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Osteoporosemittel (Bisphosphonate u. a.)

Osteoporosemittel sind Arzneimittel gegen Knochenschwund. Am häufigsten werden nach dem IQWiG Bisphosphonate wie Alendronsäure, Risedronsäure und Ibandronsäure eingesetzt, daneben der Antikörper Denosumab als Spritze unter die Haut. Beide hemmen die knochenabbauenden Zellen. Bisphosphonat-Tabletten können die Speiseröhre reizen und müssen genau nach Packungsbeilage eingenommen werden. Zu den wichtigen Risiken gehören laut Fachinformation Schäden am Kieferknochen, ungewöhnliche Oberschenkelbrüche und ein zu niedriger Calciumspiegel.

Frau Ende sechzig mit kurzem weißem Haar geht mit Nordic-Walking-Stöcken auf einem sonnigen Feldweg
Bild: KI-generiert

Osteoporosemittel sollen den Knochenschwund (Osteoporose) behandeln. Meist werden dazu nach dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Bisphosphonate eingesetzt [10]; weitere Mittel nennt die Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) von 2023, unter anderem Denosumab, Teriparatid, Romosozumab und Raloxifen [11]. Bisphosphonate und Denosumab hemmen die knochenabbauenden Zellen, die Osteoklasten [1, 6]. Zu den Sicherheitshinweisen der Fachinformationen gehören genaue Einnahmeregeln für Tabletten, Schäden am Kieferknochen und im Gehörgang, ungewöhnliche Oberschenkelbrüche und ein zu niedriger Calciumspiegel [1, 4, 6]. Einzelheiten zu jedem Wirkstoff stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.

Was sind Osteoporosemittel?

Alendronsäure, Ibandronsäure und Risedronsäure sind laut ihren Fachinformationen Bisphosphonate; ihre Namen enthalten die Silbe "-dron-" [1, 3, 4]. Denosumab ist laut Fachinformation den anderen Mitteln mit Einfluss auf die Knochenstruktur zugeordnet (M05BX04) [6].

Zur Behandlung der Osteoporose sind nach dem IQWiG vier Bisphosphonate zugelassen: Alendronsäure, Ibandronsäure, Risedronsäure und Zoledronsäure. Sie werden als Tabletten eingenommen oder als Infusion in eine Vene gegeben [10].

Wie Osteoporosemittel wirken

Knochen wird ständig auf- und abgebaut. Bisphosphonate hemmen laut Fachinformation gezielt die Aktivität der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten), ohne die Knochenbildung direkt zu beeinflussen [1, 4]. Risedronsäure bindet laut Fachinformation an das Knochenmineral (Hydroxylapatit) und hemmt den Knochenabbau [3]. Aus Tabletten wird nur ein sehr kleiner Teil des Wirkstoffs aufgenommen; Nahrungsmittel und Getränke außer Wasser verringern die Aufnahme laut Fachinformation deutlich [1, 4]. Darauf beruhen die Einnahmeregeln der Packungsbeilage.

Denosumab ist ein Antikörper. Laut Fachinformation bindet er an den Botenstoff RANKL und verhindert, dass dieser die Osteoklasten und ihre Vorläuferzellen aktiviert; dadurch werden Bildung, Funktion und Überleben der Osteoklasten gehemmt und der Knochenabbau vermindert [6]. Weil Denosumab die Freisetzung von Calcium aus dem Knochen ins Blut verringert, kann der Calciumspiegel sinken [8].

Wofür Osteoporosemittel eingesetzt werden

Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in der Fachinformation des jeweiligen Präparats:

  • Alendronsäure: Behandlung der Osteoporose nach den Wechseljahren [1].
  • Risedronsäure: Behandlung der Osteoporose nach den Wechseljahren und der Osteoporose bei Männern mit hohem Risiko für Knochenbrüche [3].
  • Ibandronsäure: Behandlung der Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche, als Tablette zum Einnehmen oder als Spritze in die Vene [4].
  • Denosumab (Prolia): Behandlung der Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren und bei Männern mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche, von Knochenschwund bei Männern mit Prostatakrebs unter Hormonentzugsbehandlung und von Knochenschwund bei einer Langzeitbehandlung mit Glucocorticoiden; es wird unter die Haut gespritzt [6].

Ob man bei Osteoporose Knochenbrüchen mit Medikamenten vorbeugen möchte, ist nach dem IQWiG eine persönliche Entscheidung, bei der das eigene Bruchrisiko eine wichtige Rolle spielt; es hängt unter anderem von der Knochendichte, dem Alter und weiteren Erkrankungen ab [10]. Nach einem osteoporotischen Bruch eines Wirbelkörpers oder des hüftnahen Oberschenkelknochens (proximale Femurfraktur) soll die medikamentöse Behandlung laut DVO-Leitlinie von 2023 möglichst rasch und ohne Verzögerung beginnen (Empfehlungsgrad A). Für die gemeinsame Entscheidung über das passende Mittel sollen laut Leitlinie unter anderem Ihre Behandlungsziele, Gegenanzeigen, mögliche Nebenwirkungen, die Art der Anwendung und die Kosten berücksichtigt werden (Empfehlungsgrad A) [11]. Eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D ist laut den Fachinformationen bei allen Behandelten wichtig [1, 4, 6]. Mehr unter Vitamin-D-Mangel und Osteoporose als Nebenwirkung, etwa unter Glucocorticoiden.

Wirkstoffe der Gruppe

Diese Osteoporosemittel sind auf dieser Website mit einem geprüften Wirkstoff-Steckbrief beschrieben:

  • Alendronsäurez. B. Alendronsäure STADA, Fosamax, Alendronsäure-ratiopharm plus ColecalciferolOsteoporose (Knochenschwund)
  • Denosumabz. B. Prolia, XgevaOsteoporose und Knochenschwund (Prolia); Knochenkomplikationen bei Krebs mit Knochenbefall (Xgeva)
  • Ibandronsäurez. B. Bonviva 150 mg Filmtabletten, Bonviva 3 mg Injektionslösung, Ibandronsäure-ratiopharmOsteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche
  • Risedronsäurez. B. Risedronat STADA 35 mg FilmtablettenOsteoporose (Knochenschwund) bei Frauen nach den Wechseljahren und bei Männern

Als weitere Osteoporosemittel nennt das IQWiG Raloxifen und Teriparatid [10]. Unter den Präparaten mit hoher Empfehlungsstärke, die für die Behandlung verwendet werden sollen (Empfehlungsgrad A), führt die DVO-Leitlinie von 2023 außerdem Bazedoxifen, Romosozumab und Östrogene auf; systemische Östrogene und Gestagene sollen danach nur eingesetzt werden, wenn andere Osteoporosemittel nicht vertragen werden oder Gegenanzeigen bestehen (Empfehlungsgrad A). Zulassung und Gegenanzeigen des jeweiligen Mittels sind laut Leitlinie zu beachten [11]. Die Gültigkeit der Leitlinie ist laut DVO bis zum 31. März 2027 verlängert [12].

Tablette, Spritze oder Infusion

Alendronsäure, Risedronsäure und Ibandronsäure gibt es als Tabletten, Ibandronsäure außerdem als Spritze in die Vene, Zoledronsäure nach dem IQWiG als Infusion [1, 3, 4, 10]. Denosumab wird unter die Haut gespritzt; jede Packung enthält eine Erinnerungskarte [6, 7]. Wie oft die Mittel angewendet werden, steht auf den Wirkstoffseiten im Abschnitt Dosierung.

Für Bisphosphonat-Tabletten gelten strenge Einnahmeregeln. Laut Packungsbeilage von Alendronsäure wird die Tablette morgens nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen vor allen Speisen, Getränken und anderen Arzneimitteln im Ganzen mit einem vollen Glas Wasser geschluckt, nicht mit Mineralwasser, Kaffee, Tee, Saft oder Milch. Danach bleibt man mindestens 30 Minuten aufrecht und wartet mindestens 30 Minuten mit Essen, Trinken und anderen Arzneimitteln wie Calcium- oder Vitaminpräparaten [2]. Bei Ibandronsäure-Tabletten sieht die Packungsbeilage einen Abstand von mindestens 6 Stunden zum letzten Essen oder Trinken (außer Wasser) vor und danach 60 Minuten aufrecht, ohne zu essen oder zu trinken (außer Wasser) [5]. Bei Menschen, die die Anweisungen nicht einhalten, ist das Risiko schwerer Schäden an der Speiseröhre laut Fachinformation offenbar höher [1, 4].

Typische Nebenwirkungen

Mann um die siebzig mit grauem Haar putzt sich am Morgen in einem hellen Badezimmer gründlich die Zähne
Bild: KI-generiert

Die vollständige Liste steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats und auf den Wirkstoffseiten. Tabletten führen nach dem IQWiG manchmal zu Magen-Darm-Problemen wie Sodbrennen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung und können die Speiseröhre reizen; Infusionen mit Bisphosphonaten können in den Tagen danach, vor allem nach der ersten, grippeähnliche Beschwerden verursachen [10]. Bei Denosumab sind laut Fachinformation Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems und Gliederschmerzen die häufigsten Nebenwirkungen; sie betreffen mehr als 1 von 10 Behandelten [6]. Wie die Produktinformationen der einzelnen Wirkstoffe ausgewählte Nebenwirkungen einstufen, zeigt die Tabelle; was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufigkeit ausgewählter Nebenwirkungen je Wirkstoff: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffMuskelschmerzenGelenkschmerzenSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenBauchschmerzenKopfschmerzenHautausschlag
AlendronsäureSehr häufigSehr häufigHäufigHäufigHäufigGelegentlich
DenosumabSehr häufigSehr häufignicht genanntHäufignicht genanntHäufig
IbandronsäureHäufigHäufigHäufigHäufigHäufigHäufig
RisedronsäureHäufigHäufigHäufigHäufigHäufigNicht bekannt

Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.

Speiseröhre und Magen

Bisphosphonate zum Einnehmen können laut Fachinformation die Schleimhaut im oberen Magen-Darm-Trakt reizen. Berichtet wurden Entzündungen, Geschwüre und Schleimhautschäden der Speiseröhre, teils schwer und mit Krankenhausaufenthalt, selten gefolgt von einer Verengung; nach der Markteinführung auch Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre [1, 4]. Bei Schluckbeschwerden, Schmerzen beim Schlucken, Schmerzen hinter dem Brustbein oder neu auftretendem oder schlimmer werdendem Sodbrennen sollen Behandelte die Tabletten absetzen und ärztlichen Rat einholen [1, 4]. Mehr unter Magenbeschwerden und Reflux und Sodbrennen.

Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen

Unter Bisphosphonaten wurden laut Fachinformation von Alendronsäure Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen berichtet, nach der Markteinführung selten schwerwiegend oder mit eingeschränkter Beweglichkeit. Sie traten zwischen einem Tag und mehreren Monaten nach Beginn auf; bei den meisten Betroffenen gingen sie nach dem Absetzen zurück, bei einem Teil kehrten sie mit demselben oder einem anderen Bisphosphonat zurück [1]. Bei Ibandronsäure können laut Fachinformation vor allem nach der ersten Dosis kurze, leichte bis mäßige grippeähnliche Beschwerden auftreten [4]. Mehr unter Muskelschmerzen.

Schäden am Kieferknochen

Unter Bisphosphonaten und Denosumab wurde laut den Fachinformationen über ein Absterben von Kieferknochen berichtet (Kieferosteonekrose) [1, 4, 6]. Laut Packungsbeilage von Alendronsäure geht sie im Allgemeinen mit verzögerter Wundheilung und Infektionen einher, oft nach dem Ziehen von Zähnen [2]. Als Risikofaktoren nennen die Fachinformationen unter anderem die Stärke des Mittels, die Gabe als Spritze oder Infusion, die Gesamtmenge, Krebs, Chemo- und Strahlenbehandlung, Kortison, Angiogenesehemmer, Rauchen, schlechte Mundhygiene, Zahnfleisch- und Zahnerkrankungen, zahnärztliche Eingriffe und schlecht sitzende Zahnprothesen [1, 4, 6]. Bei Risikofaktoren wird vorher eine zahnärztliche Untersuchung empfohlen; bei nicht verheilten Wunden im Mund sollte der Beginn verschoben werden. Während der Behandlung gehören gute Mundhygiene und regelmäßige Zahnkontrollen dazu, und Beschwerden wie lockere Zähne, Schmerzen oder Schwellungen sollen sofort gemeldet werden [4, 6]. Die zahnärztliche Untersuchung bei Risikofaktoren, gute Mundhygiene, regelmäßige Zahnkontrollen und das unverzügliche Melden von Beschwerden im Mund hat für Denosumab auch der Rote-Hand-Brief vom 03.09.2014 empfohlen [8].

Laut Packungsbeilage von Denosumab wurde eine Kieferosteonekrose selten berichtet, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten; das Risiko steigt mit der Behandlungsdauer und kann nach 10 Jahren bis zu 1 von 200 Behandelten betreffen. Sie kann auch nach dem Ende der Behandlung auftreten [7]. Mehr unter Zahnschäden.

Ungewöhnliche Oberschenkelbrüche

Unter Bisphosphonaten, vor allem bei Langzeitbehandlung gegen Osteoporose, und unter Denosumab wurde laut den Fachinformationen über ungewöhnliche (atypische) Brüche des Oberschenkelknochens berichtet; sie entstehen nach einer geringen oder ohne Verletzung [1, 4, 6]. Laut den Fachinformationen der Bisphosphonate spüren manche Behandelte Wochen bis Monate vorher Schmerzen im Oberschenkel oder in der Leiste; die Brüche treten häufig beidseitig auf [1, 4]. Nach einem solchen Bruch sollte deshalb auch der andere Oberschenkel untersucht werden [1, 4, 6]. Für Denosumab hat der Rote-Hand-Brief vom 20.02.2013 über dieses Risiko informiert [9]. Bei Langzeitbehandlung mit Ibandronsäure wurden auch ungewöhnliche Brüche anderer langer Knochen wie Elle oder Schienbein berichtet [4].

Schäden im äußeren Gehörgang

Unter Bisphosphonaten wurde laut Fachinformation, vor allem bei Langzeitbehandlung, über ein Absterben von Knochen im äußeren Gehörgang berichtet, ebenso unter Denosumab [1, 4, 6]. Mögliche Risikofaktoren sind Kortison und Chemotherapie sowie Infektionen oder Verletzungen. An diese Nebenwirkung ist bei Ohrbeschwerden einschließlich chronischer Ohrinfektionen zu denken [1, 4, 6]. Bei Ohrenschmerzen, Ausfluss aus dem Ohr oder einer Ohrinfektion sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [2].

Zu niedriger Calciumspiegel

Ein zu niedriger Calciumspiegel im Blut (Hypokalzämie) ist bei allen vier Wirkstoffen eine Gegenanzeige und muss vor Beginn der Behandlung behoben werden [1, 3, 4, 6]. Bei Denosumab wird laut Fachinformation vor jeder Anwendung eine Kontrolle des Calciumspiegels empfohlen, bei Veranlagung für eine Hypokalzämie zusätzlich innerhalb von zwei Wochen nach der ersten Dosis. Nach der Markteinführung wurde über schwere Fälle berichtet, auch mit Krankenhausaufenthalt und tödlichem Ausgang; ein höheres Risiko haben Menschen mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder Dialyse, eine gleichzeitige Glucocorticoid-Behandlung ist ein zusätzliches Risiko [6]. Auf schwere Fälle, das mit dem Grad der Nierenfunktionsstörung steigende Risiko und Calciumkontrollen vor jeder Anwendung wies auch der Rote-Hand-Brief vom 03.09.2014 hin [8]. Ibandronsäure in die Vene kann den Calciumspiegel laut Fachinformation vorübergehend senken [4]. Mehr unter Niereninsuffizienz.

Diese Anzeichen nennt die Packungsbeilage von Denosumab [7]. Unter Denosumab können außerdem Hautinfektionen auftreten, vor allem bakterielle Entzündungen des Unterhautgewebes; bei Anzeichen sollen Behandelte sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [6]. Nach Ibandronsäure in die Vene wurde über schwere allergische Reaktionen bis zum Schock berichtet, auch mit tödlichem Ausgang [4]. Mehr unter Arzneimittelallergie.

Wichtige Wechselwirkungen

Die folgenden Wechselwirkungen beschreiben die Fachinformationen, mehrere für Bisphosphonate allgemein [1, 4, 6]:

Wichtige Wechselwirkungen von Osteoporosemitteln (Auswahl)
Zusammen mitWas passieren kann
Nahrungsmittel und Getränke außer Wasser (auch Kaffee, Saft, Milch; bei Alendronsäure auch Mineralwasser, bei Ibandronsäure calciumreiches Wasser), Calcium, Mittel gegen Sodbrennen (Antazida), andere Arzneimittel zum EinnehmenDie Aufnahme von Bisphosphonat-Tabletten wird verringert; deshalb der zeitliche Abstand laut Packungsbeilage [1, 2, 4, 5]
Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Acetylsalicylsäure oder IbuprofenBeide können Magen und Darm reizen; laut den Fachinformationen von Alendronsäure und Ibandronsäure ist bei gleichzeitiger Anwendung Vorsicht geboten [1, 4]
Kortison (Glucocorticoide) wie PrednisolonRisikofaktor für Kieferosteonekrose und Gehörgangsnekrose; bei Denosumab zusätzliches Risiko für einen niedrigen Calciumspiegel [1, 6]
Chemotherapie, Angiogenesehemmer, Bestrahlung im Kopf-Hals-BereichRisikofaktoren für eine Kieferosteonekrose [1, 4, 6]
Andere denosumabhaltige Arzneimittel (etwa bei Knochenmetastasen)Nicht gleichzeitig mit Prolia anwenden [6]
Arzneimittel, die die Nieren belasten können (bei Ibandronsäure in die Vene)Regelmäßige Überwachung empfohlen [4]

Eine vorherige Behandlung mit Alendronsäure veränderte laut Fachinformation von Denosumab dessen Wirkung nicht; für eine gleichzeitige Hormonersatztherapie wird das Wechselwirkungspotenzial als gering eingeschätzt [6]. Die Liste ist nicht vollständig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wann Osteoporosemittel nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden

Gegenanzeigen sind laut den Fachinformationen unter anderem eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und ein zu niedriger Calciumspiegel [1, 3, 4, 6]. Bei Alendronsäure- und Ibandronsäure-Tabletten kommen Erkrankungen der Speiseröhre hinzu, die ihre Entleerung verzögern, etwa eine Verengung oder Achalasie, sowie die Unfähigkeit, nach der Einnahme lange genug aufrecht zu stehen oder zu sitzen [1, 4]. Risedronsäure darf bei schwerer Nierenfunktionsstörung sowie in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden [3]. Alendronsäure wird laut Fachinformation bei einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) unter 35 ml/min nicht empfohlen, Ibandronsäure bei einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min [1, 4]. Prolia darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden [6].

Vorsicht verlangen die Fachinformationen bei aktiven Problemen im oberen Magen-Darm-Trakt, etwa Schluckstörungen, Entzündungen der Magen- oder Zwölffingerdarmschleimhaut oder Geschwüren; bei einem Barrett-Ösophagus mahnt die Fachinformation von Ibandronsäure zur Vorsicht, die von Alendronsäure sieht eine individuelle Abwägung von Nutzen und Risiken durch die Ärztin oder den Arzt vor [1, 4]. Andere Störungen des Knochen- und Mineralstoffwechsels wie ein Vitamin-D-Mangel sollten vor Beginn behandelt werden [1, 4]. Sagen Sie in der Zahnarztpraxis, dass Sie ein Osteoporosemittel anwenden [7, 10]. Trifft ein Punkt auf Sie zu, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Alendronsäure und Ibandronsäure sind laut Fachinformation zur Behandlung der Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren zugelassen [1, 4]. Ibandronsäure darf laut Fachinformation nicht von Frauen angewendet werden, die noch schwanger werden können [4]. Risedronsäure ist in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert [3]. Alendronsäure sollten Sie laut Packungsbeilage in Schwangerschaft und Stillzeit nicht einnehmen; geeignete Daten zur Anwendung bei Schwangeren liegen laut Fachinformation nicht vor [1, 2].

Denosumab wird laut Fachinformation in der Schwangerschaft und bei Frauen, die schwanger werden können und nicht verhüten, nicht empfohlen. Frauen sollen während der Behandlung und mindestens 5 Monate danach nicht schwanger werden; eine Wirkung auf das Ungeborene ist im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel wahrscheinlich größer, weil Antikörper zunehmend über den Mutterkuchen gelangen [6]. Ob Denosumab in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt [6]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Absetzen

Wie lange eine Behandlung mit Bisphosphonaten dauern sollte, ist laut Fachinformation nicht festgelegt; ob sie fortgeführt wird, sollte regelmäßig individuell beurteilt werden, insbesondere nach 5 oder mehr Jahren [1, 4]. Laut Packungsbeilage von Alendronsäure lässt sich die Osteoporose nur behandeln, wenn die Tabletten kontinuierlich eingenommen werden [2].

Bei Denosumab ist laut Fachinformation nach dem Absetzen mit einer Abnahme der Knochendichte zu rechnen, die zu einem höheren Risiko für Knochenbrüche führen kann; empfohlen werden eine Überwachung der Knochendichte und die Erwägung einer anderen Behandlung nach den klinischen Leitlinien [6]. Auch das IQWiG nennt das als Sicherheitsbedenken: In manchen Studien nahm die Knochendichte nach dem Absetzen stark ab und das Bruchrisiko stieg [10]. Bei Verdacht auf einen ungewöhnlichen Oberschenkelbruch sollte laut den Fachinformationen ein Abbruch erwogen werden [1, 4, 6, 9], bei einer Kieferosteonekrose laut den Fachinformationen von Ibandronsäure und Denosumab eine vorübergehende Unterbrechung [4, 6]. Setzen Sie das Mittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.

Unterschied zu Calcium und Vitamin D

Calcium und Vitamin D sind keine Osteoporosemittel im Sinne dieser Gruppe, gehören aber zur Behandlung: Eine ausreichende Versorgung ist laut den Fachinformationen bei allen Behandelten wichtig; bei Ibandronsäure in die Vene und bei Denosumab müssen alle Behandelten laut Fachinformation zusätzlich mit Calcium und Vitamin D versorgt werden [1, 4, 6]. Zugleich verringern Calciumpräparate die Aufnahme von Bisphosphonat-Tabletten, deshalb werden sie laut Packungsbeilage zeitlich versetzt eingenommen [1, 2]. Mehr unter Vitamine und Mineralstoffe und Colecalciferol (Vitamin D3).

Quellen

  1. Fachinformation Fachinformation Alendronsäure STADA® Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 12/2021. abgerufen am 12.10.2026
  2. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Alendronsäure STADA® 70 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
  3. Fachinformation Fachinformation Risedronat STADA® 35 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 06/2020. abgerufen am 12.10.2026
  4. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Bonviva (Ibandronsäure), Anhang I: Fachinformation Bonviva 150 mg Filmtabletten und Bonviva 3 mg Injektionslösung. Atnahs Pharma Netherlands B.V./Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2024. abgerufen am 12.10.2026
  5. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Bonviva (Ibandronsäure), Anhang III B: Packungsbeilage Bonviva 150 mg Filmtabletten. Atnahs Pharma Netherlands B.V./Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2024. abgerufen am 12.10.2026
  6. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Prolia (Denosumab), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels. Amgen Europe B.V./Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  7. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Prolia (Denosumab), Anhang III B: Packungsbeilage Prolia 60 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Amgen Europe B.V./Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  8. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Prolia® 60 mg (Denosumab): Aktualisierte Informationen zur Minimierung der Risiken für Kieferosteonekrosen und Hypokalzämien. Amgen GmbH in Abstimmung mit EMA und Paul-Ehrlich-Institut. Stand 03.09.2014. abgerufen am 12.10.2026
  9. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Prolia® (Denosumab): Risiko atypischer Femurfrakturen. Amgen GmbH in Abstimmung mit EMA und Paul-Ehrlich-Institut. Stand 20.02.2013. abgerufen am 12.10.2026
  10. Welche Vor- und Nachteile haben Medikamente zur Vorbeugung von Knochenbrüchen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.10.2022. abgerufen am 12.10.2026
  11. Leitlinie DVO-Leitlinie 2023 zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern, Kurzfassung Version 2.2 (S3); laut DVO Gültigkeit bis 31.03.2027 verlängert. Dachverband Osteologie e. V. (DVO). Stand 2023 (Kurzfassung Version 2.2). abgerufen am 17.10.2026
  12. DVO-Leitlinie Osteoporose: Gültigkeit offiziell bis März 2027 verlängert (Meldung). Dachverband Osteologie e. V. (DVO). Stand 18.09.2026. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Was sind Bisphosphonate?

Bisphosphonate sind Osteoporosemittel, die die knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) hemmen, ohne die Knochenbildung direkt zu beeinflussen. Zur Behandlung der Osteoporose sind nach dem IQWiG Alendronsäure, Ibandronsäure, Risedronsäure und Zoledronsäure zugelassen; sie werden als Tabletten eingenommen oder als Infusion gegeben.

Warum muss ich Bisphosphonat-Tabletten so genau einnehmen?

Aus der Tablette wird nur ein sehr kleiner Teil aufgenommen, und Essen oder Getränke außer Wasser verringern die Aufnahme deutlich. Außerdem können die Tabletten die Speiseröhre reizen; das Risiko ist laut Fachinformation offenbar höher, wenn die Einnahmeregeln nicht eingehalten werden. Deshalb nimmt man sie laut Packungsbeilage morgens nüchtern mit einem Glas Wasser ein und bleibt danach aufrecht.

Welche Nebenwirkungen haben Osteoporosemittel?

Bei Tabletten nennt das IQWiG Magen-Darm-Probleme wie Sodbrennen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung und Reizungen der Speiseröhre, nach Infusionen grippeähnliche Beschwerden. Bei Denosumab sind laut Fachinformation Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems am häufigsten. Zu den schwerwiegenden Risiken gehören Schäden am Kieferknochen, ungewöhnliche Oberschenkelbrüche und ein zu niedriger Calciumspiegel.

Was ist eine Kieferosteonekrose?

Dabei stirbt ein Teil des Kieferknochens ab; laut Packungsbeilage von Alendronsäure oft nach dem Ziehen von Zähnen, mit verzögerter Wundheilung und Infektionen. Sie wurde unter Bisphosphonaten und Denosumab berichtet; Risikofaktoren sind unter anderem Krebs, Kortison, Rauchen und schlechte Mundhygiene. Achten Sie auf gute Mundhygiene, gehen Sie regelmäßig zur Zahnkontrolle und melden Sie lockere Zähne, Schmerzen oder Schwellungen im Kiefer sofort.

Was ist der Unterschied zwischen Bisphosphonaten und Denosumab?

Beide hemmen die knochenabbauenden Zellen, aber auf verschiedenem Weg: Bisphosphonate lagern sich im Knochen an, Denosumab ist ein Antikörper gegen den Botenstoff RANKL und wird unter die Haut gespritzt. Bei Denosumab wird der Calciumspiegel vor jeder Anwendung kontrolliert, und nach dem Absetzen ist laut Fachinformation mit einer Abnahme der Knochendichte zu rechnen, die zu einem höheren Bruchrisiko führen kann. Welches Mittel infrage kommt, richtet sich laut DVO-Leitlinie von 2023 unter anderem nach Ihren Behandlungszielen, Gegenanzeigen, möglichen Nebenwirkungen und der Art der Anwendung; das entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Denosumab einfach absetzen?

Nein, nicht ohne Rücksprache. Laut Fachinformation nimmt die Knochendichte nach dem Absetzen ab, was zu einem höheren Risiko für Knochenbrüche führen kann; empfohlen werden eine Überwachung der Knochendichte und die Erwägung einer anderen Behandlung. Besprechen Sie das Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Brauche ich zusätzlich Calcium und Vitamin D?

Eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D ist laut den Fachinformationen bei allen Behandelten wichtig; bei Denosumab und bei Ibandronsäure in die Vene müssen laut Fachinformation alle zusätzlich mit Calcium und Vitamin D versorgt werden. Calciumpräparate werden laut Packungsbeilage zeitlich versetzt zu Bisphosphonat-Tabletten eingenommen. Ob und wie viel Sie brauchen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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