BehandlungenBehandlung
Kontrastmittel (CT und MRT): Nebenwirkungen
Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind laut Fachinformation ein Hitzegefühl bei Imeron und Ultravist, verzögerte Überempfindlichkeitsreaktionen bei Visipaque, Kopfschmerzen und Übelkeit bei Gadovist und Primovist sowie Übelkeit bei ProHance; bei Ultravist sind unter anderem auch Schwindel, Erbrechen und Geschmacksstörungen häufig. Allergieähnliche Reaktionen bis hin zum Schock sind bei allen sechs Präparaten beschrieben; die meisten treten laut den Fachinformationen in der ersten halben Stunde bzw. der ersten Stunde nach der Gabe auf, Spätreaktionen nach Stunden oder Tagen sind möglich. Schwellungen im Gesicht oder Rachen, Atembeschwerden, Juckreiz oder Nesselausschlag melden Sie laut Packungsbeilage von Gadovist sofort dem Personal der MRT-Abteilung; einen Verdacht auf eine Nebenwirkung können Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitteilen oder direkt dem BfArM melden.

Welche Nebenwirkungen ein Kontrastmittel haben kann, hängt vom Präparat ab. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, nennen die Fachinformationen ein Hitzegefühl bei Imeron und Ultravist, verzögerte Überempfindlichkeitsreaktionen bei Visipaque, Kopfschmerzen und Übelkeit bei Gadovist und Primovist sowie Übelkeit bei ProHance [1, 2, 4, 5, 7, 9]. Allergieähnliche Reaktionen bis hin zum Schock sind bei allen sechs Präparaten beschrieben [1, 2, 4, 5, 7, 9]. Bemerken Sie Schwellungen im Gesicht oder Rachen, Atembeschwerden, Juckreiz oder Nesselausschlag, benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage von Gadovist sofort das Personal der MRT-Abteilung [6]. Es geht um iodhaltige Kontrastmittel für die Computertomografie (CT) und Gefäßuntersuchungen und um gadoliniumhaltige für die Magnetresonanztomografie (MRT); weitere Behandlungen finden Sie unter Behandlungen.
Was bei der Kontrastmittelgabe passiert
Iodhaltige Röntgenkontrastmittel wie Imeron, Ultravist und Visipaque sind Diagnostika. Laut Packungsbeilage von Ultravist werden Röntgenstrahlen vom Iod absorbiert; dadurch werden die Körperregionen besser sichtbar, in denen sich das Mittel befindet [3]. Zugelassen sind diese Mittel laut Fachinformation unter anderem für die CT, die Darstellung von Blutgefäßen (Angiografie) und die Darstellung der Nieren und Harnwege (Urografie) [1, 2, 4]. Sie werden in eine Vene oder Arterie gespritzt oder als Infusion gegeben, Imeron und Ultravist für bestimmte Untersuchungen auch in Körperhöhlen, Ultravist auch zum Einnehmen [1, 2, 4].
Gadoliniumhaltige Kontrastmittel wie Gadovist, Primovist und ProHance werden bei der MRT eingesetzt und enthalten das Metall Gadolinium; Primovist wirkt laut Packungsbeilage, weil es dieses Metall enthält [5, 7, 8, 9]. Gadovist ist laut Fachinformation unter anderem für Untersuchungen von Gehirn, Rückenmark und Gefäßen zugelassen und bei nachgewiesenen oder dringend vermuteten Herden in Leber oder Nieren, ProHance unter anderem für Gehirn, Rückenmark, Weichteiltumoren an Kopf und Hals, Brust, Becken und Lebertumoren [5, 9]. Primovist dient der Erkennung und Beurteilung von Herden in der Leber und ist laut BfArM ausschließlich für die Bildgebung der Leber zugelassen [7, 11]. Alle drei sollten laut Fachinformation nur angewendet werden, wenn die diagnostische Information notwendig ist und mit einer MRT ohne Kontrastmittel nicht gewonnen werden kann, Primovist zusätzlich nur, wenn eine Bildgebung der Spätphase erforderlich ist [5, 7, 9]. Sie werden in eine Vene gespritzt [5, 7, 9].
Wie viel Kontrastmittel Sie bekommen, legt laut den Fachinformationen von Imeron und Ultravist die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall fest [1, 2]. Laut den Fachinformationen von Imeron und Ultravist muss eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung (Hydratation) sichergestellt sein, bei Ultravist vor jeder Gabe in ein Blutgefäß; laut Fachinformation von Visipaque sollte sie vor und nach der Anwendung sichergestellt sein [1, 2, 4]. Die Packungsbeilage von Ultravist sagt: Vor und nach der Anwendung sollte ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden [3]. Bei Imeron können laut Fachinformation die normalen Essgewohnheiten am Untersuchungstag beibehalten werden, falls die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet [1]. Einen Vortest mit einer kleinen Menge empfehlen die Fachinformationen von Imeron, Ultravist und Visipaque nicht, weil er keine Aussagekraft hat und gelegentlich selbst zu schwerwiegenden, teils tödlichen Überempfindlichkeitsreaktionen geführt hat [1, 2, 4].
Präparate in Deutschland
Berücksichtigt sind je Wirkstoff ein Präparat und je Klasse drei, ohne Wertung nach Klasse und Alphabet geordnet. Alle sechs sind verschreibungspflichtig [1, 2, 4, 5, 7, 9].
| Präparat | Wirkstoff | Form und Anwendung | Zulassungsinhaber | Grundlage |
|---|---|---|---|---|
| Imeron | Iomeprol | iodhaltiges Röntgenkontrastmittel; Injektions- und Infusionslösung in Vene oder Arterie, für bestimmte Untersuchungen in Körperhöhlen; einige Anwendungen auch bei Kindern | Bracco Imaging Deutschland GmbH | Fachinformation, Stand 01/2026 [1] |
| Ultravist | Iopromid | iodhaltiges Röntgenkontrastmittel; Injektions- oder Infusionslösung in ein Blutgefäß, in Körperhöhlen, Ultravist-300 und -370 auch zum Einnehmen | Bayer Vital GmbH | Fachinformation 08/2026, Packungsbeilage Ultravist-300 08/2026 [2, 3] |
| Visipaque | Iodixanol | iodhaltiges Röntgenkontrastmittel; Injektion und Infusion in Vene oder Arterie; Erwachsene und Kinder | GE Healthcare Buchler GmbH & Co. KG | Fachinformation, Stand 09/2026 [4] |
| Gadovist | Gadobutrol | gadoliniumhaltiges MRT-Kontrastmittel, makrozyklisch [5, 10]; Injektion in eine Vene; Erwachsene und Kinder jeden Alters einschließlich reifer Neugeborener | Bayer Vital GmbH | Fachinformation 09/2025, Packungsbeilage 08/2025 [5, 6] |
| Primovist | Gadoxetsäure (Dinatriumgadoxetat) | gadoliniumhaltiges MRT-Kontrastmittel für die Leber, linear [7, 10]; Injektion in eine Vene; Sicherheit und Wirksamkeit unter 18 Jahren nicht nachgewiesen | Bayer Vital GmbH | Fachinformation 10/2024, Packungsbeilage 10/2025 [7, 8] |
| ProHance | Gadoteridol | gadoliniumhaltiges MRT-Kontrastmittel, makrozyklisch [10]; Injektion in eine Vene; ab der Geburt, Ganzkörper-MRT unter 18 Jahren nicht empfohlen | Bracco Imaging Deutschland GmbH | Fachinformation, Stand 08/2024 [9] |
Maßgeblich ist die Packungsbeilage des Präparats, mit dem Sie behandelt werden.
Nebenwirkungen laut Fachinformation
Die Tabellen zeigen die Angaben zur Gabe in ein Blutgefäß; bei Ultravist gibt es eine gemeinsame Tabelle für alle Anwendungsarten.
Imeron (Iomeprol, Gabe in ein Blutgefäß)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Häufig | Hitzegefühl [1] |
| Gelegentlich | Schwindel, Kopfschmerzen; hoher Blutdruck (Hypertonie); Atemnot (Dyspnoe); Erbrechen, Übelkeit; Hautrötung (Erythem), Nesselsucht (Urtikaria), Juckreiz (Pruritus); Schmerzen in der Brustgegend, Wärmegefühl und Schmerzen an der Einstichstelle [1] |
| Selten | Beinahe-Ohnmacht (Präsynkope); langsamer Herzschlag (Bradykardie), schneller Herzschlag (Tachykardie), Extraschläge des Herzens (Extrasystolen); niedriger Blutdruck (Hypotonie); Hautausschlag; Rückenschmerzen; Schwäche (Asthenie), Schüttelfrost (Rigor), Fieber (Pyrexie); erhöhter Kreatininwert im Blut [1] |
| Nicht bekannt | Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Blutarmut durch Zerfall roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie); anaphylaktoide Reaktion; Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose); Angst, Verwirrtheit; Koma, vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns (transitorische ischämische Attacke), Lähmung (Paralyse), Ohnmacht (Synkope), Krampfanfall (Konvulsion), Bewusstseinsverlust, Sprechstörung (Dysarthrie), Missempfindungen (Parästhesie), Gedächtnisverlust (Amnesie), Schläfrigkeit (Somnolenz), abnormes Geschmacksempfinden, kontrastmittelinduzierte Enzephalopathie; vorübergehende Blindheit, Sehstörung, Bindehautentzündung (Konjunktivitis), vermehrter Tränenfluss, Lichtblitze (Photopsie); Herzstillstand, Herzinfarkt (Myokardinfarkt), Herzversagen, Angina pectoris, Herzrhythmusstörung (Arrhythmie), Kammer- oder Vorhofflimmern, Störung der Erregungsleitung im Herzen (AV-Block); Kreislaufkollaps oder Schock, Gesichtsrötung (Flush), Blässe, Blaufärbung (Zyanose), Blutgerinnsel und Gefäßverschluss in Herzkranzgefäßen (Koronararterienthrombose, Koronararterienembolie), Gefäßkrampf (Vasospasmus), Mangeldurchblutung (Ischämie); Atemstillstand, akute Schocklunge (ARDS), Wasser in der Lunge (Lungenödem), Schwellung von Kehlkopf und Rachen (Larynxödem, Pharynxödem), Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus), Asthma, Husten, Rachen- und Kehlkopfbeschwerden, Schnupfen (Rhinitis), Stimmstörung (Dysphonie); Durchfall, Bauchschmerzen, vermehrter Speichelfluss, Schluckstörung (Dysphagie), Vergrößerung der Speicheldrüse; akutes generalisiertes pustulöses Exanthem (AGEP), Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Ekzem, vermehrtes Schwitzen, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme, Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS); Gelenkschmerzen (Arthralgie); akute Nierenschädigung; Reaktion an der Injektionsstelle, örtliches Kältegefühl, Unwohlsein, Durst; ST-Streckenhebung und andere Veränderungen im EKG. Zu dieser Spalte sagt die Fußnote der Fachinformation: "Da diese Reaktionen nicht während der klinischen Studien mit 4.739 Patienten beobachtet wurden, ist der beste Schätzwert des durchschnittlichen Auftretens selten" [1] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Imeron (Gabe in ein Blutgefäß, Erwachsene). Reaktionen an der Injektionsstelle umfassen laut Fachinformation Schmerzen und Schwellungen, in der Mehrzahl der Fälle durch Kontrastmittel, das neben das Gefäß gelangt (Extravasation); berichtet wurden auch Entzündung, Absterben von Hautgewebe und ein Kompartmentsyndrom. Eine vorübergehende Schilddrüsenunterfunktion kann bei Neugeborenen auftreten, insbesondere bei Frühgeborenen oder Neugeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht, und bei Kindern bis 3 Jahre [1].
Ultravist (Iopromid, alle Anwendungsarten)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Häufig | Schwindel, Kopfschmerz, Geschmacksstörung (Dysgeusie); verschwommenes Sehen oder Sehstörung; Brustschmerz oder Engegefühl in der Brust; hoher Blutdruck (Hypertonie), Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation); Erbrechen, Übelkeit; Schmerzen, Reaktion an der Einstichstelle, zum Beispiel Schmerz sowie, nur nach der Markteinführung beobachtet, Wärmegefühl, Schwellung, Entzündung und Verletzung des Weichteilgewebes, wenn Kontrastmittel austritt; Hitzegefühl [2, 3] |
| Gelegentlich | Überempfindlichkeit oder allergieähnliche (anaphylaktoide) Reaktionen, zum Beispiel Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus), Schwellung von Kehlkopf, Rachen oder Gesicht, Niesen, Husten, Schleimhautschwellung, Nesselsucht (Urtikaria), Juckreiz (Pruritus), Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), dazu, nur nach der Markteinführung beobachtet und mit nicht bekannter Häufigkeit, anaphylaktoider Schock, Atemstillstand, Schwellung der Zunge, Krampf von Kehlkopf oder Rachen, Asthma, Bindehautentzündung, Tränenfluss, Schnupfen (Rhinitis), Heiserkeit, Halsreizung; vasovagale Reaktionen (Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht mit Abfall von Blutdruck und Herzfrequenz), Verwirrung, Unruhe, Missempfindungen oder verminderte Berührungsempfindlichkeit (Parästhesie, Hypästhesie), Schläfrigkeit (Somnolenz); Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien); niedriger Blutdruck (Hypotonie); Atemnot (Dyspnoe); Bauchschmerzen; Gewebeschwellungen (Ödeme) [2, 3] |
| Selten | Angstzustände; Herzstillstand, verminderte Sauerstoffversorgung des Herzmuskels (myokardiale Ischämie), Herzklopfen [2, 3] |
| Nicht bekannt | Krisenhafte Schilddrüsenüberfunktion (thyreotoxische Krise), Störung der Schilddrüsenfunktion; Koma, Durchblutungsstörung des Gehirns oder Hirninfarkt (zerebrale Ischämie), Schlaganfall, Hirnschwellung (Gehirnödem), Krampfanfälle oder Zuckungen, vorübergehende Blindheit durch eine Störung im Gehirn (kortikale Blindheit), Bewusstlosigkeit, Erregung und körperliche Unruhe (Agitiertheit), Gedächtnisverlust (Amnesie), Zittern (Tremor), Sprachstörungen, teilweise oder vollständige Lähmung (Parese, Paralyse), kontrastmittelinduzierte Enzephalopathie; Störung des Hörvermögens; Herzinfarkt (myokardialer Infarkt), Herzversagen, langsamer Herzschlag (Bradykardie), schneller Herzschlag (Tachykardie), Blaufärbung von Haut und Schleimhäuten (Zyanose); Schock, Gefäßverschluss durch Blutgerinnsel (thromboembolische Ereignisse), Gefäßkrampf (Vasospasmus); Wasser in der Lunge (Lungenödem), Ateminsuffizienz, Einatmen von Kontrastmittel bei Anwendung zum Einnehmen (Aspiration); Schluckstörungen (Dysphagie), Anschwellen der Speicheldrüse, Durchfall; Hauterkrankungen mit Blasenbildung (zum Beispiel Stevens-Johnson- oder Lyell-Syndrom), Ausschlag (Exanthem), Hautrötung (Erythem), übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose), akute generalisierte exanthematische Pustulose, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, fixes Arzneimittelexanthem; Kompartmentsyndrom nach Austritt des Kontrastmittels ins Gewebe; Nierenfunktionsstörung, akutes Nierenversagen; Unwohlsein, Schüttelfrost, Blässe; Änderungen der Körpertemperatur. Nur bei Gabe in ein Blutgefäß gelten laut Fachinformation: Hirnschwellung, kortikale Blindheit, thromboembolische Ereignisse, Gefäßkrampf, Kompartmentsyndrom, Nierenfunktionsstörung und akutes Nierenversagen, laut Packungsbeilage auch Krampfanfälle oder Zuckungen [2, 3] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Ultravist (alle Anwendungsarten). Am häufigsten, bei 4 von 100 Behandelten oder mehr, wurden laut Fachinformation Kopfschmerzen, Übelkeit und Gefäßerweiterung beobachtet [2].
Visipaque (Iodixanol, Gabe in Vene oder Arterie)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Häufig | Verzögerte Überempfindlichkeitsreaktionen, also nach einer Stunde oder bis zu Tagen nach der Gabe [4] |
| Gelegentlich | Akute oder verzögert auftretende Überempfindlichkeitsreaktionen mit Zeichen wie Frösteln, Fieber, Schwitzen, Kopfschmerz, Brustschmerz, Bauchschmerz, Schwindel, Blässe, Schwäche, Würgen und Erstickungsgefühl, Anstieg oder Abfall des Blutdrucks, Juckreiz, Nesselsucht, Hautausschläge anderer Art, Schwellungen (Ödeme), Krämpfe, Muskelzittern, Niesen oder Tränenfluss; Kopfschmerzen; Gesichtsrötung (Flush); Übelkeit, Erbrechen; Hautausschlag, Arzneimittelexanthem, Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht (Urtikaria); Verschlechterung der Nierenfunktion einschließlich akutem Nierenversagen oder kontrastmittelinduzierter Nephropathie; kurzzeitiges Wärmegefühl, Brustschmerz [4] |
| Selten | Schwerwiegende verzögerte Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Hautreaktionen mit Pusteln oder Blasen; Schwindel, gestörte Sinnesempfindungen einschließlich Geschmacksstörung, Missempfindungen (Parästhesie) und Störung des Geruchssinns (Parosmie); Herzrhythmusstörung (langsamer und schneller Herzschlag), Herzinfarkt (Myokardinfarkt); Blutdruckabfall; vorübergehende Änderungen der Atemfrequenz, Kurzatmigkeit, Husten, Niesen; Hautrötung (Erythem); Schmerz, Missempfinden, Frösteln (Schüttelfrost), Veränderungen der Körpertemperatur, Reaktionen an der Injektionsstelle einschließlich Austritt des Kontrastmittels ins Gewebe, Kältegefühl [4] |
| Sehr selten | Erregung (Agitiertheit), Angstgefühl; Durchblutungsstörung im Gehirn (zerebrovaskuläres Ereignis), Ohnmacht (Synkope), vorübergehendes Zittern (Tremor), verminderte Berührungsempfindlichkeit (Hypoästhesie); Herzstillstand, Herzrasen; Blutdruckanstieg, Mangeldurchblutung (Ischämie); vorübergehende Blindheit durch eine Störung im Gehirn (kortikale Blindheit), vorübergehende Beeinträchtigung der Sehkraft einschließlich Doppeltsehen und verschwommenem Sehen, Augenlidschwellung; Atemnot, Reizung des Rachens, Schwellung von Kehlkopf und Rachen; Bauchschmerzen oder Unwohlsein, Durchfall; Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose); Rückenschmerzen, Muskelkrampf; allgemeines Wärmegefühl und Kopfschmerzen, Schwächezustände (zum Beispiel Unwohlsein, Müdigkeit), Gesichtsschwellung, örtliche Schwellungen, Schweißausbruch, vasovagale Reaktionen [4] |
| Nicht bekannt | Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie); allergoide bzw. anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen einschließlich lebensbedrohlicher oder tödlicher Anaphylaxie, anaphylaktoider oder anaphylaktischer Schock; Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), vorübergehende Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose); Verwirrtheit; Koma, Störung der Bewegungsfunktion, Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, vorübergehende kontrastmittelinduzierte Enzephalopathie durch Austritt des Kontrastmittels, die sich als Störung von Empfindung, Bewegung oder Nervenfunktion insgesamt zeigen kann (unter anderem Gedächtnisverlust, Halluzinationen, Lähmung, Desorientierung, Sprachstörung); Herzversagen, Störung der Erregungsleitung, verminderte Bewegung der Herzkammer (ventrikuläre Hypokinesie), Blutgerinnsel in den Herzkranzgefäßen, Angina pectoris, Mangeldurchblutung des Herzmuskels (myokardiale Ischämie), Krämpfe der Herzkranzgefäße, Herz- und Atemstillstand; Krämpfe von Arterien, Blutgerinnsel (Thrombosen), Venenentzündung mit Blutgerinnsel (Thrombophlebitis), Schock; Wasser in der Lunge (Lungenödem), Kreislaufstillstand, Atemversagen oder Atemstillstand, Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus), Engegefühl im Rachen; akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder Verschlechterung einer Pankreatitis, vergrößerte Speicheldrüse; fixes Arzneimittelexanthem, schwere Hautreaktion, Hautentzündung mit Blasen oder Abschälung (bullöse oder exfoliative Dermatitis), Stevens-Johnson-Syndrom, Kokardenerythem, toxische epidermale Nekrolyse, akute generalisierte exanthematöse Pustulose, Arzneimittel-Hautausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, allergische Hautentzündung (Dermatitis), Hautabschuppung; Gelenkschmerzen (Arthralgie); akute Verschlechterung der Nierenfunktion bei bereits bestehender chronischer Niereninsuffizienz, erhöhter Kreatininwert im Blut; Schwellung, örtliche Reaktionen vor allem bei der Darstellung der Gefäße in Armen und Beinen (periphere Angiografie); Iod-Vergiftung [4] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Visipaque (Gabe in Vene oder Arterie). Verzögerte Überempfindlichkeitsreaktionen nach Gabe in ein Blutgefäß wurden laut Fachinformation bei nichtionischen, dimeren Kontrastmitteln häufiger beobachtet als bei nichtionischen, monomeren; sie sind selten schwerwiegend. Gelegentlich steigt nach iodhaltigen Kontrastmitteln der Kreatininwert im Blut gering und vorübergehend an. Bei der Angiografie der Hirngefäße und ähnlichen Verfahren können vorübergehende neurologische Komplikationen auftreten, zum Beispiel Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Lähmungen, Sehstörung, Krampfanfälle oder Koma; nach Gabe in eine Vene treten sie sehr selten auf [4].
Gadovist (Gadobutrol, Injektion in eine Vene)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Häufig | Kopfschmerz; Übelkeit [5, 6] |
| Gelegentlich | Überempfindlichkeit oder anaphylaktoide Reaktion, zum Beispiel anaphylaktoider Schock, Kreislaufkollaps, Atemstillstand, Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus), Blaufärbung (Zyanose), Schwellung in Mund und Rachen, Kehlkopfschwellung (Larynxödem), niedriger Blutdruck, Blutdruckanstieg, Schmerzen im Brustkorb, Nesselsucht (Urtikaria), Gesichtsschwellung, Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Bindehautentzündung, Augenlidschwellung, Gesichtsrötung (Flushing), übermäßiges Schwitzen, Husten, Niesen, Brennen von Haut und Schleimhäuten, Blässe; Schwindel, Geschmacksstörung (Dysgeusie), Missempfindungen (Parästhesie); Atemnot (Dyspnoe); Erbrechen; Hautrötung (Erythem), Juckreiz (Pruritus), Ausschlag; Reaktion an der Injektionsstelle, Hitzegefühl [5, 6] |
| Selten | Bewusstseinsverlust, Krampfanfall (Konvulsion), Störung des Geruchssinns (Parosmie); schneller Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitation); Mundtrockenheit; Unwohlsein, Kältegefühl [5, 6] |
| Nicht bekannt | Herz-Kreislauf-Stillstand; akutes Atemnotsyndrom (ARDS), Wasser in der Lunge (Lungenödem); nephrogene systemische Fibrose (NSF) [5, 6] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Gadovist (Injektion in eine Vene). Laut Fußnote der Fachinformation wurde außer der Nesselsucht keines der Einzelzeichen der Überempfindlichkeit in klinischen Studien häufiger als selten berichtet; einige wurden nur nach der Markteinführung erfasst, ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Nach Gadovist wurden außerdem Schwankungen der Nierenwerte einschließlich eines Anstiegs des Kreatinins im Blut beobachtet [5].
Primovist (Gadoxetsäure, Injektion in eine Vene)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Häufig | Kopfschmerzen; Übelkeit [7, 8] |
| Gelegentlich | Schwindel, Geschmacksstörung (Dysgeusie), Missempfindungen (Parästhesie), Störung des Geruchssinns (Parosmie); Blutdruckanstieg, Gesichtsrötung (Flush); Atembeschwerden (Dyspnoe, Atemnot); Erbrechen, Mundtrockenheit; Ausschlag, Juckreiz (Pruritus, auch am ganzen Körper oder an den Augen); Rückenschmerzen; Brustschmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle, Hitzegefühl, Schüttelfrost, Müdigkeit, Befindlichkeitsstörung [7, 8] |
| Selten | Zittern (Tremor), Unfähigkeit, still zu sitzen oder zu stehen (Akathisie); Schenkelblock (Störung der Erregungsleitung im Herzen), Herzklopfen (Palpitation); Beschwerden im Mund, vermehrter Speichelfluss; fleckig-knotiger Ausschlag (makulopapulöser Ausschlag), vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose); körperliche Beschwerden, Unwohlsein [7, 8] |
| Nicht bekannt | Überempfindlichkeit oder anaphylaktoide Reaktion, zum Beispiel Schock, niedriger Blutdruck, Schwellung von Rachen und Kehlkopf, Nesselsucht, Gesichtsschwellung, Schnupfen (Rhinitis), Bindehautentzündung, Bauchschmerzen, verminderte Berührungsempfindlichkeit (Hypästhesie), Niesen, Husten, Blässe; Ruhelosigkeit; schneller Herzschlag (Tachykardie) [7, 8] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Primovist (Injektion in eine Vene). Lebensbedrohliche oder tödliche Fälle eines Schocks und der Atemnot wurden laut Fachinformation nach der Zulassung berichtet. In klinischen Studien zeigte bei einigen Patienten das EKG eine vorübergehende QT-Verlängerung, ohne damit verbundene unerwünschte klinische Ereignisse [7].
ProHance (Gadoteridol, Injektion in eine Vene)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Häufig | Übelkeit [9] |
| Gelegentlich | Kopfschmerzen, Missempfindungen (Parästhesie), Schwindel, Geschmacksstörungen; vermehrter Tränenfluss; Hautrötung, niedriger Blutdruck (Hypotonie); Mundtrockenheit, Erbrechen; Juckreiz (Pruritus), Hautausschlag, Nesselsucht (Urtikaria); Schmerzen an der Injektionsstelle, Reaktionen an der Injektionsstelle (möglicherweise durch Austritt ins Gewebe), Schwäche (Asthenie); erhöhte Herzfrequenz [9] |
| Selten | Anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen; Angstgefühle; geistige Beeinträchtigung, Koordinationsstörungen, Krampfanfall (Konvulsion); Ohrgeräusche (Tinnitus); Knotenarrhythmie (Herzrhythmusstörung); Kehlkopfkrampf (Laryngospasmus), Atemnot (Dyspnoe), Schnupfen (Rhinitis), Husten, Atemaussetzer (Apnoe), Keuchen; Bauchschmerzen, Zungenschwellung, Juckreiz im Mund, Zahnfleischentzündung (Gingivitis), weicher Stuhl; Gesichtsschwellung; Steifheit der Skelettmuskulatur; Brustschmerzen, Fieber (Pyrexie) [9] |
| Nicht bekannt | Bewusstseinsverlust, Koma, vasovagale Reaktionen; Herzstillstand; Atemstillstand, Wasser in der Lunge (Lungenödem); akutes Nierenversagen, berichtet bei Patienten mit vorbestehender schwerer Nierenfunktionsstörung [9] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für ProHance (Injektion in eine Vene). Vasovagale Reaktionen traten laut Fachinformation während oder unmittelbar nach der Gabe auf und führten selten zu einer Ohnmacht; sie sind häufig mit emotionalem Stress oder schmerzhaften oder unangenehmen Reizen verbunden, etwa dem Einstich beim Legen der Kanüle. Einzelfälle einer nephrogenen systemischen Fibrose in Verbindung mit ProHance traten meist bei Patienten auf, die gleichzeitig andere gadoliniumhaltige Kontrastmittel erhielten [9].
Jede Häufigkeit gilt nur für das Präparat, bei dem sie steht. Sie sagt nicht, welches Präparat für Sie besser verträglich ist. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Präparat sie verursacht hat.
Laut den Packungsbeilagen von Ultravist, Gadovist und Primovist heißt häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen, gelegentlich: bis zu 1 von 100, selten: bis zu 1 von 1.000 [3, 6, 8]. Die Fachinformationen geben die Klassen als Anteile an; sehr selten heißt dort weniger als 1 von 10.000, nicht bekannt heißt, dass sich die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzen lässt [1, 2, 4, 5, 7, 9]. Umrechnen können Sie mit dem Werkzeug Häufigkeit übersetzen.
Mehr zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Geschmacksstörungen, Hautausschlag, Juckreiz, Arzneimittelallergie und Nierenschäden als Nebenwirkung von Medikamenten; die Tabellen dort zeigen nur Wirkstoffe mit eigenem Steckbrief, keine Kontrastmittel.
Seltene und schwere Nebenwirkungen
Schwere allergieähnliche Reaktionen: Nach allen sechs Präparaten sind laut Fachinformation Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zum Schock möglich; Todesfälle wurden berichtet [1, 2, 4, 5, 7, 9]. Bei Imeron, Ultravist und Visipaque treten sie unabhängig von der Dosis auf [1, 2, 4]. Die meisten setzen laut den Fachinformationen von Gadovist, Primovist, ProHance und Ultravist innerhalb einer halben Stunde ein, laut denen von Imeron und Visipaque im Allgemeinen innerhalb einer Stunde; Spätreaktionen nach Stunden oder Tagen sind möglich [1, 2, 4, 5, 7, 9]. Häufiger bzw. mit höherem Risiko treten sie laut den Fachinformationen von Imeron, Ultravist, Visipaque, Gadovist und Primovist bei Allergien, Asthma und früheren Reaktionen auf Kontrastmittel auf; laut Fachinformation von ProHance ist bei Asthma das Risiko einer Verkrampfung der Atemwege erhöht [1, 2, 4, 5, 7, 9]. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko sollte laut den Fachinformationen von Imeron und Visipaque eine Vorbehandlung mit Antihistaminika und/oder Kortikoiden erwogen werden, laut Ultravist eine mit Kortikoiden [1, 2, 4]. Wer Betablocker einnimmt, spricht laut den Fachinformationen von Imeron, Ultravist, Visipaque, Primovist und ProHance möglicherweise schlechter oder gar nicht auf die übliche Behandlung einer allergieähnlichen Reaktion an [1, 2, 4, 7, 9].
Nieren: Nach iodhaltigen Kontrastmitteln in ein Blutgefäß kann es laut Fachinformation von Imeron in seltenen Fällen zu einem Nierenversagen kommen, das sich zurückbildet; laut Fachinformation von Ultravist kann eine Kontrastmittel-assoziierte akute Nierenschädigung auftreten, in seltenen Fällen bis zum akuten Nierenversagen; bei Visipaque ist eine Verschlechterung der Nierenfunktion bis zum akuten Nierenversagen gelegentlich [1, 2, 4]. Als begünstigende Faktoren nennen die drei Fachinformationen unter anderem eine bestehende Nierenerkrankung, Flüssigkeitsmangel, eine Paraproteinämie wie das multiple Myelom (Plasmozytom) und hohe Kontrastmitteldosen, Ultravist und Visipaque auch Diabetes mellitus [1, 2, 4]. Nach einigen gadoliniumhaltigen Mitteln wurde bei akuter oder chronischer schwerer Niereninsuffizienz über eine nephrogene systemische Fibrose berichtet, eine Erkrankung mit Verdickung von Haut und Bindegewebe, die die Beweglichkeit der Gelenke einschränken und die Funktion innerer Organe lebensbedrohlich beeinträchtigen kann [5, 7, 8, 9]. Bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion und rund um eine Lebertransplantation sollten Gadovist und ProHance laut Fachinformation nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden und nur, wenn die diagnostische Information notwendig ist und ohne Kontrastmittel nicht gewonnen werden kann; Primovist sollte dann vermieden werden, es sei denn, die diagnostische Information ist notwendig und ohne Kontrastmittel nicht zu gewinnen [5, 7, 9]. Laut allen drei Fachinformationen wird empfohlen, vor der Anwendung bei allen Patienten die Nierenfunktion durch Labortests abzuklären [5, 7, 9].
Schilddrüse: Iodhaltige Kontrastmittel können laut den Fachinformationen von Imeron, Ultravist und Visipaque eine Schilddrüsenüberfunktion oder sogar eine thyreotoxische Krise auslösen [1, 2, 4]. Als gefährdet nennen die Fachinformationen Menschen mit bekannter oder versteckter Überfunktion oder einem Knotenkropf (Struma), Imeron und Visipaque auch Menschen mit einer Autonomie der Schilddrüse [1, 2, 4]. Vor der Untersuchung muss laut den Fachinformationen von Imeron und Ultravist bei gefährdeten Patienten die Schilddrüsenfunktion geklärt werden; bei bekannter oder vermuteter Überfunktion kann laut Ultravist, bei Verdacht laut Visipaque eine vorbeugende Behandlung mit Mitteln gegen eine Überfunktion (Thyreostatika) in Betracht gezogen werden [1, 2, 4]. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine vorübergehende Unterdrückung der Schilddrüse wurde nach iodhaltigen Kontrastmitteln berichtet; besondere Aufmerksamkeit gilt laut Imeron und Visipaque Kindern unter 3 Jahren, häufiger beobachtet wird sie laut allen drei Fachinformationen bei Neu- und Frühgeborenen [1, 2, 4]. Mehr auf den Seiten Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenunterfunktion.
Schwere Hautreaktionen: Laut den Fachinformationen von Imeron und Ultravist wurden nach iodhaltigen Kontrastmitteln schwere Hautreaktionen berichtet, die lebensbedrohlich oder tödlich sein können, darunter Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, akute generalisierte exanthematische Pustulose und DRESS; Visipaque führt sie mit nicht bekannter Häufigkeit [1, 2, 4]. Wer eine solche Reaktion auf Imeron bzw. Ultravist hatte, darf das Mittel laut Fachinformation zu keinem Zeitpunkt erneut bekommen [1, 2].
Gehirn und Nerven: Nach Imeron, Ultravist und Visipaque wurde über eine kontrastmittelinduzierte Enzephalopathie berichtet, eine vorübergehende Störung des Gehirns mit Zeichen wie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Verwirrtheit, Krampfanfällen, Lähmung einer Körperseite, Sprachstörungen oder Bewusstlosigkeit; sie zeigt sich innerhalb von Minuten bis Stunden und klingt laut Fachinformation im Allgemeinen innerhalb von Tagen ab [1, 2, 4]. Bei Hirntumoren, Metastasen oder Epilepsie können Krampfanfälle nach der Gabe iodhaltiger Mittel häufiger auftreten; bei Gadovist ist laut Fachinformation bei herabgesetzter Krampfschwelle besondere Vorsicht geboten, bei ProHance kann bei Epilepsie oder Hirnschäden die Wahrscheinlichkeit von Krampfanfällen erhöht sein [1, 2, 4, 5, 9].
Gadolinium im Körper: Laut Fachinformation von Primovist kann sich Gadolinium nach der Gabe im Gehirn und in anderen Geweben wie Knochen, Leber, Nieren und Haut anreichern; die klinischen Folgen sind nicht bekannt [7]. Für alle gadoliniumhaltigen Kontrastmittel gilt der Rote-Hand-Brief vom 08.01.2018 (siehe Aktuelle Sicherheitsinformationen) [10].
Kontrastmittel neben dem Gefäß: Gelangt Kontrastmittel ins Gewebe, kann das laut den Fachinformationen von Imeron und Visipaque (dort in seltenen Fällen) Schmerzen und Schwellungen verursachen, die im Allgemeinen folgenlos vorübergehen; beobachtet wurden aber auch Entzündungen und abgestorbenes Gewebe, laut Imeron und Ultravist auch ein Kompartmentsyndrom, bei dem Druck im Gewebe Muskeln, Nerven und Durchblutung schädigt [1, 2, 3, 4].
Spätreaktionen und Kontrollen danach
Schwere Hautreaktionen nach Ultravist traten laut Fachinformation meist innerhalb von 8 Wochen auf; bei Kindern kann ein erster Ausschlag mit einer Infektion verwechselt werden [2]. Bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion ist es laut den Fachinformationen von Ultravist und Visipaque ratsam, die Nierenfunktion über mindestens drei Tage nach der Untersuchung zu beobachten; eine erneute Untersuchung mit Kontrastmittel sollte laut Imeron und Visipaque erst erfolgen, wenn die Nierenfunktion wieder ihren Ausgangswert erreicht hat [1, 2, 4]. Gefährdete Patienten sollten laut Fachinformation von Visipaque in den Wochen nach der Injektion auf eine Thyreotoxikose überwacht werden [4]. Bei allen Kindern unter 3 Jahren sollte laut den Fachinformationen von Imeron und Visipaque die Schilddrüsenfunktion nach der Gabe untersucht werden, laut Ultravist richtet sich die Überwachung nach den Risikofaktoren; bei Neugeborenen, die im Mutterleib iodhaltigem Kontrastmittel ausgesetzt waren, wird laut Imeron und Visipaque empfohlen, die Schilddrüsenfunktion zu überwachen [1, 2, 4].
Nach iodhaltigen Kontrastmitteln kann die Schilddrüse laut den Fachinformationen weniger Radioisotope aufnehmen, laut Imeron für die Diagnose bis zu zwei Wochen, laut Visipaque für Diagnose und Therapie bis zu zwei Wochen, laut Ultravist nach Gabe in ein Blutgefäß für Diagnostik und Behandlung einige Wochen, in Einzelfällen auch länger [1, 2, 4]. Vor einer Radiojodtherapie nennt die Fachinformation von Natriumiodid (131I) eine eigene, längere Frist: 6 bis 8 Wochen "Entzugsdauer" für wasserlösliche iodhaltige Kontrastmittel [13], mehr auf der Seite Radiojodtherapie. Kontrastmittel können laut den Fachinformationen von Imeron, Visipaque und Primovist Laborwerte verfälschen; geben Sie kurz nach Primovist Blut- oder Urinproben ab, informieren Sie laut Packungsbeilage das Fachpersonal [1, 4, 7, 8].
Was Sie tun können

Vor der Untersuchung: Sprechen Sie laut den Packungsbeilagen von Gadovist, Primovist und Ultravist vorher mit Ihrem Arzt, wenn Sie Allergien oder Asthma haben, schon einmal auf ein Kontrastmittel reagiert haben oder Ihre Nieren nicht richtig arbeiten [3, 6, 8]. Laut den Packungsbeilagen von Ultravist und Primovist gehören dazu auch Betablocker und Erkrankungen von Herz und Kreislauf; laut der von Ultravist außerdem Schilddrüsenerkrankungen, Krampfanfälle, ein schwerer Hautausschlag nach einer früheren Anwendung und Angst; laut denen von Gadovist und Primovist ein Herzschrittmacher, eisenhaltige Implantate oder Clips und ein Lebertransplantat; laut der von Primovist niedrige Kaliumwerte und ein Langes-QT-Syndrom [3, 6, 8]. Sagen Sie auch, welche anderen Arzneimittel Sie nehmen und ob Sie schwanger sind oder stillen [3, 6, 8]. Fragen für das Aufklärungsgespräch können Sie mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch sammeln.
Während und nach der Gabe: Zeichen einer allergischen Reaktion melden Sie laut den Packungsbeilagen von Gadovist und Primovist sofort [6, 8]. Laut Packungsbeilage von Ultravist informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie vermuten, dass Beschwerden mit dem Kontrastmittel zusammenhängen; Nebenwirkungen können auch mit zeitlicher Verzögerung auftreten, gegebenenfalls erst deutlich nach der Röntgenuntersuchung [3]. Treten nach Gadovist Stunden oder Tage später Reaktionen auf, informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihren Arzt oder Radiologen [6]. Beschwerden, Beginn und Dauer können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten.
Verdacht melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut den Packungsbeilagen an Ihren Arzt, laut Gadovist auch an den Radiologen, laut Ultravist auch an den Apotheker; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [3, 6, 8]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wer die Behandlung nicht oder nur mit Vorsicht bekommen sollte
Alle sechs Präparate dürfen laut Fachinformation bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile nicht angewendet werden [1, 2, 4, 5, 7, 9].
| Präparat | Gegenanzeigen und Einschränkungen | Vorsicht |
|---|---|---|
| Imeron | Darf nicht: manifeste Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) [1] | Nutzen und Risiko besonders sorgfältig abwägen unter anderem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen der Harnwege oder von Leber und Galle; Vorsicht unter anderem bei Allergien und Asthma, eingeschränkter Nierenfunktion, Diabetes, latenter Überfunktion oder Struma, akutem Hirninfarkt, Epilepsie, Phäochromozytom, Myasthenia gravis, Alkohol- oder Drogenabhängigkeit, schlechtem Allgemeinzustand, bei Säuglingen und älteren Menschen [1] |
| Ultravist | Darf nicht: Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Iod. Nach einer schweren Hautreaktion auf Iopromid darf es zu keinem Zeitpunkt erneut angewendet werden [2] | Bei allergischer Diathese Indikation besonders streng stellen; besonders sorgfältige Risiko-Nutzen-Abwägung bei bekannter oder vermuteter Überfunktion oder knotiger Struma; Vorsicht unter anderem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eingeschränkter Nierenfunktion, Diabetes mit Metformin, Erkrankungen des Gehirns, Phäochromozytom, Myasthenia gravis und bei Säuglingen [2] |
| Visipaque | Darf nicht: frühere schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion auf Visipaque; manifeste Thyreotoxikose; dekompensierte Herzinsuffizienz [4] | Nur bei präziser klinischer Indikation; bei allergischer Diathese, Asthma oder früherer Reaktion Indikation besonders streng stellen; Vorsicht unter anderem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eingeschränkter Nierenfunktion, Diabetes mit Metformin, Erkrankungen des Gehirns, Plasmozytom, Phäochromozytom, Myasthenia gravis, Autoimmunerkrankungen, Homocysteinurie, schlechtem Allgemeinzustand [4] |
| Gadovist | Keine weiteren Gegenanzeigen; darf nicht in den Rückenmarkskanal (intrathekal) gegeben werden [5] | Schwere Einschränkung der Nierenfunktion und Zeit rund um eine Lebertransplantation sowie Neugeborene bis 4 Wochen und Säuglinge bis 1 Jahr: nur nach sorgfältiger Abwägung; allergische Disposition: besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung; herabgesetzte Krampfschwelle: besonders vorsichtig vorgehen; ab 65 Jahren Nierenfunktion prüfen [5] |
| Primovist | Keine weiteren Gegenanzeigen; bei unbehandeltem Kaliummangel (Hypokaliämie) sollte Primovist nicht verabreicht werden [7] | Schwere Einschränkung der Nierenfunktion und Zeit rund um eine Lebertransplantation: vermeiden, außer die Information ist notwendig und ohne Kontrastmittel nicht zu gewinnen; besondere Vorsicht bei angeborenem QT-Syndrom, bei früheren Rhythmusstörungen durch bestimmte Medikamente und bei Behandlung mit Mitteln wie Amiodaron oder Sotalol; Vorsicht bei schweren Herz-Kreislauf-Problemen; allergische Veranlagung: sorgfältige Nutzen-Risiko-Bewertung [7] |
| ProHance | Darf nicht: Überempfindlichkeit gegen Gadoliniumchelate; darf nicht in den Rückenmarkskanal (intrathekal) gegeben werden [9] | Schwere Einschränkung der Nierenfunktion und Zeit rund um eine Lebertransplantation sowie Neugeborene und Säuglinge: nur nach sorgfältiger Abwägung; bei Asthma erhöhtes Risiko einer Verkrampfung der Atemwege; stärkere Reaktionen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen möglich; Epilepsie oder Hirnschäden: Vorsichtsmaßnahmen nötig [9] |
Andere Medikamente
Bei Diabetes mit Metformin sollte laut den Fachinformationen von Imeron, Ultravist und Visipaque vor einer Gabe in ein Blutgefäß der Kreatininwert im Blut bestimmt werden; ob Metformin unterbrochen wird, richtet sich laut diesen Fachinformationen unter anderem nach der Nierenfunktion [1, 2, 4]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei einer Behandlung mit Interferonen oder Interleukinen können bekannte Kontrastmittelreaktionen laut Imeron und Visipaque häufiger und vor allem verzögert auftreten, laut Ultravist ist eine vorangegangene Behandlung mit Interleukin-2 mit einem höheren Risiko für verzögerte Reaktionen verbunden [1, 2, 4]. Mittel, die die Krampfschwelle senken, können laut Fachinformation von Visipaque bei Epilepsie oder Hirnschäden einen Krampfanfall begünstigen [4]. Was vor Untersuchungen mit Medikamenten zu beachten ist, erklärt der Ratgeber Medikamente vor Untersuchungen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Gadolinium ist laut den Fachinformationen von Gadovist, Primovist und ProHance plazentagängig; ob das dem ungeborenen Kind schadet, ist nicht bekannt [5, 7, 9]. Bei iodhaltigen Kontrastmitteln ist laut den Fachinformationen von Imeron, Ultravist und Visipaque neben der Strahlenbelastung durch die Röntgenuntersuchung die Empfindlichkeit der Schilddrüse des ungeborenen Kindes für Iod zu beachten [1, 2, 4].
| Präparat | Schwangerschaft | Stillzeit |
|---|---|---|
| Imeron | Keine Erfahrungen am Menschen, die belegen würden, dass die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit ohne Bedenken ist. Bei Neugeborenen, die im Mutterleib Iomeprol ausgesetzt waren, wird empfohlen, die Schilddrüsenfunktion zu überwachen [1] | Geht nur in geringem Umfang in die Muttermilch über; ein Überangebot an Iodid für den Säugling ist nicht auszuschließen. Zumindest bei Frühgeborenen und Neugeborenen bis 2 Monate sollte eine Stillpause von 24 Stunden mit der Mutter erörtert werden, die mit vorher abgepumpter Milch überbrückt werden kann [1] |
| Ultravist | Keine angemessenen Studien bei Schwangeren; Tierstudien ohne Hinweis auf eine schädigende Wirkung. Der Nutzen einer Röntgenuntersuchung muss sorgfältig abgewogen werden [2, 3] | Geht nur geringfügig in die Muttermilch über, eine Schädigung des Säuglings ist nicht zu erwarten. Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, zumindest bei Säuglingen bis zum 4. Lebensmonat das Stillen für 2 Tage zu unterbrechen und die abgepumpte Milch zu verwerfen [2, 3] |
| Visipaque | Tierstudien ohne Hinweis auf eine schädliche Wirkung. Darf nur angewendet werden, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt und die Untersuchung vom Arzt als unabdingbar bewertet wird. Bei Neugeborenen, die in der Schwangerschaft iodhaltigem Kontrastmittel ausgesetzt waren, wird empfohlen, die Schilddrüsenfunktion zu überwachen [4] | Geht in geringem Umfang in die Muttermilch über, nur minimale Mengen werden im Darm aufgenommen; es darf normal weiter gestillt werden [4] |
| Gadovist | Begrenzte Erfahrungen; sollte nicht angewendet werden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau erfordert die Anwendung [5] | Geht in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über, keine Auswirkungen auf den Säugling zu erwarten. Ob weiter gestillt oder für 24 Stunden unterbrochen wird, sollten Arzt und stillende Mutter entscheiden [5] |
| Primovist | Begrenzte Erfahrungen; darf nicht verwendet werden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau erfordert die Anwendung. Laut Packungsbeilage sollte es nur angewendet werden, wenn es unbedingt notwendig ist [7, 8] | Geht in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über, keine Auswirkungen auf den Säugling zu erwarten. Ob weiter gestillt oder für 24 Stunden unterbrochen wird, sollten Arzt und stillende Mutter entscheiden [7] |
| ProHance | Begrenzte Erfahrungen; darf nicht verwendet werden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau erfordert die Anwendung [9] | Geht in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über, keine Auswirkungen auf den Säugling zu erwarten. Ob weiter gestillt oder für 24 Stunden unterbrochen wird, sollten Arzt und stillende Mutter entscheiden [9] |
Wenn Sie schwanger sind oder es sein könnten, müssen Sie laut den Packungsbeilagen von Gadovist und Primovist Ihren Arzt informieren; laut der von Ultravist fragen Sie vor der Anwendung Ihren Arzt um Rat [3, 6, 8]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Aktuelle Sicherheitsinformationen
Rote-Hand-Brief vom 08.01.2018 zu Gadolinium (vom BfArM veröffentlicht am 10.01.2018): Die Hersteller und Vertreiber gadoliniumhaltiger Kontrastmittel informierten in Abstimmung mit der EMA und dem BfArM, dass eine Bewertung der EMA bestätigt hat, dass sich nach Anwendung dieser Mittel geringe Mengen Gadolinium im Gehirn ablagern; mit linearen Mitteln wurden mehr Ablagerungen beobachtet als mit makrozyklischen [10]. Bisher gibt es laut dem Brief keine Hinweise auf eine Schädigung der Patienten durch die Ablagerung im Gehirn; da die langfristigen Risiken unbekannt sind, empfahl die EMA das Ruhen der Zulassungen für lineare Mittel zur Anwendung in die Vene, mit Ausnahme von Gadoxetsäure und Gadobensäure, die nur noch für die MRT der Leber verfügbar bleiben; makrozyklische Mittel bleiben verfügbar [10]. Ärzte sollten gadoliniumhaltige Kontrastmittel laut dem Brief nur anwenden, wenn essentielle diagnostische Informationen mit einer MRT ohne Kontrastmittel nicht gewonnen werden können, und immer die niedrigste Dosis gemäß Fachinformation verwenden, die für die Diagnose ausreicht [10].
Bescheide des BfArM: Mit Bescheid vom 13.12.2017 setzte das BfArM den Beschluss der Europäischen Kommission vom 23.11.2017 um; das Ruhen der Zulassungen von Gadodiamid, Gadopentetsäure (zur Anwendung in die Vene) und Gadoversetamid wurde in Deutschland zum 28.02.2018 wirksam [11]. Mit dem jüngsten Bescheid vom 06.02.2026, veröffentlicht am 18.02.2026, ist das Ruhen vorläufig bis zum 28.02.2028 verlängert worden [11]. Mehr über solche Mitteilungen im Ratgeber Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
| Präparat | Warnzeichen | Anweisung der Packungsbeilage |
|---|---|---|
| Gadovist | Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen; Husten und Niesen; Schwierigkeiten beim Atmen; Juckreiz; laufende Nase; nesselartiger Ausschlag | "(…) benachrichtigen Sie sofort das Personal der MRT-Abteilung. Diese Nebenwirkungen könnten erste Anzeichen einer schweren Reaktion sein." [6] |
| Gadovist | Verspätete allergieartige oder andere Reaktionen Stunden bis mehrere Tage nach der Gabe | "(…) informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt oder Radiologen." [6] |
| Primovist | Niedriger Blutdruck; Schwellungen der Zunge, im Bereich der Kehle oder im Gesicht; laufende Nase, Niesen, Husten; rote, wässrige und juckende Augen; Bauchschmerzen; Nesselsucht; vermindertes Empfinden der Haut, Juckreiz, blasse Haut; Probleme beim Atmen | "Informieren Sie Ihren Arzt sofort (…)" [8] |
| Ultravist | Zielscheibenartige oder kreisförmige rötliche Flecken am Rumpf, oft mit Blasen, Hautabschälungen, Geschwüre in Mund, Rachen, Nase, an Genitalien und Augen, eventuell nach Fieber und grippeartigen Beschwerden; ausgedehnter Hautausschlag mit hoher Körpertemperatur und vergrößerten Lymphknoten; roter, schuppiger Ausschlag mit Blasen und Fieber; Gedächtnisverlust, Verwirrung, Halluzinationen, Sehstörungen, Krampfanfälle, Koordinationsverlust, Lähmung einer Körperseite, Sprechprobleme, Bewusstlosigkeit | "Begeben Sie sich unverzüglich in medizinische Behandlung (…)" [3] |
Laut Fachinformation von Visipaque ist der Patient über die Zeichen verzögerter Überempfindlichkeitsreaktionen und das Verhalten dabei zu informieren [4]. Als Fälle für den Notruf 112 nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unter anderem Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden und akute und anhaltende Krampfanfälle [12].
Quellen
- Fachinformation Fachinformation Imeron 150, 250, 300, 350, 400 Injektionslösung, Infusionslösung (Iomeprol), Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1. Bracco Imaging Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber). Stand 01/2026 (Stand der Information Januar 2026). abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ultravist-240, -300, -370 (Iopromid), Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Bayer Vital GmbH (Zulassungsinhaber). Stand 08/2026 (Stand August 2026). abgerufen am 21.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ultravist-300, 300 mg Iod/ml, Injektions- oder Infusionslösung oder Lösung zum Einnehmen (Iopromid), Abschnitte 1 bis 4; Herstellerdokument, einzeln über den PatientenInfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Bayer Vital GmbH (pharmazeutischer Unternehmer). Stand 08/2026. abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Visipaque 270/320 (Iodixanol), Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber am 21.10.2026 keine Fassung abrufbar war. GE Healthcare Buchler GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber). Stand 09/2026 (Stand der Information September 2026). abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Gadovist 1,0 mmol/ml Injektionslösung (Gadobutrol), Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Bayer Vital GmbH (Zulassungsinhaber). Stand 09/2025 (Stand September 2025). abgerufen am 21.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Gadovist 1,0 mmol/ml Injektionslösung (Gadobutrol), Abschnitte 1 bis 4; Herstellerdokument, einzeln über den PatientenInfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Bayer Vital GmbH (pharmazeutischer Unternehmer). Stand 08/2025. abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Primovist 0,25 mmol/ml Injektionslösung, Fertigspritze (Dinatriumgadoxetat), Abschnitte 4.1 bis 4.8, 5.1 und 5.2; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Bayer Vital GmbH (Zulassungsinhaber). Stand 10/2024 (Stand Oktober 2024). abgerufen am 21.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Primovist 0,25 mmol/ml Injektionslösung, Fertigspritze (Dinatriumgadoxetat), Abschnitte 1 bis 4; Herstellerdokument, einzeln über den PatientenInfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Bayer Vital GmbH (pharmazeutischer Unternehmer). Stand 10/2025. abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation ProHance 0,5 M Injektionslösung (Gadoteridol), Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1. Bracco Imaging Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber). Stand 08/2024 (Stand der Information August 2024). abgerufen am 21.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Gadolinium-haltige Kontrastmittel: Aktualisierte Empfehlungen nach Bewertung von Gadoliniumablagerungen im Gehirn und anderen Geweben. Hersteller und Vertreiber gadoliniumhaltiger Kontrastmittel in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand Brief vom 08.01.2018, veröffentlicht 10.01.2018. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Gadoliniumhaltige Kontrastmittel: Gadoliniumablagerungen im Gehirn und anderen Geweben (Risikobewertungsverfahren mit Bescheiden vom 13.12.2017 bis 06.02.2026). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand Stand 18.02.2026. abgerufen am 21.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Natriumiodid (I131) Hartkapsel zur Therapie (Abschnitt 4.5), Zul.-Nr. 64930.00.00. Curium Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber). Stand 11/2023 (Archivfassung vom 13.02.2025, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 22.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat ein Kontrastmittel?
Das hängt vom Präparat ab. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind laut Fachinformation ein Hitzegefühl bei Imeron; Schwindel, Kopfschmerz, Geschmacksstörungen, verschwommenes Sehen, Brustschmerz oder Engegefühl in der Brust, hoher Blutdruck, Gefäßerweiterung, Erbrechen, Übelkeit, Schmerzen, Reaktionen an der Einstichstelle und ein Hitzegefühl bei Ultravist; verzögerte Überempfindlichkeitsreaktionen bei Visipaque; Kopfschmerzen und Übelkeit bei Gadovist und Primovist sowie Übelkeit bei ProHance. Alle Angaben je Präparat stehen im Abschnitt Nebenwirkungen laut Fachinformation.
Wie lange muss ich nach der Kontrastmittelgabe bleiben?
Nach der Gabe werden Sie laut den Packungsbeilagen von Gadovist, Primovist und Ultravist mindestens 30 Minuten bzw. eine halbe Stunde beobachtet, weil die meisten Reaktionen bzw. schweren Zwischenfälle in dieser Zeit auftreten. Laut Fachinformation von Visipaque sollen Patientinnen und Patienten mindestens 30 Minuten beobachtet werden. Laut Fachinformation von Imeron soll der Patient mindestens eine halbe Stunde überwacht werden, nach einer Gabe in ein Blutgefäß sollte er mindestens 60 Minuten unter Beobachtung bleiben. Bei ProHance sollten Menschen mit Allergien oder früheren Arzneimittelreaktionen laut Fachinformation für eine Zeit engmaschig überwacht werden, die der Arzt für angemessen hält.
Können Nebenwirkungen auch Tage später auftreten?
Ja. Spätreaktionen nach Stunden oder Tagen sind laut den Fachinformationen bei allen sechs Präparaten möglich; bei Visipaque sind verzögerte Überempfindlichkeitsreaktionen häufig, laut Fachinformation sind sie selten schwerwiegend. Schwere Hautreaktionen nach Ultravist traten laut Fachinformation meist innerhalb von 8 Wochen auf. Bemerken Sie Stunden oder Tage nach Gadovist eine Reaktion, informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihren Arzt oder Radiologen.
Darf ich nach dem Kontrastmittel stillen?
Die Angaben unterscheiden sich je Präparat. Bei Visipaque darf laut Fachinformation normal weiter gestillt werden. Für Ultravist wird laut Fachinformation aus Sicherheitsgründen empfohlen, zumindest bei Säuglingen bis zum 4. Lebensmonat das Stillen für 2 Tage zu unterbrechen und die abgepumpte Milch zu verwerfen. Bei Imeron sollte zumindest bei Frühgeborenen und Neugeborenen bis 2 Monate eine Stillpause von 24 Stunden mit der Mutter besprochen werden. Bei Gadovist, Primovist und ProHance sollten Arzt und stillende Mutter entscheiden, ob weiter gestillt oder für 24 Stunden unterbrochen wird. Einzelheiten stehen im Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit.
Schadet Kontrastmittel den Nieren?
Nach iodhaltigen Kontrastmitteln in ein Blutgefäß kann die Nierenfunktion schlechter werden: laut Fachinformation von Imeron kommt es in seltenen Fällen zu einem Nierenversagen, das sich zurückbildet, laut Ultravist kann eine akute Nierenschädigung auftreten, in seltenen Fällen bis zum akuten Nierenversagen, bei Visipaque ist eine Verschlechterung der Nierenfunktion bis zum akuten Nierenversagen gelegentlich. Begünstigt wird das laut diesen Fachinformationen unter anderem durch eine bestehende Nierenerkrankung und Flüssigkeitsmangel. Nach einigen gadoliniumhaltigen Mitteln wurde bei schwerer Nierenfunktionsstörung über eine nephrogene systemische Fibrose berichtet; laut den Fachinformationen von Gadovist, Primovist und ProHance wird empfohlen, vorher bei allen Patienten die Nierenfunktion durch Labortests abzuklären. Mehr auf der Seite Niereninsuffizienz.
Bleibt Gadolinium im Körper?
Laut Rote-Hand-Brief vom 08.01.2018 hat eine Bewertung der EMA bestätigt, dass sich nach gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln geringe Mengen Gadolinium im Gehirn ablagern, mit linearen Mitteln mehr als mit makrozyklischen. Hinweise auf eine Schädigung gibt es laut dem Brief bisher nicht, die langfristigen Risiken sind unbekannt. Laut Fachinformation von Primovist kann sich Gadolinium auch in Knochen, Leber, Nieren und Haut anreichern; die klinischen Folgen sind nicht bekannt.
Was gilt bei einer Schilddrüsenerkrankung?
Iodhaltige Kontrastmittel können laut Fachinformation eine Schilddrüsenüberfunktion oder sogar eine thyreotoxische Krise auslösen; als gefährdet nennen die Fachinformationen Menschen mit bekannter oder versteckter Überfunktion oder einem Knotenkropf. Imeron darf laut Fachinformation bei manifester Überfunktion nicht angewendet werden, Visipaque nicht bei manifester Thyreotoxikose. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion nach der Gabe wurde berichtet. Informieren Sie laut Packungsbeilage von Ultravist Ihren Arzt über eine Schilddrüsenerkrankung, auch eine frühere.
Darf ich nach dem Kontrastmittel Auto fahren?
Imeron und Primovist haben laut Fachinformation keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit, ProHance keinen oder einen zu vernachlässigenden; bei ambulanten Patienten sollte laut Fachinformation von ProHance berücksichtigt werden, dass Übelkeit auftreten kann. Für Ultravist und Visipaque wurden laut Fachinformation keine Studien dazu durchgeführt. Fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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