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Solifenacin: Nebenwirkungen und Wirkung
Solifenacin ist ein verschreibungspflichtiges Anticholinergikum gegen die Beschwerden einer überaktiven Blase wie plötzlichen, zwingenden Harndrang, häufiges Wasserlassen und Einnässen. Sehr häufig ist Mundtrockenheit, häufig sind verschwommenes Sehen, Verstopfung, Übelkeit und Verdauungsbeschwerden. Bei einer Schwellung unter der Haut mit Atemnot (Angioödem) sollte die Behandlung sofort unterbrochen werden. Holen Sie ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Solifenacin eingesetzt?
Solifenacin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Anticholinergika [1, 2]. Er dient zur Behandlung der Beschwerden einer überaktiven Blase: starker, unvorhergesehener, plötzlich auftretender, zwingender Harndrang, häufiges Wasserlassen oder Einnässen, weil die Toilette nicht rechtzeitig erreicht werden konnte [1]. Mehr zum Krankheitsbild lesen Sie unter Reizblase und Inkontinenz, mehr zur Wirkstoffgruppe unter Prostata-, Blasen- und Potenzmittel.
Vor Beginn der Behandlung stellt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest, ob andere Gründe für Ihren häufigen Harndrang vorliegen, etwa eine Herzschwäche oder eine Nierenkrankheit. Haben Sie eine Harnwegsinfektion, wird Ihnen ein Antibiotikum verordnet [1, 2]. Laut Fachinformation sind Sicherheit und Wirksamkeit bei einer überaktiven Blase infolge von Nervenerkrankungen bisher nicht nachgewiesen [2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Solifenacin-ratiopharm Filmtabletten [1, 2].
Wie wirkt Solifenacin?
Solifenacin verringert die Aktivität einer überaktiven Blase. Dadurch wird die Zeitspanne zwischen den Toilettengängen länger und die Urinmenge, die die Blase halten kann, größer [1]. Laut Fachinformation bringt der Botenstoff Acetylcholin den Blasenmuskel (Musculus detrusor) über bestimmte Bindungsstellen, die Muskarin-Rezeptoren, zum Zusammenziehen, hauptsächlich über deren Untertyp M3. Solifenacin hemmt diesen Untertyp M3 und wirkt gezielt auf Muskarin-Rezeptoren [2].
Eine Wirkung wurde in Studien bereits innerhalb einer Woche nach Therapiebeginn beschrieben und stabilisierte sich über 12 Wochen; die maximale Wirkung lässt sich frühestens nach 4 Wochen bestimmen [2]. Die höchste Konzentration im Blut wird 3 bis 8 Stunden nach der Einnahme erreicht, Nahrung hat darauf keinen Einfluss. Die Halbwertszeit beträgt 45 bis 68 Stunden; abgebaut wird Solifenacin hauptsächlich in der Leber, in erster Linie über das Enzym CYP3A4 [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation kann Solifenacin wegen seiner pharmakologischen Wirkung anticholinerge Nebenwirkungen von in der Regel leichtem bis mittlerem Schweregrad hervorrufen; wie oft sie auftreten, hängt von der Dosis ab. Die am häufigsten beschriebene Nebenwirkung war Mundtrockenheit [2]. Mehr dazu unter Mundtrockenheit, Verstopfung und Sehstörungen.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- AugenVerschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Magen und DarmVerstopfung, Übelkeit, Verdauungsstörungen mit Beschwerden wie Völlegefühl, Bauchschmerzen, Aufstoßen, Übelkeit und Sodbrennen (Dyspepsie), Magenbeschwerden[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungÜbelkeitBlähungenBauchschmerzenSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenHarnwegsinfektion, Blaseninfektion (Zystitis)[1, 2]
- NervensystemSchläfrigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemGeschmacksstörung (Dysgeusie)[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- AugenTrockene (entzündete) Augen[1, 2]
- AtemwegeTrockenheit der Nase[1, 2]
- Magen und DarmRefluxkrankheit (gastroösophagealer Reflux), trockene Kehle[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- HautTrockene Haut[1, 2]
- Nieren und HarnwegeSchwierigkeiten bei der Blasenentleerung[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit, Flüssigkeitsansammlungen in den Unterschenkeln (Ödem)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitWassereinlagerungen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Magen und DarmStauung großer Mengen von verhärtetem Kot im Dickdarm (Stuhlimpaktion)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- Magen und DarmVerschluss des Dickdarms (Kolonobstruktion)[2]Mehr dazu: Verstopfung
- Nieren und HarnwegeAnsammlung von Harn in der Blase wegen gestörter Blasenentleerung (Harnverhalt)[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- NervensystemSchwindel, Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelKopfschmerzen
- Magen und DarmErbrechen[1, 2]Mehr dazu: Erbrechen
- HautJuckreiz, Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: JuckreizHautausschlag
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- PsycheHalluzinationen, Verwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: Psychose und HalluzinationenVerwirrtheit
- HautAllergischer Hautausschlag[1]Mehr dazu: HautausschlagAllergische Reaktionen
- HautErythema multiforme (eine Form von Hautausschlag), Nesselsucht (Urtikaria), Schwellung des Gewebes unterhalb der Hautoberfläche (Angioödem)[2]Mehr dazu: HautausschlagNesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion)[2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Stoffwechsel und ErnährungVerminderter Appetit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie), der einen anormalen Herzrhythmus verursachen kann[1, 2]Mehr dazu: Veränderter KaliumspiegelHerzrhythmusstörungen
- PsycheDelirium[2]Mehr dazu: Verwirrtheit
- AugenErhöhter Augeninnendruck; laut Fachinformation grüner Star (Glaukom)[1, 2]
- HerzVeränderungen der elektrischen Aktivität des Herzens im EKG (QT-Verlängerung), unregelmäßiger Herzschlag (Torsade de Pointes), spürbarer Herzschlag (Palpitationen), beschleunigter Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasen
- HerzVorhofflimmern[2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- AtemwegeStörungen der Stimme (Dysphonie)[1, 2]
- Magen und DarmDarmverschluss (Ileus), Beschwerden im Bauchraum[2]
- Leber und GalleStörungen der Leberfunktion; laut Fachinformation Lebererkrankungen und auffällige Leberfunktionstests[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautSchwere Hautreaktion mit Schuppung und Ablösung der Haut (exfoliative Dermatitis)[2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
- Nieren und HarnwegeStörungen der Nierenfunktion[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei einigen Behandelten wurden Angioödeme mit Verlegung der Atemwege und schwere allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen) berichtet. Laut Fachinformation muss Solifenacin bei einem Angioödem sofort abgesetzt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden; bei anaphylaktischen Reaktionen sollte die Behandlung abgebrochen und eine geeignete Therapie eingeleitet werden [1, 2]. Mehr zu allergischen Reaktionen lesen Sie unter Arzneimittelallergie.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mundtrockenheit und Verdauung: Mundtrockenheit war in Studien in der Regel leicht und führte nur gelegentlich zum Abbruch der Behandlung [2]. Konkrete Maßnahmen gegen Mundtrockenheit oder Verstopfung nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie die Beschwerden belasten. Setzen Sie Solifenacin nicht eigenmächtig ab, denn die Beschwerden der überaktiven Blase können dann wieder auftreten [1].
Sehen und Straßenverkehr: Bei verschwommenem Sehen, Schläfrigkeit oder Müdigkeit führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Wasserlassen: Haben Sie Schwierigkeiten, die Blase zu entleeren, oder ist das Wasserlassen erschwert, etwa durch einen dünnen Harnstrahl, ist das Risiko für einen Harnverhalt stark erhöht [1]. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu unter Blasenprobleme. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Andere Anticholinergika können Wirkungen und Nebenwirkungen verstärken. Starke Hemmstoffe des Enzyms CYP3A4 wie Ketoconazol, Ritonavir, Nelfinavir oder Itraconazol verlangsamen den Abbau von Solifenacin; laut Fachinformation führte Ketoconazol in Studien je nach Dosis zu einer zwei- bis dreifachen Zunahme der Solifenacin-Menge im Blut (AUC) [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Anticholinergika | Wirkungen und Nebenwirkungen beider Arzneimittel können sich verstärken[1, 2] | Laut Fachinformation sollte zwischen dem Ende der Behandlung mit Solifenacin und dem Beginn einer anderen anticholinergen Behandlung ungefähr eine Woche liegen |
| Cholinergika | Können die Wirkung von Solifenacin abschwächen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Metoclopramid oder Cisaprid (beschleunigen die Verdauungsfunktion) | Ihre Wirkung kann durch Solifenacin abgeschwächt werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Ketoconazol, Ritonavir, Nelfinavir, Itraconazol, Verapamil, Diltiazem | Verlangsamen den Abbau von Solifenacin im Körper[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation ist bei starken CYP3A4-Hemmern wie Ketoconazol, Ritonavir, Nelfinavir oder Itraconazol die Höchstdosis zu begrenzen (siehe Dosierung) |
| Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin | Können den Abbau von Solifenacin im Körper beschleunigen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Bisphosphonate und andere Arzneimittel, die eine Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis) verursachen oder verschlimmern können | Laut Fachinformation ist bei gleichzeitiger Anwendung Vorsicht geboten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Pille mit Ethinylestradiol/Levonorgestrel, Warfarin, Digoxin | Laut Fachinformation zeigte Solifenacin keinen Einfluss auf ihre Blutspiegel (bei Warfarin auch nicht auf die Gerinnungszeit)[2] |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Solifenacin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor Beginn der Behandlung, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft oder früher zutraf [1]. Bei grünem Star (laut Fachinformation Engwinkelglaukom) dürfen Sie Solifenacin nicht einnehmen [1, 2]. Mehr dazu unter Grüner Star. Haben Sie Schwierigkeiten mit der Blasenentleerung oder ist das Wasserlassen erschwert, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Solifenacinsuccinat oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Die Blase lässt sich nicht oder nicht ganz entleeren (Harnverhalt)[1, 2]
- Schwere Magen- oder Darmerkrankung, einschließlich eines toxischen Megakolons, einer mit einer Colitis ulcerosa verbundenen Komplikation[1, 2]
- Myasthenia gravis, eine Muskelerkrankung, die eine extreme Schwäche bestimmter Muskeln hervorrufen kann[1, 2]
- Erhöhter Augeninnendruck mit allmählichem Verlust des Sehvermögens (grüner Star); laut Fachinformation Engwinkelglaukom[1, 2]
- Laut Fachinformation auch bei einem Risiko für Harnverhalt, eine schwere Magen-Darm-Erkrankung, Myasthenia gravis oder ein Engwinkelglaukom[2]
- Hämodialyse[1, 2]
- Schwere Lebererkrankung[1, 2]
- Schwere Nierenerkrankung oder mittelschwere Lebererkrankung bei gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die die Ausscheidung von Solifenacin verringern können (starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol)[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung (Blasenobstruktion) oder erschwertes Wasserlassen, z. B. ein dünner Harnstrahl: Das Risiko für einen Harnverhalt ist stark erhöht[1, 2]
- Verengung im Verdauungssystem mit Verstopfung oder erhöhtes Risiko für eine Verlangsamung der Wandbewegungen von Magen und Darm[1, 2]
- Schwere Nierenerkrankung oder mittelschwere Lebererkrankung[1, 2]
- Zwerchfellbruch (Hiatushernie) oder Sodbrennen; laut Fachinformation auch gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die eine Entzündung der Speiseröhre hervorrufen oder verschlimmern können, wie Bisphosphonate[1, 2]
- Nervenleiden des unwillkürlichen Nervensystems (autonome Neuropathie)[1, 2]
- Bekanntes verlängertes QT-Intervall (Long-QT-Syndrom) oder niedriger Kaliumwert (Hypokaliämie): Bei solchen Risikofaktoren wurden QT-Verlängerungen und Torsade de Pointes beobachtet[2]
- Vor Behandlungsbeginn stellt die Ärztin oder der Arzt fest, ob andere Gründe für häufigen Harndrang vorliegen, etwa eine Herzschwäche oder Nierenkrankheit; bei einer Harnwegsinfektion wird ein Antibiotikum verordnet[1, 2]
- Überaktive Blase durch Nervenerkrankungen (neurogene Detrusorüberaktivität): Sicherheit und Wirksamkeit sind laut Fachinformation nicht nachgewiesen[2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Autofahren, Einnahme und Absetzen sagen [1, 2]. Einen eigenen Hinweis zu Alkohol enthalten beide Dokumente nicht.
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft darf Solifenacin nur angewendet werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist. Laut Fachinformation liegen keine Daten über Frauen vor, die unter Solifenacin schwanger wurden; Tierstudien ließen nicht auf direkt schädigende Wirkungen schließen, das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Bei geplanter Schwangerschaft sollte die Anwendung laut Fachinformation als Vorsichtsmaßnahme möglichst unterlassen werden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
In der Stillzeit dürfen Sie Solifenacin nicht anwenden, weil der Wirkstoff in die Muttermilch gelangen kann. Laut Fachinformation fehlen Daten beim Menschen; bei Mäusen gingen Solifenacin und/oder seine Abbauprodukte in die Milch über und führten bei den Jungtieren zu einer dosisabhängigen Wachstumsstörung.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Solifenacin kann verschwommenes Sehen und bisweilen Schläfrigkeit oder Müdigkeit hervorrufen. Treten diese Nebenwirkungen bei Ihnen auf, führen Sie keine Fahrzeuge und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten unzerkaut mit Flüssigkeit schlucken, nach Belieben mit oder ohne Nahrungsmittel; nicht zerkleinern.[1, 2]
Einnahme vergessen: so bald wie möglich nachholen, es sei denn, es ist bereits Zeit für die nächste Dosis; nicht mehr als eine Dosis am Tag einnehmen.[1]
Absetzen
Wenn Sie die Einnahme abbrechen, können die Beschwerden der überaktiven Blase erneut auftreten oder sich verschlechtern. Fragen Sie stets Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat, wenn Sie die Behandlung abbrechen möchten.[1]
Überdosierung
Haben Sie zu viel eingenommen oder hat ein Kind versehentlich Tabletten eingenommen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Mögliche Zeichen sind Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schwindel, Benommenheit und verschwommenes Sehen, Halluzinationen, Übererregbarkeit, Krampfanfälle, Atemnot, beschleunigter Herzschlag, Harnverhalt und erweiterte Pupillen.[1]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt eine empfohlene Tagesdosis; die Fachinformation ergänzt Höchstgrenzen bei stark eingeschränkter Nierenfunktion, mäßig eingeschränkter Leberfunktion und gleichzeitiger Einnahme starker CYP3A4-Hemmer [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Schlucken Sie die Tabletten unzerkaut mit Flüssigkeit, nach Belieben mit oder ohne Nahrung, und zerkleinern Sie sie nicht [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie so bald wie möglich nach, es sei denn, es ist bereits Zeit für die nächste Dosis; nehmen Sie nicht mehr als eine Dosis am Tag [1].
Wenn Sie die Einnahme abbrechen, können die Beschwerden der überaktiven Blase erneut auftreten oder sich verschlechtern; fragen Sie deshalb vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Haben Sie zu viel eingenommen oder hat ein Kind Tabletten geschluckt, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Solifenacin
Solifenacin gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten in zwei Stärken. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Solifenacin-ratiopharm [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Solifenacin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 5 mg oder 10 mg Solifenacinsuccinat; Grundlage dieser Seite |
| Solifenacin AbZ | AbZ-Pharma GmbH | Filmtabletten |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Solifenacin-ratiopharm 5 mg/10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Solifenacin-ratiopharm 5 mg/10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt Solifenacin?
Laut Fachinformation wurde eine Wirksamkeit in Studien bereits innerhalb einer Woche nach Therapiebeginn beschrieben; über 12 Wochen stabilisierte sie sich. Die maximale Wirkung lässt sich frühestens nach 4 Wochen bestimmen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung wegen ausbleibender Wirkung abbrechen.
Was kann ich gegen Mundtrockenheit unter Solifenacin tun?
Mundtrockenheit ist die häufigste Nebenwirkung. Laut Fachinformation trat sie in Studien bei 11 Prozent der Behandelten mit der niedrigeren und bei 22 Prozent mit der höheren Stärke auf, unter Placebo bei 4 Prozent; sie war in der Regel leicht und führte nur gelegentlich zum Abbruch. Konkrete Maßnahmen nennt die Packungsbeilage nicht. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie die Beschwerde belastet.
Darf ich Solifenacin bei grünem Star nehmen?
Bei erhöhtem Augeninnendruck mit allmählichem Verlust des Sehvermögens (grüner Star) dürfen Sie Solifenacin nicht einnehmen; die Fachinformation nennt hier das Engwinkelglaukom und auch ein Risiko dafür. Erhöhter Augeninnendruck ist außerdem als Nebenwirkung mit nicht bekannter Häufigkeit beschrieben. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über Augenerkrankungen.
Kann Solifenacin verwirrt machen?
Halluzinationen und Verwirrtheit sind sehr seltene Nebenwirkungen, können also bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen; ein Delirium ist laut Fachinformation mit nicht bekannter Häufigkeit beschrieben. Bemerken Sie oder Angehörige Verwirrtheit oder Sinnestäuschungen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich mit Solifenacin Auto fahren?
Solifenacin kann verschwommenes Sehen und bisweilen Schläfrigkeit oder Müdigkeit hervorrufen. Treten diese Nebenwirkungen bei Ihnen auf, führen Sie keine Fahrzeuge und bedienen Sie keine Maschinen. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Was passiert, wenn ich Solifenacin absetze?
Wenn Sie die Einnahme abbrechen, können die Beschwerden der überaktiven Blase erneut auftreten oder sich verschlechtern. Fragen Sie deshalb stets Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat, bevor Sie die Behandlung beenden.
Kann Solifenacin das Herz beeinflussen?
Veränderungen der elektrischen Aktivität des Herzens im EKG, unregelmäßiger, spürbarer oder beschleunigter Herzschlag und Vorhofflimmern sind mit nicht bekannter Häufigkeit beschrieben. Laut Fachinformation wurden QT-Verlängerungen und Torsade de Pointes bei Menschen mit Risikofaktoren beobachtet, etwa einem bestehenden Long-QT-Syndrom oder einem niedrigen Kaliumwert. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über Herzerkrankungen.
Darf ich Solifenacin in Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
In der Schwangerschaft darf Solifenacin nur angewendet werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist; Daten zu Schwangeren liegen nicht vor. In der Stillzeit dürfen Sie es nicht anwenden, weil der Wirkstoff in die Muttermilch gelangen kann. Planen Sie eine Schwangerschaft, sollte Solifenacin laut Fachinformation vorsichtshalber möglichst nicht angewendet werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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