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Schilddrüsenüberfunktion
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bildet die Schilddrüse zu viele Hormone; häufigste Ursache ist laut IQWiG die Basedow-Krankheit. Meist wird die Hormonbildung mit Tabletten gebremst, den Thyreostatika, in der Regel Thiamazol oder Carbimazol; reicht das nicht aus, kommen eine Operation oder eine Radiojodtherapie infrage. Bei Fieber, Halsschmerzen, einer Entzündung der Mundschleimhaut oder Furunkeln unter Thiamazol oder Carbimazol müssen Sie das Mittel laut Packungsbeilage sofort absetzen und die Ärztin oder den Arzt aufsuchen, weil ein starker Rückgang bestimmter Blutzellen (Agranulozytose) dahinterstecken kann.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bildet die Schilddrüse zu viele Hormone. Die häufigste Ursache ist die Basedow-Krankheit [1]. Meist wird die Überfunktion mit Tabletten behandelt, den Thyreostatika; reicht das nicht aus, kommen eine Operation oder eine Radiojodtherapie infrage [1]. In der Regel werden die Wirkstoffe Thiamazol und Carbimazol eingesetzt. Zu ihren häufigsten Nebenwirkungen zählt das IQWiG Hautausschlag, Fieber und Gelenkbeschwerden; bei Fieber ist ein sofortiger Arztbesuch wichtig [2].
Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?
Die Schilddrüse liegt im vorderen Halsbereich und bildet Hormone, die viele Körperfunktionen steuern. Bildet sie zu viele davon, laufen viele Körperfunktionen laut IQWiG unnötigerweise "auf Hochtouren" [1, 3]. Das Gegenstück ist die Schilddrüsenunterfunktion, bei der zu wenige Hormone gebildet werden und sich der Stoffwechsel verlangsamt [1].
Eine Schilddrüsenüberfunktion kommt bei ungefähr 1 von 100 Personen vor. Frauen erkranken öfter als Männer, meist im mittleren Erwachsenenalter [1, 4]. Eine unzureichend behandelte Überfunktion kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Vorhofflimmern führen; durch den beschleunigten Knochenumbau kann langfristig eine Osteoporose entstehen [1]. Selten kommt es zu einer lebensbedrohlichen thyreotoxischen Krise (siehe unten) [1].
Symptome
Wenn zu viele Schilddrüsenhormone im Blut sind, geraten verschiedene Stoffwechsel- und Körperfunktionen aus dem Gleichgewicht. Laut IQWiG kommt es dann zum Beispiel zu [1]:
- Herzklopfen und Herzrasen, manchmal auch Herzrhythmusstörungen, und erhöhtem Blutdruck [1]
- Gewichtsverlust trotz Heißhunger und Durchfall [1]
- Zittern, nervöser Unruhe, Gereiztheit und Schlaflosigkeit [1]
- Schwäche und Müdigkeit [1]
Menschen mit einer Überfunktion schwitzen häufig und empfinden Wärme schnell als unangenehm; die Haut fühlt sich oft warm und feucht an, das Haar ist ausgedünnt [1]. Oft vergrößert sich die Schilddrüse sichtbar zu einer Schwellung am Hals, der Struma (Kropf); manchmal ist nicht die ganze Drüse angeschwollen, aber ein Knoten tast- oder sichtbar. Eine Überfunktion kann aber auch ohne Struma oder Knoten bestehen [1]. Ältere Menschen haben laut Leitlinie der European Thyroid Association (ETA) von 2018 zur Basedow-Krankheit manchmal unauffällige Beschwerden wie Müdigkeit, Stimmungsveränderungen oder Atemnot [5].
Ist die Basedow-Krankheit die Ursache, können die Augen hervortreten. Ein Teil der Betroffenen hat Augenbeschwerden wie ein Fremdkörpergefühl, Augenbrennen, vermehrten Tränenfluss und unscharfes Sehen; durch das Hervortreten der Augen und verdickte Augenmuskeln kann es zu Sehstörungen wie Doppelbildern kommen [3].
Ursachen und Risikofaktoren
- Basedow-Krankheit (Morbus Basedow): Das Abwehrsystem bildet Antikörper, die die Schilddrüsenzellen dazu anregen, sich zu vermehren und mehr Hormone abzugeben als nötig. Weil die Erkrankung unter Verwandten gehäuft auftritt, spielen vererbbare Ursachen wahrscheinlich eine Rolle. Rauchen erhöht laut IQWiG die Wahrscheinlichkeit zu erkranken und gilt als Risikofaktor für einen schwereren Verlauf [3].
- Schilddrüsenautonomie: Die Schilddrüsenzellen reagieren nicht mehr auf die Signale der Hirnanhangdrüse; das kann dazu führen, dass viel mehr Hormone gebildet werden als nötig. Solche Zellen kommen in der ganzen Drüse oder nur in einem oder mehreren gutartigen Knoten vor (autonomes Schilddrüsenadenom) [1].
- Schilddrüsenentzündung: Aus dem entzündeten Gewebe werden gespeicherte Hormone freigesetzt; es kommt vorübergehend zu Beschwerden wie bei einer Überfunktion [1].
Nur sehr selten sind bösartige Schilddrüsentumoren der Grund für eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen [1].
Medikamente: Unter Amiodaron, einem Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, ist eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse laut Packungsbeilage häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten); schwere Überfunktionen, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf, wurden beschrieben [17]. Wird bei Levothyroxin im Einzelfall die Dosisstärke nicht vertragen oder liegt eine Überdosierung vor, können besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn die typischen Erscheinungen einer Überfunktion auftreten [18]. Bei der Behandlung eines Kropfes mit Jodtabletten kann es bei Erwachsenen in Einzelfällen zu einer jodbedingten Überfunktion kommen; Voraussetzung sind in den meisten Fällen unkontrolliert hormonbildende Bezirke in der Schilddrüse, gefährdet sind vor allem ältere Menschen mit lange bestehendem Kropf [19]. Mehr dazu: Herzrasen durch Medikamente.
Diagnose
An ein ausführliches ärztliches Gespräch schließt sich meist eine Tastuntersuchung der Schilddrüse an. Blutuntersuchungen zeigen, ob die Schilddrüse von sich aus zu viele Hormone bildet oder ob die Steuerung durch die Hirnanhangdrüse gestört ist; auch bestimmte Antikörper lassen sich nachweisen, die auf eine Basedow-Krankheit hinweisen [1, 4]. Per Ultraschall lassen sich das Gewebe und Knoten genauer beurteilen. Eine Szintigrafie zeigt, ob ein Knoten verstärkt Hormone bildet ("heißer" Knoten) oder inaktiv ist ("kalter" Knoten) [1]. Bei Verdacht auf eine Basedow-Krankheit werden auch die Augen untersucht [3].
Behandlung ohne Medikamente
Welche Behandlung am besten geeignet ist, hängt laut IQWiG vor allem von der Ursache ab. Meist wird die Hormonbildung zunächst mit Medikamenten gebremst, um normale Hormonwerte zu erreichen. Sie sind die Voraussetzung für weitere Behandlungen: Eine Schilddrüsenautonomie wird häufig mit Radiojod behandelt, bei stark vergrößerter Schilddrüse wird meist zu einer Operation geraten [2].
Operation: Ist ein einzelner Knoten verantwortlich, reicht es, den Knoten oder die betroffene Hälfte der Schilddrüse zu entfernen. Bei einer Basedow-Krankheit wird in der Regel die gesamte Drüse entfernt [2]. Bei einer Schilddrüsenoperation kann der Stimmnerv verletzt werden, was zu einer vorübergehenden, seltener dauerhaften Heiserkeit führen kann. Auch die Nebenschilddrüsen, die den Kalziumhaushalt steuern, können geschädigt werden; bleibt ihre Funktionsstörung bestehen, muss man dauerhaft Kalzium und Vitamin D einnehmen [2]. Bei der Basedow-Krankheit sollten laut ETA-Leitlinie vor der Operation mit Thyreostatika normale Hormonwerte hergestellt werden, um eine Verschlechterung der Überfunktion während oder nach dem Eingriff zu vermeiden (starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität) [5].
Radiojodtherapie: Radioaktives Jod wird als Kapsel oder in Wasser gelöst eingenommen, sammelt sich in der Schilddrüse und zerstört überaktive Zellen. In Deutschland ist damit ein Krankenhausaufenthalt von wenigen Tagen verbunden; wirksam wird die Behandlung erst nach 8 bis 12 Wochen [2]. Für Schwangere und Stillende ist sie nicht geeignet [2]. Bei der Basedow-Krankheit können durch die Radiojodtherapie möglicherweise Augenprobleme zunehmen oder erst entstehen; eine begleitende Behandlung mit Kortison kann das laut IQWiG meist verhindern [3]. Mehr dazu: Radiojodtherapie.
Nach einer Operation oder Radiojodtherapie entsteht oft eine Unterfunktion; dann muss man meist lebenslang Schilddrüsenhormone als L-Thyroxin-Tabletten einnehmen [2]. Bei zu hoher Dosierung können sie Beschwerden wie bei einer Überfunktion hervorrufen, zum Beispiel Herzrasen [2].
Jod: Jodmangel erhöht, Jodüberschuss vermindert das Ansprechen der Schilddrüse auf Thiamazol [6]. Vor und während der Behandlung einer Überfunktion sollte laut Packungsbeilage von Jodetten Henning jede vermeidbare Jodgabe unterbleiben [19].
Behandlung mit Medikamenten

Die wichtigsten Medikamente sind die Thyreostatika. Sie hemmen die Bildung von Schilddrüsenhormonen; in der Regel werden Thiamazol und Carbimazol eingesetzt [2]. Werden diese Mittel nicht vertragen, wird manchmal Propylthiouracil angewendet [2]. Ist wegen Unverträglichkeit ein anderes Thyreostatikum erforderlich, soll laut Fachinformation von Thiamazol Henning nicht auf Carbimazol, sondern auf Propylthiouracil oder Perchlorat übergegangen werden; wer Carbimazol nicht verträgt, sollte kein Thiamazol erhalten [7]. Manchmal kommt Perchlorat infrage: Es verhindert, dass die Schilddrüse Jod aufnimmt, und wird zum Beispiel bei Menschen mit Überfunktion eingesetzt, die sich einer Röntgenuntersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel unterziehen müssen [2].
Zur Basedow-Krankheit gibt die Leitlinie der European Thyroid Association (ETA) von 2018 unter anderem diese Empfehlungen [5]:
- Bei neu festgestellter Basedow-Überfunktion sollte mit Thyreostatika behandelt werden; eine Radiojodtherapie oder Operation kann erwogen werden, wenn Patientinnen und Patienten dies vorziehen (starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität) [5].
- Thiamazol oder Carbimazol sollte bei jeder nicht schwangeren Person eingesetzt werden, die sich für eine Behandlung mit Thyreostatika entscheidet (starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität) [5].
- Thiamazol wird 12 bis 18 Monate gegeben und dann abgesetzt, wenn TSH und TSH-Rezeptor-Antikörper normal sind (starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität) [5].
- Eine Betablocker-Behandlung wird für alle geeigneten Patientinnen und Patienten empfohlen (starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität) [5].
- Kehrt die Überfunktion nach einer ersten Behandlung mit Thyreostatika zurück, wird eine endgültige Behandlung mit Radiojod oder Operation empfohlen; eine fortgesetzte Langzeitbehandlung mit niedrig dosiertem Thiamazol kann bei Patientinnen und Patienten ohne Rückbildung der Erkrankung erwogen werden, die das vorziehen (starke Empfehlung, mittlere Evidenzqualität) [5].
Laut IQWiG kann es bei der Basedow-Krankheit ausreichen, über etwa ein Jahr Medikamente einzunehmen; oft ist aber eine Operation oder Radiojodtherapie nötig, um die Schilddrüsenfunktion dauerhaft zu normalisieren [2]. Laut Fachinformation beträgt die Therapiedauer im Allgemeinen ein halbes bis 2 Jahre, im Mittel 1 Jahr [7]. Eine gute Wirksamkeit erreichen Sie laut Packungsbeilage nur, wenn Sie die verordnete Dosis gleichbleibend einnehmen [6].
| Wirkstoffgruppe | Beispiel | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Thyreostatika | Thiamazol | Hemmt die organische Bindung von Jod und damit die Bildung von Schilddrüsenhormonen; wirkt direkt auf das dafür verantwortliche Enzym (Schilddrüsenperoxidase). Die Freisetzung bereits gebildeter Hormone beeinflusst es nicht [7] | Sehr häufig: allergische Hautreaktionen unterschiedlichen Schweregrades (Ausschlag, Juckreiz, juckende Quaddeln); häufig: Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen [6] |
| Thyreostatika | Carbimazol | Wird schnell und vollständig aufgenommen und unmittelbar in seine Wirkform Thiamazol umgewandelt; hemmt dosisabhängig den Einbau von Jod und damit die Neubildung von Schilddrüsenhormonen [9] | Sehr häufig: allergische Hauterscheinungen wechselnder Ausprägung (Juckreiz, Rötung, Ausschlag); gelegentlich: Fehlen der weißen Blutkörperchen (Agranulozytose), Arzneimittelfieber, Wassereinlagerungen (Ödeme), Geschmacks- oder Geruchsstörungen [8] |
| Betablocker | Propranolol | Hemmt die Beta-1- und Beta-2-Rezeptoren und senkt abhängig von der Aktivität des sympathischen Nervensystems die Frequenz und die Kontraktionskraft des Herzens [11] | Häufig unter anderem: starke Verminderung der Herzfrequenz, Herzklopfen, verstärkter Blutdruckabfall, Kältegefühl in den Gliedmaßen, vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall), allergische Hautreaktionen und Haarausfall; besonders zu Beginn Müdigkeit, Schwindelgefühl, Benommenheit, Kopfschmerzen und Schwitzen [10] |
Sehr häufig heißt bei mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig bei bis zu 1 von 10 und gelegentlich bei bis zu 1 von 100 [6, 8]; mehr dazu im Ratgeber Beipackzettel verstehen. Jede Angabe gilt für den Wirkstoff, bei dem sie steht.
Anwendungsgebiete: Thiamazol und Carbimazol sind zugelassen für die Behandlung einer Überfunktion mit Medikamenten, die ohne oder nur mit kleinem Kropf einhergeht, sowie bei jüngeren Menschen, zur Vorbereitung auf eine Operation bei allen Formen der Überfunktion und zur Vorbereitung auf eine Radiojodtherapie und die Behandlung in der Zeit danach [6, 8]. Carbimazol ist außerdem in Ausnahmefällen zur Dauerbehandlung zugelassen und zur Vorbeugung, wenn bei bekannter oder versteckter Überfunktion eine Jodbelastung, etwa durch jodhaltige Röntgenkontrastmittel, unumgänglich ist [8]. Unter den Propranolol-Präparaten nennt die Packungsbeilage von Dociton 40 mg Filmtabletten die symptomatische Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion als Ergänzung oder bis zum Wirksamwerden spezifischer Maßnahmen [12]; die Packungsbeilage von Propranolol STADA nennt dieses Anwendungsgebiet nicht [10]. Bei einer Basedow-Krankheit werden laut IQWiG manchmal auch kortisonhaltige Mittel (Glucocorticoide) eingesetzt [2]; um die Augenbeschwerden zu lindern, werden oft Tabletten oder Infusionen mit Kortison eingesetzt [3].
Ist eine normale Schilddrüsenfunktion erreicht, kann zusätzlich ein Schilddrüsenhormon gegeben werden; darüber entscheidet die Ärztin oder der Arzt [6]. Laut Fachinformation ist es nicht sinnvoll, Thiamazol ganz abzusetzen und nur mit Levothyroxin weiterzubehandeln [7]. Die Dosierung laut Packungsbeilage steht auf den Wirkstoffseiten (Thiamazol, Carbimazol, Propranolol).
In Schwangerschaft und Stillzeit
Eine ausgeprägte (manifeste) Überfunktion sollte laut Embryotox (Charité Berlin) auch in der Schwangerschaft behandelt werden. Eine unbehandelte manifeste Überfunktion gefährdet die Schwangere und das Ungeborene: Sie kann zur thyreotoxischen Krise und zu Wachstumsstörungen im Mutterleib führen; eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung), Fehlgeburten, Früh- und Totgeburten treten häufiger auf [13].
Thiamazol und Carbimazol können laut Packungsbeilage dem ungeborenen Kind schaden. Wenn Sie schwanger werden könnten, müssen Sie ab Behandlungsbeginn und während der Behandlung zuverlässig verhüten. Sind Sie schwanger, vermuten Sie es oder planen Sie eine Schwangerschaft, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Muss die Behandlung fortgesetzt werden, weil der mögliche Nutzen das Risiko für Sie und Ihr Kind überwiegt, darf das Mittel nur in der niedrigsten noch wirksamen Dosierung und ohne zusätzliche Schilddrüsenhormone angewendet werden [6, 8]. Der Rote-Hand-Brief der Zulassungsinhaber vom 6. Februar 2019 (in Abstimmung mit EMA und BfArM) hat die Empfehlung zur Verhütung verstärkt: Eine neue Bewertung stärkt die Evidenz, dass Carbimazol und Thiamazol im Verdacht stehen, angeborene Fehlbildungen zu verursachen, insbesondere bei Anwendung im ersten Schwangerschaftsdrittel und in hoher Dosierung. Frauen im gebärfähigen Alter müssen danach während der Behandlung wirksame Verhütungsmethoden anwenden; wird in der Schwangerschaft behandelt, wird eine engmaschige Überwachung von Mutter, ungeborenem Kind und Neugeborenem empfohlen [16]. Embryotox ordnet Thiamazol als schwach fehlbildungsauslösend mit einem charakteristischen Fehlbildungsmuster ein und empfiehlt nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel eine weiterführende Ultraschalluntersuchung [14].
Wenn bei einer geplanten Schwangerschaft mit Thyreostatika behandelt werden muss, ist laut Embryotox Propylthiouracil im ersten Schwangerschaftsdrittel das Mittel der Wahl; bei damit behandelten Frauen tritt allerdings die sehr seltene schwere Leberschädigung häufiger auf als nach Carbimazol oder Thiamazol [13, 15]. Ob eine ungeplant unter Thiamazol oder Carbimazol schwanger gewordene Frau im ersten Schwangerschaftsdrittel auf Propylthiouracil umgestellt werden sollte, wird laut Embryotox noch kontrovers diskutiert [13]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine Radiojodtherapie ist laut Embryotox in der Schwangerschaft absolut kontraindiziert; sechs Monate nach ihrem Abschluss sollte eine Schwangerschaft sicher vermieden werden [13]. Bei allen Thyreostatika sollte laut Embryotox beim Neugeborenen zusätzlich zur Untersuchung der Schilddrüsenwerte bei der U2 eine Kontrolle 14 Tage später eingeplant werden [13].
Unter Thiamazol können Sie laut Packungsbeilage stillen, jedoch sollen dabei nur niedrige Dosen ohne zusätzliche Schilddrüsenhormone angewendet werden; die Schilddrüsenfunktion des Säuglings ist dabei regelmäßig zu überwachen [6]. Laut Embryotox dürfen reif geborene Kinder unter einer Thiamazol-Behandlung der Mutter gestillt werden [14]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Nebenwirkungen der Medikamente
Störung der Blutbildung: Bei Fieber, Halsschmerzen, einer Entzündung der Mundschleimhaut oder Furunkeln müssen Sie Thiamazol laut Packungsbeilage sofort absetzen und die Ärztin oder den Arzt aufsuchen. Das kann durch einen starken Rückgang bestimmter Blutzellen (Agranulozytose) verursacht sein, vor allem in den ersten Behandlungswochen auftreten und schwerwiegende Folgen haben [6]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Laut Fachinformation tritt eine Agranulozytose in etwa 0,3 bis 0,6 Prozent der Fälle auf, auch noch einige Monate nach Beginn oder nach Wiederaufnahme einer Behandlung [7]. Die Packungsbeilage von Carbimazol verlangt bei diesen Zeichen dasselbe [8]. Vor und während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen des Blutbilds erforderlich [6]. Mehr dazu: Blutungen und Blutbildveränderungen.
Bauchspeicheldrüse: Bei Fieber oder Bauchschmerzen sprechen Sie laut Packungsbeilage unverzüglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; es kann sich um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis) handeln, Thiamazol muss dann möglicherweise abgesetzt werden [6]. Laut dem Rote-Hand-Brief vom 6. Februar 2019 sollte die Behandlung mit Carbimazol oder Thiamazol sofort beendet werden, wenn eine akute Pankreatitis auftritt. Ist während einer früheren Behandlung schon einmal eine akute Pankreatitis aufgetreten, dürfen beide Mittel nicht erneut gegeben werden, weil sie dann mit kürzerer Zeit bis zum Krankheitsbeginn wieder auftreten könnte [16]. Mehr dazu: Pankreatitis durch Medikamente.
Haut, Gelenke, Muskeln: Die sehr häufigen allergischen Hautreaktionen unter Thiamazol haben laut Packungsbeilage meist einen leichten Verlauf und bilden sich meist unter fortgeführter Behandlung zurück [6]. Bei Muskelschwäche oder Muskelschmerzen sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; das können Anzeichen einer Muskelerkrankung (Myopathie) sein [6]. Mehr dazu: Hautausschlag und Gelenkschmerzen.
Leber: Eine Gelbsucht durch gestörten Galleabfluss oder eine Leberentzündung ist unter Thiamazol sehr selten [6]. Laut ETA-Leitlinie sollten Patientinnen und Patienten über mögliche Nebenwirkungen der Thyreostatika informiert werden und darüber, dass sie ihrer Ärztin oder ihrem Arzt umgehend Bescheid geben müssen, wenn Gelbsucht, heller Stuhl, dunkler Urin, Fieber, eine Rachenentzündung oder eine Blasenentzündung auftreten (starke Empfehlung, niedrige Evidenzqualität) [5]. Mehr dazu: Erhöhte Leberwerte.
Gewicht und Augen: Unter Thiamazol kann das Körpergewicht steigen; laut Packungsbeilage ist das als normale Reaktion des Körpers anzusehen [6]. Laut Fachinformation sinkt dabei der durch die Überfunktion krankhaft gesteigerte Energieverbrauch [7]. Eine Augenerkrankung bei Überfunktion (endokrine Orbitopathie) ist weitgehend unabhängig vom Verlauf der Schilddrüsenerkrankung und laut Packungsbeilage nicht als Nebenwirkung einer sachgemäßen Behandlung anzusehen [6].
Propranolol: Bei einer Überfunktion können die Zeichen eines übermäßigen Anstiegs der Schilddrüsenhormone, etwa ein schneller Herzschlag oder Zittern, unter Propranolol verschleiert sein [10]. Bei Neigung zu Verkrampfungen der Bronchien, zum Beispiel bei Asthma, darf es nicht eingenommen werden [10]. Nach längerer Anwendung sollte Propranolol laut Fachinformation grundsätzlich langsam ausschleichend abgesetzt werden [11]. Mehr dazu: Langsamer Puls durch Medikamente.
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [6]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Leben mit einer Schilddrüsenüberfunktion
Andere Medikamente: Bei einer Überfunktion können Abbau und Ausscheidung anderer Medikamente laut Packungsbeilage von Thiamazol beschleunigt sein; normalisiert sich die Schilddrüsenfunktion, kann eine Anpassung ihrer Dosis nötig werden. Nehmen Sie Gerinnungshemmer, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [6].
Untersuchungen mit Kontrastmittel: Eine thyreotoxische Krise kann laut IQWiG durch jodhaltige Medikamente oder Röntgenkontrastmittel ausgelöst werden [1]. Ist bei bekannter oder versteckter Überfunktion eine Untersuchung mit jodhaltigem Röntgenkontrastmittel unumgänglich, kann laut Packungsbeilage vorbeugend mit Carbimazol behandelt werden [8]. Informieren Sie deshalb vor einer solchen Untersuchung die Ärztin oder den Arzt über Ihre Überfunktion. Mehr dazu: Kontrastmittel.
Kinderwunsch: Laut ETA-Leitlinie sollte eine Schwangerschaft nach einer Radiojodtherapie bei Frauen und Männern um mindestens 6 Monate verschoben werden (starke Empfehlung, mittlere Evidenzqualität) [5]. Frauen mit Basedow-Krankheit im gebärfähigen Alter sollte vor einer Schwangerschaft eine Beratung angeboten werden; sie sollten vor dem Versuch, schwanger zu werden, stabil normale Hormonwerte haben (starke Empfehlung, niedrige Evidenzqualität) [5].
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Selten kommt es im Rahmen einer Schilddrüsenüberfunktion zu einer lebensbedrohlichen thyreotoxischen Krise. Neben den typischen Beschwerden einer Überfunktion sind dann hohes Fieber, Erbrechen, Unruhe und Angstzustände, Herzrhythmus- und Bewusstseinsstörungen bis hin zu Koma und Kreislaufversagen möglich. Die thyreotoxische Krise ist ein Notfall; die Betroffenen müssen auf der Intensivstation behandelt werden [1]. Auslöser können zum Beispiel jodhaltige Substanzen oder extremer Stress sein [3].
Unter Thiamazol oder Carbimazol brauchen Sie bei Fieber, Halsschmerzen, einer Entzündung der Mundschleimhaut oder Furunkeln sofort ärztliche Hilfe, weil eine Agranulozytose dahinterstecken kann [6, 8]. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann. In lebensbedrohlichen Fällen, etwa bei Bewusstlosigkeit oder erheblicher Bewusstseinstrübung, schwerer Atemnot oder starken Brustschmerzen oder Herzbeschwerden, alarmieren Sie den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [20].
Quellen
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.04.2024. abgerufen am 17.10.2026
- Wie wird eine Schilddrüsenüberfunktion behandelt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.04.2024. abgerufen am 17.10.2026
- Basedow-Krankheit (Morbus Basedow). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 14.03.2024. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Schilddrüsenüberfunktion. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 23.02.2026. abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie 2018 European Thyroid Association Guideline for the Management of Graves' Hyperthyroidism (Kahaly GJ, Bartalena L, Hegedüs L, Leenhardt L, Poppe K, Pearce SH), Eur Thyroid J 2018; 7(4): 167-186, Empfehlungen 5 bis 7, 10, 12, 13, 22, 25 und 33 sowie Abschnitt "Elderly". European Thyroid Association (ETA). Stand 25.07.2018. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Thiamazol 5 mg Henning Filmtabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Thiamazol Henning (5 mg/20 mg Filmtabletten, 40 mg inject.). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Carbimazol 10 mg Henning Filmtabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Carbimazol 5 mg/10 mg Henning. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Propranolol STADA 40 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 10/2014. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Propranolol STADA 40 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dociton 40 mg Filmtabletten. mibe GmbH Arzneimittel. Stand 01/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Hyperthyreose (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Thiamazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Propylthiouracil. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu carbimazol- oder thiamazolhaltigen Arzneimitteln: Risiko einer akuten Pankreatitis und Verstärkung der Empfehlung zur Kontrazeption. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 06.02.2019. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amiodaron-ratiopharm 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation L-Thyroxin Henning 100 (100 Mikrogramm, Tabletten). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Jodetten 100 Henning, 100 Mikrogramm, Tabletten. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 10/2021. abgerufen am 17.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente gibt es gegen eine Schilddrüsenüberfunktion?
Die wichtigsten Medikamente sind laut IQWiG die Thyreostatika, die die Bildung von Schilddrüsenhormonen hemmen; in der Regel werden Thiamazol und Carbimazol eingesetzt, bei Unverträglichkeit manchmal Propylthiouracil. Führt die Überfunktion zu Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen, kann zusätzlich ein Betablocker eingenommen werden, meist Propranolol. Manchmal kommt Perchlorat infrage, zum Beispiel bei Menschen mit Überfunktion, die sich einer Röntgenuntersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel unterziehen müssen. Welches Mittel für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Wie lange muss man Thiamazol einnehmen?
Bei der Behandlung mit Medikamenten beträgt die Therapiedauer laut Fachinformation von Thiamazol Henning im Allgemeinen ein halbes bis 2 Jahre, im Mittel 1 Jahr. Die Leitlinie der European Thyroid Association von 2018 sieht bei der Basedow-Krankheit 12 bis 18 Monate vor; danach wird Thiamazol abgesetzt, wenn TSH und die TSH-Rezeptor-Antikörper normal sind (starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität). Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Die Dosierung laut Packungsbeilage steht auf der Seite Thiamazol.
Was tun bei Fieber oder Halsschmerzen unter Thiamazol?
Bei Fieber, Halsschmerzen, einer Entzündung der Mundschleimhaut oder Furunkeln müssen Sie Thiamazol laut Packungsbeilage sofort absetzen und die Ärztin oder den Arzt aufsuchen. Dahinter kann ein starker Rückgang bestimmter Blutzellen stecken (Agranulozytose), der vor allem in den ersten Behandlungswochen auftritt und schwerwiegende Folgen haben kann. Laut Fachinformation kann er auch noch einige Monate nach Beginn oder nach Wiederaufnahme der Behandlung auftreten. Auch Carbimazol müssen Sie laut Packungsbeilage bei Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Rachens, Fieber oder Furunkeln sofort absetzen und die Ärztin oder den Arzt aufsuchen; diese Zeichen können auch noch Wochen bis Monate nach Behandlungsbeginn auftreten.
Kann eine Schilddrüsenüberfunktion von selbst weggehen?
Eine leichte Schilddrüsenüberfunktion geht laut IQWiG manchmal ohne Behandlung zurück; in der Regel verschlechtern sich die Beschwerden ohne Therapie aber. Eine Basedow-Krankheit geht laut IQWiG selten von selbst zurück. Entzündet sich die Schilddrüse, kommt es dagegen nur vorübergehend zu Beschwerden wie bei einer Überfunktion, weil gespeicherte Hormone aus dem entzündeten Gewebe freigesetzt werden.
Was hilft gegen Herzrasen bei einer Schilddrüsenüberfunktion?
Führt die Überfunktion zu Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen, kann laut IQWiG zusätzlich zu den Thyreostatika ein Betablocker eingenommen werden, meist Propranolol. Die Leitlinie der European Thyroid Association von 2018 empfiehlt bei der Basedow-Krankheit eine Betablocker-Behandlung für alle geeigneten Patientinnen und Patienten (starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität). Unter den Propranolol-Präparaten nennt die Packungsbeilage von Dociton 40 mg die Schilddrüsenüberfunktion als Anwendungsgebiet. Bei Asthma darf Propranolol laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden.
Welche Medikamente helfen bei Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft?
Eine ausgeprägte Überfunktion sollte laut Embryotox auch in der Schwangerschaft behandelt werden. Infrage kommen Propylthiouracil, Carbimazol und Thiamazol. Bei einer geplanten Schwangerschaft ist laut Embryotox Propylthiouracil im ersten Schwangerschaftsdrittel das Mittel der Wahl, wobei die sehr seltene schwere Leberschädigung darunter häufiger auftritt. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Thiamazol und Carbimazol dürfen in der Schwangerschaft laut Packungsbeilage nicht zusammen mit Schilddrüsenhormonen eingenommen werden. Eine Radiojodtherapie ist laut Embryotox in der Schwangerschaft absolut kontraindiziert.
Welche Medikamente können eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen?
Unter Amiodaron, einem Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, ist eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse laut Packungsbeilage häufig; schwere Überfunktionen, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf, wurden beschrieben. Bei Levothyroxin können typische Erscheinungen einer Überfunktion auftreten, wenn im Einzelfall die Dosisstärke nicht vertragen wird oder eine Überdosierung vorliegt. Bei der Behandlung eines Kropfes mit Jodtabletten kann es laut Packungsbeilage bei Erwachsenen in Einzelfällen zu einer jodbedingten Überfunktion kommen, meist bei unkontrolliert hormonbildenden Bezirken in der Schilddrüse, und eine thyreotoxische Krise kann laut IQWiG durch jodhaltige Medikamente oder Röntgenkontrastmittel ausgelöst werden.
Darf ich bei einer Schilddrüsenüberfunktion Jod einnehmen?
Bei einer bestehenden Schilddrüsenüberfunktion darf Kaliumiodid laut Packungsbeilage von Jodetten Henning nicht eingenommen werden. Vor und während der Behandlung einer Überfunktion sollte danach jede vermeidbare Jodgabe unterbleiben, weil ein Jodüberschuss das Ansprechen auf die Behandlung mit Medikamenten vermindert. Ist eine Untersuchung mit jodhaltigem Röntgenkontrastmittel unumgänglich, kann laut Packungsbeilage von Carbimazol vorbeugend behandelt werden; informieren Sie deshalb vorher die Ärztin oder den Arzt über Ihre Überfunktion.
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