Lähmungen und Verwirrtheitszustände sein. Bei Verdacht auf eine Überdosierung wenden Sie sich laut Packungsbeilage unverzüglich an eine Ärztin oder einen Arzt [5]. Bei einer Überdosierung kann es laut Fachinformation zu einem zu hohen Kaliumspiegel kommen, insbesondere bei gleichzeitiger Übersäuerung (Azidose) oder eingeschränkter Nierenfunktion [6]. Mehr dazu: Magenbeschwerden durch Medikamente.

Spironolacton: Häufig tritt laut Packungsbeilage, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion, eine lebensbedrohliche Erhöhung des Kaliumgehalts im Blut auf, die bis zu Lähmungserscheinungen der Muskeln und Herzrhythmusstörungen führen kann. Zusätzliches Kalium, andere kaliumsparende Diuretika oder eine kaliumreiche Diät sind deshalb zu vermeiden [7]. Bei unregelmäßigem Pulsschlag, Müdigkeit oder Muskelschwäche, zum Beispiel in den Beinen, muss danach besonders an einen zu hohen Kaliumspiegel gedacht werden; bei Behandlungsbeginn und längerer Anwendung ist der Kaliumgehalt im Blut regelmäßig zu kontrollieren [7]. Mehr unter Kaliumstörungen durch Medikamente und Brustveränderungen.

Haben Sie ein verordnetes Medikament als Auslöser im Verdacht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Kaliummangel: worauf Sie achten sollten

Herzmittel: Bei einem Kaliummangel wird der Herzmuskel laut Packungsbeilage von Digitoxin für Digitoxin empfindlicher, auch wenn die Konzentration von Digitoxin im Blut im therapeutischen Bereich liegt; ein Kaliummangel ist dort eine Gegenanzeige [12]. Ein Kaliummangel kann danach zum Beispiel durch Durchfall, längeres Erbrechen, Unterernährung, Dialyse, hohes Alter oder eine lange bestehende Herzschwäche entstehen, etwa infolge einer Behandlung mit Diuretika [12]. Auch laut Packungsbeilage von Kalium Verla verstärkt ein erniedrigter Kaliumspiegel die Herzrhythmusstörungen begünstigende Wirkung von Herzglykosiden [5].

Mittel, die das QT-Intervall verlängern: Wird Hydrochlorothiazid zusammen mit Mitteln angewendet, die eine bestimmte EKG-Veränderung (Verlängerung des QT-Intervalls) verursachen können, besteht laut dessen Packungsbeilage beim Vorliegen von Störungen der Blutsalze ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen [9]. Mehr dazu: QT-Verlängerung.

Kontrollen: Während einer Langzeitbehandlung mit Hydrochlorothiazid müssen laut Packungsbeilage in regelmäßigen Abständen bestimmte Blutwerte kontrolliert werden, insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium und Magnesium [9]. Wie oft kontrolliert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Den Überblick über Ihre Mittel behalten Sie mit dem Medikationsplan.

Nahrungsergänzungsmittel: Für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt das BfR eine Höchstmenge von 500 Milligramm Kalium je empfohlener Tagesportion eines Produkts [10]. Ein erhöhtes Risiko für gesundheitliche Schäden durch zusätzliches Kalium haben laut BfR Menschen mit bereits erhöhtem Kaliumwert, eingeschränkter Nierenfunktion, Insulinmangel bzw. Diabetes oder Herzerkrankungen sowie ältere Menschen mit zunehmend eingeschränkter Nierenfunktion [10]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Ein erniedrigter Kaliumgehalt im Blut kann laut Packungsbeilage von Hydrochlorothiazid unter Umständen lebensbedrohlich werden; tritt eine Nebenwirkung plötzlich auf oder entwickelt sie sich stark, informieren Sie danach umgehend eine Ärztin oder einen Arzt [9]. Schwere Kaliumverluste können zu einer Darmlähmung oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum Koma führen [9]. Haben Sie zu viel Kalium Verla eingenommen, wenden Sie sich laut dessen Packungsbeilage unverzüglich an eine Ärztin oder einen Arzt, weil lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen möglich sind [5].

Anhaltender Brechdurchfall bei mangelnder Flüssigkeitsaufnahme ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Praxen geschlossen sind und die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann. Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot sowie starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden sind Fälle für den Notruf 112 [13].

Quellen

  1. Kalium. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 17.10.2026
  2. Behörde ICD-Code E87.6: Hypokaliämie (Erläuterung der "Was hab' ich?" gemeinnützigen GmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
  3. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, Langfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-009), Empfehlungen 3-4 und 3-6, Tabelle 6 (Hinweise auf eine sekundäre Hypertonie) und Abschnitt 7.2.3 (weitere Wirkstoffklassen). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 1.0, 2023 (gültig bis 29.06.2028). abgerufen am 17.10.2026
  4. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz, Langfassung, Version 4.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-006), Kapitel 6.1.1 (prognoseverbessernde Medikation) und 6.1.2.1 (Diuretika). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 4.0, 2023 (Kapitel 6 verabschiedet am 12.12.2023, gültig bis 12.12.2028; übrige Kapitel von 2019 abgelaufen und hier nicht verwendet). abgerufen am 17.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Kalium Verla 20 mmol Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen (Kaliumcitrat). Verla-Pharm Arzneimittel GmbH & Co. KG. Stand 10/2022. abgerufen am 17.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Kalium Verla 20 mmol Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen (apothekenpflichtig). Verla-Pharm Arzneimittel GmbH & Co. KG. Stand 10/2022. abgerufen am 17.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Spironolacton-ratiopharm 50 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 17.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Spironolacton-ratiopharm Tabletten (50 mg/100 mg). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 17.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation HCT-ratiopharm 25 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 17.10.2026
  10. Behörde Höchstmengenvorschläge für Kalium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (Anlage zur Stellungnahme "Aktualisierte Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln"). Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Stand ohne Datumsangabe im Dokument; Kapitel Kalium der Stellungnahme Nr. 009/2021 vom 15.03.2021, von der aktualisierten Stellungnahme 006/2024 vom 22.02.2024 unverändert verlinkt. abgerufen am 17.10.2026
  11. Behörde Lakritzerzeugnisse unter der Lupe (Abschnitt Hintergrund). Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Stand 26.06.2025. abgerufen am 17.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Digitoxin AWD 0,07. TEVA GmbH. Stand 02/2018. abgerufen am 17.10.2026
  13. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer", "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Woran merke ich einen Kaliummangel?

Ein Kaliummangel kann sich laut IQWiG je nach Ausprägung zum Beispiel durch Muskelschwäche oder einen beschleunigten Herzschlag bemerkbar machen. Laut gesund.bund.de können sich Betroffene schwach und müde fühlen, das Herz kann unregelmäßig schlagen, und es kann zu Muskelkrämpfen kommen. Die Packungsbeilage von Hydrochlorothiazid nennt außerdem unter anderem Missempfindungen in den Gliedmaßen, Verstopfung, vermehrtes Wasserlassen und Durst. Den Kaliumwert bestimmt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG aus einer Blutprobe.

Was hilft schnell bei Kaliummangel?

Einen akuten Mangel kann man laut IQWiG durch eine Kalium-Infusion oder Kalium-Brausetabletten ausgleichen. Hauptsächlich geht es aber darum, die Ursache zu behandeln: Stecken Medikamente dahinter, können sie vielleicht in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt gewechselt oder anders dosiert werden; liegt eine Krankheit zugrunde, ist es wichtig, diese zu behandeln. Einen erniedrigten Kaliumwert sollten Sie laut IQWiG grundsätzlich ärztlich abklären lassen.

Darf ich Kaliumtabletten ohne Rezept nehmen?

Das Kaliumpräparat Kalium Verla ist apothekenpflichtig, also ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Angewendet wird es laut Packungsbeilage aber zum Kaliumersatz bei ausgeprägtem Kaliummangel mit einem Serumkalium unter 3,2 mmol/l, bei Störungen von Nerven und Muskeln oder Herzrhythmusstörungen bei Kaliummangel und bei Kaliummangel unter einer Behandlung mit Digitalis sowie zum Vorbeugen eines Kaliummangels bei einer Ketoazidose. Vor der Anwendung sind laut Packungsbeilage Blutsalze, Säure-Basen-Haushalt, Herzrhythmus und besonders bei älteren Menschen die Nierenfunktion zu kontrollieren. Bei eingeschränkter Ausscheidungsfunktion der Niere, einer Verminderung des Körperwassers oder Morbus Addison darf es laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden. Sprechen Sie deshalb vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Welche Lebensmittel enthalten viel Kalium?

Kalium steckt laut gesund.bund.de zum Beispiel in Kartoffeln, Bananen und Gemüse. Die Packungsbeilage von Hydrochlorothiazid nennt wegen der Kaliumverluste unter diesem Mittel Bananen, Gemüse und Nüsse. Unter Spironolacton ist eine kaliumreiche Diät dagegen laut Packungsbeilage zu vermeiden. Besprechen Sie Ihre Ernährung deshalb mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Medikamente einnehmen.

Welche Medikamente können einen Kaliummangel auslösen?

Laut IQWiG zum Beispiel Diuretika (Entwässerungsmittel) und Kortison; auch die dauerhafte Einnahme von Abführmitteln ist danach eine häufige Ursache. Welche Wirkstoffe Kaliumstörungen als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Kaliumstörungen durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Ist ein Kaliummangel gefährlich?

Ein erniedrigter Kaliumgehalt im Blut kann laut Packungsbeilage von Hydrochlorothiazid unter Umständen lebensbedrohlich werden; schwere Kaliumverluste können zu einer Darmlähmung oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum Koma führen. Diuretika können laut NVL Chronische Herzinsuffizienz einen Mangel an Kalium und Magnesium auslösen, der zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Bei Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen oder Herzbeschwerden rufen Sie den Notruf 112.

Sind Kalium-Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Einen erniedrigten Kaliumwert sollten Sie laut IQWiG grundsätzlich ärztlich abklären lassen. Für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Höchstmenge von 500 Milligramm Kalium je empfohlener Tagesportion eines Produkts. Ein erhöhtes Risiko durch zusätzliches Kalium haben laut BfR Menschen mit bereits erhöhtem Kaliumwert, eingeschränkter Nierenfunktion, Insulinmangel bzw. Diabetes oder Herzerkrankungen sowie ältere Menschen mit nachlassender Nierenfunktion.

Kann Lakritze einen Kaliummangel auslösen?

Ja. Süßholz enthält Glycyrrhizin; ein ständiger Verzehr größerer Mengen kann laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zu Kaliumverlusten führen, mit Blutdruckanstieg, Wassereinlagerungen und Muskelschwäche als möglichen Folgen. Menschen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes sowie Schwangeren empfiehlt das BfR danach, auf den ständigen Verzehr größerer Mengen Lakritze zu verzichten.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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