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Bupropion: Nebenwirkungen und Wirkung

Bupropion ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum zur Behandlung von Depressionen bei Erwachsenen. Sehr häufig sind Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen. Bei ungefähr 1 von 1.000 Behandelten kann ein Krampfanfall auftreten; dann nehmen Sie keine weiteren Tabletten und wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Mann Mitte vierzig mit Bart steht am Morgen am offenen Fenster seiner Wohnung und schaut in das Tageslicht
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Schlafstörungen (Schlaflosigkeit)[1, 2]
  • Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Trockener Mund[1, 2]
  • Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen[1, 2]
  • Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht (Urtikaria)[1, 2]
  • Häufig: Fieber[1, 2]
  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Juckreiz, Schweißausbrüche und Hautausschlag (manchmal aufgrund einer allergischen Reaktion)[1, 2]
  • Häufig: Wackeligkeit, Zittern[1, 2]
  • Häufig: Schwäche, Müdigkeit (Asthenie)[1, 2]
  • Häufig: Brustschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Angst- oder Erregungszustände[1, 2]
  • Häufig: Bauchschmerzen oder anderes Unwohlsein, Verstopfung[1, 2]
  • Häufig: Veränderte Geschmackswahrnehmung[1, 2]
  • Häufig: Appetitverlust (Anorexie)[1, 2]
  • Häufig: Blutdruckerhöhung, manchmal schwerwiegend, und Gesichtsröte[1, 2]
  • Häufig: Ohrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]
  • Häufig: Sehstörungen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Bupropion eingesetzt?

Bupropion gehört zu den Antidepressiva. Die hier ausgewerteten Tabletten von ratiopharm sind verschreibungspflichtig und zur Behandlung einer depressiven Erkrankung bei Erwachsenen zugelassen, also von Episoden einer Major Depression [1, 2]. Laut dem Beratungszentrum Embryotox wird Bupropion außerdem zur Nikotinentwöhnung eingesetzt [3]. Laut Gemeinsamem Bundesausschuss (G-BA) ist der Wirkstoff auch zur Behandlung der Tabakabhängigkeit zugelassen, und zwar in einem einzigen Arzneimittel [4]; für dieses Arzneimittel gilt seine eigene Packungsbeilage. Mehr zum Thema unter Nikotinabhängigkeit. Bupropion-ratiopharm ist für die Raucherentwöhnung nicht zugelassen; diese Seite stützt sich auf Packungsbeilage und Fachinformation zur Behandlung von Depressionen [1, 2].

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird Bupropion nicht empfohlen; bei ihnen besteht bei der Behandlung mit Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten [1, 2].

Wie wirkt Bupropion?

Bupropion hemmt gezielt die Wiederaufnahme der Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin in die Nervenzellen; die Wiederaufnahme von Serotonin hemmt es nur minimal [2]. Wie die Wirkung gegen Depressionen zustande kommt, ist nicht bekannt; vermutet werden Mechanismen über Noradrenalin und Dopamin [1, 2].

Laut Fachinformation wurde der Wirkungseintritt 14 Tage nach Behandlungsbeginn festgestellt; die volle Wirkung zeigt sich möglicherweise erst nach mehreren Wochen [2]. Die Packungsbeilage beschreibt, dass es manchmal Wochen oder Monate dauert, bis das Mittel voll wirkt [1]. Die Tabletten haben eine Hülle, die den Wirkstoff langsam freigibt; im Stuhl kann die leere Hülle auftauchen [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten sind Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen [1, 2]. Krampfanfälle sind selten: In klinischen Studien betrug ihre Häufigkeit ungefähr 0,1 Prozent, und das Risiko hängt von der Dosis ab [2]. Häufig steigt der Blutdruck, manchmal schwerwiegend; mehr dazu auf der Seite Blutdruckanstieg [1, 2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • NervensystemKrampfanfälle (bei ungefähr 1 von 1.000 Behandelten)[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HautGroße Bereiche mit Blasenbildung und ausgedehnter Ablösung der Haut (toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
  • HautGroßflächiger Hautausschlag, hohe Körpertemperatur und vergrößerte Lymphknoten, üblicherweise verzögert 2 bis 6 Wochen nach Behandlungsbeginn (DRESS-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • HautRoter, schuppiger, großflächiger Ausschlag mit Knoten unter der Haut und Blasen, begleitet von Fieber, üblicherweise zu Beginn der Behandlung (akute generalisierte exanthematische Pustulose)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • HautLupus-Hautausschlag oder Verschlimmerung von Lupus-Beschwerden (Lupus erythematodes)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • PsycheGedanken an Selbsttötung oder Selbstverletzung, laut Fachinformation auch suizidales Verhalten, während der Behandlung oder kurz nach ihrem Ende[1, 2]
  • PsycheRealitätsverlust und Unfähigkeit, klar zu denken oder zu urteilen (Psychose), auch mit Halluzinationen oder Wahnvorstellungen[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
  • PsychePlötzliche, intensive Angst (Panikattacke)[1, 2]Mehr dazu: Angst
  • PsycheStottern[1, 2]
  • Blut und LymphsystemZu wenige rote Blutkörperchen (Anämie), weiße Blutkörperchen (Leukopenie) und Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Stoffwechsel und ErnährungZu niedriger Natriumgehalt im Blut (Hyponatriämie)[1, 2]Mehr dazu: Natriummangel
  • NervensystemSerotonin-Syndrom zusammen mit Antidepressiva wie Paroxetin, Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin oder Venlafaxin: Erregtheit, Halluzinationen, Koma, Körpertemperatur über 38 °C, schneller Herzschlag, schwankender Blutdruck, gesteigerte Reflexe, Muskelsteife, Koordinationsmangel, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall[1, 2]Mehr dazu: FieberHerzrasenÜbelkeitDurchfall

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom, die toxische epidermale Nekrolyse, DRESS und die akute generalisierte exanthematische Pustulose wurden im Zusammenhang mit Bupropion berichtet; laut Fachinformation können sie lebensbedrohlich oder tödlich sein [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Schwere Hautreaktionen. Allergische Reaktionen können sehr lange anhalten; verordnet Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein Mittel dagegen, halten Sie die vorgesehene Einnahmedauer unbedingt ein [1].

Wer depressiv ist, kann Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen; zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva können solche Gedanken verstärkt sein, weil die Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken. Es kann helfen, einer vertrauten Person von der Depression zu erzählen und sie zu bitten, auf Veränderungen zu achten [1]. Im Notfall erreichen Sie den Rettungsdienst unter 112; weitere Nummern stehen unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Mitte vierzig trinkt am Morgen ein Glas Wasser in einer hellen Küche, im Hintergrund ein Fenster mit Tageslicht
Bild: KI-generiert

Schlafstörungen: Nehmen Sie Bupropion unbedingt morgens ein und nicht öfter als einmal am Tag [1]. Laut Fachinformation ist Schlaflosigkeit oft vorübergehend, und sie lässt sich vermindern, wenn die Einnahme vor dem Schlafengehen vermieden wird [2].

Mundtrockenheit, Übelkeit, Kopfschmerzen: Diese Beschwerden sind sehr häufig [1, 2]. Halten sie an oder belasten sie Sie, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Weitere Informationen finden Sie unter Übelkeit und Erbrechen.

Blutdruck: Laut Fachinformation sollte der Blutdruck zu Beginn bestimmt und anschließend kontrolliert werden, besonders wenn bereits ein Bluthochdruck besteht [2]. Wenden Sie zusätzlich Nikotinpflaster an, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorher [1].

Schwindel und Benommenheit: Ist Ihnen nach der Einnahme schwindlig oder fühlen Sie sich benommen, führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, pflanzlichen Mittel und Vitaminpräparate, die Sie einnehmen, auch selbst gekaufte. Die Ärztin oder der Arzt ändert möglicherweise die Dosis von Bupropion oder der anderen Mittel [1]. Einige Arzneimittel können die Wahrscheinlichkeit für Krampfanfälle erhöhen, etwa andere Antidepressiva, Tramadol, Theophyllin, Kortison oder bestimmte Antibiotika [1, 2]. Zusammen mit Antidepressiva wie Citalopram oder Venlafaxin ist ein Serotonin-Syndrom möglich [1, 2]. Bupropion kann außerdem die Wirkung von Tamoxifen vermindern [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Bupropion
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen)Höheres Risiko für Nebenwirkungen[1, 2]Kombination nicht erlaubt; laut Fachinformation mindestens 14 Tage Abstand nach irreversiblen MAO-Hemmern, 24 Stunden nach reversiblen
Andere Antidepressiva oder Mittel gegen psychische Erkrankungen, Theophyllin, Tramadol, Malariamittel (Mefloquin, Chloroquin), Anregungsmittel oder Mittel gegen Übergewicht oder Appetit, Kortison (Steroide) zum Einnehmen oder als Spritze, Chinolon-Antibiotika, müde machende Antihistaminika, Diabetesmittel; Absetzen von BeruhigungsmittelnHöhere Wahrscheinlichkeit für Krampfanfälle[1, 2]Vor der Einnahme unverzüglich mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen
Antidepressiva wie Amitriptylin, Fluoxetin, Paroxetin, Citalopram, Escitalopram, Venlafaxin, Desipramin oder Imipramin sowie Antipsychotika wie Clozapin, Risperidon, Thioridazin oder OlanzapinMehr Nebenwirkungen möglich; Bupropion hemmt das Enzym CYP2D6, über das manche dieser Mittel abgebaut werden; zusammen mit SSRI oder SNRI ist ein Serotonin-Syndrom möglich[1, 2]Vor der Einnahme unverzüglich mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen
Betablocker wie Metoprolol, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Propafenon oder FlecainidBupropion hemmt das Enzym CYP2D6, über das diese Mittel abgebaut werden[1, 2]Laut Fachinformation die Behandlung mit diesen Mitteln im unteren Dosisbereich beginnen bzw., wenn sie bereits genommen werden, eine Verringerung ihrer Dosis erwägen, ärztlich besprechen
Parkinson-Mittel (Levodopa, Amantadin, Orphenadrin)Mehr Nebenwirkungen möglich, laut Fachinformation bei Levodopa oder Amantadin z. B. Übelkeit, Erbrechen und neuropsychiatrische Auffälligkeiten[1, 2]Vor der Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen
Carbamazepin, Phenytoin, Valproat; Ritonavir oder Efavirenz (HIV-Mittel)Carbamazepin, Phenytoin und Valproat beeinflussen den Abbau von Bupropion, Nebenwirkungen können wahrscheinlicher werden; mit Ritonavir oder Efavirenz kann Bupropion weniger wirksam sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; die Dosis nicht ohne ärztlichen Rat erhöhen
Cyclophosphamid, Ifosfamid (Krebsmittel), Ticlopidin oder Clopidogrel (zur Vorbeugung von Schlaganfällen)Können den Abbau von Bupropion beeinflussen; mehr Nebenwirkungen möglich[1, 2]Vor der Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen
Tamoxifen (gegen Brustkrebs)Bupropion kann seine Wirkung vermindern[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; eventuell andere Behandlung der Depression nötig
Digoxin (Herzmittel)Bupropion kann den Digoxinspiegel senken; nach dem Absetzen von Bupropion kann er wieder steigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; Digoxin-Dosis wird eventuell angepasst
Nikotinpflaster zur RaucherentwöhnungLaut Fachinformation kann der Blutdruck steigen[1, 2]Vor der Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen
AlkoholKann die Wirkung beeinflussen und in seltenen Fällen Auswirkungen auf Nerven oder geistigen Zustand haben; manche reagieren stärker auf Alkohol[1, 2]Möglichst wenig oder keinen Alkohol; bei hohem Konsum nicht plötzlich aufhören (Krampfanfall-Risiko), vorher ärztlich besprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Bupropion nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Bupropion darf unter anderem nicht eingenommen werden bei Epilepsie oder früheren Krampfanfällen, einer Essstörung, einem Gehirntumor, einer schweren Leberfunktionsstörung und im Entzug von Alkohol oder Beruhigungsmitteln [1, 2]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er geht möglicherweise mit besonderer Sorgfalt vor oder empfiehlt eine andere Behandlung [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Bupropion oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Einnahme anderer Arzneimittel, die Bupropion enthalten[1, 2]
  • Epilepsie oder frühere Krampfanfälle[1, 2]
  • Essstörung wie Bulimie oder Magersucht (Anorexia nervosa), auch in der Vorgeschichte[1, 2]
  • Gehirntumor (Tumor des zentralen Nervensystems)[1, 2]
  • Gewohnheitsmäßig viel Alkohol trinken und gerade damit aufgehört haben oder aufhören wollen; laut Fachinformation jeder abrupte Entzug von Alkohol oder von Mitteln, deren Entzug Krampfanfälle auslösen kann[1, 2]
  • Kürzlich abgesetzte Beruhigungsmittel oder geplantes Absetzen während der Einnahme (laut Fachinformation insbesondere Benzodiazepine)[1, 2]
  • Schwere Leberfunktionsstörung (laut Fachinformation schwere Leberzirrhose)[1, 2]
  • Einnahme von MAO-Hemmern (Mittel gegen Depressionen) oder Einnahme in den letzten 14 Tagen[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Regelmäßig größere Mengen Alkohol, mit Insulin oder Tabletten behandelter Diabetes, schwere Kopfverletzung oder Schädel-Hirn-Trauma in der Vorgeschichte: höheres Risiko für Krampfanfälle[1, 2]
  • Bipolare (manisch-depressive) Erkrankung: Bupropion kann eine Episode dieser Erkrankung auslösen[1, 2]
  • Brugada-Syndrom (seltene Erbkrankheit des Herzrhythmus) oder Herzstillstand bzw. plötzlicher Tod in der Familie[1, 2]
  • Leber- oder Nierenbeschwerden: höheres Risiko für Nebenwirkungen[1, 2]
  • Bluthochdruck: Laut Fachinformation sollte der Blutdruck zu Beginn gemessen und danach kontrolliert werden, besonders bei bestehendem Bluthochdruck[2]
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: laut Fachinformation nur begrenzte Erfahrungen bei der Behandlung von Depressionen[2]
  • Gedanken an Selbsttötung sind zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva eher möglich, besonders nach früheren solchen Gedanken und bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung nicht empfohlen[1, 2]
  • Urintests auf Drogen: Bupropion kann einige Tests beeinflussen und laut Fachinformation besonders für Amphetamine falsch positive Ergebnisse verursachen, Ärztin, Arzt oder Krankenhaus informieren[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Sind Sie schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente und Alkohol und Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Nehmen Sie Bupropion nicht ein, wenn Sie schwanger sind, es vermuten oder planen, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt es. Einige Studien, aber nicht alle, zeigten bei Kindern von Müttern, die Bupropion eingenommen hatten, mehr Geburtsfehler, insbesondere Herzfehler; ob diese auf Bupropion beruhen, ist nicht bekannt. Laut Fachinformation darf Bupropion in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es wegen des Zustands der Frau erforderlich ist und andere Behandlungen keine Option sind.[1, 2]

Laut Embryotox wurden insgesamt etwa 11.000 Schwangerschaften mit Bupropion im ersten Drittel ausgewertet; die Ergebnisse sprechen gegen ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko und gegen ein erhöhtes Risiko für Herzfehlbildungen insgesamt. Bei Einnahme bis zur Geburt sind Anpassungsstörungen beim Neugeborenen möglich; die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin erfolgen. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox zunächst die am besten untersuchten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Sertralin und Citalopram bevorzugt werden; bei depressiven Erkrankungen nennt Embryotox Citalopram oder Sertralin als besser geeignete Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Bupropion geht in die Muttermilch über. Ob das Stillen unterbrochen oder auf Bupropion verzichtet wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen; dabei werden der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Behandlung für die Mutter berücksichtigt.[1, 2]

Embryotox hält Stillen bei alleiniger Behandlung mit Bupropion und guter Beobachtung des Kindes unter Vorbehalt für akzeptabel. Treten beim Kind ungeklärte Beschwerden wie Hinweise auf Krampfanfälle, Unruhe, Erbrechen, Durchfall oder Schläfrigkeit neu auf, sollte es kinderärztlich untersucht werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol kann die Wirkung von Bupropion beeinflussen und zusammen mit Bupropion in seltenen Fällen Auswirkungen auf Nerven oder geistigen Zustand haben; manche Menschen reagieren stärker auf Alkohol. Möglicherweise empfiehlt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, keinen oder möglichst wenig Alkohol zu trinken. Trinken Sie derzeit sehr viel, dürfen Sie nicht plötzlich aufhören, weil das das Risiko eines Krampfanfalls erhöht, sprechen Sie vor Behandlungsbeginn darüber.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Ist Ihnen nach der Einnahme schwindlig oder fühlen Sie sich benommen, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen.[1, 2]

Einnahme

Einmal täglich morgens einnehmen, nicht öfter als einmal am Tag. Die Tabletten im Ganzen schlucken und nicht zerkauen, zerkleinern oder teilen, sonst wird der Wirkstoff zu schnell freigesetzt, und es besteht die Gefahr einer Überdosierung mit Krampfanfällen. Laut Fachinformation unabhängig von den Mahlzeiten.[1, 2]

Dosis vergessen: die nächste Tablette erst zum üblichen Zeitpunkt nehmen, nicht die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht ab und verringern Sie die Dosis nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Über die Dauer der Behandlung entscheiden Sie gemeinsam; auch wenn Sie sich besser fühlen, kann die weitere Einnahme sinnvoll sein, damit die Depression nicht wiederkehrt. Laut Fachinformation können Absetzerscheinungen nicht ausgeschlossen werden; ein schrittweises Ausschleichen kann erwogen werden.[1, 2]

Überdosierung

Zu viele Tabletten können das Risiko für Krampfanfälle erhöhen. Verlieren Sie keine Zeit: Fragen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat oder suchen Sie unverzüglich die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses auf.[1]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die übliche Dosis für Erwachsene, wann die Ärztin oder der Arzt sie erhöhen kann und wann Patienten bei der niedrigen Dosis bleiben [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Erhöhen Sie die Dosis nie ohne ärztlichen Rat, denn das erhöht das Risiko für Nebenwirkungen einschließlich Krampfanfällen [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Bupropion immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein: morgens und nicht öfter als einmal täglich. Schlucken Sie die Tabletten im Ganzen; zerkauen, zerkleinern oder teilen Sie sie nicht, weil der Wirkstoff sonst zu schnell freigesetzt wird und die Gefahr einer Überdosierung mit Krampfanfällen besteht [1, 2]. Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie die nächste Tablette erst zum üblichen Zeitpunkt [1].

Wie lange Sie Bupropion einnehmen, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch wenn Sie sich besser fühlen, kann es sinnvoll sein, die Einnahme fortzusetzen, damit die Depression nicht wiederkehrt [1]. Brechen Sie die Einnahme nicht ab und verringern Sie nicht die Dosis, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen [1]. Laut Fachinformation wurden Absetzsymptome in klinischen Studien nicht beobachtet, dort aber eher spontan als systematisch erfasst; ein Rebound-Effekt oder Absetzsymptome können nicht ausgeschlossen werden, und eine ausschleichende Behandlung kann in Betracht gezogen werden [2]. Was nach dem Absetzen für andere Medikamente wie Digoxin gilt und wann Sie sofort Hilfe brauchen, erklärt die Seite Bupropion absetzen. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben.

Präparate mit Bupropion

Bupropion-ratiopharm gibt es als Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung mit 150 oder 300 mg. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Bupropion-ratiopharm 150 mg [1, 2]. Für andere Präparate gelten deren eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Bupropion
PräparatAnbieterHinweis
Bupropion-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung mit 150 oder 300 mg; Grundlage dieser Seite
Elontrilverschreibungspflichtig
Zyban

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Bupropion-ratiopharm 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Bupropion-ratiopharm 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Bupropion. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Tragende Gründe zum Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie: § 14a und Anlage IIa (Arzneimittel zur Tabakentwöhnung im Rahmen von evidenzbasierten Programmen zur Tabakentwöhnung). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand 15.05.2025. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Bupropion eingesetzt?

Bupropion-ratiopharm ist zur Behandlung einer depressiven Erkrankung bei Erwachsenen zugelassen. Laut dem Beratungszentrum Embryotox wird Bupropion außerdem zur Nikotinentwöhnung eingesetzt; Bupropion-ratiopharm ist dafür nicht zugelassen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird Bupropion nicht empfohlen.

Warum soll ich Bupropion morgens nehmen?

Schlafstörungen gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen und betreffen mehr als 1 von 10 Behandelten. Die Packungsbeilage rät deshalb ausdrücklich, Bupropion morgens einzunehmen. Laut Fachinformation lässt sich Schlaflosigkeit vermindern, wenn die Einnahme vor dem Schlafengehen vermieden wird.

Kann Bupropion Krampfanfälle auslösen?

Ja. Krampfanfälle können bei ungefähr 1 von 1.000 Behandelten auftreten. Das Risiko ist höher, wenn Sie zu viel einnehmen, bestimmte andere Arzneimittel nehmen oder ein erhöhtes Anfallsrisiko haben, etwa durch regelmäßig viel Alkohol, behandelten Diabetes oder eine frühere schwere Kopfverletzung. Tritt ein Krampfanfall auf, nehmen Sie keine weiteren Tabletten und informieren Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Bupropion nehme?

Alkohol kann die Wirkung beeinflussen und zusammen mit Bupropion in seltenen Fällen Auswirkungen auf Nerven oder geistigen Zustand haben; manche Menschen reagieren stärker auf Alkohol. Möglicherweise rät Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, keinen oder möglichst wenig Alkohol zu trinken. Trinken Sie derzeit sehr viel, hören Sie nicht plötzlich auf, sondern sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Erhöht Bupropion den Blutdruck?

Eine Blutdruckerhöhung ist häufig und kann manchmal schwerwiegend sein. Laut Fachinformation sollte der Blutdruck zu Beginn der Behandlung gemessen und danach kontrolliert werden, besonders bei bestehendem Bluthochdruck. Zusammen mit Nikotinpflastern kann der Blutdruck ebenfalls steigen.

Macht Bupropion dick?

Eine Gewichtszunahme ist in Packungsbeilage und Fachinformation nicht als Nebenwirkung aufgeführt. Häufig ist dagegen Appetitverlust, gelegentlich ein Gewichtsverlust. Verändert sich Ihr Gewicht deutlich, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie lange dauert es, bis Bupropion wirkt?

Laut Fachinformation wurde der Wirkungseintritt 14 Tage nach Behandlungsbeginn festgestellt. Bis zur vollen Wirkung können laut Packungsbeilage manchmal Wochen oder Monate vergehen. Setzen Sie Bupropion nicht eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie den Verlauf regelmäßig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie hoch ist die Dosis von Bupropion?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Was die Packungsbeilage dazu sagt, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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