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Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen können viele Ursachen haben, zum Beispiel eine Magen-Darm-Infektion, eine Migräne, eine Reise, eine Schwangerschaft, eine Krebsbehandlung oder Medikamente. Bei Erbrechen ist es wichtig, viel zu trinken; eine akute Magen-Darm-Infektion soll laut Leitlinie vor allem mit ausreichend Flüssigkeit und Salzen behandelt werden (starke Empfehlung). Mittel gegen Erbrechen können laut Leitlinie dabei im Erwachsenenalter kurzfristig zum Einsatz kommen (Empfehlung offen), bei Kindern sollen sie dafür nicht verwendet werden (starke Empfehlung). Blut im Erbrochenen sollten Sie rasch ärztlich abklären lassen; bei wiederholtem Erbrechen nach einer Kopfverletzung, etwa durch einen Sturz oder Unfall, und bei plötzlichen, sehr starken Bauchschmerzen wählen Sie den Notruf 112.

Frau Mitte dreißig mit dunkelblondem Pferdeschwanz sitzt in einem moosgrünen Pullover am geöffneten Fenster und nippt an einem Glas Wasser
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Übelkeit und Erbrechen sind eine Reaktion des Körpers, etwa auf verdorbene Nahrung oder Gifte, und können viele Ursachen haben [4]. Bei Erbrechen ist es wichtig, viel zu trinken [5]. Mittel gegen Erbrechen (Antiemetika) können laut S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen bei einer akuten Magen-Darm-Infektion im Erwachsenenalter kurzfristig zum Einsatz kommen (Empfehlung offen), im Kindesalter sollen sie dafür nicht verwendet werden (starke Empfehlung) [1]. Welche Wirkstoffe zugelassen sind, hängt vom Anlass ab, etwa Migräne, Reisekrankheit, Krebsbehandlung oder Operation [13, 17, 19, 21].

Was sind Übelkeit und Erbrechen?

Übelkeit und Erbrechen sind laut Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums eine automatische Reaktion des Körpers auf verdorbene Nahrung oder Vergiftungen: Der Körper will das aufgenommene Gift wieder loswerden. Signalstoffe aus dem Darm oder dem Gehirn aktivieren dafür das Brechzentrum im Gehirn, das den Brechreiz auslöst. Dazu gehören der Botenstoff Serotonin und die Substanz P; Stresshormone wie Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol können diese Wirkung verstärken [4]. Erbrechen ist ein Reflex. Ist er einmal ausgelöst, lässt er sich nicht mehr bewusst stoppen [4].

Bei Kindern ist es laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) noch kein Erbrechen, wenn nach den Mahlzeiten kleine Nahrungsreste mit aufgestoßen werden. Erst wenn größere Mengen Nahrung herauskommen, spricht man von Erbrechen; im weiteren Verlauf wird das Erbrochene meist zu einer schleimigen, gelblichen Flüssigkeit [6].

Begleitbeschwerden und Flüssigkeitsverlust

Bei einer Infektion mit Noroviren kommt es plötzlich zu schwallartigem, heftigem Erbrechen und starken Durchfällen; manchmal tritt nur Erbrechen oder nur Durchfall auf [5]. Diese Beschwerden können zu einem gefährlichen Flüssigkeitsverlust führen. Kinder unter 5 Jahren und ältere Menschen über 70 Jahren reagieren laut gesund.bund.de besonders empfindlich darauf [5].

Erste Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels sind laut Krebsinformationsdienst unter anderem Durst, trockene Lippen und trockene Haut, Kopfschmerzen, Schwächegefühl und Schwindel [4]. Bei Kindern kann es bei häufigem Erbrechen schnell zu einer Austrocknung kommen, die besonders bei Säuglingen schon nach kurzer Zeit gefährlich werden kann. Typische Anzeichen einer drohenden Austrocknung sind laut BIÖG ein trockener Mund, weiße Haut, Schläfrigkeit und tiefe Atmung durch den Mund [6].

Ursachen: Infektionen, Krankheiten, Medikamente

Magen-Darm-Infektionen: Noroviren sind laut Leitlinie in Deutschland als häufigste Ursache der Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis) gesichert [1]. Eine akute infektiöse Gastroenteritis ist durch eine plötzliche Änderung von Stuhlhäufigkeit und Stuhlbeschaffenheit gekennzeichnet; Erbrechen und Fieber können dazukommen [1]. Mehr dazu: Magen-Darm-Grippe und Durchfall.

Andere Krankheiten: Übelkeit, manchmal mit Erbrechen, kann laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bei einer akuten Magenschleimhautentzündung auftreten [10]. Auch ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür kann Übelkeit und Erbrechen verursachen [7]. Bei einer Blinddarmentzündung sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber häufige Beschwerden [9]. Die Kopfschmerzen einer Migräne können mit Übelkeit und Erbrechen verbunden sein; bei manchen Kindern fehlen die Kopfschmerzen, ihnen ist hauptsächlich übel, sie müssen sich übergeben und ihnen ist schwindelig [11]. Nach einer Gehirnerschütterung gehören Übelkeit und Erbrechen zu den typischen Beschwerden [8].

Reisen, Schwangerschaft, Krebsbehandlung: Als weitere Ursachen nennt der Krebsinformationsdienst eine Überempfindlichkeit des Innenohrs (Reiseübelkeit), Vergiftungen, Infektionen und Entzündungen [4]. Mehr dazu: Reisekrankheit. Wie viele Schwangere Übelkeit und Erbrechen haben, schwankt laut Embryotox in den Angaben zwischen 35 und 91 Prozent, im Durchschnitt sind es 70 Prozent; als schwangerschaftsbedingt gelten sie, wenn sie vor der 16. Schwangerschaftswoche beginnen und andere Ursachen ausgeschlossen sind [12]. Vor allem eine Chemotherapie, aber auch eine Strahlentherapie, Immuntherapien und zielgerichtete Krebstherapien können Übelkeit und Erbrechen auslösen [4].

Stress und Angst: Auch Stress, Angst und eine hohe psychische Belastung können Übelkeit und Erbrechen auslösen [4]. Kinder reagieren laut BIÖG oft bereits auf Kleinigkeiten mit Erbrechen, etwa auf ein zu kaltes Getränk, verdorbene Lebensmittel, zu viel durcheinander Gegessenes, Vorfreude oder besondere Erlebnisse [6].

Medikamente als Ursache: Auch Medikamente kommen als Auslöser infrage [4]. Welche Medikamente Übelkeit oder Erbrechen als Nebenwirkung nennen und woran Sie einen Zusammenhang erkennen, steht auf der Seite Übelkeit und Erbrechen durch Medikamente.

Was für den Arztbesuch wichtig ist

Erbrechen kann viele Ursachen haben. Eltern rät das BIÖG deshalb, ihr Kind gut zu beobachten, damit sie in der Praxis weitere Beschwerden beschreiben können. Nützlich sind danach unter anderem Angaben zu Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, dazu, wie oft und wann das Kind erbricht, ob es einen Schlag auf Kopf oder Bauch oder in den letzten Stunden einen Unfall gab, welche Medikamente es bekommt und ob es Giftstoffe aufgenommen haben könnte [6]. Menschen in Krebsbehandlung rät der Krebsinformationsdienst, aufzuschreiben, wann ihnen übel wird oder sie erbrechen, und das Behandlungsteam zu informieren [4]. Ihre Medikamente notieren Sie am besten im Medikationsplan.

Behandlung ohne Medikamente

Eine akute infektiöse Gastroenteritis soll laut S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS, Version 2.0 von 2023) vor allem mit ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyten behandelt werden (starke Empfehlung) [1]. Zu Hause können danach bei leichtem Verlauf zunächst Wasser, Tees und verdünnte Fruchtsäfte zum Einsatz kommen, bis eine Trinklösung aus der Apotheke (orale Rehydrationslösung) zur Verfügung steht. Trotz Erbrechens gelingt meist die Aufnahme kleiner Mengen gekühlter Trinklösung in häufigen, kürzeren Abständen, getrunken oder mit dem Löffel [1]. Cola ist laut gesund.bund.de bei Durchfall und Erbrechen kein geeignetes Getränk, weil Zucker und Säure den Darm zusätzlich reizen können [5].

Bei einer akuten Gastroenteritis ohne Austrocknung sollten laut Leitlinie keine besonderen Diätvorschriften empfohlen werden (Empfehlung). Kleinere Mahlzeiten sind laut ihrem Hintergrundtext bei Übelkeit und Erbrechen vermutlich günstiger als große [1].

Für Menschen in Krebsbehandlung nennt der Krebsinformationsdienst praktische Tipps: immer wieder kleine Schlucke statt eines ganzen Glases trinken, am besten stilles Wasser oder leicht gesüßten Tee; Getränke mit viel Zucker, Kohlensäure, Säure oder Koffein meiden; starke Gerüche meiden, frische Luft, weite Kleidung und eine bequeme Haltung; mehrmals am Tag kleinere Mengen essen und fettige, blähende und stark gewürzte Speisen meiden [4]. Mehrfaches Ausspülen des Mundes mit Wasser nach dem Erbrechen verringert danach den schlechten Nachgeschmack; mit dem Zähneputzen sollten Sie laut Empfehlung von Zahnärzten 30 bis 60 Minuten warten, weil die Magensäure den Zahnschmelz vorübergehend aufweicht [4]. Ob Ingwer bei Übelkeit während einer Chemotherapie hilft, zeigen Studien laut Krebsinformationsdienst nicht eindeutig [4].

Kinder: Laut BIÖG ist es vor allem wichtig, der Austrocknung entgegenzuwirken. Kinder bekommen danach über etwa vier Stunden schluckweise und in kurzen Abständen kleine Mengen Tee, gestillte Säuglinge werden häufiger angelegt, nicht gestillte Säuglinge brauchen früher mehr Flüssigkeit. Feste Nahrung bekommt das Kind erst, wenn es sie möchte [6].

Behandlung mit Medikamenten

Mann Anfang sechzig mit grauem Haar in einer blauen Strickjacke spricht in einer hellen Hausarztpraxis mit einer Ärztin mit braunem Haar
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Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen wirken auf unterschiedliche Weise [4]. Welche infrage kommen, unterscheidet sich je nach Ursache: Die Anwendungsgebiete in den Packungsbeilagen reichen von der Reisekrankheit bis zur Chemotherapie [13, 15, 17, 19, 21]. Einen Überblick über die Wirkstoffe gibt die Seite Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen.

Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen: Beispiele mit eigener Wirkstoffseite
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
H1-Antihistaminika (Mittel gegen Übelkeit)Dimenhydrinat: Reisekrankheit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, nicht bei Chemotherapie [17]Verdrängt den Botenstoff Histamin von seinen H1-Rezeptoren; die Wirkung gegen Erbrechen und die dämpfende Wirkung sind deutlich ausgeprägt, außerdem wirkt es stark gegen den Botenstoff Acetylcholin (anticholinerg) [18]Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten: Schläfrigkeit und Benommenheit [17]
Dopamin-Antagonisten (Mittel gegen Übelkeit)Metoclopramid [13], Domperidon [15]Metoclopramid hemmt am Brechzentrum im Hirnstamm Dopamin- und Serotonin-Rezeptoren und beschleunigt Magenentleerung und Dünndarmpassage [14]. Domperidon erhöht die Bewegungen von Magen und Darm und blockiert Dopamin-Rezeptoren; die Blut-Hirn-Schranke durchdringt es praktisch nicht [15, 16]Metoclopramid sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten: Schläfrigkeit; häufig: Depression, unkontrollierbare Bewegungen, Beschwerden wie bei der Parkinson-Krankheit, Ruhelosigkeit, Blutdruckabfall (besonders bei Gabe in die Vene), Durchfall, Schwächegefühl [13]. Domperidon häufig: trockener Mund [15]
Serotonin-(5-HT3-)Rezeptorantagonisten (Mittel gegen Übelkeit)Ondansetron: nur bei Chemo- oder Strahlentherapie und zur Vorbeugung nach Operationen [19]Eine Chemo- oder Strahlentherapie kann im Dünndarm Serotonin freisetzen, das über den Vagusnerv und 5-HT3-Rezeptoren den Brechreflex auslöst; Ondansetron blockiert die Auslösung dieses Reflexes [20]Sehr häufig: Kopfschmerzen; häufig: Wärmegefühl oder Hitzewallungen, Verstopfung, veränderte Leberwerte zusammen mit dem Krebsmittel Cisplatin [19]
Glucocorticoide (nur bei Krebsbehandlung)Dexamethason: Vorbeugung und Behandlung von Erbrechen bei einer Behandlung mit Zytostatika [21]Werden laut S3-Leitlinie zur Vorbeugung von akutem und verzögertem Erbrechen eingesetzt; der Wirkmechanismus ist danach nicht vollständig geklärt [2]Häufigkeiten gibt die Fachinformation nicht an, weil die Nebenwirkungen stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen; genannt werden unter anderem erhöhte Blutzuckerwerte, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Magenbeschwerden [21, 22]

Bei einer Magen-Darm-Infektion

Laut S2k-Leitlinie der DGVS können Antiemetika im Erwachsenenalter kurzfristig zum Einsatz kommen (Empfehlung offen); im Kindesalter sollen sie nicht zur Behandlung der akuten Gastroenteritis verwendet werden (starke Empfehlung) [1]. Als Beispiele nennt die Leitlinie in ihrem Hintergrundtext Metoclopramid oder Ondansetron. Metoclopramid soll danach nur kurzfristig und vorübergehend eingesetzt werden; zu beachten ist auch, dass es durch seine anregende Wirkung auf Magen und Darm begleitende Durchfälle möglicherweise verstärken kann [1]. Ondansetron besitzt laut Leitlinie in Deutschland keine Zulassung für Erbrechen bei akuter Gastroenteritis; die Gabe ist danach eine Anwendung außerhalb der Zulassung (Off-Label-Use), über die aufgeklärt werden muss [1]. Laut gesund.bund.de können bei starkem Erbrechen durch Noroviren Medikamente gegen Übelkeit und Brechreiz eingenommen werden [5]. Mehr dazu: Magen-Darm-Grippe.

Bei Migräne

Wird eine Migräneattacke von Übelkeit begleitet, kann die Schmerzbehandlung laut IQWiG mit Domperidon oder Metoclopramid ergänzt werden [3]. Metoclopramid ist bei Erwachsenen zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen auch bei Migräne zugelassen und kann bei Migräne mit Schmerzmitteln zum Einnehmen gegeben werden, um deren Wirkung zu erhöhen [13]. Mehr dazu: Migräne.

Bei Reisekrankheit

Dimenhydrinat ist zur Vorbeugung und Behandlung von Reisekrankheit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen zugelassen, nicht bei Übelkeit durch eine Chemotherapie [17]. Mehr dazu: Reisekrankheit und im Ratgeber Reiseapotheke.

Bei einer Krebsbehandlung und nach Operationen

Bei einer eintägigen medikamentösen Krebsbehandlung mit einem Risiko für Erbrechen von mindestens 90 Prozent soll laut S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen (Leitlinienprogramm Onkologie, Version 2.1 von 2026) vor der Behandlung eine Vorbeugung mit einem Serotonin-(5-HT3-)Rezeptorantagonisten, einem NK1-Rezeptorantagonisten und Dexamethason erfolgen (Empfehlungsgrad A) [2]. An den Tagen 2 bis 4 danach soll eine Vorbeugung mit Dexamethason erfolgen (Empfehlungsgrad A) [2]. Metoclopramid und Dimenhydrinat führt die Leitlinie als Reserve-Antiemetika [2]. Antiemetika wirken laut Krebsinformationsdienst am besten, wenn sie kurz vor der Krebsbehandlung eingenommen werden. Wird Betroffenen trotzdem übel, können die behandelnden Ärztinnen und Ärzte Medikamente mit einer anderen Wirkungsweise einsetzen [4].

Ondansetron ist bei Erwachsenen zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen als Folge einer Chemo- oder Strahlentherapie und zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen nach einer Operation zugelassen [19, 20]. Für Kinder und Jugendliche von 6 Monaten bis 17 Jahren nennt die Packungsbeilage ebenfalls die Behandlung bei Chemo- oder Strahlentherapie [19], die Fachinformation nur die Behandlung unter einer Therapie mit Zytostatika (Chemotherapie) [20]. Mehr dazu: Chemotherapie und Narkose.

In der Schwangerschaft

Reicht es nicht, Auslöser zu meiden, sollte laut Embryotox (Charité Berlin) als erstes Medikament das für schwangerschaftsbedingte Übelkeit und Erbrechen zugelassene Doxylamin in Kombination mit Pyridoxin vorgeschlagen werden. Mögliche Alternativen sind danach Meclozin über die Auslandsapotheke sowie Dimenhydrinat, das allerdings weniger Erfahrungen aufweist. Bei schwereren Verläufen kommen laut Embryotox Metoclopramid, allerdings nur für höchstens fünf Tage, und Ondansetron infrage; beide sollten wegen möglicher Nebenwirkungen nicht als erstes eingesetzt werden [12]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Dimenhydrinat-Reisetabletten dürfen laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, weil Dimenhydrinat vorzeitig Wehen auslösen kann [17]. Ondansetron ist laut Rote-Hand-Brief vom Oktober 2019 (vom BfArM am 01.10.2019 veröffentlicht) nicht zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft zugelassen. Es wird danach vermutet, dass Ondansetron Fehlbildungen im Mund- und Gesichtsbereich (orofaziale Fehlbildungen) verursacht, wenn es im ersten Schwangerschaftsdrittel angewendet wird; es sollte im ersten Schwangerschaftsdrittel nicht angewendet werden, und Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine Verhütung in Erwägung ziehen [26]. Mehr dazu: Schwangerschaftsübelkeit und Doxylamin.

Rezeptfrei: Dimenhydrinat

Tabletten mit Dimenhydrinat sind apothekenpflichtig, also ohne Rezept in der Apotheke erhältlich [18]. Laut Packungsbeilage sollen die Tabletten ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt nur wenige Tage eingenommen werden. Kinder bis einschließlich 5 Jahren sowie Früh- und Neugeborene dürfen sie nicht einnehmen, ebenso wenig Schwangere und Stillende [17]. Nicht einnehmen dürfen sie unter anderem auch Menschen mit Epilepsie, akutem Asthma-Anfall, vergrößerter Prostata mit Restharn, Engwinkelglaukom oder Alkoholmissbrauch und Menschen, die nach der Einnahme schon einmal einen schweren Hautausschlag, Abschälen der Haut, Blasen oder wunde Stellen im Mund hatten [17]. Wie viel Sie laut Packungsbeilage nehmen dürfen, steht auf der Wirkstoffseite unter Dosierung. Metoclopramid, Domperidon, Ondansetron und Dexamethason sind verschreibungspflichtig [14, 16, 20, 22].

Kinder

Metoclopramid darf bei Kindern unter 1 Jahr nicht angewendet werden; bei Kindern und Jugendlichen ist es nur zur Vorbeugung verzögert auftretender Übelkeit nach einer Chemotherapie zugelassen, wenn andere Behandlungen versagen oder nicht infrage kommen; die Tabletten mit 10 mg sind laut Packungsbeilage erst ab 30 kg Körpergewicht bzw. ab 9 Jahren geeignet [13, 14]. Domperidon sollte Kindern unter 12 Jahren und Jugendlichen unter 35 kg Körpergewicht nicht gegeben werden, weil die Wirksamkeit dort nicht erwiesen ist [15]; laut Rote-Hand-Brief vom 29.04.2019 ist Domperidon in Deutschland nicht für Kinder unter 12 Jahren zugelassen und soll bei ihnen nicht angewendet werden [25]. Ondansetron-Filmtabletten dürfen laut Packungsbeilage Kinder mit einem Körpergewicht bis 10 kg oder einer Körperoberfläche unter 0,6 Quadratmetern nicht einnehmen; für sie gibt es Darreichungsformen mit weniger Wirkstoff [19]. Mittel mit Dimenhydrinat oder Diphenhydramin gegen Erbrechen sollen bei Kindern unter drei Jahren laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM, Abschluss eines Stufenplanverfahrens am 22.12.2017) nur nach strenger Indikationsstellung und unter sorgfältiger Beachtung der Dosierung angewendet werden [27]. Zur Behandlung einer akuten Magen-Darm-Infektion sollen Antiemetika bei Kindern laut Leitlinie nicht verwendet werden (starke Empfehlung); Dimenhydrinat sollte danach nicht bei Kindern mit einer einfachen akuten Gastroenteritis eingesetzt werden, auch wegen seiner dämpfenden Wirkung, die die Nahrungsaufnahme zusätzlich erschweren kann [1]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Nebenwirkungen der Medikamente

Metoclopramid: Unkontrollierbare Bewegungen, häufig an Kopf oder Nacken, können besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen und bei hohen Dosen auftreten, normalerweise zu Beginn der Behandlung und selbst nach nur einer einzigen Anwendung. Dann brechen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage ab und sprechen unverzüglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [13]. Wegen des Risikos unwillkürlicher Muskelkrämpfe darf die Behandlung höchstens 3 Monate dauern [13]. Nach einem Durchführungsbeschluss der Europäischen Kommission vom 20.12.2013, den das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Bescheid vom 09.04.2014 umsetzte, verloren Metoclopramid-Arzneimittel oberhalb bestimmter Wirkstoffgrenzwerte die Zulassung. Wegen eines negativen Nutzen-Risiko-Verhältnisses wurden außerdem die Anwendung bei Kindern unter 1 Jahr, die Vorbeugung von akuter Übelkeit und akutem Erbrechen durch eine Chemotherapie, Magen-Darm-Bewegungsstörungen einschließlich Magenlähmung sowie Refluxkrankheit und Verdauungsbeschwerden gestrichen; die maximale empfohlene Behandlungsdauer beträgt danach 5 Tage [14, 23]. Mehr dazu: Parkinson-Symptome durch Medikamente.

Domperidon: Der Wirkstoff wird mit einem Anstieg des Risikos für Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand in Verbindung gebracht; das Risiko kann bei Menschen über 60 Jahren, bei Einnahme von mehr als der in der Packungsbeilage genannten Tageshöchstmenge und zusammen mit bestimmten anderen Arzneimitteln erhöht sein [15]. Bei Herzklopfen, Atemschwierigkeiten oder Bewusstlosigkeit brechen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage ab und wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [15]. Laut Rote-Hand-Brief vom 20.08.2014 bestätigte eine europäische Überprüfung ein gering erhöhtes Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen am Herzen. Domperidon sollte danach nur noch zur Besserung der Beschwerden Übelkeit und Erbrechen, mit der niedrigsten wirksamen Dosis und höchstens eine Woche lang angewendet werden; Gegenanzeigen sind danach unter anderem mäßige oder schwere Leberfunktionsstörungen, eine Verlängerung des QTc-Intervalls, deutliche Störungen der Blutsalze, Herzerkrankungen wie Herzschwäche und die gleichzeitige Einnahme von Mitteln, die das QTc-Intervall verlängern, oder von stark wirksamen CYP3A4-Hemmern [24]. Ein Rote-Hand-Brief vom 29.04.2019 erinnerte an diese Maßnahmen; in anderen Anwendungsgebieten ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis danach negativ [25]. Mehr dazu: QT-Verlängerung.

Dimenhydrinat: Es kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Teilnahme am Straßenverkehr, das Bedienen von Maschinen und das Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt sind, verstärkt zusammen mit Alkohol [17]. Gelegentlich kann es zu anticholinergen Beschwerden wie Mundtrockenheit, Verstopfung, Sehstörungen und Beschwerden beim Wasserlassen kommen [17]. Dimenhydrinat kann schwerwiegende Hautreaktionen verursachen (Stevens-Johnson-Syndrom), die laut Fachinformation lebensbedrohlich oder tödlich sein können. Bei rötlichen, nicht erhabenen, zielscheibenartigen oder kreisförmigen Flecken am Rumpf, häufig mit Blasen in der Mitte, bei Abschälen der Haut und bei Geschwüren in Mund, Rachen, Nase, an den Genitalien oder Augen brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage ab und begeben sich unverzüglich in ärztliche Behandlung; mitunter gehen diesen Hautausschlägen Fieber und grippeähnliche Beschwerden voraus [17, 18]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Bei längerer Behandlung ist eine Medikamentenabhängigkeit nicht auszuschließen; laut Fachinformation wurden Fälle von Missbrauch berichtet, hauptsächlich bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen [17, 18]. Haben Sie eine psychotische Erkrankung oder hatten Sie früher Missbrauch oder eine Abhängigkeit, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, weil dann möglicherweise ein höheres Risiko für Missbrauch und Abhängigkeit besteht [17]. Kinder sind bei versehentlicher Einnahme größerer Mengen besonders gefährdet [17]. Mehr dazu: Müdigkeit und schwere Hautreaktionen.

Ondansetron: Sehr häufig sind Kopfschmerzen, häufig Wärmegefühl und Verstopfung [19]. Ondansetron verlängert laut Fachinformation dosisabhängig das QT-Intervall im EKG [20]. Bei Krampfanfällen, einer allergischen Reaktion mit Schwellungen im Gesicht oder Rachen, einem Kreislaufkollaps, Störungen des Herzrhythmus, die manchmal einen plötzlichen Bewusstseinsverlust verursachen, oder einem ausgedehnten Ausschlag mit Blasen und Hautablösung nehmen Sie laut Packungsbeilage keine weiteren Tabletten und informieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder gehen in die Notaufnahme [19]. Mehr dazu: Kopfschmerzen und Verstopfung.

Dexamethason: Treten unter der Behandlung Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzen im Rücken-, Schulter- oder Hüftgelenksbereich, psychische Verstimmungen oder bei Diabetes auffällige Blutzuckerschwankungen auf, informieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [21]. Mehr dazu: Blutzucker.

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [17]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Erbrochenes Blut, also rot oder schwarz gefärbtes Erbrochenes, und schwarz gefärbter Stuhl können laut IQWiG Zeichen einer Blutung aus einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür sein und sollten rasch ärztlich abgeklärt werden. Auch bei häufigem Erbrechen nach der Nahrungsaufnahme ist es danach wichtig, rasch zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen. Plötzlich auftretende, sehr starke Bauchschmerzen können auf einen lebensbedrohlichen Magendurchbruch hinweisen; bei diesem Verdacht sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden [7].

Nach einer Kopfverletzung, etwa durch einen Sturz oder Unfall, ist wiederholtes Erbrechen laut IQWiG ein Grund, den Notruf 112 zu wählen, ebenso unter anderem Bewusstlosigkeit, auch wenn sie nur kurz war, anhaltende Kopfschmerzen, die stärker werden, und starke Müdigkeit oder Benommenheit [8]. Kleinkinder, Schwangere, ältere oder geschwächte Menschen sollten bei einer Norovirus-Infektion laut gesund.bund.de ärztlich behandelt werden, besonders wenn die Durchfälle oft auftreten oder länger als 2 bis 3 Tage anhalten und Fieber oder Erbrechen hinzukommen [5]. Laut Leitlinie soll ein Mensch mit akuter Gastroenteritis unter anderem bei schwerer Austrocknung, Kreislaufschock, Bewusstseinsstörungen, unkontrollierbarem Erbrechen oder gescheiterter Flüssigkeitsgabe über den Mund stationär aufgenommen werden (starke Empfehlung) [1].

Kinder: Unverzüglich in die Kinderarztpraxis sollten Eltern laut BIÖG gehen, wenn das Kind erbricht und zugleich Fieber oder Durchfall hat, wenn ein sehr junger Säugling auch nach vier Stunden noch wiederholt erbricht, wenn das Kind mehrfach erbricht und krank wirkt, ohne dass eine Ursache erkennbar ist, wenn es nicht trinkt, wenn es nach einem Sturz oder Unfall erbricht, bei starken Bauchschmerzen, wenn es auffällig teilnahmslos und ruhig wirkt und wenn es morgens nüchtern erbricht [6].

Bereitschaftsdienst und Notruf: Anhaltender Brechdurchfall bei mangelnder Flüssigkeitsaufnahme ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Praxen geschlossen sind. Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung, Vergiftungen sowie akute und anhaltende stärkste Schmerzzustände sind Fälle für den Notruf 112 [28].

Quellen

  1. Leitlinie S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen, Version 2.0 (AWMF-Register-Nr. 021-024), digitale Fassung mit Empfehlungen 4.1 bis 4.8 und Hintergrundtexten. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Stand 11/2023. abgerufen am 17.10.2026
  2. Leitlinie S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen, Langversion 2.1 (AWMF-Register-Nr. 032-054OL), Kapitel 5 Tumortherapie-induzierte Nausea und Emesis, Empfehlungen 5.4 und 5.6, Tabelle 24. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF). Stand Juni 2026. abgerufen am 17.10.2026
  3. Medikamente gegen Migräne (Abschnitt "Welche Mittel wirken gegen Übelkeit?"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.07.2022. abgerufen am 17.10.2026
  4. Übelkeit und Erbrechen während der Krebstherapie. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 20.07.2026. abgerufen am 17.10.2026
  5. Behörde Noroviren. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 27.06.2025. abgerufen am 17.10.2026
  6. Behörde Erbrechen bei Babys und Kleinkindern. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de. Stand 11.02.2026. abgerufen am 17.10.2026
  7. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 17.10.2026
  8. Gehirnerschütterung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 02.09.2026. abgerufen am 17.10.2026
  9. Blinddarmentzündung (Appendizitis). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.01.2024. abgerufen am 17.10.2026
  10. Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 17.10.2026
  11. Migräne. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.07.2022. abgerufen am 17.10.2026
  12. Embryotox Embryotox: Emesis gravidarum / Hyperemesis gravidarum (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation MCP-ratiopharm 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 17.10.2026
  14. Fachinformation Fachinformation MCP-ratiopharm 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 17.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Domperidon-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 17.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Domperidon-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 17.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Reisetabletten-ratiopharm 50 mg Tabletten (Dimenhydrinat). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
  18. Fachinformation Fachinformation Reisetabletten-ratiopharm 50 mg Tabletten (Dimenhydrinat), Version 5. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ondansetron-ratiopharm 4 mg, 8 mg Filmtabletten. TEVA GmbH, Mitvertrieb ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 17.10.2026
  20. Fachinformation Fachinformation Ondansetron-ratiopharm 4 mg Filmtabletten. TEVA GmbH, Mitvertrieb ratiopharm GmbH. Stand 08/2022. abgerufen am 17.10.2026
  21. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2022. abgerufen am 17.10.2026
  22. Fachinformation Fachinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg/8 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 17.10.2026
  23. Behörde Metoclopramidhaltige Arzneimittel: Umsetzung des Durchführungsbeschlusses der EU-Kommission (mit Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 23.04.2014. abgerufen am 17.10.2026
  24. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Domperidon: schwerwiegende kardiale Nebenwirkungen. Zulassungsinhaber domperidonhaltiger Arzneimittel (veröffentlicht vom BfArM). Stand 20.08.2014. abgerufen am 17.10.2026
  25. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Domperidon: Erinnerung an Maßnahmen zur Minimierung kardialer Risiken. Zulassungsinhaber domperidonhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit dem BfArM. Stand 29.04.2019. abgerufen am 17.10.2026
  26. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Ondansetron: Erhöhtes Risiko orofazialer Fehlbildungen bei der Anwendung im ersten Trimenon der Schwangerschaft. Zulassungsinhaber ondansetronhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit dem BfArM. Stand 01.10.2019. abgerufen am 17.10.2026
  27. Behörde Dimenhydrinat und Diphenhydramin: Überdosierung oraler und rektaler Darreichungsformen bei Kindern bis 3 Jahre (Abschluss des Stufenplanverfahrens). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 22.12.2017. abgerufen am 17.10.2026
  28. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Übelkeit und Erbrechen?

Bei Erbrechen ist es laut gesund.bund.de wichtig, viel zu trinken; Tee, Wasser und verdünnte Fruchtsäfte eignen sich danach besser als Cola. Trotz Erbrechens gelingt laut Leitlinie meist die Aufnahme kleiner Mengen einer gekühlten Trinklösung in häufigen, kurzen Abständen. Menschen in Krebsbehandlung rät der Krebsinformationsdienst, immer wieder kleine Schlucke zu trinken, starke Gerüche zu meiden und für frische Luft zu sorgen. Mittel gegen Erbrechen können laut Leitlinie bei einer akuten Magen-Darm-Infektion im Erwachsenenalter kurzfristig zum Einsatz kommen (Empfehlung offen).

Welche Mittel gegen Übelkeit gibt es ohne Rezept?

Rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind Tabletten mit Dimenhydrinat. Laut Packungsbeilage sollen sie ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt nur wenige Tage eingenommen werden. Kinder bis einschließlich 5 Jahren dürfen sie nicht einnehmen, ebenso wenig Schwangere und Stillende. Sie können müde machen und die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Wie viel Sie laut Packungsbeilage nehmen dürfen, steht auf der Seite Dimenhydrinat. Metoclopramid, Domperidon und Ondansetron sind verschreibungspflichtig.

Was hilft bei Erbrechen durch eine Magen-Darm-Grippe?

Eine akute Magen-Darm-Infektion soll laut Leitlinie vor allem mit ausreichend Flüssigkeit und Salzen behandelt werden (starke Empfehlung). Gegen Noroviren selbst gibt es laut gesund.bund.de keine Medikamente; bei starkem Erbrechen können danach Medikamente gegen Übelkeit und Brechreiz eingenommen werden. Laut Leitlinie können Mittel gegen Erbrechen im Erwachsenenalter kurzfristig zum Einsatz kommen (Empfehlung offen), bei Kindern sollen sie zur Behandlung der akuten Magen-Darm-Infektion nicht verwendet werden (starke Empfehlung). Mehr dazu: Magen-Darm-Grippe.

Darf ich bei Übelkeit MCP nehmen?

Metoclopramid (MCP) ist verschreibungspflichtig. Bei Erwachsenen ist es laut Packungsbeilage zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen zugelassen, auch bei Migräne, außerdem zur Vorbeugung verzögert auftretender Übelkeit nach einer Chemotherapie und zur Vorbeugung bei einer Strahlentherapie. Die maximale empfohlene Behandlungsdauer beträgt 5 Tage. Es kann unkontrollierbare Bewegungen auslösen, besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen; Kinder unter 1 Jahr dürfen es nicht erhalten. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosis stehen unter Metoclopramid.

Was hilft Kindern bei Erbrechen?

Wichtig ist laut BIÖG vor allem, einer Austrocknung entgegenzuwirken: über etwa vier Stunden schluckweise und in kurzen Abständen kleine Mengen Tee anbieten, gestillte Säuglinge häufiger anlegen, feste Nahrung erst, wenn das Kind sie möchte. Mittel gegen Erbrechen sollen laut Leitlinie bei Kindern nicht zur Behandlung einer akuten Magen-Darm-Infektion verwendet werden. Dimenhydrinat-Tabletten dürfen Kinder bis einschließlich 5 Jahren laut Packungsbeilage nicht einnehmen. Unverzüglich in die Kinderarztpraxis gehören Kinder laut BIÖG unter anderem bei Erbrechen mit Fieber oder Durchfall, bei Erbrechen nach einem Sturz oder Unfall und wenn sie nicht trinken.

Was hilft gegen Übelkeit in der Schwangerschaft?

Reicht es nicht, Auslöser zu meiden, sollte laut Embryotox als erstes Medikament das dafür zugelassene Doxylamin in Kombination mit Pyridoxin vorgeschlagen werden. Mögliche Alternativen sind danach Meclozin über die Auslandsapotheke sowie Dimenhydrinat, das allerdings weniger Erfahrungen aufweist; bei schwereren Verläufen kommen Metoclopramid für höchstens fünf Tage und Ondansetron infrage, beide sollten aber nicht als erstes eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage dürfen Dimenhydrinat-Reisetabletten in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, weil sie vorzeitig Wehen auslösen können. Ondansetron ist für Übelkeit in der Schwangerschaft nicht zugelassen und sollte laut Rote-Hand-Brief von 2019 im ersten Schwangerschaftsdrittel nicht angewendet werden. Mehr dazu: Schwangerschaftsübelkeit.

Wann muss ich mit Erbrechen zum Arzt?

Erbrochenes Blut (rot oder schwarz gefärbtes Erbrochenes) sollten Sie laut IQWiG rasch ärztlich abklären lassen. Wiederholtes Erbrechen nach einer Kopfverletzung, etwa durch einen Sturz oder Unfall, ist laut IQWiG ein Grund für den Notruf 112, ebenso plötzlich auftretende, sehr starke Bauchschmerzen bei Verdacht auf einen Magendurchbruch. Anhaltender Brechdurchfall bei mangelnder Flüssigkeitsaufnahme ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Praxen geschlossen sind. Kleinkinder, Schwangere, ältere oder geschwächte Menschen sollten bei einer Norovirus-Infektion laut gesund.bund.de ärztlich behandelt werden.

Können Medikamente Übelkeit auslösen?

Ja. Der Krebsinformationsdienst nennt Medikamente als eine mögliche Ursache von Übelkeit und Erbrechen. Welche Medikamente Übelkeit oder Erbrechen als Nebenwirkung nennen und was Sie dann tun können, steht auf der Seite Übelkeit und Erbrechen durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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