NebenwirkungenNebenwirkung
Blähungen durch Medikamente
Blähungen sind laut Produktinformation unter anderem beim Abnehmmittel Orlistat und beim Schmerzmittel Naproxen sehr häufig. Häufig sind sie etwa bei Lactulose, bei GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid und Tirzepatid, bei Sitagliptin zusammen mit Metformin oder Pioglitazon, bei Omeprazol und beim Antibiotikum Doxycyclin. Bei Lactulose können sie laut Packungsbeilage zu Beginn der Behandlung auftreten und verschwinden in der Regel nach einigen Tagen; bei Orlistat hängen sie mit dem Fettgehalt der Nahrung zusammen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Manche Medikamente verursachen Blähungen, also vermehrte Darmgase, die als Winde abgehen (Flatulenz), oder einen aufgeblähten Bauch mit Völlegefühl. Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) sind Blähungen laut Produktinformation zum Beispiel beim Abnehmmittel Orlistat und beim Schmerzmittel Naproxen; häufig (bei bis zu 1 von 10) unter anderem bei Lactulose, bei GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid und Tirzepatid und bei Omeprazol [1, 2, 6, 7, 9, 11]. In Packungsbeilagen und Fachinformationen heißen die Beschwerden etwa "Blähungen (Flatulenz)", "Blähbauch", "aufgeblähter Bauch" oder "Meteorismus" [1, 4, 6, 10]. Bei einigen Mitteln lässt sich erklären, woher die Gase kommen; bei anderen nennt die Produktinformation nur die Nebenwirkung.
Welche Medikamente Blähungen auslösen können
Die Beispiele stammen aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe; jede Häufigkeit gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht.
- Orlistat (Mittel zur Gewichtsreduktion): Für Orlistat nennt die Packungsbeilage Blähungen (Flatulenz) mit und ohne öligen Austritt, plötzlichen Stuhldrang, fettigen oder öligen Stuhl und weichen Stuhl als sehr häufig [1]. Die Fachinformation führt außerdem Flatulenz mit Stuhlabgang, Abgang öligen Sekrets und ölige Flecken als sehr häufig auf [1].
- Abführmittel: Bei Lactulose sind Blähungen laut Packungsbeilage häufig; sie können zu Beginn der Behandlung auftreten und verschwinden in der Regel nach einigen Tagen [2]. Für Macrogol nennt die Packungsbeilage Blähbauch und Blähungen, ohne dass die Häufigkeit bekannt ist [4].
- GLP-1-Rezeptoragonisten (Mittel gegen Typ-2-Diabetes, Tirzepatid auch zur Gewichtsregulierung): Für Semaglutid nennt die Packungsbeilage einen aufgeblähten Bauch und Blähungen (Flatulenz) als häufig [6], für Tirzepatid einen geblähten Bauch und Blähungen (Flatulenz) ebenfalls als häufig [7].
- Diabetesmittel: Wird Sitagliptin zusätzlich zu Metformin eingenommen, sind Übelkeit, Blähungen und Erbrechen laut Packungsbeilage häufig; zusammen mit Pioglitazon ebenfalls Blähungen [8]. Laut Fachinformation wurde Flatulenz in Studien mit diesen Kombinationen häufiger beobachtet als mit Sitagliptin allein [8].
- Magenschutzmittel: Für Omeprazol nennt die Packungsbeilage Auswirkungen auf Magen oder Darm wie Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung und Blähungen (Flatulenz) als häufig [9].
- Antibiotika: Die Fachinformation von Doxycyclin nennt Übelkeit, Erbrechen, Blähungen (Meteorismus) und Fettstühle (Steatorrhoe) als häufig [10].
- NSAR (entzündungshemmende Schmerzmittel): Bei Naproxen gehören Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [11].
- Lipidsenker: Für Atorvastatin nennt die Packungsbeilage Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen und Durchfall als häufig [16]. Bei Ezetimib sind Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen laut Packungsbeilage ebenfalls häufig [17].
- Osteoporosemittel: Für Alendronsäure nennt die Packungsbeilage unter anderem Bauchschmerzen, Magenbeschwerden, Verstopfung, Völlegefühl oder einen aufgetriebenen Bauch, Durchfall und Blähungen als häufig [18].
- Weitere Mittel: Für das Pilzmittel Terbinafin nennt die Packungsbeilage Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, Verdauungsstörungen und Blähungen als sehr häufig [12]. Für den Lipidsenker Colestyramin nennt die Packungsbeilage unter anderem Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen und Aufstoßen; ihre Häufigkeit ist nicht bekannt [5].
Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Blähungen nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Naproxen | Sehr häufig | Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall |
| Orlistat | Sehr häufig | Blähungen (Flatulenz) mit und ohne öligen Austritt; laut Fachinformation auch Flatulenz mit Stuhlabgang, Abgang öligen Sekrets und ölige Flecken |
| Piroxicam | Sehr häufig | Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut (Anämie) verursachen… |
| Terbinafin | Sehr häufig | Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, verminderter Appetit oder Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Blähungen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall |
| Adalimumab | Häufig | Verdauungsstörungen (Magenverstimmung, Blähungen, Sodbrennen), saures Aufstoßen |
| Alendronsäure | Häufig | Bauchschmerzen, Magenbeschwerden oder Aufstoßen nach dem Essen (Dyspepsie, saures Aufstoßen), Verstopfung, Völlegefühl oder aufgetriebener Bauch, Durchfall, Blähungen |
| Atomoxetin | Häufig | Bei Erwachsenen: Verstopfung, Bauchschmerzen, Verdauungsstörung, Blähungen und Erbrechen |
| Atorvastatin | Häufig | Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall |
| Cefaclor | Häufig | Störungen des Magen-Darm-Trakts: Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder weiche Stühle, Erbrechen, Magendrücken, Übelkeit; diese Störungen sind meist leichter Natur und klingen häufig während, sonst… |
| Cefpodoxim | Häufig | Störungen in Form von Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen oder Durchfall |
| Celecoxib | Häufig | Übelkeit, Magenschmerzen, Durchfall, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen |
| Citalopram | Häufig | Magenbeschwerden wie Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie) und Blähungen |
| Diclofenac | Häufig | Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen (Flatulenz) und Bauchkrämpfe |
| Dienogest | Häufig | Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, aufgeblähter Bauch, Erbrechen |
| Doxycyclin | Häufig | Übelkeit, Erbrechen, Blähungen (Meteorismus), Fettstühle (Steatorrhoe) |
| Dulaglutid | Häufig | Blähungen und geblähter Bauch |
| Duloxetin | Häufig | Sodbrennen oder Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen |
| Erythromycin | Häufig | Magen-Darm-Störungen, meist leichter Natur, in Form von Appetitlosigkeit (Anorexie), Brechreiz, Erbrechen, Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Krämpfen, weichen Stühlen oder Durchfall |
| Esomeprazol | Häufig | Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Blähungen (Flatulenz) |
| Etoricoxib | Häufig | Verstopfung, Blähungen (Winde), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Sodbrennen, Durchfall, Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie) und Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Entzündung der Speiseröhre, Geschwüre der… |
| Ezetimib | Häufig | Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen |
| Gabapentin | Häufig | Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Verstopfung, trockener Mund oder Hals, Blähungen |
| Hydroxychloroquin | Häufig | Blähungen, Durchfall mit Gewichtsverlust, Erbrechen; diese Beschwerden verschwinden gewöhnlich gleich nach einer Verringerung der Dosis oder nach dem Absetzen |
| Ibuprofen | Häufig | Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung |
| Lacosamid | Häufig | Erbrechen, trockener Mund, Verstopfung, Verdauungsstörungen, übermäßige Gase im Magen oder Darm, Durchfall |
| Lactulose | Häufig | Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen |
| Liraglutid | Häufig | Magen-Darm-Beschwerden wie Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Magenschmerzen, Oberbauchbeschwerden, Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen (Flatulenz), Aufstoßen und Mundtrockenheit |
| Loperamid | Häufig | Verstopfung (Obstipation), Übelkeit, Blähungen (Flatulenz) · Aufgetriebener, aufgeblähter Bauch |
| Medroxyprogesteron | Häufig | Blähungen, Übelkeit |
| Mycophenolsäure | Häufig | Bauch- oder Magenschmerzen, Entzündung der Magenschleimhaut, Gasansammlung im Bauch, Verstopfung, Verdauungsstörung, Blähungen (Flatulenz), weiche Stühle, Übelkeit (Nausea) und Erbrechen |
| Nitrendipin | Häufig | Blähungen · Magen-Darm-Störungen wie Magenschmerzen, Durchfall, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Oberbauchbeschwerden (Dyspepsie), Verstopfung und Schleimhautentzündung von Magen und Dünndarm… |
| Omeprazol | Häufig | Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung und Blähungen (Flatulenz) |
| Pankreatin | Häufig | Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Völlegefühl oder Blähungen und Durchfall |
| Pregabalin | Häufig | Mundtrockenheit, Verstopfung, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit, aufgeblähter Bauch |
| Risedronsäure | Häufig | Verdauungsstörungen, Übelkeit, Magenschmerzen, Magenkrämpfe oder Magenverstimmung, Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall |
| Semaglutid | Häufig | Aufgeblähter Bauch (abdominelles Spannungsgefühl) · Blähungen (Flatulenz) |
| Sertralin | Häufig | Magenverstimmung (Dyspepsie), Verstopfung, Bauchschmerzen, Erbrechen, Blähungen |
| Sitagliptin | Häufig | Bei Einnahme zusammen mit Metformin: Übelkeit, Blähungen und Erbrechen · Bei Einnahme zusammen mit Pioglitazon: Blähungen |
| Solifenacin | Häufig | Verstopfung, Übelkeit, Verdauungsstörungen mit Beschwerden wie Völlegefühl, Bauchschmerzen, Aufstoßen, Übelkeit und Sodbrennen (Dyspepsie), Magenbeschwerden |
| Tacrolimus | Häufig | Entzündungen oder Geschwüre mit Bauchschmerzen oder Durchfall, Magenblutungen, Entzündungen oder Geschwüre im Mund, Flüssigkeitsansammlung im Bauch, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Verstopfung,… |
| Tianeptin | Häufig | Darmträgheit, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Durchfall (Diarrhö), Blähungen, Sodbrennen |
| Tirzepatid | Häufig | Geblähter Bauch · Blähungen (Flatulenz) |
| Vedolizumab | Häufig | Magenblähungen (aufgetriebener Bauch) und Blähungen |
| Amiodaron | Gelegentlich | Bauchschmerzen, Völlegefühl, Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit (Anorexie) |
| Azithromycin | Gelegentlich | Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörung (Dyspepsie), Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Schluckbeschwerden, geschwollener Bauch, trockener Mund, Aufstoßen, wunde Stellen im Mund, vermehrter Speichel |
| Brinzolamid | Gelegentlich | Durchfall, häufige Darmentleerung, Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden |
| Ciprofloxacin | Gelegentlich | Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen wie Magenverstimmung (Völlegefühl, Sodbrennen) oder Blähungen |
| Clarithromycin | Gelegentlich | Verstopfung, Mundtrockenheit, Aufstoßen, Blähungen sowie Völlegefühl und Rumpelgeräusch im Magen |
| Clopidogrel | Gelegentlich | Erbrechen, Übelkeit, Verstopfung, starke Blähungen |
| Dienogest/Ethinylestradiol | Gelegentlich | Bauchschmerzen (einschließlich Blähungen), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall |
| Doxazosin | Gelegentlich | Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Erbrechen, Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis) |
| Eplerenon | Gelegentlich | Blähungen (Flatulenz) |
| Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring) | Gelegentlich | Aufgeblähter Bauch, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung |
| Famotidin | Gelegentlich | Bildung überschüssiger Darmgase (Flatulenz) |
| Febuxostat | Gelegentlich | Mundtrockenheit, Bauchschmerzen, Schmerzen im Oberbauch, Blähungen, aufgetriebener Bauch, Sodbrennen (Reflux), Verdauungsstörungen, Verstopfung, häufigerer Stuhlgang, Erbrechen, Magenbeschwerden |
| Flecainid | Gelegentlich | Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Verdauungsbeschwerden mit Oberbauchschmerzen und Völlegefühl (Dyspepsie) und Blähungen |
| Fluconazol | Gelegentlich | Verstopfung, Verdauungsprobleme (Dyspepsie), Blähungen, Mundtrockenheit |
| Ibandronsäure | Gelegentlich | Bei der Tablette: Blähungen |
| Itraconazol | Gelegentlich | Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen |
| Leuprorelin | Gelegentlich | Bei Frauen (Enantone-Gyn): Durchfall, Verstopfung, Bauchbeschwerden, Blähungen |
| Levodopa/Carbidopa | Gelegentlich | Bauchschmerzen, Schluckbeschwerden, Blähungen, übermäßiger Speichelfluss |
| Levofloxacin | Gelegentlich | Magenverstimmung oder Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Schmerzen in der Magengegend, Blähungen oder Verstopfung |
| Mebendazol | Gelegentlich | Bauchbeschwerden, Durchfall, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen |
| Mesalazin | Gelegentlich | Bauchschmerzen, Durchfall, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen, Übelkeit und Erbrechen |
| Moxifloxacin | Gelegentlich | Magenbeschwerden (Magenverstimmung, Sodbrennen), Verstopfung, Blähungen, Magenschleimhautentzündung (Gastritis) |
| Nebivolol | Gelegentlich | Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen, Erbrechen |
| Nifedipin | Gelegentlich | Schmerzen im Magen-Darm-Bereich und Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen, Mundtrockenheit · Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Aufstoßen |
| Olanzapin | Gelegentlich | Geblähter Bauch |
| Oxycodon | Gelegentlich | Schluckbeschwerden, Blähungen und Aufstoßen |
| Paliperidon | Gelegentlich | Bauchbeschwerden, Magen- oder Darminfektion, Schluckbeschwerden, Mundtrockenheit, übermäßige Blähungen |
| Pantoprazol | Gelegentlich | Blähungen und Entweichen von Darmgasen, Völlegefühl |
| Pravastatin | Gelegentlich | Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen oder Magenbeschwerden, Durchfall, Verstopfung und Blähungen |
| Ranolazin | Gelegentlich | Bauchschmerzen und Magenbeschwerden, Verdauungsstörung (Dyspepsie), Mundtrockenheit, Abgehen von Darmwinden (Flatulenz) |
| Risperidon | Gelegentlich | Magen-Darm-Infektion, Stuhlinkontinenz, sehr harter Stuhl, Schluckbeschwerden, übermäßige Blähungen |
| Sulfasalazin | Gelegentlich | Blähungen |
| Telmisartan | Gelegentlich | Bauchschmerzen, Durchfall, Beschwerden im Bauchbereich (Verdauungsstörungen), Blähungen, Erbrechen |
| Testosteron | Gelegentlich | Schmerzen im Mund, Blähbauch |
| Topiramat | Gelegentlich | Übermäßiges Abgehen von Darmgasen, Sodbrennen, Völlegefühl oder Blähungen |
| Tramadol | Gelegentlich | Brechreiz (Würgen), Magenbeschwerden wie Magendruck oder Völlegefühl, Durchfall |
| Trospiumchlorid | Gelegentlich | Durchfall (Diarrhö), Blähungen (Flatulenz) |
| Estradiol | Selten | Blähungen, Erbrechen |
| Melatonin | Selten | Abgehende Winde, auffällige Darmgeräusche |
| Simvastatin | Selten | Verdauungsbeschwerden: Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen |
| Amlodipin | Sehr selten | Aufgeblähter Bauch (Gastritis) |
| Glimepirid | Sehr selten | Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Völlegefühl oder Blähungen und Bauchschmerzen; laut Fachinformation führen sie selten zu einem Abbruch der Behandlung |
| Betahistin | Nicht bekannt | Milde Magen-Darm-Beschwerden, zum Beispiel Erbrechen, Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, Völlegefühl oder Blähungen, und Durchfall; sie lassen sich in der Regel durch die Einnahme mit dem Essen oder nach der Mahlzeit… |
| Colestyramin | Nicht bekannt | Völlegefühl, Blähungen, Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verdauungsstörungen |
| Macrogol | Nicht bekannt | Blähbauch (abdominelle Aufblähung) und Blähungen (Flatulenz) |
| Natriumhydrogencarbonat | Nicht bekannt | Beschwerden im Magen-Darm-Trakt wie Blähungen und Bauchschmerzen |
| Saccharomyces boulardii | Nicht bekannt | Blähungen und Verstopfung |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (90 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Blähungen als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (6 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Acetylsalicylsäure/Paracetamol/Coffein | Bildung zwerchfellartiger Verengungen im Darm, die zu einem aufgeblähten Bauch, Bauchbeschwerden und/oder Blut im Stuhl führen können | Nicht bekannt |
| Celecoxib | In Langzeitstudien außerhalb von Gelenkerkrankungen (Einnahme bis zu 3 Jahre) zusätzlich beobachtet: Reizdarmsyndrom mit Bauchschmerzen, Durchfall, Verdauungsstörungen und Blähungen | Häufig |
| Dulaglutid | Darmverschluss ohne mechanisches Hindernis (nicht mechanische intestinale Obstruktion), eine schwere Form von Verstopfung mit zusätzlichen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Erbrechen | Nicht bekannt |
| Nivolumab | Dünndarm- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür; Mangel an Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse (exokrine Pankreasinsuffizienz); Zöliakie mit Magenschmerzen, Durchfall und Blähungen nach glutenhaltigen Nahrungsmitteln | Selten |
| Pembrolizumab | Mangel an Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse (exokrine Pankreasinsuffizienz); Loch im Dünndarm (Dünndarmdurchbruch); Zöliakie mit Magenschmerzen, Durchfall und Blähungen nach glutenhaltigen Nahrungsmitteln | Selten |
| Semaglutid | Darmverschluss, eine schwere Form der Verstopfung mit weiteren Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Erbrechen | Nicht bekannt |
Woran Sie Blähungen durch ein Medikament erkennen
Ein Hinweis ist der zeitliche Zusammenhang mit dem Beginn der Einnahme. Bei Lactulose können Blähungen laut Packungsbeilage zu Beginn der Behandlung auftreten; sie verschwinden in der Regel nach einigen Tagen [2]. Bei Orlistat traten die Magen-Darm-Beschwerden in Studien laut Fachinformation in der Regel früh in der Behandlung auf, innerhalb der ersten 3 Monate, und bei den meisten Behandelten nur einmal; sie waren im Allgemeinen leicht und vorübergehend [1]. Laut Packungsbeilage treten sie in der Regel in den ersten Wochen auf, weil der Fettanteil der Ernährung dann vielleicht noch nicht konsequent reduziert ist [1]. Unter Semaglutid wurden Übelkeit, Durchfall und Erbrechen laut Fachinformation am häufigsten in den ersten Monaten berichtet [6]. Wurden Sitagliptin und Metformin gleichzeitig begonnen, kam es laut Packungsbeilage bei einigen Behandelten zu unterschiedlichen Arten von Magenbeschwerden; die Häufigkeit ist mit häufig angegeben [8].
Bei Orlistat ist auch der Zusammenhang mit dem Essen typisch: Die Begleiterscheinungen können laut Packungsbeilage ein Zeichen dafür sein, dass Sie mehr Fett gegessen haben, als Sie sollten [1]. Laut Fachinformation erhöht Orlistat frühestens 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme den Fettanteil im Stuhl; 48 bis 72 Stunden nach dem Ende der Behandlung erreicht er wieder normale Werte [1]. Bei Lactulose können bei höheren Dosen als angeordnet Bauchschmerzen und Durchfall hinzukommen [2]. Mehr dazu: Durchfall durch Medikamente und Magenbeschwerden.
Lesen Sie in der Packungsbeilage Ihres Präparats nach, ob dort Blähungen, Blähbauch oder Flatulenz aufgeführt sind und wie häufig; wie die Angaben gemeint sind, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen. Manche Präparate enthalten Milchzucker (Lactose) als Hilfsstoff. Die Packungsbeilage eines Ezetimib-Präparats etwa weist darauf hin und rät, das Mittel bei einer bekannten Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern erst nach Rücksprache mit dem Arzt einzunehmen [17]. Mehr dazu: Hilfsstoffe wie Laktose und Gluten.
Warum Medikamente Blähungen auslösen können
Unverdaute Nahrung im Darm. Orlistat hemmt laut Fachinformation die Enzyme im Magen und oberen Dünndarm, die Nahrungsfett spalten (Lipasen); das Fett kann dann nicht aufgenommen werden [1]. Etwa ein Viertel des Fetts aus der Nahrung wird laut Packungsbeilage nicht vom Körper aufgenommen, sondern mit dem Stuhl ausgeschieden [1]. Die Nebenwirkungen von Orlistat sind laut Fachinformation hauptsächlich Magen-Darm-Beschwerden, die mit dieser Wirkung zusammenhängen [1]. Orlistat kann laut Packungsbeilage nur wirken, wenn die Nahrung Fett enthält; enthält eine Mahlzeit kein Fett, wird keine Kapsel eingenommen [1].
Abbau durch Darmbakterien. Lactulose wird laut Fachinformation von den Enzymen der Dünndarmschleimhaut nicht gespalten. Im Dickdarm bauen Bakterien sie zu organischen Säuren, vor allem Milch- und Essigsäure, sowie zu Methan und Wasserstoff ab [3]. Ähnlich entstehen bei einer Laktoseintoleranz laut gesund.bund.de vermehrt Gase wie Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff, wenn Milchzucker im Dickdarm von Bakterien zersetzt wird; sie verursachen die typischen Beschwerden [13].
Ohne Erklärung in der Produktinformation. Bei vielen anderen Mitteln, etwa Semaglutid, Omeprazol oder Doxycyclin, nennen die Produktinformationen Blähungen als Nebenwirkung, ohne zu erklären, wie sie entstehen [6, 9, 10]. Bei Colestyramin können laut Packungsbeilage dosisabhängig eine schwere Verstopfung bis hin zu einem Darmverschluss oder Blähungen auftreten, wenn mehr eingenommen wurde als vorgesehen [5].
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Semaglutid kann laut Packungsbeilage der Blutzucker steigen, wenn Sie das Mittel absetzen [6]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.
Bei Orlistat auf das Fett in der Nahrung achten. Um die Begleiterscheinungen gering zu halten, soll laut Packungsbeilage während der Einnahme eine fettreduzierte Ernährung eingehalten werden [1]. Die Packungsbeilage nennt dafür Grundregeln: schon einige Tage, besser eine Woche vor der ersten Einnahme mit der fettreduzierten Ernährung beginnen, sich über den Fettgehalt der üblichen Speisen und die Portionsgrößen informieren und die empfohlene Fettmenge gleichmäßig auf die täglichen Mahlzeiten verteilen, statt sie für ein fettreiches Hauptgericht oder einen gehaltvollen Nachtisch aufzusparen [1]. Die meisten Menschen lernen laut Packungsbeilage mit der Zeit, die Begleiterscheinungen durch Anpassung ihrer Ernährung zu kontrollieren [1]. Laut Fachinformation senkt fettarme Nahrung die Wahrscheinlichkeit von Magen-Darm-Nebenwirkungen [1].
Bei Lactulose abwarten und Rücksprache halten. Leichte Bauchschmerzen und Blähungen zu Beginn der Behandlung verschwinden laut Packungsbeilage meistens von allein im weiteren Verlauf [2]. Treten bei höheren Dosen als angeordnet Bauchschmerzen und Durchfall auf, sollte die Dosierung laut Packungsbeilage verringert werden; besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke [2].
Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Wenn sich Nebenwirkungen von Orlistat verstärken oder Sie erheblich beeinträchtigen, sollen Sie laut Packungsbeilage Ihren Arzt oder Apotheker informieren [1]. Nennen Sie in der Praxis alle Mittel, die Sie einnehmen, auch rezeptfreie. Mehr dazu: Viele Medikamente gleichzeitig.
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [9]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Zeichen eines Darmverschlusses. Die Packungsbeilage von Semaglutid nennt unter den schwerwiegenden Nebenwirkungen einen Darmverschluss, eine schwere Form der Verstopfung mit zusätzlichen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Erbrechen; die Häufigkeit ist nicht bekannt [6]. Auch bei Colestyramin kann es laut Packungsbeilage nach einer zu großen Menge zu einer schweren Verstopfung bis hin zu einem Darmverschluss kommen; wenden Sie sich dann an Ihren Arzt [5]. Mehr dazu: Verstopfung durch Medikamente.
Schwerwiegende Nebenwirkungen unter Orlistat. Die Packungsbeilage nennt unter anderem Blutungen aus dem Enddarm (rektale Blutungen), eine Entzündung des Dickdarms (Divertikulitis) mit Schmerzen im Unterbauch, vor allem links, möglicherweise mit Fieber und Verstopfung, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit heftigen, manchmal in den Rücken ausstrahlenden Oberbauchschmerzen sowie starke Oberbauchschmerzen durch Gallensteine; ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Bei diesen Nebenwirkungen sollen Sie laut Packungsbeilage die Einnahme beenden und Ihren Arzt informieren [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung durch Medikamente.
Abgesehen von solchen in der Packungsbeilage genannten Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Akute Bauchschmerzen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Praxen geschlossen sind; akute und anhaltende stärkste Schmerzzustände, Bewusstlosigkeit und schwere Atemnot sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [15].
Andere Ursachen
Nicht alle Blähungen kommen vom Medikament. Einige andere Ursachen:
- Laktoseintoleranz: Wer Milchzucker (Laktose) nur in kleinen Mengen verträgt, bekommt laut gesund.bund.de nach Milch oder Milchprodukten zum Beispiel einen aufgeblähten Bauch, Völlegefühl, Unterbauchschmerzen, starke Blähungen oder Durchfall; die Beschwerden treten frühestens eine halbe Stunde nach dem Essen auf [13].
- Reizdarmsyndrom: Neben Bauchschmerzen, Verstopfung und Durchfall sind laut gesund.bund.de auch Blähungen und Völlegefühl mögliche Anzeichen. Von einem Reizdarmsyndrom sprechen Ärztinnen und Ärzte unter anderem dann, wenn Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Blähungen länger als 3 Monate dauern; beobachtet wurde, dass es häufiger bei Menschen auftritt, die schon einmal eine Darminfektion mit Fieber und heftigem Durchfall hatten oder Antibiotika eingenommen haben [14].
Mehr dazu: Blähungen und Reizdarm. Ob ein Medikament die Ursache ist, beurteilt die Ärztin oder der Arzt.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation alli (Orlistat), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage alli 60 mg Hartkapseln. Haleon Ireland Dungarvan Limited (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2024 (EMA, aktualisiert am 05.12.2024). abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lactulose-ratiopharm Sirup 66,7 g/100 ml. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Lactulose-ratiopharm Sirup. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Macrogol-ratiopharm Balance Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quantalan zuckerfrei 4 g, Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Colestyramin). CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH. Stand 02/2023. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Ozempic (Semaglutid), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Novo Nordisk A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026 (EMA, aktualisiert am 25.08.2026). abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Mounjaro (Tirzepatid), Anhang III B: Packungsbeilage. Eli Lilly Nederland B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026 (EMA, aktualisiert am 21.09.2026). abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Januvia (Sitagliptin), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Merck Sharp & Dohme B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025 (EMA, aktualisiert am 31.10.2025). abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Omeprazol-ratiopharm NT 20 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Doxy-M-ratiopharm 100 mg / 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Terbinafin-ratiopharm 250 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Laktoseintoleranz. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 23.02.2026. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Reizdarmsyndrom. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 28.08.2024. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atorvastatin-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ezetimib-ratiopharm 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Alendronsäure STADA 70 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente verursachen Blähungen?
Laut den Produktinformationen sind Blähungen zum Beispiel bei Orlistat und Naproxen sehr häufig, häufig unter anderem bei Lactulose, Semaglutid, Tirzepatid, Omeprazol, Doxycyclin und bei Sitagliptin in Kombination mit Metformin oder Pioglitazon. Bei Macrogol und Colestyramin nennen die Packungsbeilagen Blähungen mit nicht bekannter Häufigkeit. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation Blähungen nennt.
Warum bekomme ich von Lactulose Blähungen?
Lactulose wird im Dünndarm nicht gespalten. Im Dickdarm bauen Bakterien sie laut Fachinformation zu organischen Säuren sowie zu Methan und Wasserstoff ab. Zu Beginn der Behandlung können laut Packungsbeilage Blähungen auftreten, die in der Regel nach einigen Tagen verschwinden; bei höheren Dosen als angeordnet können Bauchschmerzen und Durchfall auftreten.
Warum verursacht Orlistat Blähungen und öligen Stuhl?
Orlistat hemmt die Enzyme, die im Magen-Darm-Trakt Nahrungsfett spalten (Lipasen). Dadurch wird etwa ein Viertel des Fetts aus der Nahrung nicht aufgenommen, sondern mit dem Stuhl ausgeschieden. Die häufigsten Nebenwirkungen hängen laut Packungsbeilage mit dieser Wirkweise zusammen und können ein Zeichen dafür sein, dass Sie mehr Fett gegessen haben, als Sie sollten; eine fettreduzierte Ernährung soll sie gering halten.
Machen Abnehmspritzen Blähungen?
Das ist möglich. Als "Abnehmspritzen" werden oft GLP-1-Rezeptoragonisten bezeichnet. Laut Produktinformation ist Tirzepatid (Mounjaro) bei Typ-2-Diabetes und zur Gewichtsregulierung zugelassen, Semaglutid als Ozempic nur zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Für Semaglutid nennt die Packungsbeilage einen aufgeblähten Bauch und Blähungen (Flatulenz) als häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten), für Tirzepatid ebenso einen geblähten Bauch und Blähungen. Kommen eine schwere Verstopfung, Bauchschmerzen und Erbrechen hinzu, kann laut Packungsbeilage von Semaglutid ein Darmverschluss dahinterstecken. Dann brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.
Gehen Blähungen durch Medikamente wieder weg?
Bei manchen Mitteln ja. Bei Lactulose verschwinden die Blähungen laut Packungsbeilage in der Regel nach einigen Tagen. Bei Orlistat traten die Magen-Darm-Beschwerden laut Fachinformation in der Regel früh in der Behandlung auf, innerhalb der ersten 3 Monate, und bei den meisten nur einmal. Halten die Blähungen an oder belasten sie Sie, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.
Was kann ich gegen Blähungen durch Medikamente tun?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Orlistat soll laut Packungsbeilage eine fettreduzierte Ernährung helfen, die Fettmenge gleichmäßig auf die Mahlzeiten verteilt. Bei Lactulose verschwinden anfängliche Blähungen in der Regel von selbst. Was darüber hinaus infrage kommt, besprechen Sie in der Praxis oder Apotheke.
Wann sind Blähungen ein Warnzeichen?
Wenn eine schwere Verstopfung mit Bauchschmerzen und Erbrechen hinzukommt, kann das laut Packungsbeilage von Semaglutid auf einen Darmverschluss hinweisen. Bei Colestyramin kann eine zu große Menge laut Packungsbeilage zu einer schweren Verstopfung bis hin zu einem Darmverschluss führen. Unter Orlistat nennt die Packungsbeilage Blutungen aus dem After, Schmerzen im Unterbauch (vor allem links, möglicherweise mit Fieber) und heftige Oberbauchschmerzen als schwerwiegende Nebenwirkungen. Holen Sie dann sofort ärztliche Hilfe, bei stärksten Schmerzen über den Notruf 112.
Können Blähungen auch andere Ursachen haben?
Ja. Bei einer Laktoseintoleranz entstehen laut gesund.bund.de im Darm vermehrt Gase, wenn Milchzucker nicht vollständig gespalten wird; typisch sind ein aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, starke Blähungen und Durchfall. Auch beim Reizdarmsyndrom sind Blähungen und Völlegefühl mögliche Anzeichen. Ob ein Medikament oder eine Erkrankung dahintersteckt, klärt die Ärztin oder der Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
Nebenwirkungen Schluckauf durch MedikamenteSchluckauf kann eine Nebenwirkung von Medikamenten sein, etwa von Oxycodon oder Dexamethason.
-
Nebenwirkungen Restless Legs durch MedikamenteUnruhige Beine können eine Nebenwirkung von Medikamenten sein, etwa von Mirtazapin, Quetiapin oder Melatonin.
-
Nebenwirkungen Nährstoffmangel durch MedikamenteManche Medikamente können zu einem Mangel an Vitamin B12, Magnesium, Folsäure oder Vitamin D führen.
-
Werkzeuge Krankheitskosten-Steuer-CheckZumutbare Belastung nach § 33 EStG gestaffelt berechnen und sehen, welcher Teil Ihrer Krankheitskosten sie übersteigt.