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Atorvastatin: Nebenwirkungen und Wirkung

Atorvastatin ist ein verschreibungspflichtiger Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen, ein erhöhter Blutzucker und veränderte Leberwerte. Bei Muskelschwäche, -schmerzen oder rotbraunem Urin, besonders mit Unwohlsein oder Fieber, brechen Sie die Einnahme ab und holen umgehend ärztliche Hilfe.

Paar in den Fünfzigern bereitet in einer hellen Küche gemeinsam einen Gemüsesalat zu
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Entzündung der Luftwege in Nase und Rachen (Nasopharyngitis)[1, 2]
  • Häufig: Halsschmerzen, Nasenbluten[1, 2]
  • Häufig: Allergische Reaktionen[1, 2]
  • Häufig: Anstieg des Blutzuckers; bei Diabetes sollte der Blutzucker weiter genau überwacht werden[1, 2]
  • Häufig: Anstieg der Kreatinphosphokinase (CK) im Blut[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen; laut Fachinformation auch Schmerzen in Armen und Beinen, Muskelkrämpfe und Gelenkschwellungen[1, 2]
  • Häufig: Blutwerte, die auf eine gestörte Leberfunktion hinweisen können[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Atorvastatin eingesetzt?

Atorvastatin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Statine, die die Blutfette regulieren [1, 2]. Laut Packungsbeilage senkt es Blutfette wie Cholesterin und Triglyzeride, wenn eine fettarme Ernährung und eine Umstellung des Lebensstils allein nicht ausreichen. Wer ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten hat, kann Atorvastatin auch bei normalen Cholesterinwerten erhalten, um dieses Risiko zu verringern [1].

Die Fachinformation nennt die Anwendungsgebiete genauer: verschiedene Formen erhöhter Cholesterin- und Blutfettwerte bei Erwachsenen sowie bei Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren, die familiäre Hypercholesterinämie (die homozygote Form nur bei Erwachsenen) und die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Ereignissen bei Erwachsenen mit hohem Risiko für ein erstes Ereignis, zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren [2]. Die cholesterinbewusste Ernährung wird während der Behandlung fortgeführt [1].

Wie wirkt Atorvastatin?

Atorvastatin hemmt in der Leber das Enzym HMG-CoA-Reduktase. Dieses Enzym steuert einen geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der Cholesterinbildung im Körper. Wird es gehemmt, stellt die Leber weniger Cholesterin her und bildet mehr Andockstellen (LDL-Rezeptoren), über die sie LDL-Cholesterin schneller aus dem Blut aufnimmt und abbaut [2].

Bei primärer Hypercholesterinämie und gemischter Hyperlipidämie zeigt sich der Behandlungserfolg laut Fachinformation innerhalb von 2 Wochen; die größte Wirkung ist in der Regel nach 4 Wochen erreicht und bleibt bei Dauerbehandlung erhalten [2]. Atorvastatin selbst hat im Blut eine Halbwertszeit von etwa 14 Stunden; weil auch seine Abbauprodukte wirken, beträgt die Halbwertszeit der Hemmwirkung auf das Enzym etwa 20 bis 30 Stunden [2]. Atorvastatin wird über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut; starke Hemmstoffe dieses Enzyms können die Menge an Atorvastatin im Blut erhöhen [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Mehrere Nebenwirkungen betreffen Muskeln und Gelenke: Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen sind häufig, Muskelschwäche gelegentlich, ein krankhafter Muskelschwund (Rhabdomyolyse) selten [1, 2]. In Studien hatten 2,5 Prozent der Behandelten einen Anstieg des Muskelenzyms Kreatinkinase auf mehr als das Dreifache des oberen Normwertes, 0,4 Prozent auf mehr als das Zehnfache [2]. Häufig steigt außerdem der Blutzucker, und Blutwerte können auf eine gestörte Leberfunktion hinweisen [1, 2]. Erhöhungen bestimmter Leberwerte (Transaminasen) auf mehr als das Dreifache des oberen Normwertes traten laut Fachinformation bei 0,8 Prozent der Behandelten auf; sie waren dosisabhängig und bildeten sich bei allen zurück [2].

Bei einigen Statinen wurden Nebenwirkungen berichtet, deren Häufigkeit die Packungsbeilage nicht nennt: Störungen der Sexualfunktion, Depressionen, Atemprobleme mit anhaltendem Husten, Kurzatmigkeit oder Fieber sowie die Entwicklung eines Diabetes. Sie stehen deshalb nicht in der Liste, sondern bei den Vorsichtshinweisen [1, 2].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • HautSchwere allergische Reaktion mit Schwellungen von Gesicht, Zunge und Hals, die zu schweren Atemproblemen führen können (angioneurotisches Ödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische ReaktionenAtemnot
  • HautSchwere Hauterkrankungen mit Ablösung und Schwellung der Haut, Blasen auf der Haut, im Mund, im Genitalbereich und um die Augen und Fieber; fleckiger, roter Ausschlag vor allem an Handflächen und Fußsohlen, eventuell mit Blasen (bullöses Exanthem, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • Muskeln, Knochen und GelenkeKrankhafter Muskelschwund (Rhabdomyolyse) mit Muskelschwäche, Empfindlichkeit, Schmerzen oder Riss in der Muskulatur oder rotbrauner Verfärbung des Urins, besonders mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur; er ist nicht immer rückbildungsfähig, kann nach dem Absetzen fortbestehen, lebensbedrohlich sein und zu Nierenproblemen führen. Laut Fachinformation selten auch Muskelerkrankung (Myopathie) und Muskelentzündung (Myositis)[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwächeUrinverfärbungNierenfunktionsstörungen
  • AugenSehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Blut und LymphsystemUngewöhnliche Blutungen oder Blutergüsse; laut Fachinformation verminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombopenie)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenVeränderungen des Blutbilds
  • Leber und GalleGelbfärbung der Haut oder des Augenweißes durch Gallestau (Cholestase)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Muskeln, Knochen und GelenkeVerletzungen an den Sehnen (Tendopathie, manchmal mit Sehnenriss)[1, 2]Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss
  • HautHautausschlag oder Wunden im Mund (lichenoide Arzneimittelreaktion)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • Gefäße und KreislaufViolette Hautveränderungen als Zeichen einer Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis)[1, 2]
  • NervensystemErkrankung der Nerven in Armen und Beinen (periphere Neuropathie)[2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Muskeln, Knochen und GelenkeAnhaltende Muskelschwäche; laut Fachinformation immunvermittelte nekrotisierende Myopathie[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
  • NervensystemMyasthenia gravis: allgemeine Muskelschwäche, in einigen Fällen auch der Atemmuskulatur[1, 2]Mehr dazu: MuskelschwächeAtemnot
  • AugenOkuläre Myasthenie: Muskelschwäche der Augen[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Ein krankhafter Muskelschwund bildet sich nicht immer zurück, kann auch nach dem Absetzen von Atorvastatin fortbestehen, lebensbedrohlich sein und zu Nierenproblemen führen [1]. Laut Fachinformation muss die Behandlung abgebrochen werden, wenn eine Rhabdomyolyse vermutet oder festgestellt wird [2]. Hinweise zu allergischen Reaktionen finden Sie unter Arzneimittelallergie, Notrufnummern unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Mitte fünfzig sitzt nach einem Spaziergang auf einer Parkbank und reibt sich die Wade
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Muskelbeschwerden: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn bei Ihnen anhaltende Muskelschwäche auftritt; möglicherweise sind weitere Untersuchungen nötig [1]. Laut Fachinformation sollen Behandelte Schmerzen, Krämpfe oder Schwäche der Muskeln umgehend melden, besonders zusammen mit Unwohlsein oder Fieber; dann sollte das Muskelenzym Kreatinkinase im Blut gemessen werden [2]. Ein höheres Risiko für Muskelnebenwirkungen besteht unter anderem bei Nierenproblemen, Schilddrüsenunterfunktion, regelmäßigem größerem Alkoholkonsum, einem Alter über 70 Jahren und bei bestimmten Begleitmedikamenten [1, 2].

Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen und Durchfall sind häufig [1, 2]. Die Packungsbeilage nennt dafür keine eigenen Maßnahmen; Atorvastatin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden [1]. Halten die Beschwerden an, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Blutzucker: Haben Sie Diabetes, überwachen Sie Ihren Blutzucker weiterhin genau, denn er kann steigen oder gelegentlich auch sinken [1]. Bei erhöhtem Risiko für Diabetes (laut Packungsbeilage bei erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten, Übergewicht und hohem Blutdruck) überwacht Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt während der Behandlung engmaschig [1].

Grapefruit und Alkohol: Trinken Sie nie mehr als ein oder zwei kleine Gläser Grapefruitsaft am Tag, weil große Mengen die Wirkungen von Atorvastatin verstärken können, und vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum [1]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente und Grapefruit und Medikamente und Alkohol.

Wechselwirkungen

Manche Arzneimittel können die Wirkung von Atorvastatin verändern oder umgekehrt. Dadurch kann die Wirksamkeit eines oder beider Mittel nachlassen, oder das Risiko oder die Schwere von Nebenwirkungen steigt, einschließlich eines krankhaften Muskelschwunds [1]. Müssen Sie das Antibiotikum Fusidinsäure einnehmen oder als Spritze bekommen, wird Atorvastatin vorübergehend abgesetzt; die Ärztin oder der Arzt sagt Ihnen, ab wann Sie es wieder einnehmen können [1, 2].

Weitere Beispiele sind Ciclosporin, Antibiotika wie Erythromycin und Clarithromycin, Pilzmittel wie Itraconazol, HIV- und Hepatitis-C-Mittel, Fibrate wie Gemfibrozil und andere Cholesterinsenker wie Ezetimib [1, 2]. Auch Calciumantagonisten wie Amlodipin, die Herzmittel Digoxin, Verapamil und Amiodaron, die Antibabypille, Colchicin und rezeptfreies Johanniskraut sind in der Packungsbeilage genannt [1]. Allgemeines dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Atorvastatin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Fusidinsäure (Antibiotikum zum Einnehmen oder als Spritze)Kann zu schwerwiegenden Muskelproblemen (Rhabdomyolyse) führen[1, 2]Atorvastatin vorübergehend absetzen; frühestens 7 Tage nach der letzten Dosis Fusidinsäure wieder einnehmen, die Ärztin oder der Arzt sagt, ab wann
Ciclosporin und andere Mittel, die das Abwehrsystem beeinflussenHöheres Risiko für Nebenwirkungen an den Muskeln (Rhabdomyolyse)[1, 2]Ärztlich besprechen
Antibiotika und Pilzmittel wie Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin, Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Fluconazol, Posaconazol, RifampicinWirkung eines oder beider Mittel kann sich ändern; mehrere dieser Mittel erhöhen den Atorvastatinspiegel und das Risiko für Muskelschäden[1, 2]Ärztlich besprechen; laut Fachinformation niedrigere Höchstdosis von Atorvastatin
Andere Blutfettsenker wie Gemfibrozil und andere Fibrate, Colestipol, EzetimibHöheres Risiko für Muskelerkrankungen (Fibrate, Ezetimib)[1, 2]Ärztlich besprechen
Calciumantagonisten wie Amlodipin oder Diltiazem; Herzmittel wie Digoxin, Verapamil, AmiodaronWirkung oder Nebenwirkungen können sich verändern[1, 2]Ärztlich besprechen
Letermovir (gegen Cytomegalievirus), HIV-Mittel (z. B. Efavirenz, Ritonavir, Lopinavir, Atazanavir, Indinavir, Darunavir, Tipranavir/Ritonavir), Hepatitis-C-Mittel (z. B. Telaprevir, Boceprevir, Elbasvir/Grazoprevir, Ledipasvir/Sofosbuvir)Höheres Risiko für Muskelschäden; bei einigen dieser Mittel steigt der Atorvastatinspiegel[1, 2]Ärztlich besprechen; mit Elbasvir/Grazoprevir oder Letermovir sieht die Fachinformation eine begrenzte Atorvastatin-Dosis vor
Daptomycin (Antibiotikum)Höheres Risiko für Muskelerkrankungen und Rhabdomyolyse[1, 2]Laut Fachinformation vorübergehendes Absetzen von Atorvastatin erwägen; sonst engmaschige Kontrollen
Warfarin, Antibabypille, Stiripentol, Cimetidin, Phenazon, Colchicin, aluminium- oder magnesiumhaltige Mittel gegen Magenverstimmung (Antazida)Bekannte Wechselwirkungen mit Atorvastatin[1]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Johanniskraut (rezeptfrei)Bekannte Wechselwirkung mit Atorvastatin[1]Vorher Rücksprache halten
GrapefruitsaftGroße Mengen können die Wirkungen von Atorvastatin verstärken[1]Nie mehr als ein oder zwei kleine Gläser Grapefruitsaft am Tag trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Atorvastatin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Atorvastatin darf unter anderem bei einer Lebererkrankung, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne zuverlässige Verhütung und bei einer Hepatitis-C-Behandlung mit Glecaprevir/Pibrentasvir nicht eingenommen werden [1, 2]. Hatten Sie früher einen Schlaganfall mit Einblutung ins Gehirn, oder leiden Sie an Myasthenie oder schweren Atemproblemen, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bei Kindern unter 10 Jahren darf Atorvastatin laut Fachinformation nicht angewendet werden [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Atorvastatin, ähnliche blutfettsenkende Arzneimittel oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Lebererkrankung, laut Packungsbeilage auch in der Vorgeschichte; ungeklärte Veränderungen der Leberwerte[1, 2]
  • Schwangerschaft, Kinderwunsch und Stillzeit[1, 2]
  • Frauen im gebärfähigen Alter ohne zuverlässige Empfängnisverhütung[1, 2]
  • Behandlung einer Hepatitis C mit Glecaprevir/Pibrentasvir[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Früherer Schlaganfall mit Hirnblutung oder kleine Flüssigkeitseinschlüsse im Gehirn von früheren Schlaganfällen[1, 2]
  • Nierenprobleme, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)[1, 2]
  • Wiederholte oder unklare Muskelbeschwerden, Muskelerkrankungen bei Ihnen oder nahen Verwandten, frühere Muskelprobleme unter Statinen oder Fibraten[1, 2]
  • Myasthenie oder okuläre Myasthenie, auch früher: Statine können sie verschlimmern oder auslösen[1, 2]
  • Regelmäßig größere Mengen Alkohol oder Lebererkrankungen in der Vorgeschichte[1, 2]
  • Alter über 70 Jahre; schwerwiegende Atemprobleme[1]
  • Erhöhtes Diabetes-Risiko (erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte, Übergewicht, hoher Blutdruck): engmaschige ärztliche Überwachung[1, 2]
  • Leberwerte werden laut Fachinformation vor Behandlungsbeginn und danach regelmäßig kontrolliert[2]
  • Bei einigen Statinen beschrieben, ohne Häufigkeitsangabe: Störungen der Sexualfunktion, Depressionen, Atemprobleme mit anhaltendem Husten und/oder Kurzatmigkeit oder Fieber (interstitielle Lungenerkrankung) sowie Diabetes[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Normalerweise beeinflusst Atorvastatin die Verkehrstüchtigkeit nicht [1]. In der Schwangerschaft, bei Kinderwunsch und in der Stillzeit dürfen Sie es nicht einnehmen; allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3].

Schwangerschaft

Sie dürfen Atorvastatin nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten. Frauen im gebärfähigen Alter dürfen es nur mit zuverlässiger Empfängnisverhütung einnehmen. Die Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht nachgewiesen.[1, 2]

Embryotox beschreibt einen hohen Erfahrungsumfang (etwa 1.000 Schwangerschaften mit Atorvastatin): Die Studien sprechen insgesamt gegen ein substanziell erhöhtes Fehlbildungsrisiko; ein ursächlicher Zusammenhang einzelner Auffälligkeiten ist nicht gesichert. Laut Embryotox sollte eine Atorvastatin-Behandlung in der Schwangerschaft pausiert werden; nach Einnahme im ersten Drittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

In der Stillzeit dürfen Sie Atorvastatin nicht einnehmen.[1, 2]

Laut Embryotox liegen keine Daten zum Übergang in die Muttermilch vor; vor allem Neugeborene und Frühgeborene sollten unter einer Statinbehandlung nicht gestillt werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum. Wer regelmäßig größere Mengen Alkohol trinkt, sollte das vor der Behandlung mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Normalerweise beeinflusst Atorvastatin die Verkehrstüchtigkeit nicht. Ist Ihre Fähigkeit dennoch beeinträchtigt, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen.[1]

Einnahme

Unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, zu jeder Tageszeit und unabhängig von den Mahlzeiten, möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit. Die cholesterinbewusste Ernährung wird während der Behandlung beibehalten.[1]

Einnahme vergessen: die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt nehmen, nicht die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Wenn Sie die Einnahme beenden möchten, fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt, die Apotheke oder das medizinische Fachpersonal. Die Dauer der Behandlung bestimmt die Ärztin oder der Arzt.[1]

Überdosierung

Haben Sie versehentlich mehr als Ihre übliche Tagesdosis eingenommen, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus um Rat. Laut Fachinformation gibt es keine spezielle Behandlung; Leberwerte und CK werden kontrolliert.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt eine Anfangsdosis, beschreibt, in welchen Abständen die Ärztin oder der Arzt die Dosis anpasst, und gibt eine Höchstdosis an; die Fachinformation ergänzt Angaben bei bestimmten Begleitmedikamenten [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein. Die Einnahme kann zu jeder Tageszeit und unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen; versuchen Sie aber, die Tablette jeden Tag zur gleichen Zeit zu nehmen. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt, nicht die doppelte Menge [1].

Die Dauer der Behandlung bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Wenn Sie die Einnahme abbrechen wollen, fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal [1]. Bei Muskelbeschwerden sollte laut Fachinformation das Muskelenzym Kreatinkinase im Blut gemessen werden; ist der Wert auf mehr als das 5-Fache des oberen Normwertes erhöht, sollte die Behandlung abgebrochen werden [2]. Wann die Behandlung sonst beendet oder pausiert wird, steht unter Atorvastatin absetzen. Haben Sie versehentlich mehr als Ihre übliche Tagesdosis eingenommen, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus um Rat [1].

Präparate mit Atorvastatin

Atorvastatin gibt es von vielen Herstellern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken, teils auch als Kautabletten. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Atorvastatin-ratiopharm [1, 2]. Für Kombinationspräparate, zum Beispiel mit Ezetimib, gelten eigene Packungsbeilagen. Weitere Statine sind etwa Simvastatin und Rosuvastatin.

Präparate mit Atorvastatin
PräparatAnbieterHinweis
Atorvastatin-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 10, 20, 40 und 80 mg; Grundlage dieser Seite
Atorvastatin AristoAristo Pharma GmbHverschreibungspflichtig
Atorvastatin HexalHEXAL AGverschreibungspflichtig
Atorvastatin-1A Pharma1A Pharma GmbHverschreibungspflichtig
SortisViatris Healthcare GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten und Kautabletten

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atorvastatin-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Atorvastatin-ratiopharm 10 mg / 20 mg / 40 mg / 80 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Atorvastatin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür nimmt man Atorvastatin?

Atorvastatin senkt erhöhte Blutfette wie Cholesterin und Triglyzeride, wenn Ernährung und Lebensstil allein nicht ausreichen. Bei hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird es auch zur Verringerung dieses Risikos eingesetzt, selbst bei normalen Cholesterinwerten.

Sind Muskelschmerzen bei Atorvastatin normal?

Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen sind häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Selten kann es zu einem krankhaften Muskelschwund (Rhabdomyolyse) kommen. Bemerken Sie Muskelschwäche, -schmerzen oder rotbraunen Urin, besonders mit Unwohlsein oder Fieber, brechen Sie die Einnahme ab und holen Sie umgehend ärztliche Hilfe.

Macht Atorvastatin dick?

Gewichtszunahme ist eine gelegentliche Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten. Außerdem kann Atorvastatin häufig den Blutzucker erhöhen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie ungewollt zunehmen.

Nimmt man Atorvastatin morgens oder abends?

Die Einnahme ist zu jeder Tageszeit und unabhängig von den Mahlzeiten möglich. Versuchen Sie, die Tablette jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen, unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit.

Darf ich zu Atorvastatin Grapefruitsaft trinken?

Trinken Sie nie mehr als ein oder zwei kleine Gläser Grapefruitsaft am Tag, weil große Mengen die Wirkungen von Atorvastatin verstärken können.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Atorvastatin nehme?

Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum. Wer regelmäßig größere Mengen Alkohol trinkt, sollte das vor der Behandlung mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, weil dann unter anderem das Risiko für Nebenwirkungen an der Muskulatur genauer abgeschätzt wird.

Schadet Atorvastatin der Leber?

Häufig zeigen Blutuntersuchungen Werte, die auf eine gestörte Leberfunktion hinweisen können; gelegentlich kommt es zu einer Leberentzündung, sehr selten zu Leberversagen. Bei einer Lebererkrankung dürfen Sie Atorvastatin nicht einnehmen. Laut Fachinformation werden die Leberwerte vor Beginn und danach regelmäßig kontrolliert.

Darf ich Atorvastatin in der Schwangerschaft nehmen?

Nein. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kinderwunsch dürfen Sie Atorvastatin nicht einnehmen; Frauen im gebärfähigen Alter nur mit zuverlässiger Empfängnisverhütung.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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