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Osteoporose
Bei einer Osteoporose (Knochenschwund) nimmt die Knochendichte stärker ab als normal, die Knochen werden brüchiger; oft macht sie sich erst durch einen Knochenbruch bemerkbar. Zur Behandlung gehören laut DVO-Leitlinie Bewegung, Sturzvorbeugung und eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D; Medikamente wie Bisphosphonate oder Denosumab kommen bei erhöhtem Bruchrisiko hinzu, nach einem osteoporotischen Wirbel- oder Oberschenkelhalsbruch soll die medikamentöse Behandlung ohne Verzögerung beginnen (Empfehlungsgrad A). Ob und welches Mittel infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; bei einem Sturz mit Verdacht auf eine schwere Verletzung rufen Sie den Notruf 112.

Bei einer Osteoporose nimmt die Knochendichte stärker ab als normal, und die Knochen brechen leichter [3]. Spüren kann man das nicht; oft fällt eine Osteoporose erst durch einen Knochenbruch auf [3]. Zur Behandlung gehören laut Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) Bewegung, Sturzvorbeugung und eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D; bei erhöhtem Bruchrisiko kommen Medikamente hinzu, meist Bisphosphonate [1, 3].
Was ist Osteoporose?
Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist laut Patientenleitlinie eine Erkrankung des gesamten Skeletts. Sie führt zu einer geringeren Knochendichte und einem höheren Risiko für Knochenbrüche (Frakturen), entwickelt sich oft langsam und verläuft chronisch [2]. Die DVO-Leitlinie von 2023 gilt für Frauen nach den Wechseljahren und für Männer ab 50 Jahren [1]; laut DVO ist ihre Gültigkeit bis zum 31.03.2027 verlängert, die nächste Überarbeitung hat begonnen [19].
Gemessen wird die Knochendichte als T-Wert (T-Score); ein Wert von 0 entspricht der Knochendichte junger, gesunder Erwachsener. Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation gilt laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ein T-Wert bis -1 als normal, ein Wert zwischen -1 und -2,5 als vermindert (Osteopenie) und ein Wert von -2,5 oder darunter als Osteoporose. Ist es schon zu einem Bruch gekommen, spricht man von einer manifesten Osteoporose [3].
Osteoporose entwickelt sich meist erst nach dem 50. Lebensjahr; Frauen sind ungefähr doppelt so oft betroffen wie Männer [3]. Bei Menschen über 50 Jahren liegt laut Patientenleitlinie bei etwa 23 Prozent der Frauen und 7 Prozent der Männer eine bestätigte Osteoporose vor [2].
Symptome
Am häufigsten brechen die Wirbelkörper. Dadurch kann die Wirbelsäule leicht einsacken und die Körpergröße abnehmen. Manchmal verursachen Wirbelbrüche Rückenschmerzen, die meist nach ein paar Wochen wieder verschwinden; viele Menschen bemerken solche Brüche gar nicht [3]. Brechen über die Jahre mehrere Wirbelkörper, kann eine gebückte Haltung oder ein Rundrücken entstehen [3].
Andere typische Stellen sind laut Patientenleitlinie der Oberschenkelhals, der obere Teil des Oberarmknochens, das Handgelenk und das Becken [2]. Oberschenkelhalsbrüche können laut IQWiG ernsthafte Folgen haben und bei Menschen ab etwa 80 Jahren manchmal zur Pflegebedürftigkeit führen. Schon Stürze durch Stolpern oder das Heben einer schweren Einkaufstasche können bei Osteoporose zu Brüchen führen [3]. Nach einem Bruch der Wirbelkörper oder des Oberschenkelhalses ist das Risiko für weitere Brüche laut Patientenleitlinie besonders hoch, vor allem in den ersten zwei bis drei Jahren [2].
Ursachen und Risikofaktoren
Im Inneren der Knochen liegt ein Gerüst aus feinen Knochenbälkchen. Osteoporose entsteht laut IQWiG, wenn sich viele dieser Bälkchen zurückbilden; die Hohlräume werden größer, die Stabilität nimmt ab [3]. Nach dem 30. Lebensjahr nimmt die Knochendichte langsam ab. Bei Frauen beschleunigt sich der Abbau etwa ab dem 50. Lebensjahr, weil das Hormon Östrogen den Knochenabbau bremst und diese Bremse mit den Wechseljahren verloren geht [3].
Beeinflussbare Risikofaktoren sind laut IQWiG vor allem ein geringes Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße, Calcium- und Vitamin-D-Mangel, Bewegungsmangel, Rauchen, starker Alkoholkonsum und die längere Einnahme von Kortison-Medikamenten [3]. Zu den Krankheiten, die den Knochen schädigen können, zählt die Patientenleitlinie unter anderem Diabetes Typ 1 und Typ 2, eine Überfunktion der Nebenschilddrüse oder der Schilddrüse, Testosteronmangel, rheumatoide Arthritis, COPD, Nierenschwäche und Zöliakie [2].
Medikamente als Ursache: Den Knochen schädigen können laut Patientenleitlinie Kortison-Präparate vor allem bei Behandlung über mehr als drei Monate, Protonenpumpenhemmer (Magenschutzmittel) in der Langzeitanwendung, Aromatasehemmer gegen Brustkrebs und die antihormonelle Behandlung beim Mann [2]. Medikamente, die eine Osteoporose oder Stürze begünstigen können, sollen laut DVO-Leitlinie bei allen Betroffenen regelmäßig auf ihr Nutzen-Risiko-Verhältnis überprüft werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Welche Wirkstoffe das betrifft, steht auf der Seite Osteoporose durch Medikamente.
Stürze: Die meisten Knochenbrüche werden laut IQWiG durch Stürze ausgelöst [3]. Dazu tragen laut Patientenleitlinie nachlassende Muskelkraft, Balance und Sehkraft bei, außerdem Nebenwirkungen von Medikamenten wie Schwindel oder häufiger nächtlicher Harndrang [2].
Diagnose
Eine Basisdiagnostik umfasst laut DVO-Leitlinie das Gespräch über Risikofaktoren mit körperlicher Untersuchung, eine Knochendichtemessung, Blutuntersuchungen und bei Hinweisen auf Wirbelbrüche eine Bildgebung wie ein Röntgenbild [1, 2]. Sie soll bei allen Knochenbrüchen ab dem Alter von 50 Jahren zeitnah erfolgen, besonders wenn ein Bruch auf brüchige Knochen hinweist (Empfehlungsgrad A); ab dem 70. Lebensjahr sollte sie angeboten werden (Empfehlungsgrad B) [1]. Zur Anamnese gehört laut Anwenderversion der Leitlinie die Frage nach Ihren Medikamenten [18]; eine Liste hilft, zum Beispiel der Medikationsplan.
Die Knochendichte soll laut Leitlinie mit einer Röntgenmethode (DXA) an der Lendenwirbelsäule und an beiden Hüften gemessen werden, wenn ein erhöhtes Osteoporose- und Bruchrisiko besteht und Sie grundsätzlich zu einer Behandlung bereit sind (Empfehlungsgrad A) [1]. Der Messwert allein hat laut IQWiG nur eine begrenzte Aussagekraft, weil das Bruchrisiko von vielen weiteren Einflüssen abhängt [3].
Behandlung ohne Medikamente
Wird eine Osteoporose festgestellt, soll laut Patientenleitlinie eine Basisbehandlung begonnen werden [2]. Sie gilt laut Anwenderversion der Leitlinie unabhängig davon, ob zusätzlich Medikamente empfohlen werden [18]. Die DVO-Leitlinie empfiehlt [1]:
- Ein individuelles Programm zur Verbesserung von Kraft, Balance und Koordination soll Teil der Osteoporose-Behandlung sein (Empfehlungsgrad A).
- Beeinflussbare Risikofaktoren sollen verringert werden (Empfehlungsgrad A); außerdem nennt die Leitlinie das Meiden von Nikotin, riskantem Alkoholkonsum und Fehlernährung.
- Die Leitlinie sieht vor, eine ausreichende Calciumzufuhr sicherzustellen (Empfehlungsgrad A), wenn notwendig auch mit Ergänzungspräparaten (Empfehlungsgrad B). Vitamin D soll über die Ernährung oder vor dem 70. Lebensjahr über Sonnenlicht zugeführt werden (Empfehlungsgrad A). Ausnahmen gelten unter anderem bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüse (primärer Hyperparathyreoidismus), bei Nierensteinen und bei zu viel Calcium im Urin.
- Ab 65 Jahren wird bei erhöhtem Sturzrisiko eine eiweißreiche Ernährung empfohlen (Empfehlungsgrad B).
- Älteren Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko, besonders in Pflegeeinrichtungen, sollten passende Hüftprotektoren empfohlen werden (Empfehlungsgrad B).
Weil Vitamin D mithilfe von UV-Strahlung in der Haut gebildet wird, ist Zeit im Freien wichtig; im Durchschnitt reichen laut IQWiG etwa 15 Minuten täglich [3]. Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium oder Vitamin D haben laut IQWiG für die meisten Menschen keinen Nutzen und können unter anderem das Risiko für Nierensteine erhöhen; sinnvoll sind sie vor allem bei pflegebedürftigen Menschen, die sich wenig bewegen und kaum Zeit in der Sonne verbringen [3]. Mehr dazu: Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.
Behandlung mit Medikamenten

Medikamente gegen Osteoporose bremsen laut IQWiG den Knochenabbau; meist werden Bisphosphonate eingesetzt. Infrage kommen sie, wenn schon Knochenbrüche aufgetreten sind oder das Bruchrisiko erhöht ist [3]. Ob man mit Medikamenten vorbeugen möchte, ist laut IQWiG eine persönliche Entscheidung [3, 4].
Die DVO-Leitlinie richtet die Behandlung nach dem geschätzten Risiko für einen Wirbel- oder Oberschenkelhalsbruch in den nächsten 3 Jahren, berechnet aus Alter, Geschlecht, Knochendichte und Risikofaktoren [1]:
- 3 bis unter 5 Prozent: Eine medikamentöse Behandlung sollte in Betracht gezogen werden, wenn starke oder bleibende Risikofaktoren oder ein sehr hohes Risiko für einen unmittelbar bevorstehenden Bruch vorliegen (Empfehlungsgrad B).
- 5 bis unter 10 Prozent: Eine medikamentöse Behandlung soll empfohlen werden (Empfehlungsgrad A); ein knochenaufbauendes Mittel kann erwogen werden (Empfehlungsgrad 0).
- Ab 10 Prozent: Ein knochenaufbauendes Mittel (Teriparatid oder Romosozumab) soll empfohlen werden (Empfehlungsgrad A); nach einem Sondervotum der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) sollte es empfohlen werden (Empfehlungsgrad B).
Nach einem osteoporotischen Bruch eines Wirbelkörpers oder des Oberschenkelhalses soll die medikamentöse Behandlung laut Leitlinie möglichst rasch und ohne Verzögerung beginnen (Empfehlungsgrad A). Verwendet werden sollen Präparate mit hoher Empfehlungsstärke (Empfehlungsgrad A); die Leitlinie nennt Alendronat, Bazedoxifen, Denosumab, Ibandronat, Östrogene, Raloxifen, Risedronat, Romosozumab, Teriparatid und Zoledronat, jeweils unter Beachtung von Zulassung und Gegenanzeigen [1]. Bei der gemeinsamen Entscheidung sollen unter anderem Ihre Ziele, Gegenanzeigen, mögliche Nebenwirkungen und die Art der Anwendung berücksichtigt werden (Empfehlungsgrad A) [1].
| Wirkstoffgruppe | Beispiel | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Bisphosphonate (Tabletten) | Alendronsäure | Hemmt den Knochenabbau durch die knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten), ohne die Knochenbildung direkt zu beeinflussen [6] | Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten: Knochen-, Muskel- und/oder Gelenkschmerzen, manchmal schwerwiegend; häufig, also bei bis zu 1 von 10: unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Bauchschmerzen, Magenbeschwerden, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Haarausfall, Juckreiz, Schwellungen an Händen oder Beinen und Beschwerden an der Speiseröhre [5] |
| Bisphosphonate (Tabletten) | Risedronsäure | Bindet an das Knochenmineral und hemmt den Knochenabbau; die Aktivität der knochenaufbauenden Zellen und die Mineralisierung bleiben erhalten [8] | Häufig: Verdauungsstörungen, Übelkeit, Magenschmerzen, Magenkrämpfe, Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall, Schmerzen in Knochen, Muskeln oder Gelenken, Kopfschmerzen [7] |
| Bisphosphonate (Tablette oder Spritze in die Vene) | Ibandronsäure | Hemmt gezielt die Aktivität der Osteoklasten, ohne die Knochenbildung direkt zu betreffen [10] | Häufig bei der Tablette: Kopfschmerzen, Sodbrennen, Schmerzen beim Schlucken, Magen- oder Bauchschmerzen, Magenverstimmung, Übelkeit, Durchfall, Muskelkrämpfe, Steifheit in Gelenken und Gliedmaßen, grippeähnliche Beschwerden, Hautausschlag [9] |
| RANKL-Antikörper (Spritze unter die Haut) | Denosumab | Antikörper gegen den Botenstoff RANKL; hemmt Bildung, Funktion und Überleben der Osteoklasten und vermindert so den Knochenabbau [12] | Sehr häufig: Knochen-, Gelenk- und/oder Muskelschmerzen, Schmerzen in Armen oder Beinen; häufig: unter anderem Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen, Blut im Harn oder Harndrang, Infektion der oberen Atemwege, Ischiasbeschwerden, Verstopfung, Bauchbeschwerden, Hautausschlag, Ekzem, Haarausfall [11] |
| Vitamin D (Basisbehandlung) | Colecalciferol | Regelt die Aufnahme und den Stoffwechsel von Calcium und dessen Einbau in das Knochengewebe [13] | Die Packungsbeilage der hochdosierten Weichkapseln Colecalciferol-ratiopharm (zugelassen bei Vitamin-D-Mangel) nennt keine häufigen Nebenwirkungen; gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100, ein erhöhter Calciumspiegel im Blut und im Urin [13] |
Anwendungsgebiete: Alendronsäure ist laut Fachinformation zur Behandlung der Osteoporose nach den Wechseljahren zugelassen [6], Risedronsäure außerdem bei Männern mit hohem Bruchrisiko [8] und Ibandronsäure für Frauen nach den Wechseljahren mit erhöhtem Bruchrisiko [10]. Denosumab (Prolia) ist zugelassen zur Behandlung der Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren und bei Männern mit erhöhtem Bruchrisiko sowie bei Knochenschwund durch eine Hormonentzugsbehandlung bei Prostatakrebs oder durch eine Langzeitbehandlung mit Kortison [12]. Niedrig dosierte Vitamin-D3-Tabletten wie Dekristol sind unter anderem zur unterstützenden Behandlung der Osteoporose bei Erwachsenen zugelassen [14]. Wie die Mittel angewendet werden, steht auf den Wirkstoffseiten im Abschnitt Dosierung, zum Beispiel bei Alendronsäure.
Bisphosphonate
Zur Behandlung der Osteoporose sind laut IQWiG vier Bisphosphonate zugelassen: Alendronsäure, Ibandronsäure, Risedronsäure und Zoledronsäure, als Tabletten oder als Infusion in eine Vene; Alendronsäure wird mit Abstand am häufigsten eingesetzt [4]. Die Tabletten können die Speiseröhre reizen. Laut Packungsbeilage von Alendronsäure schlucken Sie die Tablette deshalb morgens nüchtern vor allen Speisen, Getränken und anderen Arzneimitteln mit einem vollen Glas Leitungswasser und bleiben danach mindestens 30 Minuten aufrecht [5]. Wer ohnehin Probleme mit Sodbrennen oder Reflux hat, für den kann laut IQWiG eine Infusion sinnvoller sein; Infusionen können in den Tagen danach grippeähnliche Beschwerden auslösen, vor allem nach der ersten [4]. Vor der Behandlung fragt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG nach anderen Erkrankungen und Medikamenten sowie nach der Kiefer- und Zahngesundheit und bestimmt Blutwerte, unter anderem zur Nierenfunktion [4]. Ein zu niedriger Calciumspiegel im Blut ist bei allen drei Tabletten-Wirkstoffen eine Gegenanzeige [5, 7, 9].
Denosumab
Denosumab wird unter die Haut gespritzt und ist laut IQWiG auch für Menschen mit einer Nierenschwäche eine Möglichkeit [4]. Während der Behandlung sollten Sie laut Packungsbeilage ergänzend Calcium und Vitamin D zu sich nehmen; vor jeder Anwendung wird eine Kontrolle des Calciumspiegels empfohlen [11]. Nach dem Absetzen ist laut Fachinformation mit einer Abnahme der Knochendichte zu rechnen, die zu einem erhöhten Bruchrisiko führen kann; empfohlen wird eine Überwachung der Knochendichte, und eine andere Behandlung sollte nach den klinischen Leitlinien in Betracht gezogen werden [12]. Laut DVO-Leitlinie soll am Ende des Behandlungsintervalls von Denosumab eine Anschlussbehandlung mit einem knochenabbauhemmenden Mittel erfolgen (Empfehlungsgrad A) [1]; die Patientenleitlinie nennt dafür Bisphosphonate [2]. Über multiple Wirbelkörperbrüche nach dem Absetzen von Denosumab berichtete die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) am 01.12.2017 [20]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Knochenaufbauende Mittel, Hormone und Raloxifen
Teriparatid und Romosozumab regen laut Patientenleitlinie die knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) an und werden unter die Haut gespritzt [2]. Teriparatid ist laut DVO-Leitlinie auf 24 Monate beschränkt, Romosozumab auf einen Zyklus von 12 Monaten; danach soll eine Anschlussbehandlung mit einem knochenabbauhemmenden Mittel folgen (Empfehlungsgrad A) [1]. Für Romosozumab gibt es laut Leitlinie Hinweise auf mehr Herz-Kreislauf-Ereignisse; nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall darf es laut Patientenleitlinie nicht angewendet werden [1, 2].
Östrogene, wie sie gegen Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden, können laut IQWiG bei längerer Einnahme das Risiko für Osteoporose-Brüche senken; eine langfristige Hormonbehandlung erhöht aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs, deshalb wird sie bei Osteoporose nur noch in Ausnahmefällen erwogen [3]. Laut DVO-Leitlinie sollen systemische Östrogene und Gestagene nur bei Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen gegenüber anderen Osteoporosemitteln eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Mehr dazu: Hormonersatztherapie. Raloxifen wird laut IQWiG sehr selten eingesetzt, unter anderem weil es das Risiko für Thrombosen und tödliche Schlaganfälle erhöht [4].
Bei Kortison oder Krebsbehandlung
Bei einer Osteoporose durch Kortison sollen laut DVO-Leitlinie Präparate mit entsprechender Zulassung verwendet werden; bei Frauen nach den Wechseljahren sind das Alendronat, Denosumab, Risedronat, Teriparatid und Zoledronat [1]. Frauen mit nicht gestreutem Brustkrebs sollte unter einer antihormonellen Behandlung oder einer Behandlung mit Aromatasehemmern Denosumab oder ein Bisphosphonat angeboten werden, wenn sie nicht schon aus Krebsgründen ein solches Mittel erhalten (Empfehlungsgrad B). Männern mit nicht gestreutem Prostatakrebs sollte unter antihormoneller Behandlung ab 70 Jahren, bei einem T-Wert unter -1,0 auch früher, Denosumab angeboten werden (Empfehlungsgrad B) [1]. Mehr dazu: Brustkrebs: Antihormontherapie.
Schmerzen nach einem Bruch
Bricht ein Wirbelkörper durch eine leichte Belastung und bleibt dennoch stabil, soll die betroffene Person laut Patientenleitlinie so schnell wie möglich wieder in Bewegung kommen (in der DVO-Leitlinie Empfehlungsgrad A) [1, 2]. Gegen Bruchschmerzen nennt die Leitlinie entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR), Paracetamol, Metamizol und/oder Opioide, individuell empfohlen nach dem Stufenschema der WHO und unter Beachtung von Nutzen und Risiken jedes Mittels (Empfehlungsgrad A) [1]. Opioide können laut Patientenleitlinie durch ihre beruhigende Wirkung das Risiko für Stürze und weitere Brüche erhöhen [2]. Mehr dazu: Schmerzmittel richtig anwenden.
Nebenwirkungen der Medikamente
Bisphosphonat-Tabletten können laut IQWiG zu Magen-Darm-Problemen wie Sodbrennen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung führen [4]. Beschwerden an der Speiseröhre sind laut Packungsbeilage von Alendronsäure häufig. Bei Brustschmerz, neu auftretendem oder schlimmer werdendem Sodbrennen, Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken beenden Sie die Einnahme und gehen unverzüglich zur Ärztin oder zum Arzt [5]. Mehr dazu: Magenbeschwerden und Muskelschmerzen.
Kieferknochen: Schäden am Kieferknochen (Osteonekrose) sind laut Packungsbeilage von Alendronsäure und von Denosumab selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten. Anzeichen sind etwa Schmerzen oder Schwellungen im Mund oder Kiefer, ein Taubheitsgefühl im Kiefer oder ein lockerer Zahn [5, 11]. Bei Denosumab steigt das Risiko mit der Behandlungsdauer, und die Schädigung kann auch nach dem Ende der Behandlung auftreten [11]. Mit Beginn einer Behandlung mit Bisphosphonaten, Denosumab oder Romosozumab soll laut DVO-Leitlinie eine zahnärztliche Vorstellung empfohlen werden; den Beginn soll das nicht hinauszögern, danach soll eine regelmäßige zahnärztliche Kontrolle empfohlen werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Für Denosumab empfahl ein Rote-Hand-Brief vom 03.09.2014 gute Mundhygiene, zahnärztliche Routineuntersuchungen und das unverzügliche Melden von Beschwerden im Mund [16]. Mehr dazu: Zahnschäden.
Oberschenkelknochen: Ungewöhnliche (atypische) Brüche des Oberschenkelknochens sind laut Packungsbeilage von Alendronsäure und Denosumab selten, unter Bisphosphonaten insbesondere bei Langzeitbehandlung. Schmerzen, Schwäche oder Beschwerden in Oberschenkel, Hüfte oder Leiste können ein frühes Anzeichen sein [5, 11]. Über dieses Risiko unter Denosumab informierte ein Rote-Hand-Brief vom 20.02.2013 [15].
Calciumspiegel: Ein zu niedriger Calciumspiegel ist unter Denosumab selten, kann aber schwer verlaufen und zu Krankenhausaufenthalten führen. Anzeichen sind laut Packungsbeilage Spasmen, Zuckungen oder Muskelkrämpfe, Taubheit oder Kribbeln in Fingern, Zehen oder um den Mund, Krampfanfälle, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit [11]. Laut Rote-Hand-Brief vom 03.09.2014 steigt das Risiko mit dem Grad einer Nierenfunktionsstörung [16].
Gehörgang: Sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, kann es unter Alendronsäure zu einer Schädigung der Knochen im Ohr kommen, mit Ohrenschmerzen, Ausfluss aus dem Ohr oder einer Ohrinfektion [5].
Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Nebenwirkungen können Sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Leben mit Osteoporose
Osteoporose ist laut DVO-Leitlinie meist eine chronische Erkrankung, die langfristig behandelt werden muss. Unter einer medikamentösen Behandlung sollten regelmäßig das Bruchrisiko, der belegte Nutzen, das Nebenwirkungsrisiko und die Gesamtsituation neu bewertet werden (Empfehlungsgrad B) [1]. Ob die Knochendichte während der Behandlung erneut gemessen wird, beurteilen die Quellen unterschiedlich: Laut DVO-Leitlinie sollte vor Ablauf von 5 Jahren eine Verlaufskontrolle erfolgen (Empfehlungsgrad B; Sondervotum DEGAM: kann erwogen werden), laut IQWiG ist das normalerweise nicht nötig [1, 4].
Gegen Stürze zu Hause nennt die Patientenleitlinie gute Beleuchtung vor allem an Treppen, Handgriffe, ein nicht zu niedriges Bett, keine losen Teppiche und Kabel im Weg sowie Schuhe mit festem Halt und flachen Absätzen [2]. Zur Krankheitsbewältigung empfiehlt die DVO-Leitlinie Osteoporose-Selbsthilfegruppen und Reha-Sportgruppen (Empfehlungsgrad A) [1]. Mehr dazu: Medikamente im Alter.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Unfälle mit Verdacht auf starke Verletzungen und akute, anhaltende stärkste Schmerzen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112, ebenso Bewusstlosigkeit, schwere Atemnot und akute, anhaltende Krampfanfälle. Akute Rückenschmerzen kann außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 versorgen, wenn die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann [17]. Treten Rückenschmerzen zum ersten Mal oder sehr plötzlich auf, halten sie länger als sechs Wochen an oder werden sie schlimmer, suchen Sie laut Patientenleitlinie auf jeden Fall ärztlichen Rat [2].
Auch die Medikamente haben Warnzeichen. Bei einem Anschwellen von Gesicht, Zunge oder Rachen mit Schluck- oder Atembeschwerden unter Alendronsäure beenden Sie die Einnahme und suchen unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt auf [5]. Zeichen eines zu niedrigen Calciumspiegels unter Denosumab teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt unverzüglich mit [11].
Quellen
- Leitlinie DVO-Leitlinie 2023 zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern, Kurzfassung Version 2.2 (S3, AWMF-Register-Nr. 183-001); laut DVO Gültigkeit bis 31.03.2027 verlängert. Dachverband Osteologie e. V. (DVO). Stand 2023 (Kurzfassung Version 2.2). abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie Patientenleitlinie Osteoporose: Vorbeugung, Erkennung und Behandlung der Osteoporose bei Frauen nach der Menopause und bei Männern ab 50 Jahren (auf Grundlage der DVO-Leitlinie 2023). Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V. (BfO) und Dachverband Osteologie e. V. (DVO). Stand 1. Auflage 2025. abgerufen am 17.10.2026
- Osteoporose und Knochenbrüche. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 05.10.2022. abgerufen am 17.10.2026
- Welche Vor- und Nachteile haben Medikamente zur Vorbeugung von Knochenbrüchen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.10.2022. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Alendronsäure STADA 70 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Alendronsäure STADA Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 12/2021. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Risedronat STADA 35 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 06/2020. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Risedronat STADA 35 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 06/2020. abgerufen am 17.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Bonviva (Ibandronsäure), Anhang III B: Packungsbeilage Bonviva 150 mg Filmtabletten. Atnahs Pharma Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2024. abgerufen am 17.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Bonviva (Ibandronsäure), Anhang I: Fachinformation Bonviva 150 mg Filmtabletten. Atnahs Pharma Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2024. abgerufen am 17.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Prolia (Denosumab), Anhang III B: Packungsbeilage Prolia 60 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Amgen Europe B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 17.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Prolia (Denosumab), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels. Amgen Europe B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Colecalciferol-ratiopharm 20 000 I.E. Weichkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Pflichtangaben Dekristol 400 I.E./500 I.E./1000 I.E. Tabletten (Anwendungsgebiete). mibe GmbH Arzneimittel. Stand 06/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Prolia (Denosumab): Risiko atypischer Femurfrakturen. Amgen GmbH in Abstimmung mit EMA und Paul-Ehrlich-Institut. Stand 20.02.2013. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Prolia 60 mg (Denosumab): Aktualisierte Informationen zur Minimierung der Risiken für Kieferosteonekrosen und Hypokalzämien. Amgen GmbH in Abstimmung mit EMA und Paul-Ehrlich-Institut. Stand 03.09.2014. abgerufen am 17.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer", "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie Anwenderversion der DVO-Leitlinie 2023 zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern ab dem 50. Lebensjahr. Dachverband Osteologie e. V. (DVO). Stand Stand 12.05.2025. abgerufen am 17.10.2026
- DVO-Leitlinie Osteoporose: Gültigkeit offiziell bis März 2027 verlängert (Meldung). Dachverband Osteologie e. V. (DVO). Stand 18.09.2026. abgerufen am 17.10.2026
- Multiple Wirbelkörperfrakturen nach Absetzen von Denosumab ("Aus der UAW-Datenbank"), Deutsches Ärzteblatt Jg. 114, Heft 48. Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Stand 01.12.2017. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente helfen bei Osteoporose?
Meist werden laut IQWiG Bisphosphonate eingesetzt, in Deutschland sind dafür Alendronsäure, Ibandronsäure, Risedronsäure und Zoledronsäure zugelassen. Die DVO-Leitlinie nennt außerdem unter anderem Denosumab, Raloxifen, Östrogene sowie die knochenaufbauenden Mittel Teriparatid und Romosozumab. Welches Mittel infrage kommt, richtet sich laut Leitlinie unter anderem nach dem geschätzten Bruchrisiko, nach Gegenanzeigen, möglichen Nebenwirkungen und Ihren Zielen; das entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zur Behandlung gehören laut Leitlinie außerdem Bewegung, Sturzvorbeugung und eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D.
Welche Nebenwirkungen haben Bisphosphonate?
Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind laut Packungsbeilage von Alendronsäure unter anderem Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Magenbeschwerden, Verstopfung und Durchfall sowie Beschwerden an der Speiseröhre; Knochen-, Muskel- und Gelenkschmerzen sind dort sehr häufig. Schäden am Kieferknochen und ungewöhnliche Brüche des Oberschenkelknochens nennt diese Packungsbeilage selten. Bei Brustschmerz, neuem oder schlimmer werdendem Sodbrennen oder Schmerzen beim Schlucken beenden Sie die Einnahme laut Packungsbeilage und gehen unverzüglich zur Ärztin oder zum Arzt. Mehr auf der Seite Osteoporosemittel.
Wie lange muss ich Osteoporose-Medikamente nehmen?
Wie lange eine Behandlung mit Bisphosphonaten dauern sollte, ist laut Fachinformation von Alendronsäure nicht festgelegt; ob sie weitergeht, sollte regelmäßig individuell beurteilt werden, insbesondere nach 5 oder mehr Jahren. Laut DVO-Leitlinie sollte eine Therapiepause empfohlen werden, wenn das Bruchrisiko unter die Behandlungsschwelle fällt, insbesondere nach Bisphosphonaten (Empfehlungsgrad B). Bei Denosumab gilt etwas anderes: Hier soll laut Leitlinie eine Anschlussbehandlung folgen (Empfehlungsgrad A). Über eine Pause oder ein Ende der Behandlung entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was passiert, wenn ich Denosumab absetze?
Nach dem Absetzen von Denosumab ist laut Fachinformation mit einer Abnahme der Knochendichte zu rechnen, die zu einem höheren Risiko für Knochenbrüche führen kann. Die Patientenleitlinie beschreibt, dass es dann zu mehrfachen Knochenbrüchen kommen kann. Laut DVO-Leitlinie soll deshalb am Ende des Behandlungsintervalls eine Anschlussbehandlung mit einem knochenabbauhemmenden Mittel folgen (Empfehlungsgrad A); die Patientenleitlinie nennt dafür Bisphosphonate. Besprechen Sie das Vorgehen vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Brauche ich bei Osteoporose zusätzlich Calcium und Vitamin D?
Zur Basisbehandlung gehört laut DVO-Leitlinie eine ausreichende Versorgung mit Calcium, vor allem über die Ernährung und wenn nötig mit Präparaten, und mit Vitamin D über die Ernährung oder, vor dem 70. Lebensjahr, über Sonnenlicht. Unter Denosumab sollten Sie laut Packungsbeilage ergänzend Calcium und Vitamin D zu sich nehmen. Laut IQWiG haben Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium oder Vitamin D für die meisten Menschen keinen Nutzen und können unter anderem das Risiko für Nierensteine erhöhen. Ob und wie viel Sie brauchen, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Muss ich vor einer Osteoporose-Behandlung zum Zahnarzt?
Mit Beginn einer Behandlung mit Bisphosphonaten, Denosumab oder Romosozumab soll laut DVO-Leitlinie eine zahnärztliche Vorstellung empfohlen werden (Empfehlungsgrad A); der Beginn der Osteoporose-Behandlung soll deswegen aber nicht hinausgezögert werden. Sagen Sie in der Zahnarztpraxis, dass Sie ein Osteoporosemittel anwenden, und achten Sie auf gute Mundhygiene. Beschwerden wie lockere Zähne, Schmerzen oder Schwellungen im Mund melden Sie laut den Packungsbeilagen Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Zahnarztpraxis, unter Denosumab unverzüglich und auch nach dem Ende der Behandlung.
Was kann ich selbst gegen Osteoporose tun?
Laut IQWiG helfen regelmäßige Bewegung und gezieltes Training, eine Ernährung mit ausreichend Calcium und Eiweiß, genug Zeit im Freien für die Bildung von Vitamin D, das Beseitigen von Stolperfallen, ein Rauchstopp und wenig Alkohol. Die DVO-Leitlinie empfiehlt ein individuelles Programm für Kraft, Balance und Koordination (Empfehlungsgrad A). Lassen Sie außerdem prüfen, ob Ihre Medikamente Stürze oder Knochenschwund begünstigen können.
Können Medikamente Osteoporose auslösen?
Ja. Zu den Medikamenten, die den Knochen schädigen können, zählt die Patientenleitlinie Kortison-Präparate vor allem bei Behandlung über mehr als drei Monate, Magenschutzmittel aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer bei Langzeitanwendung, Aromatasehemmer gegen Brustkrebs und die antihormonelle Behandlung beim Mann. Welche Mittel das sind und woran Sie es erkennen, steht auf der Seite Osteoporose durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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