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Parkinson-Symptome durch Medikamente

Parkinson-ähnliche Beschwerden wie verlangsamte Bewegungen, steife Muskeln und Zittern in Ruhe können laut IQWiG auch Medikamente wie Psychopharmaka verursachen. Die Produktinformationen nennen solche und andere Bewegungsstörungen zum Beispiel bei Antipsychotika wie Haloperidol, Risperidon und Olanzapin, beim Mittel gegen Übelkeit Metoclopramid und bei Valproinsäure. Sprechen Sie neue Bewegungsstörungen ärztlich an. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Metoclopramid verlangt die Packungsbeilage dagegen, die Behandlung bei unkontrollierbaren Bewegungen abzubrechen; holen Sie dann in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Älterer Mann mit weißem Haar und grauer Strickjacke steht in einem hellen Flur und knöpft langsam und konzentriert seine Jacke zu
Bild: KI-generiert

Parkinson-ähnliche Beschwerden können eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Die Parkinson-Krankheit äußert sich laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) typischerweise durch Bewegungsarmut (Akinesie), Muskelsteife (Rigor) und Zittern in Ruhe (Ruhetremor) [1]. Solche Beschwerden können auch die Folge anderer Erkrankungen sein; Medikamente wie Psychopharmaka können sie ebenfalls verursachen [1]. In den Produktinformationen heißen sie Parkinsonismus oder Parkinson-Syndrom und gehören zu den extrapyramidalen Störungen, also Störungen des natürlichen Bewegungsablaufs. Dazu zählen laut Fachinformationen auch anhaltende Muskelanspannungen (Dystonie), unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesie) und eine als quälend empfundene Bewegungsunruhe (Akathisie) [3, 4, 8]. Nach längerer Behandlung können außerdem Spätdyskinesien auftreten [3, 8]. Die Produktinformationen von Antipsychotika wie Haloperidol und Risperidon und des Mittels gegen Übelkeit Metoclopramid stufen Parkinsonismus oder extrapyramidale Störungen als häufig oder sehr häufig ein [2, 5, 7].

Welche Medikamente Parkinson-Symptome auslösen können

Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe; jede Häufigkeitsangabe gilt nur für ihren Wirkstoff.

  • Antipsychotika (Neuroleptika): Haloperidol wird laut Fachinformation unter anderem bei Schizophrenie eingesetzt [3]. Seine Packungsbeilage nennt unkontrollierte Bewegungen des Körpers oder der Gliedmaßen (extrapyramidale Erkrankung), unter anderem Rastlosigkeit, verlangsamte oder eingeschränkte Bewegungen, Muskelzittern oder Muskelsteife, einen schlurfenden Gang und den Verlust der normalen Mimik ("Maskengesicht"), und stuft diese Nebenwirkungen zusammen als sehr häufig ein, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten [2]. Die Fachinformation führt die Störungen einzeln auf: die extrapyramidale Erkrankung als sehr häufig, Akathisie, verlangsamte Bewegungen (Bradykinesie), Dystonie, Dyskinesie, Spätdyskinesie und Tremor als häufig, Parkinsonismus als gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100, und das Maskengesicht mit nicht bekannter Häufigkeit [3]. In den gepoolten Sicherheitsdaten klinischer Studien, die die Fachinformation auswertet, war die extrapyramidale Erkrankung mit 34 Prozent die am häufigsten berichtete Nebenwirkung [3]. Bei Risperidon gehört Parkinsonismus laut Fachinformation zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen und ist dem Anschein nach dosisabhängig; die Packungsbeilage stuft ihn als sehr häufig ein, Dystonie und Dyskinesie als häufig, also bei bis zu 1 von 10 [4, 5]. Bei Olanzapin sind Parkinsonismus und Dyskinesie laut Fachinformation häufig; die Packungsbeilage nennt ungewöhnliche Bewegungen, insbesondere des Gesichts oder der Zunge, als häufige Nebenwirkung [6, 13].
  • Metoclopramid (Mittel gegen Übelkeit): Die Packungsbeilage stuft unkontrollierbare Bewegungen wie Ticks, Zittern, Drehbewegungen oder Muskelkontraktionen und Beschwerden wie bei der Parkinson-Krankheit (Starre, Zittern) als häufig ein [7]. Solche extrapyramidalen Erkrankungen können laut Fachinformation besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen und/oder bei hohen Dosierungen auftreten, normalerweise zu Beginn der Behandlung und selbst nach einer einzigen Gabe [8]. Eine längere Behandlung kann laut Fachinformation besonders bei älteren Menschen eine Spätdyskinesie verursachen, die irreversibel sein kann [8].
  • Valproinsäure (Mittel gegen Anfallsleiden und Manie, Antiepileptika): Die Packungsbeilage stuft unkontrollierte Muskelzuckungen und Instabilität beim Gehen (Parkinsonismus, extrapyramidale Störungen, Ataxie) als häufig ein und einen reversiblen Parkinsonismus als gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 [10]. Laut Fachinformation sind die extrapyramidalen Störungen zum Teil irreversibel [11].

EU-weite Beschränkung von Metoclopramid (2013). Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat am 26. Juli 2013 empfohlen, die Anwendung von Metoclopramid einzuschränken, um die bekannten Risiken möglicherweise schwerer neurologischer Nebenwirkungen zu verringern; nach einer erneuten Prüfung bestätigte er die Empfehlung am 24. Oktober 2013 [14]. Seitdem soll Metoclopramid nur noch kurzzeitig angewendet werden (bis zu 5 Tage), nicht mehr bei Kindern unter 1 Jahr und bei älteren Kindern nur noch als Mittel der zweiten Wahl in bestimmten Anwendungsgebieten; die empfohlene Höchstdosis für Erwachsene wurde gesenkt, und Präparate oberhalb bestimmter Wirkstoffgrenzwerte verloren ihre Zulassung [9, 14]. Das Risiko kurzzeitiger neurologischer Wirkungen ist laut EMA bei Kindern höher und steigt bei hohen Dosen oder einer Langzeitbehandlung [14]. Die Europäische Kommission hat die Empfehlung am 20. Dezember 2013 rechtsverbindlich beschlossen; das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat den Beschluss mit Bescheid vom 9. April 2014 umgesetzt [9, 14].

Die Tabelle zeigt alle Wirkstoffe mit Steckbrief auf dieser Website, deren Produktinformation Parkinson-Symptome oder andere Bewegungsstörungen nennt:

Parkinson-Symptome als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
AmisulpridSehr häufigExtrapyramidale Störungen wie Zittern (Tremor), Muskelversteifung (Rigidität), verminderte Bewegungsfähigkeit (Hypokinese), vermehrter Speichelfluss, Unvermögen, ruhig zu sitzen (Akathisie), unwillkürliche…
HaloperidolSehr häufigUnkontrollierte Bewegungen des Körpers oder der Gliedmaßen (extrapyramidale Erkrankung), zum Beispiel Bewegungen von Mund, Zunge und Kiefer (Spätdyskinesie), Rastlosigkeit oder Unvermögen, ruhig zu sitzen, verstärkte…
PipamperonSehr häufigZahnradphänomen · Erhöhte Muskelspannung, Sitzunruhe, Blickkrampf, krampfhafte Überstreckung des Körpers, Bewegungsstörung · Parkinson-ähnliche Beschwerden (Parkinsonismus)
QuetiapinSehr häufigUngewöhnliche Muskelbewegungen: erschwerter Bewegungsbeginn, Zittern, Ruhelosigkeit, steife Muskeln
RisperidonSehr häufigParkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, steife Muskeln mit ruckartigen Bewegungen, manchmal ein Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen; außerdem langsamer, schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter…
AripiprazolHäufigUnkontrollierbare Zuckungen, zuckende oder windende Bewegungen (laut Fachinformation extrapyramidale Erkrankung), Zittern · Bei Jugendlichen ab 13 Jahren: Schläfrigkeit, unkontrollierbare Zuckbewegungen, Unruhe und…
ClozapinHäufigBewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome): Zittern, Steifigkeit (Rigor), ungewöhnliche Bewegungen, Unfähigkeit, sich zu bewegen, und Unfähigkeit, bewegungslos zu bleiben (Akathisie) · Nicht kontrollierbare…
MetoclopramidHäufigUnkontrollierbare Bewegungen wie Ticks, Zittern, Drehbewegungen oder Muskelkontraktionen mit Steifheit oder Starre (extrapyramidale Erkrankungen), laut Fachinformation besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen…
OlanzapinHäufigParkinson-ähnliche Beschwerden (Parkinsonismus) · Ungewöhnliche Bewegungen (Dyskinesien), vor allem von Gesicht oder Zunge · Muskelsteifheit oder Muskelkrämpfe, einschließlich Blickkrämpfen (Dystonie) · Spät…
PaliperidonHäufigParkinsonismus: langsame oder gestörte Bewegungen, Gefühl steifer Muskeln, Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen, langsamer schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter Speichelfluss, Verlust der Mimik · Dystonie:…
SertralinHäufigZittern; Muskelbewegungsprobleme wie übermäßige Bewegung, angespannte Muskeln, Schwierigkeiten beim Gehen, Steifheit, Krämpfe und unwillkürliche Muskelbewegungen (extrapyramidale Beschwerden)
ValproinsäureHäufigUnkontrollierte Muskelzuckungen, unnormale Bewegungen, steife Muskeln und unsicherer Gang (Parkinsonismus, extrapyramidale Störungen, Ataxie); extrapyramidale Störungen sind laut Fachinformation zum Teil nicht…
DimenhydrinatGelegentlichBewegungsstörungen
OndansetronGelegentlichUngewöhnliche Körperbewegungen oder Zittern; laut Fachinformation Bewegungsstörungen wie Muskelverkrampfungen (dystone Reaktionen), krisenhafte Störungen der Augenbewegung mit Blickabweichung (okulogyre Krise) und…
ParoxetinGelegentlichEingeschränkte Beweglichkeit, Steifigkeit oder unwillkürliche Bewegungen von Mund und Zunge (extrapyramidale Störungen)
DonepezilSeltenSteifheit, Zittern oder unkontrollierbare Bewegungen, insbesondere im Gesicht und an der Zunge, aber auch an Armen und Beinen (extrapyramidale Symptome)
DuloxetinSeltenExtrapyramidale Symptome (Bewegungsstörungen)
PregabalinSeltenDer Parkinson-Krankheit ähnelnde Beschwerden (Parkinsonismus) wie Zittern, verminderte Bewegungsfähigkeit und Muskelsteifheit
BaclofenSehr seltenUnwillkürliche Bewegungen im Gesicht wie Schmatzen, Kaubewegungen und Blinzeln (orofaziale Dyskinesien), die nach dem Absetzen wieder verschwinden
BupropionSehr seltenMuskelsteifheit, unwillkürliche Bewegungen, Probleme beim Gehen oder bei der Koordination der Bewegungen (Dystonie, Parkinsonismus, Ataxie)
CetirizinSehr seltenBewusstseinsverlust (Synkope), unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesie), krankhafte anhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen (Dystonie), Zittern (Tremor), veränderter Geschmackssinn (Dysgeusie)
LamotriginSehr seltenUnkontrollierbare wiederholte Bewegungen, Geräusche oder Worte (Tics), unkontrollierbare Muskelkrämpfe an Augen, Kopf und Rumpf (Choreoathetose) oder andere ungewöhnliche Bewegungen wie Ruckeln, Schütteln oder…
RivastigminSehr seltenSteife Arme oder Beine und zitternde Hände (laut Fachinformation extrapyramidale Symptome) · Verschlechterung der Beschwerden einer Parkinson-Krankheit, zum Beispiel Zittern, Steifheit, schlurfender Gang
AmiodaronNicht bekanntUngewöhnliche Muskelbewegungen, Steifheit, Zittern und Ruhelosigkeit (Parkinsonismus)
AmitriptylinNicht bekanntBewegungsstörungen mit unwillkürlichen Bewegungen oder verminderter Beweglichkeit (extrapyramidale Störungen)
AmlodipinNicht bekanntZittern, steife Körperhaltung, maskenartiges Gesicht, langsame Bewegungen und schlurfender, ungleichmäßiger Gang (extrapyramidale Erkrankung)
CitalopramNicht bekanntUngewöhnliche Muskelbewegungen oder Muskelsteifheit (extrapyramidale Störungen, Bewegungsstörungen)
DomperidonNicht bekanntUnwillkürliche Bewegungen des Gesichts, der Arme oder Beine, übermäßiges Zittern, übermäßige Muskelstarre oder Muskelspasmen (extrapyramidale Nebenwirkungen)
HydroxychloroquinNicht bekanntBewegungsstörungen (extrapyramidale Störungen) wie Bewegungsunruhe, unwillkürliche Bewegungen oder Zuckungen im Gesicht oder an Armen und Beinen, Unfähigkeit, still zu sitzen, Zittern
LevofloxacinNicht bekanntBeschwerden beim Bewegen und Gehen (Dyskinesie, extrapyramidale Störungen)
LithiumNicht bekanntBewegungsstörungen und verlangsamte Bewegungen; laut Fachinformation auch Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie), choreoathetotische Bewegungen und extrapyramidale Symptome
LorazepamNicht bekanntStörungen der Bewegungsabläufe (extrapyramidale Symptome)
TianeptinNicht bekanntExtrapyramidale Symptome (bestimmte Bewegungsstörungen) und unwillkürliche Bewegungen
TrimipraminNicht bekanntStörungen der Bewegungsabläufe (extrapyramidale Störungen) wie Akathisie, Gangstörungen und Dyskinesien
VerapamilNicht bekanntStörungen des unwillkürlichen Bewegungsablaufs (extrapyramidale Symptome)

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (35 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Woran Sie Parkinson-Symptome durch ein Medikament erkennen

Die Packungsbeilage von Risperidon beschreibt Parkinsonismus als langsame oder gestörte Bewegungen und ein Gefühl steifer Muskeln, das die Bewegungen ruckartig macht, manchmal mit einem Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen; weitere Anzeichen sind ein langsamer, schlurfender Gang, Zittern in Ruhe, vermehrter Speichelfluss und ein Verlust der Ausdrucksfähigkeit des Gesichts [5]. Laut IQWiG erscheint das Gesicht bei abnehmender Beweglichkeit der Gesichtsmuskeln maskenartig, das Sprechen wird leise und monoton, und es fällt schwer, Bewegungen in Gang zu setzen [1].

Andere Bewegungsstörungen sehen anders aus. Eine Dystonie ist laut Packungsbeilage von Risperidon eine langsame oder anhaltende unwillkürliche Muskelanspannung, die oft Teile des Gesichts mit ungewöhnlichen Bewegungen von Augen, Mund, Zunge oder Kiefer betrifft; eine Dyskinesie umfasst unwillkürliche, wiederholte, krampfartige oder windende Bewegungen oder Zuckungen [5]. Bei Metoclopramid beziehen unkontrollierbare Bewegungen laut Packungsbeilage häufig Kopf oder Nacken ein [7]. Eine als quälend empfundene innere und motorische Unruhe, bei der man häufig nicht ruhig sitzen oder stehen kann (Akathisie), beschreibt die Fachinformation von Haloperidol; mehr dazu auf der Seite Unruhe und Angst [3].

Zeitlicher Zusammenhang

Wann die Beschwerden auftreten, hängt von der Art der Störung ab. Akute extrapyramidale Reaktionen auf Metoclopramid treten laut Fachinformation normalerweise zu Beginn der Behandlung auf, auch schon nach einer einzigen Gabe [8]. Eine akute Dystonie, etwa mit Schiefhals (Torticollis), Grimassieren, Kieferkrampf (Trismus), Herausstrecken der Zunge oder Blickkrampf, kann laut Fachinformation von Haloperidol in den ersten Tagen der Behandlung auftreten, aber auch später oder nach einer Dosiserhöhung; Männer und jüngere Altersgruppen haben ein höheres Risiko [3]. Die Akathisie unter Haloperidol tritt am wahrscheinlichsten in den ersten Behandlungswochen auf [3].

Spätdyskinesien dagegen können bei Haloperidol laut Fachinformation unter einer Langzeitbehandlung oder nach dem Absetzen auftreten und äußern sich vorwiegend durch rhythmische unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer [3]. Bei Olanzapin nimmt das Risiko laut Fachinformation während einer Langzeitbehandlung zu; die Symptome können sich zeitweilig verschlechtern oder erst nach Ende der Behandlung auftreten [6]. Bei Metoclopramid kann eine längere Behandlung besonders bei älteren Menschen eine Spätdyskinesie verursachen [8]. Laut Fachinformation von Risperidon ist das Auftreten extrapyramidaler Symptome ein Risikofaktor für Spätdyskinesien [4].

Lesen Sie in der Packungsbeilage nach, ob Ihr Medikament Bewegungsstörungen nennt: in Abschnitt 2 bei den Warnhinweisen und in Abschnitt 4 bei den Nebenwirkungen [2, 7]. Notieren Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch, seit wann Sie welches Mittel einnehmen und wann welche Bewegungen auffallen. Laut IQWiG kann es hilfreich sein, Angehörige zum Arztgespräch mitzunehmen, weil ihnen manchmal Beschwerden auffallen, die man selbst nicht bemerkt [1]. Einen Überblick über alle Mittel gibt der Medikationsplan.

Warum Medikamente Parkinson-Symptome auslösen können

Bei der Parkinson-Krankheit werden laut IQWiG Nervenzellen im Gehirn geschädigt, die den Botenstoff Dopamin bilden. Dopamin sorgt unter anderem dafür, dass elektrische Impulse vom Gehirn über die Nerven zu den Muskeln übertragen werden; so werden zum Beispiel Bewegungen gesteuert [1]. Haloperidol ist laut Fachinformation ein starker, zentral wirksamer Hemmstoff an Dopamin-D2-Rezeptoren (D2-Rezeptorantagonist). Die Blockade der zentralen Dopamin-Rezeptoren wirkt sich auf die Basalganglien aus (nigrostriatales System); diese Wirkung ist laut Fachinformation wahrscheinlich die Ursache für extrapyramidal-motorische Störungen wie Dystonie, Akathisie und Parkinsonismus [3]. Auch den extrapyramidalen Nebenwirkungen von Metoclopramid liegt laut Fachinformation die Dopamin-Rezeptoren blockierende Wirkung im zentralen Nervensystem zugrunde [8]. Arzneimittel, die Dopamin-Rezeptoren blockieren, werden laut Fachinformation von Risperidon mit dem Auftreten von Spätdyskinesien in Verbindung gebracht [4].

Auch Wechselwirkungen und Gegenanzeigen betreffen den Botenstoff Dopamin. Bei der Parkinson-Krankheit werden laut IQWiG Medikamente eingesetzt, die das fehlende Dopamin ersetzen [1]. Metoclopramid und Levodopa oder andere dopaminerge Wirkstoffe heben sich laut Fachinformation in ihrer Wirkung gegenseitig auf; die Kombination ist kontraindiziert [8]. Metoclopramid kann außerdem zusammen mit Neuroleptika extrapyramidale Erkrankungen begünstigen [8]. Risperidon kann laut Fachinformation der Wirkung von Levodopa und anderen Dopamin-Agonisten entgegenwirken; eine bestehende Parkinson-Krankheit kann sich unter dem Mittel verschlimmern, und Menschen mit Parkinson-Krankheit oder Lewy-Körper-Demenz können empfindlicher auf Antipsychotika reagieren [4]. Mehr unter Parkinson- und Demenzmittel und im Ratgeber Wechselwirkungen.

Was Sie tun können

Ältere Frau mit grauem Haar geht mit ihrem erwachsenen Sohn langsam einen Parkweg entlang und hält sich an seinem Arm fest
Bild: KI-generiert

Ärztlich besprechen, nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Valproinsäure warnt die Packungsbeilage ausdrücklich davor, die Behandlung eigenmächtig zu unterbrechen oder vorzeitig zu beenden, weil das neue epileptische Anfälle auslösen kann [10]. Auch Olanzapin sollen Sie laut Packungsbeilage nur absetzen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen sagt [13]. Nach plötzlichem Absetzen hochdosierter Antipsychotika wurde laut Fachinformation von Haloperidol sehr selten über akute Absetzsymptome wie Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit berichtet [3]. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.

Ausnahme Metoclopramid. Bei unkontrollierbaren Bewegungen, oft unter Einbeziehung von Kopf oder Nacken, sollen Sie laut Packungsbeilage die Behandlung abbrechen und unverzüglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke sprechen [7]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Laut Packungsbeilage enden diese Bewegungen, wenn sie ordnungsgemäß behandelt werden [7]; laut Fachinformation klingen sie nach dem Absetzen im Allgemeinen vollständig ab [8].

Was die Ärztin oder der Arzt prüft. Treten Anzeichen einer Spätdyskinesie auf, muss laut Fachinformation von Haloperidol das Absetzen aller Antipsychotika erwogen werden; laut Fachinformation von Risperidon soll ein Absetzen sämtlicher Antipsychotika in Betracht gezogen werden [3, 4]. Bei Olanzapin sollte laut Fachinformation überlegt werden, die Dosis zu verringern oder die Behandlung abzubrechen; bei Metoclopramid muss die Behandlung abgebrochen werden [6, 8]. Bei einer akuten Dystonie unter Haloperidol kann laut Fachinformation das Absetzen erforderlich sein, und bei einer Akathisie kann eine Erhöhung der Dosis negative Auswirkungen haben [3]. Welche Möglichkeiten es gibt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt; die Packungsbeilage von Haloperidol weist darauf hin, dass Sie bei Bewegungsstörungen möglicherweise weitere Arzneimittel erhalten [2].

Vorerkrankungen nennen. Metoclopramid darf laut Packungsbeilage bei Parkinson-Krankheit oder anderen Störungen des natürlichen Bewegungsablaufs und zusammen mit Levodopa oder anderen dopaminergen Wirkstoffen nicht eingenommen werden [7]. Laut Fachinformation ist es auch bei einer früheren Spätdyskinesie kontraindiziert, die durch Neuroleptika oder Metoclopramid verursacht wurde [8]. Haloperidol darf laut Packungsbeilage unter anderem bei Parkinson-Krankheit und Lewy-Körper-Demenz nicht eingenommen werden [2]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor jeder neuen Verordnung über eine Parkinson-Erkrankung und über alle Mittel, die Sie einnehmen.

Verkehrstüchtigkeit. Nach der Einnahme von Metoclopramid können laut Packungsbeilage unkontrollierbare Bewegungsstörungen und eine ungewöhnliche Muskelspannung auftreten, die Sehkraft, Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können [7]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem BfArM melden [10]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Malignes neuroleptisches Syndrom. In Verbindung mit Antipsychotika wurde laut Fachinformation von Risperidon über ein malignes neuroleptisches Syndrom berichtet, gekennzeichnet durch eine erhöhte Körpertemperatur (Hyperthermie), Muskelsteifigkeit, eine Instabilität des vegetativen Nervensystems (autonome Instabilität), Bewusstseinstrübungen und erhöhte Werte des Muskelenzyms Kreatinphosphokinase im Blut [4]. Bei Haloperidol tritt es laut Packungsbeilage selten auf, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten, mit hohem Fieber, ausgeprägter Muskelsteife, Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit [2]. Die Packungsbeilage von Risperidon nennt Fieber, Muskelsteifheit, Schweißausbrüche oder eine Bewusstseinsminderung; eine sofortige medizinische Behandlung könnte erforderlich sein [5]. Bei Olanzapin sollen Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, wenn eine Kombination aus Fieber, schnellerer Atmung, Schwitzen, Muskelsteifheit, Benommenheit oder Schläfrigkeit auftritt [13]. Auch für Metoclopramid wurde das Syndrom berichtet; die Packungsbeilage nennt hohes Fieber, hohen Blutdruck, Krämpfe, Schweißausbruch und vermehrte Speichelbildung als mögliche Anzeichen und verlangt dann, die Behandlung abzubrechen [7, 8]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Unkontrollierte Bewegungen. Bei Haloperidol sollen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt sofort informieren, wenn Sie unkontrollierte Bewegungen bemerken oder vermuten; Sie benötigen möglicherweise dringend eine medizinische Behandlung [2]. Ebenso verlangt die Packungsbeilage von Valproinsäure, sich bei unnormalen Bewegungen und steifen Muskeln (extrapyramidalen Störungen) sofort an die Ärztin oder den Arzt zu wenden [10]. Bei Olanzapin sollen Sie ungewöhnliche Bewegungen, insbesondere des Gesichts oder der Zunge, sofort ärztlich mitteilen, bei Risperidon unwillkürliche rhythmische Bewegungen von Zunge, Mund und Gesicht [5, 13]. Für unkontrollierbare Bewegungen unter Metoclopramid gilt die oben beschriebene Ausnahme: Die Packungsbeilage verlangt, die Behandlung abzubrechen [7].

Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot und akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [12].

Andere Ursachen

Nicht jede Bewegungsstörung unter einem Medikament kommt vom Medikament. Am häufigsten ist laut IQWiG das sogenannte idiopathische Parkinson-Syndrom, bei dem keine Ursache gefunden werden kann [1]. Im Bevölkerungsdurchschnitt haben etwa 1 bis 2 von 1.000 Menschen die Parkinson-Krankheit; sie tritt meist erst nach dem 50. Lebensjahr auf, ab 70 Jahren sind etwa 20 von 1.000 Menschen betroffen [1]. Erste Anzeichen werden laut IQWiG oft nicht bemerkt oder für normale Alterserscheinungen gehalten, zum Beispiel eine nachlassende Feinmotorik, eine veränderte Schrift, fehlendes Mitschwingen der Arme beim Gehen, ein starrerer Gesichtsausdruck oder ein nachlassender Geruchssinn [1].

  • Andere Erkrankungen des Nervensystems: Parkinson-Beschwerden können laut IQWiG auch die Folge anderer Erkrankungen des Nervensystems sein, etwa einer Demenz; auch Entzündungen oder Tumoren können solche Beschwerden verursachen [1].
  • Zittern: Zittern ist nicht immer ein Parkinson-Zeichen. Das typische Parkinson-Zittern tritt laut IQWiG in Ruhe auf und nimmt bei Bewegung ab [1]. Zittern als eigene Nebenwirkung, etwa bei Valproinsäure, wo die Fachinformation Tremor als sehr häufig einstuft, behandelt die Seite Zittern durch Medikamente [11].
  • Unruhe und unruhige Beine: Bewegungsdrang und innere Unruhe sind auf den Seiten Unruhe und Angst und Restless Legs beschrieben.

Hinweise zu Medikamenten bei älteren Menschen gibt der Ratgeber Medikamente im Alter.

Quellen

  1. Parkinson. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.02.2023. abgerufen am 12.10.2026
  2. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
  3. Fachinformation Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten (Version 3). ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Risperidon AbZ Filmtabletten (Version 3). AbZ-Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Risperidon AbZ 1 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten (Version 4). ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation MCP-ratiopharm 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation MCP-ratiopharm 10 mg Tabletten (Version 4). ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
  9. Behörde Metoclopramidhaltige Arzneimittel: Umsetzung des Durchführungsbeschlusses der EU-Kommission (Bescheid vom 09.04.2014; Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen und Hintergründe vom 23.04.2014, aktualisiert 29.04.2014). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 23.04.2014. abgerufen am 12.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  11. Fachinformation Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten (Version 14). ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  12. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten (2,5 mg bis 20 mg). ratiopharm GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 12.10.2026
  14. Behörde Metoclopramide-containing medicines: Referral nach Artikel 31 der Richtlinie 2001/83/EG (CHMP-Empfehlung vom 26.07.2013, nach erneuter Prüfung bestätigt am 24.10.2013; Beschluss der Europäischen Kommission vom 20.12.2013). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 26.07.2013 (zuletzt aktualisiert 06.02.2014). abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können Parkinson-Symptome auslösen?

Laut IQWiG können Medikamente wie Psychopharmaka Parkinson-Beschwerden verursachen. Die Produktinformationen nennen Parkinsonismus oder andere Bewegungsstörungen zum Beispiel bei Antipsychotika wie Haloperidol, Risperidon und Olanzapin, beim Mittel gegen Übelkeit Metoclopramid und beim Antiepileptikum Valproinsäure. Welche Wirkstoffe mit Steckbrief auf dieser Website solche Beschwerden nennen, zeigt die Tabelle im Abschnitt "Welche Medikamente Parkinson-Symptome auslösen können". Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Woran erkenne ich Parkinson-Symptome durch ein Medikament?

Die Packungsbeilage von Risperidon beschreibt Parkinsonismus als langsame oder gestörte Bewegungen, steife Muskeln, manchmal ein Gefühl des "Einfrierens" von Bewegungen, einen langsamen, schlurfenden Gang, Zittern in Ruhe, vermehrten Speichelfluss und ein ausdrucksarmes Gesicht. Ob ein Medikament die Ursache ist, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Notieren Sie, seit wann Sie das Mittel einnehmen und wann die Beschwerden begonnen haben.

Gehen Parkinson-Symptome durch Medikamente wieder weg?

Das hängt vom Wirkstoff und von der Art der Bewegungsstörung ab. Bei Metoclopramid klingen extrapyramidale Störungen laut Fachinformation nach dem Absetzen im Allgemeinen vollständig ab. Bei Valproinsäure nennt die Fachinformation ein reversibles Parkinsonsyndrom, aber auch extrapyramidale Störungen, die zum Teil irreversibel sind. Spätdyskinesien können laut Fachinformationen von Haloperidol und Metoclopramid bei manchen Menschen bestehen bleiben. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Metoclopramid verlangt die Packungsbeilage dagegen, die Behandlung bei unkontrollierbaren Bewegungen abzubrechen; holen Sie dann in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Was ist eine Spätdyskinesie?

Eine Spätdyskinesie (tardive Dyskinesie) äußert sich laut Fachinformation von Haloperidol vorwiegend durch rhythmische unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer. Sie kann unter einer Langzeitbehandlung oder nach dem Absetzen auftreten und bei manchen Menschen irreversibel sein. Bei Metoclopramid kann eine längere Behandlung laut Fachinformation besonders bei älteren Menschen eine Spätdyskinesie verursachen. Die Packungsbeilage von Risperidon bittet, unwillkürliche rhythmische Bewegungen von Zunge, Mund und Gesicht sofort ärztlich mitzuteilen.

Warum darf Metoclopramid nur noch kurz angewendet werden?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat 2013 nach einer Überprüfung empfohlen, Metoclopramid nur noch kurzzeitig anzuwenden (bis zu 5 Tage), um die bekannten Risiken möglicherweise schwerer neurologischer Nebenwirkungen wie kurzzeitiger extrapyramidaler Störungen zu verringern. Die Europäische Kommission hat das am 20. Dezember 2013 EU-weit verbindlich beschlossen; seitdem darf Metoclopramid auch nicht mehr bei Kindern unter 1 Jahr angewendet werden. Wie lange Sie das Mittel nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Darf ich Metoclopramid nehmen, wenn ich Parkinson habe?

Nein. Laut Packungsbeilage darf Metoclopramid bei der Parkinson-Krankheit oder anderen Störungen des natürlichen Bewegungsablaufs nicht eingenommen werden, ebenso nicht zusammen mit Levodopa oder anderen dopaminergen Wirkstoffen. Auch Haloperidol darf laut Packungsbeilage bei Parkinson nicht eingenommen werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Mittel für Sie infrage kommen.

Was ist ein malignes neuroleptisches Syndrom?

Das maligne neuroleptische Syndrom ist laut Fachinformation von Haloperidol eine seltene Reaktion mit erhöhter Körpertemperatur, Muskelsteifigkeit am ganzen Körper, einer Instabilität des vegetativen Nervensystems, Bewusstseinsveränderungen und erhöhten Werten des Muskelenzyms Kreatinphosphokinase im Blut. Berichtet wurde es unter Antipsychotika und auch unter Metoclopramid. Die Packungsbeilagen nennen als Warnzeichen zum Beispiel hohes Fieber, ausgeprägte Muskelsteife, Schweißausbrüche, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit. Holen Sie dann in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe, bei Bewusstlosigkeit über den Notruf 112.

Kann ein Medikament eine bestehende Parkinson-Krankheit verschlimmern?

Ja, das ist möglich. Laut Fachinformation kann sich die Parkinson-Krankheit unter Risperidon verschlimmern. Bei Olanzapin kann die Einnahme laut Packungsbeilage bei Menschen mit Parkinson-Krankheit die Symptome verschlechtern. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt deshalb immer über eine Parkinson-Erkrankung und über alle Mittel, die Sie einnehmen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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