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Brustkrebs: Antihormontherapie

Eine Antihormontherapie (endokrine Therapie) soll die wachstumsfördernde Wirkung weiblicher Geschlechtshormone auf Brustkrebszellen verhindern; Patientinnen mit hormonrezeptor-positiven invasiven Tumoren sollen sie laut S3-Leitlinie erhalten (Empfehlungsgrad A). Für die unterstützende Behandlung nach der Operation gilt laut Leitlinie: Vor den Wechseljahren sollte sie bei erhöhtem Rückfallrisiko eine Unterdrückung der Eierstockfunktion beinhalten, etwa mit einem GnRH-Analogon (Empfehlungsgrad B), bei niedrigem Risiko nennt der Hintergrundtext Tamoxifen als Standard; nach den Wechseljahren sollte sie einen Aromatasehemmer wie Letrozol oder Anastrozol enthalten (Empfehlungsgrad B). Typische Nebenwirkungen können Wechseljahresbeschwerden ähneln, etwa Hitzewallungen und Gelenkschmerzen. Bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen, Lähmungen oder Sprachstörungen rufen Sie den Notruf 112.

Frau Anfang fünfzig mit kurzem kastanienbraunem Haar in einer petrolfarbenen Strickjacke sitzt im Herbstlicht auf einer Gartenbank und hält eine Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Reagiert ein Brustkrebs auf weibliche Geschlechtshormone, ist er hormonrezeptor-positiv; eine Antihormontherapie soll dann die wachstumsfördernde Wirkung vor allem von Östrogen verhindern [2]. Patientinnen mit hormonrezeptor-positiven invasiven Tumoren sollen laut S3-Leitlinie zum Mammakarzinom (Version 5.1, Juni 2026) eine solche endokrine Therapie erhalten (Empfehlungsgrad A) [1]. Je nachdem, ob die Wechseljahre schon eingetreten sind, kommen Tamoxifen, Aromatasehemmer oder GnRH-Analoga infrage, teils kombiniert [2]. Nach einer Operation dauert die Behandlung laut Krebsinformationsdienst mindestens 5 Jahre; ihre typischen Nebenwirkungen können Wechseljahresbeschwerden ähneln [2].

Was ist eine Antihormontherapie bei Brustkrebs?

Brustkrebs ist laut IQWiG in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen; etwa 1 Prozent aller Brustkrebserkrankungen betreffen Männer [5]. Bei vielen Frauen haben die Krebszellen Bindestellen (Rezeptoren) für Östrogen und/oder Progesteron, über die die Hormone das Wachstum der Tumorzellen anregen [2]. Als östrogen- beziehungsweise progesteronrezeptor-positiv gilt ein Tumor laut Leitlinie, wenn mindestens 1 Prozent der Tumorzellkerne positiv sind; Tumoren mit 1 bis 10 Prozent positiven Zellkernen gelten als gering positiv [1].

Die Antihormontherapie, auch endokrine Therapie genannt, unterbindet die Wirkung von Hormonen; damit unterscheidet sie sich von der Hormonersatztherapie in den Wechseljahren [2]. Möglich ist sie laut Krebsinformationsdienst nur bei hormonrezeptor-positivem Brustkrebs, und zwar vor der Operation (neoadjuvant), nach der Operation (adjuvant) oder bei fortgeschrittener Erkrankung, um Metastasen in Schach zu halten [2]. Allein kann sie Brustkrebs nicht heilen: Bei frühem Brustkrebs kann sie die Operation ergänzen, bei fortgeschrittenem Brustkrebs soll sie das Wachstum des Krebsgewebes so lange wie möglich aufhalten [2].

Symptome

Brustkrebs in einem frühen Stadium macht sich laut IQWiG normalerweise nicht durch Schmerzen bemerkbar. Ärztlich abklären lassen sollten Sie es, wenn [5]:

  • sich eine Brust in Form oder Größe verändert,
  • ein Knoten in der Brust oder in der Achselhöhle tastbar ist,
  • die Brustwarze oder ein anderer Teil der Brusthaut sich nach innen zieht,
  • die Brusthaut sich rötet oder schuppt und nicht verheilt,
  • eine Brustwarze klare oder blutige Flüssigkeit absondert.

Diese Anzeichen können auch auf einen gutartigen Knoten hindeuten; manchmal fällt eine verdächtige Stelle erst bei einer Früherkennungsuntersuchung auf [5].

Ursachen und Risikofaktoren

Brustkrebs kann laut IQWiG entstehen, wenn sich die genetischen Informationen von Zellen so verändern, dass sie sich unkontrolliert zu teilen beginnen [5]. Dazu tragen vor allem das Alter, das familiäre Risiko und hormonelle Einflüsse bei; manchmal kommt es auch ohne besonderen Grund zu Erbgutveränderungen [5]. Der wichtigste Risikofaktor in der Bevölkerung ist laut Leitlinie bei Frauen und Männern das fortgeschrittene Alter [1]. Etwa 5 bis 10 Prozent aller Brustkrebserkrankungen werden laut IQWiG durch nachweisbare Genveränderungen verursacht, vor allem an den Genen BRCA-1 oder BRCA-2 [5].

Hormone und Medikamente: Weil Sexualhormone wie Östrogene und Gestagene die Teilung der Zellen beeinflussen, können laut IQWiG auch Faktoren, die mit dem Hormonhaushalt zusammenhängen, das Brustkrebsrisiko erhöhen [6]. Als Beispiele nennt das IQWiG eine frühe erste Regelblutung, späte Wechseljahre, die Einnahme von Hormonpräparaten und der Antibabypille, Kinderlosigkeit und ein Alter über 30 Jahre bei der Geburt des ersten Kindes [6]. Mehr: Hormonersatztherapie und Wechseljahre.

Lebensstil: Er spielt laut IQWiG insgesamt nur eine geringe Rolle; eine Ausnahme ist der Alkohol, denn Frauen, die viel Alkohol trinken, bekommen häufiger Brustkrebs [5, 6].

Diagnose

Bei der Diagnose wird laut IQWiG unter anderem eingeschätzt, ob das Wachstum der Tumorzellen von Hormonen beeinflusst werden kann; diese Einstufung ist für die Wahl der Behandlung wichtig [5]. Der Östrogen- und Progesteronrezeptorstatus soll laut Leitlinie immunhistochemisch bestimmt werden (Expertenkonsens) [1]. Das zeigen laut Krebsinformationsdienst Untersuchungen der Gewebeproben (Biopsie); im Befundbericht steht dafür ER+ für östrogenrezeptor-positiv und PgR+ oder PR+ für progesteronrezeptor-positiv [2].

Ist unklar, ob eine Frau ihre letzte Regelblutung schon hatte, muss das laut Krebsinformationsdienst mit einem oder mehreren Labortests geprüft werden [2].

Behandlung ohne Medikamente

Frau Ende fünfzig mit graublondem Haar in einer roten Regenjacke fährt im Frühling mit dem Fahrrad einen ruhigen, von Bäumen gesäumten Feldweg entlang
Bild: KI-generiert

Ist der Brustkrebs noch auf die Brust begrenzt, ist laut Krebsinformationsdienst die Operation der wichtigste Schritt der Behandlung; Ziel ist, den Tumor vollständig zu entfernen [3]. Nach einer brusterhaltenden Operation empfehlen Fachleute fast immer eine Strahlentherapie der operierten Brust [3]. Welche Medikamente zusätzlich sinnvoll sind, hängt von den Eigenschaften des Tumors ab, zum Beispiel vom Hormonrezeptorstatus oder vom HER2-Status [3]. Mehr: Strahlentherapie und Chemotherapie.

Bewegung, Gewicht und Ernährung: Die Leitlinie empfiehlt [1]:

  • Patientinnen sollen zu körperlicher Aktivität und bei erhöhtem BMI zur Normalisierung des Körpergewichts motiviert werden; empfohlen wird unter anderem, 150 Minuten moderate oder 75 Minuten anstrengende körperliche Aktivität pro Woche zu erreichen (Empfehlungsgrad A) [1].
  • Bewegungsprogramme mit Kraft- und Ausdauertraining sollen angeboten werden, unter anderem um eine Erschöpfung (Fatigue) zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern (Empfehlungsgrad A) [1].
  • Patientinnen und Patienten sollen beraten werden, sich reich an Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten und arm an gesättigten Fetten zu ernähren und die Alkoholzufuhr zu begrenzen (Empfehlungsgrad A) [1].
  • Patientinnen sollten darüber beraten werden, dass Alkohol vor oder nach der Diagnose ein erhebliches Brustkrebs- beziehungsweise Rückfallrisiko birgt; sie sollten täglich mehr als 6 Gramm Alkohol vermeiden (Empfehlungsgrad B) [1].

Hitzewallungen: Laut Krebsinformationsdienst gibt es Ansätze ohne Hormone, etwa an die Temperatur angepasste Kleidung und den Verzicht auf Heißgetränke und scharf gewürzte Speisen; ein Nutzen ist nicht immer wissenschaftlich belegt [4]. Von einer systemischen Hormonersatztherapie raten Fachleute bei Brustkrebs in der Regel ab [4].

Behandlung mit Medikamenten

Die endokrine Therapie soll laut Leitlinie erst nach Abschluss einer Chemotherapie beginnen, kann aber parallel zur Strahlentherapie erfolgen (Empfehlungsgrad A) [1]. Welches Medikament infrage kommt, richtet sich laut Krebsinformationsdienst vor allem danach, ob die Wechseljahre schon eingetreten sind, wie hoch das Rückfallrisiko eingeschätzt wird, wie der Brustkrebs bisher behandelt wurde und wie gut das Medikament vertragen wird [2].

Die Leitlinie nennt Tamoxifen, Aromatasehemmer und die Unterdrückung der Eierstockfunktion, etwa mit GnRH-Analoga [1]. Die Nebenwirkungen in der Tabelle stammen aus der Packungsbeilage eines Beispielwirkstoffs und gelten nur für diesen ("sehr häufig": bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig": bei bis zu 1 von 10); maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Antihormontherapie bei Brustkrebs nach der S3-Leitlinie: Gruppen, Beispiele und Nebenwirkungen laut Packungsbeilage
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
AntiöstrogeneTamoxifenTamoxifen hemmt die Bindung von Östrogenen an ihre Bindungsstellen (Hormonrezeptoren) in den Zellen; dadurch teilen sich Zellen in östrogenabhängigen Geweben weniger [8]Tamoxifen, sehr häufig: Übelkeit, Hautausschlag, Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, Hitzewallungen, Erschöpfung, Ausfluss und Blutungen aus der Scheide, Unregelmäßigkeiten der Monatsblutung bis hin zu ihrer völligen Unterdrückung vor den Wechseljahren; häufig unter anderem Blutgerinnsel in den Venen, Sehstörungen und Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut [7]
AromatasehemmerLetrozol, AnastrozolHemmen das Enzym Aromatase, das an der Bildung von Östrogen beteiligt ist, und vermindern so die Menge an Östrogen; nach den Wechseljahren wird Östradiol hauptsächlich mithilfe der Aromatase im sogenannten peripheren Gewebe gebildet [9, 11]Letrozol, sehr häufig: Hitzewallungen, erhöhte Cholesterinwerte, Müdigkeit, vermehrtes Schwitzen, Schmerzen in Knochen und Gelenken; häufig unter anderem Abnahme der Knochendichte [9]. Anastrozol, sehr häufig: Depression, Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Übelkeit, Hautausschlag, Gelenkschmerzen und Gelenksteifheit, Entzündung der Gelenke, Schwächegefühl, Knochenschwund (Osteoporose) [10]
GnRH-AnalogaLeuprorelinMachen die Rezeptoren für das Hormon GnRH in der Hirnanhangdrüse bei Daueranwendung nach einer kurzen Anregung unempfindlich; nach zwei bis drei Wochen sinkt der Östradiolspiegel auf Werte wie nach den Wechseljahren, die Eierstockfunktion ist unterdrückt, nach dem Ende der Behandlung geht diese Wirkung zurück [13]Leuprorelin bei Frauen, sehr häufig unter anderem: Hitzewallungen, Schwitzen, Kopfschmerz, Stimmungsschwankungen, Depression, Veränderung oder Abnahme der Libido, trockene Scheide; bei Brustkrebs außerdem sehr häufig Gewichtszunahme, verminderter Appetit, Übelkeit, Knochenschmerzen, Muskelschwäche, Blutungen aus der Scheide und Müdigkeit [12]

Vor den Wechseljahren

Bei Frauen vor den Wechseljahren mit niedrigem Rückfallrisiko sollte laut Hintergrundtext der Leitlinie Tamoxifen für 5 Jahre weiterhin als Standard empfohlen werden [1]. Bei erhöhtem Rückfallrisiko sollte die Behandlung eine Unterdrückung der Eierstockfunktion beinhalten, 2 bis 5 Jahre zusammen mit Tamoxifen oder 5 Jahre zusammen mit einem Aromatasehemmer (Empfehlungsgrad B) [1]. Für Frauen, die kein Tamoxifen erhalten können oder wollen, kann eine alleinige Unterdrückung der Eierstockfunktion erwogen werden, entweder mit einem GnRH-Analogon oder durch eine operative Entfernung beider Eierstöcke (Empfehlungsgrad 0) [1].

Zugelassen sind Anastrozol und Letrozol laut Fachinformation beziehungsweise Packungsbeilage nur für Frauen nach den Wechseljahren, also nicht vor den Wechseljahren, auch nicht zusammen mit einer Unterdrückung der Eierstockfunktion [9, 11]. Laut Fachinformation von Anastrozol gibt es keine Daten, die eine Anwendung zusammen mit LHRH-Analoga (anderer Name für GnRH-Analoga) unterstützen [11]. Leuprorelin ist laut Packungsbeilage bei Brustkrebs von Frauen vor oder kurz nach Eintritt der Wechseljahre zugelassen, sofern eine endokrine Behandlung angezeigt ist; es darf nur von der Ärztin, dem Arzt oder anderem medizinischen Fachpersonal verabreicht werden [12].

Nach den Wechseljahren

Für Frauen nach den Wechseljahren sollte die unterstützende endokrine Behandlung laut Leitlinie einen Aromatasehemmer enthalten (Empfehlungsgrad B) [1]. Die Aromatasehemmer-haltige Behandlung soll laut einem Statement der Leitlinie mindestens 5 Jahre und bei erhöhtem Rückfallrisiko bis zu 7 bis 8 Jahre betragen [1]. Die 5-jährige Behandlung kann laut Krebsinformationsdienst auch im Wechsel mit Tamoxifen erfolgen: zuerst 2 bis 3 Jahre ein Aromatasehemmer, danach Tamoxifen, oder umgekehrt [3]. Hat eine Frau 5 Jahre lang Tamoxifen genommen, etwa weil die Behandlung vor den Wechseljahren begann, besteht laut Leitlinie die Möglichkeit, nach den Wechseljahren für bis zu 5 weitere Jahre einen Aromatasehemmer zu geben [1].

Zusätzliche Medikamente und Metastasen

Bei hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs mit hohem Rückfallrisiko sollte laut Leitlinie zusätzlich ein CDK4/6-Inhibitor gegeben werden (Empfehlungsgrad B): Abemaciclib für 2 Jahre zusammen mit der endokrinen Standardbehandlung (bei N2 bis 3 oder bei N1 mit G3 oder einer Tumorgröße ab 5 cm) oder Ribociclib für 3 Jahre zusammen mit einem Aromatasehemmer, vor den Wechseljahren zusätzlich mit Unterdrückung der Eierstockfunktion (bei N+, bei N0 mit T3/T4, bei N0 T2 G3 oder bei N0 T2 G2 mit Ki-67 ab 20 Prozent oder hohem genomischem Risiko) [1].

Hat der Brustkrebs Metastasen gebildet, soll die Kombination eines Aromatasehemmers oder von Fulvestrant mit einem CDK4/6-Inhibitor laut Leitlinie als erste Behandlung oder spätestens ab der zweiten durchgeführt werden, sofern diese Gruppe noch nicht eingesetzt wurde (Empfehlungsgrad A) [1]. Spricht eine Patientin auf eine endokrine Therapie an, wird diese laut Leitlinie bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten nicht tolerierbarer Nebenwirkungen durchgeführt; schreitet die Erkrankung fort, ist der Einsatz anderer endokriner Wirkstoffe angezeigt [1]. Fulvestrant bindet laut Krebsinformationsdienst wie Tamoxifen an die Östrogenrezeptoren und sorgt zusätzlich dafür, dass sie zerstört werden [2].

Männer: Patienten mit hormonrezeptor-positivem Brustkrebs sollen laut Leitlinie eine unterstützende endokrine Therapie mit Tamoxifen in der Regel über 5 Jahre erhalten; bei Gegenanzeigen gegen Tamoxifen sollte ein Aromatasehemmer zusammen mit einer Unterdrückung der Hodenfunktion gegeben werden (Expertenkonsens) [1]. Zugelassen sind Anastrozol und Letrozol dafür nicht, sondern nur für Frauen nach den Wechseljahren [9, 11]. Für eine Behandlung über 5 Jahre hinaus liegen bei Männern keine Daten vor [1].

Schwangerschaft und Verhütung

Eine endokrine Therapie soll laut Leitlinie in der Schwangerschaft nicht verabreicht werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Tamoxifen dürfen Sie laut Packungsbeilage nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder stillen [7]. Es beeinflusst laut Krebsinformationsdienst die Fruchtbarkeit nicht, Frauen können also trotz der Behandlung schwanger werden [2]. Wegen des erbgutschädigenden (genotoxischen) Potenzials von Tamoxifen sollten Frauen, die schwanger werden können, laut Packungsbeilage während der Behandlung und 9 Monate danach wirksam und nicht hormonell verhüten, etwa mit einer hormonfreien Spirale oder Kondomen, nicht mit der Pille; Männern wird empfohlen, während der Behandlung und 6 Monate danach wirksam zu verhüten [7]. Letrozol und Anastrozol dürfen Sie laut Packungsbeilage ebenfalls nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder stillen [9, 10]. Mehr: Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen der Medikamente

Wird die Wirkung von Östrogen blockiert, kann sich das laut Krebsinformationsdienst auch auf Knochen, Schleimhäute, Stoffwechsel und Stimmung auswirken [2]. Das führt zu den typischen Nebenwirkungen, die Wechseljahresbeschwerden ähneln können, zum Beispiel Hitzewallungen und Schwitzen, Gewichtszunahme, Gelenkschmerzen, Knochenschwund oder eine trockene Scheide [2]. Waren Patientinnen zu Beginn noch nicht in den Wechseljahren, können die Beschwerden durch das plötzliche Fehlen der Hormone oft besonders stark und anhaltend sein [2]. Mehr: Hitzewallungen, Schwitzen, Gelenkschmerzen und Gewichtszunahme durch Medikamente.

Tamoxifen

  • Blutgerinnsel: Blutgerinnsel in den Venen, etwa tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien, sind laut Packungsbeilage häufig; bei gleichzeitiger Chemotherapie treten sie häufiger auf [7]. Mehr: Thromboserisiko durch Medikamente.
  • Gebärmutter: Wucherungen und Polypen der Gebärmutterschleimhaut sind laut Packungsbeilage häufig, bösartige Tumoren der Gebärmutterschleimhaut gelegentlich [7]. Frauen, deren Gebärmutter nicht entfernt wurde, sollten laut Fachinformation jährlich frauenärztlich auf Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut untersucht werden [8]. Blutungen nach den Wechseljahren oder unregelmäßige Blutungen vor den Wechseljahren lassen Sie laut Packungsbeilage umgehend frauenärztlich abklären [7].
  • Augen: Sehstörungen durch Linsentrübung, Hornhauttrübung (selten) oder Netzhautveränderungen sind laut Packungsbeilage häufig und nur zum Teil rückbildungsfähig [7]. Vor Behandlungsbeginn sollten Sie sich augenärztlich untersuchen lassen; verändert sich Ihre Sehkraft während der Behandlung, müssen Sie sich laut Packungsbeilage dringend augenärztlich untersuchen lassen [7]. Mehr: Sehstörungen durch Medikamente.
  • Knochen und Herz: Bei Frauen vor den Wechseljahren kann laut Packungsbeilage die Knochendichte abnehmen (Häufigkeit nicht bekannt) [7]. Bei Herzerkrankungen, auch bei Herzrhythmusstörungen oder einem verlängerten QT-Intervall, kann das Risiko für Herzrhythmusstörungen unter Tamoxifen erhöht sein [7]. Mehr: QT-Verlängerung.
  • Wechselwirkungen: Starke Hemmstoffe des Enzyms CYP2D6 sollten laut einer Risikoinformation des BfArM vom 3. November 2010 möglichst nicht gleichzeitig mit Tamoxifen angewendet werden, weil eine verminderte Wirksamkeit von Tamoxifen nicht ausgeschlossen werden kann; dazu zählen Paroxetin, Fluoxetin, Chinidin, Cinacalcet und Bupropion [15]. Hormonpräparate, insbesondere östrogenhaltige wie die Pille, sollten laut Packungsbeilage während der Behandlung nicht eingenommen werden, weil eine gegenseitige Wirkungsminderung möglich ist [7].

Aromatasehemmer

Gelenkschmerzen gehören laut den Packungsbeilagen von Letrozol und Anastrozol zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [9, 10]. Weil Aromatasehemmer die Östrogenmenge senken, können sie die Knochendichte verringern; Knochenschwund (Osteoporose) ist laut Packungsbeilage bei Anastrozol sehr häufig, eine Abnahme der Knochendichte bei Letrozol häufig [9, 10]. Laut Leitlinie soll bei Frauen nach den Wechseljahren unter Aromatasehemmern und bei Frauen vor den Wechseljahren, die GnRH-Agonisten zusammen mit Tamoxifen oder einem Aromatasehemmer erhalten, geprüft werden, ob eine knochenschützende Behandlung nötig ist (Empfehlungsgrad A) [1]. Bei erhöhtem Risiko für Knochenverlust sollte zu Beginn die Knochendichte gemessen werden (Expertenkonsens) [1]. Ruft die endokrine Therapie einen Knochenschwund hervor, sollte laut einem Statement der Leitlinie eine Behandlung mit Denosumab oder Bisphosphonaten durchgeführt werden, um das Risiko für Knochenbrüche zu verringern [1]. Endet die endokrine Therapie, soll auch geprüft werden, ob eine knochenschützende Behandlung weiter nötig ist (Expertenkonsens) [1]. Eine Hormontherapie mit Östrogenen soll zur Vorbeugung dieses Knochenschwunds nicht eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Mehr: Osteoporose durch Medikamente, Osteoporose und Osteoporosemittel.

GnRH-Analoga

Zu Therapiebeginn steigt laut Packungsbeilage von Leuprorelin das Östradiol kurzfristig an; bei Brustkrebs können sich zu Beginn häufig bestimmte Krankheitszeichen wie Knochenschmerzen vorübergehend verstärken [12]. Durch den Östrogenmangel kann die Knochendichte abnehmen [12]. Neben Depression (sehr häufig) nennt die Packungsbeilage Suizidgedanken, suizidales Verhalten und Suizidversuche, deren Häufigkeit nicht bekannt ist [12]. Laut einem Rote-Hand-Brief vom 30. Juli 2020 wurden bei leuprorelinhaltigen Depotarzneimitteln Anwendungsfehler gemeldet, die möglicherweise zu einer verminderten Wirksamkeit führen können; die Mittel dürfen nur von medizinischem Fachpersonal zubereitet oder verabreicht werden, das mit der sachgemäßen Handhabung vertraut ist [14]. Mehr: Depressive Verstimmung durch Medikamente.

Wenn Nebenwirkungen belasten

Viele Nebenwirkungen lassen sich laut Krebsinformationsdienst gut behandeln, oder sie treten nur zu Beginn der Behandlung stärker auf und lassen dann nach [2]. In einem Statement mit starkem Konsens hält die Leitlinie fest: Behandelte sind eingehend nach Verträglichkeit und Nebenwirkungen zu befragen, Beschwerden sind mit geeigneten Maßnahmen zu behandeln, und ein vorzeitiger Abbruch kann durch einen Wechsel der endokrinen Behandlung verhindert werden [1]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Was die Packungsbeilagen zum Beenden der Behandlung sagen, steht auf den Seiten Tamoxifen absetzen und Letrozol absetzen.

Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [7]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit der Antihormontherapie

Bei Menschen ohne Beschwerden mit invasivem Brustkrebs sollten die Nachsorgeuntersuchungen laut Leitlinie in den ersten 3 Jahren nach der Erstbehandlung vierteljährlich, im 4. und 5. Jahr halbjährlich und ab dem 6. Jahr jährlich erfolgen; jährliche gynäkologische Früherkennungsuntersuchungen gehören dazu (Expertenkonsens) [1]. Als wesentlichen Bestandteil der Nachsorge nennt die Leitlinie die stetige Motivation, die verordneten Medikamente regelmäßig einzunehmen, insbesondere die endokrine Therapie [1].

Unterstützung bei seelischen Belastungen bieten laut IQWiG psychosoziale Beratung, Selbsthilfegruppen und eine psychoonkologische Behandlung [5]. Fragen zur Behandlung beantworten die Ärztinnen und Ärzte des Krebsinformationsdienstes kostenlos am Telefon unter 0800 420 30 40, täglich von 8 bis 20 Uhr, oder per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de [2]. Mehr: Depression.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Blutgerinnsel: Typische Anzeichen einer tiefen Venenthrombose sind laut gesund.bund.de Schmerzen im Bein oder in der Hüfte, außerdem Druckempfindlichkeit, Spannungsgefühle und gerötete Haut; der Bereich kann sich warm anfühlen und anschwellen [16]. Typische Anzeichen einer Lungenembolie sind plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, blutiger Husten, Schwindel, Benommenheit und Herzrasen; dann wählen Sie sofort den Notruf 112 [17].

Schlaganfall und Herz: Unter Letrozol nennt die Packungsbeilage als gelegentliche Nebenwirkungen Zeichen einer Störung des Gehirns wie eines Schlaganfalls, etwa Schwäche, Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen besonders an Arm oder Bein und Probleme beim Sprechen oder Atmen, sowie plötzliche bedrückende Schmerzen in der Brust; informieren Sie dann unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [9]. Bei jedem Verdacht auf einen Schlaganfall ist es laut gesund.bund.de wichtig, schnell den Notruf 112 zu wählen; typisch sind Lähmungen und Sprachstörungen [18]. Starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für die 112 [19].

Haut und Schwellungen: Bei rötlichen, zielscheibenartigen oder kreisrunden Flecken am Rumpf, oft mit Blasen, Hautabschuppung und Geschwüren an Mund, Rachen, Nase, Genitalien oder Augen sowie bei Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen mit Schluck- oder Atembeschwerden brechen Sie die Einnahme von Tamoxifen laut Packungsbeilage ab und suchen umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf [7]. Auch bei Anastrozol verlangt die Packungsbeilage bei einer sehr schwerwiegenden Hautreaktion mit Geschwüren und Blasen oder bei einer Schwellung des Rachens mit Schluck- oder Atembeschwerden, die Einnahme zu stoppen und dringend ärztliche Behandlung aufzusuchen [10]. Schwere Hautausschläge mit zielscheibenartigen Flecken, Blasen und Abschälen der Haut nennt auch die Packungsbeilage von Leuprorelin; dann wenden Sie sich umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt [12]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Quellen

  1. Leitlinie S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 5.1 (AWMF-Registernummer 032-045OL), Statement 3.7, Empfehlungen 4.72, 4.130, 4.133, 4.134, 4.136, 4.140 bis 4.143 mit Hintergrund, 4.146, Statement 4.148, Empfehlungen 4.149, 4.168, 4.170, 4.171, Statement 4.172, Empfehlungen 4.173, 5.33 mit Hintergrund zu 5.30, 6.23, Statement 6.24, Empfehlungen 6.26, 7.14, 7.37. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF). Stand Version 5.1, Juni 2026 (gültig bis 18.12.2030). abgerufen am 18.10.2026
  2. Antihormontherapie bei Brustkrebs: Ablauf und Nebenwirkungen der endokrinen Brustkrebstherapie. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Krebsinformationsdienst. Stand 11.03.2025. abgerufen am 18.10.2026
  3. Brustkrebs: Therapie von örtlich begrenzten Tumoren. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Krebsinformationsdienst. Stand 27.02.2026. abgerufen am 18.10.2026
  4. Hitzewallungen und Co: Wechseljahresbeschwerden bei Krebs. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Krebsinformationsdienst. Stand 19.06.2023. abgerufen am 18.10.2026
  5. Brustkrebs. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.02.2026. abgerufen am 18.10.2026
  6. Risikofaktoren für Brustkrebs. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.02.2026. abgerufen am 18.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tamoxifen-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Tamoxifen-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Femara 2,5 mg Filmtabletten (Letrozol). Novartis Pharma GmbH. Stand 04/2025. abgerufen am 18.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Anastrozol-ratiopharm 1 mg Filmtabletten (PDF-Version 4). ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026
  11. Fachinformation Fachinformation Anastrozol-ratiopharm 1 mg Filmtabletten (Version 6). ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Enantone-Gyn Monats-Depot 3,75 mg Retardmikrokapseln und Suspensionsmittel (Leuprorelin). Takeda GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
  13. Fachinformation Fachinformation Enantone-Gyn Monats-Depot 3,75 mg Retardmikrokapseln und Suspensionsmittel. Takeda GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
  14. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Leuprorelinhaltige Depotarzneimittel, Notwendigkeit der genauen Einhaltung der Anweisungen zur Zubereitung bzw. Verabreichung zur Verringerung des Risikos von Anwendungsfehlern. Zulassungsinhaber leuprorelinhaltiger Depotarzneimittel in Abstimmung mit EMA und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 30.07.2020. abgerufen am 18.10.2026
  15. Behörde Risikoinformation: Tamoxifen, Wechselwirkung mit CYP2D6-Inhibitoren. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 03.11.2010. abgerufen am 18.10.2026
  16. Behörde Tiefe Venenthrombose (TVT). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 23.06.2021. abgerufen am 18.10.2026
  17. Behörde Lungenembolie (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 16.12.2022. abgerufen am 18.10.2026
  18. Behörde Schlaganfall: Symptome und Behandlung. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 16.12.2022. abgerufen am 18.10.2026
  19. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente gibt es für die Antihormontherapie bei Brustkrebs?

Laut Krebsinformationsdienst gibt es Medikamente, die die Bindestellen für Östrogen auf den Tumorzellen blockieren, etwa Tamoxifen und Fulvestrant, und Medikamente, die die Menge an Hormonen im Körper senken, etwa die Aromatasehemmer Anastrozol, Letrozol und Exemestan sowie GnRH-Analoga wie Goserelin und Leuprorelin. Welches Mittel infrage kommt, hängt vor allem davon ab, ob die Wechseljahre schon eingetreten sind, wie hoch das Rückfallrisiko eingeschätzt wird, wie der Brustkrebs bisher behandelt wurde und wie gut Sie das Medikament vertragen. Mehr zu einzelnen Wirkstoffen: Tamoxifen, Letrozol, Anastrozol und Leuprorelin.

Wie lange dauert eine Antihormontherapie bei Brustkrebs?

Nach einer Operation dauert sie laut Krebsinformationsdienst mindestens 5 Jahre, in manchen Situationen bis zu 10 Jahre. Laut Hintergrundtext der S3-Leitlinie sollte bei Frauen vor den Wechseljahren mit niedrigem Rückfallrisiko Tamoxifen über 5 Jahre weiterhin als Standard empfohlen werden. Nach den Wechseljahren soll die Aromatasehemmer-haltige Behandlung laut einem Statement der Leitlinie mindestens 5 Jahre dauern, bei erhöhtem Rückfallrisiko bis zu 7 bis 8 Jahre. Bei Metastasen wird eine Behandlung, auf die die Erkrankung anspricht, laut Leitlinie bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zu nicht tolerierbaren Nebenwirkungen fortgeführt. Wie lange Ihre Behandlung dauert, legt Ihr Behandlungsteam fest.

Welche Nebenwirkungen hat eine Antihormontherapie?

Die typischen Nebenwirkungen können laut Krebsinformationsdienst Beschwerden in den Wechseljahren ähneln, zum Beispiel Hitzewallungen und Schwitzen, Gewichtszunahme, Gelenkschmerzen, Knochenschwund oder Probleme im Intimbereich. Sie unterscheiden sich je nach Medikament: Hitzewallungen sind laut Packungsbeilage unter Tamoxifen sehr häufig, Blutgerinnsel in den Venen häufig. Gelenkschmerzen sind unter Letrozol und Anastrozol sehr häufig, Knochenschwund unter Anastrozol sehr häufig und unter Letrozol häufig. Die vollständigen Listen stehen auf den Wirkstoffseiten.

Was hilft gegen Hitzewallungen unter Tamoxifen oder Aromatasehemmern?

Laut Krebsinformationsdienst gibt es Ansätze ohne Hormone, etwa an die Temperatur angepasste Kleidung, der Verzicht auf Heißgetränke und scharf gewürzte Speisen, Entspannungstechniken oder Akupunktur; ein Nutzen ist nicht immer wissenschaftlich belegt. Von einer systemischen Hormonersatztherapie raten Fachleute bei Brustkrebs in der Regel ab. Pflanzliche Mittel wie Johanniskraut können die Wirkung anderer Arzneimittel beeinträchtigen. Sprechen Sie Ihr Behandlungsteam an, bevor Sie etwas einnehmen. Mehr: Hitzewallungen durch Medikamente.

Darf ich die Antihormontherapie wegen Nebenwirkungen abbrechen?

Brechen Sie die Einnahme von Tamoxifen ab, kann laut Packungsbeilage der Behandlungserfolg gefährdet sein; brechen Sie die Behandlung deshalb nicht ohne vorherige Rücksprache ab. Laut S3-Leitlinie sind Behandelte eingehend nach Verträglichkeit und Nebenwirkungen zu befragen, Beschwerden sind mit geeigneten Maßnahmen zu behandeln, und ein vorzeitiger Abbruch kann durch einen Wechsel der endokrinen Behandlung verhindert werden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr: Tamoxifen absetzen und Letrozol absetzen.

Warum wird unter Aromatasehemmern die Knochendichte kontrolliert?

Aromatasehemmer verringern die Östrogenmenge im Körper und können dadurch laut den Packungsbeilagen von Letrozol und Anastrozol die Knochendichte senken. Laut S3-Leitlinie soll bei Frauen nach den Wechseljahren unter Aromatasehemmern geprüft werden, ob eine knochenschützende Behandlung nötig ist (Empfehlungsgrad A); bei erhöhtem Risiko für Knochenverlust sollte zu Beginn der Behandlung die Knochendichte gemessen werden (Expertenkonsens). Eine Hormontherapie mit Östrogenen soll bei Brustkrebs nicht eingesetzt werden, um diesem Knochenschwund vorzubeugen (Empfehlungsgrad A). Mehr: Osteoporose durch Medikamente.

Darf ich während der Behandlung mit Tamoxifen Antidepressiva nehmen?

Das klären Sie mit Ihrem Behandlungsteam. Starke Hemmstoffe des Enzyms CYP2D6, darunter die Antidepressiva Paroxetin und Fluoxetin sowie Bupropion, sollten laut BfArM möglichst nicht gleichzeitig mit Tamoxifen angewendet werden; laut Packungsbeilage sollte die gleichzeitige Gabe vermieden werden, weil eine verminderte Wirksamkeit von Tamoxifen nicht ausgeschlossen werden kann. Laut Krebsinformationsdienst sollten Sie auch rezeptfreie pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel ansprechen, weil auch hier Wechselwirkungen möglich sind.

Kann ich während einer Antihormontherapie schwanger werden?

Tamoxifen beeinflusst laut Krebsinformationsdienst die Fruchtbarkeit nicht; Frauen können trotz der Behandlung schwanger werden. Frauen, die schwanger werden können, sollten laut Packungsbeilage während der Behandlung und 9 Monate danach wirksam und nicht hormonell verhüten, zum Beispiel mit einer hormonfreien Spirale oder Kondomen, nicht mit der Pille. Eine endokrine Therapie soll laut Leitlinie in der Schwangerschaft nicht verabreicht werden (Empfehlungsgrad A). Einen Kinderwunsch sprechen Sie laut Krebsinformationsdienst am besten schon vor Beginn der Behandlung an.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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