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Bupropion absetzen
Laut Packungsbeilage brechen Sie die Einnahme von Bupropion nicht ab und verringern die Dosis nicht, ohne das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen zu haben. In klinischen Studien wurden laut Fachinformation keine Absetzsymptome beobachtet, sie wurden aber eher spontan als systematisch erfasst; ein Rebound-Effekt oder Absetzsymptome können nicht ausgeschlossen werden, und ein Ausschleichen kann ärztlich erwogen werden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in ein Krankenhaus.

Laut Packungsbeilage brechen Sie die Einnahme von Bupropion nicht ab und verringern die Dosis nicht, ohne das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen zu haben [1]. Laut Fachinformation wurden Absetzsymptome in klinischen Studien nicht beobachtet, dort aber eher spontan als systematisch erfasst; ein Rebound-Effekt oder Absetzsymptome können nicht ausgeschlossen werden, und eine ausschleichende Behandlung kann in Betracht gezogen werden [2].
Bupropion ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Bupropion-ratiopharm, das zur Behandlung einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression) bei Erwachsenen zugelassen ist [1, 2]. Nehmen Sie Bupropion zur Raucherentwöhnung ein, gilt die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Unter "Wenn Sie die Einnahme abbrechen" hält die Packungsbeilage fest: Brechen Sie die Einnahme nicht ab und verringern Sie die Dosis nicht, ohne das zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen zu haben [1].
Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte hat einen eigenen Absatz zum Absetzen der Behandlung. Danach wurden in klinischen Studien mit Bupropion keine Absetzsymptome beobachtet; sie wurden dort aber eher spontan als systematisch erfasst. Trotzdem kann eine ausschleichende Behandlung in Betracht gezogen werden. Bupropion hemmt selektiv die Wiederaufnahme der Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin (Katecholamine) in die Nervenzellen; ein Rebound-Effekt oder Absetzsymptome können laut Fachinformation deshalb nicht ausgeschlossen werden [2]. Über welchen Zeitraum und in welchen Schritten die Dosis sinkt, steht weder in der Packungsbeilage noch in der Fachinformation; das legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1, 2].
Wie lange die Behandlung normalerweise dauert
Wie lange Sie Bupropion einnehmen, können laut Packungsbeilage nur Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gemeinsam entscheiden. Vielleicht empfiehlt sie oder er Ihnen, Bupropion weiter einzunehmen, wenn es Ihnen besser geht, damit die Depressionen nicht erneut auftreten [1]. Laut Fachinformation sollten Menschen mit Depressionen mindestens 6 Monate lang behandelt werden, um sicherzugehen, dass sie beschwerdefrei sind [2].
Für Antidepressiva allgemein richtet sich die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression an die Behandelnden: Die Einnahme soll 6 bis 12 Monate über das Abklingen einer depressiven Episode (Remission) hinaus empfohlen werden. Ist danach keine längere Behandlung zur Vorbeugung neuer Episoden (Rezidivprophylaxe) angezeigt, soll das Antidepressivum ausgeschlichen werden [11].
Wenn die Behandlung wegen einer Nebenwirkung endet
Bei einigen Warnzeichen verlangt die Packungsbeilage, die Einnahme sofort zu beenden [1]:
- Krampfanfall: Nehmen Sie keine weiteren Tabletten ein und teilen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, sobald Sie sich erholt haben. Laut Fachinformation müssen Behandelte nach einem Krampfanfall Bupropion absetzen und dürfen die Behandlung nicht wieder aufnehmen [1, 2].
- Anzeichen einer schweren Hautreaktion, etwa Blasen oder Ablösung der Haut: Brechen Sie die Einnahme ab und suchen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf. Nach einer solchen Reaktion darf Bupropion laut Fachinformation zu keinem Zeitpunkt wieder begonnen werden [1, 2].
- Anzeichen einer allergischen Reaktion wie Nesselsucht, Atemnot, Schwellungen von Augenlidern, Lippen oder Zunge oder eine kurze Ohnmacht: Nehmen Sie keine weiteren Tabletten ein und setzen Sie sich sofort mit einer Ärztin oder einem Arzt in Verbindung [1].
Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Bei Lupusschüben oder Hautveränderungen an Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind, wenden Sie sich laut Packungsbeilage umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, weil die Behandlung dann unter Umständen beendet werden muss [1]. Laut Fachinformation sollte die Ärztin oder der Arzt außerdem bei einem klinisch bedeutsamen Blutdruckanstieg erwägen, Bupropion abzusetzen; bei Verdacht auf ein Serotonin-Syndrom sind je nach Schwere eine geringere Dosis oder das Absetzen zu erwägen [2]. Ist ärztlich geplant, ein Antidepressivum wegen gefährlicher oder stark belastender Nebenwirkungen abzusetzen, soll das laut NVL rasch oder abrupt geschehen [11].
Andere Mittel absetzen, während Sie Bupropion einnehmen
Haben Sie vor Kurzem Beruhigungsmittel abgesetzt oder wollen Sie sie während der Behandlung absetzen, dürfen Sie Bupropion laut Packungsbeilage nicht einnehmen. Dasselbe gilt, wenn Sie normalerweise viel Alkohol trinken und gerade damit aufgehört haben oder aufhören wollen [1]. Laut Fachinformation darf Bupropion nicht angewendet werden, wenn zu irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung ein abrupter Entzug von Alkohol oder von Arzneimitteln erfolgt, deren Entzug mit dem Risiko von Krampfanfällen verbunden ist, insbesondere von Benzodiazepinen oder ähnlichen Mitteln [2]. Trinken Sie derzeit sehr viel, dürfen Sie laut Packungsbeilage nicht plötzlich aufhören, weil das Ihr Risiko für einen Krampfanfall erhöhen kann; sprechen Sie vor Beginn der Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber [1].
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Eine Liste von Absetzsymptomen enthalten Packungsbeilage und Fachinformation von Bupropion nicht [1, 2]. In der Übersicht der NVL zum Risiko für Absetzsyndrome steht Bupropion unter "unklar"; die Evidenz dazu ist gering und stammt aus Kohortenstudien, Fallserien oder Fallberichten [11].
Absetzsyndrom bei Antidepressiva
Für Antidepressiva allgemein beschreibt die NVL ein Absetzsyndrom mit unspezifischen, überwiegend milden Beschwerden. Dazu zählen grippeähnliche Beschwerden und Kopfschmerz, Schlafstörungen und Albträume, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Benommenheit, stromschlagähnliche Missempfindungen sowie Angst, Agitation und Reizbarkeit (mehr dazu: Unruhe und Angst). Typisch sind laut Leitlinie ein enger zeitlicher Zusammenhang mit dem Absetzen, ein vorübergehender Verlauf mit Rückbildung von selbst je nach Halbwertszeit innerhalb von 2 bis 6 Wochen und eine rasche Besserung, wenn das Mittel wieder eingenommen wird [11]. Laut Patientenblatt der NVL treten solche Beschwerden oft innerhalb von 2 bis 4 Tagen nach dem Absetzen auf [12]. Diese Angaben gelten für Antidepressiva als Gruppe, nicht speziell für Bupropion.
Rebound und Rückfall
Vom Absetzsyndrom unterscheidet die NVL sogenannte Rebound-Phänomene: Die depressiven Beschwerden kehren stärker zurück als zuvor oder mit zusätzlichen Beschwerden wie Ängsten, Panikattacken oder Schlafstörungen, Rückfälle kommen rascher, oder das Risiko für erneute depressive Beschwerden ist erhöht. Für Rebound-Phänomene ist die Evidenzlage laut NVL noch unzureichend. Rebound-Phänomene und teilweise auch Absetzsyndrome lassen sich nur schwer von einem Rückfall der Depression unterscheiden [11]. Laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erhöht ein eigenständiges Absetzen, sobald es einem besser geht, das Risiko, dass die Depression erneut auftritt [13]. Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen.
Was nach dem Ende der Behandlung gilt
Digoxin: Bupropion kann den Digoxinspiegel senken. Laut Fachinformation kann er nach dem Absetzen von Bupropion wieder ansteigen, und Behandelte sollten dann auf eine mögliche Digoxin-Vergiftung überwacht werden [2].
Mittel, die über das Enzym CYP2D6 abgebaut werden: Bupropion und sein Hauptabbauprodukt hemmen dieses Enzym, über das unter anderem der Betablocker Metoprolol, die Herzrhythmusmittel Propafenon und Flecainid sowie manche Antidepressiva und Antipsychotika abgebaut werden. In einer Studie mit gesunden Freiwilligen hielt diese Hemmung laut Fachinformation mindestens 7 Tage nach der letzten Dosis Bupropion an [2]. Nehmen Sie solche Mittel ein, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob beim Beenden von Bupropion etwas zu beachten ist.
Allergische Reaktionen: Laut Fachinformation können die Beschwerden einer Überempfindlichkeitsreaktion nach dem Absetzen weiter fortschreiten oder wiederkehren; eine Behandlung der Beschwerden sollte deshalb über einen ausreichenden Zeitraum, mindestens eine Woche, sichergestellt sein [2]. Verordnet Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein Mittel gegen allergische Beschwerden, halten Sie laut Packungsbeilage unbedingt die vorgesehene Einnahmedauer ein [1].
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Für Antidepressiva allgemein empfiehlt die NVL den Behandelnden: Ist ärztlich geplant, ein Antidepressivum nach dem Abklingen der Depression am Ende der Erhaltungstherapie oder einer Rezidivprophylaxe abzusetzen, soll das schrittweise geschehen, um eine Rebound-Depression und Absetzsymptome zu vermeiden. Am Ende einer solchen Behandlung sollte das Antidepressivum über mindestens 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen [11]. Diese Zeitangabe gilt für Antidepressiva allgemein, nicht speziell für Bupropion.
Ein sehr langsames Ausschleichen hält die Leitliniengruppe nicht in jedem Fall für nötig, weil ein zügiges Ausschleichen bei vielen Patientinnen und Patienten problemlos möglich sei. Sie empfiehlt den Behandelnden stattdessen eine engmaschige Kontrolle auf Absetzsymptome und nur dann ein langsameres Ausschleichen, wenn solche auftreten. Nach einer Kombinationsbehandlung sollen mehrere Antidepressiva nicht gleichzeitig, sondern nacheinander ausgeschlichen werden [11].
Wenn beim Ausschleichen Absetzsymptome auftreten: Dann soll die Ärztin oder der Arzt laut NVL wieder auf die vorherige Dosierung erhöhen und anschließend langsamer und wenn möglich mit kleineren Schritten ausschleichen. Für die sehr seltenen Fälle, in denen das schrittweise Absetzen deshalb schwierig oder nicht möglich ist, nennt die Leitlinie besondere ärztliche Strategien, die erwogen werden können [11]. Treten bei Ihnen Absetzsymptome auf, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kontrollen: Für Antidepressiva allgemein sieht die NVL vor, dass Behandelte während des schrittweisen Absetzens engmaschig auf Absetzsymptome und auf eine Verschlechterung oder ein Neuauftreten der Depression untersucht werden sollen. Ein Kontakt mit der Ärztin oder dem Arzt sollte etwa 1 Woche nach jeder Verringerung der Dosis erfolgen, mindestens aber alle 2 Wochen; nach der letzten Einnahme soll der regelmäßige Kontakt mindestens 6 Monate lang weitergehen. Absetzsymptome können laut Leitlinie auch erst nach dem vollständigen Ende der Einnahme auftreten [11].
Wechsel auf ein anderes Antidepressivum: Beim Wechsel zwischen Antidepressiva sollte die Ärztin oder der Arzt laut NVL wegen möglicher Wechselwirkungen das neue Mittel schrittweise aufdosieren und das alte ausschleichend absetzen [11].
Schwangerschaft
Werden Sie unter Bupropion schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft, besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage nehmen Sie Bupropion in der Schwangerschaft nur ein, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Anwendung empfiehlt [1]. Laut Fachinformation darf Bupropion in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn eine Behandlung wegen des klinischen Zustands der Frau erforderlich ist und andere Behandlungen keine Option sind [2].
Embryotox, das Beratungszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin, stuft Bupropion als Medikament mit widersprüchlichen oder noch unzureichenden Studienergebnissen ein; der Erfahrungsumfang ist sehr hoch. Bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox zunächst die am besten untersuchten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Sertralin und Citalopram bevorzugt werden; kommen diese nicht infrage, kann Bupropion auch bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft verordnet werden [3]. Als besser geeignete Alternativen bei depressiven Erkrankungen nennt Embryotox Citalopram oder Sertralin [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wird Bupropion bis zur Geburt eingenommen, können laut Embryotox in den ersten Lebenstagen Anpassungsstörungen beim Neugeborenen auftreten; die Entbindung sollte deshalb in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin (Neonatologie) erfolgen. Die Schwangerschaft sollte sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden [3]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie laut Packungsbeilage die nächste Tablette erst wieder zum üblichen Zeitpunkt ein und nicht die doppelte Menge [1].
Was Sie tun können
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Möchten Sie die Behandlung beenden, rät das Patientenblatt der NVL, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt das beste Vorgehen für Sie zu besprechen [12]. Fragen für das Gespräch:
- Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, oder spricht etwas dafür, Bupropion noch länger einzunehmen?
- Setzen wir Bupropion schrittweise ab, und wann ist der nächste Termin?
- Woran erkenne ich Absetzbeschwerden, und woran einen Rückfall der Depression?
- Muss bei meinen anderen Medikamenten etwas angepasst werden, etwa bei Digoxin oder Metoprolol?
- Wie lange bleiben wir nach der letzten Einnahme in Kontakt?
Halten Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch fest, wann sich die Dosis ändert und welche Beschwerden wann auftreten. Laut Packungsbeilage kann es helfen, einem Freund oder Verwandten von der Depression zu erzählen und ihn zu bitten, Ihnen eine Verschlechterung oder Veränderungen in Ihrem Verhalten zu sagen [1].
Nebenwirkung melden: Nebenwirkungen können Sie laut Packungsbeilage Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Mehr zum Thema: Medikamente absetzen.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Gedanken, sich etwas anzutun: Laut Packungsbeilage und Fachinformation wurden Suizidgedanken oder Gedanken an Selbstverletzung während der Behandlung mit Bupropion oder kurze Zeit nach ihrem Ende berichtet. Haben Sie solche Gedanken, suchen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf oder gehen Sie sofort in ein Krankenhaus [1, 2]. Hilfe bekommen Betroffene und Angehörige laut IQWiG auch beim Sozialpsychiatrischen Dienst, in Krisenzentren oder bei der Telefonseelsorge, notfalls anonym und rund um die Uhr; ist jemand akut gefährdet, sollte die 112 angerufen werden [14]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Die Depression wird schlimmer: Behandelte und die Menschen, die sie betreuen, sollen laut Fachinformation darauf hingewiesen werden, auf jede Verschlechterung, auf suizidales Verhalten oder Suizidgedanken und auf ungewöhnliche Veränderungen im Verhalten zu achten; treten solche Anzeichen auf, sollten sie unverzüglich ärztlichen Rat einholen [2].
Notruf oder Bereitschaftsdienst: Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung gehören Suizidversuche und akute und anhaltende Krampfanfälle zu den Fällen für den Notruf 112. Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [15].
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Bupropion-ratiopharm 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Bupropion-ratiopharm 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Bupropion. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Tragende Gründe zum Beschluss über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie: § 14a und Anlage IIa (Arzneimittel zur Tabakentwöhnung im Rahmen von evidenzbasierten Programmen zur Tabakentwöhnung). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand 15.05.2025. abgerufen am 18.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005), Kapitel 4.4.8 mit Empfehlungen 4-15 bis 4-22 und Tabellen 31 und 32, Kapitel 6.1 mit Empfehlungen 6-1 und 6-2, Empfehlung 7-13. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023 (gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 16.10.2026
- Leitlinie Patientenblatt "Antidepressiva: Was ist beim Absetzen zu beachten?" zur NVL Unipolare Depression. Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF), Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin. Stand 2022. abgerufen am 16.10.2026
- Wie wirksam sind Antidepressiva? (Abschnitt "Wie werden Antidepressiva wieder abgesetzt?"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 16.10.2026
- Depression (Abschnitt "Leben und Alltag"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 16.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Bupropion einfach absetzen?
Nein. Laut Packungsbeilage brechen Sie die Einnahme nicht ab und verringern die Dosis nicht, ohne das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen zu haben. Wie lange Sie Bupropion einnehmen, entscheiden Sie gemeinsam. Laut Fachinformation können ein Rebound-Effekt oder Absetzsymptome nicht ausgeschlossen werden.
Gibt es Absetzerscheinungen bei Bupropion?
Laut Fachinformation wurden in klinischen Studien keine Absetzsymptome beobachtet; sie wurden dort aber eher spontan als systematisch erfasst. Weil Bupropion selektiv die Wiederaufnahme der Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin hemmt, können ein Rebound-Effekt oder Absetzsymptome laut Fachinformation nicht ausgeschlossen werden. Die Nationale VersorgungsLeitlinie stuft das Risiko für Absetzsyndrome bei Bupropion als "unklar" ein. Bemerken Sie nach dem Absetzen Beschwerden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Muss Bupropion ausgeschlichen werden?
Laut Fachinformation kann eine ausschleichende Behandlung in Betracht gezogen werden; einen Zeitplan nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Für Antidepressiva allgemein empfiehlt die Nationale VersorgungsLeitlinie den Behandelnden: Am Ende einer Erhaltungstherapie oder Rezidivprophylaxe sollte das Antidepressivum über mindestens 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen. Wie das bei Ihnen abläuft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Was gilt nach einem Krampfanfall unter Bupropion?
Laut Packungsbeilage nehmen Sie dann keine weiteren Tabletten ein und teilen es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, sobald Sie sich erholt haben. Laut Fachinformation müssen Behandelte, die einen Krampfanfall erleiden, Bupropion absetzen und dürfen die Behandlung nicht wieder aufnehmen.
Macht Bupropion abhängig?
Laut Fachinformation ergeben Tierdaten einen Hinweis auf ein Missbrauchspotenzial; Studien beim Menschen und umfangreiche klinische Erfahrung zeigen jedoch, dass Bupropion ein geringes Missbrauchspotenzial hat. Für Antidepressiva allgemein erklärt die Nationale VersorgungsLeitlinie, dass formal keine Abhängigkeit im Sinne der Definition besteht.
Was muss ich nach dem Absetzen bei anderen Medikamenten beachten?
Bupropion kann den Digoxinspiegel senken; laut Fachinformation kann er nach dem Absetzen von Bupropion wieder ansteigen, und Behandelte sollten dann auf eine mögliche Digoxin-Vergiftung überwacht werden. Bupropion hemmt außerdem das Enzym CYP2D6, über das zum Beispiel Metoprolol, Propafenon, Flecainid und manche Antidepressiva und Antipsychotika abgebaut werden; in einer Studie hielt diese Hemmung mindestens 7 Tage nach der letzten Dosis an. Nehmen Sie solche Mittel ein, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob beim Beenden von Bupropion etwas zu beachten ist.
Darf ich Bupropion in der Schwangerschaft absetzen?
Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie etwas ändern. Laut Packungsbeilage nehmen Sie Bupropion in der Schwangerschaft nur ein, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Anwendung empfiehlt. Als besser geeignete Alternativen bei depressiven Erkrankungen nennt Embryotox Citalopram oder Sertralin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Embryotox bietet eine kostenlose Beratung an.
Kommt die Depression nach dem Absetzen zurück?
Das kann passieren. Laut Packungsbeilage empfiehlt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen vielleicht, Bupropion weiter einzunehmen, wenn es Ihnen besser geht, damit die Depressionen nicht erneut auftreten. Laut IQWiG erhöht ein eigenständiges Absetzen, sobald es einem besser geht, das Risiko, dass die Depression erneut auftritt. Bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen, gehen Sie sofort zu Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in ein Krankenhaus; bei akuter Gefahr rufen Sie die 112.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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